DE1060453B - Elektrischer Schalter mit Elektrolytvorwiderstand - Google Patents
Elektrischer Schalter mit ElektrolytvorwiderstandInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Schalter mit Elektrolytwiderstand, der zwei gegenüberstehende
Elektroden in einer Kammer kleinen Volumens mit Elektrolyt aufweist.
Es sind bereits elektrische Schalter mit Vorwiderstand, auch mit Elektrolytwiderstand bekannt. Doch
weisen diese bekannten Schalter allgemein einen wesentlichen Nachteil auf. Sie sind nämlich nur durch
äußere Einwirkungen betätigbar, derart, daß durch eine äußere Kraft vor der Ausschaltung des Verbrauchers
ein in seiner Normalstellung kurzgeschlossener Vorwiderstand in den Stromkreis eingeschaltet
wird. Die Aufhebung des Kurzschlusses und die fortschreitende Einschaltung des Vorwiderstandes bis zu
seiner notwendigen Größe durch die äußere Kraft erfordern aber verhältnismäßig viel Zeit. Außerdem
sind diese elektrischen Schalter durch die Übertragungsmittel für die notwendige äußere Kraft aufwendig
und störungsanfällig.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, einen elektrischen Schalter mit Elektrolytvorwiderstand
zum Ausschalten von an Wechselstromkreisen angeschlossenen Verbrauchern zu schaffen, bei dem sich
der Elektrolytvorwiderstand selbsttätig und selbstregelnd ohne Schaltzeitverlust in den Stromkreis einschaltet,
sobald eine bestimmte Stromstärke überschritten wird. Ferner soll der erfindungsgemäße elektrische
Schalter einfach konstruiert und störungsunempfindlich sein.
Die Erfindung geht dabei von einer noch nicht zum Stand der Technik gehörigen, zur Einschaltung in
einen Wechselstromkreis vorgesehenen elektrischen Einrichtung mit Elektrolytwiderstand aus, wobei mindestens
zwei einander gegenüberstehende Elektroden in einer Kammer kleinen Volumens mit Elektrolyt angeordnet
sind, die über wenigstens zwei dem Flüssigkeitsstrom Widerstand bietende öffnungen mit einem
ebenfalls Elektrolyt enthaltenden Behälter verbunden ist.
Eine derartige Einrichtung arbeitet in der folgenden Weise: Solange die Größe des über die Elektroden
die Kammer durchfließenden Wechselstromes unterhalb eines bestimmten Schwellenwertes bleibt,
behält der Elektrolyt seinen flüssigen Aggregatzustand bei, und die Einrichtung setzt dem Strom einen nur
geringen Widerstand entgegen. Sobald jedoch die Stromstärke den Schwellenwert überschreitet, verdampft
Elektrolyt in der erwähnten Kammer, und die in der Kammer befindliche Elektrolytmenge wird
wenigstens teilweise in den Behälter getrieben, so daß der dem Stromdurchgang zwischen den Elektroden
entgegenwirkende Widerstand rasch anwächst und wenigstens zeitweise eine Begrenzung dieses Stromes
eintritt. Die ausgetriebene Elektrolytmenge kann Elektrischer Schalter
mit Elektrolytvorwiderstand
mit Elektrolytvorwiderstand
Anmelder:
Norbert Roger Beyrard, Paris
Norbert Roger Beyrard, Paris
Vertreter: Dipl.-Ing. Η. Schiffer, Patentanwalt,
Karlsruhe, Kochstr. 3
Karlsruhe, Kochstr. 3
Beanspruchte Priorität:
Frankreich, vom 7. Mai 1952
Frankreich, vom 7. Mai 1952
Norbert Roger Beyrard, Paris,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
nämlich nur langsam vom Behälter in die Kammer zurückkehren, da infolge des Durchströmens durch
die Öffnungen ein Druckverlust entsteht.
Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe ist dadurch erreicht, daß in wenigstens eine
der Speiseleitungen mindestens ein Elektrolytvorwiderstand eingeschaltet ist, dessen Kammer vollständig
mit einem leitenden, bei Überschreitung einer Grenzstromstärke verdampfenden Elektrolyt gefüllt
ist, daß die Kammer über wenigstens zwei in unterschiedlicher Höhe angeordnete, dem Flüssigkeitsstrom
Widerstand bietende Öffnungen mit einem ebenfalls Elektrolyt enthaltenden Behälter verbunden ist und
daß im Nebenschluß zu dem auszuschaltenden Verbraucher die Betätigungsspule eines UnterspannungsSchaltschützes
liegt, dessen Arbeitskontakte in dem Speisestromkreis des Verbrauchers liegen.
Elektrolyseerscheinungen treten dabei im Elektro lytvorwiderstand nicht auf, da die Ladung der Elek
troden bei jedem Stromwechsel wechselt und die An ionen und Kationen, die sich an den Elektroden wäh
rend der ersten Hälfte einer Periode ablagern, sich mit den Kationen und Anionen, die während der zweiten
Hälfte der Periode zu den Elektroden gelangen, wieder vereinigen.
Sobald der Stromverbrauch des Verbrauchers aus irgendeinem Grunde anomal steigt, tritt im Elektrolytvorwiderstand
eine wenigstens teilweise Verdampfung des Elektrolyts ein, so daß der Widerstand zwischen
den Elektroden einen sehr viel höheren Wert annimmt als der Wert beträgt, der bei vollständig fiüssigkeits-
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gefüllter Kammer vorhanden ist. Infolgedessen verringert sich die Spannung an den Klemmen der Betätigungsspule
ganz wesentlich, so daß das Unterspannungs-Schaltschütz auslöst. Gleichzeitig wird
durch die Einfügung dieses hohen Widerstandes in den Stromkreis die Größe des Überstromes verringert,
so daß die Abschaltung der Stromversorgung durch das Unterspannungs-Schaltschütz bei auf einen annehmbaren
Wert verringerter Stromstärke vollzogen werden kann, wodurch das Abschaltproblem wesentlieh
vereinfacht wird. Man gelangt somit zu dem scheinbar widerspruchsvollen Ergebnis, daß eine Anlage
gegen Überströme mit Hilfe eines Unterspannungs-Schaltschützes geschützt wird, das außerdem
den Strom nicht wie bei den gebräuchlichen Schaltern beim Höchstwert abschaltet, sondern nachdem der
Strom auf einen Wert abgesunken ist, der sogar unterhalb der normalen Stromstärke des Verbrauchers
liegen kann. Ein solcher elektrischer Schalter mit Elektrolytvorwiderstand bietet unmittelbare Vorteile,
da unter diesen Bedingungen die Kontaktstücke des Unterspannungs-Schaltschützes offensichtlich kaum
Gefahr laufen, im Augenblick ihrer Trennung beschädigt zu werden, und da es in Anbetracht der
kleinen Stromstärke überflüssig ist, ein Ausblasen des zwischen diesen Kontakten möglicherweise entstehenden
Lichtbogens vorzusehen. Ferner wird wegen der Verkleinerung des Überstromes vor dem Abschalten
der Verbraucher selbst gegen die hohen Uberspannungen geschützt, die beim Abschalten im Maximum
der Stromstärke in der Regel auftreten.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die von den Elektroden begrenzte Kammer
mit kleinen Entlüftungsöffnungen versehen, die das teilweise Entweichen des entwickelten Dampfes gestatten.
Man kann somit das Austreiben des in dieser Kammer enthaltenden Elektrolyts in den Behälter
verlangsamen und auf diese Weise eine außerordentlich rasche Abnahme der Überströme gewährleisten.
Für den Betrieb dieses elektrischen Schalters ist keinerlei Zusatzeinrichtung erforderlich. Jedoch kann
der erfindungsgemäße Schalter durch eine Signaleinrichtung ergänzt werden, um in den Stromkreis
eingreifen zu können, sobald dort in steigendem Maße ein Überstrom infolge eines sich vergrößernden Feh-Iers
eintritt. Tatsächlich versucht sich in diesem Falle im Vorwiderstand ein pendelnder Vorgang einzustellen,
denn eine teilweise mit einer Verringerung der Stromstärke verknüpfte Verdampfung des Elektrolyts
in der Kammer ist jedesmal von einem Rückfließen des Elektrolyts im Behälter in die Kammer
gefolgt, usw. Hinter dem Vorwiderstand, insbesondere an den Klemmen der Betätigungsspule des Unterspannungs-Schaltschützes,
treten also pulsierende Spannungen auf, die zum Betrieb einer Blinkvorrichtung benutzt werden können. Das Blinken macht also
die Bedienungsperson vor dem Abschalten auf das Vorhandensein eines anomalen Zustandes aufmerksam.
Vorzugsweise ist der Vorwiderstand derart ausgebildet, daß der innere Spannungsabfall zwischen den
Elektroden kleiner ist als die Polarisationsspannung, wodurch jegliche Elektrolyseerscheinungen im Atemwiderstand
vermieden werden. Es sind die verschiedenartigsten Elektrolyte geeignet, insbesondere
empfiehlt sich die Verwendung von Lösungen von Pottasche oder von Kaliumcarbonat.
Der erfindungsgemäße elektrische Schalter eignet sich für alle \rerteilungssysteme für ein- oder mehrphasigen
Wechselstrom und kann, wie nachfolgend beschrieben, zum Schutz einer oder mehrerer Phasen
eines solchen Verteilungssystems vorgesehen werden. Die Schaltkontakte des Unterspannungs-Schaltschützes
können derart angeordnet sein, daß sämtliche Leiter des Verteilungssystems abgeschaltet werden, damit
nicht etwa ein Teil des Verbrauchers oder des Elektrolytvorwiderstandes nach dem Abschalten unter
Spannung bleibt.
Der elektrische Schalter gemäß der Erfindung ist besonders zweckmäßig für Verbraucher mit Motoren,
die mit Hilfe eines Elektrolytwiderstandes angelassen werden. Hierbei steht die Kammer zwischen den
Elektroden des erfindungsgemäßen Schalters mit demjenigen Behälter in Verbindung, der den Elektrolytwiderstand
für das Anlassen des Motors enthält, und ist vorzugsweise am oberen Teil dieses Behälters angeordnet.
Außer seiner Funktion als elektrischer Schalter erfüllt der Erfindungsgegenstand noch zwei
zusätzliche Funktionen. Erstens bildet er ein Überwachungsgerät für den Elektrolytstand im gemeinsamen
Behälter. Ferner gewährleistet er die thermostatische Steuerung des Verbrauchers. In der Tat verringert
sich, wenn die Temperatur des Elektrolyts infolge unsachgemäßer Bedienung des Elektrolytwiderstandes
anomal anwächst, die zum Ansprechen des erfindungsgemäßen elektrischen Schalters erforderliche
Schwellenstromstärke, und der Schalter spricht zur Vermeidung von Schäden im Verbraucher
rechtzeitig an.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt und im folgenden
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 die schematische Darstellung einer einfachen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen elektrischen
Schalters mit Elektrolytvorwiderstand,
Fig. 2 und 3 Kurven über die Arbeitsweise des Schalters nach Fig. 1,
Fig. 4 einen senkrechten Schnitt durch eine Kombination eines erfindungsgemäßen elektrischen Schalters
mit einem Flüssigkeitswiderstand, die beispielsweise zum Anlassen eines Motors dient,
Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 4,
Fig. 6 eine Kurve zur Erläuterung der Wirkungsweise der Einrichtung nach Fig. 4,
Fig. 7 schematisch die Anwendung eines erfindungsgemäßen Schalters bei einem dreiphasigen Netz,
Fig. 8 einen Schnitt nach der Linie VIII-VHI der Fig. 7 und
Fig. 9 ein Schema für die Anwendung des erfindungsgemäßen Schalters bei einem zweiphasigen Netz
mit vier Leitern.
Der in Fig. 1 dargestellte Verbraucher 1 wird von den Klemmen 2 jeiner Phase des Netzes über einen erfindungsgemäßen
elektrischen Schalter mit Wechselstrom gespeist. DieserSchalter weist einen Elektrolytvorwiderstand
3 mit zwei gegenüberstehenden Elektroden 4 und 5 auf, die in einer Kammer 7 kleinen
Volumens angeordnet sind, welche oben und unten durch enge öffnungen 8 und 9 mit einem Behälter 10
in Verbindung steht. Der vorzugsweise aus Metall bestehende und mit Kühlrippen 11 versehene Behälter
wird durch einen vorzugsweise mit einer Entlüftungsöffnung versehenen Verschluß stopfen 12 mit Elektrolyt gefüllt, wodurch sich die Kammer7 gleichfalls mit
Elektrolyt füllt. Ferner ist die Kammer 7 über eine kleine Entlüftungsöffnung 13 mit der Außenluft verbunden.
Der eine Leiter, welcher die eine Klemme 2 mit dem Verbraucher l verbindet, ist zu der Elektrode
4 geführt und von der Elektrode 5 weitergeführt. An diesen Leiter ist jenseits des Elektrolytvorwiderstandes
3 die Betätigungsspule 14 eines Unter-
spannungs-Schaltschützes angeschlossen, das eine Kontaktplatte 15 und ein Riickstelloargan, z. B. eine Feder
16, aufweist. Die Kontaktplatte 15 kann mittels eines Druckknopfes 17 von Hand in die Einschaltstellung
gebracht werden. Der Druckknopf kann selbstverständlich durch irgendeine elektromagnetische Vorrichtung
zur Fernsteuerung dieser Kontaktplatte ersetzt werden.
Der beschriebene elektrische Schalter mit Elektrolytvorwiderstand arbeitet in der folgenden Weise:
Sobald die Kontaktplatte 15 von Hand oder über einen Hilfsstromkreis in die Einschaltstellung gebracht
ist, speist der von der Elektrode 4 zu der Elektrode 5 fließende Strom den Verbraucher. Solange
dieser Strom unterhalb eines bestimmten Wertes bleibt, behält der Inhalt der Kammer 7 seinen flüssigen
Zustand bei, und der Widerstand r, der dem Stromdurchgang durch den Elektrolyt entgegengesetzt wird,
ist gering. Infolgedessen ist die Spannung U an den Klemmen der Betätigungsspule 14 mit der Nennspannung
U0 annähernd in Übereinstimmung. Der über die Betätigungsspule 14 fließende Strom hält daher
die Kontaktplatte 15 angezogen, und. der Verbraucher arbeitet normal. Die kleine in der Kammer 7 entwickelte
Wärmemenge bewirkt durch Thermosiphonwirkung einen Umlauf im Innern des Behälters
10 in Pfeilrichtung; diese Wärme wird vom Behälter aufgenommen, und es stellt sich somit für den Verbraucher
ein stabiler Betriebszustand ein. Wenn die Stromstärke im Verbraucher aus irgendeinem Grunde
ansteigt, wird in der Kammer 7 eine solche Wärmemenge entwickelt, daß ein Teil des darin enthaltenen
Elektrolyts verdampft. Durch diese Verdampfung wird Elektrolyt aus der Kammer in den Behälter 10
gedrückt, und der Widerstand zwischen den Elektroden steigt infolgedessen, wie Fig. 2 zeigt, sehr
rasch von dem Wert r auf einen bestimmten Wert R, der mehrere Zehnfache betragen kann. Da ein Teil
des Dampfes durch die Entlüftungsöffnungen 13 entweichen kann, ist es möglich, die Geschwindigkeit des
Anstiegs dieses Widerstandes in Abhängigkeit vom Überstrom zu beeinflussen und damit die Abnahme
der Stromstärke im Speisestromkreis zu steuern. Der Anstieg des Elektrolytvorwiderstandes 3 ruft an den
Klemmen der Betätigungsspule 14 einen Spannungsabfall in solcher Höhe hervor, daß die Anziehungskraft,
welche die Kontaktplatte 15 hält, abnimmt und diese Kontaktplatte durch die Rückstellkraft der
Feder 16 abgehoben und dadurch der Speisestromkreis geöffnet wird.
Dieser Vorgang wird durch die Kurve in Fig. 3 veranschaulicht. Sobald im Zeitpunkt t0 die Stromstärke
beginnt von ihrem normalen Wert In mehr oder weniger rasch anzusteigen, erreicht sie den
Schwellenwert Is, bei welchem die Verdampfung des Elektrolyts in der Kammer 7 einsetzt. Zwischen den
Zeitpunkten ti und i2 findet diese Verdampfung statt.
Die Stromstärke weicht dabei nicht merklich vom Wert Is ab, denn der Elektrolytvorwiderstand ist
selbstregelnd, da je rascher die Stromstärke ansteigt, desto mehr die Verdampfung beschleunigt wird. Da
die kleinen Abmessungen der öffnungen 8 und 9 ein rasches Zurückfließen des Flüssigkeitsstromes in die
Kammer 7 verhindern, behält der Widerstand zwischen den Elektroden seinen hohen Wert bei, und die
Stromstärke im Speisestromkreis fällt steil ab, um im Zeitpunkt ts den Wert Null zu erreichen, nachdem das
Unterspannungs-Schaltschütz angesprochen hat. Durch entsprechende Wahl der Ausschaltspannung des
Unterspannungs-Schaltschützes und der Zeitabhängig-
keit seiner Wirkungsweise kann die Ausschaltung bei der Stromstärke Ic eintreten, die weit unterhalb der
StromstarkeJn liegen kann.
Der erfindungsgemäße elektrische Schalter, der die Ausschaltung bei einer kleineren Stromstärke als der
Normalstromstärke ermöglicht, bringt den Vorteil, diesen Schalter für absichtliche Ausschaltungen des
Verbrauchers verwenden zu können. Hierzu kann eine Vorrichtung zur bewußten Überlastung des
Speisestromkreises des Verbrauchers 1 vorgesehen werden, z.B. eine Leitung 46 mit einem niederohmigen
Widerstand, der mittels eines Druckknopfes 47 einschaltbar ist. Durch Betätigung dieses Knopfes wird
ein vorübergehender Überstrom hervorgerufen, der den elektrischen Schalter mit Elektrolytvorwiderstand
zum Ansprechen bringt. Ferner spielt das Unterspannungs-Schaltschütz in einer solchen Anlage weiterhin
seine übliche Rolle als Schutzeinrichtung gegen Fehler in der Stromversorgung.
Falls sich der Überstrom nicht zu einem Kurzschluß ausbildet, sondern allmählich zunimmt, wird
der Elektrolytvorwiderstand 3 pulsierend arbeiten, d. h., es tritt eine teilweise Verdampfung des Elektrolyts in der Kammer 7 ein, die von einer Abnahme der
Stromstärke im Speisestromkreis begleitet ist, dann eine Rückkehr des Elektrolyts in die Kammer, wodurch
die Stromstärke wieder zunimmt. Die Spannung an den Klemmen der Betätigungsspule 14 nimmt
in diesem Falle einen pulsierenden Verlauf an, ohne notwendig bis auf einen Wert abzufallen, der ein Ansprechen
des Unterspannungs-Schaltschützes bewirkt. Diese pulsierende Spannungsänderung kann beispielsweise
mittels einer mit der Betätigungsspule 14 in Reihe geschalteten Glühlampe 43 sichtbar gemacht
werden. Um deutlichere Lichtwirkungen zu erzielen, kann, wie gestrichelt angedeutet, eine Entladungslampe
44 in Reihe mit einem Widerstand 45 vorgesehen sein, wobei die Zündspannung dieser Lampe
zwischen der normalen Spannung an den Klemmen der Betätigungsspule 14 (U0) und der Ansprechspannung
dieser Spule liegt; somit verlöscht die Lampe 44 periodisch, bevor das Unterspannungs-Schaltschütz
anspricht.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform enthält ein mit Elektrolyt gefüllter gerippter Behälter
18 zugleich in seinem oberen Teil einen Elektrolytvorwiderstand 3, der Teil eines erfindungsgemäßen
elektrischen Schalters ist, und in seinem unteren Teil einen beispielsweise zum Anlassen eines Einphasenmotors
bestimmten Elektrolytwiderstand 19. Die Art des Widerstandes ist beliebig. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel besitzt er einen isolierenden Rotor 20, der mittels einer Welle 21 und eines Knopfes
22 in einem zylindrischen isolierenden Gehäuse 23 drehbar ist, welches über gegebenenfalls einstellbare
Öffnungen 24 mit dem Innern des Behälters 18 verbunden ist. Der Rotor 20 trägt zwei Elektroden 25 in
Form von Zylinderabschnitten, die über einen Leiter 26 miteinander verbunden sind, während an der
inneren Wandung des Gehäuses 23 zwei als Zylinderabschnitte ausgebildete, den Elektroden 25 gegenüberstehende
Elektroden 27 angeordnet sind. Die Elektroden 27 stehen über die isolierten Leitungen 28 mit
zwei Klemmen 29 am Behälterdeckel 30 in Verbindung, der von der Welle 21 des Rotors 20 durchdrungen
wird. Ein derartiger Widerstand kann als von Hand betätigter Regelwiderstand arbeiten, indem
die gegenüberliegenden Flächen der Elektroden verändert werden, oder in Verbindung mit einem Motor
einfach als selbsttätiger Widerstand. In der Tat ent-
steht im Augenblick des Anlassens des Motors im Widerstand 19 wie bei dem mit dem erfmdungsgemäßen
elektrischen Schalter kombinierten Elektrolytvorwiderstand 3 ein starker Stromstoß, der eine
teilweise Verdampfung des Elektrolyts hervorruft, S so daß der Widerstand des zwischen den Elektroden
25 und 27 befindlichen Elektrolyts infolge des teilweisen Austreibens desselben sich ändert und sich
selbsttätig auf den für das Anlassen des Motors erforderlichen Wert einstellt. Der im oberen Teil des
Behälters 18 angeordnete Elektrolytvorwiderstand 3 entspricht dem in Fig. 1 dargestellten. Die Elektroden
4 und 5 sind in diesem Falle Zylinder, und die Kammer 7 ist ringförmig. Die Elektrode4 kann durch
den Leiter 31 und die Klemme 32 mit einer Stromzuführungsleitung verbunden werden, während die
Elektrode 5 mit einem der Leiter 28 in Verbindung steht, so daß das Unterspannungs-Schaltschütz zwischen
die Klemme 29 des betreffenden Leiters 28 und die andere Stromzuführungsleitung des Verbrauchers
eingeschaltet werden kann. Ein durch einen Stopfen 34 verschlossenes Rohr 33 ermöglicht die Füllung des
Behälters mit Elektrolyt. Eine beispielsweise durch die Abstandsstücke 36 getragene und von der Welle
21 durchdrungene isolierende Platte 35 schützt die verschiedenen Kontaktklemmen.
Außer seiner an Hand von Fig. 1 beschriebenen Funktion als elektrischer Schalter übt der erfindungsgemäße
elektrische Schalter mit Elektrolytvorwiderstand weitere Funktionen aus. Der Elektrolytvorwiderstand
3 bildet gleichzeitig eine Vorrichtung zur Prüfung der Füllhöhe des Elektrolyts. Wenn nämlich
der Spiegel N des Elektrolyts absinkt, ist die Kammer 7 unzureichend gefüllt, und die Verdampfung des
in ihr enthaltenen Elektrolyts geht infolgedessen rasch vonstatten, wodurch das UnterspannungsSchaltschütz
zum Ansprechen gebracht wird. Es ergibt sich weiter, daß, sobald die Temperatur des Elektrolyts
ansteigt, die der Verdampfung des Inhalts der Kammer 7 entsprechende Schwellenstromstärke Is bis
zu einer bestimmten Temperatur T1 annähernd konstant bleibt und dann von dieser Temperatur T1 bis zu
der Temperatur T2, die dem Siedepunkt des Elektrolyts entspricht, steil abfällt.
Der erfindungsgemäße Schalter gewährleistet hierbei eine thermostatische Steuerung der Temperatur
des Elektrolyts im Behälter, indem er praktisch verhindert, daß diese Temperatur den Wert T1 überschreitet.
Der elektrische Schalter mit Elektrolytvorwiderstand gemäß der Erfindung kann vorteilhaft in jeglicher
Art von Wechselstromnetzen verwendet werden und ermöglicht allgemein eine beträchtliche Vereinfachung
des Schutzes gegen Überströme.
Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel, das allgemein für einen Mehrphasenstrom mit η Phasen und η Leitern
anwendbar ist, wobei sämtliche Phasen mit Hilfe eines einzigen Unterspannungs-Schützes ausgeschaltet
werden können, unabhängig davon, welche Phase gestört ist. Hierzu ist der Elektrolytvorwiderstand 3 mit
n-1 übereinander angeordneten und mit einander verbundenen Kammern 7 a, 7 b ausgestattet, während das
Unterspannungs-Schaltschütz zwischen die erste und letzte Phase eingeschaltet ist, d. h. zwischen diejenige,
die mit der obersten Kammer 7 a des Elektrolytvorwiderstandes 3 verbunden ist, und diejenige, welche
über keine Kammer geführt ist. Der Elektrolytvorwiderstand 3 umfaßt die Elektroden 4a, 5a und
4 b, 5 b, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel zylinderförmig sind. Die untereinander durch die Ka-
näle 37 verbundenen ringförmigen Kammern 7 a, 7 b stehen wie bei den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen über Bohrungen 8 a, 8 b, 9 a und 9 b mit dem
Behälter 10 in Verbindung, der eine Reserve für den Elektrolyt bildet und zur Wärmeabstrahlung dient.
Der Querschnitt der Kanäle 37 ist klein genug, um wesentliche elektrische Verluste durch Überbrückung
der Netzphasen 38 a und 38 & des Verbrauchers 1, deren Strom über die Kammern 7a und 7 b fließt, zu
vermeiden, jedoch ausreichend groß, um in der Kammer 7 b entstehenden Dampf den freien Durchtritt
nach der Kammer 7 α zu erlauben. Am oberen Teil des Elektrolytvorwiderstandes sind, wie oben beschrieben,
Entlüftungsöffnungen 13 vorgesehen.
Dieser elektrische Schalter arbeitet folgendermaßen: Sobald sich infolge eines Überstromes in einer der
Phasen 38 a oder 38 b in der Kammer 7 a bzw. 7 b Dampf bildet, sammelt sich dieser in der Kammer 7 α
und ruft daher an den Klemmen der Betätigungsspule 14, die zwischen die Phasen 38 a und 38 c eingeschaltet
ist, einen Spannungsabfall hervor. Darauf schalten die drei Kontaktplatten 15 a, 15 b und 15 c aus. Es ist einleuchtend,
daß bei einem Überstrom in der Phase 38 c die beiden Phasen 38 α und 38 b in ihrer zugeordneten
Kammer ebenfalls Dampf erzeugen, wodurch die Betätigung des Unterspannungs-Schaltschützes und damit
die Ausschaltung des Verbrauchers 1 bewirkt wird. Beim Beispiel gemäß Fig. 9 wird der Verbraucher
1 durch ein zweiphasiges Netz mit vier Leitern gespeist. Zwischen den Klemmen 39 und 40 einerseits
sowie 41 und 42 andererseits liegen beispielsweise Wechselspannungen von 220 λ'ΌΙί, während
zwischen entsprechenden Leitern, wie z. B. 39 und 41, wegen der quadratischen Phasenbeziehung der beiden
ersteren Spannungen eine Wechselspannung von 175 Volt herrscht. In diesem Falle sind zwei Elektrolytvorwiderstände
3 mit den Leitern, welche die Klemmen 39 und 41 aufweisen, in Reihe geschaltet. Jenseits der Vorwiderstände 3 sind diese Leiter über
den Stromkreis der Betätigungsspule 14 des Unterspannungs-Schaltschützes verbunden, welches die vier
Leiter mittels seiner beispielsweise den Vorwiderständen 3 vorgeschalteten Kontaktplatten 15 abschaltet.
Ein Überstrom, der in einem der mit den Klemmen 39, 40 einerseits oder 41, 42 andererseits
verbundenen Stromkreis entsteht, bewirkt an den Klemmen der Betätigungsspule 14 einen Spannungsabfall
und infolgedessen das Ansprechen des Unterspannungs-Schaltschützes.
In der vorhergehenden Beschreibung wurden die Entlüftungsoffnungen 13 sowie die Öffnungen des Behälters
10 als ständig geöffnet angenommen, wodurch ein wiederholter Ausgleich des verdampften Elektrolyts
erforderlich wird, im allgemeinen mit destilliertem Wasser. Um diese Überwachung überflüssig zu
machen, können die Entlüftungsöffnungen mit kleinen Ventilklappen, insbesondere Überdruckventilen, versehen
werden, die lediglich nach dem Ansprechen des elektrischen Schalters ersetzt werden müssen. Es können
auch Entlüftungsöffnungen 13 vorgesehen werden, die unterhalb des Flüssigkeitsspiegels in den Behälter
10 münden, damit die verdampfte Elektrolytmenge kondensiert und wiedergewonnen wird. In diesem
Falle können SicherheitsVorkehrungen gegen Überdruck zum Schutz des Behälters selbst vorgesehen
sein.
An dem beschriebenen elektrischen Schalter mit Elektrolytvorwiderstand können selbstverständlich
Abänderungen vorgenommen werden, insbesondere durch Austausch technisch äquivalenter Mittel, ohne
Claims (8)
1. Elektrischer Schalter mit Elektrolytvorwiderstand, der zwei gegenüberstehende Elektroden in
einer Kammer kleinen Volumens mit Elektrolyt aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß in wenigstens
eine der Speiseleitungen mindestens ein Elektrolytvorwiderstand (3) eingeschaltet ist,
dessen Kammer (7) vollständig mit einem leitenden, bei Überschreitung einer Grenzstromstärke
verdampfenden Elektrolyt gefüllt ist, daß die Kammer über wenigstens zwei in unterschiedlicher
Höhe angeordnete, dem Flüssigkeitsstrom Widerstand bietende öffnungen (8, 9) mit einem
ebenfalls Elektrolyt enthaltenden Behälter (10,18) verbunden ist und daß im Nebenschluß zu dem
auszuschaltenden Verbraucher (1) die Betätigungsspule (14) eines Unterspannungs-S chaltschützes
liegt, dessen Arbeitskontakte in dem Speisestromkreis des Verbrauchers liegen.
2. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Teil der
durch die Elektroden (4,5) begrenzten Kammer (7) mindestens eine kleine Entlüftungsöffnung
(13) vorgesehen ist, durch welche ein Teil des zwischen den Elektroden entwickelten Dampfes
entweichen kann.
3. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter des Elektrolytvorwiderstandes
(3) durch den Behälter (18) eines Elektrolytwiderstandes (19) gebildet wird,
in dessen oberem Teil die Kammer (7) des Elektrolytvorwiderstandes (3) angeordnet ist.
4. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Klemmen der
Betätigungsspule (14) des Unterspannungs-Schaltschützes eine Blinkvorrichtung (44) angeschlossen
ist.
5. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolytvorwiderstand
(3) bei einem einphasigen Verteilersystem mit dem einen Leiter des Systems in Reihe geschaltet
ist, während die Betätigungsspule (14) des Unterspannungs-S chaltschützes in Parallelschaltung
an den Leitern liegt.
6. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolytvorwiderstand
(3) bei einem mehrphasigen Verteilersystem mit η Phasen n — t übereinander angeordnete und
untereinander verbundene Kammern (7 a, 7 b) aufweist, während das Unterspannungs-S chaltschütz
an die Phase (38 a), in deren Zug der Elektrolyt zwischen den Elektroden (4 a, 5 a) der obersten
Kammer (7 a) liegt, und an die über keine Kammer geführte Phase (38 c) angeschlossen ist.
7. Elektrischer Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem zweiphasigen
Vierleitersystem einer der Leiter (39 bzw. 41) jeder der beiden Phasen über die Kammer eines
Elektrolytvorwiderstandes (3) geführt ist, während die Betätigungsspule (14) des Unterspannungs-S
chaltschützes diese beiden Leiter (39, 41) zwischen den Elektrolytvorwiderständen (3) und
dem Verbraucher (1) verbindet.
8. Elektrischer Schalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungsöffnung
oder -öffnungen (13) durch eine Ventilklappe oder durch ein Überdruckventil verschlossen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 894 873, 540 153;
französische Patentschriften Nr. 862 283, 555 572.
Deutsche Patentschriften Nr. 894 873, 540 153;
französische Patentschriften Nr. 862 283, 555 572.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 909 559/301 6.59
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| FR1060453X | 1952-05-07 |
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Family Applications (1)
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