CH435766A - Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Magnesiumverbindungen durch Schmelzflusselektrolyse - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Magnesiumverbindungen durch SchmelzflusselektrolyseInfo
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Description
Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Magnesiumverbindungen durch Schmelzflusselektrolyse Magnesium wurde lange Zeit ausschliesslich ,durch Schmelzflusselektrolyse von Carnallit gewonnen, seit etwa 1930 auch thermisch aus Magnesiumoxyd durch Reduktion mittels Ferrosiliziums oder Silumins (einer Silizium-Aluminium-Legierung).
Die vorliegende Erfindung befasst sich insbesondere mit der Schmelzflusselektrolyse von Carnallit.
Bei den bisherigen Verfahren der Carnallit-Schmelz- flusselektrolyse wurden ausschliesslich unangreifbare (Kohle-)Elektroden angewendet, und .das an ,der Anode entwickelte Chlor wurde abgeleitet und zur Herstellung frischen künstlichen Carnallits verwendet. Ein Nachteil dieser Verfahren sind die mit ihnen verbundenen hohen Temperaturen, die sich infolge des hohen Abschei- dungspotentials des Chlors an der Kohle einstellen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Alkali-Magnesiumchlorid durch Schmelzflusselektrolyse und zeichnet sich dadurch aus, dass die Anode mindestens zum Teil aus Magnesium besteht und der Elektrolyt einen Zusatz von unter Schutzgas geglühten Magnesium-Chlor-Stickstoff-Was- serstoff-Verbindungen enthält. Die Temperatur wird mit Vorteil unter 650 C gehalten und die Stromdichte un ter 0,
5 A/cm2. Bei Verarmung von Magnesium Ionen wird mit Vorteil idem Elektrolyten entsprechend der Verarmung kontinuierlich oder periodisch Magnesi- umchlorid zugesetzt.
Im einzelnen wird .dazu noch folgendes ausgeführt: Bei niedrigeren Temperaturen und mit verbesserter Stromausbeute kann man arbeiten, wenn zumindest die Anode aus Metall, und zwar zum wesentlichen Teil aus Magnesium besteht. Vorteilhafterweise wird auch eine metallische Kathode verwendet, die aber nicht unbedingt aus Magnesium bestehen old@er dieses enthalten muss.
Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens ist, dass .das sich ausschliesslich an der Kathode abscheidende Magnesium direkt als feinteiliges, gegen Oxydation und Feuchtigkeit weitgehend beständiges Pulver anfällt, das sich gut zur Herstellung von z. B. Sintermetall und Bronze eignet.
Am günstigsten verläuft das erfindungsgemässe Ver fahren bei Stromdichten unter 0,5 A/cm2. Das anodisch entwickelte Chlor entweicht zum grössten Teil gasför mig, und nur von einem geringen Teil des Chlors wird etwas Magnesium der Anode gelöst. Diese geringe Menge frisch gebildeten Magnesiumchlorids scheint den Anstoss zu einer leichteren Zersetzung der Schmelze zu geben, die in einem Ausmass erfolgt, das die Verhält nisse bei Verwendung von Kohleanoden unerwartet weit übertrifft.
Die durch die erfindungsgemässe Verwendung von Anoden, die mindestens zum Teil aus Magnesium beste hen, erzielte Förderung der Zersetzung ,des Elektrolyten lässt sich noch weiter verstärken, wenn .dem Elektroly ten geringe Mengen einer oder mehrerer Magnesi- um-Chlor-Stickstoff-Wasserstoff-Verbin,dungen zuge setzt werden.
Von dem verwendeten Elektrolyten- z. B. Carnallit (KCl - MgC12) wird lediglich das MgCl, zersetzt. Mit fort schreitender Verarmung des Elektrolyten an MgCl2 steigt die Spannung an. Setzt man dann, entsprechend der eingetretenen Verarmung, dem Elektrolyten MgCl2 zu, so- geht die Spannung auf die normale Höhe zurück. Es ist zweckmässig, dem verarmten Elektrolyten mit dem MgCl, zugleich auch geringe Mengen der erwähn ten, die Zersetzung fördernden Magnesium-Chlor-Stick- stoff-Wasserstoff-Verbindungen zuzusetzen.
Die Erfindung sei durch folgendes Ausführungsbei spiel erläutert: In einem von aussen erhitzten Porzellantiegel wur den 100 g KC1.MgCl, erhitzt. Das Doppelsalz schmolz bei 520 C. Als die Temperatur 540' C erreicht hatte, wurden die Magnesiumelektro;den in die Schmelze her untergelassen. Die Stromdichte wurde auf 0,2 A/cm2 eingestellt, die Spannung stellte sich dabei auf 0,9 V ein. Nach 115 Minuten wurden die Elektroden herausge nommen. Die Kathode war mit einem dicht anliegenden Niederschlag bedeckt, der 0,846 g wog und sich als rei nes metallisches Magnesium erwies.
Die Anode hatte in der gleichen Zeit 0,154 g abgenommen. 0,692 g (d. h. 81,8 %) des an der Kathode abgeschiedenen Magne- siums stammten also aus der Zersetzung der Schmelze.
In gleicher Weise wurden 100 g Carnallit, denen 1 g eines bei 700 C geglühten Anlagerungsproduktes von NH3 an MgCl, zugesetzt war, bei 505 C 155 Minuten lang elektrolysiert. An der Kathode hatten sich 1,289 g Magnesium abgeschieden, die Anode hatte 0,202 g ab- genommen. 1,087 g (d. h. 84,3 %)
des an der Kathode abgeschiedenen Magnesiums stammten also aus der Zersetzung der Schmelze.
Bei einem Gegenversuch mit Kohleanoden floss bei <B>801'</B> C und 0,9 V Spannung nur ein Strom von 0,007 A (entsprechend einer Stromdichte von 0,0008 A/cm2). Eine Abscheidung von Magnesium konnte nicht festge stellt werden, hierzu hätte die Spannung wesentlich er höht werden müssen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Alkalimagnesiumchlorid durch Schmelzflusselektrolyse, dadurch gekennzeichnet, dass die Anode mindestens zum Teil aus Magnesium besteht und der Elektrolyt einen Zusatz von unter Schutzgas geglühten Magnesium-Chlor- Stickstoff-Wasserstoff-Verbindungen enthält. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, ,dass die Temperatur der Schmelze unter 650 C gehalten wird.2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, ,dass die Stromdichte unter 0,5 A/cm2 gehalten wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran sprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass während der Schmelzflusselektrolyse .entsprechend ,der Verar mung des Elektrolyten an Mag@nesiumchlorid :dem Elek trolyten kontinuierlich oder periodisch Magnesium- chlorid zugesetzt wird.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| CH1305761A CH435766A (de) | 1961-11-10 | 1961-11-10 | Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Magnesiumverbindungen durch Schmelzflusselektrolyse |
| GB4222462A GB1011924A (en) | 1961-11-10 | 1962-11-08 | Method of producing a metal by fusion electrolysis |
Applications Claiming Priority (1)
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| CH1305761A CH435766A (de) | 1961-11-10 | 1961-11-10 | Verfahren zur Gewinnung von Magnesium aus Magnesiumverbindungen durch Schmelzflusselektrolyse |
Publications (1)
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| CH435766A true CH435766A (de) | 1967-05-15 |
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Country Status (1)
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| CH (1) | CH435766A (de) |
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1961
- 1961-11-10 CH CH1305761A patent/CH435766A/de unknown
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