DE10007398A1 - Kammer mit mikroskopierfähigem Strömungskanal zur Perfusion von adhärenten Zell- und Gewebekulturen - Google Patents
Kammer mit mikroskopierfähigem Strömungskanal zur Perfusion von adhärenten Zell- und GewebekulturenInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kammer mit einem Strömungskanal zur Perfusion von adhärenten Zell- und Gewebekulturen unter definierten Strömungsbedingungen, die eine mikroskopische Beobachtung der Kulturen ermöglicht. DOLLAR A Die erfindungsgemäße Kammer besteht aus einem runden Kammerkorpus, einer perforierten Dichtungsscheibe und einer Kunststoffscheibe, in der die Dichtungsscheibe eine planparallele Aussparung aufweist, die einen im Querschnitt rechteckigen Strömungskanal darstellt, dessen Wände durch die Dichtungsscheibe, den Kammerkorpus und die Kunststoffscheibe gebildet werden, wobei die Kunststoffscheibe mittels eines extrem flachen vorgespannten Überwurf-Federarretierungsringes auf dem mit der Dichtung versehenen Kammerkorpus fixiert wird.
Description
Die Erfindung betrifft eine Kammer mit einem Strömungskanal zur Perfusion von adhären
ten Zell- und Gewebekulturen unter definierten Strömungsbedingungen, die eine mikro
skopische Beobachtung der Kulturen ermöglicht.
Kammern für die Kultivierung, Perfusion und mikroskopische Beobachtung sind bekannt,
insbesondere auch in der Form, dass, wie in Patentabstrakt JP 09051792 bereits beschrie
ben, der Kammerraum durch eine lokale Perforation der Dichtung geschaffen wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine leichte Handhabung und Variabilität des Strömungska
nals, der zugleich mikroskopisch beobachtet werden kann, zu ermöglichen.
Die Aufgabe wurde durch eine Kammer mit einem mikroskopierfähigen Strömungskanal
(5), bestehend aus einem runden Kammerkorpus (1), einer perforierten Dichtungsscheibe
(6) und einer Kunststoffscheibe (7) gelöst, in der die Dichtungsscheibe (6) eine planparalle
le Aussparung (5') aufweist, die einen im Querschnitt rechteckigen Strömungskanal (5)
darstellt, dessen Wände durch die Dichtungsscheibe (6), den Kammerkorpus (1) und die
Kunststoffscheibe (7) gebildet werden, wobei die Kunststoffscheibe (7) mittels eines ex
trem flachen vorgespannten Überwurf-Federarretierungsringes (8) auf dem mit der Dich
tung (6) versehenen Kammerkorpus (1) fixiert wird. Der Überwurf-Federarretierungsring
(8) ist austauschbar.
Diese Kammerkonstruktion hat den Vorteil, dass der Strömungskanal durch die perforierte
Dichtungsscheibe, den Kammerkorpus und eine Kunststoffscheibe gebildet wird, wobei auf
letzterer vorher und unabhängig die Zellen bzw. Gewebekulturen kultiviert werden, und
diese über einen neuartigen Festspannmechanismus am Kammerkorpus fixiert wird, ohne
den Arbeitsabstand zwischen zu beobachtender Zellkultur und Mikroskopobjektiv einzu
schränken.
Die erfindungsgemäße Kammer dient zur Perfusion von adhärenten Zell- und Gewebekul
turen unter definierten Strömungsbedingungen. Der runde Kammerkorpus (1) weist zwei
gegenüberliegende radiale Bohrungen (2, 2') auf, die am jeweils distalen Ende mit einem
Schlauchanschlussadapter (3, 3') für die Medienzu- und abfuhr bestückt sind und an ihrem
proximalen Ende jeweils über senkrechte Bohrungen (4, 4') mit derselben planen Oberflä
che des Kammerkorpusses (1) in Verbindung stehen. Die senkrechten Bohrungen (4, 4') des
Kammerkorpusses (1) sind innerhalb der Aussparung (5') positioniert. Das Medium wird
über die Schlauchanschlussadapter (3, 3') zu- und abgeleitet. Die Kunststoffscheibe (7) ist
einseitig mit adhärenten Zellen bzw. dünnschichtigen Geweben beschichtet. Die Oberflä
chen des rechteckigen Strömungskanals (5) werden von der mit adhärenten Zellen bzw.
dünnschichtigen Geweben einseitig beschichteten Kunststoffscheibe (7), der gegenüberlie
genden Oberfläche des Kammerkorpusses (1) sowie den Grenzflächen der planparallelen
Aussparung der Dichtung (6) gebildet.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass sich mit der erfindungsgemäßen Kam
mer extrem kleine Abstände zwischen dem Objektiv des verwendeten Mikroskops und der
für die Untersuchung und Beobachtung interessierenden Innenfläche des Kulturträgers der
Kammer erreichen lassen. Zur mikroskopischen Beobachtung ist der gesamte Strömungs
kanal verfügbar. Diese geringen Abstände ergeben sich dadurch, dass der Kulturträger, im
Gegensatz zur Verschraubung mittels einer Abstützplatte, wie sie im Patentabstrakt JP 09051792
vorgeschlagen wird, mittels des extrem flachen Überwurf-
Federarretierungsringes auf die den Strömungskanal mit ausbildende Dichtungsscheibe und
den Kammerkorpus gepresst wird.
Wesentlich ist aber, dass bei dieser Konstruktion die Dicke der als Kulturträger dienenden
Kunststoffscheibe klein gehalten werden kann, da sich die Scheibe über den gesamten Um
fang gleichmäßig an der der Dichtungsscheibe gegenüberliegenden Seite unmittelbar am
Überwurf-Federarretierungsring abstützt, auf die Scheibe also ausschließlich senkrecht zur
Ebene dieser Scheibe gerichtete Einspann- bzw. Druckkräfte wirken und keine Kräfte oder
Momente, die ein Brechen der Scheibe verursachen würde. Die gleichen Vorteile gelten
auch bei der Verwendung von Elektronenmikroskopen, Lasermikroskopen, mit Ultraschall-
oder Infrarotlicht arbeitenden Beobachtungs- und Messgeräten und Systemen.
Durch die Art der Befestigung ist der Kulturträger auswechselbar, so dass dem jeweiligen
Anwendungszweck entsprechende Kulturträger für Zell- und Gewebekulturen aus einem
für die Anwendung optimalen Material eingesetzt werden können.
Durch die Ausbildung eines im Querschnitt rechteckigen Strömungskanals können die
Scherkräfte an jedem Ort innerhalb des Strömungskanals berechnet werden, so dass die
Zell- und Gewebekulturen unter definierten Strömungsbedingungen untersucht werden
können.
Neben dem wesentlichen Vorteil des einfachen Aufbaus der Strömungskammer und der
schnellen Fixierung eines standardisierten Zell- und Gewebekulturträgers auf dem Kam
merkorpus wird durch die geringe, allein von der Stärke der Dichtungsscheibe abhängige
Bauhöhe des Strömungskanals die Mikroskopierfähigkeit des Strömungskanals mittels lei
stungsfähiger Objektive mit kurzem Arbeitsabstand ermöglicht. Es werden durch die Ver
wendung standardisierter Zell- und Gewebekulturträger aufwendige und die Funktionalität
der Zell- bzw. Gewebekulturen beeinträchtigende Reinigungsschritte der in vergleichbaren
Kammern zum Einsatz kommenden Metall- und Glasoberflächen eingespart.
Der Kammerkorpus (1) ist beheizbar und besteht aus einem Material mit hoher Wärmeleit
fähigkeit. Die den Kanalboden bildende Oberfläche des Kammerkorpusses (1) enthält eine
Vertiefung zur Aufnahme von Biomaterial- oder Gewebeproben, um diese im Anschluss
der definierten Scherströmung auszusetzen.
Die Dichtungsscheibe (6) der erfindungsgemäßen Kammer ist austauschbar. Damit kann
die Aussparung (5') der Dichtungsscheibe (6) frei gestaltet und die Stärke der Dichtungs
scheibe (6), die die Höhe des Strömungskanals definiert, bestimmt werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält die Oberfläche des Strö
mungskanals wenigstens einen elektrischen Sensor.
Die Merkmale der Erfindung gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form
von Kombinationen vorteilhafte schutzfähige Ausführungen darstellen, für die mit dieser
Schrift Schutz beantragt wird. Die Kombination besteht aus bekannten (Kammern für die
Kultivierung, lokale Perfusion und mikroskopische Beobachtung) und neuen Elementen
(rechteckiger Strömungskanal und neuartiger Festspannmechanismus am Kammerkorpus),
die sich gegenseitig beeinflussen und in ihrer neuen Gesamtwirkung einen Gebrauchsvor
teil und den erstrebten Erfolg ergeben, der darin liegt, dass - bei gleichzeitiger Vermeidung
von Undichtigkeiten - die leichte Handhabung und Variabilität des Strömungskanals, der
zugleich mit hoher Vergrößerung mikroskopisch beobachtet werden kann, ermöglicht wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert, ohne auf dieses Beispiele beschränkt zu sein.. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die komplett montierte Strömungskammer gemäß der Erfin
dung;
Fig. 2 eine Seitenansicht auf die komplett montierte Strömungskammer;
Fig. 3 eine seitliche Röntgendarstellung des Kammergehäuses mit aufliegender Dich
tungsscheibe;
Fig. 4 eine Draufsicht auf die die Dichtung tragende Seite des Kammergehäuses;
Fig. 5 eine Draufsicht auf die rückwärtige Seite des Kammergehäuses;
Fig. 6 eine Draufsicht auf den ungespannten Überwurf-Federarretierungsring.
Die in den Figuren allgemein mit 1 bezeichnete Strömungskammer besteht im wesentli
chen aus einem scheibenförmigen Korpus 1 aus einem geeigneten Kunststoff.
Der Korpus 1 ist einteilig aufgebaut und weist zwei radiale, direkt gegenüberliegende Boh
rungen 2, 2' bestimmter Tiefe auf, die über die angeflanschten Schlauchadapter 3, 3' glei
cher Bohrung der Medienzu- und ableitung für den Strömungskanal 5 dienen. Die Bohrun
gen 2, 2' sind endseitig über die koaxial angebrachten Bohrungen 4, 4' direkt mit der Ober
seite des Korpusses 1 verbunden. Die Seitenwände des Strömungskanals 5 werden durch
die planparallele, bis zu den Bohrungen 4, 4' führende Aussparung in der Dichtungsscheibe
6 erzeugt. Der Strömungskanal 5 besitzt einen rechteckigen Querschnitt, um definierte
Scherspannungen erzeugen zu können, und weist eine Höhe von ca. 0,25 mm auf. Der
Strömungskanal 5 wird durch Auflegen der einseitig mit adhärenten Zellen bzw. Geweben
beschichteten Kunststoffscheibe 7 geschlossen, wobei der notwendige Anpressdruck über
den Überwurf-Federarretierungsring erzeugt wird. Der Anpressdruck des am Korpus 1
mittels der vorgespannten, symmetrisch am Außenrand des Überwurf-
Federarretierungsrings 8 vorhandenen Federzungenpaare 10, 10' arretierten Überwurf-
Federarretierungsrings 8 wird über die vorgespannten, symmetrisch am Innenrand des
Überwurf-Federarretierungsrings 8 vorhandenen Federzungen 9 auf die Kunststoffscheibe
7 übertragen und bewirkt dadurch eine sichere Abdichtung des Strömungskanals 5.
Die in Fig. 2 deutlich gemachte Vorspannung der Federelemente 9, 10, 10' wird über ein
Formwerkzeug erzielt, wobei - ausgehend von der in Fig. 6 ausgeführten Urform des
Überwurf-Federarretierungsrings - die Federzungen 9 in einen Anstellwinkel von < 90°, die
Führung der Federzungenpaare 10, 10' in einen Winkel von 90° sowie die Federzungen
paare 10, 10' bezüglich ihrer Führung in einen Winkel von < 270° gebracht werden.
1
Korpus
2
,
2
' Bohrung
3
,
3
' Schlauchadapter
4
,
4
' Bohrung
5
Strömungskanal
5
' Planparallele Aussparung in der Dichtungsscheibe
6
6
Dichtungsscheibe
7
Kunststoffscheibe
8
Überwurf-Federarretierungsring
9
Federzunge zur Übertragung des Anpressdrucks auf die
Kunststoffscheibe
7
10
,
10
' Federzungenpaar zur Arretierung des Überwurf-Federarretierungsrings am Gehäuse
1
Claims (17)
1. Kammer mit einem mikroskopierfähigen Strömungskanal (5) zur Perfusion von adhären
ten Zell- und Gewebekulturen unter definierten Strömungsbedingungen, bestehend aus ei
nem runden Kammerkorpus (1), einer perforierten Dichtungsscheibe (6) und einer Kunst
stoffscheibe (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsscheibe (6) eine planparallele
Aussparung (5') aufweist, die einen im Querschnitt rechteckigen Strömungskanal (5) dar
stellt, dessen Wände durch die Dichtungsscheibe (6), den Kammerkorpus (1) und die
Kunststoffscheibe (7) gebildet werden, wobei die Kunststoffscheibe (7) mittels eines ex
trem flachen vorgespannten Überwurf-Federarretierungsringes (8) auf dem mit der Dich
tung (6) versehenen Kammerkorpus (1) fixiert wird.
2. Kammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der runde Kammerkorpus (1)
zwei gegenüberliegende, radiale Bohrungen (2, 2') aufweist, die am jeweils distalen Ende
mit einem Schlauchanschlussadapter (3, 3') für die Medienzu- und abfuhr bestückt sind und
an ihrem proximalen Ende jeweils über senkrechte Bohrungen (4, 4') mit derselben planen
Oberfläche des Kammerkorpusses (1) in Verbindung stehen.
3. Kammer nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die senkrechten Bohrun
gen (4, 4') des Kammerkorpusses (1) innerhalb der Aussparung (5') positioniert sind.
4. Kammer nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium über die
Schlauchanschlussadapter (3, 3') zu- und abgeleitet wird.
5. Kammer nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffscheibe (7)
einseitig mit adhärenten Zellen oder dünnschichtigen Geweben beschichtet ist.
6. Kammer nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen des
rechteckigen Strömungskanals (5) von der mit adhärenten Zellen bzw. dünnschichtigen
Geweben einseitig beschichteten Kunststoffscheibe (7), der gegenüberliegenden Oberflä
che des Kammerkorpusses (1) sowie den Grenzflächen der planparallelen Aussparung der
Dichtung (6) gebildet werden.
7. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kammerkorpus (1)
aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit besteht.
8. Kammer nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kammerkorpus (1)
beheizbar ist.
9. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zell- und Gewebekul
turträger (7) austauschbar ist.
10. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Überwurf-
Federarretierungsring (8) austauschbar ist.
11. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsscheibe
(6) austauschbar ist.
12. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die den Kanalboden bil
dende Oberfläche des Kammerkorpusses (1) eine Vertiefung zur Aufnahme von Biomate
rial- oder Gewebeproben aufweist, um diese im Anschluss der definierten Scherströmung
auszusetzen.
13. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (5') der
Dichtungsscheibe (6) frei gestaltet ist.
14. Kammer nach Anspruch 1 bis 6 und 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der
Dichtungsscheibe (6) die Höhe des Strömungskanals bestimmt.
15. Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberfläche des
Strömungskanals wenigstens ein elektrischer Sensor aufgebracht ist.
16. Verwendung der Kammer nach Anspruch 1 bis 15 zur mikroskopischen Untersuchung
von Zell- und Gewebekulturen unter definierten Strömungsbedingungen.
17. Verwendung der Kammer nach Anspruch 1 bis 16 zur Erzeugung definierter Scher
spannungen.
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|---|---|---|---|---|
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| CN113532920A (zh) * | 2021-07-19 | 2021-10-22 | 中国地质大学(北京) | 一种冻土微生物采集收纳装置及方法 |
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2000
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| CN113532920B (zh) * | 2021-07-19 | 2022-05-24 | 中国地质大学(北京) | 一种冻土微生物采集收纳装置及方法 |
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