-
Vorrichtung zur Herstellung von Fasern oder Gespinst aus in der Hitze
plastischen, mineralischen oder anorganischen Stoffen, insbesondere Glas Vorrichtungen
zur Herstellung von Fasern oder Gespinst aus in der Hitze plastischen, mineralischen
oder anorganischen Stoffen, insbesondere Glas, wobei einem oben und unten offenen
Schleuderkörper, und zwar dessen innerer Mantelfläche der plastisch gemachte Stoff
zugeführt und am unteren Rand abgeschleudert wird, sind bekannt. Gegenüber dieser
bekannten Vorrichtung besteht die Vereinfachung und der technische Fortschritt der
Erfindung darin, daß die Fläche des Schleuderkörpers schräg zur Horizontalen geneigt
ist. Durch diese Schräglage kann man die Fasern zu einem Körper gewünschten Querschnitts
und gewünschter Abmessungen zusammenführen. Ein weiteres Kennzeichen der Erfindung
besteht darin, daß die Abschlenderstelle an der dem Glühofen angewandten Seite des
Schleuderkörpers liegt, ferner darin, daß die Lager für den Schleuderkörper seitlich
von ihm geschützt liegen, ferner darin, daß die untere Öffnung des Schleuderkörpers
durch eine Abdeckplatte zur Bildung eines Schlitzes abgedeckt ist, ferner darin,
daß die Abdeckplatte durch ein Knierohr zentral von oben gehalten wird, um die ungeteilte
Abführung der Glasfäden zu ermöglichen, ferner darin, daß zur Regelung des Materialzuflusses
im Glühofen eine von diesem erwärmte Platindüse angeordnet ist, ferner darin, daß
ein endloses Band mit Mitnehmern in Verbindung mit einer Spulvorrichtung angeordnet
ist, ferner darin, daß unterhalb des Schleuderkörpers eine mit dein endlosen Band
zusammenarbeitendeAbsaugevorrichtung angeordnet ist.
-
Die dem Trichter von oben zugeführte flüssige Glasmasse kann man direkt
auf den Trichterrand tropfen lassen, von welchem sie zu Fäden abgeschleudert und
unten unzerschnitten abgeführt wird.
-
Anschließend wird dann die Fadenmasse entweder in einem ovalen Trichter
schon zu einer ovalen Form zusammengedrängt und darauf an der Unterseite des Trichters
zu einem endlosen Fadenbündel vereinigt oder die nach unten gesunkene Fadenringmasse
durch Luftzufuhr nach unten im Absinken beschleunigt auf ein endloses Band zugeführt
und von diesem zu einem endlosen Fadenbündel vereinigt. Dabei steht die Hauptrichtung
des endlosen Bandes etwa parallel zu der Querachse des Schleuderkörpers. Die Fäden,
wie sie aus dem Schleuderkörper 17 anfallen, werden nach diesem Beispiel
exzentrisch an dein Außenumfang der gebildeten Ringkörper angefaßt. Es ist weiter
erfindungsgemäß neu, an sich bekannte Weichtnacher, wie Z. B. Silicone, den
Glasfäden unmittelbar nach ihrem Austritt aus dem Schleuderkörper 17 z. B.
durch Aufsprühen zuzusetzen.
-
Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung
schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 in einem Schnitt die Vorrichtung;
Fig. 2 einen Grundriß gemäß der Draufsicht auf Fig. 1 in Pfeilrichtung; Fig.
3 zeigt eine Draufsicht auf den Trichter 34. Man sieht bei 1 eine
auf beliebigem Träger in einem Maschinenraum angeordnete Grundplatte, auf welcher
der Schamottofen 2 für das geschmolzene Glas 3 mit der Öffnung4 steht.
-
Die Öffnung 4 ist durch eine bei 5 in den Schamottkörper eingelassene
Düse 6, insbesondere aus Platin, verengt, damit durch diese durch den Schamottkörper
mit erwärmte Platindüse 6 der Abfluß des flüssigen Glases 3 in gewünschter
gleichmäßiger Stärke geregelt wird.
-
An die Grundplatte 1 schließt sich nach unten das Feuerrohr
7 an, und zwar aus Stahl, innen mit Schamotte ausgekleidet und an der Grundplatte
1 befestigt oder in einem Hebelstück 8 angelenkt an einer Platte 12.
Ein Fahrgestell 10 mit einer Tragsäule 11 trägt eine Platte 12, welche
zweckmäßig an dem Teil 10 bei 14 und an der Säule 11 bei
15 befestigt ist. In dieser Platte 12 sind Kugellager 13 vorgesehen
und eine Öffnung 16 gegenüber der Öffnung des Teils 7, so daß in der
Platte 12 der in der Öffnung 16 angeordnete Schleuderkörper 17 sich
in den Kugellagern 13 drehen kann.
-
Der Schleuderkörper 17 besteht aus zwei Eisenringen, einem
äußeren 19 und einem inneren 18,
welche zweckmäßig auswechselbar sind.
Zwischen dem Einsatzring 17 und dem Ring 18 befindet sich eine Schamotteschicht
27. Nuten 20 im Ring 19 nehmen einen Antriebsriemen zur Verbindung
mit einem Antriebsmotor 21 auf, um die gewünschte Umdrehung
des
Schleuderkörpers zu bewirken. Das gesamte Fahrgestell 10 mit seinem Aufbau
einschließlich Trichter 7
ist gegenüber der Öffnung 4 auf entsprechenden Schienen
verfahrbar.
-
An dem Trichter7 seitlich bei 35 ist mit einem in den Trichterraum
7 hineinragenden wassergekühlten Knierohrpaar 22 die Abdeckplatte
23 bei 24 auswechselbar befestigt. Die Abdeckplatte 23 steht damit
fest und läßt an ihrem Umfang bei 25 einen Zwischenrauin züi der benachbarten
Innenfläche des Schleuderkörpers17, damit die aus dem Trichter7 durch den Kanal
36 zugeführten Heizgase dieser Zwischenraum zur Abführung benutzen müssen
und damit die auf die Innenwandung des Schleuderkörpers 17 auftreffende Glasmasse
hoch erhitzen.
-
An der Stelle 25 wird die Glasmasse abgeschleudert und sinkt
nach unten, gegebenenfalls durch einen Luftstrom unterstützt. Dieser Luftstrom kann
in einfachster Weise dadurch erzeugt werden, daß die Abstand.;halter 26 zwischen
den Eisenringen 18 und 19
mit Ventilator ähnlich gestellten an sich
bekannten Leitflächen versehen sind. Auf diese Weise wird Luft in Richtung der Pfeile
29 durch diesen Zwischenraum bei 26 angesaugt und nach unten geführt,
diese Luft kühlt einerseits den Außenring 19 und schützt die Lager
13; andererseits drückt sie ringförmig die abgeschleuderte Glasfadenmasse
28 nach unten in Richtung auf das endlose Band 30, welches zweckmäßig
auf dem Fahrgestell 10 mittelbar befestigt ist.
-
Die Austrittsstelle des Glases vom Schleuderkörper 17 weg liegt
an der Stelle 25, wo Öffnungen in Form von Löchern od. dgl. im freien Rand
des Teiles 17
vorgesehen sind, deren Zahl der Zahl der gewünschten Fäden angepaßt
ist. Ebenso wird die Urnlaufgeschwindigkeit des endlosen Bandes 30 entsprechend
der anfallenden Fadenmenge geregelt.
-
Das endlose Band 30 kann mit Aufrauhungen oder auch Widerhaken
32 versehen sein, um die darauffallende Glasmasse 28 in Richtung des
Pfeiles 31 abzuführen. Die Mitnehmer 32 sind nur sehr schmal, entsprechend
der gewünschten Fadendicke, so daß auf dem endlosen Band hintereinander dein Abstand
der Widerhaken entsprechende Fadenbündel entstehen, wobei jedes einzelne Fadenbündel
hunderte Einzelfäden enthalten kann.
-
Die Abnahme des ersten Fadens von dem endlosen Band 30 kann
von Hand geschehen, indem von den Mitnehmern 32 der Faden an der rechten
Seite des endlosen Bandes (in der Zeichnung) abgehoben und von einer Spule 33 zum
Aufspulen abgezogen wird. Dei übrigen Fäden der hinter dem ersten Mitnehmer
32 folgenden NAitnehmer liegen auf dem von den ersten Fäden gebildeten Vlies
auf und werden dadurch zwangläufig bei 33 aufgespult.
-
Die Spule 33 kann durch Bewegung und Verstellung ihrer Drehachse
beim Aufspulen gleichzeitig in bekannter Weise zur Verdrillung der Einzelfäden benutzt
werden.
-
lUan kann auch durch Anordnung eines unter dem Schleuderkörper
17 angeordneten Trichters mit rechteckiger Austrittsöffnung dafür sorgen,
daß die an-ZD ZD gesammelten Glasfädeil in die Form gebracht werden (ohne Ausbauchung),
welche für die Abgabe an das endlose Band 30 am geeignetsten ist.
-
Auf dem Fahrgestell 10 ist ein Absaugetrichter 34 vorgesehen,
auf dessen obere Randfläche durch Öff-
nungen 37 die abgeschleuderten
Fadenringe 28 heraufgesaugt werden, damit sie bei 38 von dem endlosen
Band 30 einseitig erfaßt und abgeführt werden.