Doppelfonturige-Rundstrickmaschine. Doppelfonturige Rundstrickmaschinen zur Herstellung von Ware mit gekreuzten Ma schen, sogenannter Interlockware, sind an sieh bekannt. Bei derartigen Maschinen er folgt die Erzeugung der Ware durch mehrere um den Umfang der Maschine verteilte Systeme, von denen je zwei räumlich ge trennte Zylinder- und Rippsysteme eine Ar beitsstelle bilden und eine Maschenreihe lie fern.
Man hat nun schon versucht, die ge ringe Produktionsfähigkeit dieser Maschinen durch Steigerung der Umlaufzahl der Ma schine zu erhöhen, konnte aber damit keine befriedigenden Ergebnisse erzielen, weil die Grösse der Umlaufzahl von der zulässigen Arbeitsgeschwindigkeit der Systemteile und der Beschaffenheit des zu verarbeitenden Garnes begrenzt wird und jede Steigerung der Umlaufzahl der Maschine über diese Grenze hinaus die Eigenschaften der Ware beeinträchtigt. Mit einer Erhöhung der Maschinendrehzahl war also eine Steigerung der Warenerzeugung
auf Interlockmaschinen nicht zu erreichen.
Die vorliegende Erfindung hat nun den Zweck, eine Interlockrundstrickmaschine zu schaffen, welche bei gleichem Durchmesser und auch ohne Vergrösserung der Um drehungszahl eine stark gesteigerte. Lei stungsfähigkeit aufweist. Zu diesem Zweck wird die Maschine erfindungsgemäss so aus gebildet, dass das Verhältnis ,der Anzahl ihrer Systeme zum Maschinendurchmesser in engl. Zoll grösser ist als 75 %.
Es ist nämlich festgestellt worden, dass bei den Interlockrundstrickmaschinen be kannter Art das Verhältnis der Systemzahl zum Maschinendurehmessei in engl. Zoll durchweg niedriger als 75% gehalten ist, wie sich das aus der nachstehenden Tabelle ergibt.
EMI0002.0001
Maschinendnrch- <SEP> Systemzahl:
<tb> messer <SEP> (in <SEP> Zoll) <SEP> Systemzahl <SEP> Dnrehmesser
<tb> engl. <SEP> in <SEP> a/,
<tb> 14' <SEP> 10 <SEP> 72
<tb> 15' <SEP> 10 <SEP> 66
<tb> 16' <SEP> 10 <SEP> 63
<tb> 17' <SEP> 12 <SEP> 70
<tb> 18' <SEP> 12 <SEP> 67
<tb> 19' <SEP> 12 <SEP> 63
<tb> 20' <SEP> 12 <SEP> 60
<tb> 22' <SEP> 16 <SEP> 73
<tb> 24' <SEP> 16 <SEP> 67
<tb> 26' <SEP> 16 <SEP> 62
<tb> 28' <SEP> 16 <SEP> 57 Dieses niedrige Verhältnis zwischen der Systemzahl und dem Maschinendurchmesser bei den Interlockrundstrickmasahinen ist in erster Linie der Grund für ihre geringe Lei stungsfähigkeit, da der Lieferungsgrad der Maschine eben von der Anzahl der an ihr arbeitenden Systeme abhängt.
Die erfin dungsgemäss vorgeschlagene Erhöhung der Systemzahl über das bisher übliche Ver hältnis zum Maschinendurchmesser hinaus muss deshalb eine ganz wesentliche Steige rung der Leistungsfähigkeit der Maschine mit sich bringen, die durch eine einfache Steigerung der Drehzahl .der bekannten Aus führungen auch nicht annähernd erreicht werden- kann. So würde eine Verdoppelung der Systemzahl, .die bei einer Maschine von 14' Durchmesser und bisher 10 Systemen mit jetzt '20 .Systemen ein Verhältnis von 143% zwischen Systemzahl und Maschinen durchmesser ergibt, auch eine Verdoppelung der Maschinenleistung bei gleicher Um drehungszahl bewirken.
Die Erhöhung des Verhältnisses zwischen der Systemzahl und dem Maschinendurch messer bei den den Gegenstand der Erfin dung bildenden Maschinen kann auf verschie dene Weise erreicht werden. So könnte man die Schlosskanäle der Systeme in sich ver kürzen, um dadurch eine dichtere Zusammen legung der einzelnen Schlösser zu ermög- liehen. Dabei ergibt sich zwar eine Ver grösserung der Steilheit der Nadelführungen, jedoch kann diese leicht noch innerhalb der bei Rundstrickmaschinen üblichen und zum einwandfreien Arbeiten der Nadeln erforder lichen Grenzen gehalten werden.
Anderseits könnten die Systeme auch in Gruppen ohne oder unter Verkürzung .des für jedes .System bestimmten Teils des Schlosskanals in sich zusammengezogen werden. Eine weitere Mög lichkeit besteht in der Anordnung der <B>S</B> \chlossteile mehrerer Systeme übereinander, wobei gleichfalls noch eine Verkürzung der Schlosskanäle vorgenommen werden kann.
Als besonders zweckmässig hat es sich er wiesen, die Zylinderschlösser mit mehreren übereinander angeordneten und die Ripp- schlösser mit mehreren in radialer Rich tung hintereinander liegenden Nadelführungs- kanälen auszustattsn, welche in sich verkürzt und mit ihren Spitzen zueinander versetzt sind.
Vorteilhaft werden die Systeme in allen Fällen so angebracht, dass sie einzeln für sieh von der Maschine abnehmbar sind, um .die Zugänglichkeit zu den Schlössern und den Zylindern zu erleichtern. Ihre dichte Zusam menlegung ergibt im übrigen ausser der oben erwähnten Steigerung,der Maschinenleistung noch den technischen Vorteil, dass gegebenen falls zur Belieferung von je zwei zusammen arbeitenden, eine Maschenreihe erzeugenden Systemen ein gemeinsamer Fadenführer vor gesehen werden kann, wodurch auch der Aufbau der Maschine vereinfacht wird.
In der beiliegenden Zeichnung ist der Er findungsgegenstand in beispielsweisen Aus führungsformen dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Teilschnitt durch -eine Ma schine nach der Erfindung, Fig. 2 eine Ansicht eines zur Belieferung zweier Systeme dienenden Fadenführers, Fig. 3 eine Ansicht eines zweisystemigen Zylinderschlosses, Fig.4 eine Aufsicht auf das Zylinder schloss nach Fig. 3, Fig.5 eine Seitenansicht der Zylinder nadeln;
Fig. 6 eine Aufsicht auf ein zw eisYste- miges Rippschloss, Fig. 7 eine Seitenansicht der Rippschloss- nadeln, Fig.8 und 9 eine weitere Ausführungs form.
Bei der Interlockrundstrickmaschine nach Fig. 1 ist das Zylinderschloss 22 mit Hilfe der Schrauben 23 auf dem Schlossring 28 abnehmbar befestigt, während der Nadel zylinder 29 mit dem Antriebszahnkranz 30, der im Ring 32 gelagert ist, in fester Ver bindung steht. Der Zahnkranz 30 ist fest mit dem Zahnrad 33 verbunden, welches den Antrieb über die Nabe 34, die Welle 35 und die Zahnradübersetzung 36, 37 auf die Welle 38 überträgt.
Der Rippscheibenteller 31', auf den die Eippseheibe 31 aufgeschraubt ist, sitzt fest auf der Welle 38, so da:ss sieh di- Rippscheibe 31 gleichzeitig mit dem Ring 3'! dreht. Die das Rippschloss 8 tragende Scheibe 39 wird durch einen Finger 40, der sich an den feststehenden Träger 41 des Ma:schinen- @zestelles anlegt, an der Drehung verhindert.
Das in Fig. 3 und 4 dargestellte Zylinder schloss 22 ist zweisystemig ausgebildet und mit Nadelführungskanälen ausgestattet, deren Steilheit diejenige der bei den bekannten Interlockrundstrickmaschinen vorgesehenen Schlosslzanäle zwar übersteigt, aber, wie die Zeiehnung erkennen lässt, sich immer noch in den Grenzen hält, welche die bei Rundstrick maschinen üblichen Kanäle aufweisen.
Die hierdurch sich ergebende Verkürzung der Kanäle ermöglicht es, den Raumbedarf des einzelnen Systems so zu vermindern, dass in der erfindungsgemäss vorgeschlagenen Weise am Maschinenumfang eine weit grössere Systemzahl angebracht werden kann, als es bisher möglich war.
Die Zylinderschlossteile I1-19 sind am Schlossmantel 22 befestigt und bilden zwei Kanäle, in deren oberem die kürzeren Zy lindernadeln 10 und in deren unterem die längeren Zylindernadeln 9 (Fig. 5) mit ihren Füssen geführt werden. Die Nadeln 9 und 10 sind dabei im Nadelzylinder 29 gebettet. Ihre Kuliertiefe kann durch Verstellung der Schlossteile 11 und 16 mit Hilfe der Bolzen 20 und 21 verändert werden.
Das Rippschloss 8 nach Fig. 6 ist in ähn licher Weise wie das Zylinderschloss 22 zwei- systemig ausgebildet und ebenso wie dieses mit einstellbaren Kulierteilen ausgestattet. Seine Schlossteile bilden gleichfalls zwei Kanäle 26 und 27, und zwar dient der Kanal ?6 zur Führung der langen Rippnadeln und der Kanal 27 zur Führung der kurzen Ripp- nadeln 24.
Zur Belieferung der zusammenarbeiten den beiden Systeme kann der in Fig. 2 dar gestellte Fadenführer Verwendung finden, dessen Faden- oder Zungenblech 1 mit je einer Zuführungsöffnung für jedes der Systeme ausgestattet und mit Hilfe der Schraube 3 an einem Böckchen 2 befestigt ist. Die Böckchen 2 sind ihrerseits an den Grundplatten der einzelnen Rippschlösser 8 festgelegt. Die Aussparung 4 des Zungen- bleches 1 ermöglicht dessen Höher- oder Tieferstellung, während die Aussparung 5 den freien Raum für das Arbeiten der Nadeln und das Aufstossen der alten Ware bildet.
Der beim Arbeiten der Nadeln 9 und 10 sich ergebende Weg der Nadelzungen ist in Fig. 2 mit angedeutet, und zwar veranschau licht die gestrichelte. Linie 6 den Lauf der Zungen der kurzen Nadeln, .die strichpunk tierte Linie 7 den Lauf der Zungen der langen Nadeln 9 des Zylinderschlosses. Ent sprechende Kurven würden sich für die Be wegung der Rippschlossnadeln 24 und 25 er geben, so dass die Nadeln 10 und 24 bezw. 9 und 25 nacheinander zur Maschenbildung in Tätigkeit treten.
Die Zylinder- und Rippschlösser könnten auch so ausgebildet sein, dass ihre Nadeln nicht durch verschiedene Kanäle, sondern durch verschieden hohe Füsse gesteuert wer den.
Zu diesem Zweck könnte man zum Bei spiel die bei dem Zylinderschloss nach Fig. 3 übereinander angeordneten beiden Schlossteil- hä.lften 30 in der aus Fig. 8 und 9 ersieht- liehen Weise zu einem gemeinsamen Kanal -v,ereinigen und die Schlossteilhälfte, welche die Nadeln zum Holen des Fadens anheben, unterteilen.
Hierbei würden .die Nadeln mit den tief angesetzten Füssen 29 durch die innere, dem Zylinder am nächsten liegende Schlossteilliälfte 28 und die Nadeln mit den höher angesetzten Füssen 31 durch die äussere Schlossteilhälfte 30 gesteuert werden. Um ein Versetzen der Nadeln zu ermöglichen, wer den die Füsse 32 der mit den Füssen 29 ver sehenen Nadeln :dann nochmals besonders ge steuert. In ähnlicher Weise wird auch das Rippschloss ausgebildet.