Kraftheber mit hydraulischem Antrieb, insbesondere für an landwirtschaftlichen
Schleppern befestigte ArbeitsgerÏte.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kraftheber mit hydraulischem Antrieb, insbesondere für an landwirtschaftlichen Schlep- pern befestigte Arbeitsgeräte, bei dem eine Pumpe dureh je eine Saug-und Drucklei- tung mit zum Steuern dienenden Mitteln und diese durch zwei Arbeitsleitungen über druck betätigte Sperrventile mit einem Arbeitszylinder verbunden sind. Dieser Kraftheber soll es, wenn er zum Antrieb von an landwirt schaftliehen Schleppern befestigten Arbeitsgeräten dient, ermöglichen, mit einfachen Handgriffen das Arbeitsgerät zu heben oder zu senken, die Pumpe auch im Leerlauf arbeiten zu lassen und ausserdem das Arbeitsgerät festzuhalten oder zu beliebiger Bewe nmg freizugeben.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelost, dass die Sperrventile über eine Steuerleitung mit zwei Steuergliedern derart verbunden sind, dass das erste Steuerglied in einer Arbeitsstellmg die Druckleitung mit einer Arbeitsleitung und der Steuerleitung verbindet, in einer zweiten Arbeitsstellung aber die Druckleitung an die zweite Arbeitsleitung und die Steuerleitung anschliesst, wobei die jeweils andere Arbeitsleitung mit der Saugleitung verbunden und das zweite'Steuer- glied, wenn es nicht von aussen beeinflusst wird, ohne Einfluss ist, und dass in der Ruhe- stellung das erste Steuerglied Druck-und Saugleitung über eine Kurzschlussleitung sowie die beiden Arbeitsleitungen miteinander verbindet,
wÏhrend das zweite Steuerglied bei in Ruhestellung befindlichem ersten Steuerglied in einer Arbeitsstellung die Steuerleitung mit der Druck-und in einer andern Ar beitsstellung mit der Saugleitung verbindet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen :
Fig. 1 ein schematisches Bild des hydraulischen Antriebes in Arbeitsstellung,
Fig. 2 die Steuerglieder in einer andern Lage der Arbeitsstellung,
Fig. 3 den hydraulischen Antrieb in Ruhe- stellung,
Fig. 4 die Steuerglieder in einer zweiten Lage der Ruhestellung.
Die zu besehreibende Anlage sei beispielsweise an einem landwirtschaftlichen Schlepper angebaut, also einem Kraftfahrzeug, das vor allem zum Ziehen von Fahrzeugen und fahrenden Arbeitsgeräten dient, aber auch vielfach unmittelbar angebaute Arbeitsgeräte trägt.
An eine Pumpe 1 ist eine Druckleitung 2 angeschlossen, ausserdem über einen Behälter 3 eine Saugleitung 4. Diese beiden Leitungen führen zu dem Gehäuse 15 eines Drehschie- bers ! 6.
Dieser Drehschieber besitzt an der Stelle, wo die Druckleitung 2 einmündet, eine Ringnut 7, von der längs einander gegenüberliegender Mantellinien zwei Nuten 8 und 9 ab zweigen. Die Nut 8 ist länger als die Nut 9.
Ferner gehen von der Ringnut 7 in einer zur Ebene der Nuten 8 und 9 senkrechten Axialebene eine Längsnut 10 (Fig. 3) und eine nach innen führende Bohrung 11 aus. Parallel zu dieser Bohrung und in derselben Radialebene, in der auch das Ende der Nut 9 liegt, enthält der Drehschieber 6 eine weitere Bohrung 12 (Fig. 3t).
Eine zweite Ringnut 13 ist an dem Drehschieber 6 so angebracht, dass sie mit der Saugleitung 4 in Verbindung ste-ht. Von dieser Ringnut gehen eine Längsnut 14 aus, die gleichachsig mit der Nut 9 ist, und in der zu der Ebene dieser Nuten senkrechten Axialebene zwei Längsnuten 15 und 16 (Fig. 3), die so lang wie die Längsnut 14 sind.
In den Drehschieber 6 ist gleichachsig ein Drehschieber 17 eingesetzt. Er enthält eine Längsbohrung 18, die in allen Stellungen der Drehschieber durch eine Querbohrung 19 und Bohrungen 20 im Drehschieber 6 mit der Ringnut 13 verbunden-ist. Diese Längsbohrung mündet in den Stirnraum 21 des Ge häuses 5, in welchem sich die von den Drehschiebern nach innen gelangende Leekflüssigkeit sammelt. Von der Längsbohrung 13 zweigt eine radiale Bohrung 22 ab, die in der Radialebene der Bohrung 12 liegt. Auf der entgegengesetzten Seite liegt in dem Drill- schieber 17 eine Längsnut 23, die sich zwischen den Radialebenen der Bohrungen 11 und 12 erstreckt.
Die'Teile 6, 1'7 bilden die beiden Steuerglieder.
Zwischen der Druck-und der Saugleitung geht von dem Gehäuse 5 eine Arbeitsleitung 24 aus, so dass sie im Bereich der Nuten 8,14 und 15 liegt. Von der gegenüberliegenden Stelle geht eine weitere Arbeitsleitung 24 aus.
Die Arbeitsleitung 24 führt über ein Ventil 26 zu einem Arbeitszylinder. Dieses Ventil besteht aus einer Ventilkammer 27, welche einen Ventilsitz 28 enthält, einem Absperrkorper 39 mit kegelförmiger Spitze 30 und einem Kolben 31 sowie aus einem diesen Kolben aufnehmenden Zylinder 32, der ausserdem eine Schliessfeder 3|3 enthält. Der obere Teil des Zylinders 32 ist durch eine Leckölleitung 34 mit dem Stirnraum 21 des Gehäuses 5 verbunden, in den untern Teil des Zylinders mündet eine Querleitung 35.
In die Arbeitsleitung 25 ist ein ebenso gebautes Ventil 36 eingefügt. Es besteht aus Ventilkammer 37 mit Ventilsitz 38, Absperrkörper 39 mit Kegelspitze 40 und Kolben 41 und aus Zylinder 42 und Druckfeder 43. Der obere Teil des Zylinders 42 ist durch eine Leekölleitung 44 mit dem gleichen Teil des Zylinders 32 verbunden, der untere Teil mit der Querleitung 35. Von dieser Querleitung führt eine Steuerleitung 45 zu dem Gehäuse 5 und mündet dort im Bereieh der Nut 9 und Bohrung 12. Die Ventile 26, 36 bilden Sperrventile.
Der Arbeitszylinder 46 enthält einen Kol- ben 47 mit einer Kolbenstange 48, an die das nicht dargestellte Arbeitsgerät angelenkt ist.
Diese Verbindung zum Arbeitsgerät kann zum Beispiel darin bestehen, dass die Kolbenstange gelenkig mit einem Kurbelarm verbunden ist, der auf einer mit Hubarmen versehenen Welle sitzt. Diese Hubarme sind unmittelbar mit dem Arbeitsgerät verbunden, das zum Beispiel ein Pflug sein kann. Die Kurbelarme und Hubarme können so angeord- net sein, dass-wie es in vorliegendem Beispiel angenommen ist-das Arbeitsgerät sich senkt, wenn der Kolben angehoben wird.
Von dem Gehäuse 5 führt eine Leitung 49, anfangend im Bereich der Nut 10, über ein Drosselventil 50 zu der Saugleitung 4. Eine mmittelbare Verbindung zwischen Druck- und Saugleitung ist durch die Leitung 51 hergestellt. In diese Leitung ist ein Überstrom- ventil 52 eingeschaltet, das aus einem zylin- derförmigen Schliesskorper 513 mit kegeliger Spitze 54 besteht, der in einem Zylinder 55 gleitet. Dieser Zylinder enthält eine Schliessfeder 56 und ist durch eine Öffnung 57 mit der Leitung 51 verbunden.
Der Drehschieber 17 ist in dem Drehschieber 6 unversehieblich gehalten und ge gen unbeabsiehtigtes Verdrehen durch nicht dargestellte federnde Rasten gesichert. Er trägt einen Handgriff 58 an seinem äussern Ende, mit welchem der Schieber 17 gegen den Sehieber 6 verstellt werden kann, der Dreh sehieber 6 einen Handgriff 59.
Befinden sich die Drehschieber in der Stellung nach Fig. 1, das heisst der Schieber 6 in der ersten Arbeitsstellung, und liefert die Pumpe Druckflüssigkeit, so fliesst diese durch die Druckleitung 2 und die Nut 8 in die Ar beitsleitung 24. Gleiehzeitig gelangt sie durch die Ringnut 7 und Nut 9 in die Steuerleitung 45, die Querleitung 35, die Ventilkammern 27 und 37 und hebt durch Druek auf die Kolben 31 und 41 die Absperrkörper 29 und 39 an.
Die Druckflüssigkeit fliesst daher durch die Ventilkammer 27 zum Arbeitszylinder 46 und hebt den Kolben 47 an. Die von diesem verdrängte Flüssigkeit strömt durch die Ar beitsleitung 23, die Ventilkammer 37, Nut 14, Ringnut 13 und Saugleitung 4 ab. Das Ar beitsgerät wird dabei gesenkt.
Legt man den Drehschieber 6 mit Hilfe des Handgriffes 59 um in die zweite Arbeitsstellung nach Fig. 2, wobei der Schieber 17 mitgedrcht wird, so bleibt die Steuerleitung 45 unter Druck, und zwar über die Ringnut 7 und die Nut 8. Dureh dieselbe Nut fliesst die Druckflüssigkeit nunmehr in die Arbeitsleitungen 25 ; da die Ventile 26 und 36 offen sind, bewegt sie den Kolben 47 nach unten, hebt das Arbeitsgerät und schiebt die ver drängte Flüssigkeit über die Arbeitsleitung 24, Nut 14 und Saugleitung 4 zum Behälter zur ck.
Bei diesen Vorgängen ist die Stellung des Drehsehiebers 17 ohne Einfluss, er wird lediglieh durch seine federnden Rasten bei der Drehbewegung des Drehschiebers 6 von diesem mitgenommen.
Steht der Drehschieber 6 in der Ruhe- stellung, wie sie in Fig. 3 und 4 dargestellt ist, so ist die Druckleitung 2 über die Nut 10, die Kurzschlussleitung 49 und das Drosselventil 50 mit der Saugleitung 4 verbunden.
Die geförderte Flüssigkeit kreist auf diesem Weg mit einem Druck in den Leitungen 2,49 und 4, der nur von der Einstellung des Drosselventils 510 abhängt. Befindet sich der Drehschieber 17 in der Lage nach Fig. 3, so verbindet er die Steuerleitung 45 über die Bohrungen 20 mit der Ringnut 13 und der Saug- leitung 4.
Die Flüssigkeit in dieser Leitung ist drucklos ; es werden daher auch die Steuer- leitung 45, die Querleitung 35 und die Zylinder 32 und 42 drucklos. Die Federn 33 und 43 drüeken deshalb die Absperrkörper 29 und 39 auf die Sitze 28 und 318, die Arbeitsleitungen 24 und 25 sind geschlossen und der Arbeitskolben 47 und mit ihm das Arbeitsgerät werden in ihrer Stellung festgehalten.
Die obern Enden der Leitungen 24, 25 sind über die Schieber 6, 17 miteinander über die Teile 15, 13, 116 verbunden. Wendet man den Drehschieber 17 in die Stellung der Fig. 4, wobei der Drehschieber 16 seine Lage beibehält, so verbindet er die Bohrungen 11 und 12 des Drehschiebers 6 mit Hilfe seiner Nut 23. Auf diesem Wege hat nun Flüssigkeit unter dem vom Drosselventil 50 bestimmten Druck von der Druckleitung 2 Zutritt zu der Steuerleitung 45. Dieser Druck reicht aus, um die Ab sperrkörper 29 und 39 anzuheben ; die Ventile 26 und 36 werden also geöffnet.
Die Arbeitsleitungen 24 und 25 sind über die Nuten 15 und 16 und die Ringnut'13 miteinander verbunden ; das Arbeitsgerät kann sich daher frei bewegen, den Kolben 47 mitnehmen und die Flüssigkeit durch die Arbeitsleitungen hin und her schieben. In der Ruhestellung des Drehsehiebers 16 hängt es also lediglich von dem Drehschieber 17 ab, ob die Ventile 26 und 36 geöffnet sind.
Dies gilt jedoch nur, solange die Pumpe Druckflüssigkeit liefert ; wird sie zum Beispiel nicht angetrieben, so schliessen sich die Ventile 26 und 36 und das Arbeitsgerät wird festgehalten.
Die Leckfliissigkeit von den Zylindern 32 und 42 kommt durch die Leckölleitung 34 in den Stirnraum 21 und geht von dort zusammen mit dem Lecköl der Drehschieber durch die Längsbohrung 18, die Querbohrung 19 und die Bohrungen 20 zu der Saugleitung 4.
Steigt aus irgendeinem Grunde der Druck in der Druckleitung 2 ausserordentlich, zum Beispiel wenn der Arbeitskolben 47 seine Endstellung erreicht hat, so öffnet sich das Überdruckventil 52. Sein Schliesskörper 53, der mit seiner nicht zur Steuerung dienenden Seite als Kolben im Zylinder 52 gleitet, wird nach rechts gedrückt, die Flüssigkeit strömt an seiner Spitze 54 vorbei zu der Saugleitung 4. Die Kegelform dieser Spitze und der zy- lindrisch an diese anschliessende Schaft verhindern dabei weitgehend das Schäumen des Öls.
In dem Zylinder 55 befindet sich Flüssigkeit, die von dem Schliesskorper 53 beim Off nungshub verdrängt wird. Sie kann nur durch die verhältnismässig enge öffnung 57 entweichen, und auch beim Schliessen des Ventils durch diese Öffnung nur langsam wieder einströmen. Die Bewegung des Schliesskörpers 53 wird dadurch so gedämpft, dass er nicht in Schwingungen gerÏt.
Die Nuten und Kanäle in den Drehschiebern und ihrem Gehäuse können aueh anders angeordnet sein, sie wurden lediglich aus Gründen der übersichtlicheren Darstellung in eine Ebene gelegt. Auch kann dieselbe Betäti- gungsart mit andern Steuergliedern, wie Flachschiebern oder Ventilen, verwirklicht werden, die dann entsprechend zu verbinden sind. Die gesamten Ventile und Steuerglieder können in einem gemeinsamen Gehäuse auf engem Raum zusammen untergebracht werden, wobei es auch möglich ist, Ventile innerhalb der Drehschieber anzuordnen. Zweekmässig ist es, die Achsen der Sperrventile a senkrecht, die Achsen der andern Ventile mit den zugehörigen Leitungen parallel zur Achse der Drehschieber zu legen.