Einstellvorrichtung in einem zeithaltenden Gerät
Die Erfindung betrifft eine Einstellvorrichtung in einem zeithaltenden Gerät, insbesondere einer Armbanduhr, zum Feineinstellen des Abstandes einer Brücke von einer Platine in einem vorbestimmten Bereich, insbesondere des Abstandes zwischen den Lagersteinen einer Unruhwelle, mit einem verstellbaren Anschlagglied, weiches in einem Spalt zwischen Brücke und Platine im Abstand von dem vorbestimmten Bereich angeordnet ist, und einer Verstellschraube, mit weicher die Brücke senkrecht zu diesem Spalt bewegbar ist.
Die zeithaltende Eigenschaft einer Uhr oder eines anderen zeithaltenden Gerätes hängt üblicherweise von einem schwingenden Regelglied ab. In einer Kleinuhr ist dieses Regelglied eine Unruh, die unter der Wirkung einer Antriebsfeder steht oder auf die ein elektrischer Antrieb einwirkt. Der Unruhkörper ist dabei auf einer Unruhwelle befestigt, die im Gestell, insbesondere in Platinen oder Brücken der Uhr gelagert ist. Die Unruhwelle dreht sich üblicherweise in Edelsteinlagern, die für die Drehung eine Lagerfläche haben und zugleich die Axialbewegung der Welle begrenzen.
Es ist nun wichtig, dass diese Lager in axialer Richtung eingestellt werden können. Wenn die Unruhwelle zu viel axiales Spiel hat, d. h. wenn die Welle sich zu weit axial bewegen kann, so können Hemmungs.- fehler oder Stellungsfehler des Gangordners eintreten, oder es kann sogar ein Lager oder die Welle beschädigt werden, wenn die Uhr Stössen unterworfen wird. Wenn das axiale Spiel der Weile zu klein gehalten ist, so kann der Gangordner nicht mit ausreichender Schwingungsweite für eine gute Zeithaltung schwingen und ausserdem wird zusätzliche Energie verbraucht.
Aus diesen Gründen ist es bekannt, in solchen Uhren ein das Lager der Unruhwelle tragendes Glied axial einstellbar zu machen. Dieses Glied ist häufig als Unruhbrücke bezeichnet.
Bei einigen der billigen Unruhbrücken ist eine einfache Mutter- und Schraubenkonstruktion vorgesehen.
Diese Bauart kann dazu führen, dass der Uhrmacher oder der die Uhr reparierende Mann einen der Lagersteine dadurch beschädigt, dass die Schraube zu weit gedreht wird. Zusätzlich kann die Schraube beim Tragen der Uhr durch Vibrationen oder Stösse gedreht werden, wodurch die richtige Einstellung der Brücke verlorengeht.
Es wurde bereits vorgeschlagen, Unruhbrücken mit positiver Einstellung zu schaffen. Bei dieser Art der Einstellung ist eine Vorrichtung vorhanden, um die Brücke in ihrer Lage nach der Einstellung zu verriegeln. Diese Vorrichtung ist jedoch verhältnismässig teuer und schwierig herzustellen.
In der schweizerischen Patentschrift Nr. 371 746 ist eine Einrichtung mit einer als zweiarmiger Hebel eingespannten Lagerbrücke beschrieben, welche an einem Hebelarm durch eine Verstellschraube um ihren Einspannpunkt geringfügig schwenkbar ist. Diese Anordnung weist weder ein Anschlagglied, noch eine Verriegelung auf. Sie lässt sich somit weder zur Verhinderung einer Beschädigung der Lagersteine voreinstellen, noch gegen eine unbeabsichtigte Verdrehung der Verstellschraube sichern.
Eine weitere Ausführung ist in der schweizerischen Patentschrift Nr. 381160 beschrieben. In dieser Einrichtung werden zwei Exzenter verwendet, von denen der eine zur Verschwenkung der Rückergabel dient.
Bei dieser Ausführung ist die Gefahr, dass sich die Einstellung durch Erschütterungen lösen kann, relativ gross.
Ferner ist in der USA-Patentschrift Nr. 341 095 eine Vorrichtung mit einem in einem Spalt angeordneten Anschlagsglied sowie einer Verstellschraube zum Bewegen einer Brücke. Diese Anordnung hat den erheblichen Nachteil, dass das Anschlagsglied als Stellschraube ausgebildet ist und sich somit bei Vibrationen oder Stössen relativ leicht von selbst verstellt. Auch lassen sich bei Verwendung einer Stellschraube als Anschlagglied die Regulierungsmöglichkeiten nicht in einfacher Weise dem jeweiligen Anwendungsfall anpassen.
Zweck der Erfindung ist es somit, eine einfache Einstellvorrichtung zu schaffen, mit deren Hilfe ohne die Gefahr einer Beschädigung die axiale Verstellung der Unruhbrücke und eine Verriegelung derselben erfolgen kann.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung der eingangs genannten Art ist dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke und das Anschlagglied derart ausgebildet sind, dass der Spalt zwischen ihnen die Form eines Keiles aufweist, dass durch Bewegen des Anschlaggliedes die Stelle, an der die Brücke das Anschlagglied zu berühren vermag, in Neigungsrichtung des Keiles verschiebbar ist und dass das Anschlagglied durch Anpressen der Brücke vermittels der Verstellschraube verriegelbar ist.
Das Verstellglied kann nun so verschwenkt werden, dass sich eine Keilwirkung zwischen der Platine und der Brücke ergibt. Die Brücke wird in ihrer richtigen Lage durch die Verschraubung unabhängig vom Verstellglied verriegelt. Um nun die Brücke einzustellen, dreht der Uhrmacher das Verstellglied so lange, bis der richtige axiale Abstand erreicht ist. Anschliessend dreht er die Verschraubung so weit nach unten, bis die Brücke in ihrer Lage zum Verstellglied gesichert und verriegelt ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen, die Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellen. Es stellen dar:
Fig. 1 einen Axialschnitt durch eine erste Ausführungsform,
Fig. 2 eine Teildraufsicht gemäss Fig. 1,
Fig. 3 einen Teilschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 2,
Fig. 4 eine Teildraufsicht auf eine zweite Ausführungsform.
Fig. 5 einen Teilschnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 4.
In dem ersten Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 1 bis 3 ist mit 1 eine Platine des Gestelles einer Kleinuhr oder eines anderen zeithaltenden Gerätes bezeichnet. Die Platine 1 kann auch eine Zunge oder ein Brückenglied einer Hauptplatine des Gerätes sein, jedoch ist sie üblicherweise selbst eine der Hauptpiatinen.
Oberhalb der Platine 1 ist eine Unruhbrücke 2 angeordnet. Die Unruhbrücke 2 weist ein oberes Steinlager 5 auf, das einen zylindrischen Lagerstein 5a für die Radiallagerung und einen Deckstein Sb für die Axiallagerung hat. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Lager auch eine andere Bauart aufweisen können. Auf einer Unruhwelle 4 ist ein Unruhkörper 3 angeordnet, die beide mit einer flachen Spiralfeder 4a beim Hinund Herschwingen zusammenwirken. Die Unruh 3, 4 wird von einer nicht dargestellten Antriebsfeder durch Impulse angetrieben oder bildet selbst einen Teil eines elektrischen Antriebssystems mit einer Batterie, die ebenfalls nicht dargestellt ist.
Die Unruhwelle 4 ist zwischen dem oberen Steinlager 5 und einem ähnlichen, unteren Steinlage 9 in der Platine 1 angeordnet.
Als Stützglied für das Ende der Unruhbrücke dient ein Ansatz 10 der Unruhbrücke 2, der an seiner Unterseite keilförmig ist. Das andere Ende der Brücke ist in üblicher Weise an einem stationären Teil befestigt, während das einstellbare Ende freitragend ist. In einer anderen Ausführungsform kann das andere Ende freitragend sein und das einstellbare Ende die Brücke freitragend halten. Die Unruhbrücke ist nun infolge der ihr innewohnenden Flexibilität axial beweglich und wird an ihrem nicht befestigten Ende mit Hilfe einer einstellbaren Vorrichtung gehalten, die im folgenden beschrieben wird.
Der Ansatz 10 ruht gegen einen Kopf 11 eines Exzentergliedes 12. Das Exzenterglied 12 hat einen oberen Schaftteil 30 mit einem zum Drehen dienenden Schlitz 13 und einen unteren Schaftteil 14, der in ein rundes Loch 15 der Platine 1 passt und dort drehbar ist. Der Kopf 11 ist, wie in Fig. 2 gestrichelt dargestellt, exzentrisch zu den Schaftteilen 30 und 14 angeordnet.
Wenn das Exzenterglied 12 gedreht wird, so wird sein Kopf 11 entweder in Richtung auf die Unruhwelle zu oder von ihr weg bewegt. Wenn der Kopf 11 in seine äusserste Stellung der Welle zu gedreht wird (siehe die gestrichelte Stellung in Fig. 2) so wirkt der Ansatz 10 als Keil und hebt die Brücke 2 axial an, soweit dies möglich ist.
An der Unruhbrücke 2 ist eine Ausnehmung 21 vorgesehen, in die eine Verriegeiungsschraube 16 mit ihrem Kopf 22 und einem Teil ihres Schaftes eingreift.
Der Kopf hat einen zum Drehen der Schraube dienenden Schlitz und der Schaft hat ein oberes zylindrisches Schaftstück 18 und ein unteres Gewindeschaftstück 19, das in das Gewinde des Gewindeloches 20 der Platine 1 eingeschraubt ist. Die Verriegelungsschraube 16 kann auch gegebenenfalls andere Formen aufweisen. Beispielsweise kann sie einen Philips-Kopf oder Steckkopf anstatt eines Schlitzes 17 haben. Als weiteres Beispiel sei erwähnt, dass der Schaft auch mit Aussengewindegängen auf seiner ganzen Länge versehen sein kann.
Nachdem nun das Exzenterglied 12 so gedreht wurde, dass die Unruhbrücke 2 axial eingestellt ist, wird die Schraube 16 angezogen, um so die Teile in verriegelter Stellung zu halten.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 liegen ähnliche Verhältnisse wie bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 3 vor, so dass gleiche Teile mit gleichen Ziffern bezeichnet sind.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 und 5 hat das Exzenterglied 42 einen Kopf 41 mit einem zum Drehen dienenden Schlitz 43. Der Kopf ist exzentrisch auf einem Schaft 44 des Exzentergliedes 42 befestigt.
Der Schaft passt nun in ein Loch 45 der Platine 1 und ist dort verdrehbar. Der Kopf 22 hat eine abgeschrägte Schulter 46, die mit einer Schulter 50 der Unruhbrücke 2 zusammenwirkt, um so die Brücke zu halten und sie axial auf den richtigen Abstand zu bringen.
Es können mehrere Abwandlungen der Ausführungsbeispiele gemacht werden. Beispielsweise kann das Exzenterglied mit einem oberen Schaftteile 30, wie in Fig. 1 bis 3, versehen sein, wobei der untere, in das Loch 15 passende Schaftteil 14 wegfallen kann. Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel können anstatt ein Ende der Brücke stationär und das andere Ende einstellbar zu machen, auch beide Enden einstellbar sein und es kann dabei die Einstellvorrichtung gemäss der Erfindung ausgenützt werden.