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DE108181C - - Google Patents

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DE108181C
DE108181C DENDAT108181D DE108181DA DE108181C DE 108181 C DE108181 C DE 108181C DE NDAT108181 D DENDAT108181 D DE NDAT108181D DE 108181D A DE108181D A DE 108181DA DE 108181 C DE108181 C DE 108181C
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mirror
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concave
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    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
    • G02B17/00Systems with reflecting surfaces, with or without refracting elements
    • G02B17/08Catadioptric systems
    • G02B17/0856Catadioptric systems comprising a refractive element with a reflective surface, the reflection taking place inside the element, e.g. Mangin mirrors
    • GPHYSICS
    • G02OPTICS
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    • G02B17/00Systems with reflecting surfaces, with or without refracting elements
    • G02B17/08Catadioptric systems
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    • G02B23/00Telescopes, e.g. binoculars; Periscopes; Instruments for viewing the inside of hollow bodies; Viewfinders; Optical aiming or sighting devices

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  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Optics & Photonics (AREA)
  • Astronomy & Astrophysics (AREA)
  • Lenses (AREA)

Description

PATENTAMT.
tr
Γ/
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42 ^Instrumente. J
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Oktober 1898 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine optische Correctionsvorrichtung,' welche dazu dient, die Fehler uncorrigirter dioptrischer Objective, nämlich Farben- bezw. Kugelabweichung, in besserer Weise, wie bislang möglich, aufzuheben. Die Correctionsvorrichtung besteht in einer Hohlspiegelflä'che, vor welcher sich eine oder mehrere Concavlinsen befinden. Die Concavlinsen haben die Aufgabe, die positive Farbenzerstreuung des Objectivs aufzuheben, während die Hohlspiegelfläche den für vorliegende Erfindung wesentlichen Zweck erfüllt, die durch die Concavlinsen bewirkte Divergenz der Strahlen aufzuheben.
Die Correctionsvorrichtung kann in Fernrohren und in Mikroskopen zur Anwendung kommen.
Dafs diese Correctionsvorrichtung Vortheile besitzt, welche die Herstellung der optischen Instrumente, besonders aber der grofsen Teleskope erleichtern, haben mathematische Untersuchungen des Erfinders, sowie seine langjährigen praktischen Versuche gezeigt. Ein Fernrohr von 12 cm Objectivöffnung, 1,4 cm Spiegelöffnung und 1,50 m Brennweite ist schon ausgeführt und hat sich gut bewährt.
In der beiliegenden Zeichnung sind:
Die Fig. 1, 2, 3 und 4 Schnitte der Correctionsvorrichtung. Die Höhlspiegelfläche ist durch eine Doppellinie kenntlich gemacht. Fig. ι und 2 stellen zwei verschiedene Anordnungen einer Concavlinse (I) vor der. Hohl-Spiegelfläche dar, Fig. 3 und 4 zeigen zwei verschiedene Anordnungen von zwei Concavlinsen (I und II) 'vor der Hohlspiegelfläche. In den anderen Figuren bezeichnetΛ. das Objectiv, C die Correctionsvorrichtung und D das Ocular.
Fig. 6 veranschaulicht eine sehr wirkungsvolle Anordnung eines vollständigen Fernrohrsystems, welches unter Benutzung der vorliegenden neuen Correctionsvorrichtung achromatisirt ist.
Fig. 7 ist eine schematische Zeichnung, welche zeigt, wie beim Fernrohrsystem der Fig. 6 das secundäre Spectrum aufgehoben wird.
Fig. 5 bringt ein anderes Fernrohrsystem zur Anschauung, bei welchem die neue Correctionsvorrichtung so angeordnet ist, dafs der Tubus des Instruments gekürzt wird.
Fig. 8 zeigt, wie die neue Correctionsvorrichtung auch für Mikroskope angewendet, werden kann.
Ueber die verschiedenen, in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Anordnungen der Correctionsvorrichtung ist zunächst Folgendes zu bemerken :
In Fig. ι und 3 ist die Silberbelegung direct auf der Hinterseite einer Concavlinse angebracht, während in Fig. 2 und 4 der Hohlspiegel für sich ein Stück bildet. Die Anordnung der Fig. 1 und % hat den Vortheil, dafs die Spiegelfläche gut vor Oxydation geschützt ist, während die zweite Anordnung Fig. 2 und 4 die Spiegelfläche vor dem Verbiegen schützt, da,das; Stück, 'auf welchem sie angebracht ist,
'^kSJi $■.-■—■'■-
sehr dick angeordnet werden kann. Diese letztere Art (Fig. 2 und 4), die Erfindung auszuführen, eignet sich deshalb besonders für grofse Spiegel.
Die beiden Glasarten, welche gewöhnlich für gröfsere zweilinsige Objective zur Verwendung kommen, haben solche Zerstreuungsverhältriisse, dafs für die reciproke Brennweite der Crownglaslinse sich ungefähr der Werth -f 2,7 ergiebt. wenn mit -\- ι die reciproke Brennweite des ganzen Objectivs bezeichnet wird. Die Flintglaslinse bekommt demgemä'fs eine reciproke Brennweite von —· 1,7.
Der Achromatismus des Objectivs wird dadurch erreicht, dafs die Zerstreuungen der beiden Linsen gleich und entgegengesetzt sind; die Zerstreuung, welche die Crownglaslinse von der Kraft (d. h. von der reciproken Brennweite) -f- 2,7 hervorruft, wird aufgehoben durch die Zerstreuung der Flintglaslinse von der Kraft —1,7.
Es sind also 2,7 Schritte vorwärts gemacht (in Convergenz), 1,7 Schritte rückwärts (in Divergenz), um einen Schritt vorwärts zu erreichen. Der zur Erreichung dieses einen Schrittes gemachte Umweg ist also bedeutend, nämlich 2 · 1,7 = 3,4 Schritte.
Wir denken uns nun die Crownglaslinse in zwei Linsen getheilt. Die eine derselben von der Kraft -\- 1 wird allein als Objectiv in der früheren Stellung zurückgelassen, die andere von der Kraft -j- 1,7 wird zusammen mit der Flintglaslinse von der Kraft — 1,7 allmälig dem Focus des Systems genähert. Allerdings wird die gleiche, aber entgegengesetzte Kraft dieser beiden Zwischenlinsen nach dieser Entfernung vom Objective gröfser werden müssen, um noch immer ein achromatisches System zu liefern. Aus den hier anzuwendenden optischen Gleichungen geht jedoch hervor, dafs, wenn man diese nunmehr nöthigen Kräfte der Zwischenlinsen mit dem Quotienten:
Durchmesser des Strahlenkegels bei den Zwischenlinsen Durchmesser des Strahlenkegels am Objective
multiplicirt, die so erhaltene Kräftezahl immer denselben Werth von +_ 1,7 behält, wie auch immer der Abstand der Zwischenlinsen vom Objective gewählt wird — natürlich unter der Voraussetzung, dafs dieselben Glasarten beibehalten werden. Diese so erhaltenen Kräftezahlen sind die optisch mafsgebenden, weil sie den Werth der Brechungen in Bezug auf das Brennpunktsbild darstellen, und diese Werthe wollen wir in Folgendem kurzweg »Kräfte« nennen.
Wir haben auf solche Weise ein dialytisches Fernrohr erhalten, und zwar eines von dem Typus, welcher zuerst von Rogers angegeben wurde. Die mafsgebenden Werthe sind also beim dialytischen Rohre ganz die gleichen, der gemachte Umweg ist ganz derselbe wie beim zweilinsigen Objective, das Princip der Achromatisirung ist dasselbe, und die Vortheile der dialytischen Fernrohre müssen, wenn überhaupt solche vorhanden sind, in anderen Umständen gesucht werden wie im Principe der Achromatisirung.
Um es noch einmal anzuführen, haben wir nach der Verschiebung der zwei Linsen die Verhältnisse so, dafs die Flintglaslinse von der Kraft — ι ,7 die Zerstreuung der beiden Crownglaslinsen von der Kraft -f- 1,0 und -f- 1,7 (gleichwerthig einer Crownglaslinse von der Kraft -f- 2,7) aufhebt; die Crownglaslinse von der Kraft -f- 1,7 hebt die Divergenz der Flintglaslinse von der Kraft — 1,7 auf, die Strahlen gehen also im grofsen Ganzen ungebrochen durch die zweifache Linsencombination, welche zwischen Objectiv und Focus aufgestellt ist.
Dieselben Glasarten vorausgesetzt, können wir nun weiter die zwei Zwischenlinsen durch eine einzige Flintglaslinse von der Kraft
= — 0,63 ersetzen und erhalten so
2,7
ein achromatisches System, da diese eine Flintglaslinse nach Obigem die ganze Zerstreuung des Objectivs von der Kraft -j- 1 aufhebt; dieses System hat aber den Uebelstand, dafs die Divergenz der Flintglaslinse den Durchmesser des Strahlenkegels in der Focalebene des Objectivs um 0,63 Objectivdurchmesser aus einander breitet. Die Strahlen werden sich also unter Umständen gar nicht vereinigen, unter Umständen sehr weit vom Objective entfernt, je nachdem wir die Entfernung der Flintglaslinse vom Objective wählen.
Dieser Verlust an Convergenz kann dadurch beseitigt werden, dafs unmittelbar hinter der Flintglaslinse ein Hohlspiegel aufgestellt wird (Fig. 5), so dafs die Strahlen zuerst die Flintglaslinse durchdringen, dann, vom Hohlspiegel zurückgeworfen, die Flintglaslinse zum zweiten Male passiren und in einem Punkte sich vereinigen, welcher vor dem Spiegel gelegen ist. Damit das System nach dieser Umänderung noch achromatisch bleibe, darf die Kraft der
Flintglaslinse aber nur —= —0,315 betragen, weil sie vom Lichte zweimal durchsetzt wird. Die Kraft des Hohlspiegels können wir beliebig annehmen, ohne den Achromatismus zu stören, weil die Spiegelung bekanntlich keine Farbenabweichung erzeugt. Um jedoch
die oben angenommene Brennweite des Systems von -|- ι beizubehalten und um so den Vergleich mit obigen dioptrischen Systemen zu ermöglichen, wollen wir ihm die Kraft -j- 0,63 geben, so dafs ähnlich wie früher die Zwischencombination wie ein Planspiegel wirkt.
Wir haben also jetzt die Verhältnisse wie folgt:
Die vom Lichte doppelt durchsetzte Flintglaslinse von der Kraft —0,315 (gleichwerthig einer einfach durchsetzten Flintglaslinse von der Kraft — 0,63) hebt die Dispersion des Objectivs von der Kraft -j- 1,0 auf; die Gonvergenz des Hohlspiegels von der Kraft -|- 0,63 hebt die Divergenz der Flintglaslinse von der Kraft •—2 · 0,315 ='— 0,63 auf. Die zurückgelegten Wege betragen demnach +1—0,63-1-0,63, der erste Summand für die Flintglaslinse und der dritte für den Spiegel.
Der gemachte Umweg ist durch diese Veränderung von 2·ΐ,7 auf 2 · °>63 vermindert
worden; er beträgt also nur den
0,63
= 2,7*
Theil von dem Umwege, welcher beim zweilinsigen Objective und beim dialytischen Fernrohre gemacht wird. Die absolute Summe der an den Glasflächen erzeugten Brechungen, die uns hier besonders interessiren, verhalten sich zu derselben Gröfse beim zweilinsigen Objective
. 1,0 -f- 0,63 1 .
wie —-——-— = , auch diese sind also
2,7+I,7 ■ ■ 2,7
auf den 2,7ten Theil reducirt.
Der Erfolg ist jedoch derselbe geblieben wie bei dem zweilinsigen Objective, von welchem wir ausgingen, nämlich ein achromatisches convergentes System von gleicher Brennweite und von gleicher Oeffnung.
Zur Sichtbarmachung des Bildes ist natürlich noch ein Prisma oder ein Spiegel erforderlich. Ueberhaupt können hier alle die Einrichtungen angewendet werden, welche bei Spiegelteleskopen üblich sind.
Ueber die Eigenschaften dieser Systeme kommt man nun zu folgenden Ergebnissen:
1. Sie bewirken die Achromatisirung einer Objectivlinse auf dem optisch directesten Wege, welcher mit den jetzt zu Gebote stehenden Mitteln überhaupt möglich ist.
2. Objectiv und Spiegellinse können aus derselben Glasart gefertigt werden, ohne dafs die Möglichkeit der Achromatisirung aufhört. Derartige Systeme hätten also zur Noth schon construirt werden können, bevor man die verschiedene Dispersion der Glasarten kannte.
3. Sofern wir dieselbe Art von Crown- und Flintglas wie oben beibehalten, wird (von später zu besprechenden Einschränkungen abgesehen) das secundäre Spectrum auf den 2,7ten Theil des beim zweilinsigen Objective auftretenden vermindert sein, denn anstatt eine Crownglaslinse von der Kraft 2,7 durch eine Flintglaslinse von der Kraft — 1,7 zu achromatisiren, wird eine Crownglaslinse ^ von der Kraft ι durch eine Flintglaslinse von der Kraft — 0,63 achromatisirt, ohne dafs die Brennweite des Gesammtsystems vergröfsert wird. Bei Anwendung leichteren Flintglases für die Spiegellinse wird dieser Bruchtheil noch mehr vermindert, ganz im Gegensatze zum zweilinsigen Objective, wo im allgemeinen die Anwendung leichteren Flintglases das secundäre Spectrum nicht verkleinert.
4. Die Wahrscheinlichkeit für Combinationen, welche die Kugelgestaltfehler vollständig unschädlich machen, ebenso wie die damit zusammenhängenden sphärischen Farbenfehler, wird hier eine gröfere sein wie beim zweilinsigen Objective, weil hier die Kräfte der Linsen weit geringere sind und Spiegelflächen, gleiche Brechungen vorausgesetzt, weit geringere Kugelabweichungen wie Linsen erzeugen.
5. Bei diesen Systemen können die Nachtheile, welche, sonst den durch Objectspiegel erzeugten Bildern anhaften, so vermindert werden, dafs sie nicht mehr in Frage kommen. Der schädliche Einflufs der Schwereverbiegungen kann leicht auf den dreifsigsten Theil der bei Spiegelteleskopen . auftretenden dadurch verringert werden, dafs man die Zwischenspiegel möglichst klein anordnet; die Fehler, welche durch ungenauen Schliff dieser Zwischenspiegel entstehen, sind dann nicht gröfser wie die bei Refractoren durch ungenauen Schliff der Linsenflächen auftretenden. Auch die leichte Oxydirbarkeit der Spiegelfläche wird durch die Flintglasdecklinse sehr vermindert, da diese so gekrümmt ist, dafs sie am Umfange unmittelbar auf der Spiegelfläche liegt und so letztere von der umgebenden Luft abschliefst.
Der oben aus einander gesetzte gröfse Vortheil des vorliegenden neuen Systems gegenüber der rein dioptrischen Farbencorrection, nämlich die Reduction der Brechungen ohne Vergröfserung der Systembrennweite schwindet aber vollständig, wenn statt des Hohlspiegels ein Planspiegel oder gar ein Convexspiegel mit der Concavlinse verbunden wird. Wir betrachten den in dieser Beziehung günstigsten Fall, dafs die Correctionsvorrichtung, welche wir uns nun mit einem Planspiegel an Stelle des Hohlspiegels versehen denken, sehr nahe dem Objective aufgestellt ist. Unter Zugrundelegung obiger errechneter Linsenkräfte und unter Beibehaltung obiger Glassorten wird jetzt das achromatische System gebildet durch, das Objectiv von der Kraft -j- 1, durch die zweimal durchsetzte Concavlinse von der Kraft — 2 ■ 0,315 und durch den Planspiegel von der Kraft +_ o. Die reciproke Brennweite dieses Systems wird
betragen, wenn die im Vergleich zur Brennweite geringen Abstände der Bestandteile vernachlässigt werden:
+ ι — 2 · 0,315 +L ο = + 0,37,
und die Brennweite selbst
0,37
= + 2,7-
Die Brennweite des Systems und damit auch die Tubusla'nge, welche nach Zurückwerfung der Strahlen von dem unter 45 ° gestellten kleinen Planspiegel der Fig. 5 sich jetzt nach der rechten Seite dieser Figur in nahezu voller Länge erstreckt, wird also auf das Dreifache vergröfsert sein. Wollen wir nun wie früher die im Systeme stattfindenden Brechungen durch seine reciproke Brennweite als Einheit ausdrücken, um so den Vergleich mit den früheren Systemen zu ermöglichen, so haben wir die Brechungszahlen durch + 0,37 zu dividiren und bekommen so
+ ι
+ °>37
2 · 0,315
+ 0,37
1,7·
Es sind das dieselben Werthe, welche wir beim zweilinsigen Objective gefunden hatten. Durch Anwendung der Planspiegelfläche in der Correctionsvorrichtung an Stelle der Hohlspiegelfläche wird also kein optischer Vortheil gegenüber der rein dioptrischen Achromatisirung gewonnen. Entfernen wir jetzt die Correctionsvorrichtung von Objecte, so wächst die Brennweite noch vielmehr und sehr bald tritt eine Stellung ein, bei welcher die Strahlen sich überhaupt nicht mehr vereinigen. Aus Vorstehendem ist ersichtlich, dafs eine Correctionsvorrichtung, welche einen Convexspiegel benutzt, gegenüber der rein dioptrischen Correction mit Nachtheilen behaftet ist.
Die Vortheile vorliegender Erfindung für die Farbencorrection dioptrischer Objective sind also an die Hohlspiegelfläche gebunden, und Correctionsvorrichtungen, welche einen Convexspiegel anwenden, wie z. B. die Vorrichtung v. d. Gröbens (Centralzeitung für Optik und Mechanik 1885, S. 147 ff.) zeigen nicht das die vorliegende Erfindung kennzeichnende vortheilhafte Princip, nämlich die Rückgängigmachung der durch die Concavlinse bewirkten Divergenz durch einen Hohlspiegel.
Wir gehen nun in der Umänderung unseres Systems (Fig. 5) noch einen Schritt weiter; wir entfernen die Compensation, das heifst den Hohlspiegel mit der aufgelagerten Concavlinse, noch mehr vom Objective, so dafs sie zuerst dessen Brennpunkt erreicht und dann über diesen hinweggeführt wird; wir stellen sie (Fig. 6) in einem Punkte auf, wo der Strahlenkegel sich schon wieder ziemlich erweitert hat.
Die Krümmung des Hohlspiegels wählen wir dann am zweckmäfsigsten so, dafs die Strahlen annähernd in demselben Punkte, nur etwas seitwärts der Achse verschoben, sich wieder sammeln, von dem sie ausgingen. Auch nach dieser letzten Umänderung bleibt die zur Achromatisirung nöthige Kraft der Concavlinse, wie wir sie oben kennen lernten, nämlich —0,315. Bringen wir mehrere Concavlinsen vor den Spiegel an, so mufs selbstredend ihre Kraftsumme ■— 0,315 betragen. Die Vortheile dieses Systems gegenüber dem zweilinsigen Objective sind also in Bezug auf die Achromatisirung ganz die nämlichen wie bei der Construction nach Fig. 5 und demgemäfs auch die sich daran knüpfenden Folgerungen.
Diese Spiegelachromaten haben also mit den Spiegelteleskopen das gemeinsam, dafs die Eigenschaft der Hohlspiegel, Convergenz ohne Farbenabweichung zu bewirken, bei ihnen zur Vereinfachung des Strahlenganges benutzt wird. Von den Refractoren entlehnen sie die Eigenschaften einer Objectivlinse, Bilder zu liefern, welche durch die Schweredurchbiegungen und durch ungenauen Schliff viel weniger fehlerhaft ausfallen wie bei einem Objectivspiegel. Sie stehen also gewissermafsen in der Mitte zwischen den Refractoren und Reflectoren.
Das secundäre Spectrum wird jener übrigbleibende Rest von Farbenabweichung genannt, welcher sich für die violetten, blauen und rothen Strahlen ergiebt, wenn die im gelben Theile des Spectrums liegenden vereinigt sind; es entsteht dadurch, dafs gewöhnliches Flintglas die blauen Strahlen zu viel, die rothen zu wenig im Verhältnisse zum Crownglase bricht. A priori wird bei Anwendung der vorliegenden neuen Correctionsvorrichtung das secundäre Spectrum ungefähr auf den dritten Theil des bei grofsen zweilinsigen Objectiven gewöhnlich auftretenden reducirt sein und dieser Rest wird wie folgt aufgehoben.
Wir betrachten zuerst den Strahlengang bei Fig. 5. Die von einem Randpunkte des Objectivs ausgehenden blauen, gelben und rothen Strahlen -werden infolge der Farbenzerstreuung des Objectivs dasselbe divergent verlassen, so dafs die blauen Strahlen die Compensation im geringsten Abstande vom Mittelpunkte treffen, die rothen im gröfsten. Die Folge davon wird sein, dafs die blauen Strahlen verhältnifsmäfsig am wenigsten durch den nach dem Rande zunehmenden Prismenwinkel der Flintglaslinse gebrochen werden, die rothen am meisten, und gerade das soll erreicht werden. Dieser Unterschied der Auffallshöhen, der in obiger Schlufsfolgerung über die Gröfse des übrig bleibenden secundären Spectrums nicht berücksichtigt wurde, ist grofs genug, um das secundäre Spectrum vollständig aufzuheben (das heifst in
ein äufserst kleines tertiäres zu verwandeln), wenn die Compensation so zwischen Objectiv und dessen Brennpunkt aufgestellt wird, dafs ihr Durchmesser etwa ein Drittel des Objectivdurchmessers beträgt.
Wenn die Compensation jenseits des Brennpunktes aufgestellt ist, werden diese Verhältnisse umgekehrt. Die von einem Randpunkte des Objectivs ausgehenden Strahlen werden nun über den Brennpunkt hinaus verlängert die Compensation so treffen, dafs die blauen Strahlen die gröfste Einfallshöhe, die rothen die geringste haben. Es geht unser Vortheil in Bezug auf die Verminderung des secundären Spectrums theilweise verloren. Derselbe wird aber dadurch wieder ganz gewonnen, dafs im Focus des Objectivs eine Convexlinse aufgestellt wird, oder ein Prisma mit einer convexen Kathetenfläche, an dessen Hypotenusenfläche das Licht total reflectirt wird, um es dem Auge nachher bequem zuführen zu können. Diese Anordnung ist in Fig. 8 dargestellt. Wenn wir dem Prisma eine solche Brennweite f geben, dafs Compensation und Objectiv in conjugirten Punkten stehen, dafs also ist:
AB
BC
so werden alle von einem Punkte· des Objectivs ausgehenden verschiedenfarbigen Strahlen das Prisma in verschiedenen Punkten treffen, auf der Compensationsvorrichtung aber wieder mit grofser Annäherung in einem Punkte vereinigt werden und so in gleicher Einfallshöhe die Compensation durchsetzen. Der Nachtheil in Bezug auf das secundäre Spectrum ist also aufgehoben. Wird nun dieselbe Glasart für Objectiv und Compensation verwendet, so wird das secundäre Spectrum absolut gleich Null.
Verkürzen wir nun die Brennweite des Prismas, so gestaltet sich der Strahlengang, wie in der Fig. 7 schematisch dargestellt ist. Die blauen Strahlen sind hier mit b, die rothen mit r bezeichnet. Die verschiedenfarbigen, von einem Randpunkte des Objectivs ausgehenden Strahlen werden durch diese Verkürzung der Prismabrennweite zwischen Prisma und Compensation zur Kreuzung gebracht. Es trifft nun der blaue Strahl die Compensation näher der Achse wie der rothe, und jetzt können wir gerade wie bei Fig. 5 Flintglas für die Compensation verwenden, ohne secundä'res Spectrum hervorzurufen. Hier haben wir ein Mittel, durch Verkürzung der Brennweite des Prismas diesen Unterschied der Auffallshöhen beliebig zu steigern und so nach Gefallen das secundäre Spectrum zu verringern, aufzuheben oder sogar in ein negatives zu verwandeln.
Es giebt verschiedene Anordnungen, welche vermittelst eines durchbohrten Spiegels, in der Mitte zwischen Objectivbrennpunkt und Compensation aufgestellt, einer einfachen Convexlinse, eines Planspiegels mit einer Convexlinse, eines doppelt total refiectirenden Prismas, eines belegten Prismas, in der Nähe des Objectivbrennpunktes aufgestellt, die obige Anordnung des convexen, einfach total reflectirenden Prismas variiren, immer aber mufs nahe dem Brennpunkte des Objectivs ein System von positiver Brennweite vorhanden sein, wenn nun der Rest des secundären Spectrums aufgehoben werden soll. Es dürfte aber wohl die Anordnung der ,Fig. 6 für Ocularbeobachtungen allen anderen Formen vorzuziehen sein.
Das Ocular befindet sich unmittelbar neben dem Prisma. Die dadurch bedingte Schrägstellung des Spiegels verursacht kleine Bildfehler, welche durch eine minimale Neigung des Objectivs aufgehoben werden. Diese Schrägstellung nimmt mit der Gröfse des Instruments stetig ab. Der symmetrische Strahlengang in der Compensation hat zur Folge, dafs man ihren Durchmesser sehr klein machen kann, ohne dafs die entstehenden Abweichungen zu grofs werden.
Ein Objectiv von gewöhnlichem Crownglase, welches der Sinusbedingung genügt, welches also nahezu die Minimalkugelabweichung hervorruft, wird in Bezug auf Farbe und Abweichung vollständig durch eine Compensation corrigirt, deren Durchmesser ein Achtel bis ein Zwölftel des Objectivdurchmessers beträgt, je nachdem sehr leichtes oder gewöhnliches Silicatflint für die zwei der Spiegelfläche vorgelagerten Linsen verwendet wird. Hierbei ist die Anordnung so gedacht, wie in Fig. 7 dargestellt, dafs die Spiegelbelegung auf der Hinterseite der zweiten Flintglaslinse angebracht ist.
Die ganze Compensationseinrichtung ist also gewissermafsen zu einem bildumkehrenden Ocular zusammengeschrumpft.
Eine Begleiterscheinung scheint auf den ersten Blick die Anwendung der vorliegenden neuen Correctionsvorrichtung auszuschliefsen, nämlich die Spiegelbilder, welche von den Glasflächen der Concavlinsen zum Auge gelangen. Es ergiebt sich aber, dafs diese Spiegelbilder bei dem System Fig. 6 ganz zum Verschwinden gebracht werden können, und dafs sie beim System Fig. 5 das Focusbild nur unwesentlich beeinträchtigen.
Die vorliegende Correctionsvorrichtung läfst sich auch bei Mikroskopen anwenden. Das Mikroskopsystem bekommt dann die Anordnung, welche in Fig. 8 schematisch dargestellt ist. Bei O befindet sich das Object. Nachdem die Strahlen das in Bezug auf Farbe uncorrigirte Objectiv A passirt haben, gelangen sie zum Prisma B und dann zur Compensation C. Bei Mikroskopsystemen liegt die Möglichkeit
vor, ohne Schaden für die Bildgenauigkeit die Compensation im Durchmesser gröfser anzuordnen wie die Objectivöffnung, das heifst die Entfernung B-C gröfser zu machen wie die Entfernung A-B.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Eine optische Vorrichtung zur Achromatisirung eines nicht achromatischen Objectivs, bestehend in einem Hohlspiegel, vor welchem Linsenbegrenzungsflä'chen so angeordnet und so geformt sind, dafs erstens die Linsenbegrenzungsflä'chen ein dioptrisches System mit negativer Brennweite und mit negativer Farbenzerstreuung bilden, welches vom Lichte zweimal, vor und nach der Zurückwerfung durch den Hohlspiegel, durchsetzt wird, und dafs zweitens die von diesem dioptrischen Systeme erzeugte Divergenz der Strahlen vom Hohlspiegel rückgängig gemacht wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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