DE10006066A1 - Flexible Lanze zum Bearbeiten oder Inspizieren eines Rohrbodens eines Dampferzeugers - Google Patents
Flexible Lanze zum Bearbeiten oder Inspizieren eines Rohrbodens eines DampferzeugersInfo
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Abstract
Eine flexible Lanze (1) zum Bearbeiten oder Inspizieren eines Rohrbodens (161) eines Dampferzeugers (163) weist ein flexibles metallisches erstes Band (3; 60) auf. An dem ersten Band (3; 60) ist in Längsrichtung (31) eine Versorgungsleitung (17, 19) für einen am freien Ende des ersten Bands (3; 60) angeordneten Bearbeitungs- oder Inspektionskopf (171) geführt. Die flexible Lanze (1) zeichnet sich durch eine in Längsrichtung (31) am ersten Band (3; 60) angeordnete erste Sehne (27) aus, die eine höhere Biegesteifigkeit als das Band (3; 60) aufweist. Dadurch ist eine Beschädigung der Versorgungsleitung (17, 19), die insbesondere ein Schlauch, eine Kapillare, eine elektrische Leitung oder eine optische Glasfaser ist, infolge eines möglichen Abknickens des metallischen Bands (3; 60) sicher unterbunden. Vorzugsweise sind zwei symmetrisch bezüglich der Versorgungsleitung (17, 19) angeordnete Sehnen (27, 29) vorhanden. Die Sehnen (27, 29) sind außerdem zur Verbindung eines optional vorhandenen flexiblen metallischen zweiten Bands (5) mit dem ersten Band (3) verwendbar.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine flexible Lanze zum Bear
beiten oder Inspizieren eines Rohrbodens eines Dampferzeu
gers, mit einem flexiblen metallischen ersten Band und einer
daran in Längsrichtung geführten Versorgungsleitung für einen
am freien Ende des ersten Bands angeordneten Bearbeitungs-
oder Inspektionskopf.
In den Rohrböden von Dampferzeugern, insbesondere von nuklea
ren Dampferzeugern, verbleiben nach einer gewissen Betriebs
zeit festhaftende Verunreinigungen. Diese Verunreinigungen
können an manchen Stellen eine Höhe von einigen Zentimetern
aufweisen. Da die Verunreinigungen sehr hart sind, besteht
die Gefahr einer Beschädigung der in engem Abstand angeordne
ten Dampferzeugerrohre (Denting).
Bei Rohrböden von Dampferzeugern muss aus diesem Grund auf
der Sekundärseite regelmäßig untersucht werden, ob und in
welchem Ausmaß sich zwischen den Heizrohren Ablagerungen ge
bildet haben. Diese Ablagerungen müssen dann gegebenenfalls
entfernt werden, um Schäden an den Heizrohren zu vermeiden.
Dies geschieht für die festhaftenden Ablagerungen in erster
Linie durch Spritzverfahren. Beispielsweise ist aus der Euro
päischen Patentschrift EP 0 084 867 ein Spritzverfahren be
kannt, bei dem ein Hochdruck-Wasserstrahl von einem in der
Rohrgasse befindlichen Spritzkopf aus in die Zwischenräume
zwischen den Heizrohren gespritzt wird.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass damit festhaftende Ablage
rungen im Innenbereich der Rohrbündel nicht vollständig ent
fernt werden können. Um eine effiziente Reinigung des Rohrbo
dens zu gewährleisten, ist es deshalb erforderlich, einen
Spritzkopf unmittelbar in die Zwischenräume zwischen die
Heizrohre zu führen und einen Hochdruck-Flüssigkeitsstrahl
unmittelbar auf die Ablagerungen im Inneren der Heizrohrbün
del zu richten.
Zur Führung einer Versorgungsleitung für einen Inspektions
kopf und/oder zur Führung einer Flüssigkeitsversorgungslei
tung für das genannte Spritzverfahren ist aus EP 0 815 388 B1
eine flexible Lanze bekannt. Diese weist ein flexibles metal
lisches Band auf, das in seiner Längsrichtung hintereinander
angeordnete Ausnehmungen hat, durch die eine flexible Versor
gungsleitung für einen am freien Ende des Bands angeordneten
Bearbeitungs- oder Inspektionskopf gefädelt ist. Dieses Band
hat den Nachteil, dass es, insbesondere bei einer hohen Vor
schubkraft, seitlich ausknicken kann. Dies ist insbesondere
von Bedeutung, falls die Versorgungsleitung oder eine der
Versorgungsleitungen eine Kapillare oder eine optische Glas
faser ist. Derartige Glasfasern kommen zum Einsatz, um die zu
reinigende Stelle zu beleuchten und/oder zu beobachten. Ka
pillaren und Glasfasern haben die Eigenschaft, bei Unter
schreiten eines gewissen minimalen Krümmungsradius' zu zer
brechen.
Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, eine
flexible Lanze anzugeben, die einfach herzustellen ist und
bei der die Versorgungsleitung dennoch vor einer Beschädigung
durch Abknicken der Lanze geschützt ist.
Diese Aufgabe wird bezogen auf die eingangs genannte flexible
Lanze gemäß der Erfindung gelöst durch eine in Längsrichtung
am ersten Band angeordnete erste Sehne, die eine höhere Bie
gesteifigkeit als das Band aufweist.
Unter einer Sehne wird in diesem Zusammenhang jedes, insbe
sondere reversibel oder elastisch, biegsame entlang der
Längsrichtung ausgedehnte Versteifungselement verstanden. Mit
der Sehne ist das Band in einfacher Weise versteifbar, ohne
dass die Baugröße der Lanze dadurch ansteigen würde. Die
Sehne, deren Durchmesser vorzugsweise den der Versorgungslei
tung nicht übersteigt, kann nämlich seitlich neben der Ver
sorgungsleitung geführt werden.
Aufgrund der erhöhten Biegesteifigkeit der Sehne ist ein Ab
knicken des Bands sicher vermieden. Ein seitliches Ausknicken
des Bands könnte außerdem dazu führen, dass es bleibende Ver
formungen erhielte. Auch diese Gefahr wird durch die Sehne
unterbunden.
Durch die Wahl der Art der Sehne kann ein ausgewogenes Ver
hältnis zwischen Flexibilität und erforderlicher Steifigkeit
der flexiblen Lanze eingestellt werden, und zwar weitgehend
unabhängig von der Dicke des Bands. Eine Erhöhung der Banddi
cke würde nämlich gleichzeitig die gesamte Breite der flexib
len Lanze erhöhen, was sich nachteilig auf deren Verwendbar
keit in den Rohrzwischenräumen auswirken würde.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung dient die erste Sehne
nicht der Versorgung oder Ansteuerung des Bearbeitungs- oder
Inspektionskopfs. Die Sehne ist in diesem Fall also aus
schließlich zur Versteifung des metallischen Bands vorhanden.
Vorzugsweise ist die Versorgungsleitung ein Schlauch, eine
Kapillare, eine elektrische Leitung oder eine optische Glas
faser. Bei derartigen Versorgungsleitungen ist die Verstei
fung des Bands besonders vorteilig, weil diese Versorgungs
leitungen besonders empfindlich auf Abknicken reagieren und
dabei leicht beschädigt werden können.
Nach einer anderen bevorzugten Ausgestaltung weist das Band
in Längsrichtung hintereinander angeordnete Öffnungen auf,
durch die die erste Sehne gefädelt ist. Auf diese Weise ist
die Sehne fertigungstechnisch besonders einfach am Band be
festigbar.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, falls das Band zwischen
seinen Öffnungen senkrecht zur Längsrichtung ausgeformte Be
reiche aufweist, die sich abwechselnd auf die eine und die
andere Seite des Bands erstrecken. Auf diese Weise ist ein
weitgehend geradliniger Kanal bildbar, in den die Sehne unter
Hindurchfädeln durch die Öffnungen leicht einschiebbar ist.
Nach einer anderen bevorzugten Ausgestaltung weist die fle
xible Lanze eine zweite Sehne auf, die eine höhere Biegestei
figkeit oder Biegefestigkeit als das Band aufweist und die
beabstandet zur ersten Sehne und in gleicher Weise wie diese
angebracht ist.
Die beiden Sehnen sind vorzugsweise symmetrisch beidseitig
der Versorgungsleitung angeordnet. Mit zwei Sehnen ist das
Band besonders sicher und zuverlässig gegen Abknicken und zu
dem gegen ein Verdrehen oder Verdrillen geschützt.
Beispielsweise ist die erste Sehne bzw. eine der Sehnen als
Draht, insbesondere als Federstahldraht, als Seil, insbeson
dere als Stahlseil, und/oder als Fiberglaselement ausgebil
det. Als Sehne kann auch ein Bowdenzug verwendet werden, des
sen im Inneren geführtes Zug- und Druckkabel zum Antrieb ei
ner am Bearbeitungs- oder Inspektionskopf optional vorhande
nen Berge- oder Greifzange dienen kann.
Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist die flexible Lanze
ein flexibles metallisches zweites Band auf, welches in
Längsrichtung angeordnet und mit dem ersten Band verbunden
ist. Durch das zweite Band wird das Risiko eines Abknickens
der flexiblen Lanze weiter vermindert.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung sind das erste Band und
das zweite Band durch die erste Sehne und optional durch die
zweite Sehne miteinander verbunden. Die Sehne dient in diesem
Fall also nicht nur der Erhöhung der Steifigkeit, sondern
auch als Verbindungselement der beiden Bänder.
Vorzugsweise ist die offene Seite einer ersten Ausformung am
ersten Band zur Aufnahme der Versorgungsleitung von dem zwei
ten Band einen Führungskanal bildend überdeckt.
Durch die erste Ausformung einerseits und das zweite Band an
dererseits kann ein weitgehend geschlossener Führungskanal
gebildet werden, in dem eine oder mehrere Versorgungsleitun
gen sicher vor Beschädigungen entlang der flexiblen Lanze ge
führt werden können.
Vorzugsweise liegt zur Verbindung der beiden Bänder abwech
selnd das erste Band und das zweite Band an der ersten Sehne
an. Die erste Sehne ist also durch das erste Band und/oder
das zweite Band hindurch gefädelt. Gleiches gilt für die op
tionale zweite Sehne.
Hierzu weist das erst Band vorzugsweise eine erste Reihe in
Längsrichtung hintereinander angeordneter Öffnungen auf und
das zweite Band eine zweite Reihe in Längsrichtung hinterein
ander angeordneter Öffnungen. Zur Verbindung der Bänder ist
die erste Sehne dann bevorzugt durch die Öffnungen der beiden
Bänder geführt. Gleiches gilt für die optionale zweite Sehne.
Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist das erste
Band zwischen seinen Öffnungen senkrecht zur Längsrichtung
ausgeformt, und das zweite Band ist zwischen seinen Öffnungen
in entgegengesetzter Richtung ausgeformt. Dadurch ist es mög
lich, die erste Sehne zur Verbindung der beiden Bänder in
fertigungstechnisch besonders einfacher Weise durch die Öff
nungen zu führen.
In besonders einfacher Weise ist dies möglich, falls wenigs
tens eines der Bänder mit seinen ausgeformten Bereichen in
die Öffnungen des anderen Bands hineinragt. Die beiden Bänder
sind in diesem Fall also in seitlicher Richtung ineinander
gesteckt.
Nach einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung ist auch
das zweite Band der flexiblen Lanze im Bereich des Führungs
kanals ausgeformt. Mit anderen Worten: Das zweite Band ist
zur Bildung des Führungskanals mit einer sich in Längsrich
tung erstreckenden zweiten Ausformung auf die andere Seite
wie das erste Band ausgeformt. Dadurch ist ein besonders ge
räumiger Führungskanal gebildet.
Bevorzugt ist die zweite Ausformung derart über der offenen
Seite der ersten Ausformung angeordnet, dass sich der gebil
dete Führungskanal - betrachtet in einer Querschnittsebene
durch die Bänder - im wesentlichen symmetrisch auf beide Sei
ten der Bänder erstreckt.
Dadurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, die Versor
gungsleitung derart in der flexiblen Lanze zu führen, dass
sie, vorzugsweise mittig, auf einer Linie zu liegen kommt,
auf der die flexible Lanze eine neutrale Faser hat oder
hätte. Dadurch ist sichergestellt, dass die Versorgungslei
tung bei einem seitlichen Biegen der flexiblen Lanze beson
ders wenig beansprucht wird.
Vorzugsweise weist die erste Ausformung und optional die
zweite Ausformung in Längsrichtung hintereinander angeordnete
Ausnehmungen, insbesondere Schlitze, auf. Dadurch ist sicher
gestellt, dass das erste Band bzw. optional das zweite Band
infolge seiner jeweiligen Ausformung oder Ausprägung nicht
für einige Anwendungen unzulässig steif würde. Durch die Wahl
von Schlitzbreite und Schlitzabstand kann ein minimaler Krüm
mungsradius eingestellt werden. Beim minimalen Krümmungsra
dius, bei dem die stirnseitigen Kanten oder Flächen der
Schlitzöffnungen gegenseitig zur Anlage kommen, ist ein wei
teres Ausbiegen der flexiblen Lanze deutlich erschwert, d. h.
ein seitlichen Abknicken weitgehend unterbunden. Dadurch wird
die bereits von der Sehne oder den Sehnen erzielte Wirkung
noch verstärkt.
In einer anderen Weiterbildung weist die erste Sehne bzw. we
nigstens eine der Sehnen eine höhere Biegesteifigkeit als
beide Bänder zusammen auf.
Zwei Ausführungsbeispiele einer flexiblen Lanze nach der Er
findung werden nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 6 näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer flexiblen
Lanze nach der Erfindung in einer Querschnittsdar
stellung,
Fig. 2 zwei Bänder der flexiblen Lanze der Fig. 1 vor ih
rem Verbinden in einer Längsansicht,
Fig. 3 eine Querschnittsdarstellung des ersten Bands der
flexiblen Lanze der Fig. 1,
Fig. 4 eine Querschnittsdarstellung des zweiten Bands der
flexiblen Lanze der Fig. 1,
Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel der flexiblen Lanze
nach der Erfindung in einer Querschnittsdarstel
lung,
Fig. 6 die flexible Lanze der Fig. 3 in einer Längsan
sicht und
Fig. 7 eine schematische Darstellung des Einsatzes der
flexiblen Lanze beim Bearbeiten oder Inspizieren
eines Rohrbodens eines Dampferzeugers.
In Fig. 1 ist eine flexible Lanze 1 dargestellt, die aus ei
nem flexiblen metallischen ersten Band 3 und einem flexibeln
metallischen zweiten Band 5 zusammengesetzt ist. Die beiden
Bänder 3, 5 bestehen aus Chromnickelstahl mit einer Wand
stärke zwischen etwa 0,1 und 0,2 mm. Die Breite b der Bänder
beträgt etwa 30 mm. In seiner Mitte weist das erste Band 3
eine erste Ausprägung oder Ausformung 13 auf. Gegenüberlie
gend weist das zweite Band 5 in entgegengesetzter Richtung
eine zweite Ausformung 15 auf. Die beiden Bänder 3, 5 sind
mit ihrem Flachseiten entlang ihrer Längsrichtung bündig an
einander anliegend verbunden. Dabei ist durch die beiden Aus
formungen 13, 15 ein Führungskanal 16 gebildet, in dem Ver
sorgungsleitungen 17, 19, beispielsweise eine optische Glas
faser, eine Kapillare oder ein Schlauch oder ein elektrisches
Kabel, geführt sind. Der Führungskanal 16 ist nach beiden
Seiten hin von jeweils einem der Bänder 3, 5 abgeschlossen,
so dass die Versorgungsleitungen 17, 19 vor mechanischer Be
schädigung geschützt sind.
Die beiden Versorgungsleitungen 17, 19 sind symmetrisch beid
seitig einer Mittenachse 21 angeordnet.
Die beiden Bänder 3, 5 sind durch zwei Sehnen 27, 29 mitein
ander verbunden. Die beiden Sehnen 27, 29 sind symmetrisch
beidseitig der Mittenachse 21 angebracht. Ihr gegenseitiger
Abstand a beträgt etwa 15 mm.
Die beiden Bänder 3, 5 schlingen sich jeweils abwechselnd um
jede der beiden Sehnen 27, 29, so dass an jeder der beiden
Sehnen 27, 29 abwechselnd das erste Band 3 und das zweite
Band 5 anliegt. Dadurch sind die beiden Bänder 3, 5 in
gleichsam einfacher und flexibler Weise miteinander verbun
den.
In Fig. 2 sind die beiden Bänder 3, 5 in einer Längssicht
dargestellt, und zwar in einem Zustand vor dem Zusammenfügen
zur flexiblen Lanze 1.
Aus Fig. 2 wird ersichtlich, dass die Ausformungen 13 (siehe
auch Fig. 3) bzw. 15 (siehe auch Fig. 4) in einer Längs
richtung 31 der flexiblen Lanze 1 ausgedehnt sind. Jede der
Ausformungen 13, 15 ist von schlitzartigen Ausnehmungen 33
bzw. 35 unterbrochen, durch die vermieden ist, dass die fle
xible Lanze 1 infolge der vorhandenen Ausformungen 13, 15
übermäßig steif ist.
Der Abstand d der - in Längsrichtung - nur wenige Zehntel
Millimeter breiten und lasergeschnittenen schlitzartigen Aus
nehmungen 33, 35 beträgt etwa 5 mm, die Schlitzbreite etwa
7 mm. Dadurch ergibt sich ein minimaler Krümmungsradius von
ca. 40 mm.
In Fig. 2 ist außerdem ersichtlich, wie die Bänder 3, 5 mit
tels den in dieser Figur nicht dargestellten Sehnen 27, 29
miteinander verbunden sind. Hierzu weist das erste Band 3
eine erste Reihe 43 in Längsrichtung äquidistant hintereinan
der angeordneter rechteckiger Öffnungen 44 auf. In analoger
Weise weist das zweite Band 5 eine zweite Reihe 45 in Längs
richtung 31 äquidistant hintereinander angeordneter recht
eckiger Öffnungen 46 auf. Die Bereiche 48 (siehe auch Fig.
3) bzw. 49 (siehe auch Fig. 4) zwischen den Öffnungen 44
bzw. 46 des ersten Bands 3 bzw. des zweiten Bands 5 sind in
entgegengesetzter Richtung ausgeformt. Der Querschnitt der
rechteckigen Öffnungen 44, 46 beträgt etwa 3,5 × 4,5 mm.
Die beiden Bänder 3,5 sind im Bereich ihrer mittigen Ausfor
mungen 13 bzw. 15 und bezüglich ihrer Reihen 43 bzw. 45 hin
tereinander angeordneter Öffnungen 44 bzw. 46 weitgehend
identisch. Zur Bildung der flexiblen Lanze 1 werden die Bän
der 3, 5 quasi um 180° phasenverschoben bündig übereinander
gelegt. Dies ist mittels der Hilfslinie 30 angedeutet. Beim
Zusammenfügen zur flexiblen Lanze 1 kommen die ausgeformten
Bereiche 48 zwischen den Öffnungen 44 des ersten Bands 3 in
den Öffnungen 46 des zweiten Bands 5 zu liegen und ragen in
diese Öffnungen 46 hinein. In gleicher Weise ragen die ausge
formten Bereiche 49 in entgegengesetzter Richtung in die Öff
nungen 44 des ersten Bands 3 hinein. In diesem Zustand ist
durch die ausgeformten Bereiche 48 und 49 ein geradliniger
Kanal zur Aufnahme der ersten Sehne 27 gebildet. Durch Einführen
der ersten Sehne 27 in diesen Kanal werden die beiden
Bänder 3, 5 miteinander verbunden, wie dies im Ergebnis in
Fig. 1 dargestellt ist.
Weitere Reihen äquidistanter Öffnungen mit ausgeformten Be
reichen 50 des Bands 3 (siehe auch Fig. 3) bzw. ausgeformten
Bereichen 51 des zweiten Bands 5 (siehe auch Fig. 4) dienen
in analoger Weise der Aufnahme der zweiten Sehne 29 (siehe
Fig. 1).
Die beiden Sehnen 27, 29 sind als mehrfaseriges Stahlseil
ausgeführt, das steifer als die Bänder 3, 5 ist.
Außenliegend weist das erste Band 3 Reihen 52, 53 weiterer
Öffnungen auf, die dem Eingriff einer nicht explizit darge
stellten Vorschubeinrichtung dienen. In gleicher Weise weist
das zweite Band 5 außenliegend Reihen 54, 55 von Öffnungen
auf, die im Vergleich zu den Öffnungen der Reihen 52, 53 des
ersten Bands 3 in Längsrichtung 31 eine größere Ausdehnung
aufweisen. Dadurch ist sichergestellt, dass beispielsweise
ein Zahnrad der genannten Vorschubeinrichtung nur an den Öff
nungen der Reihen 52, 53 des ersten Bands 3 zum Angriff
kommt, was von Bedeutung ist, wenn sich, insbesondere bei
kleinem Krümmungsradius, die beiden Bänder 3, 5 in Längsrich
tung 31 leicht relativ zueinander verschieben. Ein Verklemmen
der Lanze 1 am Zahnrad ist somit ausgeschlossen.
Ein zweites Ausführungsbeispiel einer flexiblen Lanze 1 nach
der Erfindung ist in Fig. 5 dargestellt. Bei diesem Ausfüh
rungsbeispiel ist nur ein einziges Band 60 vorhanden. Wie in
der zugehörigen Längsansicht der Fig. 6 ersichtlich ist,
weist das Band 60 eine erste Reihe 62 von Öffnungen 64 auf,
durch die eine erste Sehne 27 gefädelt ist. Auf der gegen
überliegenden Seite weist das Band 60 eine zweite Reihe 66
von Öffnungen 68 auf, durch die eine zweite Sehne 29 in glei
cher Weise wie die erste Sehne 27 gefädelt ist. Die Rei
hen 62, 66 erstrecken sich in Längsrichtung 31. Zwischen den
Öffnungen 64 bzw. 68 weist das Band 60 ausgeformte Berei
che 70, 71 bzw. 72, 73 auf, die sich abwechselnd auf die eine
und die andere Seite des Bands 60 erstrecken (siehe Fig. 5).
Auf diese Weise sind die beiden Sehnen 27, 29 weitgehend ge
radlinig in einfacher Weise in das Band 60 einführbar und mit
diesem verbindbar. Mittig zwischen den beiden in der Band
ebene liegenden Sehnen 27, 29 weist das Band 60 eine dritte
Reihe 78 mit Öffnungen 80 auf, durch die eine Versorgungslei
tung 70, im dargestellten Beispiel eine Kapillare, geführt
ist. Auch im Bereich der dritten Reihe 78 ist das Band 60 wie
in den Reihen 62, 66 abwechselnd nach unterschiedlichen Sei
ten hin ausgeformt oder ausgebogen, so dass die Versorgungs
leitung 70 ebenfalls weitgehend geradlinig in das Band 60
einführbar ist und in der Bandebene zu liegen kommt. Die Ver
sorgungsleitung 17 mündet am freien Ende des Bands 60 in ei
ner Spritzdüse 82, die einen Bearbeitungs- oder Inspektions
kopf 171 (siehe auch Fig. 7) bildet.
In Fig. 7 ist die Verwendung der flexiblen Lanze 1 zum Bear
beiten oder Inspizieren eines Rohrbodens 161 eines Dampfer
zeugers 163 dargestellt. Der Dampferzeuger 163 ist mit im
Querschnitt dargestellten Rohren 165 nur ausschnittsweise ab
gebildet. Die Rohre 165 sind bündelweise beiderseitig einer
Rohrgasse 164 angeordnet, die durch ein Handloch 166 in einer
Wand 167 des Dampferzeugers 163 von außen zugänglich ist. In
die Rohrgasse 164 wird zum Bearbeiten oder Inspizieren ein
nur schematisch angedeuteter Manipulator 169 eingeführt, der
in Richtung 168 hin und her bewegbar ist. Über eine Antriebs
rolle 170 des Manipulators 169 wird die flexible Lanze 1 in
die Zwischenräume zwischen den Rohren 165 eingeführt. Ein
endseitig an der flexiblen Lanze angebrachter Bearbeitungs-
oder Inspektionskopf 171 ist auf diese Weise nahe an die zu
reinigenden oder zu inspizierenden Stellen zwischen den Roh
ren 165 heranführbar. Die Lanze 1 bewegt sich dabei in Rich
tung 172 und wird von einer externen nicht dargestellten
Trommel abgespult.
Weitere Einzelheiten des Manipulators 169 sowie Details zum
angesprochenen Verwendungszweck sind in den Spalten 4 bis 7
der EP 0 815 388 B1 beschrieben.
Claims (12)
1. Flexible Lanze (1) zum Bearbeiten oder Inspizieren eines
Rohrbodens (161) eines Dampferzeugers (163), mit einem fle
xiblen metallischen ersten Band (3; 60) und einer daran in
Längsrichtung (31) geführten Versorgungsleitung (17, 19) für
einen am freien Ende des ersten Bands (3; 60) angeordneten
Bearbeitungs- oder Inspektionskopf (171),
gekennzeichnet durch
eine in Längsrichtung (31) am ersten Band (3; 60) angeordnete
erste Sehne (27), die eine höhere Biegesteifigkeit als das
Band (3; 60) aufweist.
2. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die erste
Sehne (27) nicht der Versorgung oder Ansteuerung des Bearbei
tungs- oder Inspektionskopfs (171) dient.
3. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Versor
gungsleitung (17, 19) ein Schlauch, eine Kapillare, eine
elektrische Leitung oder eine optische Glasfaser ist.
4. Flexible Lanze (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Band
(3, 5; 60) in Längsrichtung (31) hintereinander angeordnete
Öffnungen (44, 46; 64) aufweist, durch die die erste Sehne
(27) gefädelt ist.
5. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Band (60) zwischen seinen Öffnungen (64) senkrecht zur Längs
richtung (31) ausgeformte Bereiche (70, 71) aufweist, die
sich abwechselnd auf die eine und die andere Seite des Bands
(60) erstrecken.
6. Flexible Lanze (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch eine zweite
Sehne (29), die eine höhere Biegesteifigkeit als das Band (3,
5; 60) aufweist, und die beabstandet zur ersten Sehne (27)
und in gleicher Weise wie diese angebracht ist.
7. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Sehnen (27, 29) symmetrisch bezüglich der Versorgungslei
tung (17, 19) angeordnet sind.
8. Flexible Lanze (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die erste
Sehne (27) bzw. eine der Sehnen (27, 29) als Draht, insbeson
dere als Federstahldraht, als Seil, insbesondere als Stahl
seil, und/oder als Fiberglaselement ausgebildet ist.
9. Flexible Lanze (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
gekennzeichnet durch ein flexibles me
tallisches zweites Band (5), welches in Längsrichtung (31)
angeordnet und mit dem ersten Band (3) verbunden ist.
10. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das erste
Band (3) und das zweite Band (5) durch die erste Sehne (27)
miteinander verbunden sind.
11. Flexible Lanze (1) nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die offene
Seite einer ersten Ausformung (13) am ersten Band (3) zur
Aufnahme der Versorgungsleitung (17, 19) von dem zweiten
Band (5) einen Führungskanal (16) bildend überdeckt ist.
12. Flexible Lanze (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Band (5) zur Bildung des Führungskanals (16) mit einer sich
in Längsrichtung (31) erstreckenden zweiten Ausformung (15)
auf die andere Seite wie das erste Band (3) ausgeformt ist.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE10006066A DE10006066A1 (de) | 2000-02-10 | 2000-02-10 | Flexible Lanze zum Bearbeiten oder Inspizieren eines Rohrbodens eines Dampferzeugers |
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