Falz- und Sammelvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen
Die Erfindung betrifft eine Falz- und Sammelvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen, mit einem im Umfang zur Aufnahme von drei Bogen bemessenen Nuten-Falzmesserzylinder, der in dreifacher Anordnung die zur Bogenführung dienenden Mittel sowie die nach dem Prinzip des Räderfalzes mittels eines exzentrisch gelagerten Planetengetriebes gesteuerten Falzmesser trägt.
Zum Querschneiden und Querfalzen einer eine Rotationsdruckmaschine verlassenden, mittels eines Falztrichters längs gefalzten, bedruckten Bahn werden unter anderem bereits Räderfalzapparate benutzt, die in verschiedenartigen Ausführungen bekannt sind.
Auf diesen Apparaten sollen Druckerzeugnisse sowohl in doppelter wie auch in einfacher Produktion hergestellt werden können, wobei im letzteren Falle vor dem Falzen gesammelt werden muss.
Bei einer dieser Anordnungen wird die vom Falztrichter kommende Bahn zwischen einem Nuten Falzmesserzylinder von gleicher Grösse mit dem Formzylinder und einem Schneidzylinder in Bogen zerschnitten, die von Punkturen gehalten und anschliessend von rotierenden Falzmessern zwischen zwei Falzwalzen geschoben werden.
Die Spitzen der beiden im Falzmesserzylinder gelagerten, je Zylinderumlauf zweimal gegenläufig rotierenden Falzmesser durchlaufen eine dreispitzige Zykloide, deren eine Spitze zwischen den Falzwalzen liegt und deren andere beiden Spitzen den Zylindermantel um 1200 versetzt zueinander durchdringen.
Da das Sammeln somit auf dem Falzmesserzylinder nicht möglich ist, wurde hierfür ein Schneidzylinder von halber Formzylindergrösse oder ein zwischen ihn und die Falzwalzen zwischengeschalteter, besonderer Sammelzylinder von halber Grösse des Formzylinders verwendet.
Dieser und ähnlichen Einrichtungen haften infolge mehrmaliger Bogenaufnadelung und -übergabe die bekannten Mängel, wie unerwünschte mehrfache Durchlöcherung der Exemplare, ungenaue Bogenführung, Falzverschiebung, Stoppergefahr usw. an.
Zur Behebung der genannten Nachteile und zwecks Steigerung der Falzapparatleistung hat man Räderfalzapparate mit einem gleichzeitig zum Falzen und zum Sammeln dienenden Zylinder von eineinhalbfacher Grösse des Formzylinders ausgestattet.
Die im Zylinder gelagerten Falzmesser rotieren unter Verwendung besonderer Getriebe um ihre Achse und treten jeweils nur zum Zeitpunkt eines Falzvorganges über den Umfang des ersteren hinaus, wobei sie die gesammelten Bogen zwischen die angetriebenen Falzwalzen einschieben.
Bei einer dieser bekannten Einrichtungen läuft im Inneren des Falzmesser-Sammelzylinders mit ihm gegenüber eineinhalbfacher Umlaufzahl ein exzentrisch gelagerter Messerkörper mit zwei rotierenden Falzmessern um, die ihren Antrieb von je einem um ein Sonnenrad kreisenden Planetenrad aus über ein Zwischenrad und ein auf der Falzmesserwelle befestigtes Stirnrad erhalten. Die Falzmesserspitzen beschreiben hierbei eine dreigespitzte Epizykloide, von der zwei Spitzen innerhalb des Zylindermantels liegen. Bei doppelter Produktion tritt also jedes Falzmesser bei jedem Umlauf einmal aus der Zylindermantelfläche aus und vollzieht einen Falzvorgang.
Zum Sammeln wird eines der beiden Messer stillgesetzt, so dass zwei Bogen gesammelt werden und nur ein Messer bei jedem Umlauf, also bei jedem zweiten Bogen falzt.
Infolge der ungleichen Drehzahl zwischen dem Messerkörper und dem Zylinder sowie der Verwendung von zwei Messern, von denen beim Sammeln das eine ruht, treten bei diesem System zusätzlich ungleichförmig bewegte Massen auf, die sich leistungsmindernd auf den Falzapparat auswirken. Ausserdem ist der von den Falzmessern überstrichene Bereich verhältnismässig gross, was das Unterbringen anderer Konstruktionsteile im Falzmesserzylinder erschwert.
Ferner ist es auch bekannt, Falzmesser-Sammelzylinder von eineinhalbfachem Umfang des Formzylinders mit drei Falzmessern zu versehen. Im Inneren des Zylinders einer dieser Anordnungen laufen synchron zu ihm zwei exzentrisch zur Zylindermantelfläche gelagerte Scheiben um, welche drei rotierende Falzmesser tragen. Der Antrieb der letzteren erfolgt mittels je eines um ein feststehendes, exzentrisches Sonnenrad kreisenden Planetenrades, wobei zwischen dieses und das auf der Falzmesserwelle befindliche Stirnrad ein Differential zwischengeschaltet ist. Von dem Sonnenrad ist ausserdem der Antrieb für ein durch einen Kurbeltrieb betätigtes, während einer Zylinderdrehung einmal hin und her schwingendes Zahnsegment abgeleitet, welches in ein auf einer Keilwelle verschiebbares Kupplungsritzel eingreift.
Beim Eingriff des Ritzels in das Zahnsegment wird das Differential derart beeinflusst, dass die Spitze jedes der rotierenden Falzmesser während zweier Zylinderumdrehungen eine symmetrisch zur Mittelachse, innerhalb der Zylindermantelfläche liegende Doppelschleife durchläuft und nur einmal aus ihr austritt, wenn sie sich den Falzwalzen gegenüber befindet. Für die doppelte Produktion wird das verschiebbare Ritzel mit einer Innenverzahnung des Differentials in Eingriff gebracht, das Zahnsegment schwingt dann leer und die Falzmesserspitzen bewegen sich wie üblich auf der Bahn einer dreigespitzten Zykloide.
Nachteilig ist bei dieser Anordnung, dass jeder Falzmesserspindel ein gesondertes Getriebe in Form des zwischen das Planetenrad und das auf der Falzmesserspindel befindliche Stirnrad zwischengeschalteten Differentials nebst kurbelbetätigtem Zahnsegment zugeordnet wird. Die hierdurch bedingten zusätzlichen Massenbeschleunigungen mindern die mittels des Räderfalzes erzielbaren Vorteile, während die zusätzlich auftretenden Zahn- und Lagerspiele die Falzgenauigkeit nachteilig beeinflussen. Obendrein ist dieser Falzmesser-Sammelzylinder auch mit erheblichem Fertigungsaufwand verbunden.
Schliesslich ist noch ein Räderfalzapparat bekanntgeworden, bei dem ebenfalls ein Falzmesserzylinder mit einem Umfang von drei Bogenlängen sowie mit in ihm ortsfest gelagerten umlaufenden, je ein Planetenrad tragenden Falzmesserspindeln verwendet wird. Jedes der Planetenräder greift an der Innenverzahnung je eines zusätzlich mit einer Aussenverzahnung versehenen, zentrisch zum Zylinder angeordneten Innenzahnkranzes an. Die letzteren können wahlweise entweder zum Sammeln mittels sternförmig zum Falzmesserzylinder angeordneter Räderkurbeltriebe auf zwei Zylinderumdrehungen drei um 2400 phasenverschobene, fortschreitende Drehbewegungen mit Stillständen zum Zeitpunkt des Falzens ausführen oder bei doppelter Produktion stillgesetzt werden.
Der Antrieb der Räderkurbeltriebe erfolgt von einem gemeinsamen, exzentrisch gelagerten und mit halber Drehzahl gegenläufig zum Zylinder umgeführten Antriebsrad aus.
Die Nachteile dieser Ausführung bestehen einerseits darin, dass drei gesonderte Steuerungen für die zueinander phasenverschobenen Zusatzbewegungen der Planetenräder vorgesehen sind, wodurch die Einrichtung verhältnismässig kompliziert wird. Andererseits treten zusätzliche Massenbeschleunigungen auf, deren Fehlen ein wesentlicher Vorteil des Rotationsfalzes und Vorbedingung für notwendige Leistungssteigerungen ist. Ausserdem führt die Anordnung zum Auftreten zusätzlicher Zahn- und Lagerspiele, die sich nachteilig auf die Falzgenauigkeit auswirken.
Mit der Erfindung soll ein Falzmesser-Sammelzylinder geschaffen werden, bei dem in einfacherer Weise als bei den bekannten Einrichtungen das mehrmalige Austreten des Falzmessers aus dem Zylinder während des Sammelns, zumindest an störenden Stellen, verhindert werden soll. Gleichzeitig soll erreicht werden, dass die die Falzmesserbewegung steuerenden Teile sich insgesamt gleichförmig auf Kreisbahnen bewegen, die Summe aller Zahnund Lagerspiele gering gehalten werden kann und vor allem beim Sammeln gegenüber dem Nichtsam- meln keine zusätzlichen ungleichförmig bewegten Massen auftreten, die nicht oder nur schwer auszugleichen sind.
Zu diesem Zweck zeichnet sich die erfindungsgemässe Falz- und Sammelvorrichtung dadurch aus, dass die Achse des Planetengetriebes beim Sammeln gegenüber dem Maschinengestell um die Achse des Falzmesserzylinders umläuft.
Eine zweckmässige Gestaltung der Vorrichtung ergibt sich dadurch, dass der Falzmesserzylinder zentrisch und drehbar auf einer festleg- und antreibbaren, gekröpften Welle gelagert und in seinem Inneren ein Messerträger für die Falzmesser untergebracht ist, welcher drehbar auf einem exzentrischen Wellenstück sitzt und über einen 1:1 übersetzten Zahntrieb bzw. eine Mehrzahl von Parallelkurbeln mit dem Falzmesserzylinder verbunden ist, so dass beide mit gleicher Umlaufzahl rotieren.
Um in einfacher Weise von der doppelten Produktion auf das Sammeln und umgekehrt übergehen zu können sind vorteilhaft zum Steuern der Falzmesserbewegung auf den Falzmesserspindeln je zwei Planetenräder unterschiedlichen Teilkreisdurchmessers angeordnet, von denen jeweils die drei gleichen Planetenräder mit einem gemeinsamen, in an sich bekannter Weise festleg- und antreibbaren Innenzahn kranz und/oder Sonnenrad entsprechend unterschiedlichen Teilkreisdurchmessers gekoppelt werden können.
Dabei ist es vorteilhaft, auf der Zylinderwelle für deren Antrieb ein ihr gegenüber gegen Drehung gesichertes Stirnrad anzuordnen, welches zusammen mit den Innenzahnkränzen und/oder Sonnenrädern axial verschoben und in den beiden Endstellungen festgelegt werden kann.
Gleichzeitig ist es zum Erzielen der richtigen Lage der von den Falzmesserspitzen beim Nichtsammeln und Sammeln durchlaufenden beiden Zykloiden zueinander sowie gegenüber den Falzwalzen zweckmässig, zwei der drei Falzmesser gegenüber der zuge hörigen Falzmesserspindel auf zwei unterschiedliche Ausgangsstellungen einstellbar auszubilden.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles in vereinfachter Darstellung. Es zeigen:
Fig. 1 und Fig. 2 je eine schematisch gezeichnete Anordnung zum Koppeln des Messerträgers mit dem Falzmesserzylinder im Längsschnitt,
Fig. 3 die Koppelglieder nach Fig. 2 in Seitenansicht,
Fig. 4 den gegenständlich gezeigten Falzmesserzylinder im Längsschnitt gemäss Schnittlinie A-A in Fig. 5 und
Fig. 5 einen Querschnitt durch den Falzmesserzylinder gemäss Schnittlinie B-B in Fig. 4.
Im Schema gemäss Fig. 1 lagert der zur Aufnahme von drei Druckbögen eingerichtete Falzmesserzylinder 1 drehbar auf einer gekröpften, zur Verdeutlichung undrehbar in den Maschinenwänden 25; 26 abgestützten Welle 2 mit der Exzentrizität e. Er wird mittels eines Stirnrades 3 von einem nicht dargestellten Schneidzylinder aus angetrieben. Auf dem gekröpften, d. h. exzentrisch zur Welle 2 liegenden Wellenstück 4 ist der Messerträger 5 drehbar angeordnet, welcher die drehbar in ihm gelagerten, dreifach vorhandenen, jedoch nur einmal dargestellten Falzmesserspindeln 6 nebst den auf ihnen befestigten Falzmessern 7 aufnimmt.
Mit dem Falzmesserzylinder 1 ist ein Stirnrad 8 und mit dem Messerträger 5 ein Stirnrad 9 fest verbunden, die einerseits über die auf einer gemeinsamen Zwischenradwelle 10 befestigten, im Verhältnis 1:1 übersetzten Zwischenräder 11; 12 miteinander in Verbindung stehen. Die Zwischenradwelle 10 ist drehbar, aber ortsfest an der Welle 2 des Falzmesserzylinders 1 gelagert, so dass beim Umlauf des letzteren der über die Stirnräder 8; 9 und die Zwischenräder 11; 12 angetriebene Messerträger 5 gleichsinnig und mit gleicher Drehzahl mit ihm umläuft.
Auf jeder der drei Falzmesserspindeln 6 sind zwei Planetenräder 13 bzw. 14 befestigt, die wechselweise mit dem zugehörigen umdrehbaren, aber axial verschiebbaren, auf der Welle 2 gelagerten Innenzahnkranz 15 bzw. 16 eines Doppelzahnkranzes in Eingriff gebracht werden können. Das tÇbersetzungsver- hältnis des bei doppelter Produktion, also beim Nichtsammeln wirksamen Planetenrades 14 und des Innenzahnkranzes 16 (Fig. 2) beträgt 3:1, so dass beim Umlauf des Falzmesserzylinders die Spitzen der Falzmesser 7 in üblicher Weise eine dreigespitzte Zykloide durchlaufen, von der zwei Spitzen innerhalb des Zylindermantels liegen, während lediglich die dritte an der Stelle der in Fig. 3 sichtbaren Falzwalzen 17; 18 aus ihm hinaustritt.
Beim Nichtsammeln, also bei einfacher Produktion, arbeitet das Planetenrad 13 mit dem Zahnkranz 15 zusammen. Dabei ist das Übersetzungsverhältnis zwischen beiden massgeblich für die Form der von den Falzmesserspitzen durchlaufenden Zykloide und die Grösse der Exzentrizität e bestimmend für die radiale Lage der Zykloidspitzen gegenüber dem Mantel des Falzmesserzylinders.
Würde man beispielsweise zwischen dem Planetenrad 13 und dem Zahnkranz 15 ein tÇbersetzungs- verhältnis 5:2 wählen, so würden die Falzmesserspitzen eine fünfspitzige Zykloide durchlaufen, die sich erst nach jedem zweiten Umlauf mit sich selbst deckt.
Ihre Krümmung wäre verhältnismässig flach und ihre Spitzen wären relativ stumpf. Mit Ausnahme der zwischen die Falzwalzen eintauchenden Spitze liegen diese sämtlich innerhalb des Zylindermantels, was sich auf Grund der verhältnismässig geringen Exzentrizität e des exzentrischen Wellenstückes 4 zur Welle 2 ergibt. Die Exzentrizität e muss jedoch mindestens so gross gewählt werden, dass die beiden 72" vor und nach der Falzstellung befindlichen Zykloidenspitzen innerhalb des Zylindermantels liegen.
Eine stärkere Krümmung der Zykloide und damit eine spitzere Form an der Falzstelle lässt sich erreichen, wenn man das Übersetzungsverhältnis zwischen dem Planetenrad 13 und dem Innenzahnkranz 15 mit beispielsweise 7:2 wählt. Hierdurch wäre aber gleichzeitig eine wesentliche Vergrösserung der Exzentrizität e auf etwa das Dreifache gegenüber dem tZberset- zungsverhältnis beim Nichtsammeln bedingt, da bereits 51 vor und nach der Falzstelle je eine Zykloidenspitze liegt, die innerhalb des Zylindermantels bleiben muss. Die überhöhte Exzentrizität ist aber praktisch kaum zu verwirklichen. Eine geeignete Zykloidenform ergibt sich jedoch ohne eine wesentliche Vergrösserung der Exzentrizität e dadurch, dass man dem Planetengetriebe eine zusätzliche Umlaufbewegung erteilt, wie sie zu den Fig. 4 und 5 noch näher erläutert wird.
In den Fig. 2 und 3 ist eine andere Art der Kopplung des Falzmesserzylinders 1 mit dem Messerträger 5 dargestellt. Der Aufbau der Anordnung gleicht im wesentlichen der in Fig. 1 gezeigten, so dass gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen wurden und die Beschreibung ihrer Anordnung sowie ihrer Funktion sich erübrigt.
Lediglich an die Stelle der Stirnräder 8; 9 und der Zwischenräder 11; 12 nebst Zwischenradwelle 10 nach Fig. 1 sind Parallelkurbeln getreten, deren festes Glied 21 die Exzentrizität e zwischen der Achse 19 der Welle 2 und der gleichzeitig die Achse des Planetensystems bildenden Achse 20 des exzentrischen Wellenstückes 4 ist. Jede der Kurbeln 22 ist an ihrem einen Ende fest mit dem Falzmesserzylinder 1 und jede der Kurbeln 23 an beiden Enden fest mit dem Messerträger 5 verbunden, während das andere Ende der Kurbeln 22 gelenkig an je einer Koppel 24 angreift. Die letzteren sind an den Kurbeln 23 angelenkt, so dass beim Umlauf des Falzmesserzylinders 1 von den Kurbeln 22 aus über die Koppeln 24 die Kurbeln 23 parallel zu den Kurbeln 22 verstellt werden und somit der Messerträger 5 in Umlauf gesetzt wird.
Die Planetenräder 13 oder 14 rollen dann je nach Einstellung des Doppelzahnkranzes auf dem Innenzahnkranz 15 oder 16 ab.
Bei dieser Anordnung müssen mindestens zwei vorzugsweise um 900 zueinander versetzt liegende Parallelkurbeln verwendet werden, um das Minimum der Übertragungsgüte auf 45" festlegen zu können.
Ausserdem besteht die Möglichkeit, die Parallelkurbeln in unterschiedlichen Abständen von der Achse 19 der Welle 2 sowie der Achse 20 des Planetensystems und damit in beliebig kleinem Winkel zueinander anzuordnen, so dass hierbei eine höhere Übertra- gungsgüte als bei der Kopplung des Falzmesserzylinders 1 mit dem Messerträger 5 mittels Zahnrädern gemäss Fig. 1 erreichbar ist.
Bei der in Fig. 4 gegenständlicher dargestellten Ausführung ist der Falzmesserzylinder 1 auf dem zentrischen Teil der Welle 2 gelagert, die ihrerseits von den Maschinenwänden 25; 26 getragen wird. Auf dem exzentrischen Wellenstück 4 lagert der Messerträger 5, dessen Achse 20 um das Mass e exzentrisch zur Achse 19 der Welle 2 liegt und der die dreifach vorhandenen drehbaren Falzmesserspindeln 6 mit den Falzmessern 7 aufnimmt. Zwei der drei Falzmesser sind in der Achsrichtung der Falzmesserspindeln verschiebbar, so dass jeweils eine der beiden in den Lagerböcken 27; 28 der Falzmesser 7 angebrachten Keilnuten 30; 37 nach entsprechender Verdrehung mit einer auf den Falzmesserspindeln 6 befestigten Passfeder 29 in Eingriff gebracht werden kann.
Die Falzmesserspindeln 6 tragen ferner an ihrem der Maschinenwand 25 zugekehrten Ende je ein Paar von Planetenrädern 13; 14. Das Planetenrad 14 kann mit dem Innenzahnkranz 16 eines Zahnradkörpers 32 in Eingriff gebracht werden und hat zu ihm ein Übersetzungsverhältnis von 3:1.
Das Planetenrad 13 hingegen lässt sich mit einem Sonnenrad 31 kuppeln, zu dem es im Verhältnis 7:2 übersetzt ist. Schliesslich trägt der Zahnradkörper 32 noch ein Stirnrad 33, welches mit einem gemeinsam mit dem Stirnrad 3 auf der Welle des nicht dargestellten Schneidzylinders angeordneten Stirnrad 34 in Eingriff zu bringen ist und im Verhältnis 1:1 zum Schneidzylinder angetrieben werden kann.
Der Zahnradkörper 32 ist undrehbar, jedoch axial verschiebbar auf der Zylinderwelle 2 angebracht und kann mittels eines Arretierbolzens 35 o. dgl. in der auf der Zeichnung dargestellten Lage gehalten werden. Zum Kuppeln des Planetenrades 13 mit dem Sonnenrad 31 sowie des Antriebsstirnrades 33 mit dem Stirnrad 34 muss ein zwischen den Zahnradkörper 32 und den Falzmesserzylinder 1 zwischengelegtes Distanzstück 36 entfernt werden.
Der Falzmesserzylinder ist mit dem Messerträger 5, wie zu Fig. 2 und 3 beschrieben, über eine Mehrzahl von Parallelkurbeln verbunden und ist mit den üblichen, auf Spindeln angeordneten und zum Führen der Bögen dienenden Punkturen versehen. Diese sind auf der Zeichnung der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt worden, zumal sie auch nicht zur Erfindung gehören.
Bei doppelter Produktion, d. h. also bei Nichtsammeln, befinden sich alle Teile in der aus Fig. 4 ersichtlichen Lage. Der Falzmesserzylinder 1 wird mittels des Stirnrades 3 vom Schneidzylinder aus angetrieben und vollführt zwei Umdrehungen auf drei Umdrehungen des letzteren. Über die Parallelkurbeln 21 bis 24 wird der Messerträger 5 vom Falzmesserzylinder 1 mitgenommen, so dass die drei Planetenräder 14 an dem Innenzahnkranz 16 des mittels des Arretierbolzens 35 festgelegten Zahnradkörpers 32 abrollen. Die Zylinderwelle 2 befindet sich dabei in Ruhelage.
Auf Grund des gegebenen tÇbersetzungsverhält- nisses vollführen die Planetenräder und damit die Falzmesser drei Umdrehungen auf eine Umdrehung des Falzmesserzylinders 1, so dass die Falzmesserspitzen in üblicher Weise die in Fig. 5 gestrichelt gezeichnete dreispitzige Zykloide durchlaufen, wobei sie je Umlauf des Falzmesserzylinders 1 nur einmal aus dessen Mantel, und zwar an der Stelle der Falzwalzen 17; 18 austreten.
Zum Sammeln wird nach Herausnehmen des Distanzstückes 36 zunächst der Zahnradkörper 32 so weit auf der Zeichnung nach rechts verschoben, bis das Sonnenrad 31 mit dem Planetenrad 13 sowie das Antriebsstirnrad 33 mit dem Stirnrad 34 in Eingriff stehen und der Zahnradkörper 32 von seiner Blokkierung durch den Arretierbolzen 35 frei ist. In dieser Stellung wird der Zahnradkörper 32 gegen Axialverschiebung etwa durch Einlegen des Distanzstückes 36 zwischen die Maschinenwand 25 und den Zahnradkörper 32 gegen Axialverschiebung etwa durch Einlegen des Distanzstückes 36 zwischen die Maschinenwand 25 und den Zahnradkörper 32 oder in anderer geeigneter Weise gesichert.
Im Verlauf der Axialverschiebung des Zahnradkörpers 32 wird keines der Räder auch nur zeitweise frei drehbar, da gleichzeitig die Blockierung durch den Arretierbolzen 35 sowie der Eingriff des Innenzahnkranzes 16 in das Planetenrad 14 noch wirksam sind, während die Stirnräder 33; 34 sowie das Sonnenrad 31 und das Planetenrad 14 bereits in Eingriff kommen. Insoweit ist also keine Neueinstellung des Planetensystems notwendig.
Zum Umstellen auf die erforderliche Ausgangslage sind dann lediglich zwei der Falzmesser 7 so weit axial zu verschieben, bis die Keilnuten 30 der Lagerböcke 27; 28 von den Passfedern 29 frei sind und die beiden Falzmesser 7 gegenüber den Falzmesserspindeln 6 in die Lage gedreht werden können, in der die Keilnuten 37 mit den Passfedern 29 in Eingriff zu bringen sind.
Um die Falzmesser auf ihren Spindeln in der jeweiligen Arbeitsstellung festzulegen, werden
Klemmittel üblicher Art vorgesehen.
Der Falzmesserzylinder 1 wird beim Sammeln, wie zuvor für das Nichtsammeln erläutert, angetrieben und läuft gegenüber dem Schneidzylinder im Verhältnis 2:3 um. Mit ihm dreht sich infolge der beschriebenen Kopplung der Messerträger 5, so dass das Planetenrad 13 sich auf dem Sonnenrad 31 abwälzt.
Da der Zahnradkörper 32 vom Schneidzylinder aus angetrieben wird und diesem gegenüber mit gleicher Drehzahl umläuft, der Schneidzylinder aber drei Umdrehungen auf zwei Umdrehungen des Falzmesserzylinders 1 vollführt, dreht sich die mit dem Zahn radkörper 32 verbundene Welle 2 auf zwei Zylinderumdrehungen dreimal. Dies bedeutet, dass die Achse 20 des Planetengetriebes bei zwei Umdrehungen des Falzmesserzylinders 1 drei Umläufe um dessen Achse 19 ausführt. Das Planetengetriebe läuft also dem Falzmesserzylinder voraus.
Ausserdem ist das Teilkreisverhältnis zwischen dem Sonnenrad 31 und dem Planetenrad 13 so bemessen, dass das letztere und damit das Falzmesser 7 auf zwei Umdrehungen des Falzmesserzylinders 1 bzw. auf drei Umdrehungen des Zahnradkörpers 32 siebenmal rotiert.
Bei der beschriebenen Kombination der Antriebselemente durchlaufen die Spitzen der Falzmesser die in Fig. 5 mit durchgezogener Linie dargestellte siebenspitzige Zykloide, von der lediglich zwei Spitzen an solchen Stellen aus dem Mantel des Falzmesserzylinders austreten, wo sie beim Sammeln nicht auf Bögen stossen. Aus Fig. 5 ist zu erkennen, dass die Form der im Falzbereich liegenden Spitzen beider Zykloide einander weitgehend angeglichen ist, der Falzvorgang sich also sowohl beim Sammeln wie auch beim Nichtsammeln unter praktisch gleicher Falzmesserführung vollzieht.
In der beschriebenen Weise ist es also möglich, ohne Oberhöhung der für das Unterbringen der Zykioidenspitzen innerhalb des Zylindermantels massgeblichen Exzentrizität e zwischen der Achse 19 des Formzylinders 1 und der Achse 20 des Planetengetriebes sowie ohne komplizierte statisch und dynamisch schwer kompensierbare Zusatzsteuerungen das einwandfreie Falzen von Druckerzeugnissen in doppelter und einfacher Produktion auch an schnellaufenden Maschinen mittels eines Räderfalzes durchzuführen.