DE10004178A1 - Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimmsattel-Scheibenbremse - Google Patents
Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimmsattel-ScheibenbremseInfo
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Abstract
Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist eine Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimmsattel-Scheibenbremse. Diese Einrichtung weist einen Führungsbolzen (1), welcher mit einem Bremsträger verbunden ist, und eine den Führungsbolzen (1) umgreifende Bolzenführung (2) auf. Die Bolzenführung (2) ist in einem am Bremsträger axial verschiebbaren Bremsgehäuse (B) vorgesehen, oder umgekehrt. Erfindungsgemäß ist der Führungsbolzen (1) zumindest zweiteilig mit Dehnschraube (4) und Führungshülse (5) ausgebildet.
Description
Die Erfindung betrifft eine Bolzenführungseinrichtung für ei
ne Schwimmsattel-Scheibenbremse, mit einem Führungsbolzen,
welcher mit einem Bremsträger verbunden ist, und mit einer
den Führungsbolzen umgreifenden Bolzenführung in einem am
Bremsträger axial verschiebbaren Bremsgehäuse, oder umge
kehrt.
Eine derartige Bolzenführungseinrichtung ist beispielsweise
durch die deutsche Offenlegungsschrift 196 26 296 bekannt ge
worden. Dabei kann der Führungsbolzen grundsätzlich entweder
am Bremsträger oder am Bremsgehäuse befestigt sein. Dement
sprechend findet sich die Bolzenführung bzw. eine korrespon
dierende Führungsbohrung entweder im Bremsgehäuse oder im
Bremsträger, wie dies grundsätzlich in der DE 34 30 351 A1
bzw. in der hier in Bezug genommenen DE-AS 22 11 453 be
schrieben wird.
In der Regel finden sich zumindest zwei Bolzenführungsein
richtungen an jeweils einer Schwimmsattel-Scheibenbremse. Da
bei kann wenigstens eine der vorgesehenen Bolzenführungen als
am Bremsträger befestigtes Festlager zur Übertragung von Um
fangskräften ausgeführt sein, wie dies in der DE-196 26 296 A1
beschrieben ist. Die andere der beiden Bolzenführungen
dient dann nicht zur Aufnahme von Bremsumfangskräften, die
komplett von der zuvor erwähnten Tragbolzenführung aufgenom
men werden. Ihre Funktionsweise liegt vielmehr in der radia
len Fixierung sowohl einer inneren Bremsbacke als auch des
kompletten Bremsgehäuses bzw. Schwimmsattels.
Zu diesem Zweck wird bei der bekannten Lehre auf unterschied
liche Ausgestaltungen der jeweiligen Bolzenführungseinrich
tungen zurückgegriffen. So weist die letztgenannte und das
Bremsgehäuse im wesentlichen radial fixierende Bolzenführung
einen durchgehenden Führungsbolzen mit Fortsatz auf, wobei
der Führungsbolzen in den Bremsträger eingeschraubt ist. Da
gegen setzt sich die Tragbolzenführung aus einer axial nach
innen verlaufenden, in den Bremsträger eingepreßten Traghülse
und einem in die Traghülse eingeschraubten Gewindebolzen mit
einem axial nach außen weisenden Fortsatz zusammen. An der
Traghülse ist das Bremsgehäuse bzw. der Schwimmsattel axial
verschiebbar geführt. Folglich wird zwischen zwei verschiede
nen Ausgestaltungen der Bolzenführungseinrichtung unterschie
den, was von der Fertigung her aufwendig ist und im übrigen
eine komplizierte Montage und Lagerhaltung nach sich zieht.
Durch die DE 35 14 497 C2 ist ebenfalls eine gattungsgemäße
Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimmsattel-
Scheibenbremse bekannt geworden. Hier findet sich ebenfalls
eine Führungshülse, die mittels einer Schraube an einem Hal
tearm des Bremsträgers festgelegt wird. Wie im zuvor behan
deltem Fall der Tragbolzenführung übernimmt die Schraube also
wiederum einzig die Funktion, die Führungshülse als solches
zu fixieren.
Nicht anders wird in der DE 34 30 351 A1 vorgegangen, bei
welcher in einer zugehörigen Führungsbohrung ein Führungsbol
zen bzw. eine Führungshülse geführt ist, der bzw. die hohl
ausgebildet und mit einer sich hindurcherstreckenden Schraube
an dem Bremsträger befestigt ist.
Der Stand der Technik ist nicht frei von Mängeln, weil Um
fangs- und Gewichtskräfte sowie Schwingungsbelastungen dazu
führen können, daß die häufig massiv ausgeführten Führungsbolzen
brechen oder sich lösen können. Derartiges ist schon
aus Sicherheitsgründen inakzeptabel. Außerdem werden zumeist
komplizierte Ausgestaltungen verfolgt.
Folglich stellt sich für die vorliegende Erfindung das tech
nische Problem, eine Bolzenführungseinrichtung der vorgenann
ten Gestaltung so weiterzubilden, daß insbesondere Dehnungen
des Führungsbolzen problemlos und ohne Bruchgefahr aufgenom
men werden. Außerdem soll die Kompatibilität mit bisherigen
Bauformen bei einfachem Aufbau gewährleistet sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung bei einer
gattungsgemäßen Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimm
sattel-Scheibenbremse vor, daß der Führungsbolzen zumindest
zweiteilig mit Dehnschraube und Führungshülse ausgebildet
ist. Dabei können die Dehnschraube und die Führungshülse mo
dulartig ausgeführt sein und mit unterschiedlichen Längen
und/oder Durchmessern praktisch beliebig kombiniert werden.
Auch ist bevorzugt vorgesehen, daß die Dehnschraube einen
Schraubenkopf und einen die Führungshülse aufnehmenden
Schraubenschaft besitzt. Dieser Schraubenschaft weist hierzu
größtenteils einen an den Innendurchmesser der Führungshülse
angepaßten Außendurchmesser und eine auf die Länge der Füh
rungshülse abgestimmte Längserstreckung auf.
Damit sich das Bremsgehäuse einwandfrei axial verschieben
läßt, ist ferner beabsichtigt, den Schraubenkopf und die Füh
rungshülse mit einem übereinstimmenden Außendurchmesser aus
zurüsten. Dieser Außendurchmesser ist an den Innendurchmesser
der Bolzenführung angepaßt, damit die beschriebene einwand
freie Axialführung des Bremsgehäuses gelingt. Außerdem läßt
sich hierdurch die angesprochene Kompatibilität gewährlei
sten, weil Schraubenkopf und Führungshülse solchermaßen in
eine vorhandene Bolzenführung eingepaßt werden können. Aufgrund
des möglichen modulartigen Aufbaus des Führungsbolzens,
läßt sich ferner durch Festlegung geeigneter Abmessungen für
die Länge des Schraubenkopfes bzw. der Führungshülse je nach
Anwendungsfall eine nahezu beliebige Führungslänge für die
Bolzenführung einstellen.
In die gleiche Richtung zielen Maßnahmen der Erfindung, wo
nach zumindest der Schraubenkopf und die Führungshülse eine
übereinstimmende und an die zu erwartenden Belastungen ange
paßte Oberflächengüte aufweisen. Selbstverständlich kann auch
der die Führungshülse tragende Schraubenschaft von seiner
Oberflächengüte her entsprechend gestaltet sein, wenngleich
dies nicht zwingend ist. Denn mit der Bolzenführung bzw. Füh
rungsbohrung kommen ja lediglich der Schraubenkopf und die
Führungshülse in Berührung, so daß besonders an dieser Stelle
für die erforderliche Verschleißfestigkeit gesorgt werden
muß.
Selbstverständlich läßt sich die Bolzenführung mit einer
Fettfüllung versehen und durch Manschetten gegen Schmutz und
Wasser schützen, wie dies im Detail im Stand der Technik bei
spielsweise nach der DE 34 30 351 A1 beschrieben wird. Auch
die Oberflächenvergütung kann nach allgemein bekannten Vorge
hensweisen aufgebracht werden. Denkbar ist es hier, bei
spielsweise eine Gleitlackbeschichtung sowohl auf den Schrau
benkopf als auch auf die Führungshülse aufzubringen, damit
beide vorgenannten Bauteile zum einen mit einer fest haften
den Schutzbeschichtung versehen sind und zum anderen in einer
zugehörigen Führungsbohrung bzw. der Bolzenführung im Brems
gehäuse gut gleiten können.
Damit die Führungshülse sich nicht von der Dehnschraube lösen
kann, ist vorgesehen, daß die Führungshülse mit der Dehn
schraube unverlierbar, beispielsweise über eine Preßpassung
oder Übergangspassung, verbunden ist. Selbstverständlich sind
hier auch andere Verbindungen, beispielsweise Schraub- oder
sogar Klebeverbindungen denkbar, solange gewährleistet ist,
daß die Führungshülse gegenüber der Dehnschraube bzw. dem sie
aufnehmenden Schraubenschaft - zumindest teilweise - axial
verschiebbar ist. Hierbei geht die Erfindung von der Erkennt
nis aus, daß die Führungshülse beim Vorspannen der Dehn
schraube entsprechend der Dehnung des Schraubenschaftes auf
diesem axial verschiebbar sein soll, um die eingangs be
schriebenen starken Schwingungsbelastungen bzw. Gewichtskräf
te insgesamt bruchfrei für den Führungsbolzen aufnehmen zu
können.
In diese Richtung zielen auch die weiteren Erfindungsmaßnah
men, wonach der Schraubenkopf und die Führungshülse bevorzugt
an ihrer Nahtstelle jeweils eine Fasung oder eine Einfasung
aufweisen, so daß in zusammengebautem Zustand des Führungs
bolzens im Bereich der Nahtstelle eine Nut gebildet wird.
Diese Nut kann als Flachnut mit jeweiligen Schrägflanken aus
gebildet sein, die sich auf die zugehörigen Einfasungen, ei
nerseits an der Führungshülse andererseits am Schraubenkopf,
zurückführen lassen. Die Schrägflanken schließen in der Regel
einen stumpfen Winkel zwischen sich ein und bilden üblicher
weise mit der Oberfläche der Führungshülse bzw. des Schrau
benkopfes einen Winkel von vorzugsweise 0,5 bis 10°, insbe
sondere 1° bis 2°.
Folglich sind Schraubenkopf und Führungshülse an ihrer Naht
stelle jeweils mit der vorbeschriebenen Fasung bzw. Einfasung
versehen, so daß in diesem Bereich die angesprochene flache
Nut bzw. Flachnut entsteht. Hierdurch gewährleistet die Er
findung, daß beim Abstrecken des Außendurchmessers der Füh
rungshülse infolge der Vorspannung der Dehnschraube die Bil
dung eines unerwünschten, hervorstehenden Grates vermieden
wird. Dies wird dadurch erreicht, daß das Abstrecken von ei
nem endseitig des Schraubenschaftes vorgesehenen Gewinde aus
erfolgt und so überschüssiges Material auf der Hülsenseite in
die Flachnut hineinfließen kann.
Kurz und gut sorgt die Flachnut bzw. sorgen die Einfasungen
dafür, daß der zweiteilige Führungsbolzen aus Dehnschraube
und Führungshülse problemlos selbst große Dehnungen aufnehmen
kann. Dies geschieht, indem Führungshülse und Schraubenkopf
bei Dehnungen gleichsam einen Polygonzug bilden, der im Be
reich der Nahtstelle durch die dort vorgesehenen Einfasungen
bzw. die Flachnut einen Knickpunkt besitzt. Dieser läßt sich
durch eben diese Maßnahmen einwandfrei definieren.
Im Ganzen wird also eine Bolzenführungseinrichtung vorge
schlagen, die erfindungsgemäß zur Aufnahme großer Dehnungen
des Führungsbolzens besonders geeignet ist. Dies gilt sowohl
für den Fall, daß Umfangskräfte beim Bremsen am Bremsgehäuse
bzw. dem Bremsträger angreifen, als auch schlichtweg durch
mit einem großen und massiven Bremsgehäuse verbundene Ge
wichtskräfte. Demzufolge werden auch Schwingungsbelastungen
einwandfrei beherrscht. Die modulare Ausgestaltung von einer
seits Schraubenkopf bzw. Schraubenschaft und andererseits
Führungshülse ermöglicht eine problemlose Anpassung an prak
tisch sämtliche Einbaubedingungen. Auch läßt sich hierdurch
die erforderliche Kompatibilität erreichen, um einen Aus
tausch mit bekannten Führungsbolzen ermöglichen zu können.
Zu Verwendung in sehr schweren Bremsgehäusen, beispielsweise
für Hochleistungsfahrzeuge, kann nach dem gleichen Prinzip
gearbeitet werden, wobei in diesem Fall der Führungsbolzen
unter Umständen eine längere Ausführung erfährt. So oder so
läßt sich der beschriebene Führungsbolzen bzw. die darge
stellte Bolzenführungseinrichtung sowohl in Verbindung mit
einer mehr oder minder ausschließlich radial wirkenden Bol
zenführung als auch in Kombination mit einer Tragbolzenfüh
rung einsetzen, wie sie beide in der DE 196 26 296 A1 be
schrieben sind. Auf unterschiedliche Ausgestaltungen des Füh
rungsbolzens wird dabei im Rahmen der Erfindung ausdrücklich
verzichtet.
Immer kann der Führungsbolzen so angepaßt werden, daß das
vorzugsweise endseitig des Schaubenschaftes angeordnete Ge
winde in eine vorhandene Gewindebohrung eingreifen kann und
im übrigen der Außendurchmesser des zweiteiligen Führungsbol
zens an den vorhandenen Innendurchmesser einer Bolzenführung
anpaßbar ist. Hierin sind die wesentlichen Vorteile der Er
findung zu sehen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert;
es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Führungsbolzen in teilweisem
Schnitt,
Fig. 2 den Führungsbolzen nach Fig. 1, und zwar eingebaut
in eine ihn umgreifende Bolzenführung, welche hauptsächlich
zur radialen Fixierung eines nur angedeuteten Bremsgehäuses
dient und
Fig. 3 den Gegenstand nach Fig. 1 mit einer Tragbolzenfüh
rung.
In den Figuren ist eine Bolzenführungseinrichtung für eine
nicht ausdrücklich dargestellte Schwimmsattel-Scheibenbremse
dargestellt. Diese Schwimmsattel-Scheibenbremse kann als
Teilbelag-Scheibenbremse mit Schwimmsattel ausgeführt sein.
Dieser Schwimmsattel bzw. ein Bremsgehäuse B ist mit Hilfe
eines Paares an Führungsbolzen 1 und zugehörigen Bolzenfüh
rungen bzw. Führungsbohrungen 2 an einem nicht gezeigten
Bremsträger verschiebbar geführt (vgl. Fig. 2 und 3). Das
Bremsgehäuse B bzw. der Schwimmsattel umgreift in bekannter
Manier ein Paar Bremsbacken, von denen eine unmittelbar von
einer Betätigungsvorrichtung und die andere durch eine von
der Betätigungsvorrichtung bewirkte Verschiebung des Bremsge
häuses bzw. Schwimmsattels an eine Bremsscheibe anpreßbar
ist. Dies ist grundsätzlich bekannt, wozu mit Blick auf wei
tere Details beispielsweise auf die DE 196 26 296 A1 oder die
DE 34 30 351 A1 verwiesen sei.
Der jeweilige Führungsbolzen 1 ist mit dem Bremsträger ver
bunden, nach dem Ausführungsbeispiel verschraubt, und zwar in
dem ein Gewinde 3 des Führungsbolzens 1 in eine nicht darge
stellte Gewindebohrung am Bremsträger eingreift. Grundsätz
lich kann auch umgekehrt verfahren werden, das heißt, daß der
jeweils im Detail dargestellte Führungsbolzen 1 nicht am
Bremsträger, sondern am Bremsgehäuse befestigt ist. Dement
sprechend wäre dann die zugehörige Bolzenführung bzw. Füh
rungsbohrung 2 auch nicht im Bremsgehäuse B, sondern im Brem
sträger vorgesehen.
Im Rahmen des Ausführungsbeispiels wird jedoch gemäß Figuren
die erstgenannte Alternative verfolgt, das heißt der Füh
rungsbolzen 1 ist mit dem Bremsträger verbunden, wobei das
Bremsgehäuse B bzw. der Schwimmsattel die zugehörige Bolzen
führung 2 aufweist und somit axial gegenüber dem Bremsträger
verschiebbar ist.
Erfindungsgemäß ist der Führungsbolzen 1 zumindest zweiteilig
mit Dehnschraube 4 und Führungshülse 5 ausgeführt. Die Dehn
schraube 4 ermöglicht eine große Dehnlänge des gesamten Führungsbolzens
1 bei gleichem Außendurchmesser im Vergleich zu
bekannten Ausgestaltungen. Dehnschraube 4 und Führungshülse 5
sind modulartig ausgeführt und lassen sich mit unterschiedli
chen Längen und/oder Durchmessern praktisch beliebig kombi
nieren. Dies gelingt besonders vorteilhaft dadurch, daß die
Dehnschraube 4 einen Schraubenkopf 4a und einen die Führungs
hülse 5 aufnehmenden Schraubenschaft 4b mit dem Gewinde 3
aufweisen. Es läßt sich somit zielgerichtet die jeweils er
forderliche Führungslänge für den zweiteiligen Führungsbolzen
einstellen.
Der Schraubenkopf 4a und die Führungshülse 5 besitzen einen
übereinstimmenden Außendurchmesser, welcher an den Innen
durchmesser der Bolzenführung 2 angepaßt ist. Folglich läßt
sich eine durchgängige Mantelfläche 6 des Schraubenkopfes 4a
und der Führungshülse 5 auf ihrer gesamten Länge mit einer
gleichbleibenden Oberflächengüte ausrüsten, die der Güte be
kannter einteiliger Führungsbolzen 1 entspricht. - Wie be
reits beschrieben, können Schraubenkopf 4a und Führungshülse
5 mit einer Gleitlackbeschichtung versehen werden. Selbstver
ständlich sind auch andere Oberflächenvergütungsmaßnahmen
denkbar.
Die Führungshülse 5 ist mit der Dehnschraube A unverlierbar
verbunden. Dies wird im Rahmen des Ausführungsbeispiels durch
eine Preßpassung oder Übergangspassung bewerkstelligt. Da
durch, daß der Führungsbolzen 1 zweiteilig ausgestaltet ist,
stoßen Schraubenkopf 4a und Führungshülse 5 an einer Naht
stelle 7 stumpf zusammen. Der Schraubenkopf 4a und die Füh
rungshülse 5 besitzen im Bereich dieser Nahtstelle 7 jeweils
eine Einfasung 8, so daß im zusammengebauten Zustand im Be
reich der Nahtstelle 7 eine aus den beiden Einfasungen 8 ge
bildete Nut 9 entsteht. Diese Nut 9 ist als Flachnut mit von
den jeweiligen Einfasungen 8 gebildeten Schrägflanken 8 ausgeführt.
Diese Schrägflanken 8 schließen einen stumpfen Win
kel zwischen sich ein. Mit der Oberfläche der Führungshülse 5
bzw. des Schraubenkopfes 4a, also der Mantelfläche 6 der bei
den vorgenannten Bauteile 4a, 5, schließen die beiden Schräg
flanken 8 jeweils einen Winkel α ein. Dieser Winkel α kann
vorzugsweise Werte zwischen 0,5° und 10° einnehmen. Nach dem
Ausführungsbeispiel beträgt α 1° bis 2° (vgl. Fig. 1).
In der Fig. 2 ist der Einbauzustand des Führungsbolzens 1
dargestellt, und zwar dergestalt, daß die dort verwirklichte
Bolzenführungseinrichtung lediglich für die radialen Fixie
rung sowohl einer inneren Bremsbacke als auch des kompletten
Schwimmsattels bzw. Bremsgehäuses B sorgt, wie dies in der DE 196 26 296 A1
im Detail beschrieben ist. Folglich ist an die
ser Stelle der Schwimmsattel bzw. das Bremsgehäuse B über ei
ne elastische Gleithülle 10 axial verschiebbar geführt. Diese
elastische Gleithülle 10 bzw. Gummihülse 10 wird in der sie
umgebenden Bolzenführung 2 bzw. Führungsbohrung 2 aufgenom
men. Die Führungsbohrung 2 im Bremsgehäuse B erstreckt sich
im wesentlichen parallel zur Achse einer nicht dargestellten
Bremsscheibe.
In der Fig. 3 ist die Einbausituation der erfindungsgemäßen
Bolzenführungseinrichtung in Verbindung mit einer anderen
Ausführung der elastischen Gummihülse 10 dargestellt. Zur Be
grenzung der radialen Bewegungsmöglichkeit der gesamten Bol
zenführungseinrichtung ist in die elastische Gummihülse eine
Traghülse 11 integriert. Dabei ist die Traghülse 11 mit ra
dialem Spiel zwischen dem Führungsbolzen 1 und dem Bremsge
häuse B angeordnet. Bei radial gerichteter Belastung der Bol
zenführung wird somit die Gummihülse 10 so weit elastisch
verformt bis das Radialspiel zwischen Bremsgehäuse B, Trag
hülse 11 und Führungsbolzen 1 aufgebraucht ist. Die Traghülse
11 ist starr ausgebildet und läßt keine weitere radiale Ver
schiebung des Bremsgehäuses relativ zum Führungsbolzen 1 zu.
Hierdurch wird eine übermäßige Schiefstellung des Bremsgehäu
ses B bzw. Schwimmsattels relativ zum fahrzeugfesten Brem
sträger bei Bremseneingriff vermieden. Besonders vorteilhaft
läßt sich die beschriebene Traghülse 11 aus Kunststoff her
stellen.
Anhand der Fig. 1 bis 3 wird deutlich, daß sich der erfin
dungsgemäße zweiteilige Führungsbolzen 1 sowohl in Verbindung
mit einer Bolzenführungseinrichtung nach Fig. 2 zur ledigli
chen radialen Fixierung des kompletten Bremsgehäuses B als
auch in Kombination mit einer Bolzenführung nach Fig. 3 be
sonders eignet, ohne daß diesbezügliche Modifikationen erfor
derlich sind, wie sie der Stand der Technik als unabdingbar
ansieht. Immer läßt die spezielle Ausgestaltung der Dehn
schraube 4 mit hierauf befindlicher Führungshülse 5 große
Dehnbewegungen - ausgehend vom Gewinde 3 - zu.
Claims (8)
1. Bolzenführungseinrichtung für eine Schwimmsattel-
Scheibenbremse, mit einem Führungsbolzen (1), welcher mit
einem Bremsträger verbunden ist, und mit einer den Füh
rungsbolzen (1) umgreifenden Bolzenführung (2) in einem am
Bremsträger axial verschiebbaren Bremsgehäuse (B), oder
umgekehrt, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsbolzen
(1) zumindest zweiteilig mit einer Dehnschraube (4) und
einer Führungshülse (5) ausgebildet ist.
2. Bolzenführungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Dehnschraube (4) und die Führungshülse
(5) modulartig ausgeführt sind und mit unterschiedlichen
Längen und/oder Durchmessern praktisch beliebig kombi
niert werden können.
3. Bolzenführungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dehnschraube (4) einen Schrauben
kopf (4a) und einen die Führungshülse (5) aufnehmenden
Schraubenschaft (9b) aufweist.
4. Bolzenführungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schraubenkopf (4a) und
die Führungshülse (5) einen übereinstimmenden Außendurch
messer aufweisen, welcher an den Innendurchmesser der Bol
zenführung (2) angepaßt ist.
5. Bolzenführungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest, der Schraubenkopf
(4a) und die Führungshülse (5) eine übereinstimmende und
an die zu erwartenden Belastungen angepaßte Oberflächengü
te aufweisen.
6. Bolzenführungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungshülse (5) mit
der Dehnschraube (4) unverlierbar, beispielsweise über ei
ne Preßpassung oder Übergangspassung, verbunden ist.
7. Bolzenführungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schraubenkopf (4a) und
die Führungshülse (5) an ihrer Nahtstelle (7) jeweils eine
Einfasung (8) aufweisen, so daß in zusammengebautem Zu
stand im Bereich der Nahtstelle (7) eine Nut (9) gebildet
wird.
8. Bolzenführungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Nut (9) als Flachnut (9) mit jeweiligen
Schrägflanken (8) ausgebildet ist, die einen stumpfen Win
kel zwischen sich bilden und mit der Oberfläche der Füh
rungshülse (5) bzw. des Schraubenkopfes (4a) einen Winkel
(α) von vorzugsweise 0,5° bis 10°, insbesondere 1° bis 2°,
einschließen.
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Cited By (7)
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