DE1061156B - Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl. - Google Patents
Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl.Info
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- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
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Description
DEUTSCHES
kl. 49 h 21
PATENTAMT
M 26686 Ib/49 h
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUS LEGE S CHRI FT:
9. juli 1959
Das Richten von Wellen od. dgl. geschieht in der Regel folgendermaßen: Die Welle wird zwischen
Spitzen gespannt und von Hand oder maschinell in Drehung versetzt. Dabei wird die Stelle mit dem
maximalen Ausschlag mit dem Auge gesucht und die Winkellage des Maximalausschlages durch Abtasten
mit Kreide od. dgl. oder mit der Meßuhr festgestellt. Dann wird die so gefundene Stelle des Maximalausschlages
unter einen Pressenstößel gebracht, als Gegenlagerung in einer geschätzten Distanz Unterlagen
zwischengeschoben und so lange gedrückt, bis angenommen werden kann, daß der Ausschlag an
dieser Stelle innerhalb der gewünschten Toleranz liegt. Zur Nachprüfung wird die AVelle wieder
zwischen Spitzen gebracht, gedreht, der Maximalausschlag erneut festgestellt und dann unter Umständen
nachgepreßt. Dieser Vorgang wiederholt sich in der Regel an mehreren Stellen der Welle und erfordert
viel Geschicklichkeit und Zeit.
Zur Vereinfachung eines derartigen Richtverfahrens sind Anordnungen mit Schlitten und mit federnden
Spitzen bekannt, so daß die Welle nicht mehr ausgespannt werden muß. Auch sind Verfaliren mit
mehreren Meßuhren bekannt, -die es gestatten, die Stelle mit Maximalausschlag leichter zu finden. Allen
diesen Verfahren ist jedoch der Nachteil gemeinsam, daß die Stelle mit Maximalausschlag erst umständlich
gesucht werden und dann diese Stelle an den Pressenstößel gebracht werden muß, wobei die Geschicklichkeit
des Arbeiters eine große Rolle spielt.
Außerdem sind Schienenrichtmaschinen bekannt, bei denen die Schienen an zwei Punkten fest aufliegen
und sich die Richtstempel um die Längsachse der Schiene drehen sowie außerdem hin- und hergehende
Bewegungen ausführen. Wenn nun einer der Stempel auf eine unregelmäßige Stelle der zu richtenden
Schiene trifft, wird ein elektrischer Stromkreis geschlossen, wodurch dier Hub des betreffenden Richtstempels
ausgelöst wird. Mit einer solchen Vorrichtung lassen sich jedoch Wellen nicht einwandfrei genug
richten, weil ein unmittelbares Anliegen eines gleichzeitig als Taststelle dienenden Richtstempels viel zu
grob ist und somit keine genügende Genauigkeit erzielt werden kann.
Anders ist es bei der Vorrichtung zum selbsttätigen Richten von zwischen Spitzen drehbar eingespannten
Wellen, Rohren od. dgl. durch mehrere aufeinanderfolgende Richtvorgänge mittels Richtbügeln und Taststellen
oder zur Beseitigung einer Unwucht nach der Erfindung, bei der eine Anzahl von Taststellen in
axialer Richtung verteilt und in einer Ebene liegend angeordnet und mit je einem Speicherwerk versehen
sind. Durch diese Speicherwerke wird bei einer ersten Umdrehung des zu richtenden Werkstückes um 360°
Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl.
Anmelder: Dipl.-Ing. Helmut Müller, Wendlingen/Neckar, Heinrich-Otto-Str. 9
Dipl.-Ing. Helmut Müller, Wendlingen/Neckar, ist als Erfinder ,genannt worden
der Ausschlag ermittelt uhd festgehalten. Durch eine besondere Schalteinrichtung, welche die Speicherwerke
verbindet, wird diei Taststelle mit dem größten Ausschlag ausgesucht und die Einstellung der Winkellage
dieser Stelle des größten Ausschlages durch weitere Drehung des Werkstückes bis unter den zugehörigen
Richtbügel bewirkt. Wenn- diese weitere Drehung erfolgt ist, wird der wirksame Richthub· ausgelöst.
Auf diese Weise ist es möglich, Wellen, Rohre od. dgl selbsttätig sehr genau und in kurzer Zeit zu
richten. Außerdem ist das Richten unabhängig von der Geschicklichlieit des Bedienenden. Für eine
Mengenfertigung ist deshalb der Gegenstand der Erfindung besonders vorteilhaft.
Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung nach der Erfindung ist an Hand der Zeichnungen näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 eine Längsansicht einer Vorrichtung mit mehreren senkrecht angeordneten Taststellen und
Richtstößeln,
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine Vorrichtung mit waagerecht liegenden Taststellen' und Richtstößeln,
Fig. 4 das Prinzipschaltbild einer Vorrichtung nach der Erfindung.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist die zu richtende Welle 1 zwischen Spitzen 2, Futtern, Rollen
od. dgl. drehbar gelagert, wobei eine der Spitzen 2 als Mitnehmerspitze wirkt und die andere zum Spannen
horizontal verschiebbar ist. Die Welle 1 wird durch einen Antrieb 3 gedreht. Dabei tasten eine Anzahl
Tastgeräte 4 die Welle l ab. Gegenüber den Tast-
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geräten 4 befinden sich abwechselnd Richtstößel 5 und Unterlagen 6. _
Für einfachere Richtarbeiten kann die Anzahl der Richtstößel und Unterlagen auch kleiner als bei dem
Ausführungsbeispiel sein, ebenso auch die Anzahl der Taststellen 4. Gegebenenfalls kann ferner auf die
Taststellen 4 gegenüber den Unterlagen 6 ganz verzichtet werden. Mit der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung
können beispielsweise zwanzig Stellen der AVelle 1 unmittelbar gerichtet bzw. abgetastet werden..
Um Zwischenstellen zu erreichen, kann die Welle 1 mit den Spitzen 2 und dem Antrieb 3 auf einem
Schlitten 7 gegenüber den Richt- und Taststellen verschoben werden.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist der Einfachheit halber der Schlitten 7 weggelassen. Auf der
Tischplatte 8 des Untergestells 9 sind die Unterlagen 6 durch Keilschieber 10 zustellbar angebracht. Beim
Richten ruht die Welle 1 auf zwei solchen Unterlagen 6, die zuvor selbsttätig oder von Hand angestellt worden
sind. Der Richtbügel 11 ist einschwenkbar. Er führt eine senkrecht wirkende hin- und hergehende Bewegung,
nämlich den Richthub, aus, sobald sich die Exzenterwelle 12 dreht. Diese ist in Lagerböcken 13
gelagert, die an der Tischplatte 8 angeschraubt sind. Dadurch ist ein günstiger Kraftschluß auf kurzem
Weg gewährleistet. Die zugehörige Taststelle 14 ist durch eine Meßuhr mit eingebautem Drehwiderstand
angedeutet. DieWelle 1 wird über ein Hebelsystem 26 mit Taststiften 27 abgetastet. Eine lüftbare Bremse 15
gestattet, den größten Ausschlag festzuhalten. Der Richtbügel 11 wird hydraulisch, mechanisch oder
pneumatisch in Arbeitsstellung eingeschwenkt und zum Aus- und Einlegen der Welle 1 zurückgeschwenkt.
Zum Schwenken ist ein hydraulischer Antrieb 16 mit Rückzugfeder 17 vorgesehen. Ist der
Richibügel 11 eingeschwenkt, dann wird durch einen Endschalter 18 und die Schaltzunge 19 am Richtbügel
11 die Drehung der Exzenterwelle 12 ausgelöst, was zweckmäßig durch einen nicht dargestellten
hydraulischen Drehkolben über ein- elektromagnetisches Steuerventil erfolgt. An der Umschaltstange 20
ist ein weiterer Umschalter 21 angebracht, der bei Berührung mit der Zunge 19 die Umkehr der Drehbewegung der Exzenterwelle 12 einleitet.
Die Umschaltstange 20 ist um die Achse 22 schwenkbar; wird sie nach unten gedrückt, dann verlängert
sich der Weg des Richtbügele 11 bis zum Umschalten, so daß dadurch eine Regelung des Richthubes
möglich ist. Die Regelung kann durch einen Exzenter 23 von Hand, durch einen hydraulischen
Antrieb 24 od. dgl. gesteuert werden, wobei der Weg des Richtbügels 11 in Abhängigkeit von dem Ausschlag
der Taststelle 14 gewählt werden kann. Für •den Rückzug der Umschaltstange 20 kann eine Rückholfeder
25 verwendet werden.
Werden mehrere Richtbügel 11 verwendet, dann drückt nur derjenige auf die Welle 1, der eingeschwenkt
ist und sich in Arbeitsstellung befindet. Die anderen laufen leer mit. Die Exzenterwelle 12 ist
gemeinsam für alle Richtbügel 11.
Während bei dem Beispiel nach Fig. 2 der Richtbügel 11 vertikal in Richtung des Pfeiles arbeiten, ist
es selbstverständlich genausogut auch möglich, in jeder anderen Lage, z. B. horizontal, zu richten, wie
in Fig. 3 dargestellt ist. Statt der Unterlagen 6 können auch gegenüberliegende Richtbügel 11 verwendet
werden. Die Anordnung nach Fig. 3 bringt bei selbsttätiger Zuführung der zu richtenden Teile oder
Wellen 1, z. B. mittels einer Zuführung 28, besondere
Vorteile. Es muß jedoch dafür Sorge getragen werden, daß die Taststifte 27 beim Einlegen der Teile
oder Wellen 1 nicht im Weg stehen, sondern zurückgeführt werden, was durch eine Magnetspule 30
(Fig. 4) geschehen kann. Die Teile der Vorrichtung nach Fig. 3 entsprechen dem Beispiel nach Fig. 2. Die
Richtbügel 11 liegen jedoch einander gegenüber und umfassen die eingelegte Welle 1 von beiden Seiten.
Angetrieben werden sie von je einer Exzenterwelle 12.
Der Richtvorgang ist folgender: An der Welle 1 werden Stelle und Winkellager des größten Ausschlages,
wie weiter unten beschrieben, selbsttätig festgestellt und derjenige Richtbügel 11 mit den entsprechenden Unterlagen 6 angestellt, der an der Stelle
des festgestellten größten Ausschlages liegt. Dann wird die Welle 1 so lange weitergedreht, bis. die
Stelle mit dem größten Ausschlag unter dem Richtbügel entgegengesetzt zum Richthub liegt.
Daraufhin wird die Exzenterwelle 12 angetrieben und dadurch sämtliche Richtbügel 11 bewegt. Nur
derjenige Richtbügel 11 drückt auf die Welle 1, der an der Stelle des größten Ausschlages eingeschwenkt
ist, während die anderen leer laufen. Der Richthub richtet sich bei halbautomatischer Betätigung der
Vorrichtung nach der Einstellung des Exzenters 23 und bei vollautomatischer Betätigung nach der Einstellung
des hydraulischen Antriebes 24.
Nachdem die Stelle mit dem festgestellten größten Ausschlag gerichtet ist, wird der gleiche Vorgang
selbsttätig an der Stelle mit dem nächstkleineren Ausschlag wiederholt, bis die Welle 1 durchgerichtet ist.
Das Richten einer Welle oder eines Rohres od. dgl. geht wegen des automatischen Arbeitens der Vorrichtung
nach der Erfindung sehr schnell vor sich, und es wird gegenüber den bisher bekannten Vorrichtungen
nur ein Bruchteil an Zeit hierzu benötigt.
Nach Fig. 4 sind acht Taststellen 14 vorgesehen. Eine dieser Taststellen 14 sei die Stelle mit dem
größten Ausschlag; sie ist vergrößert besonders dargestellt. Ihr Taststift 27 liegt an der Wellel unter
einem bestimmten Druck an, hervorgerufen durch eine Magnetspule 29. Beim Einführen der Welle 1 ist
der Stift 27 abgehoben, was durch die Magnetspule 30 geschehen kann. Eine Magnetbremse 31 kann ihn
so festhalten, daß er bei Drehung der Welle 1 gegen dip Kraft der Magnetspule 29 nach oben geschoben
wird, aber nicht mehr von selbst zurück kann. Bei ausgeschalteter Magnetbremse 31 wird der Taststift
27 jedoch frei und kommt wieder zur Anlage.
Entsprechend der Bewegung des Taststiftes 27 wird ein Drehwiderstand 32 derart betätigt, daß mit
dem Weg des Taststiftes 27 der Widerstand ansteigt. Die Drehwiderstände 32 sämtlicher Taststellen 14
sind parallel geschaltet. Zu jeder Taststelle 14 gehört ferner ein Schnappschalter beliebiger Art. Der in
Fig. 4 dargestellte Schnappschalter besteht aus dem als Leiter ausgebildeten Schnapphebel 33, dem
Magnetkontakt 34, der Schnappfeder 35, dem Anstellmagnet 36 und dem Kontaktstück 37. Durch die
Schnappschalter wird ein Schrittschaltwerk 38 betätigt, das für die Zustellung des jeweils zugehörigen
Richtbügels 11 und der Unterlagen 6 sorgt. Von diesem Schrittschaltwerk werden durch Endschalter
od. dgl. die nachstehend beschriebenen Schalt- und Arbeitsvorgänge auf an sich bekannte Weise eingeleitet
und durchgeführt
Der Schnapphebel 33 wird durch den AnsteHmagnet 36 gespannt, d. h. zur Anlage an den Magnetkontakt
34 gebracht. Danach wird der Strom für den AriiStellmagnet 36 sofort wieder unterbrochen. Die
Claims (4)
1. Vorrichtung zum selbsttätigen Richten von zwischen Spitzen od. dgk drehbar eingespannten
Wellen, Rohren od. dgl. oder zur- Beseitigung einer Unwucht durch mehrere aufeinanderfolgende
Richtvorgänge mittels eines oder mehrerer Richtbügel und mittels Taststellen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Taststellen (14) in axialer Richtung verteilt in einer Ebene liegen und mit je
einem Speicherwerk versehen sind, die bei einer ersten Umdrehung des Werkstückes (1) um 360°
den Ausschlag ermitteln und festhalten und durch eine Schalteinrichtung zum Aussuchen der Stelle
des größten Ausschlages und zum Einstellen der Winkellage dieser Stelle durch weiteres Drehen
des Werkstückes (1) bis unter den zugehörigen Richtbügel (11) sowie zum Auslösen des wirksamen
Richthubes verbunden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Speicherwerk jeder Tasrstelle
(14) aus einem Drehwiderstand' (32) mit Meßuhr (4) und Taststift (27) mit Bremse (31)
besteht und alle Speicherwerke jeweils über einen Eichwiderstand (40) an einen Schnappschalter
(33 bis 37) sowie parallel geschaltet gemeinsam an einen von Hand oder durch einen Hilfsantrieb
(41) verstellbaren Schiebewiderstand (39) angeschlossen sind, wobei die von den Schnappschaltern
(33 bis 37) ausgehenden Impulse einem Schrittschaltwerk (38) zugeleitet sind.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Exzenterwelle
(12) für den gemeinsamen Antrieb der Richtbügel (11) vorgesehen ist und jeder Richtbügel (11)
durch je einen zugeordneten, z. B. hydraulischen Antrieb (16) in seine wirksame Stellung um die
Exzenterwelle (12) einschwenkbar ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Richtbügel (11)
mit einer Schaltzunge (19) zum Schalten eines Endschalters (18) für den Rückhub und eines
durch eine Umschaltstange (20) verstellbaren Umschalters (21) für das Begrenzen des· Richthubes
versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM26686A DE1061156B (de) | 1955-03-31 | 1955-03-31 | Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM26686A DE1061156B (de) | 1955-03-31 | 1955-03-31 | Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1061156B true DE1061156B (de) | 1959-07-09 |
Family
ID=7299906
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM26686A Pending DE1061156B (de) | 1955-03-31 | 1955-03-31 | Vorrichtung zum Richten von Wellen, Rohren od. dgl. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1061156B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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1955
- 1955-03-31 DE DEM26686A patent/DE1061156B/de active Pending
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