Erdungsstange Die Erfindung betrifft eine Erdungsstange mit einem elektrisch leitenden Rohr, das an seinem einen Ende eine Schraubklemme mit einer Spindel trägt und an einem anderen Ende mit einem Anschluss für ein Erdseil sowie einem zum Betätigen der Spindel zu dre henden, isolierenden Griff versehen ist.
Bei den bekannten Erdungsstangen dieser Art er streckt sich die Spindel innerhalb des leitenden Rohres über dessen. gesamte Länge und ist mit dem durch ein Isolierrohr gebildeten isolierenden Griff drehfest ver bunden. Durch Drehen des Griffes lässt sich deshalb die Schraubklemme an dem zu erdenden Körper befe stigen. Das Rohr wird dabei nicht gedreht. Zum An- schluss des Erdseiles ist deshalb eine am Rohr befe stigte Schelle verwendbar.
Da Erdungsstangen im all gemeinen mehrere Meter lang sind, sind bei den vor stehend genannten Erdungsstangen sehr lange Spindeln notwendig.
Lange Spindeln sind aber nicht nur aufwendig und damit teurer, sondern haben vor allem ein erhebliches. Gewicht, das die Handhabung der Erdungsstangen sehr erschweren kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst leicht zu handhabende Erdungsstange zu schaffen.
Diese Aufgabe ist bei einer Erdungsstange der ein gangs genannten Art gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass die Spindel drehfest und der Griff zumin dest kraftschlüssig mit dem Rohr verbunden sind und der Anschluss für das Endseil einen am Rohr zumin- dest während des Schliessens und öffnens der Schraub klemme frei drehbar angeordneten Schleifkontakt auf weist.
Durch die drehfeste Verbindung der Spindel und des Griffes mit dem Rohr genügt eine kurze, am freien Ende des Rohres befestigte Spindel. Das Gewicht der Erdungsstange lässt sich dadurch in demjenigen Be reich, dessen Gewicht wegen des Abstandes vom Griff für die Handhabung der Stange von besonderer Bedeu tung ist, nämlich dem Bereich des Rohres, wesentlich vermindern. Gleichzeitig wird durch den Schleifkontakt während des Schliessens und öffnens der Schraub klemme ein Aufwickeln des am Schleifkontakt ange schlossenen Erdseiles auf das sich dabei drehende Rohr verhindert.
Als Schleifkontakt können beispielsweise am Rohr umfang durch Federkraft anliegende, selbstschmierende Bürsten oder ein den Rohrumfang umfassender, metal lener Ring vorgesehen sein.
Bei einer Ausführungsform einer erfindungsgemäss sen Erdungsstange mit einem als Ring ausgebildeten Schleifkontakt ist der Griff mit dem Rohr durch eine kraftschlüssige, nach zumindest nahezu. erfolgtem Fest ziehen der Schraubklemme rutschenden Rutschkupp lung verbunden und durch Drehung relativ zum Rohr axial bezüglich diesem bewegbar,
so dass der Ring bei spielsweise zwischen einem mit dem Rohr drehfest ver bundenen Anschlagring und der vorderen Stirnfläche eines das Rohr umfassenden, hülsenförmigen Grifftei les einklemmbar ist. Durch diese Ausgestaltung wird erreicht, dass der Ring während des Festziehens der Schraubklemme am Rohr frei drehbar angeordnet ist und nach erfolgtem Festziehen durch Weiterdrehen des Griffes festgeklemmt wird, wodurch der Kontakt zwi schen Ring und Rohr noch verbessert wird und eine grössere elektrische Belastbarkeit erhält.
Der Schleifkontakt ist selbstverständlich auch für andere Arbeitsstangen vorteilhaft, die bei der Benut zung geerdet sein und eventuell gedreht werden müs sen.
Im folgenden ist die Erfindung anhand zweier durch die Zeichnung dargestellten Ausführungsbei spiele im einzelnen erläutert.
Es zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein erstes Ausfüh rungsbeispiel; Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1; Fig. 3 einen Längsschnitt durch ein zweites Aus führungsbeispiel.
Eine Erdungsstange weist ein elektrisch leitendes, metallenes Rohr 1 auf, an dessen einem, nicht darge stelltem Ende eine kurze Spindel zur Betätigung einer nicht dargestellten Schraubklemme drehfest befestigt ist, sowie ein als isolierender Griff dienendes Isolierrohr 2 auf.
Das eine Ende des Isolierrohres 2 ist in eine Hülse 3 eingesetzt und mit dieser mittels eines federnden Rastzapfens 4, der in eine Öffnung 5 der Hülse 3 ein greift, axial unverschieblich und drehfest, aber lösbar verbunden. An die Hülse 3 schliesst sich gleichachsig ein zylindrischer Hohlzapfen 6 an, der aus einer Kup ferlegierung besteht und einstückig mit der im Durch messer grösseren Hülse 3 ausgebildet ist.
Der Hohlzap fen 6 ist auf einem Teil seiner Länge in das der Schraubklemme abgekehrte Ende des Rohres 1 einge schoben und mit diesem durch einen Stift 7 drehfest verbunden und gegen axiale Verschiebung gesichert.
Auf dem aus dem Rohr 1 herausragenden Teil des Hohlzapfens 6. sind zwei Scheiben 13 im Abstand von einander aufgesetzt, von denen die eine an der den Übergang vom Hohlzapfen 6 zur Hülse 3 bildenden Schulter 15, die andere am Ende des Rohres 1 anliegt. Zwischen diesen aus Kunststoff bestehenden Scheiben 13 sind zwei selbstschmierende Kohlebürsten 9 ange ordnet, die am Hohlzapfen 6 an gegenüberliegenden Seiten anliegen. Die Breite der Bürsten 9 ist dem Ab stand der Scheiben 13 voneinander angepasst und ihre Kontaktfläche ist entsprechend der Mantelfläche des Hohlzapfen 6 gekrümmt, um eine grosse Kontaktflä che zu erhalten.
Die beiden Bürsten 9 sind in einem gemeinsamen Halter 8 angeordnet, der aus einem zwischen die Scheiben gelegten, zu einem geschlossenen Rechteck gebogenen Band besteht. Die Abmessungen des Recht- eckes sind so gewählt, dass lediglich eine Relativbewe gung zwischen den Bürsten 9 und dem Halter 8 in Richtung der Bürstenlängsachse möglich ist. Der Hal ter 8 ist, wie aus Fig. 2 ersichtlich, mit einer aus den beiden abgewinkelten und aneinander gelegten Enden des Bandes gebildeten Anschlusslasche 11 zum An- Schluss eines nicht dargestellten Erdseiles versehen.
Zu diesem Zwecke weist die Anschlusslasche 11 eine Boh rung 12 auf.
Den erforderlichen Bürstendruck erzeugen zwei Druckfedern 10, die sich an einer der Innenseiten des Gehäuses 8 und am Kopf einer der Bürsten 9 abstüt zen. Die an der Schulter 15 anliegende Scheibe ist ent behrlich, wenn die Schulter 15 durch entsprechende Dimensionierung der Hülse 3 so gross gemacht wird, dass sie den Halter 8 auf der einen Seite vollständig abdeckt.
Da sich der Halter 8 zusammen mit den Bürsten 9 um die Längsachse des Rohres 1 drehen kann, wickelt sich beim Drehen des Rohres 1 während des Anbrin- gens oder Lösens der Schraubklemme das Erdseil nicht um das Rohr 1 oder das Isolierrohr 2.
Das in Fig.3 dargestellte zweite Ausführungsbei spiel unterscheidet sich von dem ersten Ausführungs beispiel lediglich durch eine andere Ausbildung des Anschlusses für das Erdseil sowie der Verbindung zwi schen dem elektrisch leitenden Rohr und dem als Handgriff dienenden Isolierrohr. Daher ist im folgen den nur dieser Teil der Erdungsstange erläutert.
An die Hülse 18, die das eine Ende des Isolierroh- res drehfest und axial unverschiebbar zu halten ver mag, schliesst sich wie bei der Ausführungsform ge- mäss den Fig. 1 und 2 ein einstückig mit ihr ausgebil- deter Hohlzapfen 17 an. In diesen ist das eine Ende des elektrisch leitenden Rohres 16 eingesetzt, in das selbst wiederum eine Büchse 20 eingepasst ist.
Das aus dem Rohr 16 herausragende Ende der Büchse 20 bil det eine Ringschulter, an der die Stirnfläche des Roh res 16 anliegt, und ist mit einem Gewindezapfen 19 versehen, der im Ausführungsbeispiel einstückig mit der Büchse 20 ausgebildet ist. Der Gewindezapfen 19 greift in eine zentrale Gewindebohrung 21 einer die Hülse 1.8 mit dem Hohlzapfen 17 verbindenden Zwi schenwand ein. Wie Fig. 3 zeigt, ist die Länge des Ge windezapfens 19 grösser als die Abmessung der Zwi schenwand 27 in axialer Richtung.
Am freien Ende des Gewindezapfens 19 ist mittels einer Schraube 31 eine Ringscheibe 32 befestigt, die ein Herausdrehen des Ge, windezapfens 19 aus der Gewindebohrung 21 verhin- dert.
Der Ringraum zwischen der den Gewindezapfen 19 tragenden Stirnseite der Büchse 20 und der Zwischen wand 27 dient zur Aufnahme von Tellerfedern 33, die über den Gewindezapfen 19 geschoben sind und unter einer durch dessen Länge bestimmten Vorspannung stehen.
Im Abstand vom freien Ende des Hohlzapfens 17 ist auf dem Rohr 16 ein Messing-Ring 36 angeordnet, der eine gute elektrische Verbindung mit dem Rohr 16 besitzt. Stifte 37, die den Ring 36, das Rohr 16 und die Büchse 20 durchdringen, verbinden diese drei Teile drehfest und axial unverschiebbar miteinander.
Zwischen der einen Stirnfläche 38 des Ringes 36 und der ihr zugekehrten Stirnfläche 39 des Hohlzap fens 17 sitzt auf dem Rohr 16 mit Gleitsitz ein Kon takt 40 aus einem elektrisch leitenden Stoff. Mit dem Kontakt 40 ist eine Anschlusslasche 41 einstückig aus gebildet, an der ein Kabelschuh 42 zum An'chluss des nicht dargestellten Erdseiles vorgesehen ist. Anstelle des Ringes mit Lasche kann selbstverständlich auch ein Ring mit einer anderen Anschlussvorrichtung vor gesehen sein.
Der Abstand zwischen der Stirnfläche 38 und der Stirnfläche 39 ist so bemessen, dass der Kon taktring 40 beim Anliegen der Zwischenwand 27 an der Ringscheibe 32 noch frei drehbar ist.
Die Wirkungsweise ist folgende: Während des Festziehens der Schraubklemme durch Drehen des nicht dargestellten, in. die Hülse 18 eingesetzten Isolierrohres sind die Büchse 20 und die Hülse 18 und damit auch diese mit der Schraub klemme kraftschlüssig verbunden.
Sobald die Schraub klemme zumindest nahezu festgezogen und ein Weiter drehen der Büchse 20 höchstens noch mit einem er höhten Drehmoment möglich ist, rutscht die Rutsch kupplung, das heisst, die Hülse 18 wird nunmehr ent gegen der Kraft der Tellerfedern 33 so weit auf dem Gewindezapfen 19 aufgeschraubt, bis der Kontaktring 40 fest zwischen den Stirnflächen 39 des Hohlzapfens 17 und dem Ring 36 eingeklemmt ist. Nunmehr kann auch, sofern dies noch erforderlich ist, die Schraub klemme mit einem erhöhten Drehmoment angezogen werden.
Durch das Einklemmen des Kontaktringes 40 er gibt sich ein, sehr guter elektrischer Kontakt zwischen Rohr 16 und Kontaktring 40. Die Drehung, die das Rohr 16 nach dem Einklemmen des Kontaktringes eventuell noch ausführen kann, ist so gering, dass kein störendes Aufwickeln des Erdseils auf die Erdungs- stange auftreten kann. Das Grenzdremoment, bei dem die Rutschkupplung zu rutschen beginnt, wird durch die Federkraft der Tellerfedern 33 bestimmt und durch eine entsprechende Bemessung festgelegt.