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Vorrichtung zur Anpassung einer diskontinuierlich arbeitenden Mischvorrichtung,
beispielsweise eines Gegenstrommischers, an eine das Mischgut zur Weiterverarbeitung
kontinuierlich oder diskontinuierlich in anderen Intervallen aufnehmende Verbrauchs
anlage Es ist bekannt, daß mit diskontinuierlich arbeitenden Mischvorrichtungen
wesentlich bessere, insbesondere einheitlichere Mischungen erreicht werden als mit
kontinuierlich arbeitenden Mischern. Es ist ferner bekannt, diskontinuierlich arbeitende
Mischvorrichtungen in ihren einzelnen Arbeitsphasen automatisch zu steuern. Bei
den bekannten Vorrichtungen dieser Art wird beispielsweise durch das Schließen der
Austragvorrichtung bzw. durch das Schwenken des Mischers in Arbeitsstellung nach
der Entleerung die Betätigungsvorrichtung für das erneute Füllen des Mischers mit
den verschiedenen Ausgangsmaterialien in der vorgeschriebenen Menge, Zeit- und Reihenfolge
entriegelt. Zur Überwachung der zugeführten Materialmenge werden vorzugsweise automatische
Waagen benutzt. Die Zuführung selbst kann beispielsweise durch einen automatisch
gesteuerten Aufzug erfolgen. Bei den bekannten, automatisch gesteuerten Mischvorrichtungen
ist es ferner möglich, die Mischzeit an der Vorrichtung einzustellen. Nach Ablauf
dieser Mischzeit kann dann entweder eine Signalgebung, verbunden mit einer automatischen
Vorbereitung der Austragvorrichtung zum Öffnen von Hand, oder ein automatisches
Öffnen der Austragvorrichtung bzw. das Schwenken des Mischers in Austragstellung
erfolgen.
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Diese bekannten Anlagen haben jedoch zwei erhebliche Nachteile. Einmal
wird die automatische Steuerung der bekannten Anlagen durchweg mittels Schaltwalzen
vorgenommen, wodurch die Arbeitsspiele einer solchen Anlage in ihrer Reihenfolge
und Zeitdauer praktisch starr festgelegt sind. Will man beispielsweise die Zeitdauer
der einzelnen Abläufe verändern, so kann dies nur dadurch geschehen, daß die Schaltwalze
entweder schneller oder langsamer gedreht wird. Dies hat aber zur Folge, daß sämtliche
Teilabläufe schneller oder langsamer vonstatten gehen.
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Dieser Nachteil hat dazu geführt, daß bis heute solche Anlagen bevorzugt
werden, bei welchen immer nur ein Teilablauf in sich abläuft und bei seiner Beendigung
den Schalter zum Einleiten des nächsten Teil ablaufes entriegelt. Derartige Anlagen
benötigen jedoch einen Bedienungsmann, der fortwährend durch die Bewachung der einzelnen
Teilabläufe außerordentlich stark in Anspruch genommen ist. Die einwandfreie Bedienung
einer solchen bekannten Anlage über eine längere Zeitdauer hinweg ist aber praktisch
unmöglich, so daß schwerwiegende Schaltfehler bei der Bedienung einer solchen Anlage
nicht vermieden werden können. Ein weiterer wesentlicher Nachteil der bekannten
Anlagen besteht darin, daß diese mit ihren diskontinuierlichen Mischvorrichtungen
nicht betriebssicher an die bekannten kontinuierlich arbeitenden Verbrauchs anlagen,
wie Strangpressen usw.,
gekoppelt werden können. Das ebenfalls bekannte bloße Zwischenschalten
eines Pufferbehälters zwischen der Mischvorrichtung und der Verbrauchsanlage genügt
deshalb nicht, weil bei jeder Verbrauchsanlage mit Stockungen gerechnet werden muß
und ein Pufferbehälter in solchem Fall sehr schnell zum Überlaufen gefüllt wäre.
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Andererseits ist es bekannt, Silos und Bunker mit Füllstandsmessern
zu versehen, jedoch kann diese Maßnahme nicht ausreichen, um die Anpassung einer
diskontinuierlich arbeitenden Mischvorrichtung an eine kontinuierlich oder diskontinuierlich
in anderen Intervallen das Mischgut aufnehmende Verbrauchsanlage sicherzustellen.
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Zur Übenvindung aller dieser Nachteile und Schwierigkeiten wird gemäß
der Erfindung eine vollautomatische Schaltung benutzt, derart, daß die Abmessungsvorrichtungen
sowie der zeitliche Abstand der Zugabe der Mischungsbestandteile zur Mischvorrichtung
und die Mischdauer durch Einschaltung jeweils des nächsten der genannten Arbeitsgänge
durch vom Ablauf des vorhergehenden Arbeitsganges ausgelöste Impulse unter Zwischenschaltung
von Zeit-oder Zustandsmessern geschaltet sind und der hinter der Mischvorrichtung
liegende Zwischenbehälter mit mindestens einer Vorrichtung zur Messung seines FüI-lungszustandes
versehen
ist, die mit einem Schaltwerk zum Absperren der Materialnachfuhr zur weiterverarbeitenden
Mischvorrichtung bei Überfüllung des Zwischenbehälters und mit einem Schaltwerk
zum Abschalten der Verbrauchsanlage bei Unterschreitung eines bestimmten Füllungszustandes
des Zwischenbehälters verbunden ist.
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Neben der Überwindung der eigentlichen Anpassungsschwierigkeiten
bietet die Vorrichtung nach der Erfindung den Vorteil, daß selbst dann, wenn in
der Verbrauchsanlage Programmwechsel vorgenommen werden, ein Abschalten der Mischvorrichtung
nicht mehr notwendig ist. Es ist auch durch die Vorrichtung nach der Erfindung die
Möglichkeit gegeben, die Verbrauchsanlage so zu steuern, daß sie wesentlich geringeren
Materialbedarf hat, als es der Leistungsfähigkeit des Mischers entspricht, weil
in solchem Fall der Zwischenbehälter stets bis zu einem gewissen Füllungsgrad nachgefüllt
wird und darüber hinaus nicht überlaufen kann. Andererseits ist auch die Möglichkeit
gegeben, die Verbrauchsanlage mit größerer Materialaufnahme zu steuern, als es der
Leistungsfähigkeit des Mischers entspricht. In solchem Fall wird die Materialzufuhr
in die Verbrauchsanlage oder diese selbst dann abgeschaltet, wenn der Zwischenbehälter
bis zu einem gewissen Grade entleert ist. Dadurch ist zugleich dafür Sorge getragen,
daß stets eine Materialreserve im Zwischenbehälter vorhanden ist, so daß bei irgendwelchen
Stockungen in der Mischvorrichtung oder der Zuführung des Ausgangsmaterials die
Verbrauchsanlage kontinuierlich weiterarbeiten kann.
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In bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist der Zwischenbehälter
zur Messung seines Füllungsgrades mit einer Waage gekoppelt, beispielsweise auf
dieser angebracht, an der eine obere und gegebenenfalls zusätzlich eine untere Gewichtsgrenze
einstellbar ist und die mit Schaltwerken verbunden ist, welche in die Steuervorrichtungen
für die Materialnachfuhr zur Mischvorrichtung bzw. für den Materialaustrag aus dem
Zwischenbehälter und in die Einschaltanordnung der Verbrauchsanlage eingreifen.
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Zweckmäßig ist hierbei die Waage mit Kontakten für mindestens einen
Hilfsstromkreis versehen, die beim Durchlaufen der jeweils eingestellten Gewichtsgrenzen
geöffnet bzw. geschlossen werden.
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In anderer Ausführungsform der Erfindung ist im Innern des Zwischenbehälters
mindestens ein Füllstandsmesser angebracht, der mit Schaltwerken verbunden ist.
Vorzugsweise ist an der oberen und an der unteren Füllstandsgrenze des Zwischenbehälters
je ein an sich bekanntes, ständig angetriebenes und beispielsweise mit einem Drehmomentschalter
gekoppeltes Schaufelrad angebracht. In dieser Ausführungsform kann der Zwischenbehälter
fest montiert sein oder als Bunker in Mauerwerk oder Beton ausgeführt sein. Diese
Ausführungsform der Erfindung eignet sich somit insbesondere für sehr große und
schwere Zwischenbehälter, für die die Montage auf einer Waage nicht in Frage kommen
kann.
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In einer Abwandlung der Erfindung ist die Austragvorrichtung des
Zwischenbehälters mit einer Steuervorrichtung verbunden, die in Abhängigkeit von
der im Zwischenbehälter gespeicherten Menge gemischten Gutes die Austragvorrichtung
um so viel mehr oder weniger öffnet, daß das gemischte Gut eine praktisch gleichbleibende,
einstellbare Zeitdauer im Zwischenbehälter verweilt. In dieser Ausführungsform ist
die Anpassungsvorrichtung nach der Erfindung dazu geeignet, innerhalb mehrstufiger
chemi-
scher Prozesse das Gut, das aus einer Behandlungsstufe, die vorzugsweise einen
Mischvorgang und gegebenenfalls einen Granuliervorgang einschließt, kommt, zur Einführung
in eine weitere Behandlungsstufe vorzubereiten, beispielsweise durch einen kurzzeitigen
Reifeprozeß od. dgl., und zugleich für die nächste Behandlungsstufe, beispielsweise
eine Kühlvorrichtung od. dgl., zu dosieren.
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Falls sich während der Verweilzeit des gemischten Gutes im Zwischenbehälter
dessen chemischer oder physikalischer Zustand ändert, kann nach der Erfindung auch
diese Zustandsänderung zur Steuerung des Austrages aus dem Zwischenbehälter oder
auch der gesamten Mischanlage herangezogen werden. So kann der Zwischenbehälter
beispielsweise mit einer Vorrichtung zum Messen der Temperatur im Innern des gespeicherten,
gemischten Gutes und einer Steuervorrichtung versehen sein, die bei Überschreiten
einer einstellbaren Temperatur die Verweilzeit des Gutes im Zwischenbehälter selbsttätig
regelt. Diese Regelung kann durch Eingriff in die Schaltung der vorgeschalteten
Mischanlage oder auch durch Eingriff in die Schaltung des Austrages aus dem Zwischenbehälter
geschehen. Eine solche Temperatursicherung ist in solchen Fällen angebracht, wo
bei einem Reifevorgang od. dgl. frei werdende Wärme die Temperatur des gemischten
Gutes über einen Punkt erhöht, oberhalb dessen Schädigung des Gutes selbst oder
Gefahren für die Sicherheit der Anlage eintreten.
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Der Zwischenbehälter selbst kann im übrigen als ein einen ununterbrochenen,
regelbaren Strom gemischten Gutes zur Verbrauchs anlage weiterleitender Rundbeschicker
ausgebildet sein. Es ist jedoch auch möglich, den Zwischenbehälter mit einer in
Intervallen die für einen oder eine Gruppe von Formkörpern notwendige Menge gemischten
Gutes der Verbrauchsanlage zuteilenden, zeitlich oder über eine zusätzliche automatische
Waage gesteuerten Austragvorrichtung zu versehen. In der letzteren Ausführungsform
kann die Austragvorrichtung des Zwischenbehälters so gesteuert sein, daß die ausgetragenen
Mengen gemischten Gutes wesentlich kleiner sind als eine Mischcharge. Dementsprechend
sind dann auch die Austragintervalle aus dem Zwischenbehälter wesentlich kürzer
als diejenigen aus dem vorgeschalteten Mischgerät in den Zwischenbehälter. Es ist
nämlich in der Praxis in vielen Fällen vorteilhaft, Materialien in größeren Portionen
zu mischen, insbesondere wenn eine längere Behandlungsdauer wegen des Ablaufes chemischer
Reaktionen in Frage kommt oder die Rohstoffe gewisse Qualitätsschwankungen aufweisen,
deren Ausgleich durch das Verarbeiten großer Chargen angestrebt wird.
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Andererseits vollzieht sich der Verbrauch bzw. die Weiterverarbeitung
des gemischten Gutes in kleinen Teilportionen unter Anpassung an den wechselnden
Verbrauch der weiterverarbeitenden Apparatur, wie beispielsweise Schneckenpressen,
Rüttelformmaschinen, Strangpressen usw. Es ist aber auch möglich, die Austragvorrichtung
des Zwischenbehälters so zu steuern, daß die Austragmenge beispielsweise ein Mehrfaches
einer Mischcharge beträgt; dies erfordert natürlich, daß die Austragintervalle aus
dem Zwischenbehälter erheblich größer sind als aus der vorgeschalteten Mischvorrichtung
in den Zwischenbehälter. Dies ist dann besonders vorteilhaft, wenn eine sehr leistungsfähige
Mischvorrichtung, beispielsweise ein Gegenstrommischer, benutzt wird, die bei zahlreichen
Mischgutsorten, beispielsweise Beton, 40 bis 60 Mischungen je Stunde bewältigt.
Diese
Mischvorrichtungen sowie die ihnen vorgeschalteten Dosiervorrichtungen
können dann vorteilhaft verhältnismäßig klein ausgebildet werden, während der Zwischenbehälter
eine große Anzahl einzelner Mischchargen aufnimmt und stoßweise in größeren Mengen
wieder abgibt, wie dies beim Füllen großer Formkästen oder beim Fertigen großer
Betonkörper in Frage kommt.
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Zweckmäßig sind bei der automatisch gesteuerten Anlage nach der Erfindung
die Schaltwerke der durch die Steuervorrichtung des Zwischenbehälters geregelten
Teilabläufe durch Doppelverriegelungen gesichert. Erst durch derartige Doppelverriegelungen
hann ein einwandfreies Arbeiten einer vollautomatischen Anlage sichergestellt werden.
Durch dieDoppelverriegelungen der Schaltwerke ist es möglich, eine Anlage nach der
Erfindung bei Schichtbeginn einzuschalten und bei Schichtende abzuschalten, ohne
daß zwischenzeitige Überwachung durch einen Bedienungsmann notwendig wäre. Dagegen
müßte bei einer Anlage ohne Doppelverriegelung der Schaltwerke damit gerechnet werden,
daß der eine oder andere Schalter überlaufen wird, infolgedessen das eine oder andere
Gerät ausfällt oder überfüllt wird und dadurch beispielsweise die Mischungskomponenten
nicht richtig zugeteilt werden, die Mischzeiten nicht richtig eingehalten werden
oder sogar die Anlage selbst beschädigt wird. Diese Doppelverriegelungen der Schaltwerte
für die Teilabläufe sind zweckmäßig den jeweiligen Teilabläufen abgepaßt.
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In einer Ausführungsform der Erfindung besteht die Doppelverriegelung
der durch die Steuervorrichtung des Zwischenbehälters geregelten Teilabläufe darin,
daß jeder Teilablauf der Anlage mit einem Schaltschütz gekoppelt ist, das bei fehlerhaftem
Teilablauf die gesamte Anlage abschaltet. Beispielsweise kann hierdurch vermieden
werden, daß beim Leerlaufen eines Silos für eine Teilkomponente der Mischung das
gesamte Mischungsverhältnis falsch wird. Vielmehr wird in solchem Fall die Schüssel
der entsprechenden automatischen Waage nicht die vorgeschriebene Gewichtsmenge erhalten
und die automatische Waage daraufhin, beispielsweise nach Ablauf einer gewissen
Zeit, die gesamte Anlage ausschalten, ohne daß noch eine Mischcharge verarbeitet
worden ist. Selbstverständlich werden durch das Ausschalten der gesamten Anlage
durch einen fehlerhaften Teilablauf auch sämtliche anderen denkbaren Arbeitsfehler
ausgeschaltet.
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In bevorzugter Ausführungsform der Erfindung sind die Doppelverriegelungen
der automatischen Schaltvorrichtung und gegebenenfalls der Eingriff der Steuervorrichtung
des Zwischenbehälters in die automatische Schaltvorrichtung so umschaltbar, daß
durch Umschalten die Reihenfolge und Zeit der Teilabläufe geändert werden kann.
Dabei ist es zweckmäßig, die Doppelverriegelungen der automatischen Schaltvorrichtung
sämtlich oder teilweise abschaltbar und durch Handbedienung ersetzbar zu gestalten.
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Hierdurch kann eine Anlage für Mischvorgänge verschiedener Art benutzt
werden. Die wahlweise einstellbare Handbedienung der Schaltvorrichtung ist besonders
zweckmäßig, wenn mit einer bestehenden Anlage ein neues Mischverfahren durchgeführt
werden soll. In solchem Fall wird zunächst das Mischverfahren von Hand durchzuführen
sein, um festzustellen, welche Mischzeiten, Reihenfolgen usw. am zweckmäßigsten
sind. Danach kann die Anlage auf Grund der erzielten Ergebnisse auf automatisches
Arbeiten umgeschaltet werden.
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In seiner Ausführungsform der Erfindung sind die Doppelverriegelungen
der automatischen Schaltvorrichtung mit wahlweise einschaltbaren automatischen Schaltern
versehen, die nach jedem Teilablauf dessen Wiederholung unterbinden und die Teile
der Anlage nacheinander abschalten. Durch diese besondere Ausschaltvorrichtung wird
verhindert, daß eine Mischcharge oder Teile einer Mischcharge im Mischbehälter verbleiben,
was dann besonders nachteilig wäre, wenn erhärtendes Gut gemischt wird. Um ein Erhärten
des Gutes in solchem Fall im Mischbehälter oder Zwischenbehälter zu vermeiden, müßte
die Anlage sofort nach dem Abschalten durch Wartungspersonal entleert und gereinigt
werden. Dies kann aber durch das nacheinanderfolgende Abschalten der einzelnen Teilvorgänge
entfallen. Die Anlage läuft somit vom Materialeintrag aus nacheinander in allen
Teilen leer und wird sofort nach dem Leerlaufen in den einzelnen Teilen abgeschaltet.
Dies bietet auch den Vorteil, daß die automatischen Waagen beim Stillsetzen der
Maschine selbsttätig entlastet werden.
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Für viele Zwecke ist es besonders günstig, Anzeigevorrichtungen vorzusehen,
die von der Steuervorrichtung des Zwischenbehälters betätigt werden und den Füllungszustand
des Zwischenbehälters wiedergeben.
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Diese Anzeigevorrichtungen können in Lichtsignalen bestehen, die beispielsweise
je nach Füllungsgrad des Zwischenbehälters in größerer oder kleinerer Anzahl aufleuchten.
Diese Anzeigevorrichtungen können vorteilhaft zu verschiedenen Zwecken benutzt werden.
So sind sie beispielsweise dann besonders zweckmäßig angebracht, wenn die Anlage
von einer entfernten Zentrale aus gesteuert werden soll. Besondere Wichtigkeit erhalten
die Anzeigevorrichtungen dann, wenn mehrere Anlagen gleichzeitig betrieben werden
und in diesen zu gleicher Zeit gleichartige oder auch verschiedenartige Mischungen
hergestellt werden.
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Eine Füllstandanzeige des Zwischenbehälters gestattet beispielsweise,
auch von einer Zentrale aus mehrere Verbraucheranlagen zusammen mit den Mischanlagen
zu steuern. Auch die Einweisung von Transportmitteln, beispielsweise Lastwagen od.
dgl., wird durch derartige Anzeigevorrichtungen erheblich erleichtert.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung nach der
Erfindung dargestellt, in welcher diese in einer automatischen Betonmischanlage
benutzt wird.
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Fig. 1 zeigt die Betonmischanlage in Seitenansicht, Fig. 2 die Vorrichtung
nach der Erfindung in Vorderansicht in vergrößertem Maßstab, Fig. 3 in Teildraufsicht;
Fig. 4 zeigt die Betätigungsvorrichtung für den Entleerungsverschluß mit elektrischem
Antrieb und doppelt verriegelter Endlagenschaltung; Fig. 5 zeigt die Endlagenschalter
für den Entleerungsverschluß.
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In der automatischen Betonmischanlage nach Fig. 1. bis 5 wird ein
Gegenstrommischer l mit umlaufender Mischschüssel 2 und im Innern der Mischschüssel
2 exzentrisch und gegenläufig umlaufenden Mischwerkzeugen 3 benutzt. Die zu vermischenden
Rohmaterialien werden dem Mischer l aus verschiedenen Silos zugeleitet. Kies und
Sand verschiedener Körnung werden aus einer Reihe von Silos 4 mittels einer Förderschnecke
5 der Schale 6 einer automatischen Waage a zugeführt, in welcher die einzelnen Komponenten
entsprechend dem vorgesehenen Mischverhält nis abgewogen werden. Aus der Schale
6 laufen die abgewogenen Zuschlagstoffe über einen Trichter 7 mit Verschlußvorrichtung
8 in die Aufzugschüssel 9
der Mischvorrichtung, die sie dann in
die Mischschüssel 2 transportiert. Der Zement wird in einem Silo 10 gelagert und
über eine Förderschnecke 11 in die Schale 12 einer automatischen Waage b gefördert.
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Auch die Schale 12 ist zu einem Trichter ausgearbeitet, der unmittelbar
in die Mischschüssel 2 mündet. Das notwendige Wasser wird aus einem Wasserbehälter
13 über einen Dreiwegehahn 14 in einen Tauchkolbenwassermesser 15 eingeleitet, von
wo es durch den mit einer automatischen Steuerung c versehenen Dreiwegehahn 14 in
die Mischschüssel 2 läuft.
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Unterhalb der Mischvorrichtung 1 ist ein an sich bekannter Rundbeschicker
16 angebracht, der das aus der Mischvorrichtung 1 ausgetragene, fertiggemischte
Gut aufnimmt und in kontinuierlichem Fluß auf das Förderband 17 bringt. Der Rundbeschicker
16, der in seinem oberen Teil zu einem Zwischenbehälter 18 ausgearbeitet ist, ist
auf eine automatische Waage 19 gesetzt.
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Zur Steuerung der dargestellten Anlage bestehen folgende Möglichkeiten:
Zunächst wird die Verschlußvorrichtung 8 für Sand, Kies usw. geöffnet und die vorher
abgewogenen Zuschlagstoffmengen in die Aufzugschüssel 9 eingeschüttet (s. Fig. 1).
Sobald diese gefüllt ist, schaltet sich automatisch der Aufzug ein, so daß die Zuschlagstoffe
in die Mischschüssel 2 eingetragen werden. Gleichzeitig wird der Schieber der Zementwaagschale
12 geöffnet und der Zement ebenfalls in die Mischschüssel 2 eingebracht. Nach Ablauf
der einstellbaren Mischzeit des trockenen Gutes stellt eine automatische Steuervorrichtung
c den Dreiwegehahn 14 der Wasserzuführung so ein, daß der Tauchkolbenwassermesser
15 mit der Mischschüssel 2 verbunden ist und somit das Wasser aus dem Wassermesser
in die Mischschüssel einläuft (s. Fig. 2). Nach Ablauf der einstellbaren Mischzeit
für das feuchte Gut wird die zentrale Bodenaustragöffnung der Mischschüssel 2 durch
eine weitere Steuervorrichtung (s. Fig. 4) automatisch geöffnet.
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Das fertiggemischte Gut fällt in den Zwischenbehälter 18 des Rundbeschickers
16. Bei leerem Zwischenbehälter 18 ist der Rundbeschicker 16 an seinem Austragende
geschlossen. Sobald das fertiggemischte Gut in den Zwischenbehälter 18 gelangt,
wird die automatische Waage 19 belastet, die bei einem einstellbaren Schwellenwert
eine Steuervorrichtung zum Öffnen der Austragvorrichtung des Rundbeschickers 16
in Gang setzt. Der Rundbeschicker 16 fördert dann den fertiggemischten Beton in
gleichmäßigem Fluß auf ein Förderband 17, das ihn einer Anlage zur weiteren Verarbeitung
zuführt (s. Fig. 2).
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Sofort nach dem Entleeren aus der Mischschüssel 2 schließt sich deren
zentrale Austragöffnung automatisch. Zugleich werden dadurch wieder der Schieber
8 für die Zuschlagstoffe und der Schieber der Waagschale 12 für den Zement gesteuert,
d. h., der geschilderte Vorgang wiederholt sich. Wird im Verlauf des Arbeitens vom
Rundbeschicker 16 weniger gemischter Beton ausgetragen, als von der Mischvorrichtung
1 nachgeliefert wird, so staut sich das gemischte Gut im Zwischenbehälter 18 an.
Die automatische Waage 19 wird in entsprechender Weise stärker belastet bis zu einem
Punkt. bei dem ein maximaler Füllungsgrad des Zwischenbehälters 18 erreicht ist,
d. h. vorzugsweise ein Füllungsgrad, der das Nachfüllen einer Mischcharge aus der
Mischvorrichtung in den Zwischenbehälter 18 gerade noch zuläßt. Alsdann schaltet
die automatische Waage 19 eine Steuervorrichtung ein, die die Verschlußvorrichtung
8 für die Zuschlagstoffe und den Schieber der
Waagschale 12 für den Zement blockiert
oder aber die Öffnungsvorrichtung für die zentrale Austragöffnung der Mischschüssel
2. Der letztere Fall ist in solchen Fällen zweckmäßig, bei denen eine zu große Mischzeit
dem gemischten Gut nicht schadet, während ein Leerlaufen der Mischvorrichtung 1
für diese schädlich sein kann. Im vorliegenden Fall der Betonmischanlage ist jedoch
der erstere Steuerungsfall vorzuziehen, weil durch überhöhte Mischdauer die Mischcharge
verschlechtert wird und außerdem ein Leerlaufen der Mischvorrichtung 1 für die Mischschüssel
2 und die Mischwerkzeuge 3 nicht schädlich ist.
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Das Fassungsvermögen des Zwischenbehälters 18 und der Mischschüssel
2 können auch so aufeinander abgestimmt sein, daß der Zwischenbehälter 18 nicht
mehr als zwei Füllungen der Mischschüssel 2 aufnimmt. In solchem Fall ist die Steuerung
vorzugsweise so zu wählen, daß die Betätigung der Verschlußvorrichtung 8 für die
Zuschlagstoffe und den Schieber der Waagschale 12 für den Zement nicht durch das
Schließen der zentralen Austragöffnung der Mischschüssel 2, sondern von der automatischen
Waage 19 des Rundbeschickers 16 gesteuert wird. In solchem Fall kann mit einer automatischen
Waage 19 gearbeitet werden, die beim Unterschreiten eines Gewichtes des Zwischenbehälters
18 mit Inhalt eine Steuervorrichtung betätigt, die die Schieber für die Zuschlagstoffe
sowie für den Zement öffnet.
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Der Aufbau des Rundbeschickers 16 mit Zwischenbehälter 18 und der
automatischen Waage 19 ist aus Fig. 2 und 3 ersichtlich. Der Rundbeschicker 16 besitzt
in seinem Innern einen Kegel 20, um den ein ringförmiger Teller 21 kontinuierlich
umläuft. Oberhalb des Tellers 21 greift ein Ausräumer 22 in dessen Laufbahn ein.
Die Stellung des Ausräumers 22 wird mittels einer Spindel 23 und eines Handrades
24 eingestellt. Zum Antrieb des ringförmigen Tellers 21 dient ein Elektromotor 25
mit einem stufenlos regelbaren Untersetzungsgetriebe 26, beispielsweise einem Reibradgetriebe
od. dgl. An die Austragöffnung 27 des Rundbeschickers 16 ist eine Fördervorrichtung
für das gemischte Gut, beispielsweise ein Förderband 17, unmittelbar angeschlossen.
Der obere Teil des Rundbeschickers 16 besteht aus dem Zwischenbehälter 18. Das Fassungsvermögen
des Zwischenbehälters 18 beträgt im vorliegenden Fall etwa drei Mischchargen.
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Der Rundbeschicker 16 mit dem Zwischenbehälter 18 ist gemeinsam auf
den Waageboden der automatischen Waage 19 gesetzt Er besteht aus einem Gerüst 29
aus Doppel-T-Trägern. Dieses Gerüst 29 sitzt mit Zwischenpuffern 30 auf Waagehebeln
31, die die von der Last erzeugten Kräfte über Ausgleichsarme 32 auf die eigentliche
automatische Waage iibertragen. Für die automatische Waage 19 kommen elektrische
Waagen verschiedenster Art in Betracht. An der elektrischen Waage ist die jeweils
gewünschte Gewichtsgrenze einstellbar. Jedoch soll sie darüber hinaus auch eine
Leeranzeige besitzen, um zu verhindern, daß beim Abschalten der Anlage Überreste
des gemischten Gutes, beispielsweise des Betons, im Zwischenbehälter 18 verbleiben
und dort erhärten. Ferner ist es zweckmäßig, wenn die elektrische Waage 19 eine
Teilfüllungsanzeige besitzt, aus welcher hervorgeht, bis zu welchem Grade der Zwischenbehälter
mit gemischtem Gut gefüllt ist. Schließlich ist es erforderlich, daß die Waage eine
Überfüllungssicherung enthält, d. h. jenen Schaltmechanismus, der beim Überschreiten
der eingestellten Gewichtsgrenze in die Steuervorrichtung
der Anlage
eingreift. Auch für den Fall, daß beim Abschalten der Zwischenbehälter 18 nicht
völlig entleert war, soll die elektrische Waage mit ihrer Leeranzeige vorrichtung
in den Schaltmechanismus der gesamten Anlage eingreifen und das Einschalten der
Anlage verhindern oder zumindest ein Warnsignal auslösen, falls der Zwischenbehälter
nicht ordnungsgemäß entleert war.
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Für die automatischen Waagen a, b der Rohkomponentenzuteilung können
grundsätzlich die gleichen elektrischen Waagen wie beim Rundbeschicker 16 benutzt
werden. Auch diese sollen mit Leeranzeigevorrichtungen, Teilfüllungssicherung und
Überfüllungssicherung versehen sein. Sobald die Waagschale der Zuteilvorrichtung
einer Komponente nicht völlig entleert wird, soll die elektrische Waagel9 durch
Ansprechen ihrer Leeranzeigevorrichtung die übrigen elektrischen Waagen und Zuteilvorrichtungen
blokkieren oder deren Sperrung nicht aufheben. Das gleiche soll auch dann eintreten,
wenn die Teilfüllungssicherung der elektrischen Waage anspricht, d. h. wenn beispielsweise
durch Leerlaufen eines Silos eine Komponente ausbleibt. Auch bei Überfüllung einer
Waagschale, beispielsweise durch Ausfall eines Verschlußschiebers im Silo, soll
die elektrische Waage 19 ansprechen und die Zuteilung der übrigen Mischkomponenten
unterbinden. Darüber hinaus kann durch dieses Fehleransprechen der elektrischen
Waage 19 ein Warnungssignal ausgelöst oder die gesamte Anlage abgeschaltet werden.
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Vorzugsweise ist die zu benutzende elektrische Waage 19 neben den
beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen gegen Fehlmessungen mit einem Schalter versehen,
der von Hand oder automatisch bedient wird und die Waage auf vorher eingestellte
Rezepte abstimmt. Ein solcher Wahlschalter macht zugleich eine Wahlschaltersicherung
erforderlich, die eine Betätigung des Wahlschalters verhindert, wenn ein Wägevorgang
bereits angelaufen oder noch nicht abgeschlossen ist Als weiterer zweckmäßiger Zusatz
kann die elektrische Waage 19 mit einem Zählwerk versehen sein, das beispielsweise
angibt, wieviel Mischchargen gleichen Rezeptes hergestellt worden sind. An diesem
Zählwerk kann auch vorzugsweise die gewünschte Anzahl von Chargen gleichen Rezeptes
eingestellt werden. Die elektrische Waage 19 wiegt dann die eingestellte Chargenzahl
ab und schaltet anschließend die Anlage vollständig oder teilweise aus.
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Um einen störungsfreien Betrieb ohne ständige ueber wachung der Anlage
nach der Erfindung zu ermöglichen, ist es unbedingt erforderlich, daß die Schaltungen
für die einzelnen Teilabläufe elektrisch doppelt verriegelt sind. Wie aus Fig. 1
ersichtlich, besitzt die Aufzugschüssel 9 einen unteren Endlagenschalter 33, der
an einer Laufschiene für die Aufzugschüssel befestigt ist. Der Endlagenschalter
33 wird durch die Aufzugschüssel 9 betätigt, wenn sie ihn beim Abwärtslaufen überschreitet.
Neben dem unteren Endlagenschalter 33 ist die Aufzugschüssel 9 für ihre untere Endlage
mit einem Schlaffseilschalter 34 versehen, der bei Ausfall des Endlagenschalters
33 in Tätigkeit tritt, indem sich die Aufzugschüssel 9 auf den Boden der Aufzuggrube
aufsetzt und durch das weitere Abspulen des Aufzugseiles dieses schlaff wird. Diese
Doppelverriegelung durch die unteren Endlagenschalter 33, 34 dient zugleich für
die Verschlußvorrichtung 8 des Trichters 7 und verhindert dadurch, daß Betonzuschlagstoffe
in die Aufzuggrube auslaufen, wenn sich die Aufzugschüssel 9 nicht dort befindet.
Auch die oberen Endlagenschalter 35, 36 der= Aufzugschüssel 9
sind als elektrische
Doppelverriegelung ausgebildet.
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Im allgemeinen Betrieb wird lediglich der Endlagenschalter 35 durch
die Aufzugschüssel 9 betätigt, während' der Schalter 36 nur dann von der Aufzugschüssel
erreicht wird, wenn der Endlagenschalter 35 versagt.
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Als weiteres Beispiel eines elektrisch doppelt verriegelten Teilablaufes
ist in Fig. 4 und 5 die Entleerungsvorrichtung des Gegenstrommischers 1 dargestellt.
Es handelt sich dort um eine an sich bekannte Verschluß vorrichtung, bei der die
zentrisch im Boden der Mischschüssel 2 gelagerte Verschlußplatte 37 zunächst aus
ihrem Sitz im Boden der Mischschüssel 2 abgesenkt und dann seitlich aus dem Bereich
der Entleerungsöffnung verschoben wird. Hierzu ist die zentrische Verschlußplatte
37 der Mischschüssel 2 mittels eines Lagerungsstiickes 38 senkrecht verschiebbar
auf einem waagerecht verschiebbaren Schlitten 39 gelagert. Im Innern des Schlittens
39 befindet sich ein Betätigungshebelwerk, bestehend aus den Hebeln 40, 41 und 42.
Der Hebel 40 ist an seinem Ende 43 schwenkbar gelagert und trägt an den beiden anderen
Enden seiner Dreieckform die schwenkbar angelenkten Hebel 41 und 42. Während der
Hebel 41 mit dem senkrecht verschiebbaren Lagerungsstück 38 verbunden ist, ist der
Hebel 42 an eine Schubstange 44 angelenkt, die an ihrem anderen Ende eine Zahnstange
45 trägt.
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In die Zahnstange 45 greift das Ritzel 46 ein, das über ein Getriebe
47 mit dem Antriebsmotor 48 verbunden ist Als Kupplungsglied zwischen dem Motor
48 und dem Getriebe 47 ist ein Drehmomentschalter 49 gelegt, der nach beiden Drehrichtungen
des Motors 48 hin anspricht. Zwischen dem Motor 48 und dem Getriebe 47 ist ferner
eine Rutschkupplung gelegt, die bei Wirksamwerden des Drehmomentschalters, also
beim Anstoßen der Verschlußvorrichtung in einer Endlage mechanische Beschädigungen
der Verschlußteile vermeidet. An ihrem freien Ende trägt die Zahnstange 45 einen
Nocken 50, der den Schalter 51 betätigt, sobald die Verschlußplatte 37 die Auslaßöffnung
der Mischschüssel 2 verschließt. Der Schalter 51 ist oberhalb der Zahnstange 45
im Gehäuse 52 gelagert. Im gleichen Gehäuse 52 ist auch der Endlagenschalter 53
für die Öffnungsendlage des Verschlusses untergebracht. Beide Schalter 51 und 53
sind in gleicher Weise aufgebaut.
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Sie bestehen aus einer drehbar gelagerten Nockenscheibe 54, die mit
einem Betätigungsarm 55 versehen ist. Der Nocken 56 der Nockenscheibe 54 betätigt
über eine Laufrolle 57 den Schalterstößel 58, der wiederum den Rontakt schließt
bzw. öffnet Zum Öffnen des Verschlusses wird zunächst die Zahnstange 45 durch den
Motor 48 über das Getriebe 47 und Ritzel 46 aus dem Schlitten 39 hervorgezogen und
dabei der Hebel 40 mittels der Schubstange 44 und des Hebels 42 um seine schwenkbare
Lagerung 43 gedreht. Dabei zieht er den Hebel 41, das Lagerungsstück 38 und die
Verschlußplatte 37 nach unten. Die Abwärtsbewegung dieser Teile wird dadurch begrenzt,
daß sich der Hebel 40 auf den einstellbaren Anschlagnocken59 legt. Von diesem Augenblick
an wird die Zugkraft der Zahnstange 45 auf den Schlitten 39 übertragen und dieser
waagerecht in Richtung der Zahnstange 45 verschoben. Der Drehmomentschalter 49 ist
dabei so eingestellt, daß die Änderung des Drehmomentes in der Antriebswelle des
Motors 48, die durch diesen Bewegungsüb ergang der Verschlußtelle hervorgerufen
wird, nicht ausreicht, denDrehmomentschalter 49 zu betätigen.
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Zur Begrenzung der Schlittenbewegung ist der Trägerschlitten 39 für
die Verschlußplatte 37 an seiner vorderen, beispielsweise rohrförmigen Querstrebe39'
mit
einem Betätigungsnocken 60 für den Schalter 53 versehen In der Endphase der Auswärtsbewegung
des Schlittens 39 legt sich dieser Nocken 60 gegen den Hebel 55' des Schalters 53
und schiebt diesen vor sich her, wie dies in Fig. 5 gestrichelt angedeutet ist.
Hierdurch wird die eine Verdrehung der Nockenscheibe 54' bewirkt Die Betätigungsrolle
57' läuft auf den Nocken 56' auf und bewirkt die Öffnung des Schaltschützes für
den Motor 48. Beim Versagen des Schalters 53 verschiebt sich der Schlitten so weit,
bis er an die Trägerstelle des Mischers 1 anstößt. Hierdurch wird das vom Motor
48 aufzubringende Drehmoment augenblicklich stark erhöht, was zum Ansprechen des
Drehmomentschalters 49 führt. Durch den Drehmomentschalter 49 wird dann nicht nur
das Schaltschütz für den Motor 48 betätigt, sondern auch eine Signalvorrichtung,
die einen Fehler in der Anlage anzeigt.
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Außerdem kann durch den Drehmomentschalter 49 die Anlage ganz oder
teilweise abgeschaltet werden.
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Zum Schließen des Verschlusses gehen die beschriebenen mechanischen
Vorgänge in umgekehrter Reihenfolge und Richtung vonstatten. Während der letzten
Bewegungsphase der Verschlußplatte 37 und somit auch der Zahn stange 45 erfaßt der
Nocken 50 der Zahnstange 45 den Hebel 55 des Schalters 51 und betätigt diesen in
gleicher Weise wie der Nocken 60 des Schlittens 39 den Schalter 53. Beim Ausfallen
des Schalters 51 wird die Zahn stange 45 noch etwas weiter in das Innere des Schlittens
39 gedrückt und dabei das Hehelwerk 40, 41> 42 in Anschlag mit seinen Gehäuse
wänden gebracht Hierdurch wird wiederum das vom Motor 48 aufzubringende Drehmoment
augenblicklich erhöht, was wiederum zum Ansprechen des Drehmomentschalters 49 führt.
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In ähnlicher Weise sind auch sämtliche anderen Teilvorgänge durch
elektrische Doppelverriegelungen abgesichert. Auch der Haupteinschalter für die
Anlage ist mit einer Doppelverriegelung versehen. Er wirkt zunächst auf eine Alarm-
und Warnvorrichtung, die insbesondere zur Sicherheit des Überholungs- und Wartungspersonals
der Anlage dient. Gleichzeitig setzt der Haupteinschalter ein Zeitrelais in Gang,
das nach einer bestimmten oder einstellbaren Zeit die Schaltschütze für die einzelnen
Antriebsmotore der Anlage betätigt.
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Beim Ingangsetzen der Anlage gemäß der Erfindung werden zunächst
die Siloverschlüsse für Kies und Sand geöffnet und diese Zuschlagstoffe nacheinander
der Schale 6 der Zweikomponentenwaage a zugeführt.
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Gleichzeitig wird auch die Schale 12 der Zementwaage b gefüllt. Der
Tauchkolbenwassermesser 15 ist in Bereitschaft, die notwendige Wassermenge in den
Mischer abzugeben. Die Aufzugschüssel 9 ist ab gebremst und befindet sich in ihrer
tiefsten Stellung, während die Mischschüssel 12 leer läuft und ihr Entleerungsverschluß
37 geschlossen ist. Inzwischen hat sich die Schale der Zementwaage b mit Zement
angefüllt und entleert sich in die Mischschüssel 2. Gleichzeitig gibt auch der Tauchkolbenwassermesser
die erforderliche Wassermenge in die Mischschüssel. Vor dem Einlassen des Wassers
in die Mischschüssel ist bereits die mit Zuschlagstoffen gefüllte Aufzug schüssel
9 nach oben gezogen, in die Mischschüssel entleert und sofort wieder abgelassen
worden. Nach dem Einfüllen aller Ausgangsmaterialien beginnt die Mischzeit, in deren
Verlauf der Tauchkolbenwassermesser die Beschickungswaage und die Aufzugschüssel
wieder mit den Ausgangsmaterialien für eine neue Mischcharge gefüllt wird, während
nach Ablauf der Mischzeit die Verschlußplatte 37 der Mischschüssel
geöffnet und das
Mischgut in den Zwischenbehälter 18 entleert wird. Nach Ablauf der Entleerungszeit
wird die Austragöffnung wieder geschlossen, wodurch der gesamte Mischvorgang von
neuem beginnt.
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Die Schaltung nach der Erfindung bewirkt auch, daß zur Beendigung
des Mischbetriebes die automatischen Beschickungswaagen o, b nicht mehr mit Ausgangsstoffen
für eine neue Mischcharge beschickt werden und die einzelnen Teile der Anlage nacheinander
abgeschaltet werden, sobald sie ihre letzte Funktion erfüllt haben. Als einzige
Ausnahme wird im Beispiel der dargestellten Anlage der Tauchkolbenwassermesser 15
nochmals mit einer für eine Mischcharge notwenigen Wassermenge gefüllt Nach dem
Abschalten der Teile der Anlage für die Robkomponentenzuteilung läuft der Mischer
noch so lange, bis die letzte Charge über die eingestellte Mischdauer gemischt und
anschließend in den Zwischenbehälter 18 ausgetragen ist.
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Durch das darauffolgende Schließen der Entleerungsöffnung der Mischschüssel
2 mit Hilfe des Plattenverschlusses 37 wird auch der Gegenstrommischer 1 automatisch
abgeschaltet. Der Austrag aus dem Zwischenhehälter 18 bleibt noch so lange in Betrieb,
bis auch der Zwischenbehälter völlig entleert ist. Sobald die automatische Waage
19 des Zwischenbehälters ihre Leeranzeigestellung erreicht, schaltet sie nach dem
Austrag aus dem Zwischenbehälter den Hauptschalter der gesamten Anlage und gegebenenfalls
auch die Verbraucheranlage automatisch aus.
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Wenn in der Zeichnung eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt
ist, die insbesondere auf automatische Betonmischanlagen anwendbar ist, so bestehen
für die Vorrichtung nach der Erfindung weitere Anwendungsmöglichkeiten.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung kann auch in solchen Fällen benutzt
werden, in welchen das gemischte Gut von kontinuierlich arbeitenden Mischvorrichtungen
diskontinuierlich aufnehmenden Verbraucheranlagen zugeleitet werden soll. Da bei
kontinuierlich arbeitenden Mischvorrichtungen ein stetiger, in Durchlaufmenge und
Durchlaufgeschwindigkeit konstanter Gutstrom unbedingt erforderlich ist. kann die
Vorrichtung nach der Erfindung auch dann zur Steuerung und Automatisierung einer
Mischanlage benutzt werden, wenn ein kontinuierlich arbeitender Mischer einer kontinuierlich
arbeitenden Verbraucheranlage angepaßt werden soll, die das gemischte Gut in anderen
Mengen aufnimmt, als es der Mischer liefert.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung gestattet in allen Fällen, d.
h. bei diskontinuierlich arbeitenden Mischern sowie bei kontinuierlich arbeitenden
Mischern, einerseits das Anpassen einer Mischvorrichtung auf mehrere Verbrauchervorrichtungen
und andererseits das Anpassen mehrerer Mischvorrichtungen an eine gemeinsame Verbraucheranlage.
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Ferner gestattet die Vorrichtung nach der Erfindung die Aufgabe von
Teilfüllungen, Vorbehandlung einer Teilfüllung während einer bestimmten Zeit, dann
Zugabe der restlichen Rohstoffmengen, sobald die Vorbehandlung der Teilfüllung den
angestrebten Effekt erreicht hat, wie beispielsweise Granulieren von superphosphathaltigen
Mischdüngern ohneWasserbenetzung und ohne Nachschaltung einer Trockenanlage. In
diesem Fall erhält die Maschine eine Teilfüllung, bestehend aus Rohphosphat und
Schwefelsäure. Nach etwa 30 Sekunden Mischzeit bilden beide Materialien eine Paste.
In diesem Moment müssen die restlichen Trockenstoffe zugegeben und mit der Paste
sehr intensiv gemischt werden, wobei die Paste als Bindemittel dient und die gleichzeitige
Granulatforinung ermöglicht.
Mit Rücksicht auf den raschen Reaktionsverlauf
ist die pastenförmige Beschaffenheit nur sehr kurze Zeit gegeben. Im weiteren Verlauf
der Reaktion trocknet und erstarrt das Material ähnlich einem rasch bindenden Gips.
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Dieser Prozeß ist nur bei periodischem Betrieb durchführbar, während
die Weiterleitung des Fertiggranulates im allgemeinen kontinuierlich auf Bändern
erfolgt.
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Ähnliche, jedoch noch höhere Anforderungen an die Automatik ergeben
sich bei der Granulierung von frischem, nicht vorhydratisiertem Kalkstickstoff.
In diesem Falle muß eine genau dosierte Menge von frischem Kalkstickstoff mit einer
ebenfalls genau dosierten Menge Wasser und Löschbeschleuniger so schnell und fehlerfrei
gemischt werden, daß gleich mäßige Benetzung aller Kalkstickstoffpartikeln und Einwirkung
des Löschbeschleunigers auf jedes der Feinteilchen gewährleistet ist, noch ehe der
rasch einsetzende Granul ierprozeß beendet ist. Gleichzeitig mit dem Misch- und
Granulierprozeß vollzieht sich in diesem Falle die Löschung des Kalkanteiles, die
Wärmeentv.icklung zur Folge hat Das Gut muß unter genauer Einhaltung der erprobten
Behandlungsdauer die Granuliermaschine verlassen, sobald die günstigste Granulatgröße
erreicht ist.
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Der Zwischenbehälter nach der Erfindung muß daher das frisch erzeugte
Granulat aufnehmen und noch kurze Zeit zuriickhalten, damit der Löschprozeß unter
gleichzeitiger Einwirkung einer nach oben genau begrenzten Temperatur abklingt,
noch ehe das Gut in die anschließende Kühltrommel gelangt; denn in der Kühltrommel
wird dem Gut die frei werdende Wärme entzogen und zugleich auch ein großer Teil
seiner Feuchtigkeit, so daß der Löschprozeß, wenn er noch nicht abgeschlossen ist,
durch Wärme und Feuchtigkeitsentzug verzögert oder unterbrochen wird.
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Dem Zwischenbehälter nach der Erfindung kommt in diesem Falle somit
eine doppelte Aufgabe zu, nämlich einmal die Anpassung des Gutstromes von einer
Behandlungsstufe zur nächsten und zum anderen die Speicherung des Gutes selbst und
die Vorbereitung des Gutes, das aus einer Behandlungsstufe kommt, zur Behandlung
in der nächsten Stufe. Im vorliegenden Falle darf die Temperatur einen Wert von
70.0 C nicht überschreiten, weil höhere Wärmegrade Stickstoffverluste zur Folge
haben.
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Die Verweilzeit im Zwischenbehälter nach der Erfindung ist daher
zeitlich eng begrenzt und außerdem vom Temperaturanstieg im behandelten Gut abhängig.
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Zu diesem Zweck kann der Zwischenbehälter mit zusätzlichen Temperaturmeßvorrichtungen
versehen sein, die in gleicher Weise wie die automatische Waage des Ausführungsbeispiels
Steuervorrichtungen schalten und somit die Einlaufschieber derAusgangsmaterialien,
d. h. in diesem Falle des frischen Kalkstickstoffs und Wassers, in die Mischschüssel
blockieren oder aber den Austrag aus dem Zwischenbehälter beschleunigen.
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Bei anderen chemischen Prozessen ist auch die Aufgabe gestellt, das
im Mischer behandelte Gut während kurzer Zeit derEinwirkung von Dampf und Ammoniakgasen
oder einem Gemisch von Dampf und Ammonialçgasen auszusetzen. Auch in diesem Falle
ist der Zwischenbehälter mit Schaltvorrichtungen versehen, die auf den Füllungsgrad
und die Temperatur ansprechen und somit die Verweilzeit des Gutes im Zwischenbehälter
und die dabei herrschende Temperatur dadurch regeln, daß sie den Einlauf in den
Mischer bzw. den Austrag aus dem Mischer oder aber den Austrag aus dem Zwischenbehälter
steuern.