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DE1078770B - Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril

Info

Publication number
DE1078770B
DE1078770B DED25691A DED0025691A DE1078770B DE 1078770 B DE1078770 B DE 1078770B DE D25691 A DED25691 A DE D25691A DE D0025691 A DED0025691 A DE D0025691A DE 1078770 B DE1078770 B DE 1078770B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acrylonitrile
polymerization
dimethylformamide
polymers
copolymers
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED25691A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Andreas Hunyar
Manfred Kubanczyk
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Berlin Brandenburg Academy of Sciences and Humanities
Original Assignee
Berlin Brandenburg Academy of Sciences and Humanities
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Berlin Brandenburg Academy of Sciences and Humanities filed Critical Berlin Brandenburg Academy of Sciences and Humanities
Priority to DED25691A priority Critical patent/DE1078770B/de
Publication of DE1078770B publication Critical patent/DE1078770B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F20/00Homopolymers and copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and only one being terminated by only one carboxyl radical or a salt, anhydride, ester, amide, imide or nitrile thereof
    • C08F20/02Monocarboxylic acids having less than ten carbon atoms, Derivatives thereof
    • C08F20/42Nitriles
    • C08F20/44Acrylonitrile
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F2/00Processes of polymerisation
    • C08F2/36Polymerisation in solid state

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)

Description

DEUTSCHES
Die bisher bekannten Methoden der Polymerisation von Acrylnitril im wäßrigen Medium haben den Nachteil, daß durch Wasserunlöslichkeit des Polymeren die Verarbeitung vom Entwässern zum Pulverisieren und letztlich Herstellen der Spinnlösung mehrere ünköntinuierliche Afbeitsstufen erfordert. Diese unökonomischen Passagen könnten durch Polymerisation des Acrylnitrils in einem Agens, z, B, Dimethylformamid, das gleichzeitig Lösungsmittel für das Monomere wie für das Polymere ist, umgangen werden.
Die Polymerisation in solchen organischen Lösungsmitteln bringt aber verschiedene Schwierigkeiten:
a) In diesen Lösungsmitteln sind die bekannten anorganischen Katalysatoren nicht löslich.
b) Die Lösungsmittel sind gegenüber peröxydischen Katalysatoren nicht genügend resistent, d. h., die Polymerisation wird mehr oder weniger stark inhibiert, so daß die Ausbeute oder das Durchschnittsmolekulargewicht für Spinnzwecke unzureichend ist.
c) Das dem Lösungsmittel zugegebene Monomere verschlechtert seine Löseeigenschaften, so daß das Polymere nur gequollen ist und erst anschließend durch Abdestillieren des nicht umgesetzten Monomeren in Lösung gebracht werden kann. Das Abdestillieren bedeutet aber eine erhebliche Schwierigkeit.
Bei der Überprüfung der Polymerisation von Acrylnitril in Dimethylformamid mit verschiedenen in Dimethylformamid löslichen Katalysatoren zeigte es sich, daß die als Katalysator bei der Blockpolymerisation von Methacrylsäuremethylester bekannte p-Toluolsulfinsäure auch die Polymerisation von Acryrnitril initiiert. Allerdings zersetzte sich die p-Toluolsulfinsäure in Substanz sehr schnell in polymerisationshemmende Substanzen. Aus diesem Grund wird versucht, beständigere a-Oxysulfone oder a-Aminosulfone zu verwenden, die aber graduell schlechtere Katalysatoren sind und somit längere Reaktionszeiten der Polymerisation zur Folge haben. Da bei der Polymerisation von Acrylnitril in Dimethylformamid mit p-Toluolsulfinsäure mit oder ohne verschiedene Zusätze, wie Schwefelsäure, Halogenionen, Amine, Aminhydrochloride, Alkohole usw., bei 30 bis 500C und einem für Faserzwecke geeigneten Durchschrattsmolekulargewicht erst nach 48 Stunden ausreichender Umsatz des Monomeren zum Polymeren erreicht wird, ist es verständlich, daß schlechtere Katalysatoren kaum in Frage kommen. Ein geeignetes Durchschnittsmolekulargewicht wird dargestellt durch ein Polymerisat, welches in einer 0,5 °/oigen Lösung mit Dimethylformamid eine relative Viskosität, gemessen im Ostwaldviskosimeter bei 20° C, von 1,5 und höher so besitzt. Weiterhin wurde festgestellt, daß die Polymerisation von Methacrylsäuremethylester durch Halogenionen beschleunigt wird. Bei der vorliegenden Polymerisation von Acrylnitril in Dimethylformamid ist eine Verfahren zur Herstellung
von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril
Anmelder: Deutsche Akademie der Wissenschaften
zu Berlin, Berlin-Adlershof, Rudower Chaussee 126
Dr, Andreas Hunyar und Manfred Kubanczyk,
Teltow-Seehof, sind als Erfinder genannt worden
fördernde Wirkung von zugesetzten Halogenionen nicht zu beobachten. Ebenso ist bekannt, daß das beständige Na-SaIz der p-Toluolsulfinsäure mit beispielsweise Dibutylaminhydrochlorid die Polymerisation von Methacrylsäuremethylester initiiert. Aber auch diese Kombination bringt bei der Polymerisation von Acrylnitril in Dimethylformamid kernen genügenden Umsatz zum Polymeren. Es wurde nun gefunden, daß Natrium-p-toluolsulfinat mit geringen Mengen konzentrierter Schwefelsäure die Polymerisation von Acryhiitril in Dimethylformamid stärker initiiert als die bisher beschriebenen Abkömmlinge der p-Toluolsulfinsäure, obwohl bei der Polymerisation von Methacrylsäuremethylester mit p-ToluolsuLfinsäure, wie bekannt, Schwefelsäure hemmend wirkt und somit nach aller Voraussicht die polymerisierende Wirkung des Natrium-p-toluolsulfinats verschlechtert werden müßte. Erst mit dieser Kombination wird die erforderliche Ausbeute zum Polyacrylnitril erreicht.
Entscheidend ist ferner die Tatsache, daß das bei der Polymerisation entstehende Polyacrylnitril — trotz des die Löslichkeit verschlechternden Monomeren — fast homogene Lösungen ergibt, die sofort versponnen werden könnten. Wie sich aber erwiesen hat, ist es besser, diese Lösung kurz auf etwa 110° C anzuheizen, um — ohne Abdestillation des nicht umgesetzten Monomeren —■ homogene Lösungen zu erhalten, die allerdings nach einigen Stunden gelieren. Durch Mischpolymerisation mit bis zu 10°/0 anderen polymerisierbaren Verbindungen erhält man ohne Erhitzen sofort spinnbare Lösungen, die nicht gelieren.
Beispiel 1
125 g Acrylnitril (Acn) in 375 g Dimethylformamid (DMF) werden mit 1 g p-toluolsulfinsaurem Natrium
909 768/445
(SN) und 1,5 ecm konzentrierter Schwefelsäure in 48 Stunden bei 40° C polymerisiert. Es empfiebit.sich, das SN in etwa ISO ecm DMF und 1,5 ecm konzentrierter Schwefelsäure zu lösen und zu filtrieren. Zur Initiierung der Polymerisation wird Sauerstoff verbraucht, der aus der Luft aufgenommen wird. Überschuß an Sauerstoff aber inhibiert die Polymerisation. Beschriebener Ansatz wird z. B. in einen SOO-ccm-Erlenmeyer-Kolben gegeben, kurze Zeit Luft eingeleitet/ dann fest verschlossen und zu Ende polymerisiert. Es entsteht eine hochviskose trübe Masse. Ausbeutebestimmung durch Ausfällung einer abgewogenen Menge in Wasser und Bestimmung der Trockensubstanz ergibt, bezogen auf Monomeres, 70 bis 80%. Die relative Viskosität des Polymeren in einer 0,5%igen DMF-Lösung bei 20°C beträgt 1,6 bis 1,9. Um eine klare, glatt fließende, hellgelbe Spinnlösung zu erhalten, wird der Ansatz etwa 20 Minuten bei 110° C gerührt. Die Viskosität, gemessen im Höppler-Viskosimeter bei 800C, ergibt 600 bis 1200 cP. Diese Lösung kann nach üblichen Methoden zu Fasern versponnen werden.
Beispiel 2
115 g Acn und 10 g Vinylacetat in 375 g DMF werden mit 1,0 g SN und 1,5 ecm konzentrierter Schwefelsäure bei 400C in 48 Stunden polymerisiert. Umsatz, relative Viskosität und cP verhalten sich wie im Beispiel 1. Stickstoff nach Kjeldahl beträgt etwa 25%. Der entscheidende Vorteil der Mischpolymerisation ist, daß der Umsatz sofort, also ohne nachträgliches Erhitzen, auf 1100C versponnen werden kann und selbst nach Tagen bei 400C nicht geliert. Außerdem ist das Fasermaterial nahezu weiß. Es besteht also bei der Einfachheit des Verfahrens die Möglichkeit, vollkontinuierlich zu arbeiten.
Beispiel 3
120 g. Acn und 4 g Styrol werden in 375 g DMF mit 1,0 g SN und. 1,5 ecm konzentrierter Schwefelsäure bei 400C in 48 Stunden polymerisiert. Die Ergebnisse verhalten sich wie im Beispiel 1. Das Verspinnen der Lösung kann nach Beispiel 1 oder 2 erfolgen,
ίο Zu bemerken sei noch, daß bei diesen Fasern die Anfärbbarkeit mit deii bekannten Farbstoffen entscheidend verbessert ist.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten
bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril bzw. Acrylnitril mit höchstens 15 % eines oder mehrerer anderer Vinylmonomerer durch Polymerisation in Dimethylformamid bei Gegenwart von Natrium-p-toluolsulfinat, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mischung von 20 bis 30 Gewichtsprozent der Monomeren mit 70 bis 80 Gewichtsprozent Dimethylformamid und kleinen Mengen von Natrium-p-toluolsulfinat sowie kleinen Mengen konzentrierter Schwefelsäure bei 30 bis 5O0C in 20 bis 60 Stunden polymerisiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,· dadurch gekennzeichnet, daß als Mischpolymerisationskomponente 0,1 bis 10 Gewichtsprozent Styrol verwendet werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 1090 238 (= Chemisches Zentralblatt 1957, S. 3673/3674).
DED25691A 1957-05-28 1957-05-28 Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril Pending DE1078770B (de)

Priority Applications (1)

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DED25691A DE1078770B (de) 1957-05-28 1957-05-28 Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril

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DED25691A DE1078770B (de) 1957-05-28 1957-05-28 Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril

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DE1078770B true DE1078770B (de) 1960-03-31

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DED25691A Pending DE1078770B (de) 1957-05-28 1957-05-28 Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten bzw. Mischpolymerisaten aus Acrylnitril

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DE (1) DE1078770B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0145362A3 (en) * 1983-11-21 1985-08-21 The Standard Oil Company Catalytic dimerization of acrylonitrile

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR1090238A (fr) * 1953-03-28 1955-03-29 Heraeus Gmbh W C Procédé de préparation de produits de polymérisation

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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