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DE1041062B - Mikronaehrstoff- bzw. Spurenelement-duengemittel aus den Abgasen der metallverarbeitenden Industrien - Google Patents

Mikronaehrstoff- bzw. Spurenelement-duengemittel aus den Abgasen der metallverarbeitenden Industrien

Info

Publication number
DE1041062B
DE1041062B DEJ13223A DEJ0013223A DE1041062B DE 1041062 B DE1041062 B DE 1041062B DE J13223 A DEJ13223 A DE J13223A DE J0013223 A DEJ0013223 A DE J0013223A DE 1041062 B DE1041062 B DE 1041062B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
exhaust gases
fertilizers
micronutrients
copper
trace element
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEJ13223A
Other languages
English (en)
Inventor
Walter Jost
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEJ13223A priority Critical patent/DE1041062B/de
Publication of DE1041062B publication Critical patent/DE1041062B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05DINORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C; FERTILISERS PRODUCING CARBON DIOXIDE
    • C05D9/00Other inorganic fertilisers
    • C05D9/02Other inorganic fertilisers containing trace elements

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

  • Mikronährstoff- bzw. Spurenelementdüngemittel aus den Abgasen der metallverarbeitenden Industrien Obwohl die Notwendigkeit einzelner Spurenelemente für den Pflanzenaufbau seit vielen Jahrzehnten schon bekannt ist, besteht auf diesem Gebiet trotzdem auch heute noch manches, was unklar ist. In der Vergangenheit wurden unter anderem große Fehler begangen, indem man angenommen hat, daß zuerst einmal mehr oder weniger alle Spurenelemente von Bedeutung sein müßten, die sich analytisch in den Pflanzen, Tieren und Menschen nachweisen lassen. Man hat hier sehr oft außer Betracht gelassen, daß viele Mineralien und auch Metalle bzw. Elemente rein zufällig mit der Nahrung aufgenommen werden, die aber für den organischen Aufbau bzw. für die Gesunderhaltung des Gesamtorganismus keine grundlegende Bedeutung besitzen. In den Haaren des Menschen fand man z. B. nicht weniger als 19 Spurenelemente. Andere Forscher entdeckten schließlich Dutzende von Spurenelementen, wie z. B. Selen, Gallium, Lithium, Aluminium, Natrium, Chlor, Germanium, Nickel, Rubidium, Strontium, Titan, Vanadium usw. Viele dieser benannten Elemente haben sich aber im Laufe wissenschaftlicher Entwicklungsarbeit der letzten Jahrzehnte zum größten Teil sogar für den organischen Aufbau als nicht notwendig bzw. schädlich erwiesen. Der deutsche Chemiker N o d d a c k fand z. B., daß nahezu alle Elemente in vielen Mineralien in Spuren enthalten sind. Er analysierte unter anderem äußerlich einheitliche, anscheinend reine schlesische Zinkblende, die wir als Zinksulfid (Zn S) bezeichnen. Bei der ersten »groben« Untersuchung fand er darin 63,53 %C Zink, 31,92 ;c Schwefel, 1,15 r'c Sauerstoff, 1,57 Eisen, 0,34 c Silicium, 0,27 17c ;Mangan, 0,15 '> Blei, 0,14 % Arsen und 0,13 5/o Kupfer. Mit der »verfeinerten« chemischen Methode konnte N o d d a c k in der gleichen Zinkblende noch 14 weitere Elemente nachweisen. Höchst empfindliche physikalische Nachweisverfahren führten zur Entdeckung von weiteren 23 Elementen in der gleichen 111ineralprobe; deren Mengenanteile bewegen sich dann allerdings nur zwischen 0,01 und 0,0001 % (s. »Spurenelemente«, Hermann R ö m p p - Kosmos - Franckh'sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart).
  • Die Wissenschaft hat ferner bis jetzt erkannt, daß viele solcher Spurenelemente im Organismus sich entweder gegenseitig ergänzen (Synergismus) oder sich gegenseitig gegensätzlich schädigen (Antagonismus). Wir vermuten auch, daß es noch eine dritte Gruppe geben kann, die sich als Katalysatoren auswirkt.
  • Von einigen Schwermetallen und Elementen wissen wir heute demgegenüber, daß sie nicht nur für den organischen Aufbau der Pflanzenwelt, sondern darüber hinaus auch für das Leben der Tiere und Menschen von lebensentscheidender Bedeutung sind. Hier sind vor allem zu nennen Bor, Kupfer, Eisen, Mangan, Zink, Molybdän, Kobalt. Der amerikanische Gelehrte R. D. H o a g 1 a n d, dem wir die sogenannte A-Z-Lösung v redanken, hat die Möglichkeiten gezeigt, klar festzustellen, daß, wenn in dieser A-Z-Lösung eines dieser vorbenannten Schwermetalle bzw. Elemente fehlt, dann bei den in solchen Nährlösungen aufgewachsenen Pflanzen schwerste Schädigungen auftreten müssen.
  • Bestanden leider noch große Unklarheiten in der Fragestellung, welche Elemente sind lebenswichtig und welche sind nur rein zufällig in die lebenden Organismen oder Futter- bzw. Nahrungsmittel hineingekommen, so bestand aber bisher darüber hinaus noch ein großer Fehler darin, daß man angenommen hat, von irgendwelchen Metallen genügten nur Spuren (also Mengen von weniger als 1 mmg), um die Heilung der Mangelböden schon zu bewirken. Man hatte sich daher einen Sammelbegriff geformt und bezeichnete nun alle nützlichen und weniger nützlichen Schwermetalle oder Elemente mit »Spurenelemente«. Diese irreführende Bezeichnung hat dann ein Fachgremium für die deutschen Verhältnisse in der Weise geklärt, daß man künftig diesen Sammelbegriff »Spurenelemente« im Sinne der Schwermetalldüngung nicht anwenden soll, sondern den schon an sich klareren Begriff »Mikronährstoffdüngemittel«.
  • Es ist vielleicht im Gesamtrahmen der Mikronährstoffdüngemittel interessant, darauf hinzuweisen, daß der III. Weltkongreß für Düngungsfragen, der vom 9. bis 12. September 1957 in Heidelberg stattfand, sich unter anderem auch dieser Mikronährstoffdüngung in besonderem Maße angenommen hat. Mehrere internationale Forscher haben hier ihre Ansicht in der Weise niedergelegt, daß sie betonten, daß die Mangelböden an Ausdehnung immer mehr zunehmen und daher dieses Problem als solches für die Gesamternährungsbasis der Menschheit immer bedeutungsvoller würde. Als Erklärung hierfür gab man mehrere Gründe an, und zwar: 1. Die Intensivwirtschaft, zu welcher jeder bäuerliche Betrieb im Interesse der Konkurrenzfähigkeit gezwungen wird.
  • 2. Die hierdurch sich immer steigernde Düngung mit Makronährstoffdüngemitteln, vor allen Dingen mit Stickstoff- und Kalisalzen, wodurch die lebenswichtigen ?Mikronährstoffe an sich schon ins Minimum verdrängt werden.
  • 3. Die Raffinierung der Hauptdüngemittel. Begleitstoffe, die früher in den Hauptdüngemitteln mitgeführt wurden, fallen demnach vielfach aus.
  • 4. Dem Erfinder ist es darüber hinaus geglückt, den Nachweis zu erbringen, daß, wenn man Schwermetalle oder Schwermetallverbindungen mit gewissen Hauptdüngemitteln vermischt, z. B. Schwefelsaures Ammoniak oder Kalidüngemittel, dann diese eingemischten Schwermetalle oder Schwermetallverbindungen durch die Eigenart der Hauptdüngemittel und darüber hinaus lediglich durch Einwirkung der vorhandenen Luftfeuchtigkeit sich automatisch in leichtlösliche bzw. pflanzenaufnehmbare Metallsalze umformen. Durch das turnusmäßige Ausstreuen beachtlicher Mengen vorbenannter Hauptdüngemittel auf die Böden muß sich aber im Ackerboden durch die Verhältnisse im Boden und durch die Einwirkung der Luft derselbe Vorgang vollziehen, d. h., selbst die von Natur aus schwerlöslichen Metalle bzw. Metallverbindungen im Boden werden durch das jährliche Ausstreuen von Stickstoff- und Kalidüngemitteln durch die vorhandenen Luft- und Bodenverhältnisse verhältnismäßig schnell in wasserlösliche und pflanzenaufnehmbare Metallsalze umgeformt. Liegen diese aber von Natur aus in den Böden vorhandenen Spurenelemente erst in '.%letallsalzform vor, so vollziehen sich der Abbau und die Aufnahme derselben durch die Pflanzen in dieser Form bekanntlich sehr schnell. Regen, Schneewasser und sonstige in der Natur vorhandenen Verhältnisse waschen solche Salze außerdem bekanntlich sehr schnell in Bodentiefen aus, in denen sie für die Pflanzenwurzeln nicht mehr erreichbar sind. Ferner tritt noch ein schneller Verbrauch dieser Salze durch die angebauten Kulturpflanzen ein, und durch die Ernten werden diese Spurenelementsalze dem Boden endgültig entzogen. Es ist nicht uninteressant, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß in den ersten Jahrzehnten der Stickstoff- und Kalianwendung außergewöhnlich hohe Ernteergebnisse erreicht worden sind, die durch die damals durch die Umwandlung den Pflanzen reichlich zur Verfügung gestellten Metall-Ionen erklärlich sind. Für diese These stimmt auch die Tatsache, daß eben diese Mangelböden jetzt immer mehr an Umfang zunehmen: Wenn also an dieser Stelle von manchen Fehlern gesprochen wird, die bisher in der Beurteilung der lebenswichtigen Schwermetalle bzw. Mikronährstoffmittel gemacht worden sind, so darf aber vor allen Dingen nicht verschwiegen werden, daß auch hier - genau wie bei den 1Talcronährstoffdüngemitteln -eine bestimmte Dosierungsmenge dem Boden gegeben werden muß. Prof. Dr. K. S charrer gibt in seinem bekanten Werk »Biochemie der Spurenelemente« auch in dieser Frage die erwünschte Aufklärung. Schon in der Ausgabe 1944 wird auf S. 114, letzter Absatz, darauf hingewiesen, daß H u d i g sowohl in Gefäßals auch in Feldversuchen je nach Bedürftigkeit an Kupfer bei Kupfermangelböden 20, 40 und 60 kg/ha empfiehlt. S c h a r r e r gibt nach eigenen Versuchen gleichfalls in diesem Werk die notwendigen Dosierungen (S. 119) an, und zwar mit 50 bis 100 kg/ha CU S 04- Es wird betont, dali andere Böden noch mehr, manchmal bis 200 kg dieses Kupfersalzes benötigen. Auch bei Manganmangelböden finden wir in diesem benannten Werk auf S. 151 eine Dosierungshöhe - je nach Stärke der Erkrankung - von 50 bis 150 kg/ha Mangansulfat. Ähnliche Verhältnisse liegen natürlich auch bei den anderen als lebenswichtig erkannten Mikronährstoffdüngemitteln vor.
  • Als Ende der dreißiger Jahre jedoch durch das Entstehen der damaligen politischen Spannungen, vor allen Dingen aber durch den nachher ausgebrochenen zweiten Weltkrieg, solche Schwermetalle sehr knapp wurden, suchte man dann »Ersatzstoffe«. Es trat numnehr die Zeit ein, wo man - bedingt durch die Verknappung - alle möglichen und unmöglichen Nebenprodukte oder Abfallstoffe für die Heilung von Mangelböden empfohlen hat. So ist es erklärlich, daß aus diesem damaligen Notstand in der Literatur und auch in den Patentschriften Vorschläge gemacht wurden, die nach den heutigen Erfahrungen und Erkenntnissen der Wissenschaft überhaupt keinen oder wenig praktischen Wert besitzen. Viele dieser Vorschläge haben nur ein rein theoretisches Dasein gehabt, und es war notwendig, an dieser Stelle einmal die Irrungen und Wirren dem Stande der heutigen Wissenschaft entsprechend auf diesem Gebiete klarzustellen.
  • Es ist notwendig, auf einige Patentschriften einzugehen, um die Erfindung dem Bekannten gegenüber klarzustellen.
  • Die deutsche Patentschrift 550 939 beschäftigt sich schon mit dem Gedanken, anfallenden Staub aus Gichtgasreinigungsanlagen mit bekannten Düngesalzen zu vermischen und die Gemische dann dem Boden einzuverleiben. Man weist mit Recht darauf hin, daß nicht nur der feine Staub eine sinnvolle Verarbeitung erschwere, sondern auch die pyrophore Eigenart gewisser Gefahren mit sich bringt. Daher schlägt man vor, künftig solche anfallenden Gichtstäube zuerst einmal mit Wasser zweckdienlich zu befeuchten, damit sie schlammförmige Gestalt annehmen. Nachdem man also diese bei Wind leicht staubenden feinsten Staubpartikel in diesen breiigen Zustand übergeführt hat, wird dieser Brei als solcher granuliert. Zum Trocknen dieser Granulate wird vorgeschlagen, die Wärme des Gichtgasstromes auszunutzen. Anschließend können bekannte Düngesalze, allerdings bereits vor dem Erstarren dieser Granulate, zugesetzt werden. Diese Patentschrift enthält keinerlei Hinweise auf Spurenelementdüngemittel. Es wird nur von der Auswertung der Gichtgasstäube, die sich also bei der Erschmelzung vor allen Dingen von Eisen bilden, gesprochen.
  • Die deutsche Patentschrift 740 290, welche die Verwendung der in Elektrofiltern aus Feuerungsabgasen von Kohlenfeuerungen niedergeschlagenen feinverteilten Flugasche als Düngemittel betrifft, befaßt sich zwar schon mit dem Begriff Spurenelemente, wie z. B. Mangan, Kupfer, Zink und Kobalt. Darüber hinaus ist diese Patentschrift aber dafür typisch, was anfangs gesagt worden ist. 'Man spricht insgesamt von 261Meta11-arten. von denen heute feststeht, daß viele von ihnen im Sinne des Antagonismus auf die Entwicklung der Pflanzen wirken müssen. Hier wird in diesem Sinne z. B. nur Arsen, Blei und auch Chrom genannt. Von den ebenfalls benannten Metallen, Gold, Platin, Silber, Palladium, Zinn, Nickel, wissen wir heute, daß sie einen direkten positiven Einfluß auf die Pflanzen nicht besitzen. Aber die als lebenswichtig benannten Metalle, die scheinbar nur rein zufällig mit in dem Gesamt rahmen genamrt werden: wie Kupfer, 'Mangan, Zink, sind in derartig geringfügigen, kleinsten Mengen in der Flugasche enthalten, daß man im Sinne einer wirkungsvollen Mikronährstoffdüngung, wie oben laut Angaben von H u d i g und S c h a r r e r angeführt wurde, überhaupt nicht sprechen kann. Vielmehr kann mit Recht angenommen werden, daß die Wirkung dieser geringsten Spuren dieser an sich lebenswichtigen Metalle durch den Antagonismus der übrigen Metalle, die gleichfalls bei der Analyse benannt werden, wieder aufgehoben wird. Klarer ausgedrückt: Würde man aber selbst die positive Wirkung z. B. des Kupfers, dessen Gehalt in der Probe 1) mit 0,082 angegeben wird, in der erforderlichen Höhe auf echte Kupfermangelböden zur Einwirkung bringen wollen, und zwar mit 100 kg Kupfersulfat pro ha entsprechenden -Mengen, so müßte demnach eine derartig phantastische Menge an gesamt niedergeschlagener Flugasche auf den Acker gebracht werden, daß eine praktische Verwertung des Erfindungsgedankens dieser Patentschrift in diesem Falle überhaupt nicht denkbar ist. Die Gesamtanalyse gibt auch keinerlei Aufschluß darüber, aus welchen Abgasen, d. h. aus welchen Industriegruppen, künftig solche für die Düngung geeigneten Stoffe gewonnen werden und Verwendung finden sollen. Augenscheinlich deutet aber die Analyse darauf hin, daß hier gleichfalls Flugstäube aus Gichtgasen, wie schon vorhin erwähnt, also aus der eisenschaffenden Industrie, künftig Verwendung finden sollen. Das Charakteristische dieser Patentschrift konzentriert sich zudem in der Erkenntnis, daß man zur Erfassung solcher Stoffe, wie sie in Flugaschen von Kohlefeuerungsabgasen enthalten sind, künftig Elektrofilter benutzen will.
  • Die deutsche Patentschrift 818 198 schlägt gleichfalls vor, den Gichtstaub aus Trockengasreinigungsanlagen zu verwenden. Auch hier will man eine bestehende Schwierigkeit auf diesem Gebiet der Erfassung dadurch verbessern, daß man vor die technisch bekannten Filterschläuche noch Wirbler einschaltet. Eine Analyse dieses anfallenden Filterstaubes wird in der Patentschrift angeführt, und zwar deutet auch diese Analyse klar darauf hin, daß man auch in diesem Fall Gichtgase der eisenverarbeitenden Industrie künftig, bevor man diesen Gichtstaub in körnige Form gebracht hat, mit anderen Hauptdüngemitteln oder organischen Düngern mischen will. Technisch kann ergänzend noch darauf hingewiesen werden, daß der Gehalt an ZnO bekanntlich in diesem Gichtgasstaub ein Sublimationsprodukt darstellt.
  • Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Bekannten gegenüber vollständig neue Wege zur Spurenelementdüngung zu zeigen. Aus dem bisher Gesagten geht ganz klar hervor, daß man nur »Gichtgase« - das ist ein ganz klarer technischer Begriff -als Ausgangsabgase verwendet hat, um aus ihnen die enthaltenen staubförmigen Bestandteile als Gichtgasstaub zu gewinnen und für die Düngung von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen zu verwenden. Daß aber die Abgase aus der eisenerzeugenden Industrie auch nur zwangläufig Schwermetalle führen können, die in den Vormaterialien (Erzen) vorhanden sind, ist klar. Daher können metallische Wirkstoffe, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft lebensnotwendig sind - vor allen Dingen aber das Kupfer - in solchen Abgasen nur in derartig niedrigen Mengen vorhanden sein, daß sie praktisch für die Behebung von echten Krankheitserscheinungen auf Mangelböden nie in Frage kommen können.
  • Um aber aus Abgasen nunmehr im Sinne der Mikronährstoffdüngung Mikronährstoffdüngemittel mit möglichst hohen, Gehalten an Mikronährstoffen zu gewinnen, wird daher vorgeschlagen, künftig nur solche Abgase zur Gewinnung von Mikronährstoffen zu verwenden, die von Kupfer- oder Zinkhütten, von Metallschmelzereien, Metallgießereien sowie von Betrieben, die Ferromangan-, Ferrokobalt-, Ferrowolfrain-, Ferrosilicium-, Ferromolybdän- und ähnliche Legierungen erschmelzen, herrühren. Es ist klar, daß solche Abgase - im Gegensatz zu denjenigen der eisenschaffenden Industrien, aus welchen die bisher bekannten Gichtgasstaub-Düngemittel gewonnen wurden - an sich hohe Gehalte in Form von Oxyden der lebenswichtigen Mikronährstoffe enthalten müssen, da als Vormaterial keinerlei Erze Verwendung finden, sondern mehr oder weniger reine Metalle bzw. Metallverbindungen. Es ist ferner klar, daß nicht nur die Eigenschaften der Abgase, sondern auch die Gehalte an metallischen Wirkstoffen in solchen Abgasen immer Schwankungen unterworfen sind. Diese Schwankungen sind nicht nur dadurch bedingt, daß in den einzelnen Werken dieser Industriegruppen die zur Verarbeitung kommenden Legierungen verschiedenartig zusammengesetzt sein können bzw. der Verbrauch an den Metallegierungen verschieden ist oder die Art der Verarbeitung der Legierungen Unterschiede aufweist. Manchmal müssen auch verschiedene Metallegierungen kurzfristig im Arbeitsprozeß gewechselt werden. Auch andere technische Vorgänge, wie Elberhitzung der Metalle, werden die analytische Zusammensetzung solcher aufgefangenen Stäube aus diesen Abgasen verschiedenartig gestalten.
  • Gegenstand der Erfindung ist somit die Verwendung der aus den ganz bestimmten Abgasen, nämlich aus solchen der Kupfer- oder Zinkhütte, der Metallschmelzereien, :Metallgießereien, der Ferromangan-, Ferrokobalt-, Ferrowolfram-, Ferrosilicium-, Ferromolybdän- und ähnliche Legierungen erschmelzender Fabrikationsstätten, mittels Zyklone, Staub- oder Filterkammern u. dgl. oder auf nassem Wege in an sich bekannter Weise gewonnen, feinverteilten, gegebenenfalls getrockneten, hochkonzentrierten Metalloxyde als Mikronährstoff- bzw. Spurenelementdüngemittel. Das Abfangen solcher Metalloxyde bzw. Mineralstoffe aus Abgasen der Industrien ist bekannt. Trotzdem veranschaulicht die Zeichnung den technischen Vorgang beispielsweise nochmals. Nachdem die Abgase Staubkammern bzw. Staubfilter passiert haben, gelangen sie durch den Sog eines vorhandenen Fabrikschornsteins in passende, hintereinandergeschaltete Kammern. Die Abgase kommen zwangläufig an langsam rotierenden Prallwänden vorbei. Die letzteren sind entsprechend den Abgasen groß dimensioniert und drehen sich auf einer langsam rotierenden Welle. Im unteren Teil dieser einzelnen Kammern befindet sich Wasser oder ein anderes geeignetes Medium. Diese Prallwände werden nun durch die langsam rotierende Bewegung in ihrem unteren Teil durch die Flüssigkeit naß. Diese Feuchtigkeit verbleibt natürlich auch in der jeweils oberhalb befindlichen Hälfte der Prallwände und übt auf die durchstreichenden Gase, in denen ja die Oxyde mitgeführt werden, eine Anziehung aus. Diese Oxyde kleben so lange an dieser Scheibe, bis sie wiederum langsam in die untere Flüssigkeit gelangen, und werden dort dann durch passende Abstreifer abgewischt. Die Oxyde erhalten durch diese Feuchtigkeit eine gewisse spezifische Schwere, sinken somit in die unteren Teile des Apparates und werden dann an der tiefsten Stelle ausgetragen. Diese letztere technische Möglichkeit ist aus der naßmechanischen Aufbereitung bekannt und braucht nicht näher geschildert zu werden. Somit gelangen diese feucht gewordenen Oxyde in eine Sammelrinne, von der sie in passende Eindicker durch Klärgruben weitergeleitet werden können. Auch solche Vorrichtungen sind aus der naßmechanischen Aufbereitung bekannt. Diese so erfaßten oxydischen Konzentrate müssen analytisch zuerst einmal auf Gehalte überprüft werden, damit sie jeweils für den geeigneten Mangelboden auch eingesetzt werden können. Solche eingedickten Schlämme können dann technisch noch «-eiter im Verwendungssinne behandelt werden, indem man sie granuliert und anderen Düngemitteln in abdosierter Form beimischt. Ergänzt soll nur noch werden, daß das abgeklärte Wasser im Kreislauf einem solchen Apparat immer wieder von neuem zugeführt «-erden kann. Diese aus den Abgasen der genannten Fabrikationsstätten gewonnenen 1letalloxy de sind bisher als Mikronährstoffdüngemittel nicht verwendet worden. Ihre Verwendung zu diesem Zweck lag auch keineswegs nahe, da sie bisher in die Fabrikationsstätten zurückgingen. Sie weisen einen sehr hohen Gehalt an Mikronährstoffen und keinerlei Ballaststoffe auf. Die Mikronährstoffe sind in feinster Verteilung vorhanden und bringen daher sowohl bei dem Ausstreuen auf 'Mangelböden für sich als auch beim Vermischen mit 'Makronährstoffen erhebliche Vorteile mit sich. Die Mikronährstoffe sind in diesen Metalloxyden in für die Pflanzen leicht aufnehmbarer und auch in langsam sowie anhaltend wirkender Form enthalten, so daß den Pflanzen sowohl im Jugendstadium (Startmikronährstoffe) als auch im Verlaufe der weiteren Vegetationsperiode stets ausreichende Mengen an Mikronährstoffen zur Verfügung gestellt werden. Die Metalloxvde lassen sich auf einfache Weise aus den Abgasen -der genannten Fabrikationsstätten gewinnen und stellen daher eine neue und vorteilhafte Quelle für die Spurenelementversorgung der landwirtschaftlichen Kulturböden dar. Die aus den genannten Abgasen gewonnenen Metalloxvde lassen sich ferner auf einfache Weise zu Körnern, Granulaten u. dgl. verarbeiten, die sich mit der Hand oder den üblichen Düngerstreumaschinen leicht auf die Mangelböden ausstreuen lassen. Durch die Bodenfeuchtigkeit, durch Regen od. dgl. werden diese Granulate wieder in die ursprünglichen feinstzerteilten Partikelchen zerlegt, die den Pflanzen in dieser Form als Mikronährstoffe zur Verfügung stehen.
  • Um nun im Sinne der Mikronährstoffdüngung, wo, wie anfangs erwähnt wurde, nicht nur die Oualität der verschiedenen Metalle von Wichtigkeit ist, sondern auch die Menge derselben pro ha von entscheidender Bedeutung ist, weitere Ausführungen zu machen, wird empfohlen, solche aufgefangenen Stäube nach bekannten technischen 'Möglichkeiten nicht direkt mit Düngeinitteln einzumischen, sondern den Anfall zuerst einmal analytisch zu untersuchen. Ist z. B. der Kupfergehalt ermittelt, so ist es natürlich ein leichtes, diese erhaltenen Flugstäube im Bedarfsfalle weiter anzureichern. Eine solche Anreicherung kann unschwer z. B. mit dem bereits schon früher in Vorschlag gebrachten Kupferhammerschlag, der unter Umständen bis 85 'c Cu-Gehalt aufweist, oder mit geeigneten anderen Kupferkonzentraten erfolgen. Verfährt man künftig erfindungsgemäß in diesem Sinne, nämlich dall man a) zuerst einmal nur Abgase der bereits erwähnten Betriebe im Sinne der Rückgewinnung wertvoller Metalloxyde ausnutzt, b) dieses aus den Abgasen aufgefangene Produkt dann genau im Sinne lebenswichtiger Mikronährstoffdüngemittel analysiert und c) dann noch eventuell fehlende Gehalte an solchen lebenswichtigen Schwermetallen durch billiges Zusatzmaterial anreichert, dann ist auch das Auffangen bzw. das Rückgewinnen metallischer Anteile aus diesen Industrieabgasen lohnend, sinnvoll und, mit erheblichen Vorteilen verknüpft.
  • Dieser so aufgegangene metallische Rückstand aus diesen Abgasen weist, wie bereits erwähnt, einen beachtlich hohen Gehalt an Kupfer, Zink, Mangan. bobalt, Wolfram, Molybdän usw. auf. Diese angereicherte Masse kann man nun entweder bei einem bekannten Herstellungsprozeß der iHakronährstoffdüngemittel dosiert einmischen, oder man kann diese erhaltenen Stäube durch bekannte Maßnahmen befeuchten, den erhaltenen Brei zu Granulaten formen und dann dieses Granulat als ein Spezialinikronährstoffdüngemittel auf Mangelböden verwenden.
  • Nach einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die aus den Abgasen der genannten Fabrikationsstätten gewonnenen Metalloxyde im Gemisch mit den aus den Abgasen außerdem noch gewonnenen nichtmetallischen Wirkstoffen und Mineralstoffen, wie Phosphorsäure,,Schwefel usw., als Mikronährstoffdüngemittel verwendet, wodurch diese Wirk- und Mineralstoffe in vorteilhafter Weise für die Pflanzenernährung bzw. Landwirtschaft nutzbar gemacht werden.
  • Die erfindungsgemäße Verwendung der aus den genannten Abgasen gewonnenen, feinstverteilten hochkonzentrierten und fast ballastfreien Metalloxyde als Mikronährstoff- bzw. Spurenelementdüngeinittel in der Landwirtschaft bietet schließlich auch bei der Lagerung, beim Transport und beim Ausstreuen auf Kulturböden weitere erhebliche Vorteile.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verwendung der aus dem Abgasen von Kupfer-oder Zinkhütten, von Metallschmelzereien, Metallgießereien sowie Ferromangan, -kobolt, -wolfram, -silicium, -molvbdän und ähnliche Legierungen erschmelzenden Fabrikationsstätten mittels Zvklone, Staub- oder Filterkammern u. dgl. oder auf nassem Wege in an sich bekannter Weise gewonnenen, feinverteilten, gegebenenfalls getrockneten, hochkonzentrierten Metalloxyde als Mikronährstoff- bzw. Spurenelementdüngemittel.
  2. 2. Verwendung von Metalloxyden nach Anspruch 1 als Mikronährstoff- bzw. Spurenelementdüngemittel im Gemisch mit den aus den Abgasen gewonnenen nichtmetallischen Wirkstoffen und Mineralstoffen, wie Phosphorsäure, Schwefel u. dgl. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 818 198. 740 290, 550 939, 494 713, 385 751.
DEJ13223A 1957-05-16 1957-05-16 Mikronaehrstoff- bzw. Spurenelement-duengemittel aus den Abgasen der metallverarbeitenden Industrien Pending DE1041062B (de)

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