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Gerät zur Bearbeitung des innern Endes von für die Unruh von Uhren bestimmten Spiralfedern Die angelieferten Spiralfedern, welche für die Unruh von Uhren bestimmt sind, müssen bekanntlich an ihrem innern Ende bearbeitet werden, bevor sie in der Spiralrolle der Unruh befestigt werden können. Es ist zunächst erforderlich, die Spiralfeder auf eine genau vorgegebene Anzahl Windungen zu bringen und dementsprechend an ihrem innern Ende Windun gsteile abzuschneiden. Die vorgegebene Anzahl Windungen ist dabei nicht unbedingt eine ganze Zahl, sondern es wird lhäufig verlangt, dass ausserdem der Radiusvektor des innern abgesehnittenen Endes der Spiralfeder mit dem Radiusvektor des äussern Endes der Spiralfeder einen ebenfalls vorgegebenen Winkel bildet.
Ein weiterer Arbeitsvorgang besteht ferner darin, in einem ebenfalls vorgegebenen Winkelabstand vom abgeschnittenen innern Ende der Spiralfeder den sogenannten Endknick anzubringen, das heisst, einen bestimmten Teil, der innersten Win- dung der Spiralfeder abzubiegen. Diese Arbeiten werden üblicherweise mit freier Hand ausgeführt.
Es wird die Spiralfeder mit Hilfe einer in der einen Hand gehaltenen Pineette entsprechend erfasst und mittels in der andern lland gehaltener Werkzeuge in der erwähnten eise an ihrem innern Ende bearbeitet. Die Durchführung dieser Arbeiten erfordert aber gut ausgebildetes Personal, welches hierfür besonders qualifiziert sein muss und über hinreichende Übung, Erfahrung und Ge- schicklichkeit verfügt. Trotzdem kommt es vor, dass ein mehr oder weniger grosser Teil der Spiralfedern verdorben wird oder in nicht ganz einwandfreier Weise bearbeitet worden ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, die Bearbeitung des innern Endes von für die Unruh von Uhren bestimmten Spiralfedern zuverlässiger zu gestalten und Mittel und Wege zu suchen, welche diese Arbeiten auch für weniger geübtes und kostspieliges Personal zugänglich machen.
Dies wird erfindungsgemäss durch ein Gerät erreicht, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass eine im Sockel des Gerätes drehbar gelagerte Tischplatte für die Auflage der Spiralfeder vorgesehen ist, da.ss ein senkrecht zur Tischplattenebene verschiebbar gelagerter und die Tischplatte durchsetzender Zentrierstift angebracht ist, auf welchem in seiner angehobenen Stellung die Spiralfeder an ihrem innern Teil aufgehängt und hernach durch Senken des Zentrierstiftes als Ganzes in entspannter Lage auf die Tischplatte abgesetzt werden kann, dass das Gerät eine bewegliche Vorrichtung aufweist, mittels welcher wenigstens die äusserste Windung der Spiralfeder an die Tischplatte angedrückt werden kann, und dass ferner ein Werkzeugträger angebracht ist,
der ein in ihm verschiebbar oder schwenkbar gelagertes Greiforgan aufweist, mittels welchem der innere Teil der Spiralfeder von
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der Tischplatte zwecks Bearbeitung desselben abgehoben werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt durch das Gerät und Fig.2 eine Draufsicht auf einen Querschnitt an der Stelle 2-2 der Fig.1.
Im Sockel 3 des Gerätes ist ein in lotrechter Richtung verschiebbar geführter Zentrierstift 4 vorgesehen, welch letzterer an seinem obern Ende derart konisch verjüngt ist, dass die innerste Windung von für die Unruh von Uhren bestimmten Spiralfedern 5 auf dem verjüngten Teil des Zentrierstiftes 4 aufsitzen kann. Um den Fabrikationsknick 6 aufzunehmen, welche die angelieferten Spiralfedern 5 aufweisen, ist der verjüngte Teil 7 des Zentrierstiftes 4 mit einem entsprechenden Schlitz 8 versehen. Der Zentrierstift 4 ragt durch die Öffnung 9 eines Stellringes 10, der im Sockel 3 drehbar gelagert ist und auf seiner Oberfläche einen radialen Markierungsstrich 11 aufweist (Fig.2). Der Stellring 10 ist dabei koaxial zum Zentrierstift 4 angeordnet.
Etwas oberhalb des Stellringes 10 ruht auf dem Sockel 3 eine aus Glas oder einem andern durchsichtigen Werkstoff bestehende runde Tischplatte 12, welche an ihrem äussern Rand von einem Metallring 13 eingefasst und auf dem Sockel 3 koaxial zum Stellring 10 drehbar ist. Eine zentrale Durch- trittsöfinung 14 in der Tischplatte 12 erlaubt das Hindur chtreten des nach oben verschiebbaren Zentr ierstiftes 4. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde in der Fig. 2 die Durchtrittsöfinung 14 sowie der von oben sichtbare Teil des Zentrierstiftes 4 nicht näher veranschaulicht. In der Fig.1 ist dagegen der Zentrierstift 4 in der abgesenkten Stellung gezeichnet, in welcher das obere Ende seines verjüngten Teils 7 sich unterhalb der Tischplatte 12 befindet.
Um nun den verjüngten Teil 7 des Zentrierstiftes 4 über die Ebene der Tischplatte 12 anzuheben, ist in einem Schlitz 15 des Sockels 3 ein Betätigungshebel 16 angeordnet, der vermittels einer Welle 17 im Sockel 3 schwenkbar gelagert ist. Mit seinem einen Hebelarm greift der Betätigungshebel 16 dabei mit hinreichendem Spiel in eine unten im Zentrierstift 4 angebrachte Bohrung 18 ein, während sein anderer Hebelarm so weit über den Sockel 3 hinausragt (Fig.2), dass eine bequeme Bedienung des Betätigungshebels 16 ermöglicht wird.
Unterhalb der als Tischplatte 12 dienenden Glasscheibe ist auf dem ringförmigen Absatz 19 des Sockels 3 noch eine Winkeleinteilung 20 (Fig. 2) angebracht, welche zusammen mit dem Markierungsstrich 11 durch die Glasscheibe hindurch sichtbar ist und eine re- produzierbare Einstellung des Stellringes 10 erlaubt.
Ausserhalb des von der Tischplatte 12 bedeckten Bereiches ist in der Bohrung 21 des Sockels 3 der Lagerzapfen 22 eines im Soekel 3 drehbaren Stützteils 23 geführt. Im Stützteil 23 ruht eine Welle 24, in welch letzterer der Stiel einer Gabel 2.5 befestigt. ist. Die in der Fig.2 in der Draufsieht dargestellte Gabel 25 ist somit allseitig schwenkbar angeordnet und im übrigen derart ausgebildet, dass ihre freien Schenkelenden auf einer oder mehreren der äussern Windungen der Spiralfeder 5 aufliegen können, sofern diese hinsichtlich ihrer Lage auf der Glasscheibe hinreichend zentrisch liegt.
In der Regel ist bereits das Eigengewicht der Gabel 2:5 hinreichend gross, um die äussern Windungen einer Spiralfeder @5 so stark an die Tischplatte 12 anzudrücken, dass die innern Windungen der Spiralfeder 5 von der Tischplatte 12 abgehoben werden können, ohne dass die äussern Windungen der Spiralfeder 5 mitgenommen werden. Der Sockel 3 des Gerätes weist schliesslich noch eine Schlittenführung 26 auf, vermittels welcher ein Werkzeugträger 27 in einer zweckmässig zur Drehbewegung der Tischplatte 12' radial verlaufenden Richtung versehiebbar gelagert ist. Durch nicht näher veranschaulichte Feststellmittel kann der Werkzeugträger 27 naeh erfolgter Einstellung in der Schlittenführung 26 festgeklemmt werden.
Der Werkzeugträger 2.7 hat gemäss der Fig.1 die Form eines abgekröpften Armes,
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der oberhalb der Tischplatte 12 über diese hinweg ragt. Im obern Teil des Werkzeugträgers 2 7 ist eine unten erweiterte Bohrung 28 vorgesehen, in welcher eine Zange 29 vorzugsweise in einer Richtung senkrecht zur Ebene der Tisehplatte 12 verschiebbar oder verschwenkbar geführt ist. Die beiden Greifer der Zange 29 bestehen im wesentlichen aus einem aufgeschlitzten dünnen Fortsatz der mit dem Bedienungshandgriff 30 versehenen Stange 31. Sie werden selbsttätig zusammengedrückt, wenn sieh, wie in Fig.1, die konische Erweiterung 32 der Stange 31 innerhalb der Bohrung 28 befindet.
Wird der Handgriff 30 niedergedrückt, dann öffnet sieh die Zange 29, sobald die konisehe Erweiterung 32 die Bohrung 28 verlassen hat. Am Werkzeugträger 2 7 kann ferner eine in der Zeichnung nicht dargestellte Schere zum Abschneiden eines Windungsteils der Spiralfeder 5 sowie eine gleichfalls nicht näher veranschaulichte Biegevorrichtung zur Herstellung des gewünschten Endknickes am innern Ende der Spiralfeder 5 befestigt sein. Die Schere und/oder Biegevorrichtung werden dabei am Werkzeugträger 27 in solcher Weise vorgesehen, dass das von der Zange 29 gemäss der Fig.1 hochgezogene innere Endstück der Spiralfeder 5 selbsttätig in der ge- wünsehten Weise in die Schere oder Biegevorrichtung eingeführt wird.
Mit Hilfe des oben erläuterten Gerätes kann nun die Bearbeitung des innern Endes einer Spiralfeder etwa wie folgt vorgenommen werden: Der Handgriff 30 wird zunächst hoechgezogen, bis die konische Erweiterung 32 im obern Ende der Bohrung 28 ansteht; ferner wird die Gabel 25 so weit durch Drehung um den Zapfen 22 ausgeschwenkt, dass sie sich ausserhalb der Tischplatte 12 befindet. Durch Niederdrücken des vorstellenden Endes des Hebels 16 wird der Zentrierstift 4 hochgehoben, so dass sich die konische Verjüngung 7 desselben hinreichend oberhalb der Tischplatte 12 befindet. Die angelieferte und noch zu bearbeitende Spiralfeder 5 wird nun mit ihrem Fabrikationsknick 6 in den Schlitz 8 derart eingehängt, dass sich die innerste Windung der Spiralfeder 5 an der konischen Verjüngung 7 des Zentrierstiftes 4 abstützt.
Durch Betätigung des Hebels 16 wird jetzt der Zentrierstift 4 langsam gesenkt, bis sieh die Spiralfeder 5 in völlig entspannter Weise auf die Tischplatte 12 abgesetzt hat. Darauf wird der Zentrierstift 4 in seine tiefste Lage gemäss der Fig.1 gebracht. Die Spiralfeder 5 liegt nun zentriert auf der Tischplatte 12 (Fig. 2), und die letztere wird so weit gedreht, bis sieh das Ende der äussersten Windung der Spiralfeder 5 genau über dem Markierungsstrich 11 befindet. Die Gabel 25 kann jetzt in leicht. angehobener Lage hereinge- schwenkt und sorgfältig auf die äussersten Windungen der Spiralfeder 5 abgestellt werden, so dass diese durch das Eigengewicht. der Gabel 25 an die Tischplatte 12 angedrückt werden.
Der Handgriff 30 wird nach unten bewegt und die Greifer der noch geschlossenen Zange 29 drücken die unter ihnen befindliche innere Windung der Spiralfeder 5 etwas in die Durchtrittsöffnung 14 hinein, bis sich die Zange 29 völlig geöffnet hat und die betreffende Windung der Spiralfeder 5 dann in den zwischen den Greifern befindlichen Schlitz hineinspringt. Zieht man jetzt den Handgriff 30 langsam nach oben, so werden die Greifer der Zange 29 die zwischen ihnen befindliche Windung der Spiralfeder 5 erfassen und mit- nehmen, wie dies die Fig. 1 zeigt.
Der Werkzeugträger 27 ist dabei vorher vermittels der Schlittenführung 26 derart justiert worden, dass die gewünschte Windung der Spiralfeder 5 - meistens die innerste Windung derselben - von der Zange 29 in der erläuterten Weise hochgehoben wird. Mit dem Hochheben der fraglichen Windung ist diese in die geöffnete und am Werkzeugträger 27 befestigte Schere eingeführt worden, so dass durch Betätigen der Schere die Spiralfeder 5 auf die benötigte Windimgszahl gebracht worden ist, wobei gleichzeitig zwischen den Radiusvektoren des äussern und des innern Endes der bearbeiteten Spiralfeder der verlangte Winkel herrscht.
Ist am Werkzeugträger 27 ausser der Schere auch noch .eine Biegevorrichtung angebracht, so kann mittels der letzteren der
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häufig benötigte Endknick am innern Ende der Spiralfeder 5 ausgeführt werden. In leicht ersichtlicher Weise wird die fertig bearbeitete Spiralfeder 5 schliesslich aus dem Gerät herausgenommen. Die Bedienung des Gerätes ist sehr einfach und kann ohne Bedenken auch weniger geübtem Personal zugemutet werden. Ausserdem wird die Bearbeitung des innern Endes der Spiralfeder 5 vermittels des Gerätes in genauer und rascher Weise ermöglicht.
Änderungen des beschriebenen Gerätes sind möglich, ohne dass seine grundsätzlichen Vorteile verlorengehen. So ist es beispielsweise nicht unbedingt notwendig, dass die Zange 29 wie beschrieben selbstklemmend ausgeführt wird. Ausser dem Handgriff 30 zum Auf- und Niederbewegen der Zange 29 könnte man an Stelle der konischen Erweiterung 32 einfach einen weiteren Handgriff vorsehen, der lediglich zum öffnen und Schliessen der Zange 29 dienen würde. Schliesslich kann es auch zweckmässig sein, zur Bearbeitung des innern Endes der Spiralfeder zwei Geräte zu verwenden, von welchen eines nur mit einer Schere zum Abschneiden des überflüssigen Spiralteils und das andere nur mit einer Biegevorrichtung zur Herstellung des End- knickes versehen ist.
Der Zentrierstift 4 des mit der Biegevorrichtung ausgerüsteten Gerätes braucht dann den Schlitz 8 nicht aufzuweisen. Im übrigen ist die Bedienung beider Geräte im Prinzip gleich.