Hochspannungsfreiluft-Langstabisolator Die Erfindung betrifft Hochspannungsfreiluft- Langstabisolatoren der sogenannten selbstreinigen den Bauart, die in Gegenden mit staubhaltiger Luft und häufiger Tau- und Nebelbildung infolge der Rei nigung durch die Regenfälle ein beständigeres Iso- liervermögen aufweisen. Diese Isolatoren sind mit Vorsprüngen versehen, die die Aufgabe haben,.das Regenwasser zu verteilen oder die auftreffenden Re gentropfen so zurückzuwerfen, dass sie für eine mög lichst vollkommene Reinigung der Isolatoroberfläche nutzbar gemacht werden.
Solche Isolatoren werden auch als sich selbst reinigende Isolatoren bezeichnet.
Die Spannung verteilt sich über die Länge eines derartigen Isolators bei feuchter Isolatoroberfläche anfangs zwar gleichmässig, bei anhaltendem Tau- oder Nebeltröpfchenniederschlag ändern sich die Span nungsverhältnisse aber, und es zünden - insbeson dere, wenn sich nach längeren Trockenperioden stär kere Oberflächenfremdschichten angesetzt haben stromstarke Glimmbögen als Vorentladungen über Teile des Isolators. Diese können leicht an der Eisen kappe des Isolators Fuss fassen, wodurch sie in strom dichte Lichtbögen umschlagen, die den Vollüber schlag des Isolators einleiten.
Bei mehrteiligen Iso latoren, wie sie insbesondere für Höchstspannungen angewendet werden, besteht dabei die Gefahr des Kaskadenüberschlages in besonders hohem Grade, weil den Zwischenelektroden, zwischen denen der Lichtbogen steht, durch die feuchten Oberflächen fremdschichten der andern Glieder ein verhältnis mässig hoher Wirkstrom zufliesst, so dass der Licht bogen sehr stromstark wird.
Es sind auch Hochspannungsfreiluft-Langstabiso- latoren mit Vorsprüngen bekannt, bei denen die Vor sprünge abwechselnd grosse und kleine bzw. grosse, mittlere und kleine Durchmesser aufweisen. Diese haben den Nachteil, dass der Oberflächenkriechweg in seiner Breite periodisch sich wiederholend un gleichmässig abgestuft ist. Diese Isolatoren haben den Nachteil, dass ein an der Oberfläche auftretender Überschlag schon bei einer niedrigen Spannung ge zündet wird.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Hochspan nungsfreiluft-Langstabisolator, dessen stabförmiger Teil mit Vorsprüngen versehen ist. Die Erfindung besteht darin, dass alle Vorsprünge den gleichen Durchmesser haben und dass unter dem letzten Vor sprung am untern Ende des Isolators ein Schirm mit einem Durchmesser angeordnet ist, welcher grösser als der Durchmesser der über ihm am Isolatorschaft liegenden Vorsprünge ist. Die Nachteile der oben erwähnten Isolatoren werden also gemäss der Erfin dung dadurch vermieden, dass der stabförmige, z. B. mit verhältnismässig kleinen Vorsprüngen versehene Teil des Hochspannungsfreiluft-Langstabisolators un ten in einem weit ausladenden Schirm endet.
Man erreicht durch die Erfindung, dass der Oberflächen- kriechweg in seiner Breite längs des Isolatorschaftes gleichmässig abgestuft ist, so dass eventuell auftre tende Überschläge erst bei sehr viel höheren Span nungen als bei den bekannten Isolatoren gezündet werden. Durch den weit ausladenden Endschirm wird das Übergreifen des Fusspunktes einer Ent ladung, die sich am obern stabförmigen Teil gebildet hat, auf die untere Kappe erschwert und damit die Spannung, bei welcher der Vollüberschlag des Isola- tors erfolgt, heraufgesetzt.
Bei zusammengesetzten Isolatoren wird entsprechend die Spannung erhöht, bei der ein Kaskadenüberschlag erfolgt.
Der Endschirm kann an seiner Unterfläche eine die Flanschkante der Metallkappe abschirmende Rippe haben. Dadurch wird erreicht, dass der elektro statische Staubniederschlag, welcher durch die von der Flanschkante ausgehende Glimmentladung be- wirkt wird, auf eine möglichst kleine Fläche einge schränkt ist.
Weiter kann es vorteilhaft sein, den Isolatorstab auch am obern Ende mit einem weiter ausladenden Schirm auszuführen. Dieser Schirm hat aber vorteil- hafterweise einen kleineren Durchmesser als der untere weitausladende Endschirm.
Die Erfindung lässt sich bei Hochspannungsfrei luft-Langstabisolatoren aller Art verwenden, insbe sondere bei solchen, die mit Vorsprüngen ausgeführt sind, welche das Regenwasser verteilen oder so zu rückwerfen, dass es für ein möglichst vollkommenes Reinigen der Isolatoroberfläche von anhaftendem Schmutz ausgenutzt wird. Auch bei Hochspannungs- freiluft-Langstabisolatoren, bei denen der stabförmige Teil mit schraubenförmig um den Schaft herum geführten Vorsprüngen ausgeführt ist, lässt sich die Erfindung mit Vorteil verwenden. Die Isolatoren können sowohl Hänge- als auch Stützisolatoren sein.
In den Figuren sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Fig. 1 zeigt einen Iso lator mit kleinen Vorsprüngen 1 mit kleinem Durch messer, die so angeordnet und geformt sind, dass die einfallenden Regentropfen an ihrer Oberfläche nach den vom Regen nicht direkt getroffenen Kriechweg teilen reflektiert werden. Der Schaft und die Schirm unterseiten werden durch das Spritzwasser gereinigt. Mit 2 ist der untere weit ausladende Schirm bezeich net, der eine Rippe 3 hat. Die untere Kappe 4 ist mit Kitt 5 am Isolatorschaft 6 befestigt.
Die Fig. 2 zeigt einen Wendelisolator mit schrau benförmig um den Schaft herumgeführten Vorsprün gen 8 und 9, die an ihren Oberflächen 12 und 13 so ausgeführt sind, dass das Regenwasser über die ganze Isolatoroberfläche verteilt und zum Abspülen der angesetzten Fremdteilchen nutzbar gemacht wird. Unten endet der Stab in dem Schirm 10.
Bei der Ausführung mit Vorsprüngen nach der Fig. 1 soll das Durchmesserverhältnis (Vorsprung- durchmesser : Schaftdurchmesser) bei schlanken Iso latoren vorzugsweise zwischen 1,7 und 1,9 und das Verhältnis -Vorsprungunterteilung t zu Vorsprung- ausladung a vorzugsweise zwischen 1,2 und 1,4 lie gen. Der untere Schirm 2 soll einen Durchmesser haben, der etwa doppelt so gross wie der Durchmesser der Vorsprünge 1 ist.
Beim Wendelisolator nach der Fig. 2 wählt man das Durchmesserverhältnis etwas grösser. Die Teilung hängt von dem Steigungswinkel der Schraubenflä che ab.
Man kann Isolatoren für Höchstspannungen aus Langstabisolatoren nach der Erfindung aufbauen. Die Fig. 3 zeigt einen solchen Höchstspannungs-Lang- stabisolator in schematischer Darstellung. Bei diesem sind die Vorsprungausladungen und der Schaft nur durch Doppellinien 7 angedeutet. Der Höchstspan- nungs-Langstabisolator besteht aus vier aneinander gereihten Langstabisolatoren 11, 14, 15, 16, von denen jeder ein Langstabisolator zum Beispiel nach der Fig. 1 ist.
Es können aber auch Langstabisolato- ren nach der Fig. 2 ebenfalls für diesen Zweck be nutzt werden.