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Drehpendel-Gangreglersystem Die Erfindung betrifft ein Drehpendel- G angreglersystem für Laufwerke, insbesondere für Zeitmessgeräte. Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Reibungsver- häiltnisse, und zwar unter Zugrundelegung der Aufgabe, dieses Ziel unter weitestmöglicher Beibehaltung der klassischen Bauelemente eines Drehpendel-Gangreglersystems durch eine Gewichtsentlastung in den Lagerstellen zaa erreichen. Dazu wird gemäss der Erfindung vurgesclilagen, statische Magnetfelder anzuwenden, die das Gewicht der schwingenden Systemteile mindestens teilweise aufheben. Zur Erzeugung der statischen Magnetfelder sollen vorzugsweise Permanentmagnete dienen.
Es hat sieh gezeigt, dass zwischen den zusammenwirkenden Teilen des magnetischen Kreises Wirbelströme auftreten, die der Beachtung in doppelter Weise bedürfen, einmal in dem Sinne, dass es sieh empfiehlt, unter Anwendung an sich bekannter Mittel Vorkehrungen zu treffen, um unzulässige Dämpfung der Drelhpendelschwingungen durch Wirbelstrom- brenmseffekte zu vermeiden und zweitens aber auch in dem Sinne, dass diese Wirbelstrom- brenmseffekte nutzbar gemacht werden können, um im Sinne isochroner Schwingtang des Drehpendels Amplitudensehwankangen entgegenzuwirken, die beispielsweise als Folge der Änderung der Antriebskraft bei sich entspannen- der Triebfeder sieh einstellen können.
Unerwünschte Wirbelstromeffekte lassen sich durch Verwendung an sich bekannter Magnetwerkstoffe mit hohem spezifischem elektrischem Widerstand beispielsweise in der Grössenordnung von 106 Ohm cm vermeiden, während anderseits eine dosierte Ausbildung von Wirbelstrombremseffekten mittels zusätzlicher Dämpfungskörper erreicht werden kann. Bei der bevorzugten Ausführungsform eines Dreh- pendel-Gangreglersystemns sind die klassischen Bauelemente des Unruhgangreglersystems, nämlich Unruh, Flachspirale und Rücker beibehalten.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend und in den Zeichnungen erläutert. Diese zeigen unter Fortlas- sung von dem Fachmann bekannten, für das Verständnis der Erfindung unmittelbar nicht notwendigen Bauelementen in Fig. 1 von der Seite gesehen, teilweise geschnitten, ein Drehpendel-Gangreglersystem mit. lotrechter Welle, wobei die magnetische Entlastung durch Anziehung erreicht ist.
Fig. 2 zeigt im Prinzip die magnetische Entlastung einer lotrecht angeordneten Drehpendelwelle durch Abstossung.
Fig. 3 zeigt bei lotrechter Drehpendelwelle eine magnetische Entlastung durch Absto-
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ssung, wobei der Unruhring als Magnetkörper ausgebildet ist.
Fig. 4 zeigt bei einem mittels Hohlwelle auf einem gespannten lotrechten Draht gelagerten Drehpendel die Entlastung mittels sich anziehender koaxial ineinanderliegender Magnetzylinder.
Fig. 5 und 6 zeigen von der Seite und von oben gesehen schematisch die magnetische Entlastung einer lotrechten Drehpendelwelle mittels eines Hufeisen-Magneten, der mit einem Weicheisenzylinder als Anker auf der Drehpendelwelle zusammenwirkt.
Fig. 7 zeigt die magnetische Entlastung durch Abstossung bei einem spitzengelagerten Drehpendel mit lotrecht orientierter Drehachse.
Fig. 8 und 9 zeigen von der Seite und im Schnitt nach IX-IX durch Fig. 8 eine Drehpendel -Gangregleranordnung mit waagrecht liegender Drehachse und beiderends dieser wirksamer Magnetentlastung.
Fig. 10 zeigt eine Abänderung der Magnetanordnung bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 8 und 9.
Fig. 11 und 12 zeigen von der Seite gesehen und in Schnittansicht nach XII-XII durch Fig. 11 eine Gangregleranordnung mit waagrecht liegender spitzengelagerter Welle und beiderends wirksamer magnetischer Entlastung.
Fig. 13 zeigt von der Seite gesehen ein Drehpendel-Gangreglersystem mit lotrechter Welle, wobei das Drehpendel lediglich am Oberlager radial geführt und am Unterlager nur gegen Ausschwenkung gesichert ist.
Fig. 14 und 15 zeigen Einzelheiten einer magnetischen Sicherung am untern Wellenende gegen unzulässige Ausschwenkung der Drehpendelwelle.
Fig. 16 zeigt von der Seite gesehen eine andere Ausführungsform einer lotrechten, lediglich am obern Ende radial gelagerten Drehpendelwelle, wobei das Drehpendel dicht am untern Wellenende angeordnet ist.
Fig. 17 und 18 zeigen in Vorderansicht und Seitenansicht, teilweise geschnitten, ein Drehpendel-Gangreglersystem mit lotrechter, von einem gespannten Draht gebildeter Achse, wobei die magnetische Entlastung durch sich abstossende in der bähe des Unterlagers angeordnete zylindrische Permanentmagnete erreicht wird.
Fig. 19 zeigt eine Einzelheit für das Fusslager des Ausführungsbeispiels nach den Fig. 17 und 18.
Fig. 20 und 21 zeigen von der Seite und von oben gesehen eine Vorrichtung zum Feinregulieren des Drehpendel-Gangreglersy stems, die auf dem Wirbelstrom-Bremseffekt beruht.
Beim ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1) bezeichnet 10 und 11 Lagerplatten, 12 die lotrecht stehende Drehpendelwelle, die mit langen dünnen Lagerzapfen 12a versehen ist. Zur Sieherung der Zapfen 12a gegen Querstösse sind in den Werkplatten 10 und 11 Bohrungen 10a und 11a, angebracht, die eine etwas grössere lichte Weite haben als der Durchmesser der Welle 12. Die Welle 12 reicht mit ihrem starken Schaft 12b ein Stück weit in die Bohrungen 10a, 11a hinein und findet bei Querstössen ein Widerlager an den Bohrungswandungen, wobei die Zapfen 12a sieh lediglich im elastischen Bereich durchbiegen. Auf der Welle 12 ist ferner die Flachspirale 13 befestigt; sie ist am Spiralklötzchen 14 verstiftet und wirkt (mit dem nur teilweise gezeichneten) Rücker 15 zusammen. Das Drehpendel selbst ist mit 16 bezeichnet.
Zur schwerkraftmäl>igen Entlastung des Systems in axialer Richtung, das heisst zlim. Ausgleich des Gewiehtes der sieh drehenden Teile 12, 13 und 16 ist auf der Welle 12 die Permanentinag-netselieibe 17 befestigt und zum Zusammenwirken mit dieser Scheibe an einem feststehenden Laufwerksteil. 18 der Per- manentmagnet.izng 19.
Die Scheibe 17 und der Ring 1.9 sind gegensinnig gepolt, das heisst sie wirken durch Anziehung zusammen und der feststellende Magnetring 19 hält die drehenden Teile in vorbestimmter Höhenlage in bezug auf die feststehenden Laufwerksteile. Um Beschädigungen des Systems durch Azialstösse zu vermeiden, sind im Bereich des Drehpendels 1.6 feste Anschläge ?0 vorgesehen.
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Beim zweiten Ausführungsbeispiel (Fig.
2) wird die Drehpendelwelle 12 durch magnetische Abstossung schwebend gehalten, und es ist zu diesem Zweck auf der Welle unter Zwischenschaltung einer Buchse 30 ein Permanentmagnetring 31, im weiteren als Sehwebemagnet bezeichnet, befestigt, der mit einem feststehenden, gleichgepolten Permanentmagnetring 32, im weiteren als Stütz- mnagnet bezeichnet, zusammenwirkt. 33 ist ein feststehender Uhrwerksteil. Mit 34 ist eine Dämpfungsscheibe bezeichnet, deren Anwendung sieh dann empfehlen kann, wenn für die Permanentmagnete 31 und 32 nicht- oder nicht reinmetallische Magnetwerkstoffe, v or- zugsweise auf Metalloxydbasis, verwendet werden.
Diese Magnetstoffe haben einen derart hohen elektrischen Widerstand, dass prak- t iseh keine Wirbelstromdämpfung eintreten kann. Da jedoch eine geringe Dämpfung bei Gangreglersystemen für Uhren erwünscht sein kann, um hierdurch eine Kompensierung der durch den Zugfederantrieb bedingten ver- änderliehen Schwingungsweiten und lauer zu bewirken, lässt sieh dieses Ziel in einfacher Weise durch die Anordnung einer Dämpfungsscheibe, wie die mit 34 bezeiehnete, die aus einem Werkstoff mit niederem elektrischem Widerstand besteht, erreichen.
DieDämpfungs- scheibe kann je nach der gewünschten Wirkung, die mit ihr erzielt werden soll, an einer Stelle grösserer oder kleinerer Kraftlinien- dielhte angeordnet werden.
Beim dritten Ausführungsbeispiel (Fig. 3) ist auf der Drehpendelwelle 12 ein Drehpendel 40 angeordnet, dessen ringförmiger Teil 41. als Permanentmagnetring ausgebildet ist und die Aufgabe hat, als Schwebemagnet mit einem gleichgepolten und gleich geformten Stiitzmagnet 42 zusammenzuwirken, der an einem feststehenden Uhrwerksteil 43 befestigt ist. Die Nabe 44 des Drehpendels muss aus einem Werkstoff hohen spezifisehen elektri- sehen Widerstandes bestehen, um eine magnetische Dämpfung durch diesen Teil zu vermeiden.
Beim vierten Ausführungsbeispiel (Fig. 4) ist zwischen den Werkplatten 50 und 51 ein dünner federnder Stahldraht 52 lotrecht gespannt, auf welchem das mit einer Hohlwelle 53 versehene Drehpendel 54 gelagert ist. In den Enden der Hohlwelle 53 sind Lochsteine 55 eingesetzt. Zur Gewichtsentlastung dienen die axial magnetisierten Permanentmagnetzylinder 56 und 57, die gleichachsig ineinan- derliegen und gegensinnig gepolt sind. Der Magnetzylinder 56 ist an dem feststehenden Uhrwerksteil 58 befestigt.
Beim fünften Ausführungsbeispiel (Fig. 5 und 6) ist auf der Drehpendelwelle 12 ein nicht permanentmagnetischer Ring 60 befestigt, der als Anker mit dem Hufeisenmagne- ten 61 zusammenwirkt, derart, dass dieser Magnet das (im übrigen nicht dargestellte) Drehpendel im Schweben hält. Der Ring 60 muss aus einem ferromagaietischen Werkstoff mit hohem elektrischem Widerstand bestehen, oder es müssen bei Verwendung eines Werkstoffes mit niederem elektrischem Widerstand bekannte Massnahmen zur Verringerung der Dämpfung getroffen werden.
Das sechste Ausführungsbeispiel (Fig. 7) zeigt, die Anwendung der Lagerentlastung bei einem spitzengelagerten Drehpendel, wie es vorzugsweise in Weckeruhren Anwendung findet: In der Werkplatte 70 ist eine sogen. Körnerlagerschraube 71 und in der Werkplatte 7'2 ein feststehendes Körnerlager 73 angeordnet. Die an ihren Enden zugespitzte Unruhwelle 74 ist in den Körnerlagern 71 und 73 gelagert und trägt die Flachspirale 75, die Unruh 76 und an ihrem untern Ende den scheibenförmigen Schwebemagnet 77, der mit dem in die Werkplatte 72 eingelassenen gleichsinnig gepolten Stützmagnet 78 zusammenwirkt.
Bei der Spitzenlagerung wird man vorzugsweise die Magnete so einstellen, dass das System im wesentlichen gewichtsentlastet ist, jedoch die untere oder die obere Wellenspitze noch leicht in das Körnerlager gedrückt wird, so dass nur eine ganz geringe Reibung auftritt, etwa in der Grössenordnung der radialen Zapfenreibung, wie sie beim ersten oder beim vierten Ausführungsbeispiel auftreten wird.
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Beim siebenten Ausführungsbeispiel (Fig. 8 bis 10) ist wiederum ein spitzengelagertes Drehpendel dargestellt, jedoch mit waagrecht liegender Drehpendelwelle 80, die zwischen Werkplatten 81 und 82 in Körnerlagerschrauben 83 gelagert ist. An den Enden der Welle 80 sind ferromagnetische Scheiben 81, 85 vorzugsweise mit hohem elektrischem Widerstand angebracht, die mit Permanentmagneten 86, 8 7 zusammenwirken.
Die Magnete 86, 87 sind mittels eines aus Schraubteilen und Hülsen zusammengesetzten, als Ganzes mit 88 bezeichneten Jochstüekes an der Werkplatte 82 befestigt. Dass Jochstück 88 soll einen hohen elektrischen Widerstand aufweisen.
Während bei dem in den Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsbeispiel die Permanentmagnete 86 und 87 lotrecht angeordnet sind, können sie (wie Fig. 10 zeigt) auch waagrecht angeordnet werden. Die Darstellung der Magnete 86 und 87 ist eine lediglich schematische; die Magnete könnten einen zusammenhängenden entsprechend geformten Werkstoffteil bilden. Auch bei dieser Lageranordnung werden die Magnete wie beim sechsten Ausführungsbeispiel vorzugsweise so eingestellt, dass eine Gewichtsentlastung im wesentlichen eintritt, jedoch die Wellenspitzen noch leicht gegen die Kegelflächen der Körnerlager anliegen. Die Dämpfung ist bei dieser Anordnung vergleichsweise gering, so dass die Magnete 86 und 87 aus gewöhnlichen Magnetstählen gefertigt werden können, wenn z.
B. zusätzlich die ferromagnetischen Seheiben 84 und 85 mit radialen Schlitzen versehen werden.
Das achte Ausführungsbeispiel (Fig. 11 und 12) zeigt wiederum, wie das siebente Ausführungsbeispiel, eine Drehpendelanordnung mit waagrecht liegender spitzengelagerter Welle 80, an deren Enden. ferromagnetische Scheiben 84 und 85 befestigt sind. Zur Gewichtsentlastung dienen in feststehende Uhrwerksteile 90, 91 eingelassene axial magnetisierte Permanentmagnetseheiben 92, 93.
Um einen öllosen Betrieb der spitzengelagerten Wellen 74 und 80 im sechsten, siebenten und achten Ausführungsbeispiel zu ermög- liehen, wird man vorzugsweise Körnerlager mit eingesetzten Steinkörnern oder Hartmetallkörnern verwenden, ebenso auch Drehpendelwellen, bei denen wenigstens die Spitzen aus einem Werkstoff entsprechender Härte bestehen.
Bei dem neunten Ausführungsbeispiel (Fig. 13) ist am obern Ende der lotrechten Drehpendelwelle 100 ein Permanentmagnetzylinder 101 befestigt, der zum Teil in einen Permnanentmagnetring 102 ragt; die Magnete 101 und 102 sind gegensinnig gepolt, das heisst ziehen sieh an. 103 bezeichnet die obere Werkplatte, die (wie nur schematisch gezeichnet) eine Lagerstelle 103a für den langen und dünnen Lagerzapfen 100a der Drehpendelwelle 100 aufweist. Die Anordnung der Magnete 101 und 102 dicht am Oberlager bewirkt, dass dieses die Radiallagerung des Systems allein übernehmen kann. und es fehlt daher ein Fusslager. Die Drehpendelwelle 100 weist zwar am untern Ende einen dünnen langen Zapfen 100b auf.
Dieser Zapfen ragt aber in eine unm ein Vielfaches seiner Stärke grössere Bohrung 104a in der untern Werkplatte 104 und diese Bohrung dient lediglieh zur Sicherung des untern Wellenendes 100c gegen unzulässig grosse seitlieche Aussahwen- kung. Die nach oben an die Bohrung 104a anschliessende erweiterte Bohrung 101b dient mit ihrer zylindrischen Wandung als Wider- Z, bei Querstössen auf das System, wobei die Drehpendelwelle 100 mit ihrem starken Schaftteil 100e, der in die Bohrung 104b hineinragt, an der Wandung 101b anstösst,
solange die Durelibiegung des an" federndem Stahldraht bestehenden Zapfens 100b noch im ela- stisehen Bereich sieh befindet. Dicht unterhalb des Oberlagers ist auf der Welle 100 die Flaelispirale 105 und das Drehpendel 1.06 befestigt, während auf das untere Wellenende das Stabilisierungsgewicht 170 aufgedrückt ist.
Es würde bei dem Ausfühiaingsbeispiel nach Fig. 13 keinen C"nt.ersahied machen, die Welle 100 an ihrem obern Ende als Hohlwelle mit eingesetztem Lochstein auszubilden und einen feststehenden nadelartigen Lagerzapfen an der Werkplatte 103 zu befestigen.
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Weitere Ausführungsformen für die Sicherung gegen das seitliche Ausschwenken des untern Wellenendes zeigen die Fig. 14 und 15. Am untern Wellenende ist eine permanentmagnetische kegelförmige Spitze 110 angebracht und ihr gegenüber an der Durehstoss- telle der gedachten Drehpendelachse durch die Werkplatte 111 eine gegensinnig gepolte Pernmanentmagnetspitze 112.
Die beiden einander anziehenden Magnete 110 und 112 sind erheblich schwächer als die Magnetringe 101 und 102 am Oberlager, das heisst sie halten die Drehpendelwelle 100 in ihrer lotreehten Lage, ohne die Gewichtsentlastung zu beeinträchtigen. Mit. 113 ist. ein ringförmiger Ans ,cehlag bezeichnet, der ein übermässiges Aus- e3 Nellwenken der Drelhpendelwelle 100 begrenzt. Eine Magnetspitze an der Drehpendelwelle kann, wie Fig. 15 zeigt, entbehrt werden; die Drehpendelwelle 120 bestellt hier aus ferro- magnetisehem Werkstoff und ist lediglich an ihrem untern Ende bei 120a zugespitzt; ihr gegenüber ist in der Werkplatte 111 die Permanentmagnetspitze 112 eingelassen.
Das zehnte Ausführungsbeispiel (Fig. 16) unterscheidet sieh von dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel (Fig. 13) darin, dass bei im übrigen gleicher Ausbildung des Oberlagers und der Anordnung der Flachspirale 105 in der Nähe des obern Endes der Drehpendelwelle das Drehpendel 130 dicht am turteln Wellenende angeordnet ist und dadurch das Stabilisierungsgewicht 107 (Fig. 13) entbehrlich wird. Die Drehpendelwelle 131 weist bei dieseln Ausführungsbeispiel am untern Ende eine Spitze 131a auf, die in eine kegelige Bohrung 132a, einer Werkplatte 132 ragt turn Zwecke, an den Wandungen dieser Bohrung bei Querstössen Anschlag zu finden.
An einem elften Ausführungsbeispiel (Fig. 17 und 18) sei eine Ausführungsform, wie sie für den Einbau in Uhrwerke, z. B. für Küchenuhren und andere Wanduhren vor- geeselrerr ist, beschrieben: Mit 140 ist die Vorderplatine, mit 141 die rückwärtige Platine eines Uhrwerkes bezeieh- net, voll dem ferner das Ankerrad 142 und Das Drehpendel und seine Lagerung bilden eine geschlossene Baugruppe für sich, wie insbesondere Fig. 18 zeigt. Diese Baugruppe besteht aus einem als Ganzes mit 144 bezeichneten, wesentlich U-förmigen Bügel, dessen oberer U-Schenkel 144a eine Gewindebohrung für die Rückerschraube 14e5 aufweist und eine weitere Bohrung für die Lagerdraht- Spannsehraube 146.
Mit 147 ist der Rücker bezeichnet, der in bekannter Weise durch Zwischenschaltung der Tellerfeder 148 reibend gelagert ist. Der Übergangsteil des U-Bügels 144 vom obern Schenkel 144a zum untern Schenkel 144b verläuft in zwei durch eine Abkröpfung 144e gegeneinander versetzten Stufen 144d und 144e, wobei die Abkröpfung 144c sich zur Seite in einer senkrecht zur U-Schenkelebene verlaufenden Platte 144f fortsetzt, deren Rand 144g parallel zur U-Schenkelebene abgewinkelt ist und einen Befestigungslappen für den U-Bügel an der Werkplatte 141 bildet. Mit 149 sind Befestigungsschrauben für den U-Bügel bezeichnet.
Am untern U-Schenkel 144b ist eine Durchbrechung 144h für das noch zu beschreibende Fusslagergehäuse vorgesehen, ferner eine Gewindebohrung für die Lagerdraht-Spann- schraube 150.
Zur Lagerung der noch zu beschreibenden Gangreglerwelle dient ein gespannter dünner harter Stahldraht, sogen. Klaviersaitendraht 151, dessen oberes Ende an der Spannschraube 1-16 festgelegt ist, dann durch eine Axialboh- rung 145a, in der Rückerschraube 145 durchgeführt ist bis zu dem topfförmigen Fuss- la.gergehäuse 152, das mit seinem Ansatz 152a in die Durchbreehung 144h im untern U-Schenkel 1440 eingenietet ist und eine koaxiale Bohrung 152b für die Durchführung des Lagerdrahtes 151 aufweist,
dessen unteres Ende mittels der Spannschraube 150 festgelegt ist. -
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Die Drehpendelwelle besteht aus einem Rohr 153, in dessen Enden Lochsteine 154 zur Lagerung auf dem Lagerdraht 151 eingesetzt sind. Auf das obere Ende der Hohlwelle 153 ist die Flachspirale 155 mit ihrer Spiralrolle 156 aufgedrückt. Das äussere Ende der Spirale ist am Spiralklötzchen 157, das in die U-Bügelstufe 144d eingenietet ist, befestigt. Die Spirale wirkt in bekannter Weise mit dem Rüeker 147 zusammen. Unterhalb der Flachspirale ist auf der Drehpendelwelle 153 das Drehpendel 158 aufgesetzt und in bekannter Weise wirkt die Ankergabel mit ihrem abgekröpften Teil 143ce mit dem im Drehpendel 158 befestigten Hebelstift 159 zusammen.
Unterhalb des Drehpendels 158 ist auf der Welle 153 die topfförmige Sicherungsscheibe 160 aufgedrückt; sie weist an ihrem Umfang einen Schlitz 160a auf, in welchen der Ankersicherungsstift 143d eingreift. Im Hlinblick auf die Schwebelagerung des Drehpendels ist der Schlitz ziemlich gross gehalten, um das einwandfreie Zusammenarbeiten zwischen Anker und Sicherungsscheibe bei Abweichungen in der bezüglichen Höhenlage des Drehpendels zu gewährleisten.
Unterhalb der Sicherungsscheibe 160 ist auf der Welle 153 eine geschlitzte Hülse 161 mit Reibungssitz aufgeschoben; sie ist Träger des axial magnetisierten Permanentmagnet- zvlinders 162, der auf Abstossung mit dem wesentlich gleichgeformten Permanentmagmetzylinder 163 zusammenwirkt, welcher im Fusslagergehäuse 152 an seinem Umfang gefasst ist. Die Magnetzylinder 162 und 163 sind mit ihren Trägerteilen 161 bzw. 152 durch Verkittung verbunden, wobei jeweils so viel Kittraum 164 und 165 vorgesehen ist, dass besonders bei den nichtmetallischen Permanentmagneten vorkommende Fertigungstoleranzen beim Einkitten, das unter Verwendung geeigneter Zentrierwerkzeuge v orgenom- men wird, ausgeglichen werden können.
Es versteht sich, dass die gleichsinnig gepolten Magnetzylinder 162 und 163 hinsichtlich ihrer Magnetkraft derart bemessen sind, dass sie das Drehpendel in seiner vorbestimmten Höhenlage in bezug auf den Anker 143 sehwebend halten können und der Lagerdraht 151 lediglich die Aufgabe hat, als R adiallager zu dienen, das heisst das Ausschwenken des Drehpendels aus seiner lotrechten Lage zu verhindern.
Die vorbeschriebene Reihenfolge in der Anordnung der einzelnen Bauelemente auf der Drehpendelwelle ist von Vorteil, weil der als Stützmagnet wirkende Magnetzylinder 163 in das Fusslagergehäuse 152 eingebaut und dadurch in einfacher Weise auf die Durchführungsbohrung 152b des Lagerdrahtes 151 zentriert werden kann. Die Anordnung des Schwebemagneten 162 auf der mit Reibsitz verschiebbaren Hiilse 161 ermöglicht die Einstellung der Höhenlage des Drehpendels.
Für die Permanentmagnete 162 und 163 werden Magnete, beispielsweise auf Ferritbasis, mit möglichst niedrigem spezifischem G ewieht verwendet.
Um den Luftspalt (Fig. 79) zwischen Stützmagnet 163 und Schwebemagnet 162 gegen das Eindringen von Fremdkörpern zu schützen, kann als Träger für den S,c hwebe- magnet 162 eine geschlitzte Schiebetülle 200 verwendet werden, deren unteres Ende zu einer Kappe 200a ausgebildet ist, die den Stützmagnet 163 übergreift und bis dicht an die Stirnfläche des Fusslagergehäuses 152 lheranreicht.
Noch weitere Verkapselung der beiden Magnete zeigt das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 20 und 21, wobei auf das Fusslagergehäuse eine bei 210a, eingezogene Kapsel 210 aufgesteckt ist, die an der Oberseite eine Einführungsöffnung 210b für das untere Drehpendelwellenende aufweist.
Neben dem Rückei- 147 kann eine auf dem Prinzip des Wirbelstrom-Bremseffektes beruhende Feineinstellungsvorriehtung vorgesehen werden. Zu diesem Zweck ist (Fing. 20 und 21) auf einem in den untern U-Sehenkel 144b eingenieteten Pfosten ?11 ein Fein stell- liebel 212 mit Reibungssitz gelagert, der einen gegabelten, bogenförmig,
entsprechend dem Abstand zwischen Hebeldrehpunkt und Dreh- pendelaehse gekrümmten Arm 212n aufweist. und derart \angeordnet ist, dass er durch
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Schwenkung um seinen Drehpunkt 211 mit seinem Gabelende mehr oder weniger tief in radialer Richtung in den Luftspalt zwischen Stützmagnet 163 und Schwebemagnet 162 eingeführt werden kann. In der Staubkapsel 210 ist für den Gabelarm 212a ein Schlitz 210e vorgesehen.
Der Hebel 212, dessen Stellgriff mit 212b bezeichnet ist, kann ans Messing, A1uminiumn oder einem andern Werkstoff geringen elektrischen Widerstandes bestehen, und durch seine mehr oder weniger starke Einfübrung in den Luftspalt werden am ein- gefülhrten Hebelteil Wirbelströme lhervorge- rufen, die die Schwingungsweite des Drehpendels beeinflussen.
Der U-Bügel 744 kann aus Metall oder aus Kunststoff bestehen, wobei im zweiten Falle in bekannter Weise Metallfutter an den Gewindestellen und Metalleinlagen an den Befestigungsstellen der Teile 152 und 211 in den Kunststoff eingebettet werden können.