Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 384 639 Schaltungsanordnung einer Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlage, mit ein- oder zwei Teilnehmerstellen je Anschlussleitung Das Hauptpatent bezieht sich auf -eine Schaltungs anordnung einer Fernmelde-;
insbesondere Fern- sprechanlage, mit ein- oder zwei Teilnehmerstellen je Anschlussleitung, in der an den Teilnehmerstellen in die Sprechadern bei Anschaltung zweier Teilnehmer- stellen an eine Anschlussleitung die gegenseitige Un- ab'hängigkeit dieser Stellen gewährleistende Gleich richter geschaltet .sind.
Eine Anordnung .gemäss dem Hauptpatent ist nun ,so ausgebildet, dass .in Reihe mit dem Wecker eine Zenerdiode mit Durchlassrichtung gegen Erde geschaltet ist, deren Zenerspannung so gewählt ist, dass sie oberhalb der im Speisezustand an der Zenerdiode abfallenden .Spannung jedoch unter halb des Effektivwertes der Rufwechselspannung biegt.
Bei derartigen Anordnungen ist die Rufstrom quelle im allgemeinen mit einer Gleichstromquelle, z. B. mit der Amtsbatterie, in Reihe geschaltet, um die an den Teilnehmerstellen vorgesehenen Schwell- wertdiod@en .und Gleichrichter so zu steuern, dass in Abhängigkeit von der Polung der -Gleichstromquelle von zwei an eine Anschlussleitung angeschalteten Teilnehmerstellen jeweils nur seine der beiden gerufen wird.
Ist nun der Wert der ,Amplitude der ,Rufwech- selspannung grösser als der Wert der Gleichspan nung, ;so besteht die Gefahr, dass der nicht zu rufende Teilnehmer einer zwei Telnehmern gemeinsam zuge ordnete Anschlussleitung bei Abheben seines Hörers während des Rufes des anderen Teilnehmers durch den Teil der einen Rufstromhalbwelle gestört wird,
mit dem die in Reihe mit der Rufstromquelle liegende Gleichspannung aufgehoben, und überwogen wird.
Erfindungsgemäss wird dieser Nachteil dadurch vermieden, dass amtsseitig von der der Verzweigung der bei Anschaltung zweier Teilnehmnerstellen beiden, gemeinsam zugeordneten Anschlussleitung Gleich richter 'n die Sprechadern geschaltet sind, die so ge polt sind, dass bei Ruf eines Teilnehmers eine Stö rung des anderen nicht zu rufenden, seinen Hörer jedoch abhebenden Teilnehmers derselben An- schlussleitung,
durch den Teil der Rufstromphase ver hindert -ist, für den der an seiner Teilnehmerstelle in der Sprechader liegende Gleichrichter durchlässig ist.
Mit der Erfindung wird -eine Störung des nicht zu rufenden Teilnehmers duTch den die Gleichspannung aufhebenden und überwiegenden Teil der Rufwech- selspannung vermieden, da dieser bereits im Amt durch die dort erfindungsgemäss eingeschalteten und gepolten Gleichrichter gesperrt wird.
In der Fig. 1 ,ist ein ;Ausführungsbeispiel der Er findung dargestellt, während die Fig.2 ein Span- nungs-Zeit-Oiagramm der während des Rufes seines Teilnehmersherrschenden Spannungszustände zeigt.
Bei,dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 sind: zwei an sich unterschiedlich .ausgebildete Teilnehmerstel len<I>T 1</I> und<I>T2</I> an eine gemeinsame Anschlussleitung bzw. Verbindungsleitung VL .angeschaltet und über diese mit der Teilnehmerschaltung TS verbunden. Jede der Teilnehmerstellen T1 bzw.
T2 kann selbst verständlich auch mit einer gleichausgebildeten Teil- nehmerstelle an die gemeinsame Verbindungsleitung VL angeschaltet .sein.
Während bei der Teilnehmerstelle T2 der Wek- kerkreis und der Funkenlöschkreis für den :die Num mernstromstösse aussendenden Impulskontakt 3nsi2 voneinander getrennt sind,
dient der im Arbeitszu- stand parallel zum Nummernscheibenimpulskontakt nsil der Teilnehmerstelle T1 liegende Kondensator K1 gleichzeitig noch als die Wirkungsweise des Wek- kers W1 unterstützendes. Schaltelement. Ist der Wek- ker W 1 z.
B. durch Anwendung einer mechanischen Feder als polarisierter Wecker ausgebildet, so kann seine Wirkungsweise als durch pulsierenden Gleich strom zu beeinflussender Wecker;
durch Parallel schalten des Kondensators K1 verbessert werden, wenn der Wecker W1 und der Kondensator Kl einem auf die Frequenz des pulsierenden Gleichstromes bzw. Rufwechselstromes abgestimmten Schwingkreis bilden.
Der Kondensator K1 kann dann, über-einen Ruhekontakt des Hakenumschalters <I>HU12</I> parallel zu dem Wecker Wl und über einen Arbeitskontakt des Hakenumschalters<I>HU12</I> parallel zu dem zur Ab gabe der Nummernstromstossreihen .dienenden Kon takt nsil geschaltet sein.
Im Ruhezustand ist die Anlasspannungsquelle WQ in der Teilnehmerschaltung TS über Kontakte lt und<I>2t</I> des gemeinsamen Trennrelais <I>T</I> mit den Adern aa bzw.<I>a</I> und bb bzw.<I>b</I> der gemeinsamen Lei tung VL verbunden.
Sieht man zunächst von den in Reihe mit den Weckern W1 und W2,der Stationen als Schwellwertdioden geschalteten Varistoren V1 und <I>V2 ab,</I> so bestehen im Ruhezustand für die einzelnen Halbwellen des der Wechselspannungsquelle WQ entnehmbaren Stromes folgende Stromkreise:
la) WQ, IRl, <I>2t,</I> bb, <I>b,</I> b1, G1, (V1),
EMI0002.0054
EMI0002.0055
a1, aa, <I>lt, G4,</I> WQ, 1b) WQ, IR2, <I>lt,</I> aa, <I>a, a2, G2,</I> HU22, <I>(V2), b2, b,</I> bb, <I>2t,</I> G3, WQ.
Es besteht somit die Gefahr, dass durch die An lasspannungsquelle WQ die Wecker W1 und W2 bei der Stationen T1 und T2 erregt werden. Mit Ein schaltung der Varistoren in die Stromkreise der Wek- ker wird deren Beeinflussung durch die Anlasspan nungsquelle WQ verhindert, wenn, wie hier vorausge setzt werden soll,
der Maximalwert der Spannung der Anlasspannungsquelle WQ absolut gesehen unterhalb des Wertes liegt, bei dem die Kennlinie der Varisto- ren einen Knick aufweist.
Unter Ausnutzung der Knickkennlinie der Varistoren ist es aber möglich, die Wecker unabhängig voneinander zu betätigen, wenn die Rufspannungsquelle in Reihe mit unter schiedlich gepolten Gleichspannungsquellen zwischen die Adern der Fernsprechleitung .geschaltet wird.
Der Geheimwerkehr zwischen beiden Teilneh- mern einerseits und dem Amt andererseits wird ge währleistet durch die Gleichrichter G1 und G2 in den Adern b1 und a2. Die Gleichrichter G1 und G2 als solche können beispielsweise Golddrahtdioden Ver wendung finden, müssen zu diesem Zweck kapazitäts arm sein. Der Gleichrichter des wirksam an das.
Amt anzuschaltenden Teilnehmers wird durch die im Amt an die Sprechadern angeschaltete Speisespannung so vorgespannt, dass er für beide Halbwellen des Sprechwechselstromes durchlässig ist, während der Gleichrichter -des von der gemeinsamen Verbindungs leitung wirksam zu trennenden Teilnehmers ;
entspre- chend entgegengesetzt vorgespannt und dadurch bei den Halbwellen des Sprechwechselstromes sperrt.' Die den Teilnehmerstellen T1, T2 zugeordneten Gleichrichter G1, G2 und Varistoren Fl, V2 können jeweils paarweise .in eine Vergussmasse eingeschlos- sen in den Stationsgehäusen, oder, da es sich um sehr kleine Bauelemente handelt, in "vorteilhafter Weise auch in den Anschlussdosen :
der Teilnehmer unterge bracht wenden.
Wünscht einer ,der Teilnehmer -ein Gespräch auf zubauen"so schliesst er durch Abheben seines Hörers den ihm zugeordneten Hakenumschalter und bewirkt .dadurch die wirksame Einschaltung des ihm .im Amt zugeordneten Anrufrelais. Es soll im folgenden ange nommen werden, dass der Teilnehmer, dem die Sta tion T2 zugeordnet ist, eine Verbindung aufzubauen wünscht und den Hörer abgehoben hat.
Der Haken umschalter HU2 ist geschlossen. Das. der Station<I>T2</I> im Amt zugeordnete Anrufrelais R2 spricht an über: <I>2)</I> WQ, IR2, <I>lt,</I> aa, <I>a, a2, G2, I,</I> GU2,
EMI0002.0137
HU2,
EMI0002.0139
<I>b2, b,</I> bb, <I>2t,</I> G3, WQ. Das Relais R2 bewirkt .die Anlassung eines An rufsuchers und schliesst mit seinem Kontakt 5r2 die Wicklung I des Relais R1 kurz.
An den Kontakten <I>6r2, 7r2</I> wird gleichzeitig die Kreuzung der Sprech adern und mit Kontakt 8r2 ein Haltestromkreis für das Relais R2 vorbereitet. Letzterer wird ,geschlossen, wenn sich der angelassene Anrufsucher auf die Adern<I>aas;</I> bas, cas der durch den Teilnehmer beleg ten Leitung eingestellt hat.
In Reihe mit der Wick lung II des Relais R2 wird das Trennrelais T wirk sam erregt. Das Relais R1, dessen Wicklung II in demselben Stromkreis liegt, hat dagegen Fehlstrom. Nach Ansprechen des Relais T wird an den Kontak ten<I>lt,</I> 2t der Stromkreis 2) unterbrochen und mit den Kontakten 9t, 10t die Ader aa mit der Ader bas und -die Ader bb mit der Ader<I>aas</I> verbunden.
Für die Sta tion T2 ist der folgende Speisestromkreis geschlos sen: 3) Erde (im Anrufsucher) bas, <I>6r2,</I> aa, <I>a, a2, G2,</I> IGU2,
EMI0002.0168
HU2,
EMI0002.0170
<I>b2, b,</I> bb, <I>10t, 7r2, aas,</I> - (im Anrufsucher).
Der Gleichrichter G2 wird in diesem Stromkreis in Durchlassrichtung beansprucht und so vorge spannt, dass er für beide Halbwellen des Sprechwech- .selstromes durchlässig ist.
Würde in diesem Schaltzustand der Teilnehmer, dem die Station T1 zugeordnet ist, den Hörer abhe ben, so kann per weder :das von dem -Teilnehmer, dem die Station T.2 zugeordnet ist, geführte Gespräch hören noch durch Besprechen seines Mikrofons Ml das Gespräch stören, da der Gleichrichter G1 in Sperreinrichtung so verspannt ist, dass er die ankom- menden Sprechwechselströme sperrt und eine Spei sun,g des Mikrofons verhindert.
Es sei 'hiererwähnt, dass jede der gezeigten Teil- nehmerstellen für sich als Einzelanschlussteilnehmer- stelle (verwendet werden kann Die Anlassung einer einzelnen Teilnehmerstelle kann auch wie üblich in einem über die Teilnehmerschleife verlaufenden Gleichstromkreis oder mit Anlasswechselspannung erfolgen.
Im letzten Fall sind weder .im Amt noch am Ort der Teilnehmerstelle Umschaltungen erforder lich, wenn eine zweite Teilnehmerstelle an die An- schlussleitung angeschaltet wird.
Gerufen werden die Teilnehmerstellen <I>T 1</I> und<I>T2</I> vom Leitungswähler <I>LW</I> her, in dem,die Rufwechsel spannungsquelle RQ .in Reihe mit der Amtsbatterie zwischen,die Sprechadern ,geschaltet ist und zwar so, dass der Schaltarm lwb des Leitungswählers an Erde liegt.
Abhängig davon, ob die Teilnehmerstelle T1 oder T2 zu rufen ist, wird der Leitungswähler auf die Adern lalw, lblw; lclw oder auf die Adern 2alw, 2blw, 2clw eingestellt.
Die Sprechadern lalw, 2alw und lblw, 2blw sind so ,gekreuzt miteinander und mit dem Leitungswähler<I>LW</I> verbunden, dass, wenn die Teilnehmerstelle T1 zu rufen ist, Erdpotential an der Ader b der Verbindungsleitung VL liegt, und wenn die Teilnehmerstelle T2 zurufen ist,
Erdpotential an der Ader<I>a</I> der Verbindungsleitung VL liegt. Entspre- chend der gewählten Kennlinie der Varistoren V1 und V2 verhindern diese einen Gleichstromfluss durch die Wecker W1 und W2 während der Ruf strompausen.
Sie werden .richtig in den Durchlassbe- reich gesteuert während der Halbwelle der Rufwech- selspannung, die sich zu der Spannung der Amtsbat terie addiert. Richtungsbestimmend ärn Weckerkreis wirken entweder die Gleichrichter G1 bzw. G2 oder die Wecker W1 bzw.
W2 selbst, die so polarisiert sind, dass sie bei Erregung in der Richtung, in der der Wecker des jeweiligen anderen Teilnehmers läu ten soll, nicht anschlagen können.
In der Fig. 2 ist nun ein Spannungs-Zeit Dia gramm U= f(t) für die Spannungsverhältnisselei Ruf eines Teilnehmers, z. B. des Teilnehmers T1, darge stellt. Während der Rufpause RP liegt an den Sprech- adern nur die Gleichspannung der Amtsbatterie <I>AB.</I> Der Varistor V1 an der Teilnehmerstelle T1 ist gesperrt.
Er wird jedoch geöffnet durch die negative Rufstromhalbwelle (-), so dass der Weckerklöppel, der z. B. durch eine Feder in einer Ruhe- und/oder Ausgangslage gehalten wird, .durch Stromfluss in der Weckerspule in die entgegengesetzte Lage gebracht wird.
Während der positiven Rufstromhalbwelle (-f-) sperrt der Varistor V1 und die Feder des Weckers drückt den Weckerklö.ppel erneut in die Ausgangs- lage.
An der gerufenen Teilnehmerstelle T1 wird nun der gestrichelt gezeichnete Teil der positiven Ruf stromhalbwelle durch den Gleichrichter G1 gesperrt. Dieser Teil der Rufstrom'halbwelle würde jedoch den bei Ruf des Teilnehmers T1 ggfs.. einhörenden Teil nehmer T.2 stören,
da der Gleichrichter G2 während dieser Zeit durchlässig wird. Um eine .derartige Stö rung zu vermeiden, sind im Amt amtsseitig von der Verzweigungsstelle der Anschlussleitung bzw.
Ver bindungsleitung VL Gleichrichter G5 und G6 in die Sprechadern ,geschaltet, deren Polung .so gewählt ist, dass der Hörer eines einhörenden Teilnehmers wäh rend des Rufes des anderen Teilnehmers nicht mehr mit dem den Spannungswert der Amtsbatterie über wiegenden Teil der positiven Rufstromhalbwelle be- aufschlagt ist.