Einrichtung zum Nassbehandeln von strangförmigem Textilgut Es sind Einrichtungen zum Nassbehandeln von Textilgut bekannt, in denen das Gut in kontinuier lichem Durchlauf und in gegenläufigen Bahnen durch horizontal angeordnete Wannen oder durch in vertika ler Richtung sich erstreckende Rohre oder Behälter ge leitet wird, die mit der Behandlungsflüssigkeit gefüllt sind.
Bei den bekannten Einrichtungen dieser Art ist die Ausflussöffnung stets in einer bestimmten Höhe über dem Boden der Wannen usw. angeordnet, so dass in diesen die Flüssigkeit, ganz gleich ob sie strömt oder nicht, gestaut wird und ein Bad bildet.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass man eine besonders wirksame Nassbehandlung erzielen kann, wenn man abweichend von den bekannten Ver fahren der Nassbehandlung das Textilgut nicht in Bädern im soeben angegebenen Sinne, sondern in einem ixt offenem Gerinne fliessenden Flüssigkeits strom, wobei kein Stau der Behandlungsflüssigkeit ein tritt, behandelt.
Die Einrichtung zum Nassbehandeln von strangför- migem Textilgut gemäss der vorliegenden Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein Rohrsystem mit mindestens zwei übereinanderliegenden, mit der Hori zontalen einen Winkel von höchstens 30 bildenden Rohren aufweist, deren Enden über den ganzen Rohr querschnitt offen sind und von denen jedes an dessen Strangaustrittsstelle mit der Strangeintrittsstelle des nächstoberen Rohres über eine Kammer verbunden ist,
in welcher Mittel zur überleitung des Textilgutes vom unteren in das obere Rohr amgeordnet sind, dass Mit tel zur kontinuierlichen Einführung von Behandlungs flüssigkeit in den oberen Bereich des Rohrsystems vor gesehen sind und dass am Ende der Einrichtung ein Auslauf vorgesehen ist, dessen freier Querschnitt so gross ist, dass ein Aufstauen der Behandlungsflüssig keit in dem unteresten Rohr vermieden wird.
Zweckmässigerweise besteht das Rohrsystem aus einer Mehrzahl von horizontalen oder leicht geneigten, zickzack-förmig miteinander verbundenen Rohren. In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Einrichtung dargestellt und es zei gen: Fig. 1 eine Einrichtung zum Nassbehandeln eines Textilgutstranges im vertikalen Langabschnitt nach der Linie I-1 von Fig. 2;
Fig.2 einen Querschnitt nach Linie II-11 von Fig. 1; Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie III-III von Fig. 1 durch ein einzelnes Rohr der Einrichtung und Fig.4 einen Horizontalschnitt nach Linie IV-IV von Fig. 1 Die dargestellte Einrichtung umfasst zwei vertikale Endkästen 1 und 2 von rechteckigem Querschnitt aus Blech, deren einander zugewandte, zueinander parallele Seitenwände 3 je eine Reihe von runden Löchern auf weisen.
In diese Löcher sind zwischen den Endkästen 1 und 2 eine Reihe horizontaler oder schwach geneig ter Rohre 4 von kreisrundem Querschnitt einge- schweisst. Die Endkästen 1 und 2 sind durch Zwi schenböden 6 derart in Kammern 7 unterteilt, dass jeweils eine obere Flüssigkeitsaustrittsstelie 8 und eine untere Flüssigkeitseintrittsstelle 5 zweier benachbarter Rohre in die gleiche Kammer 7 einmünden.
Die ober ste Kammer 7 des einen Endkastens 1 besitzt oben einen Einlaufstutzen 9, und die unterste Kammer 7 desselben Kastens weist einen seitlichen Auslaufstutzen 10 für die Behandlungsflüssigkeit auf. In jeder der Kammern 7 ist eine Umlenkrolle 11 für das zu behan delnde strangförmige Textilgut 12 so angeordnet, dass dieses im wesentlichen parallel zu den Achsen der Rohre durch die beiden in die betreffende Kammer mündenden Rohre 4 geführt wird. Eine oder mehrere dieser Umlenkrollen 11 oder sogar alle können durch einen Motor 20 angetrieben werden, um eine uner wünschte, zu grosse Längsspannung des Stranges zu verhindern.
Der Textilgutstrang. 12 tritt unten durch den Aus laufstutzen 10 in die Einrichtung ein und oben durch den Einlaufstutzen 9 aus ihr aus. Die Behandlungsflüs sigkeit 13 wird der obersten der Kammern 7 und dem obersten der Rohre 4 durch eine Düse 23 zugeführt, die in einer öffnung 22 des linken Endkastens 1 unter halb des Einlaufstutzens 9 und oberhalb des Zwischen bodens 6, der die oberste der Kammern 7 nach unten begrenzt, montiert ist.
Zusätzlich ist eine weitere Düse 23 im zweiten Endkasten 2 am Einlauf der Behand lungsflüssigkeit in die zweitoberste der Kammern 7 vorgesehen, die anstelle der erstgenannten Düse oder gleichzeitig mit dieser zur Einspeisung von Behand lungsflüssigkeit in das zweitoberste der Rohre 4 ver wendet werden kann.
Um eine hohe Anfangsgeschwindigkeit der Behand lungsflüssigkeit zu erreichen, wird diese über eine Pumpe 21 der Einrichtung zugeführt. Die Flüssigkeit fliesst aus der obern Düse 23 durch das oberste Rohr 4 in die oberste Kammer 7 des rechten Endkastens 2.
Von da strömt sie durch das zweitoberste Rohr 4 nach dem ersten Endkasten 1 zurück, und so weiter im Zickzack durch alle Rohre 4 bis in die unterste Kam mer des Endkastens 1, aus welcher sie durch den Stut zen 10 ausfliesst. Der Textilgutstrang 12, z. B. eine auszuwaschende, in Querrichtung zusammengeraffte Gewebebahn, legt denselben Weg wie die Flüssigkeit in umgekehrter Richtung zurück und tritt über die oberste Umlenkrolle 11 und den Einlaufstutzen 9 aus.
Ober halb des Einlaufstutzens 9 sind zwei in der Zeichnung nicht dargestellte Quetschwalzen angeordnet, zwischen denen der Textilgutstrang hindurchgeführt wird und die einerseits zu dessen Förderung durch die Einrich tung und andererseits zum Abquetschen eines Teils der von ihm mitgenommenen Flüssigkeit dienen.
Die zugeführte Menge Behandlungsflüssigkeit bildet dabei Flüssigkeitsspiegel über die ganze Länge der ein zelnen Rohre, die bei horizontaler oder leicht geneigter Rohranordnung je nach der gewählten Eintrittsge schwindigkeit zwischen Eintrittsstelle und Austritts stelle der Behandlungsflüssigkeit fallend, horizontal oder sogar steigend verlaufen und zwar je nach den Geschwindigkeitsverhältnissen, die an den einzelnen Stellen der Rohre herrschen.
Tritt die Flüssigkeit mit einer relativ niedrigen Eintrittsgeschwindigkeit in das Rohrsystem ein; so überwiegt die Geschwindigkeitszu nahme, die aus dem freien Fall resultiert, gegenüber der Geschwindigkeitsabnahme, die durch den Wider stand des Rohres und des Textilgutstranges erzeugt wird. Im einzelnen Rohr ist in diesem Fall die Ge schwindigkeit der Flüssigkeit von deren Eintrittstelle ins Rohr zu deren Austrittsstelle aus dem Rohr zuneh mend. Daraus resultiert eine von der Eintrittsstelle zur Austrittsstelle abnehmende Füllung des Rohrquerschnit tes mit Behandlungsflüssigkeit.
Heben sich jedoch die aus der Schwerkraft und aus dem Rohr- und Strangwi- derstand resultierenden Geschwindigkeitskomponenten gegenseitig auf, bleibt die Füllung des einzelnen Roh res in bezug auf seinen Querschnitt bei gleichbleiben dem Stranquerschnitt überall ungefähr gleich.
Ist ande rerseits die resultierende Geschwindigkeit der Behand lungsflüssigkeit im einzelnen Rohr von der Eintritts stelle bis zur Austrittsstelle der Behandlungsflüssigkeit abnehmend, weil der Widerstand des Rohres und des Stranges grösser ist als die Schwerkraft, was besonders bei hohen Anfangsgeschwindigkeiten der Flüssigkeit und/oder hohen Textilgtustranggeschwindigkeiten der Fall ist, so steigt die Füllung des Rohrquerschnittes vors der Eintrittsstelle zur Austrittsstelle der Behand- lungsflüssigkeit im einzelnen Rohr an, wobei gegebe nenfalls der Rohrquerschnitt an einzelnen Stellen des Rohres ganz ausgefüllt wird.
Der Warenstrang wird dabei jeweils durch die Rollen 11 vorteilhaft in der un teren Hälfte des Rohrquerschnittes geführt, so dass er über die ganze Länge des Rohrsystems mindestens teil weise unter dem Flüssigkeitsspiegel durchläuft. (Fig. 3).
Es ist möglich, die Behandlungsflüssigkeit an ver schiedenen Stellen des Rohrsystems einzuführen. Aller dings ist es zweckmässig, einer guten Ausnützung wegen die Behandlungsflüssigkeit in den oberen Teil des Rohrsystems zu leiten.
Der Querschnitt der Rohre braucht nicht rund zu sein, sondern könnte beispielsweise auch rechteckig oder quadratisch sein. Auch ist es nicht notwendig, dass der Rohrquerschnitt für alle Rohre und für jeden Querschnitt des einzelnen Rohres gleich sein. Es kann sogar zweckmässig sein, die Rohre konisch oder mit Verengungen auszuführen.
Die Rohre 4, die in den beiliegenden Zeichnungen angenähert horizontal dargestellt sind, können auch zur Horizontalen geneigt angeordnet sein; sie dürfen aber in keinem Fall vertikal verlaufen, da bei einer solchen Anordnung kein zusammenhängender Flüssigkeitsstrom mehr vorhanden und die Austauschwirkung zwischen Behandlungsflüssigkeit und Textilgutstrang unzurei chend ist.
Device for wet treatment of strand-like textile goods There are devices for wet treatment of textile goods are known in which the goods in continuous Lichem pass and in opposite paths through horizontally arranged tubs or through vertically extending pipes or containers ge is directed with the treatment liquid are filled.
In the known devices of this type, the outflow opening is always arranged at a certain height above the bottom of the tubs, etc., so that in these the liquid, regardless of whether it flows or not, is dammed and forms a bath.
The invention is based on the knowledge that a particularly effective wet treatment can be achieved if, in contrast to the known methods of wet treatment, the textile material is not used in baths in the sense just given, but in an open channel flowing liquid stream, with no stagnation of the Treatment liquid enters, treated.
The device for wet treatment of strand-like textile goods according to the present invention is characterized in that it has a pipe system with at least two superimposed pipes forming an angle of at most 30 with the horizontal, the ends of which are open in cross-section over the entire pipe each of which is connected at the strand exit point with the strand entry point of the next upper tube via a chamber,
in which means for transferring the textile material from the lower to the upper tube are arranged that with tel for the continuous introduction of treatment liquid are seen in the upper part of the pipe system and that at the end of the device an outlet is provided, the free cross-section of which is so large is that a build-up of the treatment liquid speed in the lowermost pipe is avoided.
The pipe system expediently consists of a plurality of horizontal or slightly inclined pipes connected to one another in a zigzag shape. The drawings show an embodiment of the device according to the invention and show: FIG. 1 a device for wet treatment of a strand of textile material in the vertical long section along the line I-1 of FIG. 2;
FIG. 2 shows a cross section along line II-11 of FIG. 1; 3 shows a cross section along the line III-III of FIG. 1 through a single tube of the device, and FIG. 4 shows a horizontal section along the line IV-IV of FIG. 1 The device shown comprises two vertical end boxes 1 and 2 of rectangular cross-section Sheet metal whose mutually facing, parallel side walls 3 each have a row of round holes.
A row of horizontal or slightly inclined pipes 4 of circular cross-section are welded into these holes between the end boxes 1 and 2. The end boxes 1 and 2 are subdivided into chambers 7 by intermediate floors 6 in such a way that an upper liquid outlet point 8 and a lower liquid inlet point 5 of two adjacent pipes open into the same chamber 7.
The upper ste chamber 7 of one end box 1 has an inlet connection 9 at the top, and the lowermost chamber 7 of the same box has a lateral outlet connection 10 for the treatment liquid. In each of the chambers 7 a pulley 11 is arranged for the strand-like textile material 12 to be treated so that it is guided essentially parallel to the axes of the tubes through the two tubes 4 opening into the chamber in question. One or more of these pulleys 11 or even all of them can be driven by a motor 20 in order to prevent an undesirable, excessive longitudinal tension of the strand.
The strand of textile goods. 12 enters the device from below through the outlet nozzle 10 and from above through the inlet nozzle 9 from it. The treatment liquid 13 is fed to the uppermost of the chambers 7 and the uppermost of the tubes 4 through a nozzle 23, which is located in an opening 22 of the left end box 1 below the inlet connection 9 and above the intermediate floor 6, which follows the uppermost of the chambers 7 limited below, is mounted.
In addition, another nozzle 23 is provided in the second end box 2 at the inlet of the treatment liquid in the second uppermost of the chambers 7, which can be used instead of the first-mentioned nozzle or at the same time as this for feeding treatment liquid into the second uppermost of the tubes 4.
In order to achieve a high initial speed of the treatment liquid, it is fed to the device via a pump 21. The liquid flows from the upper nozzle 23 through the uppermost pipe 4 into the uppermost chamber 7 of the right end box 2.
From there it flows back through the second uppermost pipe 4 to the first end box 1, and so on in a zigzag through all the pipes 4 to the lowest Kam mer of the end box 1, from which it flows out through the stub 10. The textile material strand 12, e.g. B. a web of fabric to be washed out, gathered in the transverse direction, covers the same path as the liquid in the opposite direction and exits via the top pulley 11 and the inlet connection 9.
Above half of the inlet connection 9 two nip rollers, not shown in the drawing, are arranged between which the strand of textile material is passed and which are used on the one hand to promote it through the device and on the other hand to squeeze part of the liquid carried along by it.
The supplied amount of treatment liquid forms liquid levels over the entire length of the individual tubes which, depending on the selected entry speed between the entry point and exit point of the treatment liquid, fall, horizontally or even rise depending on the speed conditions, with a horizontal or slightly inclined tube arrangement. which prevail at the individual points of the pipes.
If the liquid enters the pipe system at a relatively low entry velocity; so outweighs the increase in speed, which results from the free fall, compared to the decrease in speed, which was generated by the resistance of the pipe and the strand of textile material. In this case, the individual tube is the speed of the liquid from its point of entry into the tube to its point of exit from the tube. This results in a decreasing filling of the Rohrquerschnit tes from the entry point to the exit point with treatment liquid.
However, if the speed components resulting from the force of gravity and from the pipe and strand resistance cancel each other out, the filling of the individual pipe remains approximately the same with regard to its cross section while the strand cross section remains the same.
On the other hand, the resulting speed of the treatment liquid in the individual tube from the point of entry to the point of exit of the treatment liquid is decreasing because the resistance of the tube and the strand is greater than the force of gravity, which is particularly important at high initial speeds of the liquid and / or high textile fabric strand speeds If so, the filling of the pipe cross-section increases in front of the entry point to the exit point of the treatment liquid in the individual pipe, the pipe cross-section being completely filled at individual points of the pipe, if necessary.
The strand of goods is advantageously guided in each case by the rollers 11 in the lower half of the pipe cross-section, so that it passes through at least partially below the liquid level over the entire length of the pipe system. (Fig. 3).
It is possible to introduce the treatment liquid at different points in the pipe system. However, it is advisable to direct the treatment liquid into the upper part of the pipe system for good utilization.
The cross section of the tubes does not need to be round, but could also be rectangular or square, for example. It is also not necessary for the pipe cross-section to be the same for all pipes and for every cross-section of the individual pipe. It can even be expedient to make the tubes conical or with constrictions.
The tubes 4, which are shown approximately horizontally in the accompanying drawings, can also be arranged inclined to the horizontal; however, they must in no case run vertically, since with such an arrangement there is no longer a continuous flow of liquid and the exchange effect between the treatment liquid and the strand of textile material is inadequate.