DE1053471B - Verfahren und Vorrichtung zur Klaerung von Schwebestoffe enthaltenden Fluessigkeiten durch Absetzen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Klaerung von Schwebestoffe enthaltenden Fluessigkeiten durch AbsetzenInfo
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Description
Bekanntlich bilden sich nach der Ausflockung, die mittels der heute üblichen Flockenbildner erzielt wird,
im Fall zahlreiche Suspensionskolloide und kolloide Flocken, die sich während der Ausfällung zusammenballen,
wobei beträchtliche Mengen von Pseudo-Feststoffen mit starken inneren Reibungskoeffizienten entstehen,
die die Neigung haben, Wasser in ihrer Masse festzuhalten.
Im allgemeinen können in einem Klärtrog drei Zonen unterschieden werden:
Die eigentliche Ausfällzone, in der durch die Schwere der Teilchen eine kinetische Wirkung auf
ihren Fall ausgeübt wird;
die Kompressionszone, in der die Schwere der Teilchen dynamische Wechselwirkungen zwischen
den Teilchen und der Flüssigkeit hervorruft, und
die Absetzzone, in der die Teilchen eine hauptsächlich statische Wirkung aufeinander ausüben.
20
Es hat sich nun ergeben, daß in der Kompressionszone, die auf die eigentliche Ausfällzone folgt, und/
oder in der Absetzzone, die auf die Kompressionszone folgt, eine Ausrichtung der Flocken erwünscht
ist. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß durch die Flüssigkeit schräg gestellte Flächen
waagerecht mit geringer Geschwindigkeit derart bewegt werden, daß ein Druck nach unten ausgeübt
wird. Durch diesen Druck werden die Flocken nach unten geleitet, und es erfolgt somit eine Intensivierung
des Absetzvorganges. Wichtig ist dabei, daß durch die Bewegung der Flächen keine Wirbelbildung
erfolgt, weshalb diese Bewegung nur mit geringer Geschwindigkeit erfolgt.
In den Zeichnungen sind drei Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens dargestellt, aus deren nachfolgender Beschreibung sich weitere Merkmale und Vorteile
der Erfindung ergeben.
Abb. 1 ist ein Schnitt durch einen mit der erfindungsgemäßen Klärvorrichtung ausgestatteten Trog;
Abb. 2 ist eine Draufsicht auf die gleiche Vorrichtung;
Abb. 3 ist ein Schnitt durch eine andere Ausführungsform gemäß der Erfindung;
Abb. 4 ist eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß Abb. 3;
Abb. 5 ist ein Querschnitt durch einen Trog mit einer dritten Ausführungsform und
Abb. 6 ein Längsschnitt durch den gleichen Trog; Abb. 7 ist eine Teilansicht der Abb. 5 und 6, und
Abb. 8 ist ein gebogener Flügel.
In Abb. 1 und 2 ist ein zylindrischer Trog 1 geringen Durchmessers, z. B. in der Größenanordnung
Verfahren und Vorrichtung zur Klärung
von Schwebestoffe enthaltenden
Flüssigkeiten durch Absetzen
Anmelder:
Societe Frangaise des Produits Gelsol, Paris
Vertreter: Dipl.-Ing. H. Neureiter, Patentanwalt,
Nürnberg, Pirkheimer Str. 94
Beanspruchte Priorität: Frankreich, vom 25. November 1953
Claude Bounin, Paris, ist als Erfinder genannt worden
weniger Meter, dargestellt. In gestrichelten Linien sind neben dem Trog die Höhen angedeutet, die die
Klär- oder Ausfällzone D im oberen Teil, die Absetzzone T im unteren Teil und die Kompressionszone C
zwischen diesen beiden Zonen trennen. Es handelt sich wohlgemerkt um ungefähre Zonen, und es kann nicht
direkt von Niveau-Oberflächen gesprochen werden, die durch eine völlig scharfe Trennlinie die verschiedenen
Zonen trennen, da der Übergang von einer zur anderen praktisch in kontinuierlicher Weise erfolgt.
Um eine Drehachse 8, die mit der geometrischen Achse des Troges 1 zusammenfällt, sind in der Ausfällzone
D sechs mit 2 bis 7 bezeichnete gitterartige Ausfällvorrichtungen angeordnet. In der Kompressions-
und Absetzzone C und T sind gemäß der Erfindung an der Achse 8 schräg gestellte Flügel 9 vorgesehen.
Durch die Drehachse 8 wird der Vorrichtung eine sehr langsame Drehbewegung vermittelt, wobei die
mittlere Geschwindigkeit in der Größenordnung von wenigen Zentimetern je Sekunde liegt, so daß keinerlei
Wirbelbildung in der Flüssigkeit entsteht.
In Abb. 3 und 4 ist der gleiche zylindrische Trog mit verhältnismäßig stark geneigten Flächen gezeigt.
Im unteren Teil ist nur eine einzige Fläche dargestellt, die aus einer Blechplatte 11 besteht, in der rechteckige
809 787/366
Öffnungen 12 ausgeschnitten sind, womit der gleiche Zweck erreicht wird wie mit einer Vielzahl von schrägen
Einzelflächen. Im oberen Teil ist ebenfalls nur ein einziges Gitter 10 vorgesehen. Wie aus der Zeichnung
hervorgeht, bilden die beiden Flächen 10 und 11 einen spitzen Winkel mit der durch einen Pfeil angedeuteten
Bewegungsrichtung, so daß die Komponente, die durch den leichten Stoß, den die Teilchen beim Auftreffen
der sich bewegenden Flächen erhalten, entsteht, den Teilchen einen nach unten gerichteten Impuls
verleiht.
Selbstverständlich könnte auch vorteilhaft die Anzahl der Oberflächen 10 und 11 vervielfacht werden,
indem sie versetzt und um die Achse 8 entweder in gleicher Höhe oder in verschiedenen Höhen verteilt
werden.
Im Ausführungsbeispiel der Abb. 5 bis 7 hat der Trog 29 eine flache rechteckige Form und endet in
einem spitzen Unterteil. In diesem Trog sind vier einstellbare, mit 20 bis 23 bezeichnete Flächen eingebaut.
Die Flächen 20 und 21 sind mit Drahtgewebe versehene Rahmen, während die Flächen 22 und 23
flache Flächen sind, die voll oder lamellenförmig ausgeschnitten sein können, wie in dem vorhergehenden
Beispiel dargestellt.
Diese vier Flächen sitzen zwischen den senkrechten Armen 24 und 25 und können um je eine horizontale
Achse gedreht werden. Die Arme 24 und 25 sind mit einem waagerechten Gestell 26 verbunden, das
von den Rädern 36 getragen wird. Die Räder 36 verschieben sich auf den Schienen 27 und 28, die hüben
und drüben an dem Trog 29 angeordnet sind. Das Gestell 26 trägt einen Kasten 40, der den Mechanismus
enthält, mittels dessen die Winkelstellung der Flächen umgekehrt werden kann.
Der Mechanismus besteht aus zwei Zahnrädern 35, die sich um die Achsen 34 drehen können. Die Räder
35 stehen mit einer Zahnstange 32 im Eingriff, die mittels üblicher Führungen frei in dem Gestell 26
gleiten kann.
Die Zahnstange 32 trägt an jedem Ende einen elastischen Puffer 33, der dazu bestimmt ist, an den
Anschlägen 30, 31 anzuschlagen. Jede der waagerechten Drehachsen der Flächen 20 bis 23 trägt ein Rad 38
das durch eine Stange oder eine Kette 37 mit den Zahnrädern 35 verbunden ist. Die verschiedenen Räder
38, die je einer der Flächen 20 bis 23 entsprechen, sind unter sich durch Stangen oder Ketten 39 verbunden.
Wie aus Abb. 6 und 7 ersichtlich, bilden die Flächen
20 und 23 einen spitzen Winkel mit der von links nach rechts angenommenen Bewegungsrichtung. Wenn
der Antriebskasten 40, das Gestell 26 und die von ihm getragenen Flächen am Ende ihrer Bewegung an der
äußersten rechten Seite des Troges in der Abb. 6 ankommen, schlägt der Puffer 33 an dem festen Anschlag
31 an. Die Zahnstange 32 wird dadurch gegenüber dem Antriebskasten 40 nach links verschoben.
Die Zahnräder 35 drehen sich daher um einen gewissen Winkel, dessen Wert durch jedes übliche An-Schlagsystem
begrenzt werden kann, so daß die Drehung der Räder 38 die Flächen 20 bis 23 in eine
andere, zu der dargestellten symmetrische Stellung bringt. Der Wagen verschiebt sich dann nach links,
bis der linke Puffer 33 gegen den festen Anschlag 30 anschlägt, wodurch die Flächen 20 bis 23 abermals
verstellt werden.
Da es sich um übliche technische Vorrichtungen handelt, die mit den verschiedensten Mitteln hergestellt
werden können, ist die Antriebsvorrichtung für den Wagen und die Richtungswechselvorrichtung
nicht dargestellt worden, wobei diese Richtungsumkehrung selbstverständlich mit den Verschiebungen
der Zahnstange 32 synchronisiert ist.
41 ist eine Vorrichtung, die es ermöglicht, die Zahnstange, falls erwünscht, zu blockieren, etwa
durch Zwischenschaltung einer Stoppkerbe zwischen den Zähnen der Zahnstange.
In den verschiedenen vorstehenden Beispielen sind die Schaber im unteren Teil der Tröge, die zum Entfernen
des Sodimentschlammes dienen, nicht dargestellt, da sie von bekannter und üblicher Bauart sind.
Es ist jedoch selbstverständlich, daß diese Schaber nicht mit den Flächen oder Flügeln der Vorrichtung
verwechselt werden dürfen.
Abb. 8 stellt eine perspektivische Ansicht eines Flügels 51 mit gebogener Oberfläche dar. Die Erfahrung
hat gezeigt, daß die größtmögliche Senkung der Teilchen während des Abklärens im allgemeinen besser
unter Verwendung einer Vorrichtung mit gebogenen Flächen erreicht wird, wobei am vorteilhaftesten
eine Form ist, die mehr oder weniger an die Form eines Flugzeugflügels erinnert. Der Flügel 51 ist mittels
zweier Ansätze 52 und 53 an einer horizontalen Achse 54 angeordnet, so daß er frei und ohne Kraftaufwand
um diese Achse beweglich ist. Die Achse 54 wird von einem nicht dargestellten Gestell getragen,
das sich um eine senkrechte Drehachse dreht.
Gemäß der Erfindung müssen die Tangentenebenen an der wirksamen Oberfläche einen spitzen Winkel
mit der durch den Pfeil 55 angezeigten Verschiebungsrichtung bilden. Es kann angenommen werden, daß
der Winkel 56, den die Sehne 57, 58 mit der Horizontalen bildet, den mittleren Wert des Winkels darstellt.
Der Flügel 51 ist vorzugsweise hohl und mit einer öffnung versehen, die hermetisch verschlossen werden
kann (nicht dargestellt), um Bleischrot in das Innere des Flügels einzuführen und so auf sein
Gleichgewicht einzuwirken, daß er von sich aus während seiner Bewegung in der Flüssigkeitsmasse während
des Abklärens sich im Gleichgewicht zu halten sucht.
Versuche mit dem erfindungsgemäßen Verfahren haben bei der Ausfällung von Bauxitschlamm ergeben,
daß mittels dieses Verfahrens und der dazugehörigen Vorrichtung nach Abb. 3 und 4 nach 75 Tagen eine
Menge von 405 g unlösbarer Bestandteile pro Liter Bauxitschlamm gewonnen wurden, während sich mit
bisher bekannten Abscheidvorrichtungen nur 324 g pro Liter ergaben. Dies bedeutet eine Konzentrationserhöhung
von 26%.
Noch bessere Ergebnisse wurden bei der Verwendung gewölbter Flächen gemäß Abb. 8 erzielt. Hier
ergaben sich im gleichen Zeitraum bei gleichen Bedingungen mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
etwa 500 g Abscheidung pro Liter gegenüber etwa 320 g mit bekannten Vorrichtungen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Klärung von Schwebestoffe enthaltenden Flüssigkeiten durch Absetzen, dadurch
gekennzeichnet, daß durch die Flüssigkeit schräg gestellte Flächen (9, 10, 11, 20, 21, 22, 23)
waagerecht mit geringer Geschwindigkeit derart bewegt werden, daß ein Druck nach unten ausgeübt
wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in horizontaler Richtung bewegbare schräge,
parallel zueinander verlaufende Flächen (9) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächen (10, 11) Durchbrechungen
aufweisen und auf einer Achse angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächen (20 bis 23) auf
horizontalen Achsen dreh- und einstellbar angeordnet sind, wobei letztere in einem beweglichen Rahmen
(24, 25, 26) sitzen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Rahmen (26)
hin- und hergeführt werden kann und daß Mittel vorgesehen sind, um bei jeder Änderung der Bewegungsrichtung
des Rahmens (26) die Neigungsrichtung der Flächen (20, 23) umzukehren.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächen (51) gewölbt sind
und einen spitzen Winkel mit der Bewegungsrichtung bilden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch um horizontale Achsen (54) dreh- und
einstellbare Flächen (51), wobei die Achsen (54) in einem beweglichen Gestell, das sich um eine
senkrechte Achse dreht, angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächen mindestens in
einer der beiden unteren Zonen (Kompressionszone bzw. Absetzzone), vorzugsweise in der Kompressionszone,
angeordnet sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 869 792, 902 489;
britische Patentschrift Nr. 467 831;
USA.-Patentschriften Nr. 2 274 361, 2 539 732,
546 691, 2 665 248.
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546 691, 2 665 248.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 809 787/366 3.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR326519X | 1953-11-25 |
Publications (1)
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| DE1053471B true DE1053471B (de) | 1959-03-26 |
Family
ID=8890550
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| CH (1) | CH326519A (de) |
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