CH411104A - Einrichtung zur selektiven Erfassung von Erdschlüssen, insbesondere von Erdschlusswischern - Google Patents
Einrichtung zur selektiven Erfassung von Erdschlüssen, insbesondere von ErdschlusswischernInfo
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Description
Einrichtung zur selektiven Erfassung von Erdschlüssen, insbesondere von Erdschlusswischern Tritt in einem z. B. induktiv geerdeten Netz eine Erdberührung ein, bedeutet es für das gesamte Netz gebilde eine plötzliche Zustandsänderung, also einen Schaltvorgang. Die im Augenblick des Erdschlusses auf der Leitung herrschende Ladungsverteilung gleicht sich daher in Form einer Wanderwelle hoher Fre quenz aus.
Neben diesen schnell abklingenden Wan derwellen findet noch ein mittelfrequenter Umladevor- gang statt; dabei bilden die Netzkapazitäten und In- duktivitäten einen Schwingkreis, wobei aber die Pe- tersenspule noch nicht zur Wirkung kommt. Erst nach Beendigung der Umladevorgänge setzt der eigentliche stationäre Erdschluss ein, und die Petersenspule kom pensiert den kapazitiven Erdschlussstrom.
Es ist natürlich von grossem Interesse, gerade die wieder verschwindenden Lichtbogenerdschlüsse (Wi scher) festzustellen. Denn auf jeden Fall ist an einer Wischerstelle der Isolationspegel herabgesetzt. An dererseits ist es aber wichtig, dass das Ansprechen eines Rohrableiters keinen Erdschluss vortäuscht.
Die bisher verwendeten wattmetrischen Erdschluss- relais mit mechanischem Messwerk kann man grund sätzlich ohne zusätzliche schaltungstechnische Mass- nahmen nicht zur Wischererfassung verwenden. Es besteht nämlich die Gefahr, dass durch die mittel- frequenten Umladevorgänge die Kontakte fehlerhaft betätigt werden. So wird die Richtungsangabe nicht mehr eindeutig.
Nach einem Vorschlag des DBP 886.937 mit Zusatz 952.832 K1. 21c Gr. 685 ist dieser Nachteil durch ein schnell arbeitendes Richtungsre lais in Verbindung mit einem sich im Verhältnis zur Dauer der bei Erdschlüssen auftretenden Schwin- gungsvorgängen nur langsam aufladenden Kondensa tor, der seine Ladung beim ersten Ansprechen des Richtungsrelais an einen von zwei Steuerstromkreisen für weitere Schaltmittel abgibt, beseitigt worden.
Eine andere Lösung benutzt die Wanderwellen vorgänge zur selektiven Wischererfassung. Da aber die Grenzfrequenz der herkömmlichen Wandler unter halb der Wanderwellenfrequenz liegt, ist diese Va riante nicht ohne besondere Einrichtungen zur über tragung der herabtransformierten Wanderwellen an das Relais (z. B. Hochspannungsshunts) zu verwenden.
Es ist natürlich auch möglich, die Grösse der Um ladeströme selbst zu erfassen. Bei normalen Leitungen (keine Parallelleitungen, Sammelschienen oder ähnli chen) erhält man eine gewisse Selektivität, weil die Amplitude des Io-Stroms hinsichtlich der Entfernung von der Fehlerstelle abgestuft ist. Diese Messwerte können durch Fallbügelinstrumente festgehalten wer den. Die Auswertung der Anzeige ist aber schwierig, da immer mehrere Messwerte miteinander zu verglei chen sind.
Ausser der Variante, welche die Wanderwelle zum Richtungsentscheid benutzt, kann man auf keinem der vorgeschlagenen Lösungswege einen Erdschluss-Wi- scher von einem Wischer infolge des Ansprechens eines überspannungsableiters unterscheiden.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur selek tiven Erfassung von Erdschlüssen, insbesondere von Erdschluss-Wischern, in einem Netz auf der Grund lage der mittelfrequenten Umladevorgänge, bei der in einem ersten oder zweiten Und-Gatter einer ersten Schaltungsanordnung kontaktlos die Polarität der durch eine polaritätsabhängige Impulsverlängererstufe in einem Rechteckimpuls umgewandelten ersten Halb welle des Umladestromes mit der Polarität der durch einen polaritätsabhängigen Schwellwertschalter in einen Impuls definierter Grösse umgeformten Unsym- metriespannung verglichen
wird; einem dritten Und- Gatter wird ausser dem Ausgangssignal des ersten bzw. zweiten Gatters das Ausgangssignal einer an den Überspannungsableiter der Station angekoppelten Kippstufe sowie das auf analoge Weise gewonnene Ausgangssignal einer am anderen Ende des Leitungs abschnittes liegenden zweiten, gleichen Schaltungsan ordnung zugeführt.
Das Prinzip der Einrichtung soll an Hand der Fig. 1-3 beispielsweise zunächst kurz erläutert werden. Es stellen dar: Fig. 1 Blockschaltbild der Schaltungsanordnung für Leitungsende 1. Es bedeuten: M1, 2; l', 2' - Impulsverlängererstufen M3;
M3' - Kippschaltung mit bestimmten Zeitverhalten S1, 2; 1', 2' - Schwellwertschalter t - Zeitglied Z - Zählschaltung V - RC-Glied A - Anzeigeschaltung 0 1, 2, 3; l',2',3' - Undgatter Die in der Beschreibung mit dem Index (') be zeichneten Baugruppen befinden sich am Leitungsen de 2 und sind in Fig. 1 nicht eingezeichnet, die ohne Index am Leitungsende 1.
Fig. 2 Kurvenverlauf in den charakteristischen Punkten der Schaltung, die durch römische Zahlen bezeichnet sind.
Fig. 3 Schaltbeispiel für einen zu schützenden Lei tungsabschnitt.
Der Richtungsentscheid wird wie folgt getroffen: Kontaktlos wird die Polarität der durch eine pola ritätsabhängige Impulsverlängererstufe (M1) bzw. (M2) in einen Rechteckimpuls umgewandelten ersten Halb welle des Umladestromes mit der Polarität der durch einen polaritätsabhängigen Schwellwertschalter (S1) bzw. (S2) in einen Impulse definierter Grösse umge formten Unsymmetriespannung in einem Und-Gatter (,a1) bzw.
($2) verglichen, und einem weiteren Und- Gatter (, & 3) wird ausser dem Ausgangssignal (-(, & l) des Gatters ( & l) bzw. ($2) das Ausgangssignal (yM3) der an den Überspannungsableiter der Station, induk tiv angekoppelten Kippstufe (M3) sowie das auf ana loge Weise wie (-(ü3) gewonnene Ausgangssignal (-(e3') der am anderen Ende des Leitungsabschnittes liegenden gleichen Schaltungsanordnung zugeführt.
Durch die beschriebene kontaktlose Schaltung ist es nun möglich, die Richtungsentscheide an beiden Leitungsenden miteinander zu vergleichen und einen Erdschluss-Wischer selektiv anzuzeigen.
Die Kippschaltungen (M3 bzw. M3') werden im mer dann ausgelöst, wenn der entsprechende Über spannungsableiter angesprochen hat (induktiv ange koppelt). Eine nähere Erläuterung der Einrichtung und ihrer Eigenschaften erfolgt an Hand des nachstehenden konkreten Beispiels.
Die z. B. positive Halbwelle des Umladevorganges löst M1 aus. Am Ausgang erscheint das Signal M1 und wird dem Eingang von 0 zugeführt. Ist gleich zeitig eine Uo-Spannung gleicher Polarität vorhanden, deren Grösse über dem Schwellwert von S1 liegt, gelangt an den Eingang von a1 noch das Signal ySl. Folgen zeitlich sehr kurze Wischer schnell aufeinander, ist Uo noch nicht genügend weit abgeklungen, und es könnte zu Fehlentscheiden kommen. Deshalb muss für die Dauer der ausschwingenden Uo-Spannung die Anzeige gesperrt werden. Dazu dient das Zeitglied t.
Nur wenn es nicht ausgelöst ist, liegt -(t an dem Ein gang von al an, und die Und -Bedingung (yM1, yS1 und yt vorhanden) ist erfüllt. Am Ausgang entsteht -(,a1. Über das RC-Glied V wird das Zeitglied t durch J angeregt. Nach einer äusserst kurzen Zeit, die kleiner als die Dauer der ersten Halbwelle des Umladevorganges sein muss, wird t ausgelöst und -(t verschwindet.
Jetzt ist für e1 und a2 die Undbe- dingung nicht mehr erfüllt, und es kann für die Ablauf zeit des Zeitgliedes t kein erneuter Richtungsentscheid erfolgen. Das Ausgangssignal von $1 (yal) gelangt auch an ä3.
Lag der Wischer innerhalb der Leitungs enden 1 und 2, wobei also die 1"-Ströme alle zur Erd- schlussstelle hin gerichtet sind (die Polarität von U. ist zum gleichen Zeitpunkt im ganzen Netz gleich), so ist für das Gatter al' bzw. a2' die Undbedingung bei entsprechender Polarität der Schwellwertschalter erfüllt. Das Ausgangssignal wird -a3' zugeführt.
Ist tatsächlich ein Wischer vorhanden gewesen, bleibt M3' in der Ausgangslage und an Ü3' ist die Undbe- dingung erfüllt. Das Ausgangssignal ya3' von $3' wird ,a3 zugeführt; dort ist jetzt die Undbedingung ebenfalls erfüllt, wenn der überspannungsableiter am Leitungsende 1 nicht angesprochen hat (M3 ist nicht gekippt). Das Ausgangssignal y0 von 33 bewirkt die Auslösung der Anzeige A und das Weiterzählen der Zählschaltung Z um einen Wert. Die Anzeige ist von Hand zurückzustellen.
Um die Störeinflüsse der Wanderwellen zu vermeiden, werden vorzugsweise Zwischenwandler geringer Grenzfrequenz verwendet.
Natürlich braucht nicht unbedingt der Entscheid der beiden Leitungsenden durch eine Fernübertragung verglichen zu werden. Ein Abfragen ist ebenfalls möglich.
Die beschriebene Schaltungsanordnung ist beson ders vorteilhaft für einen grossen Netzverband zu verwenden. Führt man sämtliche Entscheide der ein zelnen Relaiskombinationen in einer zentralen Stelle, beispielsweise auf einem Blindschaltbild, zusammen, in dem die Anzahl der Wischer als Ziffernanzeige im jeweiligen Leitungsabschnitt auftauchen, so ist es dann leicht möglich, Rückschlüsse hinsichtlich des Isola tionszustandes des Netzes zu ziehen. Durch eine bei spielsweise an den Schwellwertschalter S1 angeschlos sene Anzeigeschaltung E wird der Dauererdschluss signalisiert.
Der betroffene Leiterabschnitt wird durch die Wischeranzeige signalisiert, da der Anfangszu stand eines Dauererdschlusses ebenfalls von Umla- devorgängen begleitet ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Einrichtung zur selektiven Erfassung von Erd- schlüssen, insbesondere von Erdschluss-Wischern, in einem Netz auf der Grundlage der mittelfrequenten Umladevorgänge, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten oder zweiten Und-Gatter (131 bzw. b2) einer ersten Schaltungsanordnung kontaktlos die Po larität der durch eine polaritätsabhängige Impuls verlängererstufe (M1 bzw.M.) in einen Rechteckim- puls umgewandelten ersten Halbwelle des Umlade stroms mit der Polarität der durch einen polaritätsab hängigen Schwellwertschalter (S1 bzw. S_) in einen Impuls definierter Grösse umgeformten Unsymme- triespannung verglichen wird und dass einem dritten Und-Gatter ($3) ausser dem Ausgangssignal (y131, -02) des ersten bzw. zweiten Gatters (131 bzw.Ü2) das Ausgangssignal (yM3) einer an den überspan- nungsableiter der Station angekoppelten Kippstufe (M3) sowie das auf analoge Weise wie (-(,33) gewon nene Ausgangssignal (y$3') einer am anderen Ende des Leitungsabschnittes liegenden zweiten, gleichen Schaltungsanordnung zugeführt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Ausgangssignal vom dritten Gatter (-a3') der zweiten Schaltungsanordnung dem dritten Gatter (0) der ersten Anordnung zugeführt und das Ausgangssignal der ersten Anordnung zur Anzeige des Wischers benutzt wird. 2.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass in jeder der Schaltungsanordnun gen an den beiden Leitungsenden der Richtungsent scheid direkt angezeigt wird und von einer Zentrale abgefragt werden kann. 3. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Schaltungsanordnungen ein Zeitglied (t) besitzt, wel ches durch einen Messstrom (J0) angeregt wird und für die Ausschwingdauer der zugeordneten Mess- spannung (U0) oder einen Bruchteil davon einen er neuten Richtungsentscheid an den Gattern unmöglich macht. 4.Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeitglied (t) über ein RC-Glied (V), dessen Zeit konstante kleiner als die Dauer der ersten Halbwelle des Umladevorganges ist, verzögert angeregt wird. 5. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sperrvorrichtung vorgesehen ist, die nach dem Ansprechen einer der Impulsverlängererstufen einen erneuten Richtungsentscheid infolge der nachfolgen den Halbwelle des Umladevorganges verhindert. 6. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Sperrvorrichtung das Zeitglied (t) verwendet ist. 7.Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenwandler für den Io-Strom eine solche Grenz- frequenz besitzen, die der Entladefrequenz des Netzes entspricht. B. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch einen Ausgangsimpuls eine Zähleinrichtung (Z) betätigt wird. 9.Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwellwertschalter (S1, S2; S1', S2') so eingestellt sind, dass infolge einer vorhandenen zulässigen Unsymme- triespannung kein Ausgangssignal abgegeben wird. 10. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellwert der Impulsverlängererstufe einstellbar ist. 11.Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeige der stationären Erdschlüsse über einen der Schwellwertschalter mit Hilfe einer nachgeschalteten Anzeigekippschaltung (E) erfolgt. 12. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit Transistoren aufgebaut ist. 13. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass schaltungsmässig die Entscheide der dritten Gatter (a3) und die Ergebnisse der Zähl schaltung (Z) in einer zentralen Stelle zusammenge- fasst sind.
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