DE1045379B - Verfahren zur Herstellung von Bornitrid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von BornitridInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B21/00—Nitrogen; Compounds thereof
- C01B21/06—Binary compounds of nitrogen with metals, with silicon, or with boron, or with carbon, i.e. nitrides; Compounds of nitrogen with more than one metal, silicon or boron
- C01B21/064—Binary compounds of nitrogen with metals, with silicon, or with boron, or with carbon, i.e. nitrides; Compounds of nitrogen with more than one metal, silicon or boron with boron
- C01B21/0645—Preparation by carboreductive nitridation
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Description
DEUTSCHES
Bei der Erfindung handelt es sich um ein verbessertes
Verfahren zur Herstellung von Bornitrid.
Obwohl Bornitrid als Stoff schon seit vielen Jahren bekannt ist, hat es wegen der Schwierigkeiten bei
seiner Herstellung bisher nur in beschränktem Umfang Verwendung gefunden. Die bisher bekannten
Verfahren führten, obwohl einfach, zu geringen Ausbeuten und unreinen Produkten. Sie erforderten oft
die Verwendung von Cyaniden, was äußerst gefährlich ist. ίο
Gemäß vorliegender Erfindung wird zur Herstellung von Bornitrid Metaborsäure oder Boroxyd
mit Calciumcyanamid bei erhöhter Temperatur und in einer nichtoxydierenden, im wesentlichen stickstoffhaltigen
Schutzatmosphäre zur Reaktion gebracht.
Für die Zwecke unserer Erfindung findet die Reaktion bei Temperaturen zwischen 1200 und 2000° C
statt. Eine geeignete Arbeitstemperatur liegt zwischen 1400 und 1700° C. Die Schutzatmosphäre soll mehr
als 50 Volumprozent Stickstoff enthalten, denn bei geringerem Stickstoffgehalt schreitet die Reaktion zu
langsam voran. Die Reaktion kann in im wesentlichen reinen Stickstoff oder Ammoniak durchgeführt werden.
Ein Schutzgas, welches im wesentlichen 93% Stickstoff und 7°/o Wasserstoff enthielt, erwies sich
als zufriedenstellend.
Bei der Ausführung der Erfindung werden die festen Ausgangsstoffe gemahlen und gut miteinander
gemischt. Sie werden in ein geeignetes Gefäß z. B. in einen Ofen mit einer regulierbaren Atmosphäre
gebracht und darin auf Reaktionstemperatur erhitzt. Es wird angenommen, daß das Calciumcyanamid
im Innern der Charge Stickstoff freigibt und daß hierdurch die Reaktion durch die ganze
Charge hindurch bewirkt wird, während auch die Schutzatmosphäre dazu dient, der Charge Stickstoff
zuzuführen.
Es wurde eine Reihe von sechs Versuchen durchgeführt, bei denen Metaborsäure und Calciumcyanamid
in verschiedenen Verhältnissen angewendet wurden. Jede Charge wurde in einem Rohr aus Kohlenstoff,
durch welches ein Gas in einer Menge von 0,556 m3 pro Stunde und mit einem Gehalt von 93% Stickstoff
und 7% Wasserstoff geleitet wurde, auf 1400 bis 1750° C erhitzt. In Tabelle I sind unten die Zusammensetzungen
der Chargen, die Reaktionstemperatur und die Reaktionszeit zusammen mit der Ausbeute
an Bornitrid angegeben. Es ist zu erkennen, daß bei jedem der Versuche eine wesentliche Ausbeute
an Bornitrid erreicht wurde. Die größte Ausbeute wurde erreicht, als die Charge gleiche Teile an Reaktionskomponenten
enthielt und auf 1600° C erhitzt wurde.
Verfahren zur Herstellung von Bornitrid
Anmelder:
Union Carbide Corporation,
New York, N. Y. (V. St. A.)
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dr. phil. Dr. rer. pol. K. Köhler,
Patentanwalt, München 2, Amalienstr. 15
Patentanwalt, München 2, Amalienstr. 15
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 4. Oktober 1955
V. St. v. Amerika vom 4. Oktober 1955
Louis Alexander Conant, Indianapolis, Ind.,
und Evart Francis Hittle, Kenmore, N. Y. (V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
| Versuch. | Charge | Mischung η Ι |
Tempe | Zeit | Ausbeute |
| Nr. | °/o HBO2 |
°/o CaCN2 |
ratur 0C |
Stunden | °/oBN |
| 1 | 50 | 50 | 1400 | V2 | 71 |
| 2 | 50 | 50 | 1600 | 1 | 82 |
| 3 | 52,3 | 47,7 | 1700 | 1 | 67 |
| 4 | 62,7 | 37,3 | 1800 | 59 | |
| 5 | 62,7 | 37,3 | 1700 | 4 | 57 |
| 6 | 62,7 | 37,3 | 1750 | 2 | 65 |
Das bei den eben beschriebenen Versuchen gewonnene Produkt wurde mit verdünnter Salzsäure gewaschen
und dann in der Luft etwa 15 Minuten lang auf ungefähr 1000° C erhitzt, um allen freien Kohlenstoff,
der als Verunreinigung von dem Rohr herstammte oder der vom Calciumcyanamid herrührte, zu verbrennen.
Nach der Oxydation wurde das Pulver mit Wasser ausgelaugt und getrocknet. In Tabelle II ist
eine Analyse des Produktes aus Versuch 2 und einer Mischung der Produkte aus den Versuchen 3 und 5
zusammen mit der theoretischen Zusammensetzung von Bornitrid angegeben.
Aus der Tabelle II ist zu ersehen, daß in dem Produkt etwas Silicium enthalten ist. Dieses ist in dem
verwendeten Calciumcyanamid nachweisbar und kann durch Verwendung eines reineren Ausgangsmaterials
vermieden werden.
«09 697/506
Chemische Analyse
Zusammensetzung Gewichtsprozent
| Versuch Nr. | N | B | H2O | Si | C | Insgesamt | Verhältnis N/B |
| Theorie 2 3 + 5 |
56,4 55,4 53,7 |
43,6 41,6 41,8 |
1,00 1,10 |
1,50 1,30 |
0,57 0,06 |
100 100,07 97,96 |
1,29 1,33 1,28 |
Es ist absolut möglich und liegt im Bereich der Erfindung, das Calciumcyanamid an Ort und Stelle in
der Reaktionsschicht der Borverbindung und einer Calciumverbindung zu bilden. Zum Beispiel kann
Calciumcarbid in Mischung mit Boroxyd verwendet werden. Bei der Reaktionstemperatur (1400 bis
1750° C) wird in der Stickstoffatmosphäre Calciumcyanamid gebildet, welches dann seinerseits mit der ao
Borverbindung, wie schon gezeigt, reagiert. Durchgeführte Versuchsreihen haben gezeigt, daß bei der
Verwendung von Calciumcarbid als Ausgangsmaterial Ausbeuten von 80% der Theorie und mehr erreicht
werden können. In ähnlicher Weise können sauerstoffhaltige Borverbindungen, welche beim Erhitzen Metaborsäure
oder Boroxyd bilden, als Ausgangsmaterial verwendet werden. Wenn wie bei diesem Verfahren
eine Reihe von Reaktionen erforderlich sind, wird die Ausbeute dadurch verbessert, daß man die Reaktionsmischung
in dünnen Lagen zur Anwendung bringt.
Bei den bekannten Verfahren der deutschen Patentschrift
282 701 und der britischen Patentschrift 483 201 dient zur Bildung des Bornitrids an Wasserstoff
gebundener Stickstoff in Gasform. Da Borverbindüngen, insbesondere Borsäure, bei den in Frage
kommenden Temperaturen schmelzen und da bei der Verwendung der in den angegebenen Vorveröffentlichungen
genannten festen, jedoch nicht stickstoffhaltigen Einmengungsmitteln die ganze Masse unvermeid-Hch
zum Sintern und Zusammenbacken gebracht wird, wird das Eindringen des Ammoniaks in die Masse so
erschwert, daß man zu erträglichen Ausbeuten nur kommt, wenn das Gemenge immer wieder abgekühlt,
gemahlen und erneut bei Glühtemperaturen mit Ammoniak behandelt wird.
Bei dem neuen Verfahren gemäß der Erfindung hingegen wird als Stickstofflieferant ein fester Stoff
verwendet, der, schon vor dem Erhitzen mit der Borsäure in innigen Kontakt gebracht, bei der Freigabe
des Stickstoffs innerhalb der ganzen Masse den Stickstoff unmittelbar an die Borsäure abgeben kann.
Überraschenderweise hat sich auch gezeigt, daß die Beseitigung des Calciums aus dem mit dem neuen
Verfahren erhaltenen Rohbornitrid keinerlei Schwierigkeiten mehr macht. Man erhält, wie zahlenmäßig
belegt, ein verhältnismäßig reines Bornitrid in ungewöhnlich hoher Ausbeute.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Bornitrid, dadurch gekennzeichnet, daß man Metaborsäure oder
Boroxyd mit Calciumcyanamid bei erhöhter Temperatur von wenigstens 1200° C und in einer
nichtoxydierenden, im wesentlichen stickstoffhaltigen Schutzatmosphäre zur Reaktion bringt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem im wesentlichen gleiche Anteile der Reaktionskomponenten
verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, bei dem die Reaktion bei einer Temperatur zwischen 1200
und 2000° C, vorzugsweise zwischen 1400 und 1700° C durchgeführt wird."
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Schutzatmosphäre wenigstens
mehr als 501 Volumprozent Stickstoff enthält.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Schutzatmosphäre im wesentlichen
aus reinem Stickstoff oder im wesentlichen aus reinem Ammoniak besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, bei dem die Schutzatmosphäre aus einem Schutzgas mit
einem Gehalt von 93 °/o Stickstoff und 7% Wasserstoff
besteht.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Fr. 282 701;
britische Patentschrift Nr. 483 201.
Deutsche Patentschrift Fr. 282 701;
britische Patentschrift Nr. 483 201.
©S09697i5<)6· 11. SS
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| US538531A US2834650A (en) | 1955-10-04 | 1955-10-04 | Production of boron nitride |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1045379B true DE1045379B (de) | 1958-12-04 |
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ID=24147289
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEU4143A Pending DE1045379B (de) | 1955-10-04 | 1956-10-02 | Verfahren zur Herstellung von Bornitrid |
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- 1956-09-24 GB GB29054/56A patent/GB823266A/en not_active Expired
- 1956-10-02 DE DEU4143A patent/DE1045379B/de active Pending
Patent Citations (2)
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|---|---|---|---|---|
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| US2834650A (en) | 1958-05-13 |
| GB823266A (en) | 1959-11-11 |
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