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Vorrichtung zum Vermessen und Einstellen von in die Zahnprothese einzusetzenden
Teilen, insbesondere von Prothesenstücken Bei der Herstellung von Zahnprothesen
werden üblich Abdrücke vom Gebiß des Patienten abgenommen. Von dem negativen Abdruck
wird danach ein positiver Abdruck hergestellt, an dem die Bearbeitung des Prothesenteiles
erfolgt. Hierbei ist es erforderlich, daß man den Abdruck in einer Vorrichtung einstellen
kann, um Prothesenteile relativ zum Gebiß des Patienten anordnen und die Lage dieser
Teile durch Meßwerte festlegen zu können. Solche Vorrichtungen sind insbesondere
dann erwünscht, wenn die Prothetikarbeiten außer Haus, z. B. einem Zahntechniker,
gegeben werden. Damit der Zahnarzt und der Zahntechniker über die Lage einzelner
Prothesenteile sich leicht verständigen können, dient eine Vorrichtung, mit der
man den Abdruck bzw. die Prothese in eine bestimmte Lage bringen kann, so daß eine
Orientierung von entfernten Standorten aus zur Durchführung vergleichbarer Stellungen
möglich ist.
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Solche Vorrichtungen sind an sich bekannt. Sie bestehen aus einem
Tisch mit einer als Auflage dienenden Oberfläche, der seitlich mit einem Ständer
versehen ist, welcher ein gegen die Oberfläche gerichtetes Gerät trägt. An einem
verschiebbaren Fuß ist eine in jeder Neigung festklemmbare Platte angelenkt, auf
der das zu untersuchende Stück befestigt werden kann. Hierbei kann der Winkel, den
die Ebene der Platte mit der abgerichteten Oberfläche des Tisches einschließt, eingestellt
werden. Zur Ortsbestimmung der Lage der Platte dient die Einstellung eines weiteren
Winkels, den eine Achse der Platte mit der Schnittlinie der Ebene der Platte mit
der abgerichteten Oberfläche des Tisches einschließt. Zur Feststellung der Neigung
der Platte dienen hierbei mehrere verstellbare Stützen, die mit Gradeinteilungen
versehen sind. Außerdem ist ein Zeiger vorhanden, der von einem an der Tragsäule
befestigten Arm getragen wird und mit der Platte in Berührung zu bringen ist.
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Zur Festlegung der räumlichen Lage der das Prothesenstück aufnehmenden
Platte sind drei Einstellungen bzw. Ablesungen erforderlich, nämlich je eine Ablesung
an jeder Stütze und eine weitere auf der Gradeinteilung. Diese mehrfachen Möglichkeiten
bieten Anlaß für Irrtümer bei der Einstellung. Außerdem müssen mehrfache Handhabungen
vorgenommen werden, die die Einstellung umständlich machen. Da der Zeiger nicht
stets in derselben senkrechten Ebene, sondern in verschiedenen senkrechten Ebenen
schwingen kann, ergibt sich eine weitere Schwierigkeit, da die Einstellmöglichkeiten
bzw. Ablesungen sich entsprechend der Stellung des Tisches, der die Stützen trägt,
verändern können. Man hat keine zwangläufige Einstellmöglichkeit, wodurch das Ergebnis
verfälscht werden kann.
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Die Erfindung hat eine weitere Verbesserung und
Ausgestaltung von
solchen Vorrichtungen zum Vermessen von Zahnersatzteilen u. dgl. zum Gegenstand.
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Sie zeichnet sich dadurch aus, daß mit dem Ständer ein Arm verbunden
ist, der um eine zur abgerichteten Oberfläche parallele Achse schwingen kann und
in jeder auf einer Skala ablesbaren Stellung festklemmbar ist. Der Arm trägt an
seinem freien Ende eine mit einer Gradeinteilung versehene Scheibe, die auf die
Platte aufgebracht werden kann. Diese ist in eine solche Stellung drehbar, daß die
Schnittlinie der genannten Ebenen parallel zur Achse des Schwingarmes ist, wobei
die Gradeinteilung der Scheibe gestattet, die von einer Achse der Platte eingenommene
Richtung in der Ebene der Platte einzustellen. Eine solche Ausbildung der Vorrichtung
bringt eine wesentliche Vereinfachung in der Bauart und in der Einstellmöglichkeit.
So können die beiden erforderlichen Einstellungen, nämlich die Einstellung der Neigung
der Ebene der Platte (Winkel V) und die Einstellung der Platte in ihrer Ebene (Winkel
H) mittels eines einzigen Teiles vorgenommen bzw. abgelesen werden.
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Dieser Teil weist nur eine einzige Klemmschraube zur Feststellung
des Schwingarmes auf. Dadurch sind die Möglichkeiten eines Irrtums bei der Einstellung
geringer als bei der bekannten Vorrichtung. Die Einstellung selbst wird einfacher.
Ferner sind die Ablesungen von der Stellung des Tisches vollkommen
unabhängig,
wodurch eine weitere Irrtumsquelle ausgeschaltet wird.
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Bei Vorrichtungen zum Vermessen von Zahnprothesen ist die Verwendung
einer pendelnd gelagerten Stange bekannt, deren Ende spitz ausläuft oder ein Arbeitswerkzeug
trägt. Diese Stange ist hierbei mit einem Träger gelenkig verbunden. Diese Stange
dient dazu, das Ausrichten und Markieren der Prothese bzw. von Prothesenteilen zu
erleichtern. Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Ständer mit einem
Ring versehen kein, durch den die Stange in der Arbeitsstellung hindurchgeht, wodurch
die Abweichungen von der Senkrechten begrenzt werden.
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Vorteilhaft trägt der Ring mindestens einen senkrechten Stab, der
in seinem oberen Teil zur elastischen Aufhängung der Stange des Gerätes dient. Der
Ring kann außerdem zur Führung und Halterung von entfernbaren Werkzeugen benutzt
werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht.
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Fig. 1 zeigt schaubildlich die Vorrichtung, die zur Untersuchung
eines Zahnabdruckes verwendet wird; Fig. 2 zeigt im senkrechten Schnitt und in größerem
Maßstab den oberen Teil der in den Fig. 1 und 6 dargestellten Vorrichtung; Fig.
3 veranschaulicht die zur Aufnahme eines Zahnabdruckes geeignete Platte; Fig. 4
veranschaulicht einen entfernbaren Halter, der mit Einstellmarken versehen ist;
Fig. 5 zeigt einen teilweisen Schnitt durch den Halter; Fig. 6 zeigt schaubildlich
die Vorrichtung während eines Einstellvorganges; Fig. 7 zeigt schematisch das in
Fig. 6 verwendete Einstellsystem.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung besteht aus einem Tisch 2 mit
abgerichteter Oberfläche, der seitlich mit einem Ständer versehen ist, welcher mittels
eines Ringes 16 und von durch eine Platte 21 verbundenen Stäben 22 eine Stange 19
trägt, die in der Platte 21 elastisch aufgehängt ist und ein Gerät 4 trägt, das
gegen die abgerichtete Oberfläche gerichtet ist. Die Aufhängung der Stange 19 in
der Platte 21 erfolgt mit großer Beweglichkeit in senkrechter Richtung mittels einer
Feder 20 aus nichtrostendem Stahl.
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Die Feder 20 stützt sich einerseits auf der Platte 21 ab und andererseits
auf einem Anschlag 24, der vom oberen Ende der Stange; 19 getragen wird. Die Feder
ist in eine Schutzkappe25 eingeschlossen, wie insbesondere Fig. 2 zeigt. Die Verschiebungen
des oberen Teiles der Stange 19 in waagerechter Richtung werden dadurch stark eingeschränkt.
daß sie mit geringem Spiel durch eine in der Platte 21 ausgesparte kegelstumpfförmige
Öqnung 26 hindurchgehen. Die Verschiebungen des unteren Teiles der Stangel9 werden
in der Arbeitsstellung derselben dadurch eingeschränkt, daß die Stange durch den
Ring 16 hindurchgeht. Daraus ergibt sich, daß die Stange in der Arbeitsstellung
nur wenig von der Senkrechten abweichen kann.
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Auf der abgerichteten Oberfläche des Tisches 2 und unterhalb des
Gerätes 4 ist ein Fuß 5 frei verschiebbar, an dem mittels. eines Kugelgelenkes 7
eine Platte 6 angelenkt ist. Auf der Platte 6 kann das zu untersuchende Stück befestigt
werden, das irgendeine beliebige Neigung erhalten kann.
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Gemäß Fig. 1 besteht dieses Stück aus einem Zahnabdruck, der zwischen
zwei Spitzen 6aJ 6b und einer Klemmschraube-6d festgeklemmt ist.
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Wie Fig. 3 zeigt, wird eine Achse der Platte 6
durch die Gerade A-B
verkörpert. Das Ende der zwischen den Spitzen 6a und 6b liegenden Geraden sowie
das Ende der Klemmschraube 6d dienen dazu, mit entsprechenden Marken versehene Zahnabdrücke
oder ähnliche Gegenstände genau in die gewünschte Lage zu bringen.
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Das Kugelgelenk 7, das der Platte 6 ermöglicht, jede beliebige Neigung
einzunehmen, kann mittels einer Schraube 8 festgeklemmt werden, um die Platte in
einer bestimmten Stellung festzuhalten. Die Schraube 8 wirkt auf eine in der Zeichnung
nicht sichtbare Klemmkalotte, welche das Kugelgelenk 7 so festklemmt, wie es in
Fig. 5 für ein ähnliches Kugelgelenk 11 mit einer Kalotte 13 eines anderen Teiles
der Vorrichtung dargestellt ist.
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Da das verwendete Gerät 4 eine Markierspitze aus Kohle oder einem
ähnlichen Material aufweist, wird durch die Reibung der Seitenflächen dieser Spitze
an den Zähnen eines Zahnabdruckes auf diesen Zähnen eine Linie gezogen, die nach
unten zu Hohlräume begrenzt, welche zum Aufhängen des herzustellenden Prothesenstückes
dienen können. Die Lage dieser Begrenzungslinie hängt vqn der der Platte und infolgedessen
dem Abdruck erteilten Neigung relativ zur Richtung des Gerätes ab, die im wesentlichen
senkrecht ist. Die Richtung des Gerätes versinnbildlicht relativ zum Zahnabdruck
die Richtung, in der das herzustellende Prothesenstück auf das Gebiß des Patienten
aufgesetzt werden wird.
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Die Prüfung der verschiedenen möglichen Lagen dieser Linie, die erhalten
werden, indem die der Platte erteilten Neigungen verändert werden, gestattet die
Untersuchung der zu verwendenden Aufhängung. Diese Untersuchung erfolgt unter Berücksichtigung
der Stabilität, die ein in der durch die Stange 19 versinnbildlichten Richtung eingesetztes
Prothesenstück haben wird, sowie unter Benutzung der unterhalb der Begrenzungslinie
liegenden Ausnehmungen oder Hohlräume zum Aufhängen desselben. Diese Umstände sowie
andere Bedingungen, wie z. B. die Festigkeit der zum Aufhängen verwendeten Zähne,
der Zustand des Zahnfleisches und die der Ästhetik beizumessende Wichtigkeit, lassen
eine gegebenenfalls telephonische Unterredung zwischen dem Zahnarzt und dem Zahntechniker
angezeigt erscheinen. Deshalb wird die vom Zahntechniker am besten erachtete Neigung
gemäß der Erfindung eingestellt und hierauf dem Zahnarzt mitgeteilt.
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Sobald die am besten erachtete Neigung gewählt ist, kann die Platte
6 mittels der Klemmschraube 8 festgestellt werden. Der Zahnabdruck wird dann abgenommen,
und es ist möglich, eine dieser Neigung entsprechende Einstellung immer wieder herzustellen.
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Fig. 7 zeigt schematisch, daß es zu diesem Zweck der Einstellung
genügt, zwei Winkel zu kennen, nämlich einerseits den senkrechten Winkel V, den
die Ebene P1 der Platte mit der abgerichteten Oberfläche P2 des Tisches einschließt
und andererseits den waagerechten Winkel H zwischen einer Achse der Platte, z. B.
der Linie A-B und der Schnittlinie C-D der Ebenen P1 und P2. Selbstverständlich
kann man, statt den Winkel H zwischen dieser Schnittlinie und der Achse der Platte
6 zu messen, auch den Winkel messen, den diese Achse mit der Richtung der Linie
der größten Neigung der Ebene P1 einschließt. Diese Linie der größten Neigung ist
immer senkrecht zur Schnittlinie C-D.
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Fig. 6 zeigt, wie die zur obenerwähnten Einstellung verwendeten Winkel
H und V dnrch Gradeinteilungen gemessen werden können, die auf der Stirnfläche von
Einstellorganen
angeordnet sind, welche von dem in Fig. 4 dargestellten, entfernbaren Halter 9 getragen
werden.
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Dieser Halter weist einen Arm 10 auf, der um eine zur abgerichteten
Oberfläche parallele Achse schwingen kann. In den Fig. 4 und 5 ist diese Achse der
Durchmesser des Kugelgelenkes 11, der zur Zeichnungsebene senkrecht steht. Obwohl
der Arm 10 mit dem Kugelgelenk 11 verbunden ist, werden seine Schwingungen in einer
der Zeichnungsebene entsprechenden Ebene durch eine in dem Ständer 12 des Halters
vorgesehene Nut 12a geführt. Oberhalb des Kugelgelenkes 11 ist eine bewegliche Kalotte
13 angeordnet, die das Kugelgelenk 11 in irgendeiner beliebigen Stellung festklemmen
kann, wenn sie unter der Wirkung der Körnerschraube 14 gegen das Kugelgelenk gedrückt
wird. Der Winkel, unter dem der Schwingarm 10 festgeklemmt wird, kann auf der Gradeinteilung
einer Skala 18 abgelesen werden, die vom Ständer 12 des Halters 9 getragen wird.
Mit dem Ständer des Schwingarmes 10 ist eine Scheibe 15 verbunden, die am Umfang
mit einer Gradeinteilung versehen ist.
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Um die Einstellung der Neigung der Platte 6 vorzunehmen, wird der
entfernbare Halter 9 in den Ring 16 des Ständers 3 eingeführt, nachdem das Gerät
4 aus dem Ring in senkrechter Richtung nach oben verschoben worden ist (s. Fig.
6). Der Halter 9 gleitet mit geringer Reibung in diesem Ring, der eine solche Dicke
aufweist, daß der Halter 9 in senkrechter Richtung zur Ebene der abgerichteten Oberfläche
des Tisches 2 gleitet. Die Scheibe 15 schwingt frei unterhalb des Halters 9 und
kann so vollkommen als möglich auf die Fläche der Platte aufgebracht werden. die
ihrerseits unter die Scheibe gebracht und derart eingestellt wird, daß eine möglichst
vollkommene Berührung zwischen der Platte und der Scheibe erfolgt.
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Wenn diese Berührung hergestellt ist, kann die Klemmschraube 14 angezogen
werden, um den Arm 10 und die Scheibe 15 in ihrer Stellung festzuhalten. Eine in
dem Ring 16 angeordnete Schraube 17 kann ebenfalls angezogen werden, um ein Herabfallen
des Halters 9 beim Wegnehmen der Platte 6 zu vermeiden. Der Kopf dieser Schraube
17 kann ferner leicht in eine längs einer der Erzeugenden des oberen zylindrischen
Teiles des Halters 9 vorgesehene senkrechte Nut 9a eingeführt werden. Diese Nut
von begrenzter Länge verhindert ein versehentliches Herabfallen des Halters 9, der
trotzdem mit geringer Reibung gehoben oder gesenkt werden kann, solange die Schraube
17 nicht angezogen ist.
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Vor der Wegnahme der Platte 6 muß der waagerechte Winkel H auf der
Gradeinteilung der Scheibe 15 abgelesen werden. Der senkrechte Winkel V kann auf
der Skala 18 abgelesen werden. die auf dem Ende 12 des Halters in einer zur Schwingachse
des Armes 10 senkrechten Ebene befestigt ist.
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Der Ring 16 des Ständers 3 ist vorteilhaft mit einer oder mehreren
Ausnehmungen 23 versehen, mittels welcher der Ring zur Halterung oder gegebenenfalls
zur Führung von entfernbaren Werkzeugen dienen kann. die dazu bestimmt sind, eine
zur Herstellung von Prothesenstücken erforderliche Arbeit auszuführen, wie z. B.
die Ausrichtung von Zähnen eines Modells, das zur Herstellung eines Prothesenstückes
bestimmt ist. rATENTANSPRS'CHE-1. Vorrichtung zum Vermessen und Einstellen von in
die Zahnprothese einzusetzenden Teilen, die
aus einem Tisch mit abgerichteter Oberfläche
besteht, der seitlich mit einem Ständer versehen ist, welcher ein gegen die abgerichtete
Oberfläche gerichtetes Gerät trägt, aus einem auf dieser abgerichteten Oberfläche
verschiebbaren Fuß, an dem durch ein Kugelgelenk eine in jeder Neigung festklemmbare
Platte angelenkt ist, auf der das zu untersuchende Stück befestigt werden kann,
aus Mitteln zur Einstellung des Winkels, den die Ebene der Platte mit der abgerichteten
Oberfläche des Tisches einschließt und aus Mitteln zur Einstellung des Winkels,
den eine Achse der Platte mit der Schnittlinie der Ebene der Platte mit der abgerichteten
Oberfläche des Tisches einschließt, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Ständer
(3) ein Arm (10) verbunden ist, der um eine zur abgerichteten Oberfläche parallele
Achse schwingen kann und der in jeder auf einer Skala (18) ablesbaren Stellung festklemmbar
ist, daß der Arm (14) an seinem freien Ende eine mit einer Gradeinteilung (15) versehene
Scheibe trägt, die auf die-Platte aufgebracht werden kann, welche in eine solche
Stellung gedreht ist, daß die Schnittlinie der genannten Ebenen parallel zur Achse
des Schwingarmes (10) ist, wobei die Gradeinteilung der Scheibe (15) gestattet,
die von einer Achse der Platte eingenommene Richtung in der Ebene der Platte einzustellen.