Verfahren zur Herstellung von Zierfäden und haarigen Garnen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Zierfäden und haarigen Garnen, wie z. B. Chenille, Schleifen garn, Kräuselgarn, Knotengarn, o. ä., durch Umspinnen eines Kettgarnes mit einem Schussgarn.
Durch die US-Patentschrift 3 362 146 ist eine Chenille- Spinnmaschine bekannt, bei der eine Anzahl gemeinsam ange triebener Spinneinheiten auf einem Gestellrahmen angeordnet ist, der auf einem Obergatter Bobinen für Kettgarn und Ver bindungsgarn enthält. Jede Spinneinheit hat einen stationären, hohlen Verlitzer, durch den das Kettgarn geführt wird. Koaxial mit dem Verlitzer ist eine rotierende Spindel angeordnet, die einen konischen, einen oder mehrere Schussfäden enthalten den Schusskötzer trägt. Dieser ist durch ein rotierendes zylin drisches Gehäuse mit einer Endöffnung umgeben, das den vom Schusskötzer abgenommenen Schussfaden in einem vorgegebe nen Bereich hält.
Mit einer nahe dem offenen Ende des Gehäuses angeordneten Brems- und Führungsringanordnung wird die Abführung des Schussfadens beeinflusst und derart gesteuert, dass dieser den Kettfaden umspinnt und bindet. Das auf diese Weise umsponnene Kettgarn wird direkt einer Abzugswalzenanordnung zugeführt, die es von der Verlitzeran- ordnung abführt. Zum Trennen des Schussfadens ist an der Walzenanordnung ein Drehmesser vorgesehen. Die Verbin dungsfäden werden den Abzugswalzen zugeführt und mit diesen gezogen, so dass sie sich mit den Kettfäden und den geschnittenen Schussfäden vereinigen.
Die Kettfäden und die Verbindungsfäden werden mit den an ihnen angeordneten getrennten Schussfäden auf zwei rotierende Spindeln eines Flügelmechanismus geführt, wobei die getrennten Schussfäden von den verlitzten Ketten- und Verbindungsfäden abstehen und dem so gebildeten Garn ein haariges Aussehen geben.
Nicht nur die Spindel und die Kötzerkapsel einer jeden Spinn einheit werden mit einer gemeinsamen Antriebsvorrichtung, beispielsweise einer über die Länge des Gestellrahmens verlau fenden und mit einem Antrieb gekoppelten Antriebswelle gedreht, sondern dieser Antriebswelle sind auch die Walzenan ordnung und das Drehmesser sowie die Aufwickelspindeln zugeordnet.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Verwendung einer gemeinsamen Antriebsvorrichtung für alle Spinneinheiten des Gestellrahmens zu häufigen Ausfällen einer oder mehrerer Spinneinheiten und zu einer Beeinträchtigung der Qualität des Endproduktes führt. Die Totzeit einer Spinneinheit stört die gewünschte Produktivität der Maschine und erhöht die Pro duktionskosten nicht nur hinsichtlich des Produktionsausfalls, sondern auch in bezug auf die für die Überwachung erhöhten Personalkosten.
Durch eine einheitliche Antriebsvorrichtung werden Vibra- tionskräfte erzeugt, die wahrscheinlich den Ausfall einer oder mehrerer Spinneinheiten verursachen, und die Unmöglichkeit, den Betrieb einer jeden Spinneinheit individuell zu steuern, erfordert eine gemeinsame Steuerung, die jedoch zur Durch führung während des Betriebes der Gesamtmaschine zu schwie rig ist. Daher kann das mit einer oder mehreren Spinnein heiten geformte Garn manchmal schlechtere Qualität und ein anderes Aussehen haben als das der anderen Einheiten.
Ausser den durch einen gemeinsamen Antrieb aller Spinn einheiten verursachten Problemen besitzt eine Maschine der bekannten Art auch keine Vorrichtung zur Steuerung und Einstellung der Schneidemesser. Lediglich die Schneidestellung eines jeden Messers relativ zu der ihm zugeordneten Walzen anordnung bestimmt das haarige Aussehen des produzierten Garns. Das Abstehen der getrennten Schussfäden von den gedrehten Kettfäden und Verbindungsfäden soll jedoch für alle Spinneinheiten gleichbleibend sein. Gleiches gilt auch für die Struktur der gedrehten Fäden.
Es hat sich ferner gezeigt, dass die Zugwirkung auf die Schuss- und Kettfäden bei deren Abführung von der Verlit- zungsanordnung im Hinblick auf unerwünschte Spannungen unzweckmässig ist und deshalb vermieden werden sollte.
Schliesslich hat sich auch herausgestellt, dass die auf jeden der von den Bobinen des Obergatters abgeführten Fäden einwirkende Spannung sehr wichtig ist, da die Fäden straff gehalten werden sollen, jedoch dabei nicht zerreissen dürfen.
Die Aufgabe der Erfindung beteht darin, ein Verfahren zu schaffen, das die vorstehend genannten Nachteile und Pro bleme vermeidet und eine gleichbleibend gute Qualität des Endproduktes ohne Betriebsunfälle gewährleistet.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeich net, dass die Zuführung des mit Schussgarn umsponnenen Kettgarns zur Abzugsrollenanordnung periodisch program miert verzögert wird.
Zur Verwirklichung dieses Verfahrens kann für jede Spinn einheit einer Spinnmaschine ein Antriebsmotor vorgesehen sein, der die Spindel- und Verlitzereinheit, die Walzenanord nung und die Aufnahmespindeln antreibt, wozu zweckmässig jeweils eine besondere Transmission vorgesehen ist. Jede Transmission kann für sich gesteuert und eingestellt werden, so dass abhängig von dem gewünschten Gewicht, der Drehung und der Länge der geschnittenen Schussfäden des hergestellten Garns jeweils eine besondere Einstellung möglich ist.
Der Antrieb kann auch über eine Transmission zur Drehung von Lieferwalzen verwendet werden, die zwischen der Spindel- und Verlitzungsanordnung und den Abzugswalzen vorgesehen sind und die Kett- und Schussfäden diesen Walzen zuführen, so dass deren Zugwirkung nicht allein auf die Fäden einwirkt. Jedes Drehmesser kann mit einem eigenen Motor versehen sein, für den eine Vielfacheinstellung möglich ist, so dass die Lage des Messers relativ zur Walzenanordnung leicht geändert werden kann.
Die von den Bobinen abgeführten Fäden werden dem Ver- litzer und den Abzugswalzen vorteilhaft über Spannvorrichtun gen zugeführt, durch die sie in einfacher Weise straff. gehalten, jedoch nicht zerrissen werden.
Die besondere Art des Antriebs einer solchen Maschine bringt hinsichtlich des Betriebs der Spinnmaschine wesentliche Vorteile mit sich, die in erster Linie in der Vermeidung von Betriebsausfällen bestehen. Ferner ist die Erzeugung von vier Fäden mit ausgezeichneter Qualität möglich, da unabhängig von der vorhandenen Anzahl der Spinneinheiten deren indivi duelle Steuerung leicht möglich ist.
Dabei wird ein minimaler Wartungsaufwand für die jeweilige Spinneinheit verursacht. Die verschiedenen Einstellmöglichkeiten des Antriebs einer Spinneinheit erlauben eine wahlweise individuelle Anpassung und Koordinierung der Arbeitsweise der einzelnen Funktions einheiten zueinander, wodurch gleichfalls eine gleichbleibend gute Qualität des hergestellten Garns gewährleistet ist und ein Zerreissen der Fäden verursachende Spannungen vermieden werden.
Bei einer Abart des erfindungsgemässen Verfahrens kann die Verzögerung beispielsweise in vorbestimmt gesteuerten Bewegungsunterbrechungen bestehen, die besondere Wirkun gen auf die Ausbildung des Endproduktes zeigen. Für einige Schleifengarne kann dabei das Drehmesser auch stillgesetzt werden.
Ein Ausführungsbeispiel einer zur Ausübung des erfin dungsgemässen Verfahrens geeigneten Spinnmaschine wird im folgenden anhand der Figuren beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Gesamtdarstellung der erfindungs- gemässen Spinnmaschine, Fig. 2 eine schematische Darstellung der Schaltung der elektrischen Antriebsmotoren für die verschiedenen Funk tionsgruppen der Spinneinheiten, Fig. 3 eine Seitenansicht der Spinnmaschine, Fig. 4 eine teilweise Rückansicht der Spinnmaschine, Fig. 5 eine teilweise Vorderansicht der Spinnmaschine, Fig. 6 eine teilweise Draufsicht auf die Spinnmaschine in einem Teilschnitt, Fig. 7 den Schnitt 7-7 aus Fig.
6 zur Darstellung der Lie ferwalzenanordnung und der Abzugswalzenanordnung mit dem Drehmesser, Fig. 8 den Schnitt 8-8 aus Fig. 7, Fig. 9 den Schnitt 9-9 aus Fig. 5 zur Darstellung einer Kötzerkapsel mit einer Verriegelungsvorrichtung, Fig.10 den Schnitt 10-10 aus Fig. 9, Fig. 11 den Schnitt 11-11 aus Fig. 10 zur Darstellung der Verriegelungsvorrichtung für die Spindel- und Verlitzungsan- ordnung in Arbeitsstellung, Fig. 12 eine vergrösserte perspektivische Teilansicht der Einstellvorrichtung für das Drehmesser, Fig.13 eine perspektivische Darstellung der Steuerung für die Lieferwalzen zur Unterbrechung der Garnbewegung und Fig.
14 eine Darstellung eines mit der Maschine erzeugten Zierfadens.
In den Fig. 1 und 3 ist eine Spinnmaschine 10 dargestellt, die auf einem Gestenrahmen 12 eine Anzahl unabhängig von einander arbeitender Spinneinheiten 15 enthält, die in Längs richtung des Rahmens mit Abstand zueinander angeordnet sind. Der Gestellrahmen trägt ein Obergatter 14, auf dem Bobinen 16 und 18 mit Kettfäden 20 und 22 und Bobinen 24 und 26 mit Verbindungsfäden 28 und 30 für jede Spinneinheit 15 vorgesehen sind. Innerhalb jeder Einheit 15 werden die Kettfäden durch einen stationär angeordneten Verlitzer 32 einer Spindel- und Verlitzungseinheit 35 geführt, die eine rotierende Spindel 34 mit einem darauf befestigten konischen Schusskötzer enthält.
Dieser ist mit einem oder mehreren Schussfäden 38 versehen, die um die Kettfäden am äusseren Ende der Spindel- und Verlitzungsanordnung 35 gewickelt werden. Die auf diese Weise mit den Schussfäden umsponne nen Kettfäden werden mit einer Lieferwalzenanordnung 42 einer Abzugswalzenanordnung 40 zugeführt. Dieser ist ein Drehmesser 44 zugeordnet, welches die Schussfäden schneidet; ferner werden Verbindungsfäden 28 und 30 der äusseren Walze der Abzugswalzenanordnung 40 zugeführt und dort mit den Kettfäden und mit den geschnittenen Schussfäden ver einigt. Das so erhaltene Garn wird auf rotierende Spindeln 46 und 48 aufgewickelt, die auf einem Ringspinner 50 angeordnet sind.
Wie aus den Fig.1 und 3 hervorgeht, üben derart rotie rende Spindeln eine Drallwirkung auf die Kett- und Verbin dungsfäden aus, so dass die Schussfäden fest zwischen ihnen gebunden werden und seitlich in verschiedenen Richtungen von ihnen abstehen, wodurch das Garn ein haariges Aussehen erhält. Auf diese Weise erzeugt jede Spinneinheit 15 zwei Chenille-Fäden identischer Struktur und gleichen Aussehens. Beim Betrieb werden die Spinneinheiten 15 derart eingestellt, dass sie untereinander gleichartiges Garn herstellen. Die Anzahl der Einheiten 15 auf einem Gestellrahmen kann unter schiedlich sein, sie liegt in der Praxis zwischen fünfzehn und zwanzig.
Wie aus den Fig.1 und 5 hervorgeht, werden die Keafäden 20 und 22 und die Verbindungsfäden 28 und 30 in jeder Spinn einheit 15 dem Verlitzer 32 bzw. den Abzugswalzen 40 zuge führt und dabei mit Führungs- und Spannvorrichtungen 52 unter Spannung gehalten. Diese Spannvorrichtungen 52 sind auf dem Gatter angeordnet und führen die Fäden unter kon stanter Spannung derart, dass sie in straffem Zustand gehalten werden, jedoch nicht zerreissen.
Jede Spannvorrichtung 52 besteht aus zwei parallel zueinander mit Abstand angeordneten Schienen 54 und 56, die miteinander ein Gestell 58 bilden, auf dem eine Stahlrolle oder ein anderer harter und zylindrischer Körper 60 frei aufliegt. Die Fäden werden über die Schienen des Gestells und unter dem Rollenelement 60 vorbeigeführt, welches eine leichte, jedoch nicht zu starke Bremswirkung bzw. Spannung auf die Fäden ausübt.
Aus den Fig. 4 und 5 ist zu erkennen, dass die Schienen über die gesamte Länge des Gatters verlaufen. Wie aus Fig. 1 her vorgeht, sind die Rollen 60 relativ zu den Bobinen für die Kett- und die Verbindungsfäden derart angeordnet, dass diese Fäden unter Spannung an den Komponenten der Spinneinheit 15, beispielsweise an der Spindel- und Verlitzungsanordnung 35, vorbeigeführt werden.
Die Spindel- und Verlitzungsanordnung 35 ist ähnlich der in der US-Patentschrift 3 362146 beschriebenen ausgebildet und enthält neben dem stationären Verlitzer 32 und der koaxial zu ihm angeordneten rotierenden Spindel 34 mit Kötzer 36 ein zylindrisches Gehäuse oder eine Kapsel 62, die den Kötzer drehbar umgibt, wie aus Fig. 9 hervorgeht. Die Kapsel 62 ist an ihrem den Abzugswalzen 40 zugewandten Ende 64 offen, am anderen Ende ist sie zur Lagerung der rotierenden Spindel 34 verschlossen. Die Spindel bildet mit der Kapsel 62 eine einheitliche Anordnung, die mit einem vorstehenden Teil 66 versehen ist.
Dieser ist in einem Lagerblock 68 angeordnet, welcher am Gestellrahmen 12 befestigt ist, wie aus den Fig. 9-11 hervorgeht. Der Lagerblock 68 hat ein oberes Joch 70, in dem ein Gehäuse oder Halter 72 mit seitlich vorstehenden Stiften 74 schwenkbar gelagert ist. Die Spindel und der Vor sprung 66 der Kapsel sind in einer axialen Bohrung 68 des Halters 72 drehbar gelagert, und der Verlitzer 32 ist darin koaxial in der Spindel angeordnet. Das äussere Ende des vor stehenden Teils 66 ist mit einer Riemenscheibe 76 versehen, auf der ein Antriebsriemen 78 in der in Fig. 1 gezeigten Weise angeordnet ist.
Wie aus Fig. 10 hervorgeht, ist der Halter 72 auf Schraubenfedern 80 angeordnet, die die Spindel- und Verlitzungsanordnung 35 aufwärts in eine geneigte Lage drük- ken, die in Fig. 9 gezeigt ist. In dieser Lage kann ein voller Kötzer 36 auf die Spindel durch das offene vordere Ende 64 der Kapsel 62 aufgeschoben werden. Der Kötzer 36 wird auf der Spindel mit einem Feststeller 82 befestigt, der auf der Spin del sitzt und auf die Vorderseite des Kötzers einwirkt.
Die Spindel- und Verlitzungsanordnung 35 wird mit einer Verriegelungsvorrichtung 84 der in Fig. 11 gezeigten Art in ihrer unteren Betriebsstellung gehalten. Diese Vorrichtung 84 hat eine Querbohrung 86 in einem Teil des Jochs 70 und eine darauf auszurichtende Öffnung 88 in der benachbarten Seite des Halters 72. In den Öffnungen ist ein Verriegelungsbolzen 90 angeordnet, der manuell eingesetzt und mit einem Kipphe- belverschluss 92 verriegelt wird.
Wie auch bei der durch die US-Patentschrift 3 362 146 bekannten Spinnmaschine ist nahe dem offenen Ende 64 der Kapsel 62 ein Brems- und Führungsring 94 angeordnet. Dieser wird gemäss der Erfindung mit einem Haltearm 96 in seiner Betriebsstellung gehalten. Der Haltearm ist mit Klemmvorrich tungen 100 an vertikalen Stützen auf der Oberseite des Halters 72 verstellbar gelagert. Der Führungs- und Bremsring ist an dem auf den Stützen 102 verstellbar befestigten Haltearm 96 in senkrechter Richtung verstellbar befestigt (Fig. 9 und 10).
Vor dem Führungs- und Bremsring 94 ist wie bei der bekannten Maschine eine Abzugswalzenanordnung 40 vorge sehen, die aus Führungs-, Zug- und Verlitzungswalzen 104, 106 und 108 besteht. Die Walzen sind in derselben Weise wie bei der bekannten Maschine ausgebildet und angeordnet.
Für jede Spinneinheit 15 ist ein Elektromotor 110 vorgese hen, der hinter der jeweiligen Einheit auf dem Gestellrahmen 12 befestigt ist, wie aus Fig. 3 hervorgeht. Aus Fig. 4 ist zu erkennen, dass jeweils ein Motor einer Spinneinheit 15 zuge ordnet und in Längsrichtung des Gestellrahmens 12 mit Abstand zum jeweils benachbarten Motor angeordnet ist. Der Motor 110 trägt auf seiner Welle 114 eine Dreifachriemen scheibe 112. Auf dem äussersten Teil dieser Riemenscheibe ist der Riemen 78 geführt, der auf der Riemenschiebe 76 sitzt und die Spindel 34 sowie die Kapsel 62 antreibt. Die äusserste Riemenscheibe ist in bekannter Weise in ihrem Durchmesser verstellbar, so dass die Antriebsgeschwindigkeit des Riemens 78 und damit die Drehzahl der Spindel 34 und der Kapsel 62 veränderbar sind.
Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit beim Umspinnen der Kettfäden mit dem Schussfaden reguliert werden. Eine Spannrolle 116 für den Riemen 78 ist auf einer Halterung 118 angeordnet, die mit einem Bolzen 120 an der Rückseite des Gestenrahmens schwenkbar befestigt ist. Die Halterung ist mit einem gebogenen Einstellschlitz 122 verse hen, in dem eine Feststellschraube 124 sitzt.
Auf dem innersten Teil der Dreifachriemenscheibe 112 ist ein Antriebsriemen 126 geführt, der über eine Rolle 127 auf dem äusseren Ende einer Welle 128 geführt ist, die mit ihrem anderen Ende mit einer zu ihr rechtwinklig angeordneten Welle 130 gekoppelt ist. Die Rolle 127 ist in bekannter Weise in ihrem Durchmesser verstellbar, so dass die Drehgeschwin digkeit der Welle 130 geregelt werden kann. Die inneren Enden der Wellen sind mit Kegelzahnrädern 132 versehen, die in einem Getriebegehäuse 134 angeordnet sind. Dieses ist am Rahmen befestigt und für jede Spinneinheit in der in Fig.1 gezeigten Weise vorgesehen.
Die Welle 130 trägt an ihrem äusseren Ende eine Rolle 136, die gleichfalls variabel sein kann und über einen Riemen 139 mit einer im vorderen Bereich der Spinneinheit angeordneten variablen Rolle 138 gekoppelt ist. Die Rolle 138 sitzt auf einer Welle 140, die auch mit einem Zahrad 142 versehen ist, welches über ein Zwi schenzahnrad 144 mit einem Zahnrad 146 gekoppelt ist. Die ses ist auf einer Welle 148 befestigt und liefert die Antriebs kraft für eine aus drei Zahnrädern auf den Wellen der Walzen 104,106 und 108 gebildete Übersetzung 150, so dass die Walze 104 im Gegenuhrzeigersinn, die Walze 106 im Uhrzei gersinn und die Walze 108 im Gegenuhrzeigersinn angetrieben wird.
Durch Verstellung der Rolle 127 und, falls erforderlich, der Rollen 136 und 138 kann die Geschwindigkeit des Riemens 139 derart eingestellt und geregelt werden, dass die Walzenan ordnung 40 und die ihr zugeordneten Lieferwalzen 42 hinsicht lich ihrer Drehgeschwindigkeit an die Arbeitsgeschwindigkeit der Spindel- und Verlitzungsanordnung 35 angepasst sind. Durch die variablen Rollen kann auch eine Spannung des Riemens 139 erfolgen.
Die Spindeln 46 und 48, die den Aufnahme- oder Flügelme chanismus bilden, sind auf Halterungen 152 drehbar angeord net, die in Fig. 3 dargestellt sind. Sie tragen Bobinen 154. Für alle Spindeln des Gestellrahmens ist eine gemeinsame Ring bank 156 vorgesehen, die in bekannter Weise in vertikaler Richtung hin und herbewegt wird. Die Rollen 158 der Spin deln 46 und 48 sind durch einen Antriebsriemen 160 mit einer Doppelriemenscheibe 162 gekoppelt, die über eine gekreuzte Transmission 164 mit dem mittleren Teil der Dreifachriemen scheibe 112 auf der Motorwelle gekoppelt ist.
Der das Trans missionsband 164 tragende Teil der Doppelriemenscheibe 162 ist variabel, so dass die Antriebsgeschwindigkeit des Riemens 160 für die Spindeln wahlweise entsprechend dem gewünsch ten Drall für das Garn eingestellt werden kann. Eine derartige Änderung der Drallwirkung für die Kett- und Verbindungsfä den ändert das Aussehen und die Festigkeit des hergestellten Garns.
Der Riemen 160 ist mit seinem vorderen Teil nach innen geschleift und dort nach Führung über die Antriebsrollen der Spindeln über eine Spannrolle 168 geführt, die auf einem Stift 170 gelagert ist. Dieser ist auf einem Lagerbock 172 befestigt, der mit einer Einstellschraube 174 in der in Fig. 3 gezeigten Weise verstellbar befestigt ist.
Eine in den Fig. 3 und 4 gezeigte Unterdruckleitung 176 verläuft über die Länge des Gestenrahmens zu einem an einem Ende des Rahmens angeordneten Sammelrohr und ist mit Röhren 180 versehen, die bis zu einer Stelle gerade unter der äusseren Walze 108 der Abzugswalzenanordnung 40 verlaufen, wie es in Fig. 7 dargestellt ist.
Die Kettfäden 20 und 22 sind über Ösen 182 zur Spannvor richtung 52 und zu einer Führungsrolle 184 geführt, mit der sie aus ihrer schräg verlaufenden Richtung in eine horizontale Richtung zum rückwärtigen Ende des Verlitzers 32 geleitet, werden. Die Kettfäden werden bei ihrem Austritt aus dem vorderen Ende des Verlitzers mit dem Schussfaden 38 umsponnen, wie dies in den Fig. 1 und 7 dargestellt ist.
Das auf diese Weise gebildete Garn wird den Abzugswalzen mit den Lieferwalzen 42 zugeführt, die in den Fig. 1, 7 und 8 darge- auf der geriffelte Rollen 188 und 190 mit Abstand zueinander angeordnet sind. Ein Ende<B>192</B> der Achse ist in einem Lager in einer Stütze 194 eines Lagerjochs 196 angeordnet. Das andere Ende 140 der Achse ist in einer weiteren Stütze 198 angeord net und trägt das Antriebszahnrad 142.
Die Lieferwalzenan ordnung enthält ferner eine obere Achse 200, deren Enden 202 vergrössert und mit einer Gummihülse 204 versehen sind, so dass die so gebildeten Gummirollen auf die Oberfläche der harten geriffelten Walzen 188 und 190 einwirken. Die Achse 200 hat dünnere Enden 204, die in vertikalen Schlitzen 206 auf der Innenfläche der freien oberen Enden der Stützen 194 und 198 gelagert sind. Auf den dünneren Mittelteil 208 der Achse wirkt ein Haken 210 ein, der am oberen Ende eines Stabes 212 gebildet ist.
Dieser Stab ragt durch eine Öffnung 214 in einer am Gestellrahmen befestigten Lagerplatte 216 (Fig. 7) und ist an dieser mit einer Feder 218 gehalten, die auf die Unterseite der Platte 216 einwirkt und mit einer Mutter 220 am unteren, mit Gewinde versehenen Ende des Stabes befestigt ist. Der Stab ist an seinem oberen Ende mit einer Greiföse 222 versehen, mit der er gegen die Wirkung der Feder 218 zur Freigabe der Rollenachse 200 und zu deren Entfernung von den Lagerstützen angehoben werden kann.
Wie aus Fig. 8 hervorgeht, sind die geriffelte Antriebswalze und die obere Gummirolle direkt vor dem vorstehenden Teil des Verlitzers 32 angeordnet und bilden Lieferwalzen, die das mit dem Schussfaden umgebene Kettgarn ziehen und es der Walzenanordnung 40 zuführen. Die Aufgabe der Lieferwalzen besteht in der Erzeugung einer besseren Garnbewegung. Im Falle der Abnutzung der Gummiwalze kann die Achse 200 umgedreht werden, so dass die vorher nicht zur Garnförderung verwendete Walze nunmehr auf das Garn einwirken kann.
Die Gummirollen werden durch den federnd vorgespannten Stab 212 auf die harten geriffelten Walzen gedrückt und mit ihnen in Antriebskontakt gehalten.
Die Verbindungsfäden 28 und 30 werden über Ösen 224 sowie die Spannvorrichtung 52 zu unteren Ösen 226 geführt, wo sie ihre Richtung ändern und über Führungsösen 228 auf die mit Vertiefungen versehene äussere Rillenwalze 108 der Abzugswalzenanordnung 40 gelangen.
Die miteinander vereinigten Kett- und Schussfäden werden an den Walzen 104 und 106 und an der äusseren Riffelwalze 108 vorbeigeführt, an der die Kettfäden in die Vertiefungen gelangen und die Schussfäden hochgestellt werden, so dass sie mit dem Drehmesser 44 in der in der US-Patentschrift 3 362 146 beschriebenen Weise geschnitten werden können. Das Drehmesser 44 ist auf der Welle 230 eines Elektromo tors 232 angeordnet und mit einer Abschirmung 284 versehen, die den vorderen Teil umgibt und an einem aufrecht stehenden Arm 236 an der Vorderseite des Gestellrahmens befestigt ist.
Um eine gute Qualität der hergestellten Chenille-Fäden zu erzielen, ist es sehr wichtig, dass das Drehmesser sorgfältig relativ zu den hochgestellten Schussfäden eingestellt wird, so dass diese in jeder Spinneinheit an derselben Stelle zwischen den Kettfäden quer geschnitten werden. Dies ist deshalb wich tig, weil das hergestellte Chenille-Garn die Schussfäden in seitlicher Richtung abstehend .enthalten muss und dadurch sein haariges Aussehen erhält.
Das für jede Spinneinheit 15 individuell angetriebene Dreh messer 44 ist derart befestigt, dass es nach innen und aussen quer zum Rahmen und in dessen Längsrichtung verstellt wer den kann. Alle diese Einstellungen werden sehr fein vorge nommen und bewegen das Drehmesser relativ zur Walzenan ordnung, insbesondere zur äusseren Rillenwalze 108, die mit dem Messer zusammenwirkt.
Die Fäden werden bei ihrem Durchgang durch die Walzenanordnung mit einer Spannvor- richtung 238 unter einer vorgegebenen Spannung gehalten, diese Vorrichtung dient auch als Führung für den inneren Teil des Messers, wie aus Fig. 6 und 7 hervorgeht. Wie in Fig. 6 und 12 dargestellt ist, hat der Messermotor 232 eine Grundplatte 240, die mit einem länglichen Führungs keil 242 versehen ist, welcher in einer Keilnut 244 auf der Oberfläche einer Unterplatte 246 geführt ist.
Der Keil und seine Keilnut verlaufen quer zum Gestenrahmen und ermög lichen eine seitliche Bewegung des Motorgehäuses nach innen und nach aussen relativ zur Walzenanordnung und damit quer zum Gestenrahmen. Die Platte 246 ist an ihrem äusseren Ende mit einem Flansch 248 versehen, der eine Gewindeöffnung 250 hat, in der eine Einstellschraube 252 angeordnet ist.
Diese ist in eine Gewindebohrung 254 in der vorderen Seite der Grund platte 240 eingeschraubt. Durch ihre Drehung kann der Motor 232 nach innen und aussen verschoben werden, so dass sich eine Bewegung des Messers nach innen und aussen relativ zur äusseren Walze 108 der Walzenanordnung 40 ergibt.
Am Gestenrahmen ist eine Befestigungsplatte 256 vorgese hen, die unter der Platte 246 liegt und auf ihrer Oberfläche mit einer Keilnut 258 versehen ist. In dieser ist ein quer verlaufen der Führungskeil 260 gelagert, der an der Unterseite der Platte 246 vorgesehen ist. Die Platte 256 ist an ihrer einen Seite mit einem Flansch 262 versehen, der in einer Gewindeöffnung eine Einstellschraube 264 trägt, deren inneres Ende in eine Gewin debohrung 266 in der Seitenfläche der Platte 246 einge schraubt ist.
Durch Drehung dieser Schraube 264 kann der Motor in Längsrichtung des Gestenrahmens verschoben wer den, so dass das Messer seitlich relativ zur Walzenanordnung 40 verstellt wird. Eine vertikale Schraube 268 dient zur Fest stellung des Motors in seiner jeweils eingestellten Lage.
Das Messer ist derart angeordnet, dass die Schussfäden an der Walze 108 geschnitten bzw. getrennt werden, wodurch sich Litzen ergeben, die auf die Spindeln 46 und 48 aufgewickelt werden. Diese erzeugen eine Drallwirkung auf die Kett- und Verbindungsfäden, so dass die Schussfäden zwischen beiden fest gebunden werden und in, seitlicher Richtung von ihnen abstehen. Dadurch erhält das Garn sein haariges Aussehen.
In Fig. 2 ist die elektrische Schaltung für die Motoren einer jeden Spinneinheit dargestellt. Die Hauptleitung 270 führt von der Stromquelle über Sicherungen 272 auf zwei Speiseleitun gen 274 und 276, die Leitung 274 liefert den Strom für die Messermotoren 232, die Leitung 276 liefert den Strom für die Antriebsmotoren 110. Beide Leitungen 274 und 276 können durch die Hauptschalter 278 unterbrochen werden. Jeder Antriebsmotor<B>110</B> ist an die Leitung 276 über einen besonde ren Schalter 280 angeschaltet, so dass er jeweils ohne Störung der andefen Antriebsmotoren 110 ausgeschaltet werden kann.
In ähnlicher Weise sind die Messermotoren 232 an die Leitung 274 über jeweils einen besonderen Schalter 282 angeschaltet.
In den Fig. 13 und 14 sind besondere Vorrichtungen zur Durchführung des in Weiterbildung des Erfindungsgedankens vorgesehenen Spinnverfahrens dargestellt.
Dieses Verfahren besteht darin, dass die Lieferung der Kettfäden 20 und 22 mit den umsponnenen Schussfäden 38 vom äusseren Teil des Verlitzers 32 zur Walzenanordnung 40 verzögert oder unterbrochen wird. Dies erfolgt in einem bestimmten beliebigen Muster, so dass an dem Garn Knoten 284 der in Fig. 14 gezeigten Art erzeugt werden.
Eine Möglichkeit zur Unterbrechung der Lieferung des Garns oder zu deren Verzögerung ist in Fig. 13 dargestellt. Eine Nockenkette 286 ist in bestimmter Folge mit einer Anzahl Steuernocken 288 vorgesehen, die auf den Kontaktarm 290 eines Mikroschalters 292 einwirken. Die Nockenkette 286 kann durch einen besonderen Motor oder im Falle einer Antriebsanordnung der in Fig. 3 gezeigten Art über die Welle 162' angetrieben werden, auf der die Doppelriemenscheibe 162 sitzt.
Die Leitungen 294 des Mikroschalters sind mit einer Scheibenkupplung 296 verbunden, die eine mit einem Zahnrad getriebene Kette 298 antreibt, welche die Lieferwalzenanord- nung 42 steuert. Bei eingeschalteter Kupplung wirkt sie als Bremse und erzeugt eine Verzögerung oder Unterbrechung der Bewegung der Lieferwalzen, wodurch sich die Schussfäden zusammenballen und die Knoten 284 bilden.
Es ist auch möglich, durch periodische Unterbrechung der Garnlieferung Schleifen im Garn zu bilden. Eine weitere Mög lichkeit für solche Unterbrechungen besteht darin, bestimmte Zähne in den Zahnrädern auf der Welle 140 zu entfernen. Bei der Erzeugung von Schleifengarn soll das Messer 44 aus dem Bereich des Garnes entfernt werden, so dass die Schussfäden nicht geschnitten werden. Hierzu wird in einfacher Weise der Motorschalter 282 geöffnet und das Messer von der Walzenan ordnung 40 entfernt.
Es ist zwar günstiger, für jedes Messer 44 einen individuel len Antriebsmotor vorzusehen, es kann jedoch auch jeweils eine Transmission zwischen dem Antriebsmotor 110 einer jeden Spinneinheit und deren Drehmesser 44 vorgesehen sein. In jedem Falle wird die Spinneinheit 15 unabhängig von den anderen Einheiten betrieben, alle Einheiten können aber so eingestellt und betrieben werden, dass das von ihnen produ zierte Garn gleichbleibende Eigenschaften und Erscheinungs form hat.
Sollte ein Kettfaden oder ein Verbindungsfaden in einer Spinneinheit 15 reissen oder durch einen anderen Fehler eine Spinneinheit ausfallen oder schlechteres Garn produzieren, so kann diese durch die ihr individuelle Antriebsvorrichtung still gesetzt werden, ohne den laufenden Betrieb der anderen Ein heiten zu stören. Sie kann dann kontrolliert und schnell wieder in Betrieb gesetzt werden.
Dies ermöglichen die gemäss der Erfindung individuellen Antriebsvorrichtungen, denn bei einer gemeinsamen Antriebsvorrichtung für alle Spinneinheiten ist es nicht möglich, ohne Betriebsunterbrechung der gesamten Maschine eine Einheit zu kontrollieren. Die Abschaltung der gesamten Maschine ist jedoch im Hinblick auf die dadurch entstehenden Kosten nicht tragbar. Reissen beispielsweise die Fäden in einer Spinneinheit, so muss diese leer weiterlaufen, bis die anderen Einheiten einen durch eine Bobinenfüllung bestimmten gesamten Zyklus durchlaufen haben.
Sind jedoch die erfindungsgemässen individuellen Antriebsvorrichtungen vorgesehen, so kann jede Einheit überwacht, gesteuert und speziell eingestellt werden, ohne den Betriebszustand der anderen Einheiten zu beeinträchtigen.