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DE1052891B - Verfahren zur Verzierung von Gegenstaenden mit keramischen Farben - Google Patents

Verfahren zur Verzierung von Gegenstaenden mit keramischen Farben

Info

Publication number
DE1052891B
DE1052891B DE1956P0016696 DEP0016696A DE1052891B DE 1052891 B DE1052891 B DE 1052891B DE 1956P0016696 DE1956P0016696 DE 1956P0016696 DE P0016696 A DEP0016696 A DE P0016696A DE 1052891 B DE1052891 B DE 1052891B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rosin
abietic acid
carrier
ceramic
color
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1956P0016696
Other languages
English (en)
Inventor
Christian Clemmensen Jessen
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
EIDP Inc
Original Assignee
EI Du Pont de Nemours and Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by EI Du Pont de Nemours and Co filed Critical EI Du Pont de Nemours and Co
Priority to DE1956P0016696 priority Critical patent/DE1052891B/de
Publication of DE1052891B publication Critical patent/DE1052891B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B41/00After-treatment of mortars, concrete, artificial stone or ceramics; Treatment of natural stone
    • C04B41/45Coating or impregnating, e.g. injection in masonry, partial coating of green or fired ceramics, organic coating compositions for adhering together two concrete elements
    • C04B41/52Multiple coating or impregnating multiple coating or impregnating with the same composition or with compositions only differing in the concentration of the constituents, is classified as single coating or impregnation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inks, Pencil-Leads, Or Crayons (AREA)
  • Application Of Or Painting With Fluid Materials (AREA)
  • Printing Methods (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verzierung von Gegenständen mit keramischen Farben Die Erfindung bezieht sich auf die Aufbringung keramischer Verzierungen, insbesondere die Verzierung von Gegenständen mit keramischen Farben nach der Siebdrucktechnik unter Anwendung von Mehrfachdrucken.
  • Die Aufbringung keramischer Verzierungen, z. B. von Glasfarben, die aus anorganischen Pigmenten und feingemahlenem Glas bestehen, auf keramische Körper (Glas, Porzellan usw.) und Metallgegenstände nach der Siebdruck- oder Schabloniertechnik wird seit langem angewandt. Dieses Verfahren zur Verzierung von Glasgegenständen wird heutzutage fast universell in der Getränke- und Milchflaschenindustrie und in beträchtlichem Umfang bei der Ausstattung von Wassergläsern und ähnlichen Gegenständen verwendet. Praktisch verwendet man heute im allgemeinen als Siebdruckfarbe eine Dispersion der Emails in einem öligen Träger, der ein flüchtiges Lösungsmittel enthält. Man hat diese Art Träger seit Jahren mit Erfolg zur Herstellung von Siebdruckfarben verwendet, aber wenn eine vielfarbige Verzierung erzielt werden soll, muß jeder Druck mit Ausnahme des letzten getrocknet werden, um das flüchtige Lösungsmittel zu entfernen und den Druck zu fixieren, bevor der nächste Druck aufgebracht werden kann, ohne da:ß ein Verschmieren auftritt. Nach dem Drucken wird die Verzierung auf dem Gegenstand dann eingebrannt.
  • Nach einer vor kurzem eingeführten Abänderung der Siebdrucktechnik verwendet man einen Träger, der bei normalen Temperaturen fest ist, aber bei etwas erhöhter Temperatur während der Aufbringung flüssig ist. Die Verwendung derartiger Träger bietet den Vorteil, daß der heiße Träger unmittelbar bei Kontakt mit dem kalten Gegenstand fest wird und somit zwischen den aufeinanderfolgenden Drucken keine Trocknung erfolgen muß. Wenn man jedoch beim Mehrfachdruck für alle Einzeldrucke einen solchen hochschmelzenden Träger verwendet, tritt die Gefahr auf, daß durch die beim nachfolgenden Druck entwickelte Wärme die vorher aufgebrachten Schichten beschädigt werden. Mit dem Verfahren gemäß der Erfindung werden diese Schwierigkeiten vollständig beseitigt oder wesentlich verkleinert.
  • Die Erfindung betrifft die Entwicklung eines Verfahrens zur Verzierung von keramischen Gegenständen oder Glas. Sie bezweckt ferner eine verbesserte Aufbringung keramischer Verzierungen nach der Siebdruck- oder Schabloniertechnik, bei welcher mehr als ein Aufdruck aufgebracht wird und die Entfernung des Lösungsmittels aus einem Aufdruck durch Verwendung von Trocknern, um diesen vor dem Aufbringen des nächsten Druckes zu verfestigen, vollständig unnötig wird. Weitere Vorteile und Zweckangaben gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor.
  • Diese Ziele werden gemäß der Erfindung verwirklicht, indem man auf einen Grundkörper, insbesondere aus Keramik, Glas, Porzellan od. dgl., einen oder mehrere Drucke einer keramischen Farbmasse aufbringt, die aus einer Dispersion einer keramischen Farbe in einem Träger der nachstehend beschriebenen Art besteht und die sich bei Kontakt mit dem Grundkörper unmittelbar zu einem festhaftenden Überzug verfestigt, und - ohne zwischenzeitliches Trocknen oder Brennen des oder der Drucke - den letzten Aufdruck unter Verwendung einer weiteren keramischen Farbmasse aufbringt, die aus der Dispersion einer keramischen Farbe in einem Träger besteht, der ein flüchtiges Lösungsmittel enthält, und anschließend die aufgedruckte Verzierung einbrennt.
  • Die zur Aufbringung aller mit Ausnahme des letzten Überzuges oder Druckes verwendete Farbmasse oder -massen wird auf den Gegenstand nach der bekannten Siebdruck- oder Schabloniertechnik aufgebracht. Diese Massen sind Dispersionen keramischer Farben, wie feingemahlener Gemische von anorganischen Pigmenten und Glas, in einem Träger, welcher (a) 30 bis 80°/o eines bei 49 bis 110° C schmelzenden Stoffes, z. B. ein Wachs, ein Wachsgemisch oder ein Gemisch eines Wachses oder von Wachsen mit einem wachsähnlichen Stoff, (b) 1 bis 10°/o Äthylcellulose, (c) 14 bis 68% Kolophonium, eines Kolophoniumderivates oder von Gemischen solcher Stoffe, (d) 0,5 bis 10°/o eines organischen Phosphates, wie Lecithin oder phosphoriertes Tailöl, und (e) 0 bis 1% Pyrogallussäure enthält. Dispersionen feingemahlener keramischer Farben in einem solchen Träger im Verhältnis von etwa 2 bis 6 Gewichtsteilen keramischer Farbe je Gewichtsteil Träger stellen Überzugsmassen dar, die bei gewöhnlicher oder normaler Temperatur fest, im wesentlichen nicht flüchtig sind und durch Schablonieren nach der Siebdrucktechnik bei einer Temperatur im Bereich von 49 bis 110' C leicht und gut auf den zu verzierenden Gegenstand aufgebracht werden können. Bei diesen Temperaturen stellen die Massen Pasten oder Anstrichmittel dar, und bei Aufbringung auf einen Körper von gewöhnlicher Temperatur verfestigen sie sich fast unmittelbar unter Bildung fester, festhaftender Überzüge, die vor dem Aufbringen des nächsten Druckes nicht getrocknet oder eingebrannt zu werden brauchen. Der Körper, auf den eine solche heiße Masse aufgebracht wird, braucht nicht Raumtemperatur zu haben, seine Temperatur soll aber zumindest um etwa 8' C unter der Schmelztemperatur der aufgebrachten Masse liegen. In der Praxis jedoch hat der Gegenstand gewöhnlich etwa Raumtemperatur.
  • In der Masse zur Aufbringung der ersten, d. h. aller Drucke mit Ausnahme des letzten, eignen sich nicht alle Träger, die im Bereich von 49 bis 110' C schmelzen. Um geeignet zu sein, muß ein Träger eine Siebpaste oder -farbe ergeben, die bei etwa 49 bis 110' C verarbeitet werden kann, d. h., er darf bei der Aufbringungstemperatur längere Zeit nicht dicken oder gelieren, seine Viskosität darf sich bei solchen Temperaturen nicht wesentlich verändern, er darf die Schablone nicht verstopfen und soll die geeigneten Fließ- und Verlaufeigenschaften besitzen. Das bedeutet, daß der Träger bei der Arbeitstemperatur im wesentlich nicht flüchtig sein soll, sich jedoch beim Brennen schnell genug verflüchtigen soll, um ein Weglaufen der Farbe zu verhindern. Ferner muß sich der Träger bei Aufbringung auf den kalten Gegenstand unmittelbar unter Bildung eines festen, glatten, zähen, festhaftenden Überzuges verfestigen, der gegen normalen Abrieb und Stoß widerstandsfähig ist und beim Brennen einen geringen kohleartigen Rückstand ergibt. Die Klebrigkeit des Trägers muß zur Bindung des Druckes an den Gegenstand ausreichen, darf aber nicht so groß sein, daß an der Unterseite einer nachfolgenden Schablone, z. B. bei Leberlagerung von Farbdrucken, ein vorhergehender Druck anklebt. Der Träger soll Drucke ergeben, die weder zu hart noch zu weich sind; zu harte Drucke brechen leicht bei der Handhabung des Gegenstandes, zu weiche Drucke werden leicht verkratzt, fleckig und zerstört. Es wurde gefunden, daß ein Träger, wie oben beschrieben, um diesen Forderungen zu genügen, bestimmte Bestandteile oder Arten von Bestandteilen in bestimmten Mengen enthalten muß.
  • Die letzte Stufe der Aufbringung der Verzierung erfolgt gemäß der Erfindung unter Verwendung einer Dispersion einer keramischen Farbe in einem Träger, der bei gewöhnlicher Temperatur nicht fest, sondern pastenförmig oder flüssig ist. Solche Träger sind z. B. die bisher gewöhnlich zur Aufbringung keramischer Farben verwendeten Träger. Zum Unterschied zu den hochschmelzenden, oben beschriebenen Trägern oder Massen werden sie nachfolgend als »lufttrocknende« Träger bezeichnet, und wenn keramische Farben in ihnen dispergiert sind, werden die entstehenden Gemische als »lufttrocknende Massen« bezeichnet, da sie durch Entfernung des Lösungsmittels, d. h. »Trocknen« an Luft, in einem Trockner oder im Ofen fest werden.
  • Der letzte Überzug mit der in einem lufttrocknenden Träger dispergierten keramischen Farbe kann nach verschiedenen Methoden, einschließlich Aufsprühen und Aufbürsten, aufgebracht werden, vorzugsweise bringt man ihn nach der Siebdrucktechnik auf. Zur Aufbringung dieses letzten Aufdruckes nach der Siebdrucktechnik geeignete lufttrocknende Träger enthalten gewöhnlich zusätzlich zu einem flüchtigen Lösungsmittel Bindemittel, die Zähflüssigkeit erhöhende Zusätze und Dispergiermittel. Bevorzugt werden jedoch lufttrocknende Träger folgender Zusammensetzung: (f) 50 bis 80% eines flüchtigen Lösungsmittels, im allgemeinen des Terpen- oder Erdöltyps, wie Terpenäther, Terpenalkohol und die aromatischen und paraffinbasischen Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, (g) 15 bis 35% Kolophonium oder Kolophoniumderivate oder Gemische solcher Stoffe, die als Bindemittel dienen, (h) 0,5 bis 7% Äthylcellulose, welche als viskositätserhöhender Zusatz und Härter dient, und (i) 0,5 bis 10% eines organischen Phosphates, wie Lecithin oder phosphoriertes Tallöl, das als Netzmittel dient. Diese Netzmittel sind am wirksamsten in Mengen von etwa 4 bis 10% im Falle von Lecithin und 0,5 bis 7% im Falle von phosphoriertem Tallöl, wobei das letztgenannte bevorzugt wird. Es können noch weitere Substanzen in kleineren Anteilen anwesend sein.
  • Tabelle I gibt die Zusammensetzung von fünf bevorzugten Trägern des hochschmelzenden Typs an, die sich besonders gut bei der Aufbringung aller Überzüge mit Ausnahme des letzten eignen, während Tabelle II die Zusammensetzung von sechs bevorzugten lufttrocknenden Trägern für die Aufbringung des letzten Überzuges nach der Siebdrucktechnik angibt.
    Tabelle II
    Lufttrocknender Träger
    Zubereitung P G H I f
    Polymerisierte Abietinsäure ......... 7,98 15,00 - - 10,03 10,10
    Hydriertes Kolophonium ............ 13,60 6,58 20,10 21,11 11,03 11,10
    Äthylcellulose ....................... 2,28 2,28 3,30 2,39 3,21 0,86
    Diäthyloxalat ....................... 3,28 3,28 3,50 3,66 3,67 3,70
    DL-Äpfelsäure ................. . ..... 0,18 0,18 0,20 0,18 0,18 0,18
    Terposol Nr.3 ... .. ................. 12,98 12,98 - - 48,44 -
    Fichtenöl .......................... . - - 30,00 31,23 16,11 73,31
    Erdöllösungsmittel .................. 51;96 51,96 35,60 - - -
    Borsäure ............................ - - 0,40 0,37 - -
    10o/oige Lösung von 85°/oiger Ortho-
    phosphorsäure in Fichtenöl ........ 1,73 1,73 - - 6,62 -
    Dieselöl ... .. ........................ - - - 36,82 - -
    Phosphoriertes Tallöl ................ - - - - 0,76 0,75
    Lecithin ............................ 6,01 6,01 6,90 4,24 - -
    Das in einigen der obigen Zubereitungen verwendete Terposol Nr. 3 ist ein handelsübliches Terpenlösungsmittel, das als durch Umsetzung eines Terpenkohlenwasserstoffes mit Methanol erhaltener Terpenäther beschrieben wird. Das in einigen der obigen Zusammensetzungen verwendete Erdöllösungsmittel ist ein handelsübliches Lösungsmittel vom Typ der aromatischen Kohlenwasserstoffe.
  • Die lufttrocknenden Träger von Tabelle II können hergestellt werden, indem man ein Gemisch der Bestandteile mit Ausnahme der Fichtenöllösung der Phosphorsäure und des Lecithins oder phosphorierten Tallöls auf eine mäßig hohe Temperatur, z. B. etwa 90° C, bis zur Homogenität erhitzt. Man kühlt dann das Gemisch etwas ab, z. B. auf etwa 41° C, setzt die restlichen Bestandteile zu und rührt den gesamten Ansatz bis zur Homogenität. Siebdruckfärben werden unter Verwendung solcher Träger hergestellt, indem man 2 bis 6 Teile Glasemail mit 1 Teil Träger vermischt und das Gemisch durch ein Walzenmahlwerk oder eine andere Vorrichtung leitet, wie sie üblicherweise zur Dispergierung keramischer Pigmente in Trägern verwendet wird, um eine gleichmäßige Farbe herzustellen.
  • Die hochschmelzenden Träger von Tabelle I können hergestellt werden, indem man ein Gemisch der Bestandteile mit Ausnahme des Lecithins, phosphorierten Tallöls und der Pyrogallussäure bis zur Homogenität auf erhöhte Temperatur, z. B. etwa 130° C, erhitzt. Dann setzt man die restlichen Bestandteile zu und rührt den gesamten Ansatz bei etwa gleicher Temperatur bis zur Homogenität. Siebdruckfarben oder -pasten werden unter Verwendung dieser Träger hergestellt, indem man 2 bis 6 Teile Glasemail mit 1 Teil Träger vermischt und das Gemisch durch ein Walzenmahlwerk od. dgl. leitet, um eine gleichmäßige Masse herzustellen. Das Gemisch wird während dieser Bearbeitung gewöhnlich auf einer Temperatur von etwa 80 bis 110° C gehalten. Die Paste oder Farbe kann dann direkt verwendet oder in eine flache Pfanne geleitet werden, in der man sie fest werden läßt und dann für Versand oder Lagerung in Stücke bricht.
  • Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Verwendung verschiedener der oben beschriebenen Träger zur erfindungsgemäßen Aufbringung keramischer Verzierungen auf Glasgegenstände. In allen Fällen werden die Farben unter Verwendung von 2 bis 6 Teilen Glasfarbe je Teil Träger hergestellt. Beispiel 1 Eine durch Dispergierung einer Glasfarbe in dem hochschmelzenden Träger D von Tabelle I hergestellte Farbe wird nach der Siebdrucktechnik mittels einer Schablone auf Glasgegenstände aufgebracht. Die Glasgegenstände befinden sich dabei auf Raumtemperatur, während die Farbe während des Aufbringens auf 49 bis 110°C gehalten wird. In gleicher Weise bringt man einen zweiten Aufdruck, der dem ersten nicht überlagert wird, unter Verwendung einer Glasfarbe auf, die mit dem lufttrocknenden Träger F von Tabelle II hergestellt ist. Beim zweiten Aufdruck befinden sich sowohl der Glasgegenstand als auch die Farbe auf Raumtemperatur. Der bedruckte Gegenstand wird dann in der üblichen Weise bei der zur Verschmelzung des Überzuges mit dem Glas notwendigen Temperatur gebrannt. Bei Aufbringung des zweiten Aufdruckes treten keine Schwierigkeiten auf; es wird eine ausgezeichnete Verzierung erhalten.
  • Beispiel 2 Man wiederholt das Verfahren gemäß Beispiel l mit der Ausnahme, daß der zweite Aufdruck dem ersten Aufdruck überlagert und zum zweiten Aufdruck eine Farbe verwendet wird, die unter Verwendung des lufttrocknenden Trägers J von Tabelle II hergestellt ist. Man erhält eine ausgezeichnete Verzierung; beim Aufbringen des zweiten Aufdruckes erfolgt keine Beschädigung des ersten. Ähnliche Ergebnisse werden erhalten, wenn die Farbe für den zweiten oder überlagerten Aufdruck unter Verwendung der lufttrocknenden Träger H, I oder K von Tabelle II hergestellt ist.
  • Beispiel 3 Man wiederholt das allgemeine Verfahren vom Beispiel 1 mit der Ausnahme, daß auf den Gegenstand drei Aufdrucke aufgebracht werden. Zur Herstellung der Farbe für die ersten beiden Aufdrucke, deren zweiter auf den ersten aufgebracht wird, wird der hochschmelzende Träger B verwendet. Zur Herstellung der Farbe für den letzten Aufdruck, der den ersten beiden Aufdrucken überlagert wird, wird der lufttrocknende Träger G verwendet. Bei der Aufbringung des zweiten und dritten Aufdruckes tritt keinerlei Beschädigung irgendeines Druckes auf, und nach dem Einbrennen der Aufdrucke erhält man einen ausgezeichneten Überzug. Die gleichen Ergebnisse @verden erhalten, wenn man zur Herstellung der Farbe für den letzten Aufdruck den lufttrocknenden Träger I c-erwendet.
  • Beispiel 4 Man wiederholt Beispiel 1 mit der Ausnahme, daß die Farbe für den ersten Aufdruck unter Verwendung des hochschmelzenden Trägers A und die Farbe für den zweiten Aufdruck, der dem ersten überlagert wird, unter Verwendung des lufttrocknenden Trägers G hergestellt ist. Nach Einbrennen erhält man eine ausgezeichnete Verzierung. Im wesentlichen die gleichen Ergebnisse werden erhalten, wenn man zur Herstellung der Farbe für den ersten Aufdruck den hochschmelzenden Träger C verwendet.
  • Die in den Beispielen als Farben bezeichneten keramischen Massen werden im allgemeinen hergestellt, indem man die keramische Farbe, z. B. ein feingemahlenes Gemisch von anorganischem Pigment und Glas, entweder in dem hochschmelzenden oder dem lufttrocknenden Träger im Verhältnis von etwa 2 bis 6 Gewichtsteilen je Teil Träger suspendiert oder dispergiert, wobei gewöhnlich ein Gewichtsverhältnis von etwa 4: 1 verwendet wird.
  • Das in dem hochschmelzenden Träger verwendete Wachs, Wachsgemisch oder Gemisch von Wachs und wachsähnlichem :Material soll bei einer Temperatur im Bereich von 49 bis 110° C schmelzen und etwa 30 bis 80, vorzugsweise 40 bis 60% des Trägers ausmachen. Beispiele für geeignete Wachse und wachsähnliche Stoffe, die entweder allein - im Falle bestimmter Wachse - oder im Gemisch verwendet werden können, um ein in dem erforderlichen Temperaturbereich schmelzendes Material zu erhalten, sind Paraffin, Carnaubawachs, Spermaceti, Bienenwachs, Canawachs (vgl. Tabelle I), Mikrowachs, Palmitinsäure, Stearinsäure und feste Seifen.
  • Der Äthylcellulosegehalt des hochschmelzenden Trägers soll weder weniger als etwa 1% noch mehr als etwa 10% betragen, beträgt vorzugsweise 1 bis 5 und in den bevorzugten lufttrocknenden Trägern etwa 0,5 bis 7%. Die Äthylcellulose dient zur Erhöhung der Viskosität oder als Dickungsmittel und ferner als Härter. In jedem Trägertyp kann Äthylcellulose von geringer, mittlerer und hoher Viskosität verwendet werden, vorzugsweise verwendet man jedoch im allgemeinen eine Cellulose von mittlerer Viskosität.
  • Das Kolophonium oder Kolophoniumderivat soll in dem hochschmelzenden Träger in einer Menge von 14 bis 68, vorzugsweise 35 bis 55% enthalten sein, in dem bevorzugten lufttrocknenden Träger in einer Menge von 15 bis _35%. Diese Stoffe dienen in beiden Trägertypen als Härter und unterstützen das Anhaften des Druckes an dem Gegenstand. Sie machen ferner die Äthylcellulöse mit dem Wachsbestandteil des hochschmelzenden Trägers leichter mischbar. Beispiele für diese Stoffe sind Kolophonium und Abietinsäure, Kolophonium- und Abietinsäureester, wie Methylabietat, polymerisiertes Kolophonium und polymerisierteAbietinsäure, hydriertes Kolophonium und hydrierte Abietinsäure und die Metallsalze von Kolophonium und Abietinsäure, z. B. Zink-, Titan- und Calciumsalze. Das hydrierte Kolophonium wird besonders bevorzugt.
  • Der hochschmelzende Träger muß 0,5 bis 10% eines organischen Phosphates, wie Sojalecithin, wärmebehandeltes oder »gekochtes« Lecithin und phosphoriertes Tallöl enthalten. Einer oder beide dieser als Netzmittel dienenden Phosphatstoffe ist auch in den bevorzugten lufttrocknenden Trägern enthalten, und zwar in einer Menge von 0,5 bis 10%. In beiden Trägertypen wird Lecithin vorzugsweise in einer Menge von 4 bis 10°/o verwendet, während das phosphorierte Tallöl vorzugsweise in einer Menge von 0,5 bis 7,0'°/o verwendet wird. Das phosphorierte Tallöl wird bevorzugt.
  • Die Pyrogallussäure stellt keinen wesentlichen Bestandteil des hochschmelzenden Trägers dar. Sie scheint jedoch - z. B. in Konzentrationen von 0,01 bis 10/0 - in einigen Fällen erwünscht zu sein, um ein Dickwerden des heißen Trägers oder der Farbe zu verhindern. Ferner ist es im Falle der bevorzugten lufttrocknenden Träger häufig erwünscht, wenn auch nicht wesentlich, daß kleine Mengen anderer Bestandteile anwesend sind, wie die Zubereitungen von Tabelle II zeigen. Beispielsweise für solche andere Stoffe, deren Anwesenheit erwünscht sein kann, um ein Gelieren der Siebdruckfarben während der Herstellung oder Lagerung zu verhindern, und die Konzentrationen, in denen sie im allgemeinen angewendet werden, sind Diäthyloxalat (1 bis 5%), DL-Äpfelsäure (0,1 bis 1o4), Borsäure (0,4 bis 0,6%) und eine 10%ige Lösung von 85°/oiger Orthophosphorsäure in Fichtenöl (1 bis 10%).
  • Die erfindungsgemäße Verwendung eines hochschmelzenden Trägers zur Aufbringung aller Aufdrucke mit Ausnahme des letzten und eines lufttrocknenden Trägers zur Aufbringung des letzten Druckes ist in ihrer Art einzig und ergibt ausgeprägte und wesentliche Vorteile gegenüber Verfahren, bei denen eine der beiden Trägerarten allein zur Aufbringung aller Drucke verwendet wird. Ein wichtiger Vorteil liegt darin, daß die Trockner, die bei allen lufttrocknenden Mehrfachdrucken üblich sind, nicht mehr verwendet werden müssen. Ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, daß das Verfahren gemäß der Erfindung die feste Einspannung des Gegenstandes in einer automatischen Verziermaschine für alle Farbdrucke erlaubt, wodurch das Indeckungbringen der Vielfarbendrucke vereinfacht und die Notwendigkeit, auf der Flasche eine der bisher üblichen Paßrippen anzubringen, wegfällt. Durch das Verfahren gemäß der Erfindung brauchen ferner Schablone und Farbe nicht mehr für den letzten Druck auf erhöhter Temperatur gehalten zu werden, was bei Verwendung hochschmelzender Massen für alle Drucke notwendig wäre. Ferner ist die Menge an kohleartigem Material, das in der Wärmebehandlungszone abgebrannt werden muß, im Vergleich zu allen Heißdrucken verringert. Schließlich besteht eine geringere Gefahr der Beschädigung vorhergehender Drucke, wenn der letzte Aufdruck bei Raum- anstatt bei erhöhter Temperatur aufgebracht wird. Wenn lediglich zwei Drucke aufgebracht werden, kann beim Verfahren gemäß der Erfindung keine Beschädigung des ersten Aufdruckes durch einen nachfolgenden Heißdruck erfolgen.
  • Prozentangaben beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf das Gesamtgewicht des Trägers oder der überzügsmasse.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Verzierung von Gegenständen aus Keramik, Glas u. dgl. mit keramischen Farben durch Mehrfachsiebdruck, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Gegenstand, dessen Temperatur zumindest 8° C unter der Schmelztemperatur der jeweilig aufzubringenden Farbmasse liegen muß, alle Aufdrucke mit Ausnahme der letzten unter Verwendung einer bei Raumtemperatur nicht flüchtigen und festen, bei 49 bis 110° C schmelzenden Farbmasse in bekannter Weise aufgebracht werden, daran anschließend als letzter Aufdruck eine bei Raumtemperatur flüssige, an sich bekannte lufttrocknende Farbmasse, die ein flüchtiges Lösungsmittel enthält und erst bei dessen Verflüchtigung fest wird, aufgetragen wird und schließlich die Aufdrucke eingebrannt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung einer hochschmelzenden Farbmasse als Dispersion einer feinzerteilten keramischen Farbe in einem Träger, der (a) 30 bis 80 % eines im Bereich von 49 bis 110° C schmelzenden Wachses, Wachsgemisches oder Gemisches aus Wachs und einem wachsähnlichen Material, (b) 14 bis 68 % Kolophonium oder Abietinsäure, Kolophonium- oder Abietinsäureester, polymerisiertes Kolophonium oder polymerisierte Abietinsäure, hydriertes Kolophonium oder hydrierte Abietinsäure, oder Metallsalze von Kolophonium oder Abietinsäure, (c) 1 bis 10% Äthylcellulose, (d) 0,5 bis 10%. eines organischen Phosphates der Klasse Lecithin und phosphoriertes Tallöl und (e) 0 bis 10/ü Pyrogallussäure enthält.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Trägers für die hochschmelzende Farbmasse aus dem Bestandteil (a) in einer Menge von 40 bis 60%, dem Bestandteil (b) in einer Menge von 35 bis 55 %, dem Bestandteil (c) in einer Menge von 1 bis 5 %, dem Be-Standteil (d) in einer Menge von 0,5 bis 7%. und dem Bestandteil (e) in einer Menge von 0 bis 10/a.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung einer lufttrocknenden Farbmasse als Dispersion einer feinzerteilten keramischen Farbe in einem Träger, der (f) 50 bis 80% eines flüchtigen Lösungsmittels, (g) 15 bis 35% Kolophonium oder Abietinsäure, Kolophonium- oder Abietinsäureester, polymerisiertes Kolophonium oder polymerisierte Abietinsäure, hydriertes Kolophonium oder hydrierte Abietinsäure, oder Metallsalze von Kolophonium oder Abietinsäure, (h) 0,5 bis 7% Äthylcellulose und (i) 0,5 bis 10% eines organischen Phosphates der Klasse Lecithin und phosphoriertes Tallöl enthält.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verwendung einer hochschmelzenden und/oder lufttrocknenden Farbmasse, die 2 bis 6 Gewichtsteile keramische Farbe je Trägerteil enthält.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbmassen auf einen Gegenstand, der Raumtemperatur besitzt, aufgebracht werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 616 827.
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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB616827A (en) * 1946-04-17 1949-01-27 Rockware Glass Syndicate Ltd An improved method of applying multi-colour designs to glass or metal surfaces

Patent Citations (1)

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