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Verfahren zur Herstellung von Reserpin Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung von Reserpin der Formel
Reserpin ist ein Hauptbestandteil der aus Rauwolfia heterophylla Roem. und Schult
abgetrennten Inhaltsstoffe (vgl. R. Paris und R. Mendoza-Daza, Bulletin des Sciences
Pharmacologiques, Bd. 48, 1941, S. 146; R. Mendoza-Daza, Dissertation der Universität
Paris, Pharmazeutische Fakultät, 1940; C. Dj erassi, M. Gorman, A. L. Nussbaum und
J. Reynoso, Journal of the American Chemical Society, Bd. 75, 1953, S. 5446, und
Bd. 76, 1954, S. 4463). Reserpin wurde aus den sogenannten »Oleoresinfraktionen«
von Rauwolfia serpentina Benth von J. M. Müller, E. SchlittIer und H. J. Bein (vgl.
Experientia, Bd. 8, 1952, S. 338) in kristallinem Zustand abgetrennt.
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Reserpin besitzt eine beruhigende und blutdrucksenkende Wirkung von
langer Dauer. Außerdem wirkt es temperaturerniedrigend und erhöht die periodischen
Darmbewegungen. Auf Grund dieser verschiedenen Eigenschaften ist Reserpin ein wichtiges
Heilmittel von geringer Giftigkeit, besonders ein sehr stark wirksames Mittel gegen
Geisteskrankheiten.
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Bei dem Verfahren der Erfindung zur Herstellung von Reserpin verwendet
man als Ausgangsverbindung die rechtsdrehende 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-iß-carbonsäure,
die bisher noch nicht beschrieben wurde, und man erhält als Zwischenprodukte die
nachstehenden, ebenfalls noch nicht beschriebenen Verbindungen: Das linksdrehende
Lacton der 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα, 5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(II), das rechtsdrehende Lacton der 8ß-Oxy-2a-brom-3ß,5ßoxido - 1,2,3,4,4aa,5,8,8aa
- octahydronaphthalin - lßcarbonsäure (III), das Ozonid des linksdrehenden Methylesters
der 3ß -Acetoxy-2a-methoxy -7-oxo -1 ,2,3,4,4aa,7,8,8aaoctahydronaphthalin-lß-carbonsäure
(IV), das rechtsdrehende 18ß - Oxy - 11,17a - dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20α-yohimban
(V),
das linksdrehende Lacton des 18fl-Oxy-11 ,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20α-yohimbans
(VI), das Lacton des 18ß-Oxy-11,17α-dimethoxy-16ß-carboxy-3,4-dehydro-20a-yohimbans
(VII).
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Das Verfahren der Erfindung, das in dem Formelschema erläutert ist,
ist dadurch gekennzeichnet, daß man die rechtsdrehende 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-lß-carbonsäure
(I), die durch die optische Spaltung des entsprechenden Racemats mit einer optisch
aktiven Base, wie Chinin, Brucin, Cinchonin oder l-Ephedrin, erhalten wird, mit
Natriumacetat und Essigsäureauhydrid in Methylenchlorid unter rückfließendem Erhitzen
umsetzt, das entstandene links drehende Lacton der 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(II) mit Aluminiumisopropylat in Isopropanol zum linksdrehenden 1,8-Lacton der 5ß,8ß-Dioxy
- 1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalin - 1ß - carbonsäure reduziert,
dieses nach der Abtrennung mit der berechneten Menge eines N-Bromimids, wie N-Bromsuccinimid,
eines N-Bromamids oder N-Bromhydantoins bei gewöhnlicher Temperatur in einem gegenüber
Brom inerten Lösungsmittel umsetzt, das entstandene rechtsdrehende
Lacton
der 8ß-Oxy-2α-brom-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4, 4aα-5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(III) durch Fällen mit Wasser und nach üblicher Aufarbeitung abtrennt und mit Natriummethylat
in Methanol in das rechtsdrehende Lacton der 8ß-Oxy-2α-methoxy-3ß,5ßoxido
- 1,2,3,4,4aα,5,8,8aα - octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure überführt,
dieses abtrennt und mit N-Bromsuccinimid in verdünnter Schwefelsäure umsetzt, das
entstandene linksdrehende 1,8-Lacton der 6a-Brom-7ß, 8B-dioxy-2a -methoxy-3B,58-
oxido -4aa,8aa- dekahydro naphthalin-1,1-carbonsäure abtrennt und mit Chromsäure
in Essigsäure oxydiert, das entstandene linksdrehende Lacton der 6α-Brom-8ß-oxy-2α-methoxy-3ß,
5(3-oxido -7- oxo -4aa,8aa-dekahydronaphthalin-lß-carbon säure abtrennt und mit
Zinkpulver in Aceton und Essigsäure in die linksdrehende 3ß-Oxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,
3,4,4aα - 7,8,8aα - octahydronaphthalin - 1ß - carbonsäure überführt,
aus der man mit Diazomethan in Dioxan zunächst den Methylester herstellt, den man
dann mit Essigsäureanhydrid in Pyridin acetyliert, diesen linksdrehenden Methylester
der 3ß-Acetoxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
in einem organischen Lösungsmittel, wie Essigsäureäthylester oder Methylenchlorid,
bei Temperaturen zwischen 0 und -60°C mit Ozon behandelt, das entstandene Ozonid
IV entweder mit Wasser oder Jodsäure oder Perjodsäure unmittelbar in das linksdrehende
1ß-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan
überführt oder indem man das aus dem Ozonid IV durch Behandeln mit Zinkpulver in
Gegenwart von Essigsäure erhaltene Hydrat des 1ß-(2'3'-Dioxopropyl)-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexans
mit Chromsäure oder Perjodsäure oxydiert, das entstandene linksdrehende 1,1- Garboxymethyl
- 2,1- methoxycarbonyl - 3a - methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan mit Diazomethan
in Methylenchlorid und Äther methyliert, den erhaltenen Ester mit 6-Methoxytryptamin
kondensiert, das Kondensationsprodukt mit Natriumborhydrid und anschließend mit
alkoholischer Natronlauge zum rechtsdrehenden 18ß-Oxy-11,17a- dimethoxy - 3 - oxo-
16,1 - carboxy- 2,3 - seco-20ayohimban (V) umsetzt, dieses mit Essigsäureanhydrid
in Gegenwart von Essigsäure und Lithiumacetat in das entsprechende linksdrehende
Lacton VI überführt, dieses mit Phosphoroxychlorid in der Wärme zum Lacton des 18ß-Oxy-11,17a
- dimethoxy - 16,1 - carboxy-3,4- dehydro-20a-yohimbans (VII) ringschließt, dieses
mit Zinkpulver in Gegenwart von Essigsäure unmittelbar zum Reserpsäurelacton oder
mit einem Alkaliborhydrid zum Isoreserpsäurelacton reduziert und dieses in an sich
bekannter Weise zum Reserpsäurelacton isomerisiert und das Lacton der Reserpsäure
in an sich bekannter Weise in den Reserpsäuremethylester überführt und diesen mit
3,4,5-Trimethoxybenzoylchlorid zum Reserpin verestert.
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Bei dem bekannten Verfahren nach Woodward (vgL Journal of the American
Chemical Society, Bd. 78, 1956, S. 2023 bis 2025 und 2657) wird erst in der Stufe
des O-Acetylisoreserpsäuremethylesters, also ungefähr in der zwanzigsten Stufe des
Verfahrens, eine Spaltung in die optischen Isomeren durchgeführt. Eine derartige
Arbeitsweise ist kostspieliger, da für die Herstellung des O-Acetylisoreserpsäuremethylesters
bei dem bekannten Verfahren etwa die doppelte Menge der Ausgangsstoffe und der anderen
Reaktionsteilnehmer gegenüber dem Verfahren der Erfindung benötigt wird, bei dem
die optische Spaltung in der zweiten Stufe des Verfahrens durchgeführt wird. Die
optische Spaltung in der zweiten Stufe des Verfahrens hat noch folgende weitere
Vorteile.
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Das linksdrehende Lacton der 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα, 5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(II) hat
einen hohen Drehwert von 790O (c = 0,5 501 in Äthanol).
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Dieser hohe Drehwert ermöglicht eine weitgehende Kontrolle der Reinigung
dieser Zwischenverbindung, was zur Steigerung der erhaltenen Ausbeuten beiträgt.
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Das linksdrehende Lacton der 6α-Brom-8ß-oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-7-oxo-4aα,8aα-dekahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
ist in dem Gemisch aus Aceton und Essigsäure, das bei der Reduktion mit Zinkpulver
verwendet wird, stark löslich. Dadurch verläuft die Reduktion zuverlässig und ist
in großem Maßstab glatt durchführbar, während die sehr geringe Löslichkeit des entsprechenden
racemischen Lactons die Durchführung in großem Maßstab wegen der zu verwendenden
großen Mengen unmöglich macht, wobei von den Unregelmäßigkeiten in der Ausbeute
noch ganz abgesehen wird.
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Die Löslichkeit des linksdrehenden Methylesters der 3ß-Acetoxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalin-lß-carbonsäure
ist ebenfalls wesentlich höher als die des racemischen Methylesters, wodurch die
Oxydation mit Ozon erleichtert wird.
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Das 1ß-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan,
das als Racemat amorph ist, kristallisiert in der linksdrehenden Form sofort, wodurch
seine Herstellung erleichtert wird.
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Der deutschen Patentschrift 933 628 kann man entnehmen, daß die Feststellung,
ob es vorteilhaft ist, die optische Spaltung zu Beginn der Alkaloidherstellung durchzuführen,
in jedem einzelnen Fall auf ihre Gültigkeit zu prüfen ist. In dem britischen Patent
799 272 wird behauptet, daß die Spaltung in die optischen Antipoden auch bei einer
früheren Stufe der Reserpinherstellung ausgeführt werden kann. Es war jedoch ein
Vorurteil zu überwinden, die optische Spaltung schon in der zweiten Stufe des Verfahrens
der Erfindung durchzuführen, da sich die racemische »Aldehydsäure«, 1ß-Carboxymethyl-2-methoxycarbonyl-3a-methoxy-4-
acetoxy-6B-formylcyclohexan, mit verschiedenen für die Spaltung in optische Antipoden
üblicherweise verwendeten Basen, wie Chinin, Brucin, Cinchonin, Ephedrin, nicht
zerlegen läßt. In Gegenwart dieser Basen tritt Epimerisierung der Aldehydsäure ein,
so daß diese für die weitere Synthese nicht verwendbar ist.
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Bei dem Verfahren der Erfindung wird außerdem bei der Umsetzung des
linksdrehenden 1 ,8-Lactons der 5,1,8,1-Dioxy-1 ,4,4aa, 5, 8,8aa-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure,
dem »Oxylacton«, zu dem rechtsdrehenden Lacton der 8ß-Oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,4aα,
5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure, dem »Methoxylacton«, das als Zwischenprodukt
entstehende rechtsdrehende Lacton der 8ß-Oxy-2α-brom-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,
4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure (III) abgetrennt. Nach
Woodward (vgl. Journal of the American Chemical Society, Bd. 78, 1956, S. 2657)
erhält man bei der Überführung des »Oxylactons« in das »Methoxylacton« durch Behandlung
mit Brom in Methanol und anschließend mit Natriummethylat ohne Abtrennung des als
Zwischenprodukt entstehenden Bromderivats nur eine geringe Ausbeute (etwa 400(0).
Nach dem Verfahren der Erfindung wird dagegen das rechtsdrehende Bromlacton III,
das bisher noch nicht beschrieben wurde, in Ausbeuten von etwa 900(0 erhalten. Dieses
Bromlacton III läßt sich mit einer Ausbeute über 90 °/0 in das )>Methoxylacton«
überführen.
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Die Umwandlung des linksdrehenden Methylester der 3ß-Acetoxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
zum linksdrehenden 1,1- Carboxymethyl - 2,1- methoxycarbonyl - 3a - methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan
erfolgt bei dem Verfahren der Erfindung über das Ozonid. Die Verwendung von Osmiumtetroxyd
bei dem bekannten Verfahren ist
kostspieliger, außerdem ist Osmiumtetroxyd
giftiger und flüchtiger, wodurch seine Wiedergewinnung schwierig ist.
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Ein weiterer Vorteil des Verfahrens der Erfindung besteht darin, daß
man bei der Zersetzung des Ozonids mit Wasser unmittelbar das linksdrehende 1,1-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3a-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan
erhält. Aus der Literaturstelle H o ub e n Weyl, Methoden der organischen Chemie,
Bd. 7, Teil 1, 1954, 4. Auflage, S. 336, ist zwar zu entnehmen, daß man Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen,
die sich in einem aromatischen Ring befinden, über das Ozonid und durch anschließendes
Behandeln mit Wasser aufspalten kann, wodurch Aldehydcarbonsäuren entstehen. Im
vorliegenden Fall handelt es sich jedoch nicht um Reaktionen in der aromatischen
Reihe, sondern die Verbindung, die der Ozonspaltung unterworfen wird, ist ein Octahydronaphthalinderivat,
das nur eine einzige Doppelbindung enthält. Es enthält ferner eine Ketogruppe neben
der Doppelbindung, und aus der genannten Literaturstelle kann nicht hergeleitet
werden, in welcher Weise das bei der vorliegenden Erfindung erhaltene Ozonid zersetzt
wird. Außerdem wird in Chemie für Labor und Betrieb, Bd. 8, 1957, S. 95, ausgeführt,
daß nur vermutet wird, daß die Umsetzung mit Ozon aus irgendwelchen Gründen weniger
günstig gewesen ist. Die Ozonisierung einer Doppelbindung unter Bildung des Ozonids
und dessen Zersetzung mit Wasser gehören zwar zu den klassischen Methoden der Chemie,
jedoch ist die Herstellung des Ozonids der 3,1 -Acetoxy-2a -methoxy-7- oxo - 1,2,3,4,4
aa, 7,8,8aa-octahydronaphthalin-lß-carbonsäure nicht ohne erfinderische Leistung
möglich. Darüber hinaus war die Zersetzung dieses Ozonids unter Bildung einer Carboxymethylengruppe
in l-Stellung und einer Aldehydgruppe in 6-Stellung des Cyclohexans nicht zu erwarten.
Es tritt dabei eine Decarboxylierung der in 1-Stellung des Cyclohexans befindlichen
Kette auf, d. h., die Spaltung verläuft unter Verlust eines Kohlenstoffatoms. Dies
ist gerade im Hinblick auf den Stand der Technik (vergleiche z. B.
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Karrer, 12. Auflage, 1954, S. 616) völlig neu und überraschend.
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Die Herstellung des Lactons des rechtsdrehenden 18ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20a-yohimbans
(V) nach dem Verfahren der Erfindung ermöglicht die Einsparung mehrerer Stufen und
kostspieliger Chemikalien. Nach dem Verfahren von Woodward (vgl. Journal of the
American Chemical Society, Bd. 78, 1956, S. 2023 und 2657) erhält man bei dem Ringschluß
im alkalischem Mittel nicht unmittelbar das Racemat des 18ß-Acetoxy- 11,17a- dimethoxy-3
-oxo-1 6,1-methoxycarbonyl-2 ,3-seco-20a-yohimbans, da bei dem Ringschluß eine unvollständige
Verseifung der Acetylgruppe und sogar eine Verseifung des Methylesters, wenn auch
nur in geringem Umfang, stattfindet. Bei dem Verfahren nach Woodward ist es daher
erforderlich, erneut mit Diazomethan zu methylieren und mit einem Gemisch aus Pyridin
und Essigsäureanhydrid erneut zu acetylieren, während bei dem Verfahren der Erfindung
durch die Bildung des Lactons diese beiden Stufen entfallen. Außerdem verläuft die
Latonbildung des rechtsdrehenden 18-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20a-yohimbans
(V) mit besseren Ausbeuten als die der Isoreserpsäure, und die Verwendung von Dicyclohexylcarbodiimid
ist außerdem nicht erforderlich.
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Aus Experientia, Bd. 12, 1956, S. 249 bis 251, ist es zwar bekannt,
daß Isoreserpsäure und Essigsäureanhydrid Reserpsäurelacton bilden, wodurch sich
auch die Verwendung von Dicyclohexylcarbodiimid und die nachfolgende Isomerisierung
erübrigen. Die Einsparung von zwei Stufen bei dem Verfahren der Erfindung gegenüber
dem Woodwardschen Verfahren, die einen erheblichen
Fortschritt bedeutet, konnte daraus
jedoch nicht hergeleitet werden.
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Auch aus der im Journal of the American Chemical Society, Bd. 78,
1956, 5. 2021 und folgende, veröffentlichten Herstellung von 16 - Carbomethoxy -
18 - oxy-15(20)-yohimben konnten keine Rückschlüsse auf das Verfahren der Erfindung
gezogen werden. Diese Synthese, die zu einer vom Reserpin wesentlich verschiedenen
Verbindung führt, die weder in 11- noch in 17-Stellung eine Methoxygruppe trägt,
hat mit dem Verfahren der Erfindung keine Gemeinsamkeiten. Allein die An- oder Abwesenheit
einer ll-ständigen Methoxygruppe bewirkt bereits erhebliche Unterschiede in den
Umsetzungen der jeweiligen Zwischenprodukte. Es ist beispielsweise bekannt, daß
die Isomerisierung des Isodeserpedinsäurelactons zum Deserpedinsäurelacton sehr
viel schwieriger verläuft als die Isomerisierung des Isoreserpsäurelactons zum Reserpsäurelacton
(vgl. Rauwolfia, Botany, Pharmacognosy, Chemystry and Pharmacology, 1957, S. 85,
2. Absatz, Zeile 11.
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Es ist auch bekannt, daß man 3-Isoreserpin, 3-Isoreserpsäuremethylester
und 3-Isoreserpsäuremethylester-18-acetat mit Merkuriacetat oxydieren kann (vgl.
Journal of the American Chemical Society, Bd. 78, 1956, S. 2022).
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Diese Oxydation ist nur mit Verbindungen durchführbar, die in 3a-Stellung
ein Wasserstoffatom tragen. Die Reduktion der dabei erhaltenen 3-Dehydroverbindungen
mit Zink und Essigsäure führt zu Reserpin, Reserpsäuremethylester bzw. Reserpsäuremethylester-1
8-acetat (das Wasserstoffatom in der 3ß-Stellung). Es handelt sich also lediglich
um eine Isomerisierung.
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Das Beispiel erläutert das Verfahren der Erfindung.
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Die angegebenen Schmelzpunkte sind die auf dem Block Maquenne ermittelten
Schmelzpunkte. Die Drehwerte wurden alle in Äthanol bestimmt.
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Beispiel A. Optische Spaltung der dl-5ß- Oxy-8-oxo - 1,4,4aa,5,8,8aa-hexahydronaphthalinlß-carbonsäure
a) Mit Chinin 1. Abtrennung der 1-5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aa,5,8,8aa-hxahydronapthalin-1,1-carbonsäure
104 g der nach Woodward und Mitarbeitern (vgl.
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Journal of the American Chemical Society, Bd. 78, 1956, S. 2023) hergestellten
dl-58-0xy-8-oxo-1,4,4aa,5,8, 8aa-hexahydronaphthalin-lß-carbonsäure werden mit 400
ccm Äthanol bis zur Lösung unter rückfließendem Sieden erhitzt, dann gibt man zu
der siedenden Lösung auf einmal 162 g Chinin. Das entstandene Chininsalz der linksdrehenden
5,1-Oxy-8-oxo-1 ,4,4aa,5,8,8aa-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure kristallisiert
sofort aus. Man läßt die Mischung noch 114 Stunde unter Rühren sieden, kühlt sie
2 Stunden auf Eis, saugt die Kristalle ab und verreibt sie zweimal mit je 100 ccm
eisgekühltem Äthanol.
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Man saugt das linksdrehende Chininsalz ab und trocknet es; F. 225"C;
[a] 2D -151 i 4". Die Ausbeute beträgt 117 g; das erhaltene Chininsalz wird in 300
ccm Wasser und 500 ccm Chloroform aufgeschlämmt. Nach der Zugabe von 30 g Natriumcarbonat
rührt man die Mischung 3 Stunden, bis die Kohlendioxydentwicklung aufhört. Man läßt
die gebildete Emulsion klären, trennt die Chloroformschicht ab und wäscht sie mehrere
Male mit einer wäßrigen gesättigten Natriumbicarbonatlösung. Die wäßrige Schicht
wird dreimal mit Chloroform extrahiert, um sie von etwa noch darin enthaltenem Chinin
zu befreien. Danach wird die mit den Bicarbonatwaschflüssigkeiten
der
Chloroformschicht vereinigte wäßrige Schicht mit 5 n-Salzsäure auf einen pa-Wert
= 2 angesäuert, mit Natriumchlorid gesättigt und 1 Stunde stehengelassen. Nach dem
Absaugen und Trocknen des Niederschlags im Vakuum über festem Natriumhydroxyd bei
20°C erhält man 33 g der linksdrehenden 5jB-Oxy-8- oxo - 1,4,4aa,5,8,8aa- hexahydronaphthalin-
1,1- carbonsäure, F. = 210°C; [a]i> = -781 4. Die Verbindung enthält noch 3 g
Natriumchlorid, das durch Umkristallisieren aus einem Gemisch gleicher Teile Alkohol
und Äther entfernt wird. Die reine linksdrehende Verbindung besitzt einen Schmelzpunkt
von 210°C; [α]D20 = -85° (c = 0,5 % in Äthanol).
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C11H12O4; Molekulargewicht = 208,21.
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Berechnet ... C 63,45, H 5,81, 0 30,74%; gefunden . . C 63,3, H 5,8,
0 30,5 01o.
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Die wäßrigen Mutterlaugen des Rohprodukts werden mehrere Male mit
einem Gemisch aus Chloroform und Äthanol im Verhältnis 3:1 extrahiert. Der Extrakt
wird mit wäßriger Kochsalzlösung bis zu einem ps-Wert = 4 gewaschen, über Magnesiumsulfat
getrocknet und im Vakuum zur Trockne eingedampft. Man erhält nach dem Anreiben mit
einem Gemisch aus Chloroform und Äthanol im Verhältnis 3: 1 3 g der linksdrehenden
Verbindung, [a]D = -84°. Die Anreibffüssigkeit ergibt nach dem Eindampfen zur Trockne
und Digerieren mit Chloroform einen dritten Anteil an kristalliner Verbindung, wodurch
die Gesamtausbeute bei der Spaltung auf 80% erhöht wird.
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2. Abtrennung der d-5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(I) Die bei der Herstellung des Chininsalzes der l-5,1-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
entstehende äthanolische Mutterlauge wird zur Trockne eingedampft. Der aus dem Chininsalz
der rechtsdrehenden 5-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
und etwa 10010 des Chininsalzes der Iinksdrehenden Carbonsäure bestehende amorphe
Rückstand wird, wie vorstehend beschrieben, unter Rühren in einem Gemisch aus 300
ccm Wasser, 500 ccm Chloroform und 30 g Natriumbicarbonat aufgeschlämmt. Die Zersetzung
des Chininsalzes ist in etwa 1 Stunde beendet.
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Nach dem Klären der gebildeten Emulsion trennt man die Chloroformschicht
ab, wäscht sie zweimal mit einer wäßrigen Natriumbicarbonatlösung und extrahiert
die wäßrige Schicht mehrere Male mit Chloroform, um sie von dem darin noch enthaltenen
Chinin zu befreien. Die vereinigten Bicarbonat enthaltenden Lösungen werden mit
5n-Salzsäure auf einen pH-Wert = 2 angesäuert und stehengelassen. Nach 1 Stunde
saugt man die gebildeten Kristalle ab und erhält nach dem Trocknen 21 g des racemischen
Gemisches der Verbindung I, das noch einen Teil der rechtsdrehenden Verbindung enthält;
[aj 2O = +22" (c = 0,5 01o in Äthanol). Das erhaltene Filtrat wird mit Natriumchlorid
gesättigt und mehrere Male mit einem Gemisch aus Chloroform und Alkohol im Verhältnis
3:1 extrahiert. Der Extrakt wird mit wäßriger Kochsalzlösung bis zu einem pH-Wert
von 4 gewaschen, über Magnesiumsulfat getrocknet und im Vakuum zur Trockne eingedampft.
Der Rückstand wird mit Chloroform angeteigt und liefert 16 g kristalline reine rechtsdrehende
5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure (I).
F. = 210°C; [α]D20 = +83140.
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Nach dem Eindampfen und mehrtägigem Stehenlassen der Mutterlaugen
erhält man eine zweite Ausbeute an kristalliner Verbindung I. Das vorstehend beschriebene
erhaltene Gemisch aus racemischer und rechtsdrehender
Verbindung (21 g), [a] 2O =
+220, wird in einer möglichst geringen Menge, etwa 4 Volumen, heißem Wasser gelöst.
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Nach dem Kühlen mit Eis und Absaugen erhält man 11 g des Racemats
vom F. = 202°, das erneut der Spaltung unterworfen wird. Die Mutterlaugen werden
mit Natriumchlorid gesättigt und liefern nach der oben beschriebenen Arbeitsweise
eine weitere Menge rechtsdrehender Verbindung. b) Mit Brucin Nach den beschriebenen
Arbeitsweisen, jedoch unter Verwendung von 1 Mol Brucin je Mol Racemat, erhält man
das Brucinsalz der linksdrehenden 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aa,5,8,8aa - hexahydronaphthalin
- 1,1 - carbonsäure, F. = 210"C; [α]D20 = -40°C (c = 0,5 01o in Äthanol),
in einer Ausbeute von 8801o der Theorie. Aus diesem Salz gewinnt man die linksdrehende
Carbonsäure, [aj2oO = 850, und aus den Mutterlaugen des Brucinsalzes der linksdrehenden
Verbindung die rechtsdrehende Verbindung. c) Mit Cinchonin 1. Herstellung des Cinchoninsalzes
der rechtsdrehenden 5ß - Oxy - 8 - oxo - 1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalinlß-carbonsäure
in Wasser Man löst 1 g dl-5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
bei 95° C in 10 ccm Wasser. Dann gibt man zu der Lösung 1,4 g Cinchonin, rührt sie
5 Minuten bei 90° C, kühlt sie mit Eis, saugt den Niederschlag ab, wäscht ihn mit
Wasser und trocknet ihn bei 80° C. Man erhält 940 mg, entsprechend 78% der berechneten
Menge Cinchoninsalz der rechtsdrehenden 5,1 - Oxy - 8 - oxo - 1,4,4aa,5,8,8aa -
hexahydronaphthalinlß-carbonsäure. Diese bisher noch nicht beschriebene Verbindung
bildet feine farblose Plättchen vom F. = etwa 192° C; [α]D20 = +146 #6° (c
= 0,5% in Äthanol). Sie ist in Äthanol, Methanol und Aceton löslich, in Äther und
Petroläther unlöslich und in Wasser wenig löslich.
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C30H34O5N2; Molekulargewicht = 502,59.
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Berechnet ... C 71,69, H 6,82, N 5,57%; gefunden ... C 71,4, H 6,8,
N 5,4%.
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2. Herstellung des Cinchoninsalzes der rechtsdrehenden 5,1 - Oxy -
8- oxo - 1,4,4aa,5,8,8aa - hexahydronaphthalin-1 ,1-carbonsäure in wäßrigem Äthanol
Man löst 1 g dl-5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
in 4 ccm siedendem Äthanol und gibt 1,4 g Cinchonin und anschließend 8 ccm Wasser
bei 70° C zu. Man läßt die Mischung unter Rühren abkühlen, kühlt sie auf Eis, saugt
den Niederschlag ab, wäscht ihn mit Wasser und trocknet ihn bei 80° C. Man erhält
1 g, entsprechend 840/0 der berechneten Menge Cinchoninsalz der rechtsdrehenden
5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure, das
der nach dem Verfahren c, 1 hergestellten Verbindung entspricht.
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3. Zersetzung des Cinchoninsalzes der rechtsdrehenden 5ß - Oxy - 8
- oxo - 1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure Man schlämmt
940 mg des Cinchoninsalzes der rechtsdrehenden 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
in 4 ccm Wasser auf und gibt zu der Aufschlämmung 1 ccm 20%iges Ammoniak. Man rührt
die Mischung und saugt das ausgefallene Cinchonin ab, das mit Wasser gewaschen und
getrocknet wird.
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Man gewinnt 0,5 g entsprechend 90% der berechneten Menge Cinchonin
zurück. Das Filtrat wird mit 35gewichtsprozentiger Salzsäure auf einen p-Wert =
1 angesäuert,
im Vakuum auf 2 ccm eingeengt und mit Natriumchlorid
gesättigt. Nach dem Absaugen des Niederschlages löst man diesen in 10 ccm Aceton,
filtriert die Lösung, versetzt sie mit 20 ccm Äther, engt sie auf 3 ccm ein, saugt
den Niederschlag ab und trocknet ihn. Man erhält 330 mg, entsprechend 6601o der
berechneten Menge reine rechtsdrehende 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
(I). Die Verbindung schmilzt bei 210°C unter Zersetzung, [α]D20 = +83 #4°
(c = 0,5% in Äthanol) und sie entspricht der nach dem Verfahren a,2 hergestellten
Verbindung. d) Mit Ephedrin 1. Ephedrinsalz der rechtsdrehenden 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
Man löst in der Siedehitze 100 g 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα-5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
in 500 ccm wasserfreiem Äthanol, kühlt die Mischung auf 50°C und gibt rasch 108
ccm einer wasserfreien 71,5%igen l-Ephedrin enthaltenden Äthanollösung zu. Man kühlt
die Mischung auf + 50 C, läßt sie 2 Stunden bei dieser Temperatur stehen, saugt
den Niederschlag ab und trocknet ihn im Vakuum. Man erhält 67,5 g, entsprechend
75% der berechneten Menge Ephedrinsalz der rechtsdrehenden 5ß - Oxy - 8 - oxo -
1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure als feine farblose
Nadeln, F. = 1530 C; [α]D20 = +30 #1° (c = 5% in Wasser).
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2. Zersetzung des Ephedrinsalzes der rechtsdrehenden 5ß - Oxy - 8
- oxo - 1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure Man schlämmt
67,5 g Ephedrinsalz der rechtsdrehenden 5,1- Oxy -8- oxo -1 ,4,4aα,5,8,8aα
- hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure in 250 ccm Aceton auf, rührt die Mischung und
versetzt bei 20° C mit 16 ccm konzentrierter Salzsäure. Man rührt die Mischung noch
15 Minuten bei gewöhnlicher Temperatur, saugt das gebildete l-Ephedrinhydrochlorid
ab und dampft das Filtrat im Vakuum zur Trockne ein. Der erhaltene Rückstand wird
fünfmal mit 10 ccm Wasser angeteigt und bei 80° C im Vakuum getrocknet. Man erhält
34,4 g, entsprechend 9201o der berechneten Menge reine rechtsdrehende 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα,5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(I).
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Diese Verbindung schmilzt bei 210°C unter Zersetzung; [α]D20
= +83 #4° (c = 0,5°/0 in Äthanol); sie entspricht der nach dem Verfahren a, 2 hergestellten
Verbindung.
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B. Linksdrehendes Lacton der S,1-Oxy-8-oxo-1 ,4,4aa,5,8,8aa-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
(II) Man gibt 8 g rechtsdrehende 5ß-Oxy-8-oxo-1,4,4aα, 5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(I) und 4 g gepulvertes Natriumacetat in ein Gemisch aus 200 ccm Methylenchlorid
und 16 ccm Essigsäureanhydrid ein.
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Nach 2stündigem Sieden unter Rückfluß kühlt man die Mischung ab, gibt
16 ccm Pyridin und 16 ccm Methanol zu, läßt sie 1 Stunde bei gewöhnlicher Temperatur
stehen, säuert sie mit 2 n-Salzsäure auf einen p-Wert von 1 an, läßt absitzen, wäscht
die Lösung mit Wasser und Natriumbicarbonat, trocknet über Magnesiumsulfat und dampft
im Vakuum zur Trockne ein. Man nimmt den Rückstand in 30 ccm Äther auf, erhitzt
unter Rückfluß, kühlt auf Eis, saugt den Niederschlag ab und wäscht ihn mit Äther.
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Man erhält 6,1 g, entsprechend 83°/o der berechneten Menge linksdrehendes
Lacton der 5ß-Oxy-oxo-1,4,4aα, 5,8,8aα-hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(II), F. = 108°C, [α]D20 = -790 #20° (c = 0,5% in Äthanol). Diese bisher noch
nicht beschriebene Verbindung bildet farblose
Kristalle, die in Aceton und Chloroform
löslich und in Äther sehr wenig löslich sind.
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C11H10O3; Molekulargewicht = 190,19.
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Berechnet ... C 69,46, H 5,30, 0 25,24°lo; gefunden ... C 68,8, H
5,6, 0 24,8 %.
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C. Rechtsdrehendes Lacton der 5ß-Oxy-2α-brom-3,1,5,1-oxido-1
,2,3,4,4aa, 5,8,8aa-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure (III) a) Linksdrehendes 1
,8-Lacton der 5ß,8ß-Dioxy-1 ,4,4aa,5,8,8aa-hexahydronaphthalin-1,1-carbonsäure Man
mischt 40 g geschmolzenes Aluminiumisopropylat und 500 ccm wasserfreies Isopropanol,
destilliert einige Tropfen ab und fügt 20 g des linksdrehenden Lactons der 5,1 -
Oxy - 8 - oxo - 1,4,4aα,5,8,8aα - hexahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(II) zu. Durch Destillieren engt man die Mischung auf ein Volumen von 100 ccm ein,
kühlt ab, fügt 300 ccm Methylenchlorid zu, wäscht die Mischung mit 1 n-Schwefelsäure
und dann mit Wasser, trocknet über Magnesiumsulfat und dampft zur Trockne ein. Der
Rückstand wird in 50 ccm eisgekühltem Äther aufgenommen. Nach dem Absaugen des Niederschlages
erhält man 17,1 g, entsprechend 85% der berechneten Menge linksdrehendes 1 ,8-Lacton
der 5ß,8ß-Dioxy-1,4, 4aa,5,8,8aa-hexahydronaphthalin- lß - carbonsäure vom F. =
151°C, [α]D20 = -3° (c = 0,5% in Äthanol). Diese bisher noch nicht beschriebene
Verbindung bildet farblose Kristalle, die in Aceton und Chloroform löslich und in
Äther sehr wenig löslich sind.
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C11H12O2; Molekulargewicht = 192,21.
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Berechnet ... C 68,73, H 6,29, 0 24,970/,; gefunden ... C 68,8, H
6,1, 0 25,20/0. b) Rechtsdrehendes Lacton der 8ß-Oxy-2α-brom-3ß,5ß-oxido 1,2,3,4,4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(III) Man gibt 11,5 g linksdrehendes 1 ,8-Lacton der 5ß,8ß-Dioxy - 1,4,4aα,5,8,8aα
- hexahydronaphthalin - 1ß - carbonsäure zu 55 ccm tertiärem Butanol, rührt die
Mischung 5 Minuten bei 25°C und fügt unter ständigem Rühren in kleinen Anteilen
10,8 g N-Bromsuccinimid zu. Man setzt das Rühren noch 15 Minuten fort, versetzt
die Mischung tropfenweise mit 110 ccm Wasser, rührt noch weitere 15 Minuten, saugt
ab, wäscht mit 20 ccm Wasser, trocknet bei 70°C und erhält so 13,7 g, entsprechend
85 0/, der berechneten Menge rechtsdrehendes Lacton der 8ß-Oxy-2α-brom-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(III) vom F. = 152° C; [α]D20 = +93° (c = 0,50/, in Äthanol). Diese neue Verbindung
bildet farblose Kristalle, die in Aceton und Chloroform löslich und in Äther sehr
wenig löslich sind.
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C11H11O3Br; Molekulargewicht = 271,12.
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Berechnet ... C 48,73, H 4,09, 0 17,70, Br 29,480/0; gefunden ...
C 48,7, H 4,3, 0 17,8, Br 29,60/0.
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D. Rechtsdrehendes 18ß-Oxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20α-yohimban
(V) a) Rechtsdrehendes Lacton der 8,1-Oxy-2o-methoxy-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
Man verreibt 11 g rechtsdrehendes Lacton der 8ß-Oxy-2α-brom-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
(III) mit 25 ccm Methanol, fügt zu der Mischung 55 ccm Methanol und dann 19,9 ccm
einer
Lösung von 5 g Natrium in 100 ccm Methanol zu, läßt die Mischung
3 Stunden bei 200 C stehen und versetzt sie mit 10 Tropfen Eisessig. Nach dem Eindampfen
zur Trockne im Vakuum wird der Rückstand in 1000 ccm Äther aufgenommen und die erhaltene
Lösung filtriert und auf 50 ccm eingeengt. Durch Kühlen der Lösung mit Eis und Absaugen
des Niederschlags erhält man 8,38 g, entsprechend 920/0 der berechneten Menge rechtsdrehendes
Lacton der 8ß-Oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-1 ,2,3,4,4aa,5,8,8aa- octahydronaphthalin-lß-
carbonsäure vom F. = 102°C; [α]D20 = +48 #3° (c = 0,5% in Äthanol).
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Diese noch nicht beschriebene Verbindung bildet farblose Kristalle,
die in Aceton und Chloroform löslich und in Äther sehr wenig löslich sind.
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C12H14O4; Molekulargewicht = 222,23.
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Berechnet... C64,85, H6,35, O 28,80%; gefunden ... C 64,8, H 6,5,
0 28,3010. b) Linksdrehendes 1,8-Lacton der 6α-Brom-7ß,8ß-dioxy-2a-methoxy-3p,5ß-oxido-4aa,8aa-dekahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
Man gibt 8,38 g rechtsdrehendes Lacton der 8ß-Oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-1,2,3,4,4aα,5,8,8aα-octahydronaphthalin-1,1-carbonsäure
in 75 ccm Wasser, fügt zu der Mischung 15 ccm 1 n-Schwefelsäure und dann 7,55 g
N-Bromsuccinimid und erwärmt die Mischung 30 Minuten auf 50°C. Nach dem Abkühlen,
Absaugen und Trocknen des Niederschlags im Vakuum erhält man 9,25 g, entsprechend
790/, der berechneten Menge linksdrehendes 1,8-Lacton der 6α-Brom-7ß,8ß-dioxy-2α-methoxy-3ß,
5,B-oxido -4aa,8aa-dekahydronaphthalin-lß-carbonsäure vom F. = 203°C; [a]2oo = -120
#3° (c = 0,50/0 in Äthanol), Diese neue Verbindung bildet farblose Kristalle, die
in Aceton und Chloroform löslich und in Äther sehr wenig löslich sind.
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C12H15O5Br; Molekulargewicht = 319,16.
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Berechnet ... C 45,16, H 4,74, 0 25,06, Br 25,040/,; gefunden ...
C 45,0, H 4,9, 0 25,0, Br 25,0%. c) Linksdrehendes Lacton der 6a-Brom-8ß-oxy-2a-methoxy-3ß,5ß-oxido-7-oxo-4aα,8aα-dekahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
Man gibt 8,48 g linksdrehendes 1,8-Lacton der 6a-Brom-7ß,8ß-dioxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-4aα,8aα-dekahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
in 25 ccm Essigsäure und versetzt die Mischung tropfenweise unter Rühren mit 31
ccm einer 11,3°/Oigen Lösung von Chromsäure in Essigsäure, wobei die Temperatur
während der Umsetzung zwischen +5 und +10°C gehalten wird. Man läßt die Mischung
unter zeitweiligem Umrühren 3 Stunden bei gewöhnlicher Temperatur stehen, fügt dann
12 ccm Methanol zu, rührt 1 Stunde, versetzt mit 50 ccm Wasser, extrahiert dreimal
mit Chloroform und wäscht die vereinigten Chloroformextrakte mit Wasser, die dann
über Magnesiumsulfat getrocknet und im Vakuum zur Trockne eingedampft werden. Nach
Aufnehmen des Rückstandes in Äther, Absaugen und Trocknen erhält man 6,2 g, entsprechend
74% der berechneten Menge linksdrehendes Lacton der 6α-Brom-8ß-oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-7-oxo-4aα,
8aa - dekahydronaphthalin -1,1- carbonsäure vom F. = 152°C; [α]D20 = -231
#3° (c = 0,5% in Äthanol). Diese noch nicht beschriebene Verbindung bildet farblose
Kristalle, die in Aceton und Chloroform löslich und in Äther unlöslich sind.
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C12H13O5Br; Molekulargewicht = 317,14.
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Berechnet ... C 45,44, H 4,13, 0 25,22, Br 25,20%; gefunden ... C
45,9, H 4,2, 0 25,5, Br 24,80/0.
d) Linksdrehendes 3p-Oxy-2a-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
Man löst 3,88 g linksdrehendes Lacton der 6a-Brom-8ß-oxy-2α-methoxy-3ß,5ß-oxido-7-oxo-4aα,8aα-dekahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
in einem Gemisch aus 70 ccm Aceton und 8 ccm Essigsäure. Nach dem Abkühlen auf +5°C
wird die Lösung mit 15,5 g Zinkpulver versetzt. Man rührt die Mischung einige Minuten
bei +15°C, filtriert und verdampft im Vakuum zur Trockne.
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Der Rückstand wird in Chloroform, das 200/, Äthanol enthält, aufgenommen,
mit 8 ccm Wasser versetzt, mit 7 n-Schwefelsäure auf einen pH-Wert = 1 angesäuert
und mit 200/0 Äthanol enthaltendem Chloroform extrahiert.
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Die vereinigten Chloroformextrakte werden über Magnesiumsulfat getrocknet
und im Vakuum zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wird in einem Gemisch aus Aceton
und Äther, Mischungsverhältnis 2: 3, aufgenommen. Nach dem Kühlen der Mischung mit
Eis, Absaugen und Trocknen des Niederschlags bei 80°C, erhält man in einer Ausbeute
von 820/, linksdrehende 3ß-Oxy-2α- methoxy - 7 - oxo - 1,2,3,4,4aa,7,8,8aa
- octahydronaphthalin-lß-carbonsäure vom F. = 197°C; [α]D20 = -170 #5° (c
= 0,5% in Äthanol). Diese neue Verbindung bildet kleine prismatische farblose Kristalle,
die in Wasser, Alkohol und Aceton löslich, in Äther wenig löslich und in Chloroform
unlöslich sind.
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Cl2Hl605; Molekulargewicht = 240,25.
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Berechnet ... C 59,99, H 6,71, 0 33,300/,; gefunden . C 60,2, H 6,7,
0 33,70/0 e) Linksdrehender Methylester der 3ß-Oxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalinlß-carbonsäure
Man löst in der Wärme 4,2 g linksdrehende 3,1-Oxy-2α - methoxy - 7 - oxo -
1,2,3,4,4aα,7,8,8aα - octahydronaphthalin-lß-carbonsäure in 160 ccm
Dioxan, kühlt die Mischung auf 10°C und fügt eine Lösung von Diazomethan in Methylenchlorid
bis zur bleibenden Gelbfärbung zu. Nach 5minütigem Stehenlassen bei gewöhnlicher
Temperatur wird die Lösung im Vakuum zur Trockne eingedampft. Beim Zugeben von 50
ccm Äther kristallisiert der Rückstand, und man erhält nach dem Absaugen und Trocknen
des Niederschlags in einer Ausbeute von 950/, den linksdrehenden Methylester der
3,1-0xy-2amethoxy-7-oxo-1 2,3,4, 4aa, 7,8, 8aa-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure.
Diese noch nicht beschriebene Verbindung bildet kleine farblose Kristalle, die in
Alkohol, Aceton und Chloroform löslich und in Äther nahezu unlöslich sind; F. =
166° C; [α]D20 = -170 #5° (c = 0,5% in Äthanol).
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C13H18O5; Molekulargewicht = 254,27.
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Berechnet ... C61,40, H7,14, O 31,46%; gefunden . C 61,4, H 7,1,
0 31,70/,. f) Linksdrehender Methylester der 3ß-Acetoxy-2α-methoxy-7-oxo-1
2,3 ,4,4aa, 7 ,8,8aa-octahydronapbthalin-1ß-carbonsäure Man gibt 3,2 g linksdrehenden
Methylester der 3ß-Oxy-2α-methoxy-7-oxo-1,2,3,4,4aα,7,8,8aα-octahydronaphthalin-1ß-carbonsäure
zu 12 ccm Pyridin. Zu der Mischung fügt man 10 ccm Essigsäureanhydrid und läßt über
Nacht bei gewöhnlicher Temperatur stehen. Nach der Zugabe von 20 ccm Wasser extrahiert
man mit Chloroform, wäscht die Chloroformextrakte mit 2 n-Salzsäure, wäßriger
Kochsalzlösung
und Natriumbicarbonat, trocknet über Magnesiumsulfat und dampft im Vakuum zur Trockne
ein. Man nimmt den Rückstand in Äther auf, fügt Isopropyläther bis zur bleibenden
Trübung zu und saugt den linksdrehenden Methylester der 3ß-Acetoxy-2a-methoxy-7-oxo-1
,2,3,4,4aa,7,8,8aa-octahydronaphthalin-lß-carbonsäure vom F. = 96°C ab; [a]2D0 =
-206 i5° (c = 0,50/, in Äthanol). Die Ausbeute beträgt 900/,.
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Diese neue Verbindung bildet farblose Kristalle, die in Alkohol, Aceton
und Chloroform löslich und in Äther wenig löslich sind.
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C15H2006; Molekulargewicht = 296,31.
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Berechnet ... C 60,80, H 6,80, 0 32,400/,; gefunden ... C 60,7, H
6,8, 0 32,60/,. g) Linksdrehendes lß-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan
in einer Stufe 200 mg linksdrehender Methylester der 3ß-Acetoxy-2a-methoxy-7-oxo-1
,2,3,4,4aa,7,8,8aa-octahydronaphtha lin-lß-carbonsäure werden in 5 ccm wasserfreiem
Essigsäureäthylester gelöst. Nach dem Abkühlen wird die Lösung bei -30°C ozonisiert,
indem man 1½ Stunden einen Strom von etwa 1% Ozon enthaltendem Sauerstoff mit einer
Geschwindigkeit von 0,21 je Minute durch die Lösung leitet. Danach entfernt man
das gelöste Ozon möglichst schnell, indem man 5 Minuten Stickstoff durch die Lösung
leitet. Man läßt dann die Lösung auf gewöhnliche Temperatur kommen, fügt 2 ccm Wasser
zu, rührt 6 Minuten und extrahiert die saure Mischung durch Verrühren mit einer
gesättigten wäßrigen Natriumbicarbonatlösung. Nach dem Trennen der Schichten säuert
man die wäßrige Schicht auf einen p-Wert = 1 an, sättigt mit Kochsalz, extrahiert
mit Methylenchlorid und dampft den über Magnesiumsulfat getrockneten Extrakt zur
Trockne ein. Man erhält 128 mg, entsprechend einer Ausbeute von 600/,, linksdrehenden
Aldehyd. Nach dem Digerieren des Rückstandes mit etwas Äther beträgt der Schmelzpunkt
165°C; [α]D20 = -27 #2° (c = 0,5% in Äthanol).
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Verwendet man an Stelle des linksdrehenden Methylesters den rechtsdrehenden
Methylester, dann erhält man in gleicher Ausbeute den entsprechenden rechtsdrehenden
Aldehyd; [α]D20 = +26° (c = 0,5% in Äthanol). h) Methylester des linksdrehenden
1fl-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexans
Man schlämmt 450 mg linksdrehendes lß-Carboxymethyl - 2fl - methoxycarbonyl - 3a
- methoxy - 4fl - acetoxy-6ß-formylcyclohexan in 15 ccm Äther bei 0°C auf, fügt
zu der Aufschlämmung eine Lösung von Diazomethan in Methylenchlorid bis zur bleibenden
Gelbfärbung, läßt 5 Minuten bei 0°C stehen und dampft im Vakuum zur Trockne ein.
Der erhaltene farblose schmierige Rückstand wird unmittelbar für die nächste Umsetzung
verwendet. i) Kondensationsprodukt aus dem Methylester des linksdrehenden 1ß-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3α-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formylcyclohexan
und 6-Methoxytryptamin Der erhaltene farblose schmierige Rückstand wird in 3 ccm
Benzol aufgenommen und mit einer lauwarmen Lösung von 284 mg 6-Methoxytryptamin
in 18 ccm Benzol versetzt. Die Mischung wird 20 Minuten bei einer Temperatur von
30°C stehengelassen und dann im Vakuum zur Trockne eingedampft. Man erhält einen
farblosen
schmierigen Rückstand, der unmittelbar für die nächste Umsetzung verwendet
wird. j) Rechtsdrehendes 18ß-Acetoxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20α-yohimban
Der farblose schmierige Rückstand wird in 47 ccm Methanol gelöst. Man fügt zu der
Lösung 1,25 g Natriumborhydrid, erwärmt die Mischung etwa 10 Minuten zum Sieden
unter Rückfluß, engt auf 5 ccm ein, fügt 1 ccm Essigsäure zu, nimmt in Chloroform
auf, wäscht die Chloroformextrakte mit 2 n-Salzsäure, Wasser, Natriumcarbonat und
schließlich mit Wasser, trocknet sie über Magnesiumsulfat und dampft im Vakuum zur
Trockne ein. Der Rückstand wird in einem Gemisch aus 4 ccm Pyridin und 3 ccm Essigsäureanhydrid
aufgenommen, 10 Minuten bei 40°C stehengelassen und im Vakuum zur Trockne eingedampft.
Nach dem Aufnehmen des erhaltenen Rückstandes in einem Gemisch aus Essigsäureäthylester
und Äther im Mischungsverhältnis 2: 3, Kühlen mit Eis und Absaugen des Niederschlags
erhält man 1,2 g, entsprechend 60% der berechneten Menge rechtsdrehendes 18ß-Acetoxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ß
- methoxycarbonyl -2,3 - seco - 20a - yohimban vom F. =162 und 184°C nach vorübergehender
Verfestigung; [a]2D0 = +31 +20 (c = 0,50/0 in Äthanol). Diese noch nicht beschriebene
Verbindung bildet farblose, prismatische Kristalle, die in Aceton und Chloroform
löslich und in Äther nahezu unlöslich sind.
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C25 H32 0 7N2; Molekulargewicht = 472,52.
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Berechnet ... C 63,54, H 6,83, 0 23,70, N 5,930/,; gefunden ... C
63,8, H 6,7, 0 23,6, N 6,00/,. k) Rechtsdrehendes 18ß-Oxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20a-yohimban
(V) 4 g rechtsdrehendes 18ß-Acetoxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20α-yohimban
vom F. = 184°C, [a]2o0 = +310 (c = 0,5% in Äthanol), werden in einem Gemisch aus
84 ccm wasserfreiem Methanol, 24 ccm Wasser und 12 com 10 n-Natronlauge gelöst.
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Man erhitzt die Mischung 1 Stunde unter Rückfluß zum Sieden, säuert
mit 10 n-Salzsäure auf einen p Wert = 1 an und engt im Vakuum bis zur beginnenden
Trübung ein. Nach dem Kühlen mit Eis saugt man den Niederschlag ab, wäscht ihn mit
Wasser und trocknet ihn. Man erhält 3,11 g Verbindung V entsprechend einer Ausbeute
von 890/,. Diese Verbindung wird aus wäßrigem Methanol umkristallisiert; F. = 150°C;
[a]2o0 = +34° (c = 0,5 °/0 in Äthanol), sie ist in Wasser sehr wenig löslich und
in Alkalien und wäßrigem Methanol löslich.
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C22H18 0 6N2; Molekulargewicht = 416,46.
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Berechnet ... C 63,44, H 6,78, 0 23,05, N 6,730/,; gefunden ... C
63,3, H 6,80, 0 23,4, N 6,80/, Diese Verbindung ist noch nicht beschrieben.
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Man kann in der gleichen Weise das linksdrehende 1 8ß-Acetoxy-1 1,1
7a-dimethoxy-3-oxo-1 6fl-methoxycarbonyl-2,3-seco-20a-yohimban verseifen und erhält
dann die Verbindung V in linksdrehender Form, die entsprechend dem beigefügten Formelschema
in das optische Isomere des natürlichen Reserpins übergeführt werden kann. Das beschriebene
Verfahren kann ferner gleichfalls auf das racemische 18ß-Acetoxy-11,17α-dimethoxy-3-oxo-16ßmethoxycarbonyl-2,3-seco-20α-yohimban
angewandt werden.
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E. Linksdrehendes Lacton des 18ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20α-yohimban
(VI) 3 g der rechtsdrehenden Verbindung V werden 2 Stunden in einem Gefäß, in dem
sich 30 ccm Essigsäureanhydrid,
30 ccm Essigsäure und 1,5 g Lithiumacetat
befinden, erhitzt. Man läßt die Mischung abkühlen, versetzt sie mit Wasser und läßt
kristallisieren. Nach dem Absaugen der Kristalle werden diese mit Wasser gewaschen
und getrocknet Man erhält 1,57 g Lacton VI. Die Mutterlaugen werden mit Methylenchlorid
extrahiert. Der Extrakt wird mit Natronlauge und Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat
getrocknet und zur Trockne eingedampft. Nach dem Umkristallisieren aus wäßrigem
Aceton gewinnt man 610 mg des Lactons VI, wodurch die Gesamtausbeute 760/, beträgt.
Das Lacton VI bildet farblose Kristalle vom F. = 175°C; [a]2o0 = 830 (c = 0,250/,
in Aceton), die in Chloroform, Aceton und Essigsäureäthylester löslich und in Alkohol
wenig löslich sind.
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C22HS605N2; Molekulargewicht = 398,44.
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Berechnet ... C 66,31, H 6,58, 0 20,08, N 7,030/,; gefunden ... C
66,1, H 6,7, 0 19,7, N 6,8010.
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Diese Verbindung ist noch nicht beschrieben.
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Man kann die gleiche Arbeitsweise auch auf die linksdrehende Verbindung
V anwenden und erhält dann das rechtsdrehende Lacton VI vom F. = 175°C; [a]20 -
+860 (c = 0,250/, in Äthanol), das nach dem Formelschema in das optische Isomere
des natürlichen Reserpins übergeführt werden kann.
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Das Verfahren ist ferner auch auf die racemische Verbindung V anwendbar.
Außerdem kann man es auch in Abwesenheit von Essigsäure durchführen.
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F. Lacton der Reserpsäure (VIII) 2,6 g linksdrehendes Lacton VI,
[a]200 = -83", werden 2 Stunden unter Rückfluß mit 90 ccm Phosphoroxychlorid umgesetzt.
Das überschüssige Phosphoroxychlorid wird durch Eindampfen der Mischung bis zur
Trockne entfernt. Der aus der quaternären Base VII bestehende Rückstand wird in
180 ccm Essigsäure aufgenommen und nach Zugabe von 15 g Zinkpulver und 10 ccm Wasser
zum Sieden unter Rückfluß erhitzt. Man erhitzt die Mischung noch 40 Minuten zum
Sieden, kühlt sie ab, saugt vom Zink ab, das man mit Aceton wäscht, vereinigt die
Waschflüssigkeiten mit dem essigsauren Filtrat, dampft zur Trockne ein, nimmt den
Rückstand in Chloroform auf, wäscht den Chloroformextrakt mit Wasser und dann mit
Ammoniak, trocknet über Magnesiumsulfat, filtriert und dampft im Vakuum zur Trockne
ein. Nach dem Umkristallisieren aus Aceton erhält man 1,32 g, entsprechend 520/,
der berechneten Menge Reserpsäurelacton, das der aus dem natürlichen Reserpin erhaltenen
Verbindung entspricht.
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Wenn man von dem rechtsdrehenden Lacton VI ausgeht und unter den
gleichen Bedingungen arbeitet, erhält man das optische Isomere des Reserpsäurelactons.
Man kann die Reduktion der quaternären Base auch mit einem Alkaliborhydrid durchführen,
doch erhält man dann das Isoreserpsäurelacton, das durch Behandeln mit Pivalinsäure
(Trimethylessigsäure) in an sich bekannter Weise zum Reserpsäurelacton isomerisiert
werden muß.
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Die Umsetzung des Reserpsäurelactons zum Reserpin erfolgt ebenfalls
in an sich bekannter Weise.