DE10011771B4 - Schraubwerkzeug - Google Patents
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Abstract
Schraubwerkzeug, insbesondere Schraubenausdreher (1) mit einem Schaftteil (2), welcher an einem vorderen Schaftende eine Werkzeugwirkstelle (4) zur Herstellung einer kraft- und formschlüssigen Verbindung zu einem auszudrehenden Schraubenteil aufweist, wobei die Werkzeugwirkstelle (4) durch gerade, axial verlaufende Längsstege (6) gebildet wird, deren ideelle Hüllkurve einen in Richtung eines hinteren Schaftendes ansteigenden Kegel bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsstege (6) an der Stirnseite der Werkzeugwirkstelle (4) jeweils abwechselnd rechts- und linksschneidende Stegkanten (11, 12, 13, 14) aufweisen, welche durch gegensinnig geneigte Freiflächen (7, 8, 9, 10) spitzwinklig gebildet sind.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Schraubwerkzeug in der Art eines Schraubenausdrehers für abgescherte Schraubenbolzen z. B. Stehbolzen oder dergleichen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Solche Schraubenausdreher umfassen einen Schaftteil mit am hinteren Schaftende ausgearbeiteten Schlüsselkant zur von Hand auszuführenden Werkzeugbetätigung und eine am vorderen Schaftende angeordnete Wirkstelle, zur Herstellung einer kraftschlüssigen Verbindung zwischen Werkzeug und auszudrehendem Schraubenteil. Werkzeuge dieser Art sind hinreichend bekannt. Die am vorderen Schaftende angeordnete Wirkstelle ist üblicherweise mit einem konisch ausgearbeiteten, zumeist mehrgängigem Gewinde versehen, welches in die entsprechend vorbereitete, in den auszudrehenden Schraubenteil achsgerecht eingebrachte Bohrung eingedreht wird. Das geschieht so lange, bis durch die Konizität der gewindeartigen Wirkstelle ein allmähliches, aber sicheres, Festsetzen des Werkzeuges eintritt und dasselbe regelrecht verkeilt wird. Dadurch wird im jeweils gegenläufigen Drehsinn des am Schraubenwerkzeug angebrachten Schraubengewindes ein lockern und schließlich ein Herausdrehen des auszudrehenden Schraubenteiles bewirkt.
- Für das Herausdrehen von Schraubenbolzen mit Rechtsgewinde werden also jeweils Schraubenausdreher mit an der Wirkstelle angebrachtem Linksgewinde und für Schraubbolzen mit Linksgewinde solche mit an der Wirkstelle angebrachtem Rechtsgewinde benötigt, wobei üblicherweise für die verschiedenen Größen von Schraubenbolzen auch verschieden groß bemessene Schraubenausdreher, zumeist satzweise bereit gestellt, benötigt werden.
- Aus der
US 4 111 078 A ist ein Ausdreher für Kunststoff-Steigleitungen bekannt. Er besitzt einen sich verjüngenden Vierkant mit Kanten, in denen Kerben eingearbeitet sind. - Die
US 1 547 944 A beschreibt einen Schraubenausdreher mit einer zylindrischen Form und längs verlaufenden Stegen. Die Stirnseite des Werkzeuges ist konkav geformt und besitzt dadurch Schneidkanten an den Stegenden. Bein Einschlagen des Werkzeuges werden Nuten in den Bolzen geschnitten, in welche die Stege eingreifen. Das Werkzeug muss entsprechend tief eingeschlagen werden. - Die
DE 297 05 346 U1 betrifft einen konischen Dreikant-Klemmtreiber zum Entfernen von defekten Schrauben bzw. Gewindebolzen, welcher für Schrauben und Gewindebolzen mit Links- und Rechtsgewinde geeignet ist. Die Dreikant-konische Seite des Klemmtreibers wird in die Bohrung des vorgebohrten Stumpfes eingeführt und mit Pressschlag eingesetzt. Mit Links-Rechts-Bewegungen wird der verbliebene Stumpf aufgelockert und anschließend herausgedreht. - Die
DE 93 06 335 U1 beschreibt ebenfalls einen Schraubenausdreher, der für Schrauben mit Rechts- und Linksgewinde verwendbar ist. Der Schraubenausdreher besitzt zum Eingriff in eine Bohrung in der Stirnseite der abgescherten Schraube die Form eines regelmäßigen Pyramidenstumpfes mit scharfen Längskanten. - Aus der
DE 296 16 972 U1 ist ein Schraubenlinksausdreher bekannt, der ohne Vorbohren am Schraubenstumpf verwendet werden kann. Er besitzt die Form eines Kreuzschlitzschraubendrehers, wobei an den Längskanten Schneidflächen ausgebildet sind, welche sich bei langsamem Linksdrehen im Schraubenkopf festhaken. - Es liegt auf der Hand, dass bei den gebräuchlichen Größen von Schraubenbolzen jeweils eine Mehrzahl rechts- und linksgängiger Schraubenausdreher bereitgehalten werden müssen, was im Werkstattgebrauch nicht nur als umständlich und arbeitserschwerend empfunden wird, sondern auch mit erhöhten Werkzeugkosten verbunden ist.
- Die Erfindung bezweckt, diese Umstände zu vermeiden und zugleich auch den Verkeileffekt des Schraubenausdrehers in der Bohrung des auszudrehenden Schraubenteils zu verbessern.
- Dabei wird von der Aufgabenstellung ausgegangen, an diesen Spezialwerkzeugen die Werkzeugwirkstelle für beide Drehrichtungen geeignet zu machen und die Verkeilung durch Formschluss kraftvoller zur Wirkung zu bringen.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im ersten Patentanspruch charakterisierten Gestaltungsmerkmale für die Werkzeugwirkstelle gelöst, wobei zweckdienliche Einzelheiten dieser Wirkstelle auch in den Unteransprüchen dargelegt sind.
- Mit dieser neuartigen Ausführung der Werkzeugwirkstelle an Schraubenausdrehern kann nach beiden Drehrichtungen vorteilhaft gearbeitet werden, wobei die schneidenartigen Kontaktkanten an den gebildeten Längsstegen in der Bohrungswandung einen Formschluss erzeugen, der ein festes, sicheres Mitnehmen des auszudrehenden Schraubenteiles erreichen lässt. Bei ansprechender, einfacher Handhabung besitzt das Werkzeug daneben eine Reihe funktionell verbesserter Eigenschaften, die ein müheloses Entfernen bzw. Herausdrehen, abgescherter Schraubenbolzen gestatten.
- Von besonderem Vorteil ist dabei nicht nur der Umstand, dass die erfindungsgemäßen Ausdrehwerkzeuge nach beiden Drehrichtungen zu arbeiten vermögen, sondern auch die unmittelbare Verfügbarkeit eines Körners am Schraubwerkzeug, der die Zurhandnahme dieser Werkzeuge und damit deren Bereitstellung überflüssig macht.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der zugehörigen Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.
- Dabei ist in
-
1 die Seitenansicht des Schraubwerkzeugs und in -
2 die Vorderansicht nach1 in vergrößertem Maßstab dargestellt. - Das Schraubwerkzeug in der Art des erfindungsgemäßen Schraubendrehers
1 besteht in üblicher Bauweise aus einem Schaftteil2 mit am hinteren Schaftende angearbeiteten Schlüsselkant3 und aus einer am vorderen Schaftende angeordneter Werkzeugwirkstelle4 , mit deren Hilfe zwischen dem Schraubenausdreher1 und einem auszudrehenden, nicht dargestellten, Schraubenteil, z. B. einem abgescherten Schraubenbolzen, eine drehfeste, kraftschlüssige Verbindung hergestellt wird. Die Werkzeugwirkstelle4 , nachfolgend kurz Wirkstelle genannt, stellt sich in Bezug auf die Längsmittelachse5 des schaftförmigen Schraubenausdrehers1 kegelig dar und wird im wesentlichen durch paarweise zueinander stehende, in einem Kegelmantel eingearbeitete, Längsstege6 gebildet, die entsprechend dem gewählten Kegelwinkel in Längsrichtung nach dem Schaftteil2 hin betrachtet, zweckmäßigerweise gleiche Steghöhe haben, während sie ebenso nach dem Schaftteil2 hin jeweils sich verbreiternd ausgebildet sind, wie das in den Abbildungen ersichtlich ist. - Die außen liegende, im wesentlichen den Kegelmantel bildenden, Körperflächen der Längsstege
6 , die im gewählten Ausführungsbeispiel doppelpaarig, jeweils einander gegenüberliegend ausgebildet sind, haben wechselseitig ausgeführte, in Drehrichtung gegensinnig geneigte Freiflächen7 und8 sowie9 und10 , wie das in2 ersichtlich ist. - Die Stegkanten
11 und12 sowie13 und14 , die zwischen den Freiflächen7 ,8 ,9 und10 sowie ihren jeweils in Drehrichtung des Werkzeuges benachbarten Stegflächen15 ,16 ,17 und18 gebildet sind, stellen die eigentlichen Wirkelemente des Werkzeuges dar, indem diese die angestrebte kraft- bzw. formschlüssige Verkeilung des Werkzeuges in der Bohrung des auszudrehenden Schraubenteils bewirken. - Die Betätigung des Werkzeuges erfolgt zunächst durch kraftvolles Einpressen bzw. Einschlagen der Werkzeugwirkstelle
4 in die zu diesem Zweck hergestellte Bohrung des auszudrehenden Schraubenteils und sodann durch drehende Betätigung am Schlüsselkant, bis das auszudrehende Schraubenteil gänzlich aus der Gewindebohrung herausgedreht ist. - Das Schraubenausdrehwerkzeug
1 ist vorteilhafterweise an der Werkzeugwirkstelle4 mit einem Körner19 ausgestattet, um für die im herauszudrehenden Schraubenteil zunächst einzubringende Bohrung eine Ankörnung anbringen zu können.
Claims (6)
- Schraubwerkzeug, insbesondere Schraubenausdreher (
1 ) mit einem Schaftteil (2 ), welcher an einem vorderen Schaftende eine Werkzeugwirkstelle (4 ) zur Herstellung einer kraft- und formschlüssigen Verbindung zu einem auszudrehenden Schraubenteil aufweist, wobei die Werkzeugwirkstelle (4 ) durch gerade, axial verlaufende Längsstege (6 ) gebildet wird, deren ideelle Hüllkurve einen in Richtung eines hinteren Schaftendes ansteigenden Kegel bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsstege (6 ) an der Stirnseite der Werkzeugwirkstelle (4 ) jeweils abwechselnd rechts- und linksschneidende Stegkanten (11 ,12 ,13 ,14 ) aufweisen, welche durch gegensinnig geneigte Freiflächen (7 ,8 ,9 ,10 ) spitzwinklig gebildet sind. - Schraubwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite der Werkzeugwirkstelle (
4 ) als Körner (19 ) ausgebildet ist. - Schraubwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaftteil (
2 ) an dem hinteren Schaftende einen Schlüsselkant (3 ) aufweist. - Schraubwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Paare von sich jeweils gegenüberliegenden Längsstegen (
6 ) in der Werkzeugwirkstelle (4 ) ausgebildet sind. - Schraubwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsstege (
6 ) über ihre axiale Länge eine gleichbleibende Steghöhe aufweisen. - Schraubwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsstege sich in Richtung des Schaftteils (
2 ) verbreitern.
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ID=7634272
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