Verfahren zum Abführen der im Innern eines Kernreaktors freiwerdenden Wärme Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ab führen der durch Kernreaktionen im Innern eines Atomreaktors freiwerdenden Wärme mit Hilfe eines verdampfbaren Arbeitsmittels.
Die Erfindung ist da durch gekennzeichnet, dassdas Arbeitsmittel in flüssigem Zustand auf Druck gebracht und anschliessend ver dampft wird, dass ferner das Arbeitsmittel in einer Mehrzahl von aufeinanderfolgenden Durchgängen in dampfförmigem Zustand durch jeweils einen oder mehrere Kühlkanäle des Reaktors geleitet und hier bei erhitzt wird und dass schliesslich während und/oder nach mindestens einem Teil der Durchgänge das Ar beitsmittel zurückgekühlt wird.
Die Erfindung ermöglicht, das Arbeitsmittel im Zwangdurchlauf zu führen; gegenüber einer Anord nung, in welcher das Arbeitsmittel in gasförmigem oder dampfförmigem Zustand auf erhöhtes Druck niveau gebracht wird, benötigt eine im flüssigen Zu standsgebiet des Arbeitsmittels arbeitende Druckspei sung eine wesentlich kleinere Leistung, da das Ar beitsmittel in flüssigem Zustand, das heisst bei kleinem Volumen, auf Druck gebracht wird. Weiter ermöglicht die Erfindung, mit einer einzigen Pumpe im ganzen Kühlmittelsystem auszukommen, und ferner ergibt sich für den Reaktor, dank der auf die einzelnen Durchgänge folgenden Rückkühlung, eine gleich mässige Temperaturverteilung im Reaktorkern.
Die Erfindung betrifft ferner eine Reaktoranlage zur Durchführung des geschilderten Verfahrens; die Anlage ist gekennzeichnet durch einen Verdampfer zur Verdampfung flüssigen Arbeitsmittels, aus wel chem der erzeugte Arbeitsmitteldampf in aufeinander folgenden Durchgängen durch jeweils einen oder meh rere Kühlkanäle des Reaktors strömt, sowie durch Mittel zum Rückkühlen des erhitzten Arbeitsmittel dampfes während und/oder nach mindestens einem Teil der Durchgänge des Arbeitsmittels durch den oder die Kühlkanäle, sowie durch wenigstens eine Pumpe zur Druckspeisung des Verdampfers mit flüs sigem Arbeitsmittel.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstel lung: Fig. 1 eine Reaktoranlage mit Ausnutzung der Rückkühlwärme zur Verdampfung flüssigen Arbeits mittels in einem ausserhalb des Reaktors befindlichen Verdampfer, Fig. 2 im Detail eine Ausführungsform eines Ver dampfers, Fig. 3 eine Reaktoranlage gemäss Fig. 1 mit zu sätzlicher Rückkühlung des Arbeitsmittels durch Bei mischen eines Kühlmittels zum Arbeitsmittel,
Fig. 4 bis 7 verschiedene Ausführungsformen von Mitteln zur Beimischung von Kühlmittel zum Ar-, beitsmittel und Fig.8 eine Dampfkraftanlage mit Reaktor als Wärmequelle und Ausnutzung der Rückkü'hlwärme zum Vorwärmen, Verdampfen, überhitzen und Zwi- schenüberhitzen des Arbeitsmittels.
Die Anlage nach Fig. 1 weist einen Reaktor 1 und einen Verdampfer 2 auf. Verdampfbares Arbeits mittel - im vorliegenden Falle Wasser - strömt aus einem nicht gezeichneten Behälter durch die Leitung 3 in die Pumpe 4 und gelangt anschliessend durch die beiden parallelen Leitungen 5 und 6 in den Verdamp fer 2. In den Leitungen 5 und 6 sind Vorwärmer 7 und 8 angeordnet. Der im Verdampfer 2 erzeugte Sattdampf wird durch die Leitung 9 in den Reaktor 1 geleitet, wo er durch einen schematisch angedeu teten Kühlkanal 10 strömt und hierbei erhitzt wird.
Der Kühlkanal 10 kann aus einem einzelnen oder aber aus mehreren parallel geschalteten Kanälen be- stehen. Der beim Durchgang durch den Kühlkanal überhitzte Dampf strömt durch die Leitung 11 in die Rohrschlange 12 im Innern des Verdampfers 2, wo der Dampf mindestens einen Teil der überhit- zungswärme an das Wasser im Verdampfer abgibt. Anschliessend strömt der Dampf durch die Leitung 13 in den Vorwärmer 7, wo er in einer weiteren Stufe unter Wärmeabgabe an das durch die Leitung 5 strö mende flüssige Arbeitsmittel auf die gewünschte Tem peratur zurückgekühlt wird.
Hierauf strömt der Dampf durch die Leitung 14 wiederum in den Reak tor 1, wird im Kühlkanal 15 erneut überhitzt, kehrt durch die Leitung 16 in die zweite Rohrschlange 17 im Verdampfer 2 zurück und gelangt über Leitung 18, Vorwärmer 8 und Leitung 19 in den Kühlkanal 20 des Reaktors 1, in welchem er auf Frischdampf temperatur überhitzt und anschliessend durch die Lei tung 21 einem nicht gezeichneten Dampfverbrau cher, z. B. einer Turbine, zugeführt wird. Selbstver ständlich kann je nach den vorliegenden Bedürfnissen der Dampf mehr oder weniger oft zwischen Reaktor 1 und Verdampfer 2 hin und her geführt werden.
Die einzelnen Wärmeaustauschflächen im Verdampfer wie auch im Reaktor sind mit Rücksicht auf den erhöhten Arbeitsdruck vorzugsweise durch jeweils ein Rohr oder eine Vielzahl parallel geschalteter Rohre mit kreis- oder kreisringförmigem Querschnitt aus gebildet. Sofern die Druckverhältnisse es jedoch zu lassen, könnten diese Wärmeaustauschflächen auch Plattenform aufweisen.
Mit Hilfe der Ventile 22 und 23 in den Lei tungen 5 bzw. 6 kann der Arbeitsmittelzufluss zum Verdampfer 2 so aufgeteilt werden, dass die Dampf temperatur nach den Vorwärmern 7 und 8 im ge wünschten Verhältnis zueinander stehen; vorzugs weise werden in den Leitungen 14 und 19 gleich bleibende Dampftemperaturen aufrechterhalten. Zu diesem Zweck können den Leitungen 14 und 19 Tem- peratursignalgeber 24 und 25 zugeordnet sein, deren Signalleitungen in die Vergleichsvorrichtung 26 füh ren, welche ihrerseits die Stellmotoren der Ventile 22 und 23 im Sinne einer gleichen Dampftemperatur in den Leitungen 14 und 19 beeinflusst.
Zweckmässig erfolgt diese Beeinflussung in dem Sinne, dass immer eines der beiden Ventile 22 und 23 vollständig ge öffnet ist.
Zur Regelung der von der Pumpe 4 geförderten Wassermenge ist im Verdampfer 2 eine Schwimmer vorrichtung 27 angeordnet, welche über die Signal leitung 28 die Drehzahl der Pumpe 4 im Sinne gleich bleibender Höhe des Wasserspiegels im Verdampfer beeinflusst. Die Drehzahlverstellung kann beispiels weise durch Bürstenverstellung am Antriebsmotor der Pumpe erfolgen.
Es ist nicht nötig, dass das Arbeitsmittel einen z. B. Verdampfer, Reaktor, Turbine und Kondensator aufweisenden Kreislauf ausführt. Es wäre auch mög lich, den Frischdampf zu einem Verbraucher zu füh ren, aus welchem er ganz oder teilweise nicht mehr in den geschilderten Strömungsweg zurückkehrt. Im Hinblick auf eine mögliche Verseuchung des Arbeits mittels durch radioaktive Spaltprodukte empfiehlt sich jedoch die Führung des Arbeitsmittels in einem Kreis lauf.
Fig. 2 zeigt einen von der Ausführungsform nach Fig. 1 abweichenden Verdampfer 31, der an Stelle des Verdampfers 2 in Fig. 1 treten könnte. Flüssiges Arbeitsmittel wird von der Speisepumpe 32 über die Leitung 33 und die mit Ventilen 34 bzw. 35 versehenen Zweigleitungen 36 und 37 in das Innere des Verdampfers unter Druck gefördert. Die zum Verdampfen nötige Wärme wird dem durch die Lei tungen 38, 39 und 40 aus dem nicht gezeichneten Reaktor zuströmenden, überhitzten Dampf entzogen, welcher in gekühltem Zustand aus dem Verdampfer austritt und allenfalls ohne weitere Kühlung wieder in den Reaktor zurückgeführt werden kann. Der er zeugte Dampf strömt durch die Leitung 41 in den Reaktor.
Zur Temperaturregclung des in den Wärmeaus tauschrohren 42, 43 und 44 gekühlten Dampfes sind Einbauten 45 vorgesehen, welche das durch die Lei tung 36 zuströmende flüssige Arbeitsmittel in zick- zackförmigem Wege um die Endpartie der Austausch rohre 42, 43 und 44 führen.
Durch Vergrösserung der durch die Leitung 36 einströmenden Arbeitsmit- telmenge unter entsprechender Verminderung der durch die Leitung 35 in den Wasserraum des Ver dampfers strömenden flüssigen Arbeitsmittelmenge mit Hilfe der Ventile 34 und 35 kann die Temperatur des aus den Austauschrohren 42, 43 und 44 austre tenden Dampfes erniedrigt werden und umgekehrt.
Im Gegensatz zur Anordnung nach Fig. 1 erfolgt in der in Fig. 3 gezeigten Anlage die Rückkühlung des im Reaktor erhitzten Dampfes nicht ausschliesslich durch Oberflächenwärmeaustausch, sondern zusätz lich durch Beimischung eines Kühlmittels zum Ar beitsmittel. Flüssiges Arbeitsmittel wird durch die Speisepumpe 51 unter Druck in den Verdampfer 52 gespeist, aus welchem der erzeugte Dampf durch die Leitung 53 in einen ersten Kühlkanal 54 des Reaktors 55 gelangt. Beim Durchgang durch den Kühlkanal wird der Dampf überhitzt und strömt anschliessend durch die Leitung 56 in das Wärmeaustauschrohr 57 im Verdampfer 52, wo dem Dampf Wärme zur Verdampfung des flüssigen Arbeitsmittels entzogen wird.
Der rückgekühlte Dampf strömt hierauf durch die Leitung 58 in einen zweiten Kühlkanal 59 des Reaktors, um seinerseits durch die Leitung 60 in das Wärmeaustauschrohr 61 des Verdampfers zwecks erneuter Rückkühlung zu strömen. Hierauf gelangt der rückgekühlte Dampf über die Leitung 62 wieder in den Reaktor und durchströmt hier in aufeinander folgenden Durchgängen die Kühlkanäle 63, 64, 65 und 66; anschliessend wird der Dampf über die Frischdampfleitung 67 zu einem nicht gezeichneten Verbraucher geführt.
Zusätzlich zur Kühlung durch Oberflächenwärme austausch im Verdampfer 52 wird der durch die Lei tungen 58 und 62 strömende Dampf durch Einsprit- zen von Wasser an den Stellen 68 und 69 gekühlt. Dieses Wasser wird über Leitungen 70 und 71 aus einem nicht gezeichneten Sammelbehälter - z. B. dem auf den Kondensator einer Turbine folgenden Speise wasserbehälter - zugeführt. Die eingespritzten Men gen können mit Hilfe der Ventile 72 und 73 einge stellt bzw. geregelt werden. Es wäre aber auch mög lich, diese Ventile bei Normalbetrieb geschlossen zu halten und nur bei Ausnahmezuständen wie plötz licher Temperaturerhöhung im Reaktor zu öffnen.
Nach dem Durchgang des Arbeitsmittels durch jeden Kühlkanal 63, 64 bzw. 65 erfolgt die Rück kühlung ausschliesslich durch Einspritzen von Kühl wasser, und zwar an den Stellen 74, 75 und 76. Für die Einspritzstellen 74 und 76 ist eine temperatur abhängige Regelung der Einspritzmengen dargestellt. So wird das Ventil 77 in der Einspritzleitung 78 der art durch den Temperatursignalgeber 79 beeinflusst, dass die im Kühlkanal 63 gemessene Arbeitsmittel temperatur auf einem vorzugsweise einstellbaren Soll wert gehalten wird.
Die durch die Leitung 80 strö mende Einspritzmenge wird mit Hilfe des Ventils 81 und des Temperatursignalgebers 82 nach Mass gabe der Frischdampftemperatur in der Leitung 67 geregelt.
Selbstverständlich ist die Anzahl der Durchgänge des Arbeitsmittels durch den Reaktor wie auch die Aufteilung der Rückkühlung .in Oberflächenkühlung und Einspritzkühlung nicht auf die gezeichnete An ordnung beschränkt. Ferner ist es auch keineswegs notwendig, dass die ersten Rückkühlungen der Ver dampfung von Arbeitsmittel im Verdampfer 2 dienen.
Die Fig.4 bis 7 zeigen verschiedene Möglich keiten der Kühlmittelzufu'hr. Nach Fig.4 wird der zu kühlende Dampf durch die Leitung 91 zugeführt und durch das Kühlmittelbad 92 geschickt, wo der Dampf zurückgekühlt wird. Durch die freiwerdende Wärme wird Kühlmittel verdampft, das mit dem Arbeitsmittel durch die Leitung 93 aus dem Dampf raum 94 oberhalb des Kühlmittelspiegels 95 austritt. Der Kühlmittelspiegel wird durch Zufuhr von Kühl flüssigkeit durch die Leitung 96 mit Hilfe des vom Schwimmer 97 über das Gestänge 98 beeinflussten Ventils 99 geregelt.
Die Ausführungsform nach Fig. 5 zeigt eine Kühl mittelbeimischung zum Arbeitsmittel im Sinne einer Aufrechterhaltung konstanter Temperatur des ge kühlten Arbeitsmittels. Das zu kühlende, dampfför- mige Arbeitsmittel strömt durch die Leitung 101. In Strömungsrichtung des Arbeitsmittels hinter der Einspritzstelle 102 wird die in Abhängigkeit der Temperatur erfolgende Wärmedehnung des Leitungs rohres mit Hilfe des Messstabes 103 aus einem Werk stoff mit verschwindend kleinen Wärmeausdehnungs- koeffizienten gemessen.
Steigt die Temperatur des Arbeitsmittels, so dehnt sich das zwischen den beiden Schneiden des Stabes 103 befindliche Rohrstück aus, womit über das Gestänge 104 das Ventil 105 in der Einspritzleitung 106 stärker geöffnet wird und um gekehrt. Hierdurch wird die eingespritzte Wassermenge vergrössert und die Rückkühltemperatur des Arbeits mittels erniedrigt.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 wird das beizumischende Kühlmittel im überschuss zugeführt und der nicht verdampfte Teil hernach abgeschlämmt. Der aus einem Kühlkanal des Reaktors kommende überhitzte Dampf strömt durch die Leitung 111, in welche die Einspritzleitung 112 mündet. Das über schüssige Kühlmittel wird im Zentrifugalabscheider 113 ausgeschieden und durch das Ventil 114 abge schlämmt. Die Ventilstange ist über das Gestänge 115 mit dem Messgefäss 116 verbunden, das auf der Druckfeder 117 ruht.
Die Teile 115, 116 und 117 bilden einen Niveauregler, indem bei Ansteigen des Wasserspiegels in den Gefässen 113 und 116 infolge Gewichtszunahme des im Gefäss 116 befindlichen Wassers das Ventil im Sinne einer Öffnungsbewegung betätigt wird und umgekehrt. Der gekühlte Dampf strömt durch die Leitung 118 ab.
Fig. 7 zeigt eine gesteuerte Einspritzung von Kühlmittel in den zu kühlenden Dampf. Der zu küh lende Dampf strömt in Richtung des eingezeichneten Pfeils durch die Leitung 121; seine Menge wird mit Hilfe der Messdüse 122 und des Differenzdruck- messers 123 gemessen, während die Temperatur ge mäss Fig. 5 mit Hilfe eines Messstabes 124 bestimmt wird.
Die Membran des Differenzdruckmessers 123 ist über das Gestänge 125 mit der Achse 126 des Funktionskörpers 127 verbunden. Bei zunehmender Menge des durch die Leitung 121 strömenden Damp fes wird der Funktionskörper in Plusrichtung des Pfeils 128 gedreht, derart, dass sich der Abtaststift 129 im Sinne einer Öffnungsbewegung des Ein spritzventils 130 bewegt. Der Messstab 124 ist über das Gestänge 131 derart mit der Achse 126 des Funk tionskörpers 127 verbunden, d'ass bei zunehmender Dampftemperatur die Achse und damit der Funk tionskörper in Plusrichtung des Pfeils 132 verstellt wird und umgekehrt, was ebenfalls eine Vergrösserung bzw.
Verminderung der durch die Leitung<B>133</B> strö menden und an der Stelle 134 in den Dampfstrom eingespritzten Wassermenge bewirkt.
Bei den Ausführungsformen nach Fig.4 und 6 wird der zu kühlende Dampf jeweils auf Sattdampf- temperatur zurückgekühlt, die natürlich vom jewei ligen Druck abhängt. Bei den Ausführungsformen nach Fig. 5 und 7 wird im Sinne gleichbleibender Rückkühltemperaturen geregelt bzw. auf einem bei spielsweise konstanten Sollwert gesteuert. Die Rück kühlung kann so erfolgen, dass der gekühlte Dampf noch überhitzt ist; es wäre aber auch möglich, den Dampf bis hinunter in das Nassdampfgebiet zu kühlen.
Die im Zusammenhang mit der Anordnung nach Fig. 1 geschilderte Vorwärmung kann - wie dort ge zeigt - in Serie zur Rückstrahlung im Verdampfer erfolgen oder aber durch Wärmeaustausch neben oder anstelle mindestens einer der Kühlmittelbei- mischungen an den Stellen 74, 75 oder 76 (Fig. 3). Darüber hinaus kann natürlich auch Anzapfdampf einer mit dem erzeugten Frischdampf betriebenen Turbine oder an einer Stelle der Anlage anfallende Verlustwärme verwendet werden, z.
B. die bei einem Reaktor mit flüssigem Moderator anfallende Mo- d'eratorkühlwärme.
Die Anlage nach Fig.8 veranschaulicht eine Dampfkraftanlage mit gleichzeitiger Ausnützung meh rerer Rückkühlmöglichkeiten. Flüssiges Arbeitsmittel - in vorliegendem Falle Wasser - strömt aus dem Kondensator 141 in die Kondensatpumpe 142 und über die Vorwärmer 143 und 144 in den Speise wasserbehälter 145 und aus diesem in die Speise pumpe 146.
Diese fördert das Arbeitsmittel unter Druck durch die S.peisewasservorwärmer 147 und 148 in den Verdampfer 149, aus welchem der erzeugte Dampf über die Leitung 150 hintereinander durch die Kühlkanäle 151 und 152 des Reaktors 153 und hernach durch die Leitung 154 in das Wärmeaus tauschrohr 155 des Verdampfers 149 strömt, wo dem im Reaktor erhitzten Dampf unter Rückkühlung Wärme zur Verdampfung flüssigen Arbeitsmittels ent zogen wird.
Der rückgekühlte Dampf gelangt an schliessend durch die Leitung 156 hintereinander in die Kühlkanäle 157 und 158 des Reaktors, strömt dann durch die Leitung 159 wieder zurück in den Verdampfer 149 und nach Rückkühlung im Wärme- austauscher 160 durch die Leitung 161 in den Kühl kanal 162 des Reaktors. Der wieder überhitzte Dampf strömt durch die Leitung 163 in den Wärmeaustau- scher 164, um hernach mit tieferer Temperatur durch die Leitungen 165 und 166 in den Kühlkanal 167 des Reaktors geleitet zu werden.
Anstatt direkt in diesen Kühlkanal 167 zu strömen, könnte der Dampf - wie dies durch die strichpunktierte Leitung 166a angedeutet ist - zwecks Temperaturausgleich durch den Wasserraum des Verdampfers 149 geführt wer den. Zwischen den Leitungen 163 und 165 befindet sich die Umführungsleitung 168, durch welche je nach Stellung des Ventils 169 eine Teilmenge des Dampfes aus der Leitung 163 unter Umgehung des Wärme- austauschers 164 in die Leitung 166 geführt werden kann.
Das im Kühlkanal 167 erneut überhitzte Ar beitsmittel strömt durch die Leitung 170 :in einen weiteren Wärmeaustauscher 171, hierauf durch die Leitung 172 in den Kühlkanal 173 des Reaktors, an schliessend durch den Kühlkanal 174 und hierauf durch die Leitung 175 in den Wärmeaustauscher 176. Wie im Wärmeaustauscher 171 wird im Wärmeaus- tausc'her 176 der zuströmende Dampf gekühlt und strömt anschliessend durch die Leitung 177 in den Kühlkanal 178 des Reaktors, um diesen durch die Leitung 179 als Frischdampf zu verlassen.
Die Lei tung 179 mündet in die Hochdruckturbine 180, wo der Dampf unter Arbeitsleistung auf einen Zwischen druck unter entsprechender Temperatursenkung ent spannt wird. Aus der Turbine 180 strömt der Dampf durch die Leitung 181 in den als Zwischenüberhit- zungs-Heizfläche dienenden Kühlkanal 182 des Reak tors, wird anschliessend durch die Leitung 183 in die Turbine 184 geführt, hier weiter entspannt und an schliessend durch die Leitung 185 dem Wärmeaus- tauschrohr 186 im Verdampfer 149 zugeführt.
Hier wird der in der Turbine 184 auf einen Zwischendruck entspannte Dampf in einer ersten Stufe durch Wärme aufnahme aus dem im Verdampfer 149 befindlichen Wasser zwischenüberhitzt. Die zweite Stufe der Zwi schenüberhitzung erfolgt im Wärmeaustauscher 164, dem der Dampf durch die Leitung 187 zuströmt. Der so wieder überhitzte Dampf strömt durch die Leitung 188 in die Mitteld'ruckturbine 189 und anschliessend durch die Leitung 190 zur erneuten Zwischenüber hitzung in den Wärmeaustauscher 171 und hierauf durch die Verbindungsleitung 191 in den Wärmeaus- tauscher 176.
Der in diesem Wärmeaustauscher noch mals überhitzte Dampf wird durch die Leitung 192 der Niederdruckturbine 193 zugeführt, aus welcher der Abdampf in den Kondensator 141 gelangt. Sämt liche Turbinen sitzen auf einer gemeinsamen Welle und dienen zum Antrieb des elektrischen Generators 194.
Die Kondensat- und Speisewasservorwärmer 143, 147 und 148 werden mit Anzapfdampf aus der Nie derdruckturbine beheizt, welche diesen Vorwärmern durch die Leitungen 201, 202 und 203 zugeführt wird. Hingegen wird der Kondensatvorwärmer 144 durch Moderatorkühlwärme beheizt; zu diesem Zweck wird der flüssige Moderator - z. B. Schwerwasser dem Reaktor durch die Leitung 204 entnommen und durch den Vorwärmer 144 und anschliessend über die Leitung 205 in den Moderatorsammelbehälter 206 geführt.
Zur Aufrechterhaltung des Moderator kreislaufes dient die Pumpe 207, welche die Mo deratorflüssigkeit durch die Leitung 208 wieder in den Reaktor zurückfördert. Je nach den besonderen Ver hältnissen kann die Moderatorflüssigkeit zusätzlich oder ausschliesslich auf geschilderte Weise in einem Vorwärmer gekühlt werden.
Wie sich aus der Beschreibung der Anlage ergibt, sind verschiedene Mittel zur Rückkühlung des im Reaktor erhitzten Arbeitsmittels vorhanden, und zwar: Rückkühlung in den Austauschrohren 155 und 160 im Verdampfer 149, Rückkühlung durch Ober flächenwärmeaustausch in den Wärmeaustauschern 164, 171 und 176 zur Zwischenüberhitzung des Ar beitsmittels, sowie Rückkühlung durch Expansion des Arbeitsmittels unter Arbeitsleistung in der Hoch druckturbine 180 bzw. in der Turbine 184.
Eine weitere Rückkühlungsart, nänflich Bei mischen von Kühlmittel zum Arbeitsmittel findet fer ner an verschiedenen Stellen der Anlage statt, und zwar an den Stellen 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215, 216 und 217. Die Einspritzung an diesen Stellen kann der Temperaturregelung dienen, indem abhängig von der Abweichung von einer Sollwerttemperatur - z. B. für die Einspritzstelle 212 mit Hilfe des Tem- peratursignalgebers 218 gemessen - das Einspritz- ventil 219 in der Leitung 220 mehr oder weniger geöffnet wird.
Eine entsprechende Regelung findet an den Stellen 210, 213, 214, 216 und 217 statt.
Neben oder anstelle der Temperaturregelung durch Einspritzung können bei den Wärmeaustau- schern 164,<B>171</B> und 176 Mittel zum Umführen von Arbeitsmittelteilmengen um den Hochdruck- bzw. um den Niederdruckteil des betreffenden Austauschers vorgesehen sein. Die jeweils umgeführten Arbeits- mittelteilmengen können von Hand eingestellt oder in Abhängigkeit einer Arbeitsmitteltemperatur geregelt werden.
So wird das Ventil 169 durch den Tem- peratursignalgeber 225 über die Signalleitung 226 der art beeinflusst, dass das Ventil 169 eine öffnungsbewe- gung ausführt, wenn die in der Leitung 188 herr schende und vom Temperatursignalgeber 225 abge bildete Temperatur einen allenfalls einstellbaren Soll wert überschreitet und umgekehrt. Mit Hilfe des Ven tils 227 kann eine Teilmenge des Arbeitsmittels unter Umgehung der Niederdruckseite des Wärmeaustau- schers 164 aus der Leitung 187 in die Leitung 188 geführt werden.
Weiter kann in Abhängigkeit der in der Eintrittsleitung der Turbine 189 herrschenden Temperatur - abgebildet durch den Temperatursignal geber 228 - mit Hilfe des Ventils 229 Arbeitsmittel unter Umgehung der zur Zwischenüberhitzung die nenden Wärmeaustauschrohre 186 aus der Leitung <B>185</B> in die Leitung 187 geführt werden. Weiter die nen die Ventile 230 und 231 zur Umführung einer Arbeitsmittelteilmenge um die Niederdruckseite der Wärmeaustauscher <B>171.</B> und 176; die genannten Ven tile werden durch die Temperatursignalgeber 232 in Abhängigkeit der Eintrittstemperatur des Arbeits mittels in die Niederdruckturbine 198 beeinflusst.
Die Erfindung lässt sich ganz allgemein auf Reak toren mit flüssigem oder festem Moderator anwen den. Es empfiehlt sich besonders eine Anordnung, bei welcher die Spaltstoffelemente im Innern eines vom Arbeitsmittel durchströmten Kühlkanals mit ringförmigem Querschnitt befinden. Bei einer solchen Anordnung wäre es auch möglich, im Innern des Re aktors einem Kühlkanal Mittel zur Beimischung eines Kühlmittels zuzuordnen, wie dies die schematisch an gedeutete Einspritzstelle 233 am Kühlkanal 152 ver anschaulicht.