Verfahren zur Herstellung von hoch gelierenden Pektinprodukten aus Zuckerrüben. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hoch gelie- renden Pektinprodukten aus Zuckerrüben.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass Schnitzel von Zuckerrüben durch eine höchstens einstündige Auslaugung, sowie nachfolgende Abpressung vom Zuckergehalt befreit und dann mit kochendem Wasser ausgelaugt werden, darauf die so erzielte Pektinlauge mit einem Entfärbungsmittel behandelt und filtriert wird, und das Filtrat durch Eindampfen unter vermindertem Druck auf einen Gehalt von 3,5 bis 4 Pektin gebracht wird.
Zuckerrüben enthalten in frischem Zu stande bis zu etwa 52 % Pektine, bezogen auf die Trockensubstanz der Zuckerrüben. Im Schrifttum ist die Ansicht vertreten wor den, es liessen sich aus Zuckerrüben keine gelierfähigen Pektine gewinnen. Diese An sicht gründete sich darauf, dass man vergeb lich versucht hat, aus Trockenschnitzeln der Rübenzuckerfabriken gelierfähige Pektine auszuziehen. Die Pektine der Zuckerrüben weisen einen sehr hohen Methoxylgehalt auf, und sind als sehr empfindlich bekannt.
Die Methoxylgruppen, welche die Gelierfähig- keit der Pektine bedingen, halten der bei der Herstellung von Trockenschnitzeln üblichen hohen und anhaltenden Erhitzung, bei wel cher auch noch Säurewirkungen mitspielen, nicht Stand und werden bis zur Unwirksam keit zerstört. Nach dem Verfahren gemäss der Erfindung gelingt es, die Pektine der Zuckerrübe in hoch gelierfähiger Form zu gewinnen.
Als Ausgangsmaterial werden vorteil haft Schnitzel von gesunden, frischen Zucker rüben verwendet. Ihr Zuckergehalt wird durch eine nicht mehr als einstündige Aus- laugung mit zweckmässig gereinigtem, kal ten oder nicht mehr als<B>70'</B> C warmen Was ser, zum Beispiel Aqua destillata, in Lösung gebracht. Die so vorbehandelten, zum Bei spiel von jedem Zusatz von Chemikalien freien Schnitzel werden abgepresst behufs Abtrennung .des Zuckersaftes, der in be kannter Weise auf Rübenzucker weiterver arbeitet werden kann. Die so anfallenden Schnitzel werden nun auf Pektin weiter verarbeitet.
Ein vor der Weiterverarbeitung vorhandener zu hoher Säuregehalt der Schnitzel wird zweckmässig mit Hilfe von Kalk oder Natronlauge abgestumpft.
Die abgepressten und zum Beispiel ent säuerten Schnitzel werden dann mit Wasser ausgelaugt, zum Beispiel indem die Schnitzel wiederholt mit kochendem Wasser behandelt oder durch Erhitzen mit Wasser im ver schlossenen Druckkessel (Autoklaven) aus gelaugt werden. Die so erhaltenen Pektin laugen werden mit einem Entfärbungsmittel, zum Beispiel Aktivkohle, behandelt, filtriert und die Filtrate durch Eindampfen unter vermindertem Druck auf einen Gehalt von 3,5 bis 4% Pektin gebracht.
Zweckmässig werden die bei der Rüben zuckergewinnung anfallenden abgepressten und zum Beispiel entsäuerten Schnitzel täg lich sofort auf Pektinprodukte weiterver arbeitet. Es können jedoch auch die Pektin auszüge durch Behandlung zum Beispiel mit schwefliger Säure frischgehalten und ein gelagert werden. Die schweflige Säure ver flüchtigt sich bei der nachfolgenden Ein- dampfung auf die Pektinlauge von 3,5 bis 4 % Pektingehalt bezw. bei der Verarbeitung auf Trockenpektin.
Wurde zur Frischhal tung des angesammelten Pektinauszuges schweflige Säure benutzt, so ist es vorteil haft, Frischhaltungsmittel, wie zum Beispiel Natriumbenzoat, erst dann zuzusetzen, wenn die schweflige Säure verflüchtigt ist.
Lässt sich aus Betriebsrücksichten eine tägliche sofortige Weiterverarbeitung der frischen, abgepressten und entsäuerten Schnitzel auf Pektin nicht durchführen, so kann man diese Schnitzel auch in Wasser aufbewahren, das mit Frischhaltungszusätzen versehen ist oder man kann sie in Mieten aufbewahren und später weiterverarbeiten.
Während des Lagerns tritt zwar ein maximal 6%iger Abbau der Methogyylgruppen der Pektinstoffe ein, :der aber bei dem hohen Pektingehalt frischer Zuckerrüben wirt schaftlich von untergeordneter Bedeutung ist, im Gegensatz zum Beispiel zu den Ver hältnissen bei Apfelrestern, die nur etwa 4 bis 5 % wirksame Pektinstoffe besitzen.
Die vom Zucker befreiten Rübenschnitzel besitzen einen zwischen 88 und 91 % schwan kenden Wassergehalt, welcher für die Gäh- rung und das Fauligwerden günstige Bedin gungen schafft. Soll ein Gähren und Fauligwerden der vom Zuckersaft abge trennten Rübenschnitzel vermieden werden, so ist es zweckmässig, sie zunächst einer starken Pressung auszusetzen, so dass sie einen erheblichen Teil ihres Wassergehaltes verlieren.
Zweckmässig wird das Wasser kon tinuierlich ausgepresst, indem man die Schnitzel durch eine Spindelstrangpressa auf einen vor dieser Presse gestellten, <B>in</B> schräger Ebene rotierenden Siebteller hin durchpresst. Benutzbar sind die in der Kasein-Kunsthorn- bezw. der Kautschuk schlauch-Herstellung üblichen Spindelstran;- pressen nur mit dem Unterschied, dass man ihre Mäntel und Kopfstücke nicht von Dampf, sondern von Kühlwasser durchströ men lässt. Der Siebteller lässt das ausgepresste Wasser ablaufen.
Vom Siebteller überführ man die ausgepressten Schnitzel zum Bei spiel in eine um eine Horizontalwelle sich drehende schwach kegelförmige Trommel, in welcher die Schnitzel mit einem Gemisch gleicher Teile von Natriumsulfit und kalzi- nierter Soda eingepudert werden. Auf je <B>100</B> kg Schnitzel genügen - je nach deren Feuchtigkeitsgehalt - etwa 1 bis 4 kg des Sulfit-Sodagemisches.
Führt man den Schnitzeln in der lang gestreckten kegelförmigen Trommel, während sie allmählich weiterwandern, einen Strom trockener Luft entgegen, jedoch keinesfalls heisser als 70 C, so sind sie viele Monate hindurch haltbar.
Soll dann die Weiterverarbeitung der Schnitzel auf Pektin erfolgen, so lässt sich das Sulfit-Sodagemisch durch. Auswaschen ohne sonderliche Mühe entfernen. Das beschriebene Pektingewinnungsver- fahren lässt sich in einfacher Weise an die bisher übliche Rübenzuekergewinnung an schliessen. Es ermöglicht in reichlicher Menge Pektine von günstigen Eigenschaften zu er halten, wie sie bisher nur aus ausländischen Rohstoffen erzielt werden konnten.
Process for the production of highly gelling pectin products from sugar beet. The present invention relates to a method for producing high-gelation pectin products from sugar beet.
The process is characterized in that sugar beet pulp is freed from sugar content by leaching for a maximum of one hour, followed by pressing and then leached with boiling water, then the pectin liquor obtained in this way is treated with a decolorizing agent and filtered, and the filtrate is evaporated under reduced Pressure is brought to a level of 3.5 to 4 pectin.
When fresh, sugar beet contains up to 52% pectins, based on the dry substance of the sugar beet. In the literature, the opinion has been expressed that no pectins capable of gelation can be obtained from sugar beet. This view was based on the unsuccessful attempt to extract gellable pectins from dry pulp from beet sugar factories. The pectins in sugar beet have a very high methoxyl content and are known to be very sensitive.
The methoxyl groups, which determine the gelling ability of the pectins, do not withstand the high and sustained heating that is customary in the production of dry pulp, which also has acidic effects, and are destroyed until they become ineffective. According to the method according to the invention, it is possible to obtain the pectins of the sugar beet in a form that can be easily gelled.
Schnitzel from healthy, fresh sugar beets are advantageously used as the starting material. Their sugar content is brought into solution by leaching out for no more than one hour with appropriately cleaned, cold or not more than <B> 70 '</B> C warm water, for example aqua destillata. The schnitzel pretreated in this way, for example free of any addition of chemicals, is pressed out in order to separate the sugar juice, which can be further processed into beet sugar in a known manner. The resulting schnitzels are then processed further on pectin.
An excessively high acid content of the schnitzel before further processing is expediently blunted with the help of lime or sodium hydroxide solution.
The pressed and, for example, deacidified schnitzels are then leached with water, for example by repeatedly treating the chips with boiling water or leaching them out by heating them with water in a closed pressure vessel (autoclave). The pectin liquors obtained in this way are treated with a decolorizing agent, for example activated charcoal, and filtered, and the filtrates are brought to a pectin content of 3.5 to 4% by evaporation under reduced pressure.
The pressed and, for example, deacidified schnitzel from beet sugar production are expediently processed immediately into pectin products every day. However, the pectin extracts can also be kept fresh and stored by treating them with, for example, sulphurous acid. The sulphurous acid volatilizes during the subsequent evaporation to the pectin liquor with a pectin content of 3.5 to 4% respectively. when processing on dry pectin.
If sulphurous acid was used to keep the collected pectin extract fresh, it is advantageous not to add freshness-keeping agents, such as sodium benzoate, until the sulphurous acid has evaporated.
If, for operational reasons, it is not possible to process the fresh, pressed and deacidified schnitzel on pectin immediately, these schnitzel can also be stored in water with freshness additives, or they can be stored in racks and processed later.
During storage, a maximum of 6% degradation of the methogyyl groups of the pectin substances occurs, but this is of minor economic importance with the high pectin content of fresh sugar beet, in contrast to the proportions of apple residues, for example, which are only around 4 to 5 % effective pectin compounds.
The sugar-free beet pulp has a water content that fluctuates between 88 and 91%, which creates favorable conditions for fermentation and putrefaction. If fermentation and putrefaction of the beet pulp separated from the sugar juice are to be avoided, it is advisable to first expose them to strong pressure so that they lose a considerable part of their water content.
The water is expediently squeezed continuously by pressing the cossettes through a spindle extruder onto a sieve plate rotating in an inclined plane in front of this press. Can be used in the casein artificial horn respectively. Spindles, which are common in rubber hose manufacture; - only press with the difference that their jackets and head pieces are not let flow through steam, but cooling water. The sieve plate lets the squeezed out water run off.
The pressed pulp is transferred from the sieve plate, for example, to a slightly conical drum rotating around a horizontal shaft, in which the pulp is powdered with a mixture of equal parts of sodium sulfite and calcined soda. For every <B> 100 </B> kg of schnitzel - depending on their moisture content - around 1 to 4 kg of the sulphite-soda mixture are sufficient.
If the cossettes are fed into the elongated, conical drum, while they are gradually moving on, towards a stream of dry air, but by no means hotter than 70 C, they can be kept for many months.
If the schnitzel is then to be processed further on pectin, the sulphite-soda mixture can be passed through. Wash out remove easily. The pectin production process described can be easily connected to the previously customary beet sugar production. It enables pectins with favorable properties to be obtained in plentiful quantities, which up to now could only be obtained from foreign raw materials.