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Meßgerät zum Messen linearer Abmessungen eines Werkstückes Die Erfindung
betrifft ein Meßgerät zum Messen linearer Abmessungen eines Werkstückes, welches
für jede zu messende Dimension ein in Richtung der Abmessung bewegliches Tastglied,
ein in einem bestimmten Abstand vom Werkstück gehaltenes Anzeigegerät und als Kupplung
zwischen einem Tastglied und dem Anzeigegerät mehrere Übertragungssysteme aufweist,
und ihr liegt vor allem die Aufgabe zugrunde, an Schaufelfüßen von Turbinenschaufeln
befindliche seitliche Einschnitte, die zum Festlegen der Schaufeln am Turbinenlaufrad
dienen, möglichst schnell und zuverlässig auf ihre richtigen Abmessungen hin zu
prüfen.
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Zur Beschleunigung und Erleichterung -des Messens von Längenmaßen
an Massenteilen, wie z. B.
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Einspritzdüsen, sind bereits Meßgeräte mit einem nach Art eines Revolverkopfes
drehbaren Werkstückhalter bekanntgeworden, der entlang seinem Umfang eine ganze
Anzahl der zu prüfenden Werkstücke trägt und mit einem einzigen Anzeigegerät des
Meßgerätes zusammenarbeitet. Jedes entlang dem Umfang des drehbaren Halters festgelegte
Werkstück steht dabei mit einem Tastglied in Berührung, welches eine bestimmte andere
Abmessung als die übrigen Tastglieder des Halters messen soll. Hat der Halter insgesamt
z. B. zehn Werkstückaufnehmer (Einspannvorrichtungen), so kann er zur Messung von
zehn verschiedenen Abmessungen eines Werkstückes verwendet werden, wobei die Messung
jeweils an- dem Tastglied erfolgt, welches im Verlauf der Drehung des Halters gerade
mit dem Anzeigegerät gekuppelt ist. Nachteilig ist bei einem solchen bekannten Meßgerät
jedoch, daß bei einer Umdrehung des Halters die unterschiedlichen Abmessungen lediglich
an unterschiedlichen Werkstücken geprüft werden können, so daß jedes Werkstück vielfach
umgespannt werden muß, bis an ihm selbst die gewünschten Messungen beendet sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Mängel
zu beheben und ein eingangs genanntes Meßgerät so zu vervollkommnen, daß eine Vielzahl
von Abmessungen eines einzigen Werkstückes an diesem ohne jegliches Umspannen in
einem einzigen Arbeitsgang geprüft werden kann.
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Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch
gelöst, daß Antriebsmittel vorgesehen sind, um die Tastglieder relativ zum Werkstück
in einem geschlossenen Kreislauf zu bewegen und aufeinanderfolgend je mit einer
anderen zu messenden Oberfläche in Verbindung zu bringen, und daß jedes Tastglied
während der Abtastung einer zu messenden Oberfläche zugleich an das Anzeigegerät
angeschlossen ist. Auf diese Weise kann beim Vorbeibewegen der Tastglieder an den
zu messenden Oberflächen am Meßgerät fortlaufend abgelesen werden, ob bzw. welche
tatsächlichen- Abweichungen von den Sollwerten der Abmessungen bestehen.
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Bei dem erfindungsgemäßen Meßgerät sind das Werkstück und~ das Anzeigegerät
-vorzugsweise feststehend und die Tastglieder und die Ubertragungssysteme entlang
einem Kreisbogen rotierend angeordnet, wobei jedes Übertragungssystem zweckmäßig
eine im wesentlichen aus zwei nebeneinander angeordneten dünnen Blattfedern bestehende
Verbindungsstrebe aufweist, die außerdem mit Mitteln versehen ist, um die Blattfedern
zur genauen Einstellung der Länge der Verbindungsstreben nach Belieben in kleinen
Grenzen auszubiegen. Eine - solche Einstellung der Länge der Verbindungsstreben
läßt sich schnell, einfach und doch zuverlässig durchführen. Die Antriebsmittel
für die Tastglieder umfassen gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung einen
Antriebsmotor und außerdem Mittel, um die Drehzahl des Antriebsmotors-und damit
die Bewegungsgeschwindigkeit der Tastglieder - so zu ändern, daß sich die letzteren
schnell bewegen, solange sie sich außer Eingriff mit einem Werkstück befinden und
langsam bewegen, während sie mit dem Werkstück im Eingriff sind.
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Gemäß einer auf die Messung von Schaufelfüßen von Turbinenschaufeln
abgestellten-Ausführungsform der Erfindung ist dabei vor allem angestrebt, alle
schnitlLe
der einen Seite des Schaufelfußes schnell und zuverlässig in einem eiiizXen Arbeitsgang
messen zu können. Dabei sind Haltevorrichtungen für die Schaufeln vorgesehen und
derart angeordnet, daß die Flanken der Einschnitte des Schaufelfußes in Be wegungsrichtung
der Tastglieder liegen. Im einzelnen weist die Haltevorrichtung dabei ein an einer
Grundplatte befindliches Führungsstück und ein zweites, als Klemmstück ausgeführtes
und gegen das erstgenannte Führungsstück verschiebbares Führungsstück auf, wobei
beide Führungsstücke in gegenüberliegende Einschnitte des Schaufelfußes eingreifen
und das bewegliche, als Klemmstück ausgebildete Führungsstück durch Spannmittel
derart gegen das andere Führungsstück vorgespannt ist, daß der Schaufelfuß zwischen
den beiden Führungsstücken fest eingespannt ist.
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Das erfindungsgemäße Gerät erlaubt also eine schnelle und zuverlässige
Messung einer Anzahl unterschiedlicher Abmessungen eines einzigen Werkstückes in
einem einzigen Arbeitsgang, d. h. z. B. während einer einzigen Umdrehung des die
Tastglieder bewegenden Systems. Die in ihrer Länge genau einstellbaren Verbindungsglieder
erlauben dabei eine einfache und doch genaue Anpassung der Tastglieder an die jeweiligen
Meßstellen.
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Die Verwendung eines Antriebsmotors mit unterschiedlich geregelter
Drehzahl ermöglicht es, die zur Durchmessung eines Werkstückes benötigte Zeit auf
ein Minimum zu beschränken und somit eine große Zahl von Werkstücken in verhältnismäßig
kurzer Zeit zu prüfen. Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung erlaubt eine genaue
Ausrichtung der Werkstücke bzw. Schaufeln gegenüber den Tastgliedern und außerdem
auch eine schnelle Abnahme des Werkstückes nach den Messungen, wodurch schließlich
auch die Zeiten zum Abspannen gemessener und Einspannen neuer Werkstücke auf ein
Minimum herabgesetzt werden.
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In der Zeichnung ist eine zweckmäßige Ausführung eines zur Messung
von Schaufelfüßen von Turbinenschaufeln vorgesehenen erfindungsgemäßen Meßgerätes
als Beispiel näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 das Meßgerät in einem Grundriß, Fig.
2 eine Seitenansicht des Meßgerätes (Teile desselben sind geschnitten dargestellt),
Fig. 3 einen Teilausschnitt der Fig. 2 in vergrößertem Maßstab (in einem radial
zum Meßgerät geführten Schnitt), Fig. 4 einen Einzelteil der Fig. 3 in einer abgewandelten
Ausführung (in einem Längsschnitt), Fig. 5 eine Vorrichtung zur Einstellung des
Meßgerätes in Seitenansicht, Fig. 6 einen Teilausschnitt einer abgewandelten Meßgerätausführung
in einer nochmals vergrößerten Seitenansicht, Fig. 7 eine Ansicht in Richtung des
Pfeiles VII der Fig. 6 (bei entferntem Werkstück und Werkstückhalter) Fig. 8 eine
schematische Grundriß darstellung einer weiterhin abgewandelten Ausführung des Meßgerätes.
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In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine senkrecht angeordnete
Säule 11 an ihrem unteren Ende auf einen kleineren Durchmesser abgesetzt und mit
dem abgesetzten Teil genau in eine entsprechende Bohrung einer Grundplatte 12 eingesetzt
und an der Grundplatte mittels eines von unten durch die Grundplatte in den abgesetzten
Teil der Säule 11 einge-Schraubten Bolzens 13 befestigt. An der Säule 11 ist mittels
glatter Lagerbuchsen 14 ein Zylinder 15 dreh-
bar gelagert, wobei das Gewicht des
Zylinders und der von diesem getragenen weiteren Teile auf die Grundplatte 12 mittels
eines Axialkugellagers 16 übertragen wird. Da dieses Lager die Lage des Zylinders
und der mit ihm verbundenen Teile festlegt, von denen die Genauigkeit der Messung
abhängt, muß es sehr genau ausgeführt sein, wobei es außerdem zweckmäßig ist, daß
der Zylinder stets gegen das Lager angedrückt wird. Dieses Andrücken kann bei einem
dem gezeigten Ausführungsbeispiel entsprechend ausgebildeten Meßgerät mit senkrecht
angeordnetem Zylinder durch das Gewicht des Zylinders und der an ihm befindlichen
Teile bewirkt werden. Aus Sicherheitsgründen kann auch noch eine Schraubenfeder
17 vorgesehen sein, die den Zylinder nach unten drückt.
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An der äußeren Mantelfläche des Zylinders 15 befinden sich - gleichmäßig
verteilt - so viele abgefräste Flächen 18, wie Meßstellen an dem zu messenden Werkstück
vorhanden sind - in dem gezeigten Ausführungsbeispiel fünf, und an jeder Abflachung
ist nahe deren oberem und unterem Ende je ein Querstück 19 vorgesehen, welches jeweils
zur Befestigung zweier Blattfedern 21 dient. Dabei sind die beiden Blattfedern 21
jeweils symmetrisch zu dem an dieser Stelle befindlichen Radius des Zylinders 15
in V-Form (vgl. Fig. 1) angeordnet, wobei sich die Spitze des V jeweils außen befindet.
An den Spitzen der entsprechenden oberen und unteren Blattfederpaare ist je ein
Anschlußstück 22, 23 befestigt, und beide übereinanderliegenden Anschlußstücke sind
durch eine mit 24 bezeichnete Verbindungsstrebe miteinander verbunden. Das untere
Anschluß stück 23 weist in ge eigneter Höhe eine Querbohrung auf, in der ein Tastglied
25 geführt ist, welches zu seiner Einstellung durch eine an seinem inneren Ende
angreifende Stellschraube 26 mehr oder weniger aus der Bohrung herausbewegbar ist
(vgl. Fig. 3). Das vorstehende Ende des Tastgliedes 25 ist abgerundet, wodurch ihm
eine Führung gegenüber der zu messenden Fläche verliehen wird, und es ist weiterhin
an seinem Oberteil abgeschrägt, damit es leicht in die Einschnitte des Werkstückes
eingeführt werden kann. Die unmittelbar zur Messung dienende Stelle des Tastgliedes
kann aus gehärtetem Stahl bestehen, oder sie kann dort mit einer aus besonders widerstandsfähigem
Werkstoff bestehenden Auflage, z. B. aus Wolframkarbid oder Stellit, versehen sein.
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Das obere Anschluß stück 22 trägt zur Zusammenwirkung mit dem Anzeigegerät
ein nachstehend noch beschriebenes, z. B. als Stahlkugel 27 ausgebildetes Glied.
Die V-förmig angeordneten Blattfedern 21 und Verbindungsstreben 24 bilden gemeinsam
ein Gestänge, das in senkrechter Richtung frei beweglich, in allen anderen Richtungen
jedoch sehr steif ist. Damit dieses Gestänge an einer Bewegung nach unten durch
sein Eigengewicht verhindert ist, wenn das Tastglied 25 sich nicht im Eingriff mit
einem Werkstück befindet, ist unter dem unteren Anschlußstück 23 ein einstellbarer
senkrechter Anschlag 28 vorgesehen, der z. B. zweckmäßig an einer Riemenscheibe
29 befestigt sein kann. Dabei dient die z. B. mit einer V-förmig vertieften Umfangsfläche
versehene Riemenscheibe 29 in Verbindung mit einem Riemen 32 und z. B. einem Antriebsmotor
31 (vgl. Fig. 2) zur Drehung des Zylinders 15 um die Säule 11. ZurAufnahme eines
Teiles des Gewichtes der Teile des genannten Gestänges kann eine Blattfeder 33 unter
Vermittlung eines geeigneten Kupplungsteiles, z. B. einer Kugel 34, von unten an
dem oberen Anschluß stück 22 angreifen (vgl. Fig. 3). In diesem Falle ist die Blattfeder
33
an einem am Zylinder 15 schwenkbar gelagerten Arm 35 befestigt,
der mittels einer Schraube 36 gegen die äußere Fläche des Zylinders 15 anliegt,
wodurch die Vorspannung der Blattfeder 33 durch entsprechendes Verdrehen der Schraube
36 in der gewünschtenWeise eingestellt werden kann (vgl. Fig. 2 und 3).
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Am oberen Ende der Säule 11 befindet sich ein um die Säule drehbarer
Ausleger 37. Dieser Ausleger ist an einer Stelle 38 geschlitzt und mit einer Klemmschraube
39 versehen, so daß er jeweils in einer gewünschten Stellung an der Säule 11 festgeklemmt
werden kann. Am äußeren Ende des Auslegers befindet sich ebenfalls eine geschlitzte
Bohrung41, in welcher der Schaft eines z. B. als Meßuhr ausgebildeten Anzeigegerätes
42 von geeigneter Empfindlichkeit mittels einer Schraube 43 festgeklemmt werden
kann.
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Unterhalb des Anzeigegerätes ist auf der Grundplatte 12 in einerSchwalbenschwanzführung
ein Werlcstückhalter 45 derart verschiebbar gelagert, daß der Werkstückhalter tangential
zu den von den Tastgliedern beschriebenen kreisförmigen Bewegungen verschoben und
eingestellt werden kann. Die Schwalbenschwanz führung besteht aus einem an der Grundplatte
12 befestigten Führungsstück 46 und gegenüberliegend aus einem entsprechenden Führungsstück
47, welches seinerseits in einer an der Grundplatte festen Führung 47' gelagert
und in üblicher Weise z. B. mittels einer Feststellschraube 47" nach dem festen
Führungsstück 46 hin gegen den Werkstückhalter 45 gespannt werden kann. Die obere
Seite des Werkstückhalters 45 liegt gegenüber der Grundplatte 12 derart schräg,
daß ein Schaufelfuß 48, der mit seiner Achse senkrecht zu dieser oberen Fläche des
Werkstückhalters 45 an demselben in nachstehend noch beschriebener Weise festgehalten
ist, mit den nach der mittleren Säule 11 des Meßgerätes hinweisenden Druckflächen
48' seiner sägezahnartigen Einschnitte horizontal liegt. Die an der genannten oberen
Fläche des Werkstückhalters 45 befindliche Spannvorrichtung für das Werkstück weist
an der nach der Säule 11 zu gelegenen Seite zwei mit geringem Abstand nebeneinander
angeordnete, feststehende, nach der Achse des Schaufelfußes zu V-förmig abgeschrägte
und etwa insgesamt je die Form eines Ambosses aufweisende Führungsstücke 49 auf,
die in den ihnen zugewendeten untersten Einschnitt des Schaufelfußes 48 eingreifen,
und gegenüberliegend ein einzelnes nach dem Schaufelfuß hin gleich ausgebildetes
Klemmstück 51, das an einer zwischen den beiden Führungsstücken 49 gelegenen Stelle
unter der Vorspannung einer Schraubenfeder 52 in den untersten Einschnitt an der
Rückseite des Schaufelfußes 48 gespannt wird. Das Klemmstück 51 ist außerdem an
einem seinerseits im Werkstückhalter 45 schwenkbar gelagerten Hebel 53 angelenkt,
mit dessen Hilfe es unter Überwindung der Kraft der Schraubenfeder 52 zum Einsetzen
und Herausnehmen des Werkstückes zurückgezogen werden kann. Die V-förmigen Spitzen
der Führungsstücke 49 und des Klemmstückes 51 sind ausreichend abgerundet oder abgestumpft,
damit ein Anliegen der eigentlichen Spitzen im Grunde der Einschnitte vermieden
wird.
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Es ist zu beachten, daß die einzelnen Tastglieder 25 in den verschiedenen
unteren Anschlußstücken 23 in einer der jeweils zu messenden Fläche zugeordneten
Höhe und Lage gehalten sind. Dadurch können alle Verbindungsstreben 24 und Anschlußstücke
22, 23 in gleicher Länge ausgeführt sein. Zur Ermöglichung einer Grobanpassung kann
jede Verbindungsstrebe 24
mit dem zugehörigen oberen Anschluß stück 22 über eine
Schraube 54 verbunden sein, die durch einen Längsschlitz 55 eines oberen Endstückes
56 der Verbindungsstrebe greift, wobei die Grobeinstellung durch eine entsprechende
relative Verschiebung der Schraube 54 in dem Endstück 56 erfolgen kann, während
die Feineinstellung dadurch erfolgen kann, daß der Hauptteil jeder Verbindungsstrebe
aus zwei dünnen Blattfedern 57 besteht, die in ihrer Mitte durch eine Querschraube
58 entgegen der Wirkung einer die Schraube 58 umgebenden Schraubenfeder 59 ausbiegbar
sind. Eine solche Einstellung ist außerordentlich genau, weil sie mit dem Verstellbereich
der Querschraube 58 einen sehr wesentlichen günstigen Feineinstellbereich aufweist.
Es kann z. B. mit Blattfedern 57 von einer freien Länge von 56 mm ein Längenbereich
von 0,127mm mit einer Genauigkeit von 0,00025 mm eingestellt werden. Die Enden der
beiden -Blattfedern sind oben an dem Endstück 56 und unten unmittelbar an dem unteren
Anschlußstück 23 festgespannt. Die zur Einstellung dienende Querschraube 58 kann
außer in entsprechenden Bohrungen der Blattfedern57 in Verstärkungsscheiben 61 gelagert
sein, die an den Blattfedern mittels eines selbsthärtenden Kunstharzklebstoffes,
z. B. Epoxydharz, befestigt sind.
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Um eine Abnutzung am Taststößel des Anzeigegerätes 42 zu vermeiden,
kann sein freies Ende mit einer Tastfläche aus besonders widerstandsfähigem Werkstoff,
z. B. Wolframkarbid, versehen sein. Fig. 3 zeigt eine solche Tastfläche 62 an einem
besonderen Anschlußstück 63, welches auf das freie Ende des Taststößels des Anzeigegerätes
aufgeklemmt ist. In einer abweichenden Ausführung gemäß Fig. 4 kann ein solches
Anschlußstück auch mit einem kleinen Kugellager 65 versehen sein, welches auf der
Kugel 27 an dem oberen Anschlußstück 22 aufliegt. Diese Ausführung ist nicht ganz
so genau wie die Ausführung mit einer am Anschlußstück 63 befindlichen festenAnschlagfläche
62 aus verschleißfestem Material, da eine gewisse Ungenauigkeit schon durch nur
geringfügige Unrundheiten der inneren oder äußeren Kugellaufbahnen des Kugellagers
65 eintreten kann.
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Zur Einstellung des Meßgerätes dient eine in Fig. 5 dargestellte
Einstellehre, die aus einem Vierkantblock 66 besteht, auf dem eine Anzahl Platten
67 mittels eines Klemmbügels 68 gehalten ist, wobei zwischen den Block 66 und die
Platten 67 Endmaße69 von geeigneter Stärke eingeschoben sein können. Die oberen
und unteren Flächen des Blockes und der Platten sowie selbstverständlich auch der
Endmaße sind genau eben und parallel zueinander, z. B. durch Läppen, ausgeführt.
Die Höhe des obersten Endmaßes 69 wird genau so hoch eingestellt, wie sich die Grundfläche
der zu messenden Schaufelfüße oberhalb der Grundfläche des Werkstückhalters 45 befinden
soll.
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Die Stärke jeder der oberen Platten 67 ist gleich dem gegenseitigen
Abstand der Einschnitte des Schaufelfuß es 48, gemessen in der Richtung senkrecht
zu deren Druckflächen 48'. Die Platten 67 sind an ihren zur Justierung dienenden
Kanten 70 abgeschrägt und derart aufeinandergelegt, daß diese Kanten zickzackförmig
aneinander anschließen. Wird der Werkstückhalter 45 durch die so vorbereitete Einstellehre
ersetzt, so befinden sich die jeweils oberen Flächen der letztgenannten Kanten 70
in derselben Höhe oberhalb der Grundplatte 12 wie die Druckflächen48' eines exakten,
im Werkstückhalter gehaltenen Schaufelfußes 48.
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Der Zylinder 15 wird zur Vorbereitung der Messungen gedreht, bis
sein unterstes Tastglied 25 sich in
der Meßstellung (vgl. Fig.3)
befindet, wobei es an der zugehörigen Justierfläche bzw. Kante 70 der Einstelllehre
unmittelbar unter dem Anzeigegerät 42 anliegt.
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Mittels der den Schlitz 55 des oberen Endstückes 56 durchsetzenden
Schraube 54 wird die Länge der zugehörigen Verbindungsstrebe 24 zunächst so einge
stellt, daß der Zeiger des Anzeigegerätes in eine zwischen seinen beiden Endstellungen
befindliche Stellung gelangt und somit eine bestimmte - annähernQ gewünschte - Zeigerstellung
erzielt ist. Die Feineinstellung der Verbindungsstrebe 24 erfolgt dann mittels der
Querschraube 58 so lange, bis eine Nullanzeige des Zeigers (in der Mitte der Skala)
erreicht ist. Der senkrechte Anschlag 28 unterhalb des unteren Anschlußstückes 23
wird dann derart eingestellt, daß sich seine Oberkante 0,05 mm unterhalb des in
der Meßstellung befindlichen unteren Anschlußstückes 23 befindet. Eine gleiche Einstellung
wird auch für alle anderen Tastglieder vorgenommen.
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Zur Durchführung der Messungen wird die Einstellehre durch den mit
einem Schaufelfuß versehenen Werkstückhalter ersetzt. Wird dann der die einzelnen
Tastglieder tragende Zylinder 15 gedreht, so können an dem Zeiger des Anzeigegerätes
die Abweichungen der Lagen der einzelnen Druckflächen 48' (vgl. Fig. 3) gegenüber
den Sollagen in bezug auf die als Ausgangsbasis dienende unterste Druckfläche des
Schaufelfußes abgelesen werden.
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Während der Messungen wird der Zylinder 15 von dem Motor 31 aus mittels
des Antriebsriemens 32 ge dreht. Ein Widerstand 71 im Stromkreis des Elektro motors
ist dabei während der Zusammenwirkung jedes Tastgliedes mit dem Werkstück eingeschaltet
und verlangsamt dabei die Drehzahl des Elektromotors und damit die Drehgeschwindigkeit
des Zylinders 15, wogegen die Drehgeschwindigkeit des Zylinders 15 größer ist, wenn
die Tastglieder außer Eingriff mit dem Werkstück sind. Die entsprechende Beschleunigung
wird durch an der Riemenscheibe 29 befindliche Nocken 72 bewirkt, die in diesem
Bereich den Betätigungsarm eines Schalters 73 betätigen, der den Widerstand 71 kurzschließt.
Um eine solche veränderliche Drehgeschwindigkeit des Zylinders 15 herbeizuführen,
müssen die Abstände der einzelnen Tastglieder voneinander, wie es bei den gezeigten
Ausführungsbeispielen der Fall ist, gleich groß sein. Nach einer vollen Umdrehung
des Zylinders 15 und damit nach der Vollendung eines vollständigen Kreislaufes der
Meßgeräte wird das Werkstück ausgewechselt und die Messung in Verbindung mit dem
nächsten Werkstück wiederholt. Bei einer geeigneten Wahl der genannten Drehgeschwindigkeit
des Zylinders 15 herbeizuführen, stück leicht in dem zwischen dem Eingreifen zweier
aufeinanderfolgender Tastglieder vorhandenen Zeitintervall ausgetauscht werden,
ohne daß der Elektromotor 31 stillgesetzt werden muß.
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Im Falle der Durchführung der beschriebenen Messungen an den Schaufelfüßen
von Turbinenschaufeln kann während einer Umdrehung des Zylinders 15 nur die eine
Seite jedes Schaufelfußes gemessen werden.
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Die Einschnitte an der anderen Seite jedes Schaufelfußes können jedoch
ebenso gemessen werden, wenn das Werkstück in dem Werkstückhalter 45 vorher herumgedreht
wird.
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In einigen Fällen ist es zweckmäßig, die Einschnitte in den Schaufelfüßen
von Turbinenschaufeln in bezug auf die Mitte des untersten Einschnittes zu messen.
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Die Fig. 6 und 7 zeigen eine Abänderung des erfindungsgemäßen Meßgerätes,
welche solche Messungen zuläßt. Hierzu müssen die Schaufelfüße senkrecht ge-
halten
werden, wozu jedoch die oben beschriebene Spannvorrichtung 49, 51, 5Z, 53 verwendet
werden kann, wenn der Werkstückhalter 45 mit seiner oberen Fläche horizontal liegt.
In diesem Fall trägt das untere Anschlußstück ein Tastglied 25 a, welches an zwei
senkrecht parallel zueinander angeordneten Platte federn 74 gehalten ist, so daß
es in waagerechter Richtung frei beweglich, jedoch in allen anderen Richtungen unbeweglich
ist. Bei der Drehung des Zylinders 15 und der an ihm befindlichen Teile greift das
Tastglied 25a in den zu messenden Einschnitt ein, wobei es die Blattfedern 74 bis
zur Anlage an beiden Seitenflächen des Einschnittes in diesen hineindrücken. Die
Einstellehre kann in diesem Fall aus einer Turbinenschaufel bestehen, deren Schaufelfußeinschnitte
bekannte Abweichungen von den Sollabmessungen haben, und diese Abweichungen können
bei der Längeneinstellung der Verbindungsstreben 24 entsprechend berücksichtigt
werden.
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Es ist zu beachten, daß mit dem Meßgerät gemäß den Fig. 1 bis 3 sowie
6 und 7 bei an der Grundplatte i2 festgespanntem Werkstückhalter 45 nur jeweils
ein Punkt an jedem Einschnitt des Schaufelfußes gemessen werden kann. Verschiedene
derartige Punkte können jedoch gemessen werden, wenn der Werkstückhalter 45 in seiner
Schwalbenschwanzführung 46, 47 entsprechend verschoben wird.
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Mit dem vorstehend beschriebenen Meßgerät kann je Umdrehung des Zylinders
i5 lediglich ein Werkstück gemessen werden. Wenn jedoch an dem Meßgerät zusätzliche
Stellen mit je einem Werkstückhalter und Spannvorrichtungen für ein zusätzliches
Werkstück und darüber je ein zugehöriges Anzeigegerät angeordnet werden, können
mit jeder Umdrehung des Zylinders auch die in die zusätzlichen Werkstückhalter eingespannten
Werkstücke gleichzeitig gemessen werden. Wird dabei der Zylinder 15 mit stets gleichbleibender
Drehgeschwindigkeit gedreht, so können zwischen den einzelnen Meßstellen beliebige
Abstände bestehen bzw. Winkel eingeschlossen sein; wird jedoch zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Meßstellen bzw.
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Eingriffsstellen der Tastglieder in das Werkstück eine regelbare unterschiedliche
Geschwindigkeit verwendet, so müssen die einzelnen Meßstellen in genau solchem Abstand
aufeinanderfolgend angeordnet sein wie die aufeinanderfolgenden Tastglieder, oder
die Abstände müssen ein ganzes Vielfaches der Abstände der Tastglieder betragen.
Fig. 8 zeigt ein Meßgerät, bei welchem eine Höchstzahl von Stellen zur Anbringung
je eines Werkstückes vorgesehen ist, die je einen Werkstückhalter 45 und ein Anzeigegerät
42 aufweisen.