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CH166354A - Verfahren zur Darstellung eines herzwirksamen Glucosides. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines herzwirksamen Glucosides.

Info

Publication number
CH166354A
CH166354A CH166354DA CH166354A CH 166354 A CH166354 A CH 166354A CH 166354D A CH166354D A CH 166354DA CH 166354 A CH166354 A CH 166354A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
proscillaridin
split
rope
scillaridin
alcohol
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Sandoz Chemische Fabri Vormals
Original Assignee
Chem Fab Vormals Sandoz
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Chem Fab Vormals Sandoz filed Critical Chem Fab Vormals Sandoz
Publication of CH166354A publication Critical patent/CH166354A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J19/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen, substituted in position 17 by a lactone ring
    • C07J19/005Glycosides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Saccharide Compounds (AREA)
  • Medicines Containing Plant Substances (AREA)

Description


  Verfahren zur     Darstellung        eines        lieinzwirksamen        Glncosides.       W. A.     Jacobs    und A.     Hoffmann    haben  gezeigt     (Journ.        Biol.        Chernistry    69, 153-163,  1926, und     Chem.    Zentralblatt 1927, I, Seite  294), dass es gelingt, mit Hilfe eines Fer  mentes     K-Strophantin    in     Cyrnarin    und Glucose  zu spalten. Das Ferment     (Strophantobiase)     spaltet nur die Glucose des     Strophantins    ab  und ist streng spezifisch.

   Es war daher nicht  vorauszusehen, dass auch in andern Drogen,  die herzwirksame     Glucoside    enthalten, Fer  mente vorkommen könnten, die einen Teil  des Zuckers aus     Glucosiden    abzuspalten im  stande wären.  



  Es wurde nun gefunden, dass in den     Digi-          talisarten    (wie zum Beispiel Digitalis     pur-          purea,    Digitalis     lanata        rrsw.)    und in der  Meerzwiebel     (Scilla        maritima)    Enzyme vor  kommen, die     Herzglucoside    dieser Drogen  partiell zu     hydrolysieren    und unter geeigneten  Bedingungen einen Teil des Zuckers der       Glucosidmoleküle    abzuspalten vermögen.  



  Die vorliegende Erfindung     betrifft    die par  tielle Zuckerabspaltung aus     Glucosidmolekülen     mit Hilfe in der Droge vorhandener Fermente.    Sie ermöglicht es, zuckerreichere     Herzglucoside     in     glucosefreie        Glucoside    überzuführen, sei es,  dass man den Vorgang sich während der  Extraktion oder auch schon vor dieser unter  geeigneten Bedingungen abspielen     lässt,    sei  es, dass man von bereits isolierten reinen       Glucosiden    in Mischung oder reinen Einzel  individuen ausgeht.

      Will man die     .Abspaltung    der Glucose  vor der Extraktion des     Glucosides    aus der  Droge durchführen, so ist es angezeigt, die  Meerzwiebel mit Wasser und einem Extrak  tionsmittel einige Zeit stehen zu lassen. Da  bei spalten die in der Droge enthaltenen  Enzyme die     (älucose    des     Seillarens    A ab,  so dass bei der Extraktion das     Proseillaridin     A erhalten wird.  



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Darstellung von     Pros-          cillaridin    A, welches dadurch gekennzeichnet  ist, dass man     Scillaren    A der Einwirkung  eines zuckerabspaltenden Enzyms aus der  Meerzwiebel unterwirft.      Zur Ausführung dieses Verfahrens kann  als Ausgangsprodukt reines oder noch Ballast  stoffe enthaltendes Seillaren A oder Meer  zwiebel, welche das Seillaren A enthält, ver  wendet werden.  



  <I>.</I>     Beispiel   <I>1:</I>  10 kg frische Meerzwiebel werden in grobe  Stücke zerschnitten und 5 Tage unter Essig  ester aufbewahrt, wobei durch die Einwirkung  des Essigesters die lebenden Zellern der  frischen Droge abgetötet werden, ohne dass  dabei ein     Fäulnisprozess    eintritt.

   Dagegen  entfaltet bei dieser Behandlung das für Seillaren  A spezifische Enzym, die     Scillarenase,    ihre       Wirkung,    indem es das in der Meerzwiebel  enthaltene Seillaren A, welches aus seinem       Aglykon        Scillaridirr    A,     Rhamnose    und Glucose  aufgebaut ist, durch partielle Hydrolyse in  das um die Glucose ärmere     Glucosid,    das       Proscillaridin    A, überführt. Dann wird der  Essigester abgegossen und die Zwiebelstücke  mit 10 kg     Ammonsulfat    zusammen zu einem  feinen Brei zerkleinert, ausgepresst und der  Rückstand     rnit    Essigester erschöpfend extra  hiert.

   Hierbei kann der oben abgegossene  Essigester     mitverwendet    werden. Der     Essig-          esterextrakt    wird im Vakuum völlig einge  dampft, der Rückstand mit Äther mehrmals  gewaschen     resp.    ausgekocht, der hierbei zu  rückbleibende ungelöste Anteil in ein Liter  eines Gemisches von     Methanol-Wasser    1: 1  gelöst, mit einem unlöslichen     Gerbstoffällungs-          mittel    behandelt, filtriert und die Lösung im  Vakuum vom Methanol befreit.

   Hierbei  scheidet sich das     Proscillaridin    A in roher  Form aus, wird filtriert, aus     Methyalkohol     durch Wasserzusatz ausgefällt und dann aus  Methylalkohol umkristallisiert.  



  Das bis jetzt unbekannte     Proscillaridin    A  ist aus einem Molekül     Scillaridin    A und einem  Molekül     Rhamnose    aufgebaut und wird durch  die Hydrolyse mit Säure leicht in diese bei  den Spaltstücke gespalten, die beide kristalli  siert erhalten werden.  



       Proscillaridin    A kristallisiert aus Methyl  alkohol in dicken Platten, die Kristallösungs  mittel enthalten und beim Stehen an der    Luft oder im     Exsikkator    verwittern. Es löst  sich in zirka 25 Teilen Methylalkohol, zirka  50 Teilen Alkohol und 600 Teilen Chloro  form, ist äusserst schwer löslich in Wasser  und Äther. Es besitzt in 80 0%     igem    Alkohol  ein     spez.        opt.    Drehungsvermögen von       [a]    D - - 860     (     20) (c - 2,4),  bezogen auf getrocknete Substanz.  



  Wie Seillaren A und     Scillaridin    A gibt  auch das     Proscillaridin    A mit Essigsäure  anhydrid und H280 die     Liebermann'sche          Cholestolreaktion.     



  <I>Beispiel 2:</I>  3     gr    Seillaren A werden fein verrieben,  mit 70     gr    des wie folgend beschrieben her  gestellten Enzympräparates, 200     em0    Wasser,  2,5     cin3    wässeriger Essigsäure 1:10 und  5 cm'     Toluol,    innig vermischt und unter       öfterem    Umrühren 20 Stunden bei 360 C  stehen gelassen. Dann wird filtriert, mit  Wasser bis zur neutralen Reaktion nachge  waschen und der Rückstand mit Alkohol  erschöpfend extrahiert, wobei das abgebaute       Glucosid    gelöst wird.

   Die alkoholische Lösung  wird im Vakuum völlig eingedampft, der  Rückstand mit zirka     11/2    Liter Chloroform  aufgenommen, wobei das     Proscillaridin    A in  Lösung geht. Die filtrierte Lösung wird im  Vakuum eingedampft und der Rückstand aus  Methanol zuerst durch Wasserzusatz ausge  fällt, filtriert und dann aus Methylalkohol  umkristallisiert. Das Präparat zeigt alle in  Beispiel 1 angegebenen Eigenschaften des       Proscillaridins    A.  



  Das im vorliegenden Beispiel verwendete  Enzympräparat wurde auf folgende Weise  dargestellt  2 kg frische Meerzwiebeln werden zerklei  nert und mit 8 Litern Wasser, das mit     Thymol     gesättigt wird, 14 Tage lang stehen gelassen,  wobei     Autolyse    eintritt. Dann wird durch  ein Tuch koliert und ausgepresst. Das     golat     wird durch ein     Talkfilter    filtriert, wobei die  sich auf der     Talkoberfläche    festsetzende, ver  stopfende Schicht von Zeit zu Zeit abgekratzt  wird. Das abgekratzte Material enthält das      wirksame Enzym stark angereichert. Es wird  gesammelt, zuerst mit Wasser, dann mit  Alkohol gewaschen und rasch getrocknet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von Proscillari- din A, dadurch gekennzeichnet, dass man Seillaren A der Einwirkung eines zuckerab spaltenden Enzyms aus der Meerzwiebel unter wirft. Das Proscillaridin A ist aus einem Molekül Scillaridin A und einem Molekül Rhamnose aufgebaut und wird durch die Hydrolyse mit Säure leicht in diese beiden Spaltstücke ge spalten, die beide kristallisiert erhalten werden. Das Proscillaridin A kristallisiert aus Methylalkohol in dicken Platten, die Kristall ösungsmittel enthalten und beim Stehen an der Luft oder im Exsikkator verwittern.
    Es löst sich in zirka 25 Teilen Methylalkohol, zirka<B>50</B> Teilen Alkohol und 600 Teilen Chloroform, ist äusserst schwer löslich in Wasser und Äther. Es besitzt in 80 % igem Alkohol ein spez. opt. Drehungsvermögen von [a] D = -<B>861</B> (-f- 20) (c = 2,4), bezogen auf getrocknete Substanz.
    Wie Seillaren A und Scillaridin A gibt auch das Proscillaridin A mit Essigsäure anhydrid und H2S04 die Liebermann'sche Cholestolreaktion. Das Proscillaridin A soll in der Therapie Verwendung finden. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Meerzwiebel mit Wasser und einem Extraktionsmittel stehen lässt bis die Glucoseabspaltung aus dem Seillaren A erfolgt ist. 2.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Meerzwiebel mit einem den Zelltod herbeiführenden und gleichzeitig die Fäulnis verhindernden Me dium zusammenbringt und, nachdem die Glucoseabspaltung aus dem Seillaren A erfolgt ist, das Scillaridin A aus dem Re aktionsgemisch extrahiert. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man reines Seillaren A als Ausgangsprodukt verwendet und dieses der Einwirkung eines aus der Meerzwiebel gewonnenen Enzympräparates unterwirft.
CH166354D 1932-07-22 1932-07-22 Verfahren zur Darstellung eines herzwirksamen Glucosides. CH166354A (de)

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CH166354D CH166354A (de) 1932-07-22 1932-07-22 Verfahren zur Darstellung eines herzwirksamen Glucosides.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3361630A (en) * 1963-11-02 1968-01-02 Knoll Ag Cardiac glycoside

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3361630A (en) * 1963-11-02 1968-01-02 Knoll Ag Cardiac glycoside

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