DE1058865B - Gleiskettenglied und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Gleiskettenglied und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft Gleisketten für Raupenschlepper u. dgl. und insbesondere die Gestaltung und
ein Verfahren zur Herstellung von Laufflächen und Seitenstegen solcher Gleisketten und ähnlicher Konstruktionen,
bei denen eine Reihe von Gliedern gelenkig miteinander verbunden sind, um eine Gliederkette
zu bilden.
Es hat bisher große Schwierigkeiten bereitet, ein haltbares und im Betrieb . störungsfrei arbeitendes
stählernes Kettenglied für Gleisketten von Raupenschleppern zu entwickeln. Die im allgemeinen verwendeten
Kettenglieder weisen je ein Paar Laufflächen für Laufrollen des Fahrzeugs auf, die dem Verschleiß
unterworfen sind. Außerdem sind diese Kettenglieder häufigen Stoßbelastungen ausgesetzt, wenn sich der
Schlepper über unebenes Gelände bewegt. Die Laufflächen dieser Kettenglieder müssen daher hart und
widerstandsfähig genug sein, um keinem übermäßigen Verschleiß durch Zerquetschen, Absplittern und Gratbildung
an den Kanten der Rollfläche zu unterliegen. Auch die Seitenstege, die die Laufflächen bilden,
sollen so widerstandsfähig sein, daß sie ohne Rißbildung oder Verformung Stoßbelastungen aushalten.
Seitenstege in Kettengliedern für Raupenschlepper werden im allgemeinen aus Schmiedestücken hergestellt
und sind an ihren gegenüberliegenden Enden mit Querbohrungen für die Aufnahme eines Scharnierbolzens
an dem einen und einer Scharnierbuchse am anderen Ende des Gliedes versehen. Diese Bohrungen
müssen sehr genau bemessen sein, um ihr Mittenabstand muß in engen Toleranzen gehalten werden,
um eine gerade Gleiskette zu ergeben.
Ein bekanntes Verfahren zum Herstellen der Seitenstege von Gleiskettengliedern besteht darin,
eine geschmiedete Steg-Vorform zu schaffen und dann den ganzen Seitensteg so zu härten, daß die Lauffläche
befriedigende Trageigenschaften aufweist. Während des Härtungsvorgangs verzieht sich aber der
Seitensteg, wodurch sich der Mittenabstand der Ouerbohrungen und auch ihre Durchmesser ändern. Werden
die Bohrungen zu groß, so lockern sich die Scharnierbolzen und Buchsen, so daß die Gleiskette im Betrieb
rasch versagt. Schrumpfen dagegen die Querbohrungen auf einen zu kleinen Durchmesser, so können
beim Einpressen der Bolzen und Buchsen die inneren Spannungen so groß werden, daß der Steg
nach kurzer Benützungsdauer bricht. Die Bohrungen können infolge des Verziehens beim Härten auch unrund
werden. Die nach diesem bekannten Verfahren hergestellten Gleiskettenglieder geben daher oft zu
Beanstandungen Anlaß, und ihre Austauschbarkeit ließ zu wünschen übrig.
Ein gehärteter, befriedigende Trag- und Abnutzungseigenschaften aufweisender Seitensteg ist für
Gleiskettenglied und Verfahren
zu seiner Herstellung
zu seiner Herstellung
Anmelder:
Allis-Chalmers Manufacturing Company, Milwaukee, Wis. (V. St. A.)
Vertreter: Dr. W. Müller-Bore und Dipl.-Ing. H. Gralfs1 Patentanwälte, Braunschweig, Am Bürgerparke
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 23. März 1955
V. St. v. Amerika vom 23. März 1955
Roy Fredrick Kern, Springfield, 111. (V. St. Α.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
eine nachträgliche wirtschaftliche Bearbeitung im alias gemeinen nicht mehr geeignet.
Man hat daher nach einem anderen Verfahren den auf eine bearbeitbare Härte vergüteten Seitensteg mit
Ausnahme der Bohrung fertig bearbeitet, danach vom Steg nur den Lauf flächenteil auf die erforderliche
Tiefe vergütet und schließlich die Bohrungsteile genau fertig bearbeitet, um Bolzen- und Buchsenbohrungen
von gewünschtem Durchmesser und Mittenabstand zu erhalten.
Bei nach diesem bekannten Verfahren hergestellten Seitenstegen treten jedoch .Restspannungen im Übergang
der unterschiedlichen Härtebereiche auf, die in Verbindung mit den durch die im Betrieb auftreten-'
den Belastungen erzeugten Spannungen Rißbildung oder Brüche in den Seitenstegen begünstigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese bei nach den bekannten Herstellungsverfahren gefertigten
Gleiskettenglieder auftretenden Mängel zu vermeiden und einen verbesserten Seitensteg für endlose
Gleisketten od. dgl. zu schaffen, der von Restspannungen frei ist, der genau bearbeitete Querbohrungen
mit genauen Mittenabständen aufweist und dessen Lauffläche ausreichend widerstandsfähig, d. h, verschleißfest
ist.
Zu der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe gehört auch die Verbesserung des Herstellungsverfahrens
von Gleisketten-Seitenstegen und ähnlichen Gliedern.
Das Verfahren nach der Erfindung soll wirtschaftlich sein, die Verwendung eines relativ billigen,
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durchhärtenden Stahls ermöglichen, genaue Maßkontrolle gestatten, übermäßige Restspannungen ausschalten
und eine harte Lauffläche von langer Lebensdauer schaffen.
Schließlich soll das Herstellungsverfahren auch ein ordnungsgemäßes Ausrichten der Seitenstege gewährleisten,
wenn sie zur Gleiskette zusammengesetzt werden oder wenn sie bei Reparaturen als Ersatzteile eingebaut
werden müssen.
Das stählerne Gleiskettenglied nach der Erfindung zeichnet sich gegenüber bekannten Ausführungsformen dadurch aus, daß der die Querbohrungen unmittelbar
umgebende Stahl form- oder bearbeitbar ist und der Rest des Seitenstegs ganz und gar zu einer
größeren Härte als ihre form- oder bearbeitbaren Teile durchgehärtet ist.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Beschreibung und an Hand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Teils des Laufwerks eines Raupenschleppers mit der Darstellung eines
Teils der endlosen Gleiskette und
- Fig. 2 den vergrößerten, waagrechten Schnitt nach der Linie II-II von Fig. 1,
Fig. 3 eine vergrößerte Seitenansicht eines Teils der endlosen Gleiskette aus Fig. 1 bei einem Zeichnungsmaßstab
wie in Fig. 2,
Fig. 4 und 5 einen geschmiedeten Seitensteg als Rohling oder Vorform und teilweise bearbeitet,
Fig. 6 in isometrischer Projektion einen Teil der teilweise bearbeiteten Seitensteg-Vorform aus Fig. 5,
Fig. 7 einen teilweise bearbeiteten und gehärteten Seitensteg, dessen Bohrungen durch Induktionsspulen
erhitzt werden,
Fig. 8, 9 und 10 Mikroaufnahmen geätzter Metallproben aus einem Seitensteg, die das kristalline Gefüge
des Stahls in drei Stadien des Verfahrens nach der Erfindung zeigen, und
Fig. 11 ein Schaubild der Härte der Buchsenbohrung über der Eindringtiefe nach dem in Fig. 7 veranschaulichten
Anlassen oder Tempern.
In Fig. 1 bezeichnet die Bezugsnummer 21 einen Teil des Gestells eines Raupenschleppers; dieses wird
auf einer endlosen Gleiskette 22 durch eine Anzahl Rollen 23 getragen. Die allgemeine Konstruktion der
Gleiskette ist die übliche; sie enthält eine Reihe von Kettengliedern, deren jedes ein Paar Seitenstege enthält,
wie sie Fig. 7 zeigt. Die Gleiskette läuft am hinteren Ende des Fahrzeugs über ein nicht dargestelltes
Antriebskettenrad und am vorderen Ende über ein ebenfalls nicht dargestelltes nicht angetriebenes
Leitrad. Das Fahrzeuggestell 21 ist aus einem Paar U-Eisen 24 aufgebaut, von denen nur eins sichtbar ist.
Jede der Rollen 23 ist auf einer nicht drehbaren Achse 27 gelagert. Die Achsen 27 sind an ihren Enden
mit den U-Trägern 24 durch je einen Bock 28 und Befestigungsmittel in Gestalt von Bolzen 29 sowie
nicht gezeigten Muttern verschraubt.
Nach Fig. 1 und 2 besteht jedes einzelne Glied der endlosen Gleiskette 22 aus einem rechten und einem
linken Seitensteg 31 und 31'; die Glieder sind miteinander durch Scharnierbolzen 32 und Buchsen 33
verbunden. Kettenschuhe 34 mit Bodengreifern 35 sind an den Seitenstegen durch Schrauben 36 und
Muttern 37 befestigt. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, sitzt der Scharnierbolzen 32 mit Preßsitz in Bolzenbohrungen
38 der einander gegenüberliegenden Seitenstege 31 und 31' an dem einen Ende jedes Kettengliedes,
das an seinem anderen Ende in den Seitenstegen 31
und 31' je eine Buchsenbohrung aufweist, in die die Scharnierbuchse 33 ebenfalls eingepreßt ist. Auf diese
Weise ist jedes Kettenglied mit seinem Nachbarglied durch einen Scharnierbolzen und die ihn umgebende
Scharnierbüchse gelenkig verbunden. Eine Aufbohrung 41 ist gleichachsig mit der Bolzenbohrung 38 in
jedem Seitensteg vorgesehen mit der Aufgabe, das äußere axiale Ende der Buchse 33 durch übergreifende
Teile des Nachbarstegs zu umschließen.
Um einen einwandfreien Preß sitz der Bolzen und Buchsen in den zugehörigen Bohrungen der Seitenstege
zu sichern, müssen die Maße der Bolzen, Buchsen und Bohrungen, wie bekannt in engen Toleranzen
gehalten werden. Die Buchsen 33 sitzen auf den Bolzen 32 mit Gleitsitz.
In Fig. 3 ist bei 42 ein Riß angedeutet, wie er häufig nach dem Einpressen von Bolzen oder Buchsen
in verzogene, nach den eingangs erwähnten Verfahren hergestellte Gleiskettenglieder auftrat.
Außerdem zeigt Fig. 3 die Lage von Anrissen 46 und 47, die auf durch das Härten nur des Laufflächenteils
entstandene Restspannungen zurückzuführen sind. Das Vorhandensein solcher Restspannungen ist
z. B. durch Einsägen eines Schlitzes 49 in einen Seitensteg mit wahlweise gehärtetem Laufflächenteil
nachweisbar. Dieser Schlitz weist nämlich beim Vorhandensein übermäßiger Restspannungen eine ungleichmäßige
Breite auf.
Das verbesserte Verfahren nach der Erfindung zum Herstellen der Seitenstege wird an Hand der folgenden
Figuren beschrieben. Fig. 4 zeigt eine geschmiedete Vorform eines Seitenstegs mit Bearbeitungszugaben
in den Löchern für Bolzen und Buchse sowie in der Aufbohrung 41. Bearbeitungszugaben finden sich
auch oben und unten an dem Schmiedestück 53, nämlich am Lauf flächenteil 54 und an einer Anschraubfläche
56 für den Gleiskettenschuh 34., Laufflächen- und Fuß- oder Kettenschuhteil sind an dem einen
Ende durch einen Bolzen- und Auf bohrungsteil 57 und am anderen durch einen Buchsenbohrungsteil 58
miteinander verbunden. Ferner sind Laufflächen- und Fuß- oder Kettenschuhteil durch einen stützenden
Zwischensteg 59 miteinander verbunden. Dieser Seitensteg-Rohling kann aus Kohlenstoffstahl mit
etwa 0,45% C-Gehalt geschmiedet sein. Nach dem Schmieden wird er zu einem Korngefüge normalisiert,
wie es etwa in Fig. 8 gezeigt ist, einem Ferrit mit Perlitmatrix, d. h. Perlit als Hauptbestandteil.
Als nächster Schritt folgt das endgültige Bearbeiten der Steg-Vorform 53 mit Ausnahme der Bolzenbohrung
38 und der Buchsenbohrung 39 (Fig. 5 und 6). In diesem Zustand ist eine Lauffläche 66 auf dem
Laufflächenteil 54 des Seitenstegs bearbeitet, ebenso Flächen 67 und 68 auf der Oberseite des Fußteils zu
beiden Seiten des Zwischenstegs 59., und Befestigungslöcher 69 und 71 zum Anschrauben des Kettenschuhs
sind rechtwinklig zu den Flächen 67 und 68 durch den Fußteil hindurchgebohrt. Eine Schuhbefestigungsfläche
72 ist am Boden des Fußteils 56 parallel zur Lauffläche 66 und zu den Flächen 67 und 68 bearbeitet.
Die Bohrungen 38 und 39 sind auf einen Ideineren als den endgültigen Durchmesser vorgebohrt worden.
Die Aufbohrung 41 wird gleichachsig mit der Bolzenbohrung 38 auf Fertigmaß bearbeitet, und rechtwinklig
zur Bolzenbohrung 38 wird eine Stirnfläche 73 auf einem Bund 74 bearbeitet. Das Verfahren nach der
Erfindung könnte auch ohne ein vorheriges Bearbeiten dieser Bohrungen durchgeführt werden, falls es möglich
ist, diese Flächen ausreichend maßhaltig zu schmieden.
Claims (13)
1. Seitensteg aus durchgehärtetem Stahl für Gleiskettenglieder mit Querbohrungen für die
Aufnahme von Scharnierelementen, dadurch gekennzeichnet, daß der die Ouerbohrungen (38 und
39) unmittelbar umgebende Stahl form- oder bearbeitbar ist und der Rest des Seitenstegs ganz
und gar zu einer größeren Härte als ihre formoder bearbeitbaren Teile durchgehärtet ist.
2. Seitensteg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rest des Seitensteges so gehärtet
und getempert wird, daß er nicht bearbeitbar ist.
3. Seitensteg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brinellhärtezahl der bildsamen
Teile kleiner als 300 und die der übrigen Teile größer als 340 ist.
4. Verfahren zum Herstellen von Seitenstegen nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet
durch folgende Schritte: Vorformen des Seitensteges mit einem Paar quer hindurchgehender
Bohrungen (38 und 39), Durchhärten des Stahlkörpers in seiner Gesamtheit und Tempern oder
Anlassen der die Querbohrungen umgebenden Teile.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Tempern der die Quer-
bohrungen (38 und 39) umgebenden Teile des Körpers diese bearbeitet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Durchhärten ein erstes Tempern
des Stahlkörpers einschließt und daß der Körper danach nur in der Nachbarschaft der Bohrungen
(38 und 39) einem zweiten Tempern oder einem zusätzlichen, während des ersten Temperns überlagerten
Tempern unterworfen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (38 und 39) in dem
Stahlkörper nach dem zweiten oder überlagerten Tempern bearbeitet werden.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Durchhärten
und ersten Tempern oder Anlassen des ganzen Stahlkörpers eine größere Härtezahl als 340 Brinell
erzielt wird, während mit dem zweiten oder überlagerten Tempern der Teile um die Bohrungen
(38 und 39) herum eine Härtezahl unter 300 Brinell erzielt wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 4 bis 8, gekennzeichnet durch eine solche Bearbeitung der
Quer bohrungen (38 und 39), daß eine hinreichende Tiefe bildsamen Stahls übriggelassen wird, um
das Einpressen der Stegverbindungsglieder (32 und 33) in die Bohrungen zu erleichtern.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgeformte Seitensteg
anfänglich auf allen Flächen mit Ausnahme der Querbohrungen (38 und 39) bearbeitet
worden ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Querbohrungen (38 und 39)
vor dem Tempern vorbearbeitet und nach dem Tempern auf das erforderliche Maß fertigbearbeitet
werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß gleichachsig mit einer der Querbohrungen
(38 und 39) eine Aufbohrung (41) hergestellt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenstege auf eine Temperatur
zwischen 700 und 1090° C erhitzt, danach abgeschreckt und bei einer Temperatur unter
650° C getempert oder angelassen werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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Applications Claiming Priority (1)
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| GB (1) | GB780940A (de) |
Cited By (3)
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