DE10004166A1 - Vorrichtung zur Klopferkennung mit digitaler Signalauswertung - Google Patents
Vorrichtung zur Klopferkennung mit digitaler SignalauswertungInfo
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Abstract
Es wird eine Vorrichtung zur Klopferkennung bei einer Brennkraftmaschine mit wenigstens einem, einem Zylinder der Brennkraftmaschine zugeordneten Klopfsensor beschrieben, bei der die eigentliche Klopferkennung mit rein digital arbeitenden Bauteilen erfolgt, wobei aus den aufbereiteten und digitalisierten Ausgangssignalen des Klopfsensors oder der Klopfsensoren, die klopftypischen Bestandteile extrahiert und zur Klopferkennung mit vorgebbaren, gegebenenfalls veränderbaren Schwellen vergleicht.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Klopferkennung
nach der Gattung des Hauptanspruchs.
Es ist bekannt, dass unter bestimmten Betriebsbedingungen
bei einer Brennkraftmaschine eine klopfende Verbrennung
auftreten kann, die es zu verhindern gilt. Zur Erkennung der
klopfenden Verbrennung werden vorgebbaren Zylindern oder
jedem Zylinder der Brennkraftmaschine Klopfsensoren
zugeordnet, die Ausgangssignale liefern, die bei Auftreten
von Klopfen klopftypische Schwingungsanteile aufweisen. Die
Auswertung der von den Klopfsensoren gelieferten Signale ist
schwierig, da neben den vom Klopfen verursachten
Signalanteilen beträchtliche Hintergrund- bzw. Störgeräusche
vorhanden sind und diese von verschiedenen
Betriebsbedigungen, beispielsweise der Drehzahl oder der
Last der Brennkraftmaschine abhängen.
Zur Lösung dieses Problems gibt es bereits eine Vielzahl von
Vorschlägen, die üblicherweise eine analoge
Signalverarbeitung beinhalten. Dabei werden sowohl die
klopftypischen Signale als auch die Hintergrundsignale
mittels analoger Signalverarbeitungen bestimmt.
Eine Vorrichtung zur Erkennung des Klopfens einer
Brennkraftmaschine, bei der die Signalverarbeitung zumindest
teilweise mit Hilfe eines Digitalbausteins erfolgt, ist
beispielsweise aus der DE-PS 31 37 016 bekannt. Bei dieser
bekannten Vorrichtung zur Klopferkennung wird das vom
Klopfsensor gelieferte Signal, das die klopftypischen
Anteile und die Hintergrundsignale umfasst, mit Hilfe
analoger Bauteile verstärkt, gefiltert, gleichgerichtet und
integiert. Das integrierte Signal wir mit einem
Hintergrundsignal verglichen, das durch geeignete Filterung
ebenfalls aus dem integrierten Signal erhalten wird. Zur
Ermittlung des Hintergrundsignales wird das integrierte
Signal zunächst analog/digital gewandelt und dann mit Hilfe
eines Digitalfilters weiterverarbeitet. Der Vergleich der
Integralwerte mit dem mittels Digitalfilter gewonnenen
Hintergrundsignal ermöglicht die Klopferkennung. Weichen die
Integralwerte in vorgebbarer Weise von den Hintergrundwerten
ab, wird auf Klopfen erkannt.
Die analogen Auswerteschaltungen sind üblicherweise als
integrierte Schaltkreise aufgebaut. Solche analogen ICs sind
recht unflexibel und genügen den anwachsenden funktionellen
Anforderungen an die Signalauswertung nicht immer. Bei
diesen analogen Auswerte-ICs sind mehrere Filter fest
abgelegt. Es muß dann jeweils das Filter mit der besten
Klopferkennung ermittelt werden. Sind im Klopfsignal mehrere
Resonanzfrequenzen deutlich ausgeprägt oder ist eine
ausgeprägte Störfrequenz vorhanden, so können diese mit den
auswählbaren Filtern üblicherweise nur unzureichend genutzt
oder ausgeblendet werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Klopferkennung hat
demgegenüber den Vorteil, dass mehrere Frequenzen gezielt
ausgewertet und eventuell vorhandene Störfrequenzen im
Sensorsignal gezielt unterdrückt werden können. Damit ergibt
sich eine vorteilhafte projektspezifische Flexibilität, die
zu einer verbesserten Klopferkennung führt, wie sie mit
einer analogen Signalauswertung nicht erreichbar ist.
Weiterhin ist eine differentielle Signalauswertung der
angeschlossenen Klopfsensoren möglich, dies hat den Vorteil,
dass die Einkopplung von Störungen zusätzlich minimiert
wird.
Erzielt werden diese Vorteile durch die erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Klopferkennung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1. Diese Vorrichtung weist nur eine analoge
Eingangsschaltung auf, der die Sensorsignale zugeführt
werden und die eine erste Signalverarbeitung vornimmt. Die
eigentliche Signalauswertung und Klopferkennung erfolgt in
einem rein digitalen Schaltungsteil. Dieses digitale
Schaltungsteil umfasst Signalverarbeitungmittel,
beispielsweise Filter, die leicht an die zu erwartenden
Erfordernisse anpassbar sind und eine projektspezifische
Flexibilität ermöglichen und zu einer verbesserten
Klopferkennung führen. Die digitalen
Signalverarbeitungsmittel ermöglichen in vorteilhafter Weise
eine Energieauswertung oder eine Spitzenwertauswertung der
Sensorsignale.
Weitere Vorteile der Erfindung werden durch die in den
Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen erzielt. Es ist dabei
besonders vorteilhaft, dass bei der Ausgestaltung der
digitalen Signalverarbeitungsmittel ohne großen Aufwand
verschiedene Varianten eingesetzt werden können. Dabei wird
vorteilhafterweise der analoge Eingangsteil für alle
digitalen Alternativlösungen identisch gewählt.
Als vorteilhafte Alternativen für die digitalen
Signalverarbeitungsmittel zur Energieauswertung sind
einsetzbar: aufeinanderfolgend Filter, Gleichrichter oder
Quadrierer und Integrator oder Mittel zur Durchführung einer
diskreten Fourier Transformation (DFT) oder Mittel zur
Durchführung eine schnellen Fourier Transformation (FFT).
Alle drei Alternativen erlauben dabei eine Auswertung von
mehreren Frequenzbereichen sowie eine Unterdrückung von
vorhandenen Störfrequenzen. Als Ergebnis solcher
Auswertungen liegen dann pro Verbrennung ein oder auch
mehrere Klopfindizes vor, die mit Schwellen verglichen
werden, wobei aus dem Vergleichsergebnis dann auf Klopfen
oder Nichtklopfen entschieden wird. Bei diesem Vergleich
werden vorteilhafterweise auch Referenzwerte für den
klopffreien Betrieb mitberücksichtigt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der einzigen
Figur der Zeichnung dargestellt und wird in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Das in der Figur dargestellte Ausführungsbeispiel der
Erfindung ist beispielhaft für die Auswertung der
Ausgangssignale zweier Klopfsensoren 10 und 11 angegeben,
die beispielsweise jeweils einem Zylinder einer nicht näher
dargestellten Brennkraftmaschine 9 zugeordnet sind. Die
Ausgangssignale S1 und S2 der Klopfsensoren 10 und 11 werden
jeweils einer Signalanpassungsschaltung 12, 13 zugeführt und
von dieser so aufbereitet, dass sie vom Multiplexer 14 in
vorgebbarer Weise weitergeleitet werden können.
Der Multiplexer 14 mit den Eingängen E1 und E2, als
symmetrische Klopfsensoreingänge sowie ein Filter 15,
beispielsweise ein Antialiasingfilter, ein nachfolgender
Verstärker 16 sowie ein Analog/Digital-Wandler 17 bilden den
Analogteil 18 der Signalaufbereitung. Die eigentliche
Klopferkennung erfolgt im Digitalteil 19, das sich an den
Analogteil anschliesst. Dem Digitalteil 19 wird dazu das vom
Analog/Digital-Wandler 17 gelieferte Signal SD, das ein
Digitalsignal ist, zugeführt.
Die digitale Signalauswertung bzw. das Digitalteil 19 ist
beispielhaft für drei verschiedene Ausführungsformen
angegeben. Zum einen kann das Digitalteil 19 ein Filter 20,
einen Gleichrichter 21 und einen Integrator 22 umfassen oder
es kann Mittel zur Durchführung einer diskreten Fourier
Transformation 23 oder Mittel zur Durchführung einer
schnellen Fourier Transformation (Fast Fourier
Transformation FFT) 24 umfassen. Welche Signalauswertung
durchgeführt wird, hängt von vorgebbaren Gegebenheiten ab
und kann an die zur Verfügung stehenden Signale SD angepaßt
werden oder projektspezifisch gewählt werden. Am Ausgang der
digitalen Signalauswertung 19 entsteht das Auswertesignal
SA, das die Klopfindizes umfaßt. Ausgehend von diesen
Klopfindizes wird dann im Block 25, beispielsweise einem
Vergleicher, Klopfen erkannt. Block 25 kann auch ein
Controller des Steuergerätes der Brennkraftmaschine sein,
das die Klopferkennung zur Beeinflussung bestimmter Grössen
der Brennkraftmaschine, beispielsweise der Zündung benötigt.
Generell kann die gesamte Vorrichtung zur Klopferkennung
auch Bestandteil des Steuergerätes der Brennkraftmaschine
sein.
Mit dem in der Figur dargestellten Ausführungsbeispiel für
eine differentielle Signalauswertung können mehrere
Klopfsensoren 10, 11 über symmetrische Eingangsbeschaltungen
an einen Multiplexer 14 angeschlossen werden. Dieser
schaltet immer nur den Klopfsensor durch, der die gerade
ablaufende Verbrennung am besten erfaßt. Anschließend wird
das Ausgangssignal des Multiplexers 14 über das Filter 15,
beispielsweise ein Antialiasingfilter sowie gegebenenfalls
noch über einen Verstärker 16 zum Analog/Digital-Wandler 17
geführt.
Nachdem das Signal SD am Ausgang des Analog/Digital-Filters
17 digital vorliegt, kann die eigentliche digitale
Signalauswertung erfolgen. Diese digitale Signalauswertung,
die im Digitalblock 19 abläuft, beinhaltet üblicherweise
eine Energieauswertung. Anstelle einer Energieauswertung
könnte auch eine Spitzenwertermittlung zur nachfolgenden
Klopferkennung durchgeführt werden.
Ein Verfahren für die Energieauswertung, das in Verbindung
mit einer Analogschaltung bereits bekannt ist, besteht
darin, das Signal des Klopfsensors zu filtern, das
gefilterte Signal gleichzurichten und das gleichgerichtete
Signal zu integrieren. Alternativ könnte auch eine diskrete
Fourier Transformation (DFT) oder eine Fast Fourier
Transformation (FFT) durchgeführt werden. Die drei genannten
Auswerteverfahren erlauben jeweils eine Auswertung von
mehreren Frequenzbereichen sowie eine Unterdrückung von
vorhandenen Störfrequenzen. Als Ergebnis dieser Auswertung
liegen dann pro Verbrennung in einem Zylinder der
Brennkraftmaschine ein oder auch mehrere Klopfindizes vor.
Auf Klopfen wird erkannt, wenn dieser Klopfindex oder diese
Klopfindizes bestimmte vorgebbare und gegebenenfalls
anpaßbare Schwellen überschreiten. Beispielsweise wird bei
diesem Vergleich auch ein Referenzwert für den klopffreien
Betrieb berücksichtigt. Ein solcher Referenzwert läßt sich
mit der selben Auswerteeinrichtung immer dann gewinnen, wenn
sichergestellt ist, dass klopffreier Betrieb vorliegt.
Klopffreier Betrieb liegt dabei bei bekannten Bedingungen
des Betriebes der Brennkraftmaschine vor. Da die
erfindungsgemäße Klopferkennung in Verbindung mit einem
Steuergerät für die Brennkraftmaschine eingesetzt wird, das
diese Betriebsbedingungen erkennt, ist es möglich, aus den
Signalen SA sowohl die Klopfwerte ikr als auch die
Referenzwerte rkr zu ermitteln
Mit den üblichen Bezeichnungen für:
| Klopfwert | ikr |
| Referenzwert | rkr |
| Klopferkennungsschwelle | ke |
wird dann auf Klopfen erkannt, wenn gilt:
ikr/rkr < ke
Die obengenannte Bedingung für die Klopferkennung, die
beispielsweise im Schaltungsteil 25 geprüft wird, wird auch
bei herkömmlichen Klopferkennungssystemen verwendet, im
Unterschied zu den herkömmlichen Systemen wird jedoch bei
der beschriebenen Lösung die wesentliche Signalauswertung in
einer digitalen Signalauswertung durchgeführt und Klopfwert,
Referenzwert und Klopferkennungsschwelle sind jeweils
Digitalwerte.
Die Signalauswertung erfolgt in verschiedenen
Frequenzbereichen, wobei die Auswahl der Frequenzbereiche so
erfolgt, dass die Frequenzbereiche mit hohem
Klopfsignalanteil bevorzugt werden und die mit hohem
Störantil (Störfrequenzen) unterdrückt werden. Die für
einzelne Frequenzen ermittelten Klopfwerte ikr stellen
Klopfindizes dar, die letztendlich zur Klopferkennung
ausgewertet werden.
Claims (8)
1. Vorrichtung zur Klopferkennung bei einer
Brennkraftmaschine, mit einem oder mehreren Klopfsensoren
zum Erfassen der durch die klopfenden Verbrennungen
ausgelösten Schwingungen und Mitteln zur Signalauswertung,
die wenigstens einen Eingang, einen Multiplexer und einen
Analog-/Digital-Wandler umfassen und das vom Klopfsensor
oder von den Klopfsensoren gelieferte analoge Signal in ein
digitales Signal wandelt, dadurch gekennzeichnet, dass der
Eingang wenigstens zwei symmetrische Klopfsensoreingänge
(E1, E2) umfasst, dass eine digitale Signalverarbeitung (19)
vorhanden ist, die das digitalisierte Signal (SD) auswertet
und die zur Klopferkennung erforderlichen digitalen Mittel,
insbesondere wenigstens eine digitale Filtereinrichtung
umfasst.
2. Vorrichtung zur Klopferkennung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass die digitale Signalauswertung (19) aus
dem digitalisierten Signal (SD) wenigstens einen Klopfindex
ermittelt, der aus wenigstens einem Frequenzbereich bestimmt
wird.
3. Vorrichtung zur Klopferkennung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine
auszuwertende Frequenzbereich zumindest von einem der
Betriebsparameter der Brennkraftmaschine abhängig ist.
4. Vorrichtung zur Klopferkennung nach Anspruch 1 oder 2
oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Klopferkennung
geprüft wird, ob ein Klopfindex oder mehrere Klopfindizes
größer sind als eine oder mehrere Schwellen.
5. Vorrichtung zur Klopferkennung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schwelle oder die Schwellen von
wenigstens einem Betriebsparameter der Brennkraftmaschine
abhängig sind.
6. Vorrichtung zur Klopferkennung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei
dem mindestens einen Klopfindex auch der Referenzwert oder
die Referenzwerte berücksichtigt werden, die für den
klopffreien Betrieb ermittelt werden.
7. Vorrichtung zur Klopferkennung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
Klopfen erkannt wird, wenn das Verhältnis eines digitalen
Klopfwertes ikr zu einem zugehörigen Referenzwert rkr
grösser ist als eine vorgebbare, gegebenenfalls variierbare
Klopferkennungsschwelle ist.
8. Verfahren zur Klopferkennung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die
zur Trennung der klopftypischen Signale von den
Hintergrundsignalen ablaufenden Auswertungen in einer
Vorrichtung mit einem Digitalteil (19) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche ablaufen.
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