DE10011016A1 - Verfahren und hydraulische Lenkeinrichtung zur Notlenkung mit einem Lenkhandrad - Google Patents
Verfahren und hydraulische Lenkeinrichtung zur Notlenkung mit einem LenkhandradInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zur Notlenkung einer hydraulischen Lenkeinrichtung (1) mit einem Lenkhandrad (2) angegeben, bei dem ein Lenkventil (5) wahlweise über das Lenkhandrad (2) oder über einen Steuerdruckgenerator (7) angesteuert wird und ein Lenkmotor (4) über das Lenkventil (5) mit einem Pumpendruck von einer Pumpe (6) beaufschlagt wird, sowie eine hydraulische Lenkeinheit (3) zur Durchführung des Verfahrens. DOLLAR A Bei einem derartigen Verfahren möchte man den Lenkkomfort bei einer Notlenkung verbessern. DOLLAR A Hierzu ist ein Lenkmotor (4) über einen Notlenkpfad (8) mit der hydraulischen Lenkeinheit (3) verbunden, wenn der Pumpendruck einen vorbestimmten ersten Schwellenwert unterschreitet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Notlenkung ei
ner hydraulischen Lenkeinrichtung mit einem Lenkhand
rad, bei dem ein Lenkventil wahlweise über das Lenk
handrad oder über einen Steuerdruckgenerator angesteu
ert wird und ein Lenkmotor über das Lenkventil mit ei
nem Pumpendruck von einer Pumpe beaufschlagt wird, so
wie eine hydraulische Lenkeinrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
Eine derartige Lenkeinrichtung ist aus der nachveröf
fentlichten deutschen Patentanmeldung 199 31 143.9 be
kannt, bei der ein Schieber des Lenkventils entweder
von Drücken verschoben werden kann, die vom Lenkhandrad
erzeugt werden, oder von Drücken, die von einem Steuer
druckgenerator erzeugt werden. Des weiteren weist diese
Lenkeinrichtung eine Versorgungsleitung zwischen der
Lenkeinheit und der Pumpe auf. Hierdurch wird sicherge
stellt, daß bei Betätigung der hydraulischen Lenkein
heit bei normalem Pumpenbetrieb das Druckfluid in benötigter
Menge und mit benötigtem Druck zur Verfügung
steht, um den Schieber des Lenkventils zu verstellen.
Wenn die Pumpe ausfällt, wird der Lenkmotor mit einem
Druck beaufschlagt, der von der hydraulischen Lenkein
heit selbst erzeugt wird, beispielsweise mit Hilfe ei
nes dann als Pumpe arbeitenden Meßmotors. Hierzu muß
das Druckfluid bei entsprechenden Druckverlusten den
Schieber des Lenkventils verschieben, ein Wechselventil
umlenken und zweifach das Lenkventil passieren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Lenkkom
fort bei einer Notlenkung zu verbessern.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs ge
nannten Art dadurch gelöst, daß der Lenkmotor über ei
nen Notlenkpfad mit einer hydraulischen Lenkeinheit
verbunden wird, wenn der Pumpendruck einen vorbestimm
ten ersten Schwellenwert unterschreitet.
Bei einem Abfallen des Pumpendrucks kann somit der
Strömungsweg des Druckfluids deutlich verkürzt werden,
was zu verminderten Druckverlusten führt. Auf diese
Weise wird im Falle einer Notlenkung der noch vorhande
ne Druck besser ausgenutzt, was zu einer kürzeren Reak
tionszeit und somit auch zu einer höheren Sicherheit
führt. Der Fahrer kann somit das Fahrzeug bei einer
Notlenkung leichter steuern. An dieser Stelle sollte
erwähnt werden, daß unter dem Begriff "Pumpendruck"
nicht ausschließlich der Druck zu verstehen ist, der am
physikalischen Ausgang einer Pumpe auftritt. Es kann
sich auch um den Druck einer nachgeschalteten oder
nachgeordneten Einheit handeln, beispielsweise dem Aus
gang eines Prioritätsventils, das selbst wiederum ein
Druckregelventil beinhalten kann.
Es ist vorteilhaft, daß eine von der hydraulischen Len
keinheit abgehende Druckentlastungsverbindung gesperrt
wird, wenn der Pumpendruck einen vorbestimmten zweiten
Schwellenwert unterschreitet. Diese Sperrung der Druck
entlastung gewährleistet, daß der Druck zur Beaufschla
gung des Lenkmotors bei einer Notlenkung möglichst groß
gehalten wird. Somit wird wiederum die Reaktionszeit
kurz gehalten, was die Sicherheit der Lenkeinheit er
höht.
Zur Durchführung des obengenannten Verfahrens ist eine
hydraulische Lenkeinheit vorgesehen, bei der zwischen
dem Lenkmotor und der hydraulischen Lenkeinheit ein
Notlenkpfad mit einer Steuereinheit angeordnet ist, die
über einen Pumpenanschluß der hydraulischen Lenkeinheit
betätigbar ist. Hierdurch ist eine zusätzliche Verbin
dung zwischen hydraulischer Lenkeinheit und dem Lenkmo
tor vorhanden, über die in Abhängigkeit vom Pumpen
druck, der am Pumpenanschluß P ansteht, der Lenkmotor
mit Druck beaufschlagt werden kann. Somit stehen je
nach vorhandenem Druck zwei verschiedene Verbindungen
zwischen der hydraulischen Lenkeinheit und dem Lenkmo
tor zur Verfügung, wodurch der Lenkmotor in bestimmten
Notsituationen direkt von der hydraulischen Lenkeinheit
mit Druck beaufschlagt werden kann.
Es ist günstig, daß der Notlenkpfad zwei Kurzschlußver
bindungsleitungen zwischen je einem der Arbeitsan
schlüsse der hydraulischen Lenkeinheit und jeweils ei
ner Zylinderseite eines Lenkzylinders des Lenkmotors
aufweist. Durch die Kurzschlußverbindungsleitungen wer
den die Fließwege des Druckfluids im Falle einer Not
lenkung stark verkürzt und des weiteren werden mehrere
Ventile umgangen. Hierdurch werden die Druckverluste
infolge von Wandreibung, Eintritt und Austritt an Ventilen
sowie deren Betätigung stark reduziert. Somit
wird der noch vorhandene Druck bei einer Notlenkung
besser genutzt.
Des weiteren ist es günstig, daß die Steuereinheit je
weils ein Zwei/Zwei-Wege-Ventil in jeder Kurzschlußver
bindungsleitung aufweist. Die Zwei/Zwei-Wege-Ventile
gewährleisten durch ihren einfachen Aufbau eine hohe
Betriebssicherheit beim Öffnen und Schließen des Not
lenkpfades.
Es ist von Vorteil, daß die Zwei/Zwei-Wege-Ventile der
Kurzschlußverbindungsleitungen durchlässig sind, wenn
ein Pumpendruck der Pumpe, der über den Pumpenanschluß
beide Zwei/Zwei-Wege-Ventile als Stelldruck beauf
schlagt, einen vorbestimmten ersten Schwellenwert un
terschreitet. Somit läßt sich eine Druckhöhe des Pum
pendrucks festlegen, ab der es günstig ist, daß die
Notlenkung automatisch über die verkürzte Verbindung
zwischen Lenkmotor und hydraulischer Lenkeinheit er
folgt.
In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß bei einer
Lenkung im normalen Betrieb der Pumpenanschluß eine
Druckentlastungsverbindung zu einer Drucksenke auf
weist. Über die Druckentlastungsverbindung kann über
schüssiger Druck, der bei normalem Betrieb an der hy
draulischen Lenkeinheit entstehen kann, verhindert wer
den. Somit ist der Druck, der zur Steuerung des Rich
tungsschiebers der hydraulischen Lenkeinrichtung benö
tigt wird, nicht höher als erforderlich.
Vorzugsweise weist die Druckentlastungsverbindung ein
Steuerelement auf, das durch den Pumpendruck betätigbar
ist. Das Steuerelement ermöglicht, daß in Abhängigkeit
vom Pumpendruck eine Druckentlastung der hydraulischen
Lenkeinheit über die Druckentlastungsverbindung erfolgt
oder unterbleibt. Somit kann bei hohem Pumpendruck ein
möglicher schädlicher Überdruck an der hydraulischen
Lenkeinheit vermieden werden, während bei einem gerin
gen Pumpendruck ein an der hydraulischen Lenkeinheit
vorhandener Druck zur Beaufschlagung des Lenkmotors
möglichst hoch gehalten wird.
Es ist günstig, daß das Steuerelement ein Zwei/Zwei-
Wege-Ventil aufweist. Das Zwei/Zwei-Wege-Ventil gewähr
leistet durch seinen einfachen Aufbau eine hohe Be
triebssicherheit bei der Steuerung der Druckentla
stungsverbindung.
Des weiteren ist es günstig, daß das Zwei/Zwei-Wege-
Ventil der Druckentlastungsverbindung gesperrt ist,
wenn der Pumpendruck der Pumpe, der das Zwei/Zwei-Wege-
Ventil als Stelldruck beaufschlagt, einen vorbestimmten
zweiten Schwellenwert unterschreitet. Somit läßt sich
eine Druckhöhe des Pumpendrucks festlegen, ab der es
günstig ist, daß die Druckentlastung der hydraulischen
Lenkeinrichtung automatisch abgeschaltet ist.
Es ist vorteilhaft, daß die Zwei/Zwei-Wege-Ventile je
weils eine Feder mit einer vorbestimmten Federkraft
aufweisen, die dem jeweiligen Stelldruck entgegenwirkt.
Hierdurch lassen sich auf zuverlässige Weise die Druck
höhen festlegen, bei denen die Zwei/Zwei-Wege-Ventile
umgeschaltet werden sollen.
Es ist günstig, daß beide vorbestimmten Schwellenwerte
annähernd gleich groß sind. Somit werden im Falle eines
Druckabfalls des Pumpendrucks die Kurzschlußverbin
dungsleitungen zum gleichen Zeitpunkt geöffnet, zu dem
die Entlastungsverbindung von der hydraulischen Len
keinheit zu der Drucksenke geschlossen wird. Hierdurch
ist bei Unterschreitung des gemeinsamen Schwellenwertes
gewährleistet, daß der Lenkmotor bei der Notlenkung so
fort mit einem möglichst großen Druck beaufschlagt wer
den kann.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung näher beschrieben. Hierin zeigt die
einzige Figur eine schematische Ansicht einer
hydraulischen Lenkeinrichtung.
Eine hydraulische Lenkeinrichtung 1 weist ein Lenkhand
rad 2 auf, das mit einer hydraulischen Lenkeinheit 3
verbunden ist. Bei der hydraulischen Lenkeinheit 3 han
delt es sich um eine herkömmliche Lenkeinheit mit zwei
gegeneinander verdrehbaren Schiebern. Das Lenkhandrad 2
verdreht hierbei einen der beiden Schieber und gibt da
durch einen Pfad von einem Pumpenanschluß P zu einem
der Arbeitsanschlüsse L, R frei, während der andere Ar
beitsanschluß R, L mit einem Tankanschluß T verbunden
wird. Beim Durchfließen der Hydraulikflüssigkeit wird
ein nicht näher dargestellter, aber an sich bekannter
Meßmotor betätigt, der entsprechend den zweiten Schie
ber wieder in Überdeckung mit dem ersten Schieber
bringt, um in Abhängigkeit von der Bewegung des Lenk
handrades 2 den Strom der Hydraulikflüssigkeit wieder
zu unterbinden. Der Meßmotor kann auch als Hilfspumpe
verwendet werden, so daß bei einer Betätigung des Lenk
handrades 2 ein hydraulischer Druck an einem der beiden
Arbeitsanschlüsse L, R erzeugt wird. Den Arbeitsan
schlüssen L, R ist, wie schematisch angedeutet, jeweils
eine Drossel 17a, 17b vorgeschaltet.
Die hydraulische Lenkeinrichtung 1 weist ferner einen
Ventilblock 18 auf, der ein Lenkventil 5 enthält. Der
Ventilblock 18 ist an seinem Ausgang mit einem Lenkmo
tor 4 verbunden, der gelenkte Räder eines Fahrzeugs
(nicht näher dargestellt) auslenkt. Hierzu weist der
Ventilblock 18 Verbindungen auf, die mit entsprechenden
Zylinderseiten 11a, 11b des Lenkzylinders 12 des Lenk
motors 4 verbunden sind.
An den Ventilblock 18 angeflanscht ist ein Steuerdruck
generator 7, der, wie später erläutert werden wird, hy
draulische Drücke erzeugt, die zur Betätigung des Lenk
ventils 5 verwendet werden können.
Der Ventilblock 18 ist über ein Prioritätsventil 19 mit
einer Pumpe 6 verbunden. Eine weitere Verbindung be
steht zwischen dem Ventilblock 18 und einer Drucksenke
15. Anstelle der dargestellten Pumpe 6 kann auch eine
andere Druckquelle verwendet werden.
Das Prioritätsventil 19 ist an sich bekannt. Es stellt
sicher, daß die hydraulische Lenkeinrichtung 1 bevor
zugt mit Pumpendruck versorgt wird, auch wenn andere
Verbraucher angeschlossen sind.
Das Lenkventil 5 weist einen Schieber 20 auf, der in
Arbeitsstellung dargestellt ist.
Der Schieber 20 weist eine erste Sektion 21 auf, die
für eine Verbindung zwischen dem Lenkmotor 4 und der
Pumpe 6 zuständig ist. Hierzu ist ein erster Anschluß
22 vorgesehen. Wenn der Schieber 20 nach rechts bewegt
wird, dann wird der erste Anschluß 22 mit der Zylinder
seite 11a verbunden. Die Zylinderseite 11b wird mit einem
zweiten Anschluß 23 verbunden, durch den rückflie
ßende Hydraulikflüssigkeit zur Drucksenke 15 gelangen
kann, wie weiter unten erläutert wird. Gleichzeitig
wird ein LS-Anschluß 24 mit dem Lastdruck aus dem Lenk
motor 4 versorgt. Der LS-Anschluß 24 führt daher immer
den höchsten im System vorkommenden Druck. In der Neu
tralstellung des Schiebers 20 ist der LS-Anschluß 24
über eine Drossel 25 mit dem Ausgang des Prioritätsven
tils 19 verbunden. Die Drossel 25 verhindert einen grö
ßeren Volumenstrom durch die LS-Leitung.
Wird der Schieber 20 wie dargestellt nach links ver
schoben, so wird entsprechend die andere Zylinderseite
11b mit Druck versorgt, und die Räder werden in die an
dere Richtung ausgelenkt.
Die Verschiebung des Schiebers 20 erfolgt unter dem
Einfluß von hydraulischen Drücken. Die nicht näher be
zeichneten Federn dienen lediglich dazu, den Schieber
20 in seiner Neutralstellung zu halten.
Die hydraulischen Drücke, die zur Betätigung des Lenk
ventils 5 verwendet werden, können auf zwei unter
schiedliche Arten erzeugt werden. Zum einen werden die
hydraulischen Drücke vom Steuerdruckgenerator 7 erzeugt
und über Wechselventile 27a, 27b an die Stirnseiten des
Schiebers 20 geleitet. Die hydraulischen Drücke können
aber auch durch eine Betätigung der hydraulischen Len
keinheit 3 erzeugt werden. Die anderen Eingänge der
Wechselventile 27a, 27b sind nämlich mit den Eingängen
26a, 26b des Lenkventils 5 verbunden. Die Wechselventi
le 27a, 27b leiten jeweils den höheren der beiden Drüc
ke vom Steuerdruckgenerator 7 beziehungsweise von der
hydraulischen Lenkeinheit 3 an die Stirnseiten des
Schiebers 20 des Lenkventils 5. Da gewährleistet ist,
daß die vom Steuerdruckgenerator 7 erzeugbaren Drücke
immer kleiner sind als die von der hydraulischen Len
keinheit 3 erzeugbaren Drücke, ist sichergestellt, daß
man mit dem Lenkhandrad 2 immer in das Lenkverhalten
des Fahrzeugs eingreifen kann, und zwar unabhängig da
von, welche Steuerdrücke der Steuerdruckgenerator 7 er
zeugt. Der Steuerdruckgenerator 7, die Wechselventile
27a, 27b und die Steuerfläche des Schiebers 20 haben
nur eine begrenzte Druckfestigkeit.
Auch dann, wenn der Steuerdruckgenerator 7 ausfällt,
kann der Schieber 20 des Lenkventils 5 verschoben wer
den. In diesem Fall ist der Steuerdruck des Steuer
druckgenerators 7 gleich Null, so daß die Wechselventi
le 27a, 27b den zwangsläufig höheren Druck der hydrau
lischen Lenkeinheit 3 an die Stirnseiten des Schiebers
20 weitergeben und ihn damit verschieben.
Der Anschluß 23 ist über ein Stellventil 28 mit der
Drucksenke 15 verbunden. Das Stellventil 28 wird in
Schließrichtung von einer Feder 14d und in Öffnungs
richtung über eine Steuerdruckleitung 29d beaufschlagt.
Wenn deren Steuerdruck höher ist als die Kraft der Fe
der 14d, dann öffnet das Stellventil 28, und der über
schießende Druck kann zur Drucksenke 15 abfließen.
Wird, wie dargestellt, der Schieber 20 in eine seiner
Arbeitsstellungen verschoben, dann wird die Verbindung
zwischen dem LS-Anschluß 24 und dem zweiten Anschluß 23
unterbrochen. Im zweiten Anschluß 23 herrscht dann der
Druck der vom Lenkmotor 4 zurückfließenden Flüssigkeit.
Wenn dieser Druck die Kraft der Feder 14d überschrei
tet, öffnet das Stellventil 28, und die Flüssigkeit
kann zur Drucksenke 15 hin abfließen.
Am Lenkhandrad 2 ist ein Sensor 30 angeordnet, der in
nicht näher dargestellter Weise mit dem Steuerdruckge
nerator 7 verbunden ist. Mit Hilfe des Sensors 30 kann
beispielsweise die Winkelstellung des Lenkhandrades 2
ermittelt werden, wobei der Steuerdruckgenerator 7 aus
dieser Information nach vorgegebenen Algorithmen die
entsprechenden Steuerdrücke nach Größe und Zeit er
zeugt, um den Schieber 20 auszulenken.
Bis hierhin entspricht der Aufbau und die Funktionswei
se im wesentlichen derjenigen, die auch in der deut
schen Patentanmeldung 199 31 143.9 beschrieben ist.
Zusätzlich weist die hydraulische Lenkeinrichtung 1 ei
nen Notlenkpfad 8 mit einer Steuereinheit 9 auf. Dieser
weist zwei Kurzschlußverbindungsleitungen 10a, 10b auf,
die zwischen beiden Arbeitsanschlüssen L, R der hydrau
lischen Lenkeinheit 3 und den beiden Zylinderseiten
11a, 11b des Lenkzylinders 12 des Lenkmotors 4 angeord
net sind. Die Steuereinheit 9 weist zwei Zwei/Zwei-
Wege-Ventile 13a, 13b auf, von denen jeweils eines in
einer der Kurzschlußverbindungsleitungen 10a, 10b ange
ordnet ist. Beide Zwei/Zwei-Wege-Ventile 13a, 13b sind
jeweils über eine Steuerdruckleitung 29a, 29b mit dem
Pumpenanschluß P der hydraulischen Lenkeinheit 3 ver
bunden.
In normalen Betrieb ist der Pumpenanschluß P, der mit
der Pumpe 6 in Verbindung steht, mit einem ausreichen
den Pumpendruck beaufschlagt, so daß er die beiden
Zwei/Zwei-Wege-Ventile 13a, 13b über die Steuerdruck
leitung 29a, 29b mit ausreichend großem Stelldruck be
aufschlagt, um die beide Zwei/Zwei-Wege-Ventile 13a,
13b entgegen der Federkraft der Federn 14a, 14b so zu
schalten, daß die Verbindung zwischen der hydraulischen
Lenkeinheit 3 und dem Lenkmotor 4 über die Kurzschluß
verbindungsleitungen 10a, 10b gesperrt ist.
Kann die Pumpe 6 dagegen keinen ausreichenden Pumpen
druck liefern, so werden die Zwei/Zwei-Wege-Ventile
13a, 13b über den Pumpenanschluß P mit lediglich einem
geringen Druck als Stelldruck beaufschlagt. Ist die Fe
derkraft der Federn 14a, 14b größer als der entgegen
stehende Stelldruck, so öffnen beide Zwei/Zwei-Wege-
Ventile 13a, 13b. Bei Betätigung des Lenkhandrades 2
wird der Lenkmotor 4 nun direkt von den Arbeitsan
schlüssen L, R der hydraulischen Lenkeinheit 3 über den
Notlenkpfad 8 mit Druck beaufschlagt. Der Druck ist
beispielsweise von dem Meßmotor erzeugbar und wird ohne
größere Umwege an den Lenkmotor 4 weitergegeben.
Ferner weist das Lenkventil 5 zwei Eingänge 26a, 26b
auf, die mit den entsprechenden Arbeitsanschlüssen L, R
der hydraulischen Lenkeinheit 3 verbunden sind. Wenn
der Schieber 20 nach rechts verschoben wird, dann kommt
der Eingang 26a mit einem Steuerelement 16 in Verbin
dung. Wenn der Schieber 20 in die andere Richtung ver
schoben wird, dann wird der Eingang 26b mit dem Steue
relement 16 verbunden. Im weiteren Verlauf ist das
Steuerelement 16 mit der Drucksenke 15 verbunden. Somit
weist die hydraulische Lenkeinheit 3 über die Arbeits
anschlüsse L, R, das Lenkventil 5 und das Steuerelement
16 eine Druckentlastungsverbindung zu der Drucksenke 15
auf. Das Steuerelement 16 weist ein Zwei/Zwei-Wege-
Ventil 13c auf, das über eine Steuerdruckleitung 29c
mit der Pumpe 6 verbunden ist. Anstelle des Zwei/Zwei-
Wege-Ventils 13c kann auch ein indirekt betätigtes
Rückschlagventil angeordnet werden. Im normalen Betrieb
der Pumpe 6 reicht der Pumpendruck, der als Steuerdruck
das Zwei/Zwei-Wege-Ventil 13c beaufschlagt, aus, um das
Zwei/Zwei-Wege-Ventil 13c entgegen der Federkraft der
Feder 14c so zu schalten, daß das Steuerelement 16
durchlässig ist. Somit kann überschüssiger Druck von
der hydraulischen Lenkeinheit 3 an die Drucksenke 15
abgegeben werden. Im Falle, daß die Pumpe 6 keinen aus
reichenden Pumpendruck liefern kann, ist die Federkraft
der Feder 14c größer als der Steuerdruck, mit dem das
Zwei/Zwei-Wege-Ventil 13c beaufschlagt wird. In dieser
Stellung ist das Steuerelement 16 geschlossen. Somit
kann kein Druck von der hydraulischen Lenkeinheit an
die Drucksenke 15 abgegeben werden. Dadurch wird bei
einer Notlenkung der gesamte Druck, der an der hydrau
lischen Lenkeinheit 3 zur Verfügung steht, über den
Notlenkpfad 8 an den Lenkmotor 4 weitergegeben.
Claims (12)
1. Verfahren zur Notlenkung einer hydraulischen Lenk
einrichtung mit einem Lenkhandrad, bei dem ein
Lenkventil wahlweise über das Lenkhandrad oder über
einen Steuerdruckgenerator angesteuert wird und ein
Lenkmotor über das Lenkventil mit einem Pumpendruck
von einer Pumpe beaufschlagt wird, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Lenkmotor über einen Notlenkpfad
mit einer hydraulischen Lenkeinheit verbunden wird,
wenn der Pumpendruck einen vorbestimmten ersten
Schwellenwert unterschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine von der hydraulischen Lenkeinheit abgehen
de Druckentlastungsverbindung gesperrt wird, wenn
der Pumpendruck einen vorbestimmten zweiten Schwel
lenwert unterschreitet.
3. Hydraulische Lenkeinrichtung mit einem Lenkhandrad,
das mit einer hydraulischen Lenkeinheit mit zwei
Arbeitsanschlüssen verbunden ist, und einen Lenkmo
tor aufweist, der über ein Lenkventil mit einer
Pumpe in Verbindung steht, wobei das Lenkventil
wahlweise von einem vom Lenkhandrad oder von einem
von einem Steuerdruckgenerator weitergegebenen hy
draulischen Druck betätigbar ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem Lenkmotor (4) und der
hydraulischen Lenkeinheit (3) ein Notlenkpfad (8)
mit einer Steuereinheit (9) angeordnet ist, die
über einen Pumpenanschluß (P) der hydraulischen
Lenkeinheit betätigbar ist.
4. Lenkeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Notlenkpfad (8) zwei Kurzschluß
verbindungsleitungen (10a, 10b) zwischen je einem
der Arbeitsanschlüsse (R, L) der hydraulischen Len
keinheit (3) und jeweils einer Zylinderseite (11a,
11b) eines Lenkzylinders (12) des Lenkmotors (4)
aufweist.
5. Lenkeinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Steuereinheit (9) jeweils ein
Zwei/Zwei-Wege-Ventil (13a, 13b) in jeder Kurz
schlußverbindungsleitung (10a, 10b) aufweist.
6. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwei/Zwei-Wege-
Ventile (13a, 13b) der Kurzschlußverbindungsleitun
gen (10a, 10b) durchlässig sind, wenn ein Pumpen
druck der Pumpe, der über den Pumpenanschluß (P)
beide Zwei/Zwei-Wege-Ventile (13a, 13b) als
Stelldruck beaufschlagt, einen vorbestimmten ersten
Schwellenwert unterschreitet.
7. Lenkeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei einer Lenkung im normalen Betrieb
der Pumpenanschluß (P) eine Druckentlastungsverbin
dung zu einer Drucksenke (15) aufweist.
8. Lenkeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Druckentlastungsverbindung ein
Steuerelement (16) aufweist, das durch den Pumpen
druck betätigbar ist.
9. Lenkeinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Steuerelement (16) ein Zwei/Zwei-
Wege-Ventil (13c) aufweist.
10. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Zwei/Zwei-Wege-
Ventil (13c) der Druckentlastungsverbindung ge
sperrt ist, wenn der Pumpendruck der Pumpe (6), der
das Zwei/Zwei-Wege-Ventil (13c) als Stelldruck be
aufschlagt, einen vorbestimmten zweiten Schwellen
wert unterschreitet.
11. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zwei/Zwei-Wege-
Ventile (13a, 13b, 13c) jeweils eine Feder (14a,
14b, 14c) mit einer vorbestimmten Federkraft auf
weisen, die dem jeweiligen Stelldruck entgegen
wirkt.
12. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß beide vorbestimmten
Schwellenwerte annähernd gleich groß sind.
Priority Applications (5)
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