DE1080971B - Verfahren und Vorrichtung zur Erzielung duenner Schichten organischer Fluessigkeiten auf Duennschichtverdampfern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erzielung duenner Schichten organischer Fluessigkeiten auf DuennschichtverdampfernInfo
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Description
Dünnschichtverdampfer sind, wie allgemein bekannt ist, dadurch ausgezeichnet, daß die zu verdampfende
Flüssigkeit in Form einer dünnen Schicht über eine beheizte Verdampfungsfläche fließt. Je geringer
dabei die Dicke einer solchen Schicht ist, desto kürzer wird bei gegebener Dampfleistung die Verweilzeit der
zu verdampfenden Flüssigkeit auf dem Verdampfer und desto geringer die Wirkung unerwünschter Zersetzungsvorgänge,
welchen — bei der manchmal relativ hohen Verdampfungstemperatur — die Flüssigkeit
ausgesetzt ist. Dünnschichtverdampfer werden daher überall dort bevorzugt angewendet, wo es auf eine
möglichst schonende Behandlung ankommt, also insbesondere bei der Molekular- und Kurzwegdestillation,
bei welcher durch die Anwendung des Vakuums weitere günstige Bedingungen für die Verdampfung und Destillation
geschaffen werden.
In allen Fällen, in "welchen die Verwendung von Dünnschichtverdampfern erforderlich erscheint, ist
man bestrebt, eine möglichst dünne Flüssigkeitsschicht zu erzielen. Zu diesem Zweck sind verschiedenartige
Anordnungen und Vorrichtungen vorgeschlagen worden, bei welchen die Ausbreitung bzw. Fortbewegung
der Flüssigkeit als dünne Schicht auf der Verdampfungsfläche durch Einwirkung äußerer Kräfte zu
erreichen versucht wird: z. B. durch Ausnutzung der Schwerkraft, indem man .die Flüssigkeit frei über den
Verdampfer fließen läßt, oder durch Fliehkraft, indem man den Verdampfer schnell rotieren läßt, oder
schließlich durch Schubkräfte, wobei man durch verschiedenartige, mechanisch betätigte Abstreifer, Bürsten,
Walzen u. dgl. eine möglichst dünnschichtige Verteilung der Flüssigkeit auf dem Verdampfer zu
erreichen sucht.
Mit allen diesen Methoden ist es grundsätzlich nicht möglich, die Bildung beliebig dünner Schichten zu
gewährleisten, da in den meisten Fällen Grenzflächenkräfte wirksam werden, die ein Zerreißen des Films
zu kleinen Bächen, Rinnsalen oder einzelnen Tropfen verursachen, sobald eine gewisse geringe Schichtdicke
erreicht wird. Gleichzeitig wird durch das Aufreißen" der Schicht die Dampfleistung und damit der Wirkungsgrad
des Verdampfers verringert.
Die kleinste, mit bekannten Verfahren erreichbare Dicke einer Flüssigkeitsschicht ist von der Benetzungsspannung
abhängig, welche äußerlich durch den Randwinkel in Erscheinung tritt, also den Winkel, den die
Grenzfläche Flüssigkeit—Dampf mit der Grenzfläche
Flüssigkeit—Verdampf ungsfläche einschließt. Die
Flüssigkeit breitet sich bei den bekannten Verfahren als zusammenhängende Schicht nur soweit aus, solange
ihre Dicke größer bleibt als eine bestimmte minimale Schichtdicke dv die dem Randwinkel ψχ der, vorrückenden
Flüssigkeit entspricht, bzw. zieht sich zurück oder Verfahren und Vorrichtung
zur Erzielung dünner Schichten
zur Erzielung dünner Schichten
organischer Flüssigkeiten
auf Dünnschichtverdampfern
auf Dünnschichtverdampfern
Anmelder:
ίο Balzers Vakuum G. m. b. H.,
Frankfurt/M.-Süd, Seehofstr.ll
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 5. März 1959
Schweiz vom 5. März 1959
Ddt. Th. Kraus, Vaduz (Liechtenstein),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
zerreißt, wenn die Schichtdicke auf einen Wert d2
<C d± abnimmt, der dem Randwinkel φ2 der zurückgehenden
Flüssigkeit entspricht. Die beiden Randwinkel cpx und 9J2
sind in der Regel verschieden groß, und zwar ist der Vorrückwinkel größer als der Rückzugswinkel, so daß
sich beim Zurückziehen der Flüssigkeit dünnere Schichten erreichen lassen.
Die Benetzungsspannung und damit auch die Beträge
d% und d2 der minimalen Schichtdicken sind
stoffabhängig. Man sah in der geeigneten Stoffwahl für die Verdampfungsfläche bei vorgegebenem Verdampfungsgut
bisher die einzige Möglichkeit, die minimale Schichtdicke gering zu halten.
Es wird ein Verfahren vorgeschlagen, welches das vorliegende Problem durch ein einfaches, nicht kostspieliges
Mittel löst und bei jeder gebräuchlichen Konstruktion
von Dünnschichtverdampfern angewendet werden kann. Gemäß Verfahren der Erfindung wird
zur Erzielung dünner Schichten organischer Flüssigkeiten auf Dünnschichtverdampfern die Verdampfungsfläche
einer elektrischen Gasentladung ausgesetzt, und zwar vorzugsweise vor Benutzung in Kontakt mit
der zu verdampfenden Flüssigkeit. Diese Gasentladung kann vor oder während der Hauptverdampfung im
Dampf der zu verdampfenden Flüssigkeit durchgeführt werden. Sie wird am einfachsten als Unterdruckglimmentladung
bewirkt, wobei die Verdampfungsfläche selbst als die eine Gasentladungselektrode dienen
kann.
Wie erwähnt, kann jeder gebräuchliche Dünnschichtverdampfer
für die Durchführung des erfindungsge-
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mäßen Verfahrens eingerichtet werden. Solche für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete
Verdampfer werden im nachfolgenden an Hand von schematischen Figuren beispielsweise beschrieben,
wobei zugleich das Verfahren erläutert wird.
In allen Figuren bedeutet (soweit vorgesehen): A eine Zuführung für die zu verdampf enden Flüssigkeiten;
G eine Leitung zur Abführung der Gase und der nichtkondensierenden Dämpfe, an welche Leitung
im Falle der Unterdruckdestillation auch die Vakuumpumpe angeschlossen werden kann; D eine Leitung
zur Abführung des Kondensates; R eine Leitung zur Abführung nichtverdampfter Rückstände; H eine
Heizvorrichtung; K eine Kühlung für die Kondensationsfläche; W eine gasdicht durch die Rezipientenwand
hindurchgeführte Welle zur Übertragung von Drehbewegungen; V Verdampfungsfläche allgemein;
B ein endlos umlaufendes Band, das im Falle der Fig. 4 als Verdampfungsfläche dient; E eine isoliert
durch die Rezipientenwand durchgeführte Elektrode für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Abgesehen von Elektrode E sind die gezeigten Verdampfer
von an sich bekannter Art und brauchen daher nur kurz erläutert zu werden. Bei allen gezeigten Anlagen
soll das Verdampfungsgut zu einer dünnen Schicht auf der Verdampfungsfläche V ausgebreitet
werden. Dazu dient in den Fig. 1 und 2 eine einfache Zuführungsleitung A, die das Gut in dünnem Strahl
der Verdampfungsfläche aufgibt, während es in Fig. 3 durch einen Rotor R auf die Verdampfungsfläche geschleudert
wird. In Fig. 5 ist dagegen vorgesehen, die Verdampfungsfläche selbst mittels einer Welle rotieren
zu lassen, welche Drehbewegung infolge Fliehkraft die Ausbreitung des Gutes in dünner Schicht bewirkt.
In Fig. 4 dient in an sich bekannter Weise eine Auftragrolle, die in einen Behälter mit Verdampfungsgut
eintaucht dazu, das Gut auf ein endlos umlaufendes Band B in dünner Schicht aufzutragen. Auf ähnlicher
Wirkung beruhen weitere Konstruktionen, die +0 hier nicht illustriert sind, bei welchen scheiben- oder
trommelförmige Verdampfer um eine horizontale Achse rotieren und .in die zu verdampfende Flüssigkeit
tauchen.
Bei allen Ausführungsformen ergibt sich, wie oben erwähnt, die Schwierigkeit, daß das Verdampfungsgut
dazu neigt, kleine Bäche oder Tropfen auf der Verdampfungsfläche zu bilden, anstatt sich zu einer dünnen
Schicht auszubreiten.
Erfindungsgemäß ist nun in Verdampfungsanlagen, soweit sie für organische Substanzen verwendet werden
sollen, als Zusatzeinrichtung die in allen Figuren gezeigte Elektrode £ vorgesehen, die, elektrisch isoliert,
durch die Rezipientenwand in den Verdampfungsraum geführt ist. Es hat sich überraschenderweise
gezeigt, daß man für organische Substanzen sofort eine gute Benetzbarkeit der Verdampfungsfläche
erzielt, wenn man für kurze Zeit — es genügen Sekunden — zwischen der Elektrode und sonstigen in der
Apparatur vorhandenen Metallteilen, wie oben beschrieben, eine schwache elektrische Gasentladung
brennen läßt. Es ist möglich, die Verdampfungsfläche selbst als eine Elektrode auszubilden. Es genügt aber
auch, wenn die Verdampfungsfläche lediglich im Entladungsraum irgendwo in der Nähe der Entladungsstrecke angeordnet ist. Es hat sich gezeigt, daß, wenn
immer eine elektrische Entladung im Bereich der Verdampfungsfläche stattfindet, diese genügt, gute Benetzbarkeit
für organische Substanzen für die Dauer der ganzen nachfolgenden ununterbrochenen Verdampfung
zu erzielen.
Eine einmalige kurzzeitige Beglimmung genügt nämlich so lange, als die durch diese Beglimmung zustandegebrachte
dünne, die Verdampfungsfläche überziehende Schicht nicht durch zu langen Unterbruch
der Verdampfung, Überhitzen derL Verdampfungsfläche oder durch öffnen der' Apparatur, Reinigen oder
dergleichen Eingriff zerstört wird.
Claims (6)
1. Verfahren zur Erzielung dünner Schichten organischer Flüssigkeiten auf Dünnschichtverdampfern,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verdampfungsflächen einer, elektrischen Gasentladung
ausgesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdampfungsfläche erst mit der
zu verdampfenden Flüssigkeit in Berührung gebracht und darauf einer elektrischen Gasentladung
ausgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, .daß die Gasentladung im Dampf der zu
verdampfenden Flüssigkeit durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasentladung als Glimmentladung
bei Unterdruck durchgeführt wind.
5. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im
Verdampfer eine isoliert durch die Verdampferwand durchgeführte Elektrode (E) angeordnet ist
und daß die Verdampfungsfläche (V) selbst als Gasentladungselektrode ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch S, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochspannungselektrode (E)
der Verdampfungsfläche (V) gegenüberstehend angeordnet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
©009 508/364 4.60
Applications Claiming Priority (1)
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| CH7040659A CH366821A (de) | 1959-03-05 | 1959-03-05 | Verfahren zur Verbesserung der Benetzung der Verdampfungsflächen von Dünnschichtverdampfern und Dünnschichtverdampfer zur Durchführung des Verfahrens |
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1960
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