Verfahren zur Herstellung steriler, aggressiver Lösungen, und Vorrichtung zu seiner Durchführung. Zur Bereitung von sterilen Lösungen, insbesondere Kochsalzlösungen, Sublimat- lösungen, Lösungen anderer aggressiver Chemikalien, Säuren und dergleichen, wer den Gefässe aus keramischem Material ver wendet, in denen die Lösung unter Ein wirkung entsprechend gespannten Dampfes auf die Sterilisationstemperatur erhitzt. und anschliessend abgekühlt wird. Zweckmässig werden die Gefässe aus keramischem Ma terial hierbei drucklos in einen Metall behälter eingebaut.
Der Sterilisationsprozess ist aber wegen der geringen Wärme durchlässigkeit des keramischen Materials sehr zeitraubend, und es stehen aus diesem Grunde die Anheiz- und Kühlperiode in einem sehr ungünstigen Verhältnis zur eigentlichen Sterilisierzeit, die nur 5 bis 6 Minuten bei Einhaltung einer Temperatur von 120' C zu betragen braucht.
Die Anwendung von keramischem Mate rial ist aber erforderlich, weil Kochsalz lösungen Metallgefässe stark angreifen und die Lösungen dadurch verunreinigt und für ihren Bestimmungszweck ungeeignet werden.
Es ist Gegenstand der Erfindung, die Nachteile der bekannten Einrichtungen zu beseitigen, und es wird dieser Zweck da durch erreicht, dass das für die Bereitung der Lösung bezw. für die Einstellung auf ihre richtige Konzentration benötigte Was ser in einem besonderen Gefäss sterilisiert und nach der Sterilisation, eventuell nach vorhergegangener Kühlung, in ein Gefäss aus keramischem Material übergeleitet wird, das den aufzulösenden Körper (zum Beispiel Kochsalz) oder eine aus ihm hergestellte hochkonzentrierte Lösung enthält. Der In halt des keramischen Gefässes kann zweck mässig durch den bei der Sterilisation des Wassers in dem einen Gefäss entwickelten Dampf sterilisiert werden.
Auf diese Weise wird wegen des guten Wärmedurchganges durch das die Haupt menge der Flüssigkeit enthaltende Metall gefäss die Heiz- und Kühlperiode auf einen Bruchteil der bei Anwendung von nur kera mischen Gefässen erforderlichen Zeit herab gesetzt. Es können ausserdem in entsprechen den Gefässen jeder Grösse grosse Flüssigkeits mengen auf Vorrat zubereitet werden, so dass sie in- jedem Augenblick verwendungsbereit sind, und es wird insbesondere hierbei die Möglichkeit einer Reinfektion praktisch aus geschlossen, weil -das Sterilisiergut nach der Sterilisation dem Zugriff des Bedienungs personals und dergleichen entzogen ist.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der für die Durchführung des neuen Verfahrens erforderlichen Einrich tung schematisch dargestellt.
1 ist ein Gefäss aus keramischem Mate rial, das in einen drucksicheren Kessel 2 eingebaut ist und allseitig von Dampf um spült werden kann. Das Gefäss ist zur Auf nahme einer konzentrierten Stammlösung oder des zu lösenden Salzes selbst bestimmt, die durch den Einguss 3 eingeführt werden können. 4 ist der Isoliermantel des Kessels 2, der mit einer Heizvorrichtung 5 beliebiger Art, dargestellt ist eine elektrische Wider standsheizung, zur Konstanthaltung der Temperatur der Lösung versehen sein kann.
Das Gefäss 1 ist mit einer verschliessbaren Entleerungsvorrichtung 17, der Kessel 2 mit einer Verschlussklappe 18 versehen, 19 ist der Schalter für die Heizung,5.
6 ist ein zweites Gefäss, das zweckmässig in der Nähe des eben beschriebenen Aggre gates untergebracht wird. Dieses Gefäss ist zur Aufnahme von Wasser bestimmt, das später in das Gefäss 1 übergeführt werden, kann. Dieses Wasser soll auf .Sterilisations temperatur erhitzt werden. Zu diesem Zweck ist in der dargestellten Ausführungsform ein Doppelmantel 16 vorgesehen. Es kann aber selbstverständlich auch jede beliebige andere Heizungsart, wie zum Beispiel Gas, Elektri zität oder sonstige Heizmittel, angewandt werden. 7 ist eine Leitung und 14 ein in ihr angeordnetes Ventil, durch die Dampf, der aus dem Wasser im Gefäss 6 sich bildet, in und um das Gefäss 1 und 2 geleitet wer den kann.
Der Doppelmantel 16 kann auch das Kühlwasser aufnehmen, zu dessen Ab leitung die Abflussleitung 15 dient. Die Dampfzufuhr zum Doppelmantel 16 wird durch Ventil $ und Kondenstopf 9 geregelt. Das Ventil 10 überwacht den Kühlwasser zufluss, Ventil 11 seinen Abfluss. Zur Fül lung des Gefässes 6 mit Wasser dient das Ventil 12, zu seiner Entleerung das Ventil 13, an das sich eine Leitung 19' in das Ge fäss 1 anschliesst.
Die Einrichtung arbeitet wie folgt: Durch das Ventil 12 wird Wasser in das Gefäss 6 eingelassen und durch Einleitung von Dampf in den Doppelmantel 16 erhitzt. Hierbei entwickelt sich reiner Dampf, der durch die Leitung 7 und das Ventil 14 in das Gefäss 1 und den das Gefäss umschliessen den Kessel 2 überströmt. Hierbei ist die Ent leerungsvorrichtung 17 und die Klappe 18 geöffnet, so dass der Dampf frei durch strömen und die Gefässe 1 und 2 reinigen kann. Wenn dies geschehen ist, wird die Entleerungsvorrichtung 17 und die Klappe 18 geschlossen. Der Dampf erhält dadurch höhere Spannung, und Gefäss 1 und Kessel 2 werden nunmehr mit ihrem gesamten Inhalt sterilisiert.
Nachdem die Sterilisation voll endet ist, wird das Wasser im Gefäss 6 ent weder durch Einleiten von Kühlwasser in den Doppelmantel 16 oder mit Hilfe einer besonderen Kühlvorrichtung auf Gebrauchs temperatur gekühlt und durch das Ventil 13 in das Gefäss 1 geleitet, in das durch den Einguss 3 sterile Stammlösung oder die zu lösende Substanz selbst in steriler Form ein geführt wurde. Die im Gefäss 1 hergestellte Lösung der vorgeschriebenen Konzentration wird dann durch die Heizvorrichtung 5 auf Gebrauchstemperatur gehalten und kann im Bedarfsfall nach Öffnung der Klappe 18 durch die Entleerungsvorrichtung 17 ent nommen werden. Diese Entleerungsvorrich tung ist an der tiefsten Stelle des Gefässes 1 angeordnet und liegt ebenfalls drucklos im Kessel 2.
Es ist selbstverständlich, dass an die Entnahmevorrichtung 17 auch sterilisierte Schlauchleitungen und dergleichen ange- schlossen werden können, so dass Spülungen direkt aus dem Apparat möglich werden. Dadurch. dass das Gefäss 6 verhältnismässig grosse Heiz- und Kühlflächen aus Metall auf weist, ergeben sich kurze Anheiz- und Kühl zeiten, sowie starke Dampfentwicklung zur Sterilisation des Kessels 2 mit allen seinen Innenteilen, die sich im leeren Zustande und da sie von beiden Seiten mit Dampf umspült werden, leicht und schnell erhitzen.