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DE1072182B - Verfahren zur Herstellung keramischer Verbundwerkstoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung keramischer Verbundwerkstoffe

Info

Publication number
DE1072182B
DE1072182B DENDAT1072182D DE1072182DB DE1072182B DE 1072182 B DE1072182 B DE 1072182B DE NDAT1072182 D DENDAT1072182 D DE NDAT1072182D DE 1072182D B DE1072182D B DE 1072182DB DE 1072182 B DE1072182 B DE 1072182B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
carbide
metal
sintering
powder mixture
composite materials
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DENDAT1072182D
Other languages
English (en)
Inventor
Eisenach Dr.-Inig. Curt Agte (Thur.), Rudolf Kohlermann, Immelborn (Thur.), und Walter Dübel, Roßdorf (Rhön)
Original Assignee
VEB Hartmetallwerk Im'meib'orn, Imirmel'born (Thur.)
Publication date
Publication of DE1072182B publication Critical patent/DE1072182B/de
Pending legal-status Critical Current

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  • Compositions Of Oxide Ceramics (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
kl. 80 b 8/18
INTERNAT KL
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT 1072182
V 14636 IVc/80 b
ANMELDETAG. 2 J U L I 1 9 5 8
BEKANNTMACHUNG DER ANMELDUNG UND AUSGABE DER AUSLEGESCHRIFT 24 DEZEMBER 1959
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von keramischen Verbundwerkstoffen, bestehend aus einem Gemisch aus 40 bis 90% Al2O3, Rest ein oder mehrere Metallkarbide wobei der karbidische Anteil ganz odti /um Teil durch Boride und/oder Nitride ersetzt sein kann insbesondere zur Bestückung von Zerspanungswerkzeugen Die nach dem erfindungsgemaßen Verfahren hergestellten Verbundwerkstoffe zeichnen sich insbesondere durch eine relativ hohe Biegtbruchfestigkeit gute Wärmeleitfähigkeit und gute Temperaturwechselfestigkeit aus
In neuerer Zeit kommt den keramischen Verbund werkstoffen in dem Bestreben insbesondere die Zer spanungstechnik im Hinblick auf die Anwendung höherer Schnittgeschwindigkeiten und die Erreichung großerei Stand/eiten weiter zu entwickeln, größere Bedeutung 7U Es ist auch schon eine Reihe von keramischen Werk/eugstoffm unterschiedliche Zusamme nset/ung bekannt die sich fur 7erspanungs /wecke eignen So sind beispielsweise keramische Werk7eugstoffe bekanntgeworden, die ganz oder zu 85°/o und mehr aus Aluminiumoxyd als Grunelkompo nente bestehen und als weitere Komponente oxydische und/oder sihkatischt /usatze enthalten, wobei die oxydischen und/odei silikattschen Zusätze Mischoxyde bzw eine Glasphase, die die Al2O3-Korner vei kittet, bilden Es sind oxydische Zusat/e bekannt die mit eiern Grundoxyd Mischoxyde bilden, wie beispielsv,eise Ci2O^ welches in Verbindung mit Al2O3 »Sinterrubin« ergibt Weiter ist bekannt, der Grund komponente Al2O, Magmsiumfluond /uzuset/en, welches bei der Sinterung ebenfalls eine Glasphase blickt Es wurde auch schon ν01 geschlagen der oxydischen GrundkoniponeiiU /ui Erhöhung der Zähigkeit und Wärmeleitfähigkeit und /ur Verringt rung dei Porosität metallische /usat/e bti/ugtben, wobei diesen Zusätzen die Funktion eines Bindemittels zwischen den hatte η Oxvdteilchen /ukonimcn soll
Diese Alt von keramischen Verbundwerkstoffen ist im angelsächsischen Sprachgebi auch unter der Be /eichnung »Cermets« bekanntgeworden Nachteilig an diesen Ve ι bundwirk stoffen ist daß sie als Werkzeugstoff nur unter solchen Zerspanungsbedingungen im besonderen Sehnittgcschvvindigkeittn eingesetzt werden können wie sie bei den modernen Sinterhart metallsorten üblich sind da die dutch den Metallzu satz verbesserte Zähigkeit mit einer Verringerung der Verschleißfestigkeit gemessen an den Eigenschaften dei reinen keiamischen Weikstoffe -verbunden ist Um diesen Nachteil /u beseitigen wurde auch schon voi geschlagen dei aus Al2O1 bestehenden oxydischen Gi undkomponente Metallkarbide von Metallen der 4, 5 und 6 Gruppe des Peuodischen Systems einzeln odei gemischt /u/ugeben und /wat im allgemeinen in Verfahren zur Herstellung
keramischer Verbundwerkstoffe
Anmelder·
VEB Hartmetallwerk Immelborn,
Immelborn (Thur.)
Dr -Ing Curt Agte Eisenach (Thur ),
Rudolf Kohlermann, Immelborn (Thur
und Walter Dübel Roßdorf (Rhön),
sind als Erfinder genannt worden
Mengen die gewichtsmaßig 50%> und volumenmaßig
25°/o nicht wesentlich überschreiten Ein weiterer Vorschlag geht dahin den Karbidanteil durch andere halle Verbindungen wie Be>nde und/oder Nitride ganz odei teilweise /u ersetzen Derartige keramische Verbundwerkstoffe haben sich schon gut als Werk-
Zeugstoff in der Zerspanungsindustrie beim prak tischen Ge hi auch bewahrt, insbesondere deshalb weil sie gegenüber den reinen keramischen Werkzeugstoffen eineiseits und den Ceimets andererseits eine bessere Verschleißfestigkeit bei gleichzeitiger Erhöhung
dei Zähigkeit \eibunden mit einer höheren Wärmeleitfähigkeit aufweist Schließlich wurde auch schon vorgeschlagen dei oxvdischen Giundkomponente ein Gemisch aus Metallkaibiden und Metallen /u/usetzen, um die Eigenschaften keramischei Verbundwerkstoffe
/u verbessern Allen bishei bekanntgewordenen keramischen Verbundwerkstoffen ist aber gemeinsam nachteilig daß die Zähigkeit b/w Biegebruchfestig keit relatn gering ist was insbesondere bei der Ver Wendung deraitigir Verbundwerkstoffe als Werkzeug
stoffe in der Zerspanungsindustrie störend empfunden wird Auf Grund dei relativ geringen Zähigkeit ist es nicht möglich die hohe Verschleißfestigkeit der kera mischen Verbundwerkstoffe in größerem Umfang der Technik nut/bai /u machen
Aufgabe der Erfindung ist es, die Zähigkeit bzw Biegebruchfestigkcit \ou keramischen Verbundwerkstoffen ohne nachteilige Beeinflussung der Verschleiß festigkeit /u verbessern Es wurde überraschenderweise gefunden daß es möglich ist, die Aufgabe zu
909 690/512
losen, wenn bei der Herstellung eines keramischen Verbundwerkstoffes, bestehend aus einem Gemisch aus 40 bis 9O°/o Al2O3, Rest em oder mehrere Metallkai bide, wobei der karbidische Aateil ganz oder zum Teil duich Boride und/oder Nitiide ersetzt sein kann, em Vei fahren zur Anwendung kommt, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß im Pulvergemisch em Teil, vorzugsweise 1 bis 35% des karbidischen, bondischen und/oder nitridischen Anteiles durch ein oder mehreie bei den erfoidei liehen bzw angewandten Smtei temperaturen karbidbildende Metalle mit Schmelzpunkten, die über dem Schmelzpunkt VOnAl2O3 liegen, ersetzt wird und daß dieser Metallanteil im Verbund korper zumindest teilweise in Karbidform übergeführt wird Es liegt natürlich auch im Sinne der Erfindung den Metallanteil ganz oder teilweise in Oxydform, beispielsweise als MoO,, oder TiO2, m das Ausgangspulveigemisch einzubringen
Es hat sich gezeigt daß es möglich ist, eine Karburierung des Metalianteiles im Formling schon dadurch zu erreichen wenn die Smteiung des Formlinge in einer kohlenden Gasatmosphare vorgenommen wird Zum Zwecke einer besseren Steuerung des Karburierungseffektes wahrend der Sinterung besteht ein weiterer Frfindungsgedanke dann, daß dem Pulver gemisch in feinstveiteilter Form Kohlenstoff züge geben wird, und zwar in solchen Mengen, daß der Metallanteil wahrend der Sinterung ganz oder teilweise in Karbidform ubergefuhrt wird
Es scheint sicher zu sein, daß die verbesserten Eigenschaften der erfindungsgemaßen keiamischen Veibundstoffe darauf zurückgeführt werden können, daß die wahrend der Sinterung stattfindende Karbuneiung des Metallanteiles, wobei das Karbid ge wissermaßen im statu nascendi entsteht, die Oberflachenreaktionen zwischen den oxydischen und karbidischen Hartetragern begünstigt, wodurch eine kata lytische Wirkung auf den Sintervorgang nicht ausge schlossen erscheint
Die nach der Erfindung hergestellten keramischen Verbundwerkstoffe zeichnen sich durch eine erhöhte Biegefestigkeit und eine sehr gute Verschleißfestigkeit, verbunden mit einer guten Wärmeleitfähigkeit und Temperaturwechsel festigkeit aus

Claims (4)

  1. Patentansprüche
    1 Vei fahren zur Herstellung keramischer Vei bundwerkstoffe insbesondere zur Bestückung von
    ίο Zerspanungswerkzeugen, die aus einem Gemisch aus 40 bis 90°/» Al2O3, Rest ein oder mehrere Metallkarbide bestehen, wobei der karbidische An teil ganz oder zum Teil durch Boride und/oder Nitride ersetzt sein kann dadurch gekennzeichnet, daß im Pulvergemisch em Teil, vorzugsweise 1 bis 35°/o des karbidischen, bondischen und/oder mtridischen Anteiles durch ein oder mehrere bei den erforderlichen bzw angewandten Sintertempelatuien karbidbildende Metalle mit Schmelzpunkten, die über dem Schmelzpunkt von Al2O3 liegen, ersetzt wird und daß dieser Metallanteil wahrend der Sinterung im Formling zumindest teilweise in Karbidform ubergefuhrt wird
  2. 2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sinterung des Formlinge in einer kohlenden Atmosphäre unter Wasserstoffschutz gas vorgenommen wird
  3. 3 Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Pulvergemisch Kohlenstoff zugegeben wird, und zwar in solchen Mengen, daß der Metallanteil wahrend der Sinterung im Formling ganz oder teilweise in Karbidform ubergefuhrt wird
  4. 4 Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet daß der Metallanteil in Form von Metalloxyden dem Pulvergemisch zugegeben wird
    In Betracht gezogene Druckschriften Deutsche Patentschrift Nr 890 921
DENDAT1072182D Verfahren zur Herstellung keramischer Verbundwerkstoffe Pending DE1072182B (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1072182B true DE1072182B (de) 1959-12-24

Family

ID=596701

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT1072182D Pending DE1072182B (de) Verfahren zur Herstellung keramischer Verbundwerkstoffe

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1072182B (de)

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