Fahrzeug mit federnder Seitenabstützung, insbesondere Schienenfahrzeug. Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, mit federn der Seitenabstützung des Wagenkastens auf das Drehgestell und besteht in der Verwen dung von hydraulischen Schwingungsdämp fern zur Verhinderung der Rollbewegung des Fahrzeuges. Federnde Seitenabstützungen von Schienenfahrzeugen sind bekannt und haben den Zweck, Stösse, verursacht durch rasche Neigungsänderungen der Drehgestelle, von dem Wagenkasten fernzuhalten. Bei sol chen Federungen wird aber die bei der Span nung der Federn aufgespeicherte Energie bei der nachfolgenden Entspannung derselben zum grössten Teil wieder abgegeben.
An Stelle der unerwünschten plötzlichen Nei gungsänderungen entstehen deshalb unter ge wissen Bedingungen ebenso unerwünschte Schwingungen um die Längsachse des Fahr zeuges, sogenannte Rollbewegungen.
Beim Fahrzeug nach der Erfindung ist in jede federnde Seitenabstützung mindestens eine Druckfeder eingebaut, die den entspre chenden Anteil des Kastengewichtes ganz oder teilweise auf das Drehgestell abstützt; die Erfindung besteht darin, dass mit der Sei tenstütze ein Flüssigkeitsdämpfer kombi niert ist, um das Rollen des Fahrzeugkastens zu verhüten bezw. abzudämpfen. Mit dem Flüssigkeitsdämpfer kann eine Vorrichtung kombiniert sein, welche den Druck in einem oder beiden Flüssigkeitsräumen begrenzt.
Bei plötzlichen Winkelbeschleunigungen des Drehgestelles gegenüber dem Wagen kasten um eine Achse parallel zur Längs achse des Fahrzeuges wird dann nur ein Teil der auf den gasten übertragenen Beschleuni gungsenergie in. den Federn aufgespeichert.
Der grössere Teil dieser Energie wird in Form von innerer Reibung der Dämpfungsflüssig- keit vernichtet und auch wenn sich die be treffende Feder beim Aufrichten des Kastens wieder entspannt, geht die von der Feder aufgespeicherte Energie nicht an den gasten über, sondern wird in der Hauptsache wieder durch innere Reibung der Dämpfungsflüssig- keit aufgezehrt.
Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes sind auf der Zeichnung schema tisch dargestellt. Fig. 1 zeigt schematisch den untern Teil des Wagenkastens sowie das Drehgestell mit den beiden Seitenabstützungen im Schnitt, Fig. 2 eine federnde Dämpfungsvorrichtung als Beispiel im Detail, Fig. 3 ein weiteres Detail der letzteren mit einer einseitigen Druckbegrenzungsvorrichtung und Fig. 4 das Beispiel einer in beiden Richtungen wirken den Druckbegrenzungsvorrichtung.
In Fig. 1 und 2 sind 1 der Querträger des Kastengerippes, 2 der Drehgestellrahmen, 3 und 4 die als Mittelabstützung ausgebildeten Drehzapfen und Drehpfanne. 5 ist der mit dem Kasten fest verbundene, als Gehäuse der Feder 8 dienende Oberteil der Seitenabstüt zung. Der bewegliche Unterteil 6 derselben dient ebenfalls als Federführung und stützt sich auf die Pfanne 7 am Drehgestellrahmen 2 ab. In dem Oberteil 5 der Dämpfungsvor richtung ist eine mit einer Drosselöffnung 10 versehene Verschlussschraube 9 vorgesehen. Zwei Dichtungsringe 11 und 12 verhindern Olverluste entlang den innern Führungsflä chen des Oberteils 5 und Unterteils 6.
Wird nun aus irgendeinem Grund, sei es durch Massenwirkungen des Kastens auf das Drehgestell, sei es durch eine vom Geleise verursachte Neigung der Radachsen 30 gegen über dem Kasten 1 über eine der Seitenab stützungen 5, 6, 7, ein Druck vom Kasten auf das Drehgestell oder umgekehrt ausge übt, so verschiebt sich der Oberteil 5 gegen über dem Unterteil 6 nach unten. Dadurch wird die Feder 8 zusammengedrückt. Gleich zeitig wird aber auch Druckflüssigkeit aus dem Raum 13 durch die Drosselöffnung 10 in den Raum 14 verdrängt. Bei langsamer Bewegung des Kastens gegen das Drehgestell wird die Feder 8 annähernd entsprechend der ganzen, der betreffenden Beschleunigung entsprechenden Massenkraft zusammenge drückt.
Bei rascher Bewegung hingegen wird der grösste Teil der Kraft über die Flüssig keit vom Oberteil zum Unterteil übertragen. Die Dämpfungswirkung ist von verschiede nen Umständen abhängig, vor allem vom Durchmesser des von der Druckflüssigkeit gefüllten Zylinders im Verhältnis zur Grösse der Drosselöffnung 10, die somit zweck- znässigerweise regulierbar ausgebildet wird, von der Art der Drosselflüssigkeit sowie dem Flizssigkeitsniveau im Raum 14.
In Fig. 3 ist die Drosselöffnung 10 nicht in der Verschlussschraube 9, sondern in einem Ventil 15 untergebracht. Bei kleineren Re- lativgeschwindigkeiten zwischen den Teilen und 6 entsteht im Raum 13 ein geringer Druck. Die Druckflüssigkeit entweicht dann durch die Drosselöffnung 10 und die weitere Öffnung 17. Steigt aber der Druck über einen bestimmten Wert an, so wird das Ventil 15 entgegen der Kraft der Feder 16 nach oben gedrückt und lässt auch Flüssigkeit aus dem Raum 13 mit nur geringer Drosselung durch die Öffnungen 18 und 7.9 entweichen.
Bei der rückläufigen Bewegung ist dann aber die volle Drosselwirkung vorhanden. Auf diese Weise wird verhindert, dass starke Schläge praktisch starr übertragen -erden, anderseits aber auch, dass die von der Feder 16 aufge speicherte Energie nachher wieder an den Wagenkasten a begeben wird.
In besonderen Fällen ist es vorteilhaft, den in den Flüssigkeitsräumen entstehenden Druck in beiden Bewegungsrichtungen zu begrenzen. Das Beispiel einer solchen Lö sung stellt Fig. 4 dar. Auch hier ist, wie bei Fig. 3, ein Ventil 1:3 vorhanden, das hier aber als Differentialkolben ausgebildet ist. Dasselbe gibt den Weg durch die Öffnungen 18, 19 und ?0 sowohl frei, wenn der Druck von Raum 13 her auf die Fläche ?1 als auch von Raum 14 her auf die Fläche \?2 einen bestimmten Wert übersteigt.
Die durch die Seitenabstützung gemäss Erfindung bezweckte Wirkung beschränkt sich natürlich nicht auf Ausführungsbeispiele, bei denen Feder und Dämpfungsvorrichtung auf die angegebene Weise kombiniert sind. Dämpfer und Feder können als selbständige Elemente ausgebildet sein, die Feder bei spielsweise als Blattfeder oder als Torsions- stabfeder.
Bei den Ausführungsbeispielen entsteht. im Raum 13 beim Zusammendrücken des Oberteils der Seitenabstützung 5 und des Unterteils der Seitenabstützung 6 gegenein ander ein unter Umständen ziemlich grosser Überdruck über Atmosphärendruck. Dieser Druck entspricht der vom Teil 6 auf den Teil 7 ausgeübten Kraft abzüglich der von der Feder 8 aufgenommenen Kraft. Der Raum 14 darf bei dieser Konstruktion nicht vollstän dig mit Flüssigkeit gefüllt sein. Es muss mindestens noch so viel Luftraum vorhanden sein, dass die aus dem Raum 13 verdrängte Flüssigkeit bei der stärksten Zusammendrük- kung der Feder 8 im Raum 14 Platz findet.
Bei der rückläufigen Bewegung herrscht im Raum 14 vorerst ein Druck, welcher dem komprimierten Luftvolumen entspricht. Im Raum 13 entsteht gleichzeitig ein Unter druck. Die Differenz der Drücke zwischen dem Raum 14 und 13 ist aber jetzt auf jeden Fall kleiner als vorher zwischen Raum 13 und 14 und kann nicht mehr unbegrenzte Werte annehmen, was aber den Dämpfungs erfordernissen entspricht, indem - jetzt zur Überwindung des Drosselwiderstandes der Öffnung 10 nur noch die Kraft der Feder 8 zur Verfügung steht. Die rückläufige Be wegung ist also auch langsamer.
Will man auch bei der Entspannung der Feder 8 grössere Kräfte ausüben, so muss durch eine geeignete Konstruktion dafür ge sorgt werden, dass sich der bewegliche Unter teil 6 nicht von der Pfanne 7 abheben kann und ausserdem muss der Dämpfer doppeltwir kend ausgeführt werden. Die Räume 13 und 1.4 müssen dann beispielsweise beide im Unterteil 6 untergebracht sein und zusammen ein konstantes Volumen haben, wobei dann statt der Abschlussschraube 9 ein am Oberteil 5 mittels einer Stange befestigter Kolben vorgesehen ist, der eine entsprechende Dros- selöffniuig erhält.
Damit dann die Summe der Volumen von Raum 13 und 14 konstant bleibt, muss die Kolbenstange durchgehend durch beide Räume geführt und natürlich mit Stopfbüchsen abgedichtet werden. Solche doppeltwirkende Dämpfer können in beiden Richtungen die gleiche Kraft ausüben. Die dämpfende Wirkung auf den Kasten ist somit grösser, indem jeweils beide Seitenabstützun gen gleichzeitig eine verzögernde Wirkung ausüben und nicht nur die Vorrichtung, deren Feder gerade zusammengedrückt wird.