DE10002447C2 - Gepanzerte Fahrzeugtüre - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine gepanzerte Fahrzeugtür für ein
voll oder teilweise gegen Beschuss gepanzertes Fahrzeug, ge
mäß Anspruch 1.
Aus der DE 196 18 257 A1 geht ein Leichtpanzerungselement für
ein Fahrzeug hervor, das aus miteinander verpressten, aus Po
lyethylen oder Polyamid bestehenden Fasermatten gebildet ist.
Das Leichtpanzerungselement, das zur Verbesserung seiner Ver
windungssteifigkeit auf seinen Außenseiten mit einem formsta
bilen Harz, in das ein Glasfasergewebe eingelegt ist, verse
hen sein kann, kann fahrzeuginnenseitig an einem aus Kunst
stoff oder Blech bestehenden, tragenden Innenverkleidungsteil
vorgesehen sein.
Ein Fahrzeugtürgehäuse aus Metall auf seiner Außenseite mit
einem Gewebe aus Aramidfasern und einer die Türaußenhaut bil
denden, polymeren Schicht zu versehen, ist aus der
US 5,531,500 bekannt.
Aus der DE 39 34 558 A1 ist ein Splitterschutz für glasfaser
verstärkte Kunststoffformteile bekannt, wobei der Splitter
schutz von einer elastischen Schutzschicht auf der Geschoss
austrittsseite gebildet ist.
Aus der DE 28 39 151 C2 ist ein schussfestes Verbundmaterial
bekannt, das aus übereinandergelegten, miteinander verpress
ten Kunststoffgewebelagen besteht. Zur Erhöhung der Schutz
wirkung des Verbundmaterials kann dieses mit einer äußeren
Metallschicht oder einem Metallbelag versehen sein. Die
Kunststoffgewebelagen können aus aromatischen Polyamidfasern
bestehen. Ähnliche Verbundmaterialien sind aus der
DE 42 07 294 A1 und DE 34 25 634 A1 bekannt.
Aus der DE 31 22 532 A1 geht ein Panzerungsmaterial hervor,
das aus mehreren Gewebeschichten aus in einem Epoxydharz ein
gebetteten Glasfasern besteht. Zur Verbessung der Härte des
Panzerungsmaterials kann dieses auf seiner Außenseite mit ei
nem dünnen Blech versehen sein.
Aus der DE 44 07 731 C2 geht eine Fahrzeugtür aus einem fa
serverstärktem Kunststoff hervor, die leicht baut, jedoch
keine beschusshemmende Panzerung aufweist. Eine aus Kunst
stoff hergestellte Kraftfahrzeugtür geht auch aus der
DE-OS 16 55 656 hervor.
Aus der DE 40 38 751 C2 ist eine Fahrzeugtür bekannt, die ei
nen Bestandteil einer Schutzeinrichtung für Fahrzeuge bildet.
Die Schutzeinrichtung ist dadurch gebildet, dass in der Fahr
zeugtür eine fest angeordnete Schutzpanzerung und zusätzlich
zwei parallel dazu nach oben in den Bereich einer Fensteröff
nung und nach unten in einen Ausstiegsbereich mittels Betäti
gungselementen ausfahrbar angeordnete Schutzplatten vorgese
hen sind. Die Schutzpanzerung und die zusätzlich verstellbar
angeordneten Schutzplatten sind dabei in einem Türgehäuse der
Fahrzeugtür befestigt beziehungsweise gelagert. Unter der Be
zeichnung "Türgehäuse" wird hierbei der Türrohbau verstanden,
an dem dann weitere Türbestandteile, wie zum Beispiel eine
Fensterscheibe, eine Scheibenverstelleinrichtung, ein Tür
schloss, ein Türgriff, eine Türinnenverkleidung und derglei
chen, zur Vervollständigung der Fahrzeugtür angebracht wer
den.
Aus der DE 43 34 081 C2 ist es bekannt, dass bei einer gepan
zerten Fahrzeugtür ein Türblatt und ein Fensterrahmen jeweils
aus Panzerstahl hergestellt werden.
Aus der DE 39 07 375 A1 ist eine Mehrschichtplatte zur Panze
rung einer Schiffswandung bekannt, bei der die der Schiffs
wandung benachbarte, also die in Beschussrichtung vorderste
Schicht aus einem härteren Material besteht, als die übrigen
Schichten. Die vorderste Schicht besteht vorzugsweise aus ei
ner Hartstahlplatte oder aus einer Keramikplatte. Die übrigen
Schichten sind sandwichartig zusammengesetzte Einzelschich
ten, bei denen die vordersten Einzelschichten durch eine oder
mehrere relativ starke Platten aus Polycarbonat (Macrolon)
oder aus einer verklebten Struktur glatter und gewellter
Stahlbleche gebildet ist. Die dahinterliegenden Einzelschich
ten sind dann aus einem Laminat einer Vielzahl von Lagen,
vorzugsweise 30 bis 40 Lagen eines Kunstfasergeleges gebil
det, wobei diese Lagen in eine Kunststoffmasse, vorzugsweise
ein Epoxid- oder Phenolharz, eingebettet sind. Das Material
der Kunstfasern besteht vorzugsweise aus einem aromatischen
Polyamid (Aramid, Twaron) oder aus Glas.
Die bekannten gepanzerten Fahrzeugtüren weisen aufgrund der
im Türgehäuse untergebrachten Panzerung ein hohes Eigenge
wicht auf, wodurch sich einerseits die Wendigkeit des damit
ausgestatteten Fahrzeugs und somit dessen Fluchtpotential re
duziert. Andererseits erfordern diese schweren gepanzerten
Fahrzeugtüren entsprechende Umbaumaßnahmen am damit ausges
tatteten Fahrzeug, um die Fahrdynamik des Fahrzeugs, wie zum
Beispiel Kurven-, Brems- und Dämpfungsverhalten, mit dem er
höhten Eigengewicht des Fahrzeugs abzustimmen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine gepanzerte Fahrzeugtür zu
schaffen, die bei ausreichender Schutzwirkung gegen Beschuss
ein geringes Gewicht aufweist.
Zur Lösung der Aufgabe wird eine gepanzerte Fahrzeugtür mit
den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, das Türge
häuse und die Panzerung integral aus Kunststoff in Schicht
bauweise herzustellen. Im Unterschied zu einer Ausbildung aus
Metall, Blech oder Panzerstahl ergibt sich ein enormer Ge
wichtsvorteil. Durch das reduzierte Eigengewicht der gepan
zerten Fahrzeugtür wird das damit ausgestattete Fahrzeug wen
diger, wodurch sich die Sicherheit der Fahrzeuginsassen er
höht. Des weiteren reduziert sich der Umfang der baulichen
Maßnahmen am Fahrzeug, die zur Anpassung der Fahrzeugdynamik
an das gegenüber einem Serienfahrzeug erhöhte Gewicht erfor
derlich sind. Im Extremfall wiegt die erfindungsgemäße gepan
zerte Fahrzeugtür nicht oder nur unwesentlich mehr als eine
herkömmliche, ungepanzerte Serienfahrzeugtür, so dass ohne
größeren Aufwand ein Serienfahrzeug zu einem zumindest teil
weise gegen Beschuss gepanzerten Fahrzeug umgebaut werden
kann.
Durch die Integration der Panzerung in eine Seite, vorzugs
weise in die Außenseite, des Türgehäuses lässt sich eine be
sonders wirkungsvolle Panzerung ausbilden, bei der die darin
integrierte Wandung des Türgehäuses beziehungsweise der Fahr
zeugtür einen Beitrag zur Steigerung der Schutzwirkung leis
tet. Insgesamt kann somit ein sehr kompakter Aufbau für die
gepanzerte Fahrzeugtür mit entsprechendem Gewichtsvorteil er
zielt werden. Durch den integralen Aufbau von Türgehäuse und
Panzerung können auch zusätzliche Maßnahmen für eine Befesti
gung einer herkömmlichen Panzerung im Türgehäuse entfallen.
Die erfindungsgemäße gepanzerte Fahrzeugtür eignet sich in
besonderer Weise für den Einsatz in Personenkraftwagen, zum
Beispiel Einsatzfahrzeuge der Polizei, bei denen die Beweg
lichkeit des Fahrzeugs im Vordergrund steht und bei denen
beispielsweise ein Schutz gegen eine Befeuerung durch Faust
feuerwaffen bereits ausreichend sein kann. Ein großer Vorteil
der erfindungsgemäßen gepanzerten Fahrzeugtür ist darin zu
sehen, dass die Fahrzeugtür aufgrund ihres relativ niedrigen
Gewichts ohne größeren Aufwand auch nachträglich in ein Se
rienfahrzeug eingebaut werden kann.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den
Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung an
hand der Zeichnung.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nach
stehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der je
weils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombi
nationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den
Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den
Zeichnungen dargestellt und wird in der nachfolgenden Be
schreibung näher erläutert.
Es zeigen, jeweils schematisch,
Fig. 1 eine Seitenansicht auf eine gepanzerte Fahrzeugtür
nach der Erfindung und
Fig. 2 einen Vertikalschnitt durch die in Fig. 1 gezeigte
Fahrzeugtür entsprechend den Schnittlinien II.
Entsprechend den Fig. 1 und 2 weist eine Fahrzeugtür 1 ei
nes im übrigen nicht dargestellten Fahrzeuges, insbesondere
eines Personenkraftwagens, ein Türgehäuse 2 auf, das durch
den sogenannten "Türrohbau" gebildet ist. Dieses Türgehäuse 2
umfasst bei der hier dargestellten Fahrzeugtür 1 einen Fens
terrahmen 3 sowie ein Türblatt 4. Am Türgehäuse 2 sind die
einzelnen Bestandteile der Fahrzeugtür 1 angebracht, wie zum
Beispiel eine Türinnenverkleidung 5, die an einer dem Fahr
zeuginnenraum zugewandten Innenseite 9 des Türgehäuses 2 an
gebracht ist. Des weiteren ist am Türgehäuse 2 auf dessen Au
ßenseite ein Türöffner 6 angebracht. Außerdem ist im Türge
häuse 2 eine Fensterscheibe 7 untergebracht. Sofern die Fens
terscheibe 7 absenkbar ausgebildet ist, sind entsprechende
Scheibenantriebsmittel ebenfalls im Türgehäuse 2 unterge
bracht. Der Übersichtlichkeit wegen ist in den Darstellungen
die Mehrzahl der am Türgehäuse 2 angebrachten Türbestandteile
nicht dargestellt.
Im Türgehäuse 2 ist bei der hier wiedergegebenen gepanzerten
Fahrzeugtür 1 eine Panzerung 8 angeordnet, die in eine Außen
seite 10 der Fahrzeugtür 1 beziehungsweise des Türgehäuses 2
integriert ist. Die Außenseite 10 des Türgehäuses 2 weist im
Bereich des Türblattes 4 einen integralen Schichtaufbau auf.
Eine Außenschicht 11 ist beispielsweise aus einem aushärtba
rem Harz, zum Beispiel Epoxidharz oder Phenolharz, gebildet.
Beispielsweise wird dazu ein im Handel unter dem Namen "Bire
sin" erhältliches Epoxidharz verwendet. Die Außenschicht 11
weist eine hohe Oberflächengüte auf und dient als Oberflä
chenschicht der Fahrzeugtür 1, die in herkömmlicher Weise la
ckiert werden kann. An die Außenschicht 11 schließt eine in
nere Schicht 12 an, die beispielsweise aus mehreren, zum Bei
spiel zwei, Lagen oder Schichten eines Glasfasergewebes ge
bildet sein kann. Bevorzugt wird dabei ein Glasfasergewebe
mit einem Flächengewicht von 86 g/m2. Diese Schicht geht in
eine weitere Schicht 13 über, die beispielsweise aus mehre
ren, zum Beispiel drei, Lagen oder Schichten eines Kohlefa
sergewebes gebildet sein kann. Bevorzugt wird hier ein Kohle
fasergewebe mit einem Flächengewicht von etwa 245 g/m2.
Schließlich folgt auf die Schichten 11, 12 und 13 eine Innen
schicht 14, die aus einer Vielzahl von Schichten oder Lagen
aus einem Fasergewebe gebildet ist. Beispielsweise bestehen
die Fasern dieses Gewebes aus Glas oder aus einem aromati
schen Polyamid, wie zum Beispiel Aramid oder Twaron. Bevor
zugt wird hier ein Twarongewebe mit einem Flächengewicht von
etwa 460 g/m2.
Bei dem hier gezeigten Schichtaufbau bilden die äußeren
Schichten 11, 12 und 13 eine Wandung 15 des Türgehäuses 2 be
ziehungsweise der Tür 1, während die innere Schicht 14 die
darin integrierte Panzerung 8 bildet. Die Größenverhältnisse
der Zeichnung entsprechen dabei nicht der Realität, da die
Innenschicht 14 aus einer Vielzahl von Einzelschichten oder
Lagen besteht und regelmäßig eine größere Dicke beziehungs
weise Tiefe aufweist als die übrigen Schichten der Wandung.
Claims (7)
1. Gepanzerte Fahrzeugtür (1), umfassend ein tragendes und
formgebendes Türgehäuse (2) aus Kunststoffmaterial, wobei
in das Türgehäuse (2) auf einer Innenseite der eine Tür
außenhaut bildenden Fläche ein mehrschichtiger, Gewebe
mit Fasern aus Glas oder aromatischen Polyamiden umfas
sender beschussfester Schichtaufbau unlösbar integriert
ist.
2. Gepanzerte Fahrzeugtür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine oder mehrere erste Schichten (11, 12, 13) eine
Wandung (15) des Türgehäuses (2) und eine oder mehrere
zweite Schichten (14) eine Panzerung (8) bilden.
3. Gepanzerte Fahrzeugtür nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die eine oder mehrere ersten Schichten (11, 12, 13)
mindestens eine Schicht (11) aus aushärtbarem Harz auf
weisen.
4. Gepanzerte Fahrzeugtür nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Harz ein Epoxidharz oder Phenolharz ist.
5. Gepanzerte Fahrzeugtür nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die eine oder mehreren ersten Schichten (11, 12, 13)
mindestens eine Schicht (12) aus Glasfasergewebe aufwei
sen.
6. Gepanzerte Fahrzeugtür nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die eine oder mehreren ersten Schichten (11, 12, 13)
mindestens eine Schicht (13) aus Kohlefasergewebe aufwei
sen.
7. Gepanzerte Fahrzeugtür nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ersten Schichten wie folgt aufgebaut sind:
eine Schicht (11) aus Harz, zum Beispiel Epoxidharz oder Phenolharz,
zwei Schichten (12) aus Glasfasergewebe,
drei Schichten (13) aus Kohlefasergewebe,
und dass die zweiten Schichten wie folgt aufgebaut sind:
18 Schichten (14) Polyamidgewebe, zum Beispiel Aramidge webe oder Twarongewebe.
dass die ersten Schichten wie folgt aufgebaut sind:
eine Schicht (11) aus Harz, zum Beispiel Epoxidharz oder Phenolharz,
zwei Schichten (12) aus Glasfasergewebe,
drei Schichten (13) aus Kohlefasergewebe,
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18 Schichten (14) Polyamidgewebe, zum Beispiel Aramidge webe oder Twarongewebe.
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