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Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd-Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd, bei welchem man abwechselnde
Reduktions- und Oxydationsreaktionen von organischen Verbindungen, insbesondere
von Alkylanthrachinonen, benutzt. Diese letzteren Verbindungen werden im allgemeinen
im einem Lösungsmittel aufgelöst und zu Anthrachihhydronen oder Anthrahy drochinonen
hydriert, indem man als katalytisches Mittel ein Metall, z. B. Nickel oder Palladium,
in feinverteiltem Zustande oder verteilt in eignem Träger verwendet.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung geht von einem solchen Katalysator
aus, bei dem das Metall im Innern eines inerten Trägers verteilt ist. Die Verwendung
.eines Trägerkatalysators an Stelle feinverteilten Metalls rechtfertigt sich, wenn
die Aktivitätsdauer des Metalls genügend lange ist oder wenn seine Regeneriernn-g
keine übermäßigen Kosten verursacht. Die Menge des Materials (Metall und Träger),
die eingesetzt wird, ist dabei weit größer als die äquivalente Menge feinverteilten
Metalls.
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Die von einem solchen Katalysator verlangten Eigenschaften außer seiner
Selektivität sind: a) in der Zeit gleichbleibende Aktivität, die möglichst lange
aufrechterhalten bleibt, b) ausreichende mechanische Festigkeit gegen Zerdrücken
und Zerfall, c) große nutzbare Kontaktfläche für die vorhandenen fließenden Medien,
d) Widerstandsfähigkeit gegen Vergiftung durch die Reaktionsbestanldteile und die
Verunreinigungen, e) möglichst geringe Einsatzgewichte des Metalls für eine gegebene
Aktivität.
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Da die katalytische Reaktion in flüssigem Medium stattfindet, ist
es zweclzmäßig, daß die Absorption von Flüssigkeit durch den Katalysator gering
ist, weil die Absorption die nutzbare verringert und die spätere Regenerierung des
Katalysators sehr schwierig, wenn nicht unmöglich macht. Auch kann im Falle der
Reaktion in. flüssigem Medium eine extreme Porosität des Trägers mehr Naueteile
als Vorteile bieten.
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Bei dem Herstellungsverfahren für Wasserstoffperoxyd gemäß der Erfindung
wird als Träger der wirksamen Substanz Zellenzement verwendet, denn es hat sich
gezeigt, daß .ein Katalysator mit einem solchen Träger den, vorstehenden Anforderungen
besonders gut entspricht.
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Die Herstellung von.Zellenzement ist an sich bekannt und nicht Gegenstand
der vorliegenden Erfindung. Grundsätzlich kann ein Zellenzement verwendet werden,
bei denn zur Zellenbildung irgendeine Methode benutzt worden ist, beispielsweise
also auch ein solcher, der durch Einpeitschen einer Emulsion von Luftblasen in den
Zementmörtel gebildet worden ist. Besonders zweckmäßig aber ist die Verwendung eines
Zellenzementes, dessen Gasblasen durch eine in der Kälte im Innern des Zementes
während seiner Abbindung hervorgerufene chemische Reaktion, beispielsweise die Zersetzung
von Carbonaten oder Dicarbonaten; Hydrazin oder Peroxyden, gebildet worden sind.
Als wirksame Substanz im Innern des Zellenzementes wird vorzugsweise Nickel verwendet.
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Als besonders zweckmäßig für die kätalytiische Erzeugung von Wasserstoffperoxyd
unter abwechselnden Reduktions- und Oxydationsreaktionen von in einem Lösungsmittel
gelösten Alkylanthrachinon hat sich die Verwendung eines Katalysators erwiesen.,
der aus einem hydraulisch abgebundenen zerkleinerten Gemisch aus Wasser, feuerfestem
Tonerdezement, Wasserstoffperoxyd und Seife hergestellt ist und als wirksame Substanz
Nuckel enthält. Der Gehalt an Tonerdezenient, und zwar solchem von. großer Reinheit,
ist vorteilhaft, wenn der Katalysator im Verlauf seiner Aktivierung und seiner eventuellen
Regenerierung Wärmebehandlungen unterzogen werden sohl. Die Verwendung vom Wasserstoffperoxyd
bei der Herstellung des Zellenzementträgers liefert einen
Katalysator
von der gewünschten Porosität, ohne daß dem Katalysatorkörper schädliche Stoffe
beigefügt sind.
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Die Herstellung des Wassierstoffperoxyds mittels des Katalysators
mit Zellenzement als Träger erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß die Alkylanthrachin
ox>r Lösung über die klassierten Katalysatorkörner umläuft, die in einem festliegenden
Bett angeordnet sind. Vorzugsweisse wird der zuvor als klassiertes Pulver reduzierte
Katalysator in. eine Lösung von Alkylanthrachimon in Suspensiron gebracht.
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Der Katalysator kann durch -Reduktion mittels Wasserstoffes oder eines
wasserstoffreichen Gases in dem Gerät selbst aktiviert werden, wo er benutzt werden
soll. Bei Katalysatoren auf Nikelbasis vollzieht sich die Reduktion zwischen 250
und 600° C, aber die günstigste Temperatur liegt zwischen 400 und 500° C. Diese
Temperatur sohl allmählich erreicht und zwei bis vier Stunden lang aufrechterhalten
werden. Es entwickelt sich zunächst Wasserdampf, dann entweifchen die flüchtigen
Zersetzungsprodukte des Metallsalzes. Die Abkühlung soll ebenfalls sehr progressiv
sein und in, einem Wasserstoffstrom erfolgen.
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Es ist zweckmäßig, ein geeignetes Verhältnis von
im allgemeinen etwas kleiner arls 1 und eine Porosität entsprechend einer scheinbaren
Dichte von 0,8 bis 1,1 vor der Reduktion aufrechtzuerhalten; man erhält so eine
sehr beachtliche mechanische Widerstandsfähigkeit, die i211 allgemeinen nach der
Reduktion zunimmt.
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Die Reduktion ist nur von einer schwachen Kontraktion (4 bis 811/o)
begleitet wenn man sie mit derjenigen von entsprechenden zu Pillen geformten Katalysatoren
(16 bis 20°/o) vergleicht. Dies ist dwrch das Zementskelett bedingt, das nur wenig
deformierbar ist. Wie oben erwähnt wurde, ergibt die Undurchlässigkeit in der Tiefe
dieser Katalysatoren bei großer nutzbarer Oberfläche eine erhöhte Lebensdauer. Wenn
andererseits ihre Aktivität merklich nachgelassen hat, lassen sie sich sehr leicht
regenerieren, beispielsweise durch ein Verfahren mit folgenden Stufen: a) Extraktion
der absorbierten organischen Produkte durch .ein geeignetes Lösungsmittel, z. B.
Methanol, b) gegebenenfalls oxydierende Röstung zwecks Entfernun!g nicht flüchtiger
Verunreinigungen, gefolgt von einer Ausspülung mit einem inerten Gas, c) Reaktivierung
mit Wasserstoff unter denselben Bedingungen wie die ursprüngliche Aktivierung, d.
h. vorzugsweise zwischen 400 und 500° C.
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Es können mehrere aufeinanderfolgen.de Regenerierungen ahne merklichan
Abfall an Aktivität bei diesen Katalysatoren vorgenommen werden. Vergleichsmessungen
sind zwischen klassischen Katalysatoren (Nickel von Raney, Katalysatorpillen auf
der Grundlage von Nickel, Palladium auf Kohle, Palladium auf aktwerter Tonerde usw.)
und Katalysatoren ala:f Zellenzement vorgenommen worden. Alle diese Versuche sprechen
zu Gunsten der letzteren Katalysatorgattung sowohl hinsichtlich der Aktiv itätsdauer
wie hinsiichilich der Beziehung vom Preis des benutzten Katalysators zur Einheit
erzeugten Wasserstoffperoxyds.
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Es sind auch Vergleichsversuche bezüglich der Aktivität zwischen Katalysatoren
verschiedener Porosität angestellt worden, die nach derselben Methode zubereitet
waren, wobei lediglich die im Verlauf .der -Zementaufblähung .eingesetzten WasserstQffperoxydmengen
verschieden waren. In dein Bereich, in welchem diese Katalysatoren von Interesse
sind (Dichte vor der Reduktion von 0,7 biss 1,3), kann man in erster Annäherung
annehmen, daß für ein gegebenes Katalysatorgewicht die Aktivität umgekehrt proportional
zur Dichte des verwendeten Katalysaators ist. In den Grenzfällen, wo der Zement
keinerlei Behandlung unterlegen hat, um ihn porös zu machen, haben Messungen gezeigt,
daß für ein gegebenes Metallgewicht diese Katalysatoren von höherer Dichte als 2
sechs- bis ze hnmal weniger aktiv waren als die porösen Katalysatoren entsprechend
einer Dichte von ungefähr 0,9. Ihr Aktivitätsabfall im Verlauf der Zeit und während
aufeinanderfolgenden Behandlungen ist andererseits viel merklicher.
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Die Katalysatoren gemäß der Erfindung können, sei ,es i.11 Fo,rm von
Körnern oder Stücken, die als festes Bett angeordnet sind, sei, es in Pulverform
oder als feine Körner, suspendiert in einem flüssigen Medium, Anwendung finden.
Die Körner oder das Pulver sind vorzugsweise durch Siebung klassiert. Beispiel 1
Ein Katalysator wurde in folgender Weise hergestellt: 60 g Nickeloxyd Ni O wurden
innig mit 100 g sehr reinem, feuerfestem Tonerdezement vermischt. Nach der Siebung,
Vermahlung und nochmaliger Vermischung wurde das anfallende Pulver mit 73 cm3 destilliertem
Wasser, 3 cm3 einer 5o/oigen Seifenlösung und 1,15 cm3 Wasserstoffperoxyd von 30%
angemacht. Der Zement wurde in eine Form gegossen, wo .er langsam infolge der Wasserrstoffperoxydzersetzung
sich aufblähte, bis er ein Volumen von 220.cm3 erreichte. Nach vollständiger Abbindung
unter Wasser und Trocknung wird dieser Katalysator von guter mechanischer Festigkeit
zu Körnern von 0,3 bis 0,5 cm3 zerstoßen. 100 cm3 dieser Körner entsprechend 43,1
g Katalysator mixt 9,86 g Nickel werden bei 460° C in einem Strom reinen
Wasserstoffs reduziert. Es isst .eine Kontraktion von 6'% festzusteHen.
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Nach der Abkühlung wird dieser Katalysator mit einer Lösung von 911/o
2-Äthylanthrachinon i.11 Heptylacetat getränkt. Unter diesien Bedingungen kann er
Vom3 Wasserstoff in der Minute infolge der Bildung von 2-Äthylanthrachinhydron absorbieren,
das schließli h zu 2-Äthvlanthraohinon und Wasserstoffperoxyd oxydierbar ist. Man
stellt fest, daß 100 cm3 eines analogen, gekörnten Katalysators, der jedoch nicht
dein Behandlung zwecks Porösmachen unterzogen worden ist und 16,2g Nickel enthält,
im übrigen jedoch ganz ähnlich behandelt worden ist, nur eine Absorption von 1,3
cm3 Wasserstoff in der Minute mit derselben Lösung gestattet. Beispiel 2 Ein KatalvSatOS
wird in derselben Weise wie im Beispiel 1 zubereitet, indem man 425 g desselben
Zementes mit 276 g technischem Nickelcarbonat vermischt; zum Anrühren werden 370
cm3 Wasser und 10 cm-3 einer 5a/oi.gen Seifenlösung benutzt. Kurz vor der Verformung
-,verden deT Paste 5 cms eines 300/aigen Wasserstoffperoxyden beigemischt. Nach
der Sauerstoffentwicklung erihädt man einen Block von 1 dm3, den man nach der vollständigen
Abbindung und Trocknung verschiedenen Behandlungen unterwirft.
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a) Nach Reduktion mittels Wasserstoff bei 460° C werden 100 cm3 dieses
zu. Körnern von 0,3 bis 0,5'om3 zerstoßenen Katalysators mit - insgesamt
6,3
g Nickel mit einer Lösung von 9'% 2-Äthylanthradhinon in Heptylacetat getränkt.
Die Wass,ers.toffabsorption durch .diesen so getränkten Katalysator beträgt 1'8
cm3/Min. bei 20° C.
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Nach wiederholten, zahlreichen ähnlichen Behandlungen und einer künstlielien
Vergiftung durch Beschickung mit reinem Sauerstoff wird dieser Katalysator in Methanol
gewaschen und einer reduzierenden Röstung bei 460° C in einem Wasserstoffstrom unterzogen.
Er erhält fast seine ursprüngliche Aktivität zurück, und nach Tränkung mit ders:clben.
Lösung wie im vorstehendem Absatz a) gestattet er eine Absorption von 16 cm3 Wasserstoff
in der Minute.
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5 g desselben Katalysators werden pulverisiert, und die Körner werden
ducrch Aussieben zwischen 0,1 und 0,15 mm klassiert. Nach Reduktion bei 460° C im
Wasserstoffstrom wird dieses 0,7 g Nickel enthaltende Pulver im 50 cm3 einer 12%igen
Lösung von 2-tert.-Butylanthrac'hinon in I-1.eptylaeetat in Gegenwart von Wasserstoff
eingerührt. Die Gasabsorption beträgt 12 em3/Mi.n.
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20g -dieses Katalv sators werden pulverisiert und durch Siebung auf
die vorstehenden Dimensionen klassiert. Dieses 2,8g Nickel enthaltende Pulver wird
bei 460° C im Wasserstoffstrom reduziert und in 100 cm3 einer 10%igen Lösung von
2-Äthyianthrachinon in einer Mischung von Alkohol-Benzol suspendiert, wobei unter
Alkohol ein Gemisch von sekundären aliphatischen Alkoholen mit gerader Kette zu
verstehen ist, die 7 bis 11 C-Atome je Mol besitzen und zwischen etwa 190 und 240°
C sieden. Unter diesen Bedingungen können im 5 Minuten bei 20° C 400 cm-3 Wasserstoff
absorbiert werden.
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50 g desselben Katalysators in Pulverform mit 7 g Nickel werden in
einer kontinuierlichen Vorrichtung eingesetzt, in der mit konstanter Leistung eine
gleiche Lösung wie im vorstehenden umläuft. Der Versuch wird abgebrochen, wenn die
Katalysatoraktivität auf die Hälfte ihres urspriingli.chen Wertes gefallen isst.
Der Katalysator hat dann ungefähr 150 Stunden unter Erzeugung von 880g Wasserstoffperoxyd,
berechnet als Produkt von 100%, gearbeitet. Die Verluste an Chinon und die Bildung
von Nebenprodukten können vernachlässigt werden.
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Dieser Katalysator wird in Methanol gewaschen, bei 450° C an der Luft
geglüht, dann bei 460° C in Wasserstoff reduziert und kann dann noch 112 Stunden
lang unter genau denselben Bedingungen arbeiten und gestattet die Bildung von 640
g 100%igen Wasserstoffperoxyds. Mehrere aufeinanderfo.lgende Regenerierungen sind
möglich.
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50 g des Katalysators in einer der vorstehenden entsprechenden Pulverform
werden in ähnlicher Weise wie in dem unter e) beschriebenen Versuch kontinuierlich
ki einer Lösung von 6% 2-Äthylantihrachinon in Diisobutvl1eeton benutzt. Die Aktivität
des Katalysators sinkt um die Hälfte ihres ursprünglidhen Wertes nach 200 Stunden
Betrieb und gestattet die Herstellung von 1500 g 100%igen Wasserstoffperoxyds. Die
Verluste an Chinon und die Bildung von Nebenprodukten sind zu vernachlässigen.
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Derselbe Katalysator, gewaschen in Methanol und uninittelbär durch
Wasserstoff ohne vorhergehende Oxydation reaktiviert, gestattet noch eine Darstellung
von 1420g 100%igen Wasserstoffperoxyds innerhalb 100 Bztriebsstun:den unter gleichartigen
Bedingungen. Mehrere anfei.nand:erfolgende Regenerierungen sind so durchführbar.
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i) 110g desselben Katalysators in Körnern von 0,3 bis 0,5 cm3 werden
in einen feststehenden Turm gebradht, in dem dieselbe Lösung wie im vorhergehenden
Beispiel umläuft. Er kann dann 2700 Stunden wirken, bevor seihe Aktivität auf die
Hälfte seines ursprünglichen Wertes fällt. Wä:lirend dieser Zeit gestattet er die
Erzeugung von 20 kg einer 15'%i:gen Wasserstoffperoxydlösung, was urigef@.hr 3 kg
Wasserstoffperoxyd von 1000/0, H@ O, entspricht. Mehrere entsprechende Regenerierungen
wie in den vorstehenden Beispielen sind möglidh. Beispiel 3 Ein Katalysator wird
In derselben Weise, jedoch mit einem völli- reinen Nickelcarbo:nat zubereitet. 100
cm3 dieses Katalysators, der zu Körnern von 0,3 bis 0,5 cm3 zerstoßen und unter
denselben Bedingungen wie im Beispiel 2, a) mit einer Lösung von 9*% 2-Ätllylantlirachnnon
in Heptylacetat henutzt wird, gestatten die Absorption von 2.0 cm3 Wasserstoff im
der Minute bei 20° C. Nach Vergiftung und Regenerierung (s. Beispiel 2, b) steigt
seine Aktivität praktisch wieder auf seinen ursprünglichen Wert.
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Dieses Beispiel soll zeigen, daß die Verwendung gereinigter Produkte
eine Erhahung der ursprünglichen Aktivität von Katalysato,ron dieser Art gestattet.
Beispiel 4 Ein Katalysator wird, wie in den vorstehenden Beispielen angegeben, durch
Zusatz von 49,6 g Nickelhydroxyd zu 100 g reinem Tonerdezement zubereitet. Die Aufblähung
wird vorgenommen, indem man 60 crris Wasser, 3 cm3 einer 5%igen Seifenlösung und
1,1 cm3 30%4gen Wasserstoffperoxyds vor detr Verformung hinzufügt. Dieser Block
wird zu Körnern von 0,3 bis 0,5 em3 zerstoßen, von denen 100 cms mit einem Nickelgehalt
von 6,5 g in einem Wasserstoffstrom bei 460° C reduziert werden. Man beanerkt eine
Züsammenzie 'hung von 8'°/0. Dieser Katalysator wird mit einer Lösung von 9% 2-Äthylanthrachinon
im Heptylacetat getränkt und gestattet die Absorption von 17 cm3 Wasserstoff in
der Minute bei 20° C.
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Nach Erschöpfung und kiins;tlidh,e,r Vergiftung ähnlidh der im Beispiel
2 angegebenen gestattet eine Regenerierung dieses Katalysators durch Waschen mit
Meihanod und Glühen in einem Wasserstoffstrom bei 460° C, nachdem er mit derselben
Lösung, wie oben angegeben, getränkt worden ist, die Absorption von 16 cm3 Wasserstoff
in der Minute. Es sind auch mehrere aufeinanderfolgende Regenerierungen möglich.
Beispiel 5 Ein Katalysator wird in derselben Weise zubereitet, indem man 60 g Ni.ckeloxa.lat
mit 100 g Tonerdezement vermischt. Die Aufblähung wird mit 60 em3 Wasser, 3 cm3
3%ige Seifenlösung und 1,14 cm3 30%igen Wasseerstoffperoxyd hervorgerufen. Man erhält
so einen Zellenblock von 190 cm3.
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100 cn13 Körner enits:predheod denen des vorhergehenden Beispiels
mit einem Nickelgehalt von 5,12 g werden in einem Wasserstoffstrom bei 460° C reduziert.
Die Zusammenziehung beträgst 4%.
Dieser Katalysator gestattet nach
Tränkung mit einer Lösung von 911/o 2-Äthylanthrachinon in Heptylacetat eine Absorption
von 10 cm3 Wasserstoff in der Minute bei 20° C.
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Beispiel 6 8500g feuerfester Schnellbindezement mit hohem Tonerdegehalt,
der z. B. eine annähernde Zusammensetzung entsprechend der Formel 2 Al, 03 - 3 Ca
O hat und durch ein Sieb mit Maschen von 0,160 mm Öffnung geht, werden' trocken
mit 5540 g gereinigtem Nickelcarbonat von ungefähr 46% Nickel vermischt. Dann setzt
man allmählich und unter Rühren 5,5 1 Wasser enthaltend 4 g gelöster Seife und 120
cm3 Wasserstoffperoxyd von 35 Gewichtsprozent zu. Nach einigen Minuten Rühren wird
die erhaltene Paste in eine rechteckige Form gegossen und an einem kühlen Platz
dar Ruhe überlassen. Nach 24 Stunden entnimmt man der Form den erhaltenen Block,
der 48 Stunden in kaltes Wasser eingetaucht und dann mehrere Tage an der Luft getrocknet
wird.
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Der Block wird dann zu Körnern von 3 bis 8 mm zerstoßen, und das Nickelcarbonat
wird mittels eines wasserstoffreichen Gasstromes bei einer Temperatur von ungefähr
400 bis 500° C, z. B. im einem Ofen, zu Metall reduziert, von wo er nach Abkühlung
unmittelbar in die Vorrichtung zur WasserstoffperoxydheT-stellung eingeführt werden
kann; die Reduktion kann aber gewümehtenfalls auch in dieser Vorrichtung selbst
erfolgen.
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Dieser gekörnte Katalysator wird in eine Vorrichtung eingesetzt, die
in der Hauptsache folgende Bestandteile aufweist: 1. Eine Reduktionskolonne, in
welcher das 2-Äthylanthradhinon bei etwa der umgebenden Temperatur mittels eines
Wasserstoffgasstromes reduziert wird, 2. eine Oxydationskolonne, in welcher das
gebildete 2-Äthylanth:rahydrochinon durch einen Luftstrom unter Rückbildung des
2-Äthylan.thrachinons oxydiert wird, wobei sich gleicihzeitg Wasserstoffperoxyd
bildet, 3. eine Kolonne, in welcher das gebildete Wasserstoffperoxyd durch Gegenstromwaschung
mit einem Strom destillierten Wassers extrahiert wird und aus welcher die organische
Lösung in die Reduktionskolonne zurüclcl"-ehrt.
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Die Reduktionskolonne ist mit 110 g Katalysator (gewogen vor der Reduktion)
beschickt, der ungefähr 17 g Nickel enthält. Man läßt darin mit einer Geschwindigkeit
von 400 cm3 in der Stunde 1200 cms einer Flüssigkeit umlaufen, die aus Diisobutylketton
mit darin gelösten 72 g 2-Äthylanthrachinon besteht. Unter diesen: Umständen kann
der Betrieb der Vorri.chtung ohne Unterbrechung 2640 Stunden lang aufrechterhalten
werden. Zu Beginn dieses Zeitraumes enthält die der Waschung unterzogene organische
Lösung im Liter 4,92 g Wasserstoffperoxyd. In der 2640. Stunde ist dieser Geohalt
auf 2,55 g gesunken. Die wäßrige Lösung des Wasserstoffperoxyds, die man durch Waschung
der organischen Lösung gewinnt, enthält im Liter 242g Wasserstoffperoxyd zu Beginn
des Betriebes und 125 am Schluß.- Die effektive Erzeugung an 1.00%igem Wasserstoffperoxyd
beträgt 3530-g.
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Nach 2640 Betriebsstunden hat sich die Menge des in. der Lösung vorhandenen
2-Äthylanthrachinons auf 11,2 g vermindert entsprechend einem Verbrauch von 3,2
g je kg erzeugten 1001/oigen. Wasserstoffperoxyds. Das in Lösung befindliche Produkt
setzt sieh dann wie folgt zusammen: 2-Äthylanthrachinon ............. 72% 2-Äthyltetrahydroanthrachinon
.... 16% Nicht reduzierbare Produkte . .. . 12% Das Lösungsmittel zeigt bei seiner
Analyse keinerlei Veränderung seiner ursprünglichen Zusammensetzung. Insbesondere
sind weder Peroxvde noch Reduktionsprodukte des Diisobutylketons vorhanden. Der
Verbrauch an Diisobutylketon entspricht 10 g je kg erhaltenen 100%igen Wasserstoffperoxyds
unter Berücksichtigung einer Rückgewinnung des Lösungsmittels, das in den abgezogenen
Reinigungsflüssigkeiten des Wasserstoffs und der Luft enthalten ist, durch Kondensation.
Beispiel 7 Der Katalysator wird wie im vorstehenden Beispiel zubereitet, jedoch
zu Teilchen pulverisiert, deren Abmessungen zwischen 0,10 und 0,15 mm liegen. Der
pulverförmige Katalysator wird in eine entsprechende Vorrichtung wie im vorangehenden
Beispiel eingesetzt, jedoch statt in festen Betten in der Reduktionskolonne angeordnet
zu werden, ist er in der Flüssigkeit suspendiert. Diese Flüssigkeit besteht aus
1250 cm3 Diisobutylketon mit einem Gehalt von 70 g 2-Äthylantilirachinon in Lösung
und läuft mit einer Geschwindigkeit von 400 @cm3 in der Stunde um. Die eingesetzte
Kata-lysatormenge beträgt 15 g (gewogen vor der Reduktion).
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Zu Beginn des Betriebes enthält die der Waschung unterzogene, oxydierte,
organische Lösung 0,475 g Wasserstoffperoxyd auf 100 cm3. Nach Ablauf von 555 Betriebsstunden
hat sich dieser Gehalt auf 0,260 g je 100 cm3 gesenkt. Die gesamte. wirksame Erzeugung
an Wasserstoffperoxyd betrug 762 g während dieser Betrilebsdauer, in deren Verlauf
keinerlei Erneuerung des Katalysators stattfand. Die Lösung enthielt am Ende dieses
Zeitraumes 80% 2-Äthylanthrachinon und 20% nicht reduzierbare Produkte. Es hat keinerlei
Bildung von 2-Äthyl-tetrahydroanthra@chinon stattgef unden.