Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäurehalbestern von organischen Hydroxylverbindungen
Es wurde gefunden, dass ma. n organische llydroxylverbindungen, insbesondere der ali phatischen, cycloaliphatischen oder fettaroma- tisehen Reihe, deren Hydroxylgruppen an nieht aromatiselhen Kohlenstoffatomen stehen, leieht in die entsprechenden Schwefelsäure- halbester überführen kann, wenn man die JJydroxylverbindungen mit Addukten von Potyäthern und Chlorsulfonsäure umsetzt, die mindestens 3 Äthersauerstoffatom.
e in einer Polyätherkette enthalten, und in denen pro Mol Polyäther mindestens 3 Mol Chlorsulfon- säure adduktmässig an die Äthersauerstoff- atome gebunden sind. Die Bindung zwischen Athersauerstoffatomen und Chlorsulfonsäure ist verhältnismässig locker, so dass die Chlor sulfonsäure leicht, wieder abgespalten und mit den Hydroxylgruppen der Alkohole umgesetzt werden kann.
A] s Ausgangsmaterialien zur Herstellung der als Veresterungsmittel dienenden Addukte eignen sieh Anlagerungsprodukte von Alkylenoxyden an organische Verbindungen mit reaktionsfähigem Wasserstoffatom, beispielsweise Alkohole, Phenole, Carbonsäuren, Amine, Carbonsäure-oder Sulfonsäureamide, Mereap- tane, Sulfinsäuren usw.
Die Gruppen mit reaktionsfähigen Wasser- stoffatomen, von denen möglicherweise auch mehrere, gegebenenfalls voneinander versehiedene im Molekül vorhanden sind, können an aromatischen, alipha. tischen und cycloalipha- tischen sowie an Heteroatome enthaltenden Resten stehen. Von derartigen Verbindungen abgeleitete Polyäther besitzen beispielsweise die allgemeine Formel :
R1-X-(R2O)n-R3. worin Ri und R3 Wasserstoff oder organische Reste, X Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff und R2 einen Alkylrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten. Der Buchstabe n bedeutet eine ganze Zahl.
Es können auch verschiedenartige Reste R2 zu einer Polyätherkette verbunden sein ; insbesondere können Mischanlagerungspro- dukte von Äthylenoxyd und Propylenoxyd verarbeitet werden. Ausser durch Anlagerung von Alkylenoxyden an Verbindungen mit reaktionsfähigen Wasserstoffatomen kann man die Ausgangsprodukte dieses Verfahrens durch Umsetzung von Polyä. therverbindungen oder deren Halogenwasserstoffestern mit solchen organisehen Verbindungen herstellen, die ein reaktionsfähiges Wasserstoffatom an Sauerstoff, Schwefel oder Stickstoff gebunden enthalten.
Die Reaktion wird zweckmässigerweise durch langsame Zugabe der Chlorsulfonsäure zu dem gegebenenfalls geschmolzenen Poly äther durchgeführt. Viele Polyäther enthalten am Ende der Polyätherketten freie Hydroxyl gruppen, mit denen die zugesetzte Chlorsulfon säure bevorzugt unter Bildung von Schwefel säurehalbestergruppen reagiert. Auch aromatische Gruppen, Amin-oder Amidstickstoffatome können die Chlorsulfonsä-ure bevorzugt binden. Erst nach Absättigung dieser Gruppen steht die im Überschuss zugesetzte Chlorsulfon- säure zur Adduktbildung zur Verfügung.
Verwendet man Polyäther, die keine bevorzugt mit der Chlorsulfonsäure reagierenden Gruppen enthalten, beispielsweise endständig voll ständig verätherte Polyglykoläther, dann wird das zugesetzte Sulfonierungsmittel sofort adduktmässig gebunden. Das Verhältnis von addierter Chlorsulfonsäure zu Äthersauerstoff kann zwischen dem bereits definierten Min destwert und dem Höchstwert, der bei etwa 1 Molekül Chlorsulfonsäure pro Äthersauer- stoffatom liegt, jeden beleibigen Wert annehmen.
Man kann auch in Gegenwart von sol chen Losungsmitteln arbeiten, die gegenüber Ghlorsulfonsäure beständig sind, beispielsweise flüssiges Sehwefeldioxyd, Schwefelkohlenstoff sowie einige chlorierte und/oder fluorierte Kohlenwasserstoffe, zum Beispiel Äthylen- chlorid, Triehloräthylen oder Perchloräthylen.
Auch Gemische derartiger Lösungsmittel kön- nen verwandt werden.
Bei der Reaktion entsteht Wärme, die man n durch Kühlen, Absieden des Lösungsmittels oder andere Massnahmen abführen kann. Die Umsetzung kann bei Temperaturen von-50 bis +60 C, vorzugsweise von-20 bis +40 C, durehgeführt werden.
Die so erhaltenen Addukte, die vollkommen farblos sein können, sind mehr oder weniger viskose bis waehsartige Massen. Die Konsistenz hängt von der Natur der in den Ausgangspolyäthern enthaltenen organiselien Reste Bi-Bg und von der Zahl der vorhandenen Äthersauerstoffatome ab. Verbindungen mit wenig Äthersauerstoffatomen im Molekül liefern ölige Produkte ; mit steigender Zahl der Äthersauerstoffatome steigt auch die Vis kosität der entsprechenden Chlorsulfonsäureaddukte an. Da die Chlorsulfonsäure gebunden vorliegt, sind die Addukte weniger aggressiv als die freie Säure und daher leichter und gefahrloser zu handhaben.
Von den organischen FIydroxylverbindun- gen, die Hydroxylgruppen in nicht aromatischer Bindung enthalten und erfindungs- gemäss mit den beschriebenen Addukten umgesetzt werden sollen, besitzen vor allem die Vertreter mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen besonderes Interesse, jedoeh ist das Verfahren nicht, auf diese Verbindungen beschränkt. Sie können a. liphatiseher oder eyeloaliphatiseher Natur sein und aueh aromatische Reste enthalten. Die Hydroxylgruppen können an primären oder sekundären Kohlenstoffatomen stehen.
Die zu sulfonierenden Alkohole kön- nen gerad-oder verzweigtkettig, gerad-oder ungeradzahlig, gesättigt oder ungesättigt sein und auch mehrere sulfonierbare Hydroxylgruppen im Molekül enthalten.
Als Ausgangsmaterial verwendbare alipha tische Alkohole mit primären Hydroxylgrup- pen kommen in der Natur vor, beispielsweise im Spermöl oder im Bienenwaehs. Man kann sie aueh durch Reduktion von natürliehen oder synthetisehen Fettsäuren, durch katalytisehe Umsetzung von Kohlenoxyd und Was serstoff, durch katalytisehe Anlagermg von Kohlenoxyd an gerad-oder verzweigtkettige sowie eyelisehe Olefine herstellen oder sie aus den neutralen Oxydationsprodukten der Paraffinoxydation isolieren.
Derartige Alkohole sind beispielsweise Oetylalkohol, Deeyl- alkohol, Dodecylalkohol, Octadecvlalkohol usw.
Weiterhin sind ein-oder mehrfaeh ungesättigte Alkohole zu nennen, wie sie druch Spaltung oder Reduktion von Spermöl sowie andern Fettsäuren natürlichen Ursprungs, wie beispielsweise des Rieinusöls oder Leinöls, erhalten werden.
Als Beispiele für primäre Alkohole mit ey elisehen Kohlenwasserstoffresten seien Hexa hydrobenzylalkohole genannt, die durch ali- phatisehe, cycloaliphatische und aromatische Reste substituiert sein können. Derartige Stoffe sind aus den entsprechenden Cyelohexanolen durch Wasserabspaltung, kataly- tisehe Anlagerung von Kohlenoxyd und Was serstoff an die entstandenen Cyelohexene und gegebenenfalls Reduktion der bei der Anlage lung gebildeten Aldehyde zu den entsprechen- den Alkoholen zugänglich.
Auch Alkohole mit aromatischen Gruppen können nach dem erfindungsgemässen Verlahren sulfoniert werden, beispielsweise Ben zylalkohol, Alkylbenzylalkohole, Methylol- naphthaline und andere.
Die zu veresternden Hydroxylgruppen können sekundärer Natur sein. Sekundäre Al- kohole erhält man beispielsweise durch Ke tonisierung von Fettsäuren oder deren Salzen und Reduktion der entstehenden Ketone. Wei terhin gehören hierzu cyclische Alkohole mit sekundären Hydroxylgruppen, wie zum Beispiel druch Alkyl-oder Cyeloalkylreste substi- tuierte perhydrierte aromatische Oxyverbin dungen.
Die Veresterung setzt beim Mischen der Reaktionskomponenten in beliebiger Reihenfolge ein. Bei ehargenweisem Arbeiten ist es zweckmässig, den Alkohol vorzulegen und das Veresterungsmittel, vorzugsweise unter kräf- tigem Rühren, einlaufen zu lassen. Wegen der kurzen Reaktionszeiten eignet sich das Verfahren aber auch für eine kontinuierliche Direhführung. In diesem Falle werden die Reaktionsteilnehmer, gegebenenfalls in Ge genwart von noch reagierendem oder bereits ausreagiertem Gemisch, in dem gewünschten Mengenverhältnis zusammengebracht und krä. ftig gemischt. Das Mengenverhältnis der Reaktionsteilnehmer ist von dem angestrebten Veresterungsgrad des Alkohols abhängig.
Wenn lediglich teilweise veresterte, zum Beispiel emulgierbare, Alkohole hergestellt werden sollen, dann genügt es, geringe Mengen an Verestelamgsmittel anzuwenden oder auch grö- ssere Mengen soleher Addukte gegebenenfalls kapillaraktiver Polyäther, die nur geringe Mengen an addierter Chlorsulfonsäure enthalten. Wird dagegen eine weitgehende Ver esterung gewünscht, dann steigert man die Menge an Sulfonierungsmittel bis zu einem Überschuss von 5 bis 20 / der theoretisch notwendigen Menge.
Die Veresterung kann durch Losungsmittelzusatz unterstützt werden, insbesondere, wenn die Reaktionsteilnehmer fest oder sehr viskos sind oder wenn die Veresterung unter besonders schonenden Bedingungen durchge- führt werden soll. Als Lösungsmittel haben sich die gleichen Flüssigkeiten bzw. Flüssig- keitsgemische bewährt, die bei der Herstellung der PolyätherChlorsulfonsäure-Addukte er wähnt wurden. Sofern das Addukt in Gegen- wart von Lösungsmitteln hergestellt wurde, kann dieses in dem fertigen Addukt verbleiben.
Die Veresterung lässt sich bei Temperaturen von10 bis +60 C, vorzugsweise von +20 bis +40"C, durchführen. Die bei der Reaktion frei werdende Wärme kann man in üblicher Weise durch Aussen-oder Innen kühl, ung, aber auch durch Abdestillieren des gegebenenfalls vorhandenen Losungsmittels abführen.
Die Reaktionsmischung kann mit anorganischen oder organisehen Basen, wie zum Beispiel Natronlauge, Kalilauge, Ammoniak, Triäthanolamin, Cyclohexylamin, Pyridin usw. neutralisiert werden. In manchen Fällen ist es zweckmässig, die Neutralisation mit der ge kühlten Base bei Temperaturen zwisehen-5 und +20 C unmittelbar im Anschluss an die Veresterung vorzunehmen. Dies lässt sich vor allem bei der kontinuierliehen Veresterung leieht vornehmen, wo man das Reaktionsprodukt entweder in vorgelegte Lauge einlaufen lässt oder es, ebenfalls kontinuierlieh, mit zu- gefügtem Neutralisationsmittel versetzt.
Die bei der Veresterung von der addierten
Chlorsulfonsäure befreiten Polyäther brau chen aus dem Reaktionsgemiseh nicht abgetrennt zu werden. Hierin ist ein grosser Vorteil gegenüber bekannten Veresterungsverfah- ren zu sehen, wo mit Addukten von Chlorsul- fonsäure oder Schwefeltrioxyd gearbeitet wurde und bei denen man die eine Bildungskomponente des Adduktes, beispielsweise niedermolekulare Äther, entfernen musste. Die in der Reaktionsmischung verbleibenden Poly äther können die Eigenschaften des Vereste rungsproduktes günstig beeinflussen.
Die neu- tralisierten Veresterungsprodukte sind sehr gut wasserlöslich und bilden auch in verhält- nismässig hohen Konzentrationen noch klare, viskose Pasten. Auch bei der Verwendung der Pasten oder daraus hergestellter Präparate als Wasch und Reinigungsmittel wirkt sieh die Anwesenheit. der Polyäther günstig aus, da die Wasch Reinigungskraft dieser Mittel durch die Anwesenheit der Polyäther teilweise verbessert wird.
Als besonderer Vorteil des Verfahrens ist die schonende Wirkung der Veresterung hervorzuheben ; in dem zu veresternden Alkohol vorhandene Doppelbindungen bleiben weitgehend erhalten und bei der Veresterung sekundärer Alkohole unterbleibt die bei andern Methoden zur Herstel lung von Schwefelsäureestern leicht auftre- tende Wasserabspaltung unter Bildung von Olefinen weitgehend.
Beispiel 1
Zu 36 g eines Polyäthylenglykol-monome thyläthers mit dem mittleren Molgewicht 360, wie man ihn durch Einwirkung von Äthylen- oxyd auf Monomethylglykoläther erhält, gibt man unter Kühlung mit Wasser und gutem Rühren 90 g Chlorsulfonsäure. Bei Tempera turen von 30 bis 40P-C bildet sich eine farb- lose, ölige Verbindung, die unter Ausschluss von Feuchtigkeit beständig ist.
86 g Oleylalkohol werden in einem Kolben von 1, 5 Liter Inhalt bei Temperaturen von +15 bis +200 C unter Kühlen und kräftigem Rühren mit 74 g des oben beschriebenen Chlorsulfonsäure-Polyäther-Adduktes versetzt. Der bei diesem und den folgenden Beispielen verarbeitete Oleylalkohol hutte folgende Kennzahlen :
JZ = 81, 5 ; OHZ = 204.
Nach Zugabe des Adduktes wird einige Minuten nachgerührt und dann sofort mit eiskalter Natronlauge neutralisiert. Man erhält eine vollkommen farblose, wasserlösliehe Paste ; der Veresterungsgrad des Alkohols beträgt etwa 97"/o. Der aus dem Oleylalkoholsulfat durch Hydrolyse mit verdünnter'Säure zurückgewonnene Alkohol besass eine JZ von 77.
In analoger Weise lassen sich Addukte verwenden, die man naeh folgender Vorsehrift erhält :
Zu 30 g eines Polyäthylenoxyds mit dem mittleren Molgewieht 300 und der allgemeinen Formel : HO # CH2 # CH2 # O(CH2 # CH2 # O)n # CH2 # CH2OH gibt man unter gutem Durchmischen 70 g Chlorsulfonsäure. Die entstehende Reaktionswärme wird durch Kühlen so weit abgeführt, dass die Temperatur nicht über 30 C steigt.
Es bildet sieh eine fast farblose, ölige Verbindung, die den grössten Teil der Chlorsulfon- säure in einer leicht abspaltbaren Form enthält. ; hnliche Produktelerhält man, wenn man 45 g des Polyglykolmonomethyläthers und 70 bis 80 g Chlorsulfonsäure in der gleichen Weise verarbeitet.
Beispiel 2 20 g eines pulverisierten Polyäthylenoxyds vom Molgewicht 5000 und 4 g Chlorsulfonsäure werden unter Kühlen mit Leitungswasser vermischt. Dieses Addukt lässt man langsam unter kräftigem Rühren und Aussen- kühlung mit Wasser zu 91 g Oleylalkohol fliessen. Unmittelbar nach Beendigung des Zusatzes des Adduktes wird durch Einlau- fenlassen des Reaktionsproduktes in vorher bereitgestellte eiskalte Natronlauge neutralisiert.
Man erhält eine farblose wasserlösliehe Paste.
Der Veresterunsgrad beträgt etwa 96 bis 97 /o, die JZ des durch Hydrolyse des Sulfates erhaltenen Oleylalkohols ist 78,
Beispiel 3
Wie im vorhergehenden Beispiel besellrie- ben, werden 20 g eines Polyäthylenoxyds mit einem mittleren Molgewicht von 9000 mit 45 g Chlorsulfonsäure umgesetzt. Das entstan- dene sehwach gelbe Addukt wird vorsichtig unter gutem Rühren und Aussenkühlung in 77 g eines Cemisches sekundärer Alkohole (Kettenlänge.
Cig bis Ci7 ; Säurezhal 0, 1 ; OIIX'll ; JZ S) einlaufengelassen, das durci Ketonisieren von Vorlauffettsäuren aus der
Paraffinoxydation mit 7 bis 9 Kohlenstoff atomen im Molekül und anschliessende katalytische Hydrierung erhalten wurde. Sofort naeh Vereinigung der Reaktionsteilnehmer wird neutralisiert. Man erhält eine fast farb lose, gut wasserlösliehe Paste.
Beispiel 4
Zu 59,2 g eines Anlagerungsproduktes von 8 bis 9 Mol Äthylenoxyd an ein Fettalkohol- gemisch der Kettenlänge C12 bis C18, das durch Reduktion von Kokosfettsäure hergestellt wurde (OHZ des Polyäthers : 94, 8), gibt man unter gutem Durehmisehen und äusserem
Kühlen des Reaktionsgefässes mit Wasser so langsaìn 81, 6 g Chlorsulfonsäure, dass die Tem- peratur nicht über +35 C ansteigt. Es entsteht ein hellgelbes Öl. Die bei der Vereste runo der endständigen OHJGruppen freiwerdencle Salzsäure führt gelegentlieh zu einer Schaumbildihg, die druch Anlegen von Vakuum bzw. gelindes Erwärmen behoben werden kann.
112 g des so hergestellten hellgelben Adduk tes werden innerhalb von 4 bis 5 Minuten in 100 g Oleylalkohol eingerührt, wobei die Temperatur durch Aussenkühlung mit Wasser auf 25 bis 30 C gehalten wird. Nach Zusatz des Adduktes wird noch 1 bis 2 Minuten naehgerührt und dann sofort mit eiskalter 90prozen- tiger Natronlauge neutralisiert. Der Vereste rungsgrad ist 96"/e. Es entsteht eine fast farblose, hoehviskose Paste, die ein hervor ragendesWaschvermögen besitzt.
Beispiel 5
Zu 53 g eines Anlagerungsproduktes von etwa 10 Mol Äthylenoxyd an ein Kokosfettsäureamid der Kettenlänge Ci2 bis C1g gibt man unter gutem Rühren und gelinder Küh- lung 116 g Chlorsulfonsäure. Die Temperatur soll dabei +40 C nicht übersteigen. Nach Vertreiben der bei der Veresterung der endständigen OH-Gruppe freiwerdenden Salzsäure erhält man ein orange gefärbtes Öl, welches etwa 90 /o der eingesetzten Chlorsulfonsäure adduktmässig gebunden enthält.
95 g des so hergestellten orangefarbenen Adduktes werden bei 25 bis 30 C innerhalb von 5 Minuten in 100 g Oleylalkohol eingerührt, dann wird noch 5 Minuten naehgerührt und mit 20prozentiger Natronlauge neutralisiert. Es entsteht eine schwach gelbliche viskose Paste, die klar wasserlöslich ist.
Beispiel 6
Nach der im Beispiel 1 gegebenen Vorschrift wird aus 45 g eines Polyglykol-monomethylesters der OHZ = 125 und 70 g Chlorsulfonsäure bei Temperaturen von 40 C ein Addukt hergestellt. In das klare, fast farblose Addukt werden unter dauerndem kräftigen Rühren portionenweise 715 g fein gepulvertes Kokosfettsäuremonoäthanolamid der OHZ 2, 61 bei 35 bis 40 C eingerührt. Das Äthanolamid wurde aus einem Gemisch von Fettsäuren mit 10 bis 18 Kohlenstoffatomen hergestellt. Nach etwa 5 Minuten werden Ausscheidungen von festen Anteilen beobaehtet, die mit fallender Temperatur bis zur völligen Verfestigung des Reaktionsproduktes führen können.
Nach Neutralisieren des Reaktionsproduktes mit 20prozentiger Natronlauge erhält man eine klare farblose Paste von hohem Veresterungsgrad und gutem Waschvermögen.
Beispiel 7
45 g des im vorigen Beispiel erwähnten Polyglykol-monomethyläthers werden in der dort beschriebenen Weise mit 81 g Chlorsul fonsäure unter gutem Druchmischen und Kühlen zu einem Addukt umgesetzt. In das klare, fast farblose Addukt werden dann 160 g Dodecylcohexanol gegeben. Die Reaktionsmisehung wird kräftig gerührt und durch Kühlung auf Temperaturen von 30 bis 40 C gehalten. Nach Vereinigen der Reaktionspart- ner wird noch 5 Minuten gerührt und das Reaktionsprodukt mit eiskalter 20prozentiger Natronlauge neutralisiert. Man erhält eine nahezu farblose, klar lösliche Paste mit gutem Schaum-und Wasehvermögen. Der Vereste- rungsgrad des Alkohols ist etwa 97 /o.
Beispiel 8
Nach den Angaben des vorigen Beispiels wird unter Anwendung der gleichen Mengen von Polyglykol-monomethyläther und Chlorsulfonsäure ein Addukt hergestellt. Das Addukt wird bei Temperaturen von 2 bis 30 C in 150 g Rieinusöl eingerührt. Nach Zusatz des Adduktes wird noch etwa 5 Minuten naehgerührt und das entstandene gelbbraune Produkt in eiskalter'20prozentiger Natronlauge neutralisiert. Man erhält eine gelbliche, klar lösliehe Paste von grossem Netz- und Schaumvermögen.
Beispiel 9
73 g eines Anlagerungsproduktes von etwa 12 Mol Äthylenoxyd an ein Dodeeylmerkaptan werden in 150 ml 1, 2-Dichloräthan gelöst und unter Rühren mit 139 g Chlorsulfonsäure sowie Kühlung auf Temperaturen von 20 bis 30 C versetzt. (Die 150 ml 1, 2-Dichloräthau können durch 200 ml flüssigen Schwefel- dioxyds ersetzt werden.
Man kühlt dann auf -15 C vor luld fängt die entstehende Re aktionswärme durch Kühlen und bzw. oder Absiedenlassen des Schwefeldioxyds ab.)
In die entstehende farblose Poeaktions- mischung gibt man bei Temperaturen von 10a C langsam eine Lösung von 250 g Dodeeylcyelohexanol in 250 ml 1, 2-Dichloräthan.
Nach dem. Zusatz rührt man 2 Minuten bei Zimmertemperatur nach, neuctralisiert mit eiskalter 20prozentiger Natronlauge und hebt das Lösungsmittel naeh Zugabe von etwas Iso propylalkohol ab. Die wässerige Phase wird dann auf dem Dampfbad vom Isopropyl- alkohol befreit. Man erhält eine farblose Paste, deren wässerige Lösungen stark sehäumen und gut waschen.
Beispiel 10
Zu 68 g eines endständig methylveräther- ten Anlagerungsproduktes von etwa 10 Mol Äthylenoxyd an das in Beispiel 4 genannte C12 bis Cig-Alkoholgemisch gibt man unter Rühren und Kühlen langsam 116 g Chlorsul fonsäure. Es entsteht ein fast farbloses Öl, welches fast die gesamte Chlorsulfonsäure adduktmässig gebunden enthält.
Das so erhaltene Addukt wird, wie in den vorhergehenden Beispielen besehrieben, zur IIerstellung von Schwefelsäurehalbestern von organisehen Hydroxylverbindungen, deren Hydroxylgruppen an nichtaromatisehen Koh- lenwasserstoffatomen stehen, verwendet.
Beispiel 11 62 g eines Anlagerungsproduktes von 5 bis 6 Mol Äthylenoxyd an ein Alkylbenzolsulfamid, das aus einem teehnisehen Alkylbenzol- gemiseh mit 14 bis 18 Kohlenstoffatomen im Alkylrest hergestellt wurde, lost man in 300 ml flüssigem Sehwefeldioxyd und gibt. langsam unter Rühren 58 g Chlorsulfonsäure zu. Die auftretende Reaktionswärme wird durch Ab- sieden des Schwefeldioxyds abgeführt.
Nach Verdampfen des restliehen Sehwefeldioxyds bleibt ein orange gefärbtes Öl, das mir wenig im Benzolkern sulfoniert ist und den grössten Teil der Chlorsulfonsäure adduktmässig ge- bunden enthält.
Das so erhaltene Addukt wird, wie in den Beispielen 1 bis 9 beschrieben, zur Herstel- lung von Schwefelsäirehalbestern von orga nisehen Hydroxylverbindungen. deren Hydroxylgruppen an n nichtaromatischen Kohlenwas- serstoffatomen stehen, verwendet.