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Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen Gegenstand der Patentanmeldung
S 35 930 IVb/22a ist ein Verfahren zur Herstellung von Polyazofarbstoffen der allgemeinen
Zusammensetzung
worin x - OH, - O C H3, - O C2 H5, - O C H2 - C O O H oder - C O O H bedeutet, A
für einen Rest der allgemeinen Zusammensetzung
und A1 für den Rest A oder einen von A verschiedenen Rest derselben allgemeinen
Zusammensetzung oder eine beliebige andere, eine oder mehrere zur Metallkomplexbildung
befähigende Gruppen aufweisende, von Carboxylgruppen freie Azokomponente steht,
wobei R Wasserstoff oder einen aliphatischen, alicyclischen, araliphatischen oder
aromatischen Rest und R1 einen carboxylgruppenfreien Rest der Benzolreihe, welcher
eine zur Azobrücke orthoständige Oxygruppe besitzt, bedeutet, dadurch gekennzeichnet,
daß man 1 Mol der Tetrazoverbindung aus einem 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl der allgemeinen
Zusammensetzung
worin x die obengenannte Bedeutung hat, mit 2 Mol einer Aminoazoverbindung der allgemeinen
Zusammensetzung
worin R und R, die obengenannten Bedeutungen haben, gleichzeitig oder in beliebiger
Reihenfolge mit 1 Mol einer derartigen Aminoazoverbindung und 1 Mol einer von dieser
verschiedenen Aminoazoverbindung derselben allgemeinen Zusammensetzung oder in beliebiger
Reihenfolge mit 1 Mol einer derartigen Aminoazoverbindung und 1 Mol einer beliebigen
anderen, eine oder mehrere zur Metallkomplexbildung befähigende Gruppen aufweisenden,
von Carboxylgruppen freien Azokomponente kuppelt.
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Es wurde nun gefunden, daß man ebenfalls wertvolle Polyazofarbstoffe
erhält, wenn man im vorstehend beschriebenen Verfahren die Aminoazoverbindung der
allgemeinen Zusammensetzung (II) durch eine Aminoazoverbindung der allgemeinen Zusammensetzung
ersetzt, worin R' Alkyl, Cycloalkyl, Aralkyl oder Aryl bedeutet und der Kern E weitere,
in Azofarbstoffen übliche Substituenten tragen kann.
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Die 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyle der Zusammensetzung (I), welche zum
Aufbau der Polyazofarbstoffe nach dem vorliegenden Verfahren in Frage kommen, sind
dieselben, wie sie in der Hauptpatentanmeldung beschrieben sind.
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Die Aminoazoverbindungen der Zusammensetzung (III) werden durch Kuppeln
von diazotierten 2-Amino-l-oxybenzol
-6-carbonsäuren mit am Stickstoffatom
substituierten Abkömmlingen der 2-Amino-5-oxynaphthaHn-7-sulfonsäure in saurem Medium
hergestellt. Als 2-Amino-1-oxybenzol-6-carbonsäuren kommen z. B. in Betracht 2-Amino-l-oxybenzol-6-carbonsäure
selbst, 2-Amino-1-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäure, 2-Amino-l-oxy-4-methylsulfonylbenzol-6-carbonsäure,
2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäureamid und seine am Sulfamidstickstoff
methylierten, äthylierten, dimethylierten und diäthylierten Abkömmlinge, 2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäurephenylamid
und die im Kern der Phenylamidgruppe halogenierten, alkylierten, alkoxyliertenVerbindungen
und anderweitig substituierten Derivate wie das 2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäure-(3'-carboxy-4'-oxy)-phenylamid,
ferner 2-Amino-1-oxy-4-nitrobenzol-6-carbonsäure und 2-Amino-l-oxy-4-chlorbenzol-6-carbonsäure.
Als Substituenten am Stickstoffatom der 2-Amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure eignen
sich in erster Linie Alkyl- und Cycloalkylreste wie Methyl, Äthyl, Propyl, Oxäthyl
und Cyclohexyl, einkernige Arylreste wie Phenyl, (2'- bzw. 3'- bzw. 4'-Methyl)-phenyl,
(3'- bzw. 4'-Chlor)-phenyl, (4'-Amino)-phenyl, (4'-Carboxy)-phenyl, (3'-Carboxy-4'-oxy)-phenyl,
(3'-bzw. 4'-Sulfo)-phenyl, (3'- bzw. 4'-Sulfamido)-phenyl, ferner zweikernige Arylreste
wie (4"-Amino)-1',1"-diphenyl und Aralkylreste wie Benzyl.
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Die neuen Polyazofarbstoffe können entweder symmetrisch oder unsymmetrisch
aufgebaut sein; für die Herstellung unsymmetrischer Produkte wird das tetrazotierte
4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl (I) beispielsweise mit zwei voneinander verschiedenen
Aminoazoverbindungen der Zusammensetzung (III) gekuppelt.
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Es ist aber auch möglich, zu unsymmetrischen Polyazofarbstoffen zu
gelangen, wenn man 1 Mol tetrazotiertes (I) mit 1 Mol (III) und 1 Mol einer beliebigen
anderen, eine oder mehrere zur Metallkomplexbildung befähigende Gruppen aufweisenden
Azokomponente kuppelt. Besonders gut geeignete derartige Azokomponenten sind z.
B. 1-Oxybenzol-2-carbonsäure, 1-Oxy-6-methylbenzol-2-carbonsäure, 1-Oxynaphthalin-2-carbonsäure,
2-Oxynaphthalin-3-carbonsäure, 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäure, 1-Oxynaphthalin-4-sulfonsäureamid,
2-Oxynaphthalin, 2-Oxynaphthalin-4-, -6-, -7- oder -8-sulfonsäure, die entsprechenden
Sulfonsäureamide und Methylsulfone, 1- bzw. 2-Amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure,
1- bzw. 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure, 2-Methylamino- bzw. 2-Äthylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure,
2-(4'-Oxy-3'-carboxy)-phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure, 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7,4'-disulfonsäure,
2-Acetylamino- bzw. 2-Benzoylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure, 2-Amino-bzw. 2
- Benzoylamino - 8 - oxynaphthalin -6 -sulfonsäure, 2-Methylamino- bzw. 2-Oxäthylamino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure,
1-Amino-8-oxynaphthalin-4-sulfonsäure, 1 .'#mino-8-oxynaphthalin-2,4-3isulfonsäure
und 1-Amino-bzw. 2-Butylamino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure, ferner Verbindungen,
welche in Nachbarstellung zu einer enolisierbaren Ketogruppe kuppeln, beispielsweise
5-Pyrazolone, Acylessigsäureamide, Acylessigsäurearylamide, Acylessigsäurealkylamide,
Malonsäurederivate, Barbitursäurederivate, Acetylaceton, Benzoylaceton, 4-Oxy-1-alkylchinolone
und Dioxychinolin.
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Von den 5-Pyrazolonen verdienen insbesondere erwähnt zu werden 3-Methyl-5-pyrazolon,
1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon, 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon-3'- oder 4'-sulfonsäureamid,
1-(3'- oder 4'-Methylsulfonyl)-phenyl-3-methyl-5-pyrazolon, 1-(3'- oder 4'-Nitro)-phenyl-3
- methyl- 5 - pyrazolon, 1-(3'- oder 4' -Chlor) -phenyl-3-methyl-5-pyrazolon und
1-(2',5'-Dichlor)-phenyl-3-methyl-5-pyrazolon. Von besonderer Wichtigkeit sind jedoch
die Acylessigsäurearylamide, insbesondere Acetoacetylaminobenzol und seine am Benzolkern
durch Halogenatome, Amino-, Nitro-, Alkylsulfonyl-, Sulfonsäure-, Sulfonsäureamid-,
Carbonsäure- und/oder Azogruppen substituierten Abkömmlinge, ferner gegebenenfalls
weitersubstituierte 1-Acetoacetylaminonaphthaline, 2-Acetoacetylaminonaphthaline,
die 1-Acetoacetylaminonaphthalinmono- und -disulfonsäuren, und die 2-Acetoacetylaminonaphthalinmono-
und -disulfonsäuren.
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Die Kupplung von 1 Mol der Tetrazoverbindung aus dem 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl
(I) mit 2 Mol der Aminoazoverbindung (III) zu symmetrischen Farbstoffen erfolgt
gleichzeitig. Werden unsymmetrische Farbstoffe aufgebaut, so kann man die Tetrazoverbindung
aus (I) entweder zuerst mit 1 Mol einer Aminoazoverbindung (III) und hernach mit
1 Mol einer von der ersten verschiedenen Aminoazoverbindung (III) kuppeln, oder
man vereinigt die Tetrazoverbindung zuerst mit 1 Mol (III) und hierauf mit 1 Mol
einer beliebigen anderen Azokomponente, wobei die letztere auch an erster Stelle
zur Kupplung gebracht werden kann. Es ist ferner möglich, wertvolle Produkte durch
gleichzeitige Kupplung der Tetrazoverbindung mit einem Gemisch aus zwei verschiedenen
Aminoazoverbindungen (III) zu erhalten. Die erste Kupplung erfolgt meist ziemlich
rasch und wird vorzugsweise in natriumcarbonatalkalischem Medium ausgeführt. Die
entstandene Zwischenverbindung wird entweder isoliert oder aber in Lösung, ohne
besondere Aufarbeitung, weiterverwendet. Zur Beschleunigung der zweiten Kupplung
fügt man der Reaktionslösung mit Vorteil eine organische tertiäre Base, wie Pyridin,
Chinolin oder ein technisches Pyridinbasengemisch, zu. Die entstandenen Polyazofarbstoffewerden
- wenn nötig - aus der Reaktionslösung ausgesalzen, abfiltriert und getrocknet.
Die Farbstoffe sind in Wasser leicht löslich und können sowohl nach einem Einbad-
als auch nach einem Nachkupferungsverfahren gefärbt werden. Besonders wertvoll ist
eine Nachbehandlung mit einem Polyalkylenpolyamin in Gegenwart eines Kupfersalzes.
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Gegenüber den aus der deutschen Patentschrift 880377 bekannten kupferbaren
Tetrakisazofarbstoffen zeichnen sich die neuen erfindungsgemäß erhältlichen Polyazofarbstoffe
durch die bessere Lichtechtheit ihrer nachgekupferten Färbungen auf Baumwolle aus.
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Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung; hierbei
bedeuten die Teile Gewichtsteile, und die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
Beispiel 1 24,4 Teile 4,4'-Diamino-3,3'-dimethoxy-1,1'-diphenyl werden in 150TeilenWasser
und 150TeilenEis tetrazotiert. Man versetzt die Tetrazolösung bei 0 bis 2° mit einer
alkalischen Lösung von 55,9 Teilen der durch saure Kupplung von diazotierter 2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäure
mit2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure erhältlichen Monoazoverbindung und
10 Teilen Natriumcarbonat in 1000 Teilen Wasser. Nach Zugabe einer Lösung von 50
Teilen Natriumcarbonat in 250 Teilen Wasser zur Reaktionsmasse erfolgt in kurzer
Zeit die halbseitige Kupplung, und die entstandene Zwischenverbindung fällt vollständig
aus. Sobald die Tetrazoverbindung völlig verschwunden ist, wird die Reaktionsmasse
mit einer Lösung aus 15,2 Teilen 2-Oxynaphthalin, 4 Teilen Natriumhydroxyd und 300
Teilen Wasser vereinigt. Nach mehrstündigem Rühren ist die Bildung des Trisazofarbstoffes
beendigt; er wird mit Natriumchlorid aus der Kupplungsmasse gefällt und abfiltriert.
Der Farbstoff wird durch Umlösen gereinigt, erneut gefällt und abfiltriert und schließlich
getrocknet. Er ist ein dunkles Pulver, welches sich in Wasser mit
dunkelblauer
Farbe löst und Baumwolle und Fasern aus regenerierter Cellulose in marineblauen
Tönen färbt. Durch Behandeln mit Kupfersulfat im ein- oder zweibadigen Verfahren
werden die Färbungen sehr gut wasch-, schweiß- und ausgezeichnet lichtecht.
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10 Teile vorgenetzte Baumwolle werden in 300 Teilen Wasser von 40°
eingetragen. Man versetzt das Bad hierauf mit der konzentrierten wäßrigen Lösung
aus 0,6 Teilen des gemäß Absatz 1 erhaltenen Farbstoffes und bringt es innerhalb
von 30 Minuten zum Kochen. Im Verlaufe des Erwärmens gibt man dem Färbebad in kleinen
Portionen 3 Teile Natriumsulfat in Form einer konzentrierten wäßrigen Lösung zu.
Man hält die Flotte während weiteren 30 Minuten im Kochen, fügt ihr dann 1 Teil
Natriumsulfat zu und läßt sie langsam auf 40° erkalten. Das Färbegut wird hierauf
gründlich gespült und in einem frischen Bad, bestehend aus 300 Teilen Wasser, 0,3
Teilen Essigsäure und 0,3 Teilen Kupfersulfat, während 30 Minuten bei 70° behandelt.
Die so metallisierte Färbung wird gespült und getrocknet.
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An Stelle der 0,3 Teile Kupfersulfat des Nachbehandlungsbades können
auch 0,3 Teile eines kupferhaltigen Polyalkylenpolyamins verwendet werden.
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15 Teile des gemäß Absatz 1 erhaltenen Farbstoffes werden mit 100
Teilen Harnstoff und 45 Teilen Triäthanolamin in 360 Teilen Wasser aufgekocht. Die
Lösung versetzt man mit 400 Teilen Traganth 6 °/o, 20 Teilen Natriumphosphat, 40
Teilen eines anionaktiven Netzmittels und 10 Teilen eines Antischaumittels.
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Man bedruckt ein Gewebe aus Viscosekunstseide n* dieser Druckpaste,
trocknet den Druck, dämpft ihn 45 bis 60 Minuten lang und spült ihn. Nach einer
Nachbehandlung von 15 Minuten mit 1 g/1 eines kupfersalzhaltigen Polyalkylenpolyaminpräparates
bei 60° wird der Druck erneut gespült und getrocknet. Beispiel 2 33,2 Teile 4,4'-Diamino-3,3'-dicarboxymethoxy-1,1-diphenyl
werden in 150 Teilen Wasser und 150 Teilen Eis tetrazotiert. Die Tetrazolösung versetzt
man bei 0 bis 2° mit einer Lösung von 31,5 Teilen 1-Phenylamino-8-oxynaphthahn-4-sulfonsäure
und 10 Teilen Natriumcarbonat in 600 Teilen Wasser. Hierauf streut man 68 Teile
festes Natriumbicarbonat in kleinen Portionen in die Kupplungsmasse ein. Nach längerem
Rühren ist die Umsetzung zur Zwischenverbindung vollständig und die Tetrazoverbindung
verschwunden. Zur Suspension der Zwischenverbindung wird nun eine Lösung von 55,9
Teilen der durch saure Kupplung von diazotierter 2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäure
mit 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure erhältlichen Monoazoverbindung,
40 Teilen Natriumcarbonat und 100 Teilen Pyridin in 1000 Teilen Wasser gegeben.
Nach mehrstündigem Rühren bei 0 bis 2° ist die Bildung des Trisazofarbstoffes beendet;
er wird mit Natriumchlorid aus der Kupplungsmasse gefällt und abfiltriert. Der Farbstoff
wird durch Umlösen gereinigt, erneut gefällt und abfiltriert und schließlich getrocknet.
Er stellt ein dunkles Pulver dar, das sich in Wasser mit blauer Farbe löst und Baumwolle
und Fasern aus regenerierter Cellulose in blaugrauen Tönen färbt. Durch Behandeln
mit Kupfersulfat im ein-oder zweibadigen Verfahren werden die Färbungen sehr gut
wasch-, schweiß- und lichtecht.
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Beispiel 3 24,4 Teile 4,4'-Diamino-3,3'-dimethoxy-1,1'-diphenyl werden
in 150 Teilen Wasser und 150 Teilen Eis tetra,zotiert; man trägt die Tetrazolösung
in Gegenwart von Pyridin in eine Lösung aus 111,8 Teilen der durch saure Kupplung
von diazotierter 2-Arnino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäuremit 2-Phenylanvno-5-oxynaphthahn-7-sulfonsäure
erhältlichen Monoazoverbindung, 300 Teilen 25°/oigem Ammoniak und 150 Teilen Wasser
ein. Der so erhaltene Tetrakisazofarbstoff wird mit Natriumchlorid aus der Kupplungsmasse
abgeschieden und abfiltriert. Der Farbstoff wird durch Umlösen gereinigt, erneut
gefällt und abfiltriert und schließlich getrocknet. Er ist ein dunkles Pulver, das
sich in Wasser mit blauer Farbe löst und Baumwolle und Fasern aus regenerierter
Cellulose in marineblauen Tönen färbt. Die gekupferten Färbungen besitzen hervorragende
Echtheitseigenschaften.
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Beispiel 4 27,2 Teile 4, 4'-Diamino-1,1'-diphenyl-3, 3'-dicarbonsäure
werden in 250 Teilen Wasser tetrazotiert. Zur Tetrazolösung gibt man eine neutrale
Lösung von 17,7 Teilen Acetoacetylaminobenzol in 200 Teilen Wasser und streut hierauf
68 Teile festes Natriumbicarbonat in kleinen Portionen ein. Nach mehrstündigem Rühren
bei 0 bis 2° ist die Umsetzung zur Zwischenverbindung beendet. Nun gibt man in die
Lösung der Zwischenverbindung eine eiskalte Lösung von 55,9 Teilen der durch saure
Kupplung von diazotierter 2-Amino-l-oxy-6-carboxybenzol-4-sulfonsäure mit 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure
erhältlichen Monoazoverbindung in 400 Teilen 25°/oigem Ammoniak, 200 Teilen Pyridin
und 600 Teilen Wasser. Der entstandene Trisazofarbstoff fällt vollständig aus und
wird abfiltriert. Der Farbstoff wird durch Umlösen gereinigt, erneut gefällt und
abfiltriert und schließlich getrocknet. Er stellt ein dunkles Pulver dar, das sich
in Wasser in violettroter Farbe löst und Baumwolle und Fasern aus regenerierter
Cellulose in violettroten Tönen färbt. Werden die Färbungen im ein-oder zweibadigen
Verfahren mit Kupfersalzen nachbehandelt, so werden wasch-, schweiß- und lichtechte,
neutrale Grautöne erhalten.
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Die nachfolgende Tabelle zeigt weitere Beispiele. Die Kupplungen des
4,4'-Diamino-1,1'-diphenyls der Zusammensetzung (I) mit den beiden Azokomponenten
geschieht nach einer der in den Beispielen 1 bis 4 aufgezeichneten Arbeitsweisen.
Die erste Kupplung erfolgt hierbei vorzugsweise in natriumcarbonatalkalischem Mittel,
die zweite gegebenenfalls unter Zusatz von beispielsweise Pyridin, Chinolin oder
einem technischen Pyridinbasengemisch. Werden beide Kupplungen gleichzeitig ausgeführt,
so fügt man der Kupplungsmasse zur Beschleunigung der Reaktion vorteilhaft gleich
zu Beginn eine organische tertiäre Base zu.
| (1) I (2) (3) (4) |
| Farbton der |
| Beispiel 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl (1) Aminoazoverbindung
(III) Zweite Azokomponente gekupferten |
| Färbungen |
| auf Baumwolle |
| 5 4,4'-Diamino-3,3'-dioxy- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl-
Marineblau |
| 1,1'-diphenyl azo-2-phenylamino-5-oxy- azo-2-phenylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7,5'-cEsulfon- naphtha.lin-7,5'-disulfon- |
| säure säure |
| (1) l (2) (3) (4) I (5) |
| Farbton der |
| Beispiel 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl (I) Aminoazoverbindung
(III) Zweite Azokomponente gekupferten |
| Färbungen |
| auf Baumwolle |
| 6 4,4'-Diamino-3,3'-dimeth- desgl. 2-Oxynaphthalin-3-carbon-
desgl. |
| oxy-1,1'-diphenyl säure |
| 7 desgl. desgl. 1-Oxy-4-rnethylbenzol Schwarz |
| 8 desgl. desgl. 2-Oxynaphthalin-4-sulfon- Marineblau |
| säure |
| 9 desgl. desgl. 2-Oxynaphtbalin-4-sulfön- desgl. |
| säureamid |
| 10 desgl. desgl. 2-[4'-(4"-Amino)-phenyl]- Blaugrau |
| phenylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7-sulfonsäure |
| 11 desgl. desgl. 2-[4'-(4"-Amino)-phenyl]- Rotstichiggrau |
| phenylamino-8-oxy- |
| naphthalin-6-sulfonsäure |
| 12 desgl. desgl. 2-[4'-(4"-Amino)-phenyl]- Blaugrau |
| phenylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7,3"-disulfon- |
| säure |
| 13 4,4'-Diamino-3,3'-dimeth- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl-
2-(4'-Methyl)-phenylamino- Rotstichiggrau |
| oxy-1,1'-diphenyl azo-2-phenylamino-5-oxy- 8-oxynaphthalin-6-sulfon- |
| naphthalin-7,5'-disulfon- säure |
| säure |
| 14 desgl. desgl. 1-Phenylamino-8-oxy- Blaugrau |
| naphthalin-4-sulfonsäure |
| 15 4,4'-Diamino-1,1'-di- desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy) -phenyl-
Marineblau |
| phenyl-3,3'-dicarbon- azo-2-phenylamino-5-oxy- |
| säure naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 16 desgl. desgl. 1-Phenylamino-8-oxy- Blaugrau |
| naphthalin-4-sulfonsäure |
| 17 4,4'-Diamino 3,3'-dimeth- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy-5'-nitro)-
1-Oxynaphthalin-4-sulfon- Marineblau |
| oxy-1,1'-diphenyl phenylazo-2-phenylamino- säure |
| 5-oxynaphthalin-7-sulfon- |
| säure |
| 18 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy-5'-sulfo)- 2-Oxynaphthalin desgl. |
| phenylazo-2-(3'-carboxy- |
| 4'-oxy)-phenylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7-sulfonsäure |
| 19 desgl. desgl. 2-[4'-(4"-Amino)-phenyl]- Blaugrau |
| phenylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7-sulfonsäure |
| 20 4,4'-Diamino-3,3'-dimeth- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl-
2-Oxynaphthalin Marineblau |
| oxy-1,1'-diphenyl azo-2-methylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 21 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl- desgl. desgl. |
| azo-2-oxäthylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 22 4,4'-Diamino-3,3'-diäth- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl- 1-Phenylamino-8-oxy-
Blaugrau |
| oxy-1,1'-diphenyl azo-2-propylamino-5-oxy- naphthalin-4-sulfonsäure |
| naphthaHn-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 23 4,4'-Diamino-3,3'-dimeth- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl-
2-Oxynaphthalin Marineblau |
| oxy-1,1'-diphenyl azo-2-cyclohexylamino- |
| 5-oxynaphthalin-7,5'-di- |
| sulfonsäure |
| (1) I (2) (3) (4) I (5) |
| Farbton der |
| Beispiel 4,4'-Diamino-1,1'-diphenyl (I) Aminoazonverbindung
(III) Zweite Azokomponente g# ufngen |
| auf Baumwolle |
| 24 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl- desgl. desgl. |
| azo-2-benzylamino-5-oxy- |
| naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 25 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- desgl. |
| 5'-sulfo)-phenylazo- 5'-sulfo)-phenylazo- |
| 2-(3'-sulfonamido)-phenyl- 2-(3'-sulfonamido)-phenyl- |
| amino-5-oxynaphthalin- amino-5-oxynaphthalin- |
| 7-sulfonsäure 7-sulfonsäure |
| 26 4,4'-Diamino-1,1'-diphe- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- 1-Phenyl-3-methyl-5-pyr-
Schwarz |
| nyl-3,3'-dicarbonsäure 5'-sulfo)-phenylazo- azolon |
| 2-(3'-sulfonamido)-phenyl- |
| amino-5-oxynaphthalin- |
| 7-sulfonsäure |
| 27 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- Acetoacetylaminobenzol desgl. |
| 5'-nitro)-phenylazo-2-phe- |
| nylamino-5-oxynaphthaHn- |
| 7-sulfonsäure |
| 28 desgl. desgl. 1-(3'-Chlor)-phenyl-3-methyl- desgl. |
| 5-pyrazolon |
| 29 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl- 1-Acetoacetylamino-benzol-
desgl. |
| azo-2-phenylamino-5-oxy- 3-sulfonsäureamid |
| naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 30 desgl. desgl. 1-Acetoacetylaminonaph- desgl. |
| thalin |
| 31 desgl. 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- 2-Acetoacetylaminonaph- desgl. |
| 5'-nitro)-phenylazo-2-phe- thalin |
| nylamino-5-oxynaphthalin- |
| 7-sulfonsäure |
| 32 4,4'-Diamino-1,1'-diphe- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- 4-Acetoacetylamino-1,1'-azo-
Schwarz |
| nyl-3,3'-dicarbonsäure 5'-nitro)-phenylazo-2-phe- benzol-3,4'-disulfonsäure |
| nylamino-5-oxynaphthalin- |
| 7-sulfonsäure |
| 33 4,4'-Diamino-3,3'-dicarb- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy)-phenyl-
1-Acetylamino-8-oxynaph- Grau |
| oxymethoxy-1,1'-di- azo-2-phenylamino-5-oxy- thalin-4-sulfonsäure |
| phenyl naphthalin-7,5'-disulfon- |
| säure |
| 34 desgl. desgl. 1-Phenylamino-5-oxynaph- Grau |
| thalin-7-sulfonsäure |
| 35 4,4'-Diamino-3,3'-dimeth- desgl. 1-(2'-Oxy-5'-sulfonamido)-
Marineblau |
| oxy-1,1'-diphenyl phenylazo-2-phenylamino- |
| 5-oxynaphthalin-7-sulfon- |
| säure |
| 36 4,4'-Diamino-1,1'-diphe- 1-(2'-Oxy-3'-carboxy- 2-Acetoacetylaminonaph-
Schwarz |
| nyl-3,3'-dicarbonsäure 5'-sulfo)-phenylazo-2-phe- thalin |
| nylamino-5-oxynaphthalin- |
| 7-sulfonsäure |