Verfahren und Vorrichtung zum Übertragen von Druckkräften. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren und eine Vorrichtung zum Übertragen von Druckkräften, zum Beispiel auf eine Messvorrichtung zur Bestimmung .der Grösse der Kraft oder auf bewegliche Maschinen teile behufs Einstellung derselben.
Das Verfahren gemäss vorliegender Er findung besteht darin, dass man die zu über tragende Druckkraft auf einen in eine Kam mer eingeschlossenen elastischen, nicht me tallischen und nicht flüssigen Werkstoff der art einwirken lässt, dass dieser aus der Kam mer teilweise verdrängt und dadurch die Kraft übertragen wird. Die Vorrichtung, mittelst welcher das Verfahren ausgeführt werden kann, besitzt eine .den elastischen, nicht metallischen und nicht flüssigen Werk stoff enthaltende Kammer, die teilweise von einem einstellbaren Wandungsteil begrenzt und mit einer Öffnung zur Übermittlung der Bewegung des verdrängten Werkstoffes ver sehen ist.
Um sehr hohe Druckkräfte zu übertragen, hat man bisher vorzugsweise hydraulische Einrichtungen benutzt. Der hierbei verwen dete spezifische Druck ist durch den Um stand stark begrenzt, dass die Packungen von den Kolben usw. bei hohen Drücken auf die Dauer nicht standhalten, weshalb zum Bei spiel hydraulische Pressen selten einen höhe ren Betriebsdruck als 300 Atm. aufweisen.
Bei Verwendung eines elastischen Werkstof fes als Übertragungsmittel gemäss vorliegen der Erfindung kommen dagegen Packungen zur Dichtung von Kolben usw., wie sie bei Verwendung von Flüssigkeiten unentbehrlich sind, nicht in Frage, selbst wenn spezifische Drücke bis 5000 Atm. oder mehr benutzt werden. Dabei hat der Werkstoff infolge seiner Elastizität das Bestreben, nach Auf hören des Druckes stets wieder die ursprüng liche Form anzunehmen.
Auf der Zeichnung sind mehrere Aus führungsbeispiele der zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung geeigneten Vorrichtung schematisch dargestellt.
In Fig. 1 besteht die Einrichtung aus einem Grundkörper 1 und einem einstell- baren Druckkörper 2, welche die mit dem elastischen Werkstoff 3, vorzugsweise Kaut schuk, im folgenden mit Gummi bezeichnet, ausgefüllte Druckkammer bilden. Der Druck körper 2 ist durch Bolzen 4 am Grundkörper geführt. An einer Stelle, zum Beispiel bei 5, ist eine Öffnung angebracht. Wenn daher auf die Platte 2 in Richtung des Pfeils ein Druck P ausgeübt wird, so wird der in der Druckkammer eingeschlossene elastische Werkstoff 3 durch diese Öffnung 5 nach aussen gepresst.
Die dadurch entstehende An pressung 6 des Werkstoffes 3, die nur wenige Millimeter zu betragen braucht, kann auf ein zum Beispiel aus einem Fühlhebel einer Mess- uhr 8 oder eines ähnlichen Feinmesswerkzeu- ges bestehendes, bewegliches Glied 7 einwir ken, wodurch die Grösse der Auspressung 6 bezw. die Druckkraft P angezeigt wird.
Um Leerräume in der Druckkammer aus zuschalten, kann der in der Druckkammer eingeschlossene elastische Werkstoff 3 unter einen gewissen Vordruck gesetzt werden. Dies kann zum Beispiel durch eine auf den elastischen Werkstoff 3 einwirkende Druck schraube 9 geschehen, durch deren Einstel lung die gewünschte Verspannung .des elasti schen Werkstoffes 3 erreicht wird und gleichzeitig nach Bedarf geregelt werden kann. Dadurch kann auch die Trägheit .des elastischen Werkstoffes erforderlichenfalls beeinflusst werden.
Wenn der Druck P aufhört, geht der elastische Werkstoff 3 und damit auch der Druckkolben 2 wieder in seine ursprüngliche Form zurück, und es verschwindet die Aus pressung 6 oder die sonstige Deformation des Werkstoffes wieder, so dass die Messvorrich- tunb 8 wieder die Nullage einnimmt, auch wenn die Formänderungen oft wiederholt worden sind. Die Trägheit des Gummis beim Zurückgehen in die ursprüngliche Form kann dadurch ausgeschaltet werden, dass man die Auspressung 6 des elastischen Werkstof fes 3 durch eine entgegenwirkende Kraft zu rückdrückt.
Zu diesem Zwecke kann zum Beispiel an der Messuhr 8 ein Druckknopf 10 angebracht sein, mittelst dessen das Glied 7 gegen die Auspressung 6 bewegt werden kann, um letztere zurückzudrücken. Das kann natürlich auch durch irgend welche an dere Mittel geschehen.
Bei den in Frage kommenden grossen Druckkräften spielt die erwähnte Trägheit des Gummis beim Zurück gehen in seine ursprüngliche Form keine wesentliche Rolle, da die Auspressung 6 bei zunehmendem, das heisst erneutem Druck sich wieder richtig einstellt, ganz gleich, ob der Werkstoff die ursprüngliche Gestalt voll ständig erreicht hat oder nicht.
Fig. 2 zeigt eine etwas abgeänderte Aus führung der Vorrichtung, bei der an der Stelle, an welcher der in der Druckkammer eingeschlossene elastische Werkstoff 3 aus gepresst wird, an Stelle einer gewöhnlichen runden Öffnung, wie in Fig. 1, eine Düse 12 eingesetzt ist, in welche sich der elastische Werkstoff 3 unter der Wirkung der Kraft P einpresst. Die sonstige Einrichtung ist die gleiche, wie in Fig. 1.
Unterschiedlich ist nur noch, dass die Auspressung des elasti schen Werkstoffes in Fig. 2 seitlich anstatt oben erfolgt und ferner noch ein Halterohr 13 für die Messuhr 8 vorgesehen ist.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 wird der der Aussparung unterworfene Teil des elastischen Werkstoffes durch einen Stöpsel 14 gebildet, der bei Ausübung der Kraft P zum Teil in die Öffnung bezw. Düse 12 ausgepresst wird. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass der,Stöpsel 14 an Stelle der ganzen Gummimasse erforderlichenfalls aus gewechselt und erneuert werden kann, wäh rend der in der Druckkammer eingeschlos sene Werkstoff 3 beibehalten bleibt und der letztere selbst ferner auch nicht mehr mit den zur Messung dienenden Auspressungen 6 versehen wird.
Der Halter 13 ist hierbei bis zur Druckkammer verlängert und nimmt den Stöpsel 14 und die Düse 12 auf. Der Werk stoff 3 und der Stöpsel 14 können aus glei chen oder verschiedenen elastischen Stoffen bestehen.
Fig. 4 zeigt eine ähnliche Ausführung wie Fig. 3 mit der Abweichung, dass hier mehrere, zum Beispiel zwei Düsen 12, 12' hintereinander angeordnet sind, um den Druck auf beide Düsenöffnungen zu vertei len. Der in der Druckkammer eingeschlos sene elastische Werkstoff 3 wirkt durch die Düse 121 auf den elastischen Stöpsel 14 und dieser durch die Düse 12. Diese Anordnung ist besonders bei hohen Drücken zu empfeh len, um die Auspressung in den einzelnen Düsen zu begrenzen und,den Druck auf zwei Druckkammern zu verteilen.
Es können gegebenenfalls auch mehrere Druckstufen, das heisst mehrere Düsen und Druckkammern Anwendung finden, wobei die vorgeschalteten Druckkammern einen Teil der Druckkraft aufnehmen und nach Art von vorgeschalteten Puffern wirken, während auf die Messuhr 8 nur noch ein ge ringerer Teil der Kraft wirkt. Solche den Hauptdruck aufnehmenden Puffer können in beliebiger Anordnung Anwendung finden, um nur einen Bruchteil des Druckes bezw. der Kraft auf die Messvorrichtung wirken zu lassen.
Fig. 5 zeigt eine Ausführung der Vor richtung in Verbindung mit einem Blech prüfapparat. Hierbei bildet der -obere Teil 15, der in den Unterteil 16 .des letzteren ver schiebbar eingesetzt ist, gleichzeitig die Ma trize für den Blechprüfapparat, während 17 der sogenannte Faltenhalter und 18 der Stössel bezw. die Patrize ist, die unter Druck auf das Blech 19 einwirkt.
Inder geteilten Druckkammer, .die durch die beiden auf Bol zen 20 geführten Backen 15, 16 gebildet wird, liegt der in diesem Falle ringförmige elastische Werkstoff 21, der unter der Wir kung der Kraft P wieder bei 6 durch eine Offnung 5 zum Teil nach aussen gepresst wird, um durch die Grösse,der Auspressung 6 die Kraft an der Messuhr 8 anzuzeigen.
Der benutzte Blechprüfapparat kann in bekannter Weise zum Beulen, Tiefziehen, oder zum sonstigen Prüfen des Bleches die nen. In gleicher Weise kann die beschriebene Vorrichtung auch mit Stanz- oder sonstigen Blechbearbeitungsapparaten verbunden wer- den. Ferner kann sie auch in Verbindung mit Apparaten zum Prüfen und Bearbeiten von andern Stoffen, wie zum Beispiel Ge zvebe, Papier usw. Anwendung finden.
Fig. 6 zeigt eine ähnliche Anordnung wie Fig. 5, nur dass hier eine besondere Matrize 22 für den Prüfapparat 17, 18, 22 Anwen dung findet, und ähnlich wie in Fig. 3 und 4 wieder ein auswechselbarer Stöpsel 23 aus elastischem Werkstoff eingesetzt ist, der unter,der Wirkung .der Kraft P zum Teil in eine in den Halter'<B>13</B> eingesetzte Düse 12 eingepresst wird. Auch hier können, ähnlich wie in Fig. 4, zwei oder mehr Düsen ein gesetzt werden, um mehrere Druckstufen und Druckkammern zu bilden.
Während bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen die Auspressung 6 un mittelbar auf die Messuhr 8 oder dergleichen einwirkt, kann zwischen beiden auch ein starres, elastisches oder bewegliches Zwi schenglied eingeschaltet sein. Ferner kann auch dieses Zwisehenglied dazu ausgenutzt werden, nur einen Teil der ausgeübten Kraft auf die Messuhr zu übertragen und an Stelle von Auspressungen nach Art der Buckel 6 andere Formänderungen des elastischen Werkstoffes zu messen, die unter .der Wir kung der ausgeübten Kraft eintreten.
Eine derartige Ausführungsform zeigt. zum Beispiel Fig. 7 der Zeichnung. Hier sind 24, 25 die beiden Platten der den hoch elastischen Werkstoff 26 aufnehmenden Druckkammer, die von letzterem ganz oder zum Teil ausgefüllt wird. In einem Halte rohr 27 ist ein Stössel 28 verschiebbar, der unter Druck steht und gegen bezw. in den elastischen Werkstoff 26 gedrückt wird.
In der gezeichneten Ausführungsform wird die ser Druck durch eine Feder 29 ausgeübt, .die auf einen Flansch 30 .des Stössels 28 wirkt und gegen eine in das Halterohr 27 ein geschraubte Mutter 31 abgestützt ist, durch deren Verstellung gleichzeitig die Spannung der Feder 29 und damit der auf den Stössel 28 ausgeübte Druck geregelt werden kann.
Zur Einstellung des Druckes kann aussen an dem Halterohr 27 bei 31 eine Skala vor- gesehen und die Mutter 30 mit einem Zeiger bezw. mit einer als Zeiger wirkenden Über wurfmuffe 32 versehen sein. 8 ist wieder die Messuhr, die mit ihrem Stellglied 7 gegen den Stössel 28 bezw. dessen Flansch 30 an liegt.
Der Stössel 28 wird unter der Spannung der Feder 29 in den hochelastischen Werk stoff 26 eingedrückt, wie das zum Beispiel punktiert angegeben ist. Bei Ausübung der Kraft P tritt eine Formänderung des elasti schen Werkstoffes 26 ein, die den Stössel 28 entgegen der Feder 29 nach aussen drückt, wobei die Grösse der Stösselbewegung durch die Messuhr 8 angezeigt wird.
An der Stelle, wo :der Stössel 28 in den Druckraum eintritt, kann der letztere ge gebenenfalls mit entsprechenden Ausbuch tungen 33, 34 versehen sein, damit die Form änderungen des Gummis oder dergleichen hier besser auf .den Stössel 28 zur Wirkung kommen. Ferner kann auch hier ein elasti sches Auswechselstück eingesetzt werden.
An Stelle des Stössels 28 kann- auch ein anderer fester oder elastischer Körper von aussen in die Druckkammer eingeführt und bei zunehmendem Druck P mehr oder weni ger aus der letzteren herausgedrückt werden.
Fig. 8 bis 10 zeigen eine Vorrichtung in Verbindung mit einer Walzeneinstellvorrich- tung und einem Walzendruckprüfer. Dabei zeigt: Fig. 8 eine Draufsicht auf die Vorrich tung, Fig. 9 einen Schnitt nach der Linie IX-IX der Fig. 8 und Fig. 10 einen Schnitt nach der Linie X-g der Fig. B.
Die Vorrichtung besitzt, ähnlich wie die zuvor beschriebenen Ausführungsformen, einen Grundkörper 35 und eine Druckplatte 36, welche zusammen die den elastischen Werkstoff aufnehmende Druckkammer bil den. Die Druckkammer besteht hierbei aus zwei rechtwinklig zueinander gekreuzten Kanälen 37, 38 (Fig. 8), die durch entspre chende Aussparungen oder Bohrungen im Boden des oben offenen Hohlkörpers 35 ge bildet werden und zur Aufnahme von Weich- gummistöps-eln 39, 40 (Fig. 9) dienen.
Der Boden des Hohlkörpers 35 ist mit einem Kreuzschlitz 41, 42 versehen, in welchen gleichfalls eine Weichgummimasse 43 ein gebettet ist, die mit den Gummistöpseln 39, 40 aus einem Stück oder aus einer getrennten Weichgummimasse bestehen kann. Darüber ist noch eine Weichgummischeibe 44 und eine Hartgummischeibe 45 gebettet, auf wel cher die Druckplatte 36 liegt. Gegebenen falls können die Weichgummischeibe 44 und die Hartgummischeibe 45 auch wegfallen. Die Druckplatte 36 wird in ihrer Hubbewe gung durch eine Überwurfmuffe 46 begrenzt.
Ferner ist -die Druckplatte 36 mit einer Ge windeöffnung 47 zum Einschrauben eines Stiftes oder Bolzens für die Walzeneinstel lung versehen. 48 ist ein abschraubbarer Verschlussstöpsel zum Einführen des Gummi pfropfens 40 in den Kanal 38. Der andere Gummipfropfen 39 wird durch eine winklig hierzu angeordnete Öffnung im Grundkörper 35 eingeführt, die gleichzeitig zur Aufnahme eines Ansatzstückes 49 für den Druckstem pel 50 dient.
Der auf das Ende des Gummipfropfens 39 wirkende Druckstempel 50 wird durch eine Spindel 51 mit Handrad 52 betätigt. Die Spindel 51 ist durch eine Überwurfmuffe 53 mit einer Gewindebuchse 54 verbunden, die auf dem Ansatzstück 49 verschraubbar ist. Durch Drehung der Spindel 51 mittelst des Flandrades 52 wird somit die Buchse 54 auf dem Ansatzstück 49 verschraubt und da durch der Druckbolzen 50 gegen das Ende des Gummipfropfens 39 gedrückt.
Ein an dem Grundkörper 35 befestigter Zeiger 55, der mit Skalenstrichen auf der Gewinde buchse 54 zusammenwirken kann, zeigt den Grad der Verschiebung und der Zusammen pressung des Gummipfropfens 39 an. Die Zusammenpressung des Gummipfropfens 39 pflanzt sich auf -die übrige Gummimasse 40. 43, 44 fort, wodurch die Druckplatte 36 ganz oder zum Teil gehoben wird und eine ent sprechende Einstellung .der Walze oder des sonstigen Maschinenteils erfolgt. Die Bewe gung der Druckplatte <B>36</B> kann unmittelbar oder unter Einschaltung von Zwischenglie dern mittelbar auf den zu verstellenden Ma schinenteil übertragen werden.
Auf diese Weise können bei kleinsten EinstellbewegrLZn- gen und Kraftbeanspruchungen Drücke bis zu mehreren 1.00 t ausgeübt werden.
Die Grösse der Verstellung der Druck platte 36 bezw. der von ihr verstellten Walze oder des sonstigen Maschinenteils kann gleichfalls .durch eine besondere Einrichtung angezeigt werden. In der gezeichneten Aus- führungsform ist zu diesem Zwecke mit der Druckplatte 36 ein Glied 56 verbunden, das durch eine Öffnung 57 im Grundkörper 35 mit Spielraum bindurchgreift und am äussern Ende unmittelbar oder mittelst einer Hülse 58 bei 59 an einem festen Teil einer Messuhr 60 befestigt ist.
Der Füblhebel oder Steh stift 61 der Messuhr arbeitet mit einem festen -##@Tiderlager derart zusammen, dass die Bewe gung der Druckplatte 36 eine entsprechendL! Anzeigebewegung in der Messuhr 60 auslöst.
Ausserdem ist die Einrichtung noch mit einer zweiten Messuhr 62 zum Messen des auf den elastisehen Werkstoff ausgeübten Druk- kes versehen. Zu diesem Zweck ist in :dem Grundkörper 35 bei 63 eine düsenartige Boh rung vorgesehen, durch welche ein Buckel von der Gummischeibe 44 ausgepresst wird (Fig. 10).
Dieser Buckel wirkt seinerseits auf einen Kolben 64, durch den eine zwi- schen ihm und einer festen Unterlage 65 lie gende Masse 66 aus elastischem Werkstoff zusammengedrückt wird. Die Unterlage 65, die von unten in den Grundkörper 38 ein gesetzt und in beliebiger Weise befestigt wird, kann auch einstellbar gemacht werden.
Von der Gummimasse 66 wird durch die Öffnung 6 7 eines Rohres 68 ein G mm <U>i</U> buckel nach aussen gepresst, der auf ein nicht gezeichnetes, in dem Einsatzstück 69 geführ- tes Stellglied einwirkt, das die Verstellung in der Melguhr 62 auslöst. Gegebenenfalls kann auch der durch die Öffnung 63 aus gepresste Gummibuckel zum Anzeigen in der Messuhr 62 benutzt werden.
Die beschriebene Anordnung hat aber den Vorteil, dass der eigentliche Anzeige- oder Messbuckel, der durch die Öffnung 67 ausgepresst wird, und mit ihm natürlich auch die Gummimasse 6(i nur unter einem Bruchteil der am Handni 52 ausgeübten Kraft steht.
In die Vorrichtung können auch kleine Nebenkolben eingeschaltet werden, um den spezifischen Druck in einer besonderen Mess- kammer zu ermässigen. So kann man zum Beispiel zum Messen von Drücken den Hauptdruck von einer oder mehreren ge schlossenen Druckkammern durch Kolben aufnehmen lassen, in welchen der hochelasti sche VTerkstoff nur komprimiert wird, wäh rend die Bewegung des Kolbens durch ein, besondere Messkammer registriert wird, in welcher der spezifische Druck ganz gering fügig sein kann.
Der elastische Werkstoff kann hierbei, wie bei den zuvor beschrie benen Ausführungsbeispielen, frei nach aussen durch eine oder mehrere Öffnungen oder Düsen gepresst werden oder auf einem von aussen in die Druck- oder MesskammeT eingeführten, festen oder elastischen Körper wirken, wobei die Höhe der Austrittsbuckel oder die Ausstossbewegung des eingeführten Körpers durch feinfühlige Instrumente, zum Beispiel eine Messuhr, gemessen wird und einen Massstab für die Höhe des ausgeübten Druckes bildet.
Fig. 11 und 12 zeigen eine derartige Aus- führungsform der Erfindung in Draufsicht und im Schnitt. Hier sind in dem Grund körper 70 mehrere, zum Beispiel drei, gleich mässig verteilte Kammern bezw. Vertiefun gen 71 angeordnet, die ringsum geschlossen und nur oben offen sind und Pfropfen aus elastischem Werkstoff aufnehmen, die nur als Puffer dienen, um den Hauptdruck aufzunehmen, der auf die Platte 75 ausgeübt wird und mittelst der an der letzteren an gebrachten Kolben 72' auf die Pfropfen 72 wirkt.
Ferner ist eine weitere Kammer oder Aüsnehmung 73 in der Grundplatte 70 vorge sehen, die den Gummipfropfen 74 aufnimmt und eine seitliche Öffnung 76 hat, durch welche, wenn der Kolben 74' der Druckplatte 75 auf den Gummipfropfen 74 drückt, ein Gummibuckel ausgepresst wird, der durch ein Stellglied auf die angeschlossene Messuhr 77 oder dergleichen wirkt.
Um bei hohen Drücken ein Durchtreten des elastischen Werkstoffes an den Kanten zu vermeiden, kann der Druckkolben 78, wie Fig. 13 zeigt, nach der den elastischen Werk stoff 79 aufnehmenden Druckkammer zu ausgehöhlt bezw. mit einem innen konisch verlaufenden Kantenansatz 80 versehen sein. Unter der Einwirkung .des Druckes des ela stischen Werkstoffes federt die Kante 80 des Kolbens gegen die Wand 81 .der Druck kammer und verhindert ein Durchfliessen des elastischen Werkstoffes 79.
An Stelle der auszupressenden Gummi buckel kann in allen Ausführungsformen, wie oben für Fig. 7 beschrieben wurden ist, auch ein auf die Messuhr oder dergleichen wirkendes Stellglied von aussen in die ela stische Werkstoffmasse eingeführt werden.
Anstatt Gummi können auch andere ela stische, nicht metallische Stoffe als Druck- übertrager Anwendung finden, zum Beispicl Gelatine, deren Komprimierungsverhältnisse ähnlich denen von Gummi sind. Derartige in einer Druckkammer eingeschlossene Weich gummi- oder sonstige elastische Körper ver mitteln und verpflanzen innerhalb gewisser Grenzen den Druck ebenso wie eine Flüssig keit.
Obwohl Gummi oder Gelatine in wei testem Masse elastisch sind, so ist das Fliess vermögen, verglichen mit einer Flüssigkeit, naturgemäss begrenzt, weshalb mittelst der beschriebenen Vorrichtung wohl hohe Drücke übertragen werden können, ,dagegen grosse Arbeitsleistungen nicht in Frage kommen.
Versuche haben erwiesen, dass Gummi als Druckübertrager ebenso-wenig wie Was ser bei hohen und höchsten Drücken volu menbeständig ist. Bei einem spezifischen Druck von zum Beispiel 3000 Atm. kompri miert sich ein Gummikörper um zirka 117o des ursprünglichen Volumens, verhält sich also in dieser Beziehung ebenso wie Wasser.
Wird -der Druck wieder aufgehoben, so nimmt Gummi nicht nur das ursprüngliche Volumen, sondern auch die ursprüngliche Form wieder an, so hoch der spezifische Druck auch gewesen sein mag, im Gegensatz zu allen andern metallischen und nichtmetal lischen Werkstoffen, die bei hohen Drücken, wenn die Elastizitätsgrenze überschritten wird, bekanntlich eine bleibende Formände rung und ein geringeres Volumen annehmen. Diese wenig bekannten Eigenschaften des Gummis sind für die Ausübung des vorlie genden Verfahrens von Wert.
Da die Deformierung des Werkstoffes bei den beschriebenen Vorrichtungen nur ganz gering ist, so sind auch die Reibungsverluste unbedeutend; das Fliessen des Druckübertra gers geht vorzugsweise im Kern des Stoffes und nicht an den Wänden der Druckkammer vor sich, wo die Reibung grösser ist.
Da die Temperaturdifferenz für die Ge nauigkeit der Messungen Einfluss haben kann, wird zweckmässig die Länge bezw. Höhe der Druck- und Messkammern so ge wählt, dass die Wärmeausdehnung sich in beiden Kammern nahezu vollkommen auf hebt. Der relativ hohe Wärmeausdehnungs- koeffizient des Gummis wird .dadurch elimi niert. Fig. 14 zeigt eine Ausführungsform dieser Art.
Bei steigender Temperatur wächst das Volumen der Gummimasse 92 und damit auch derdurch die Öffnung oder Düse aus gepresste Gummibuckel 93, der .durch das bewegliche Zwischenglied 82 das Messinstru- ment 83 beeinflusst. Um das zu verhindern, ist eine Kompensationskammer vorgesehen, die eine Gummimasse 84 von ungefähr glei chem Volumen wie die Gummimasse 92 auf nimmt. Zwischen den beiden Gummimassen oder Kammern 92, 84 ist eine feste Scheibe 85 angeordnet, .durch welche der Stempel 86 des als Doppelkolben 87, 88 ausgebildeten Druckkolbens hindurchgeht.
Bei Tempera tursteigerungen dehnt sich die Gummimasse 84 entgegengesetzt zur Gummimasse 92 aus, so dass beide Gummimassen 92, 84 gegenein ander wirken und über den Kolben 86-88 ein Druckausgleich bezw. eine der Volu- :iienvergrösserung entsprechend verringerte Druckübertragung auf die Gummimasse 92 erfolgt.
Auf den Druckkolben 87, 88 wirkt die Gummimasse 89, wenn auf die Druckplatte 90 .eine entsprechende Kraft P ausgeübt wird. Die Gummimasse 84, welche nur kom primiert wird, nimmt hierbei einen Teil der ausgeübten Kraft P auf, während die Gummimasse 92, die durch den ausgepressten Buckel 93 auf das Messinstrument 83 wirkt, nur einen entsprechend geringeren Teil der Kraft P aufnimmt.
Die die Gummimasse 84 aufnehmende Kammer dient somit gleichzeitig sowohl als Druck- und Kompressionskammer, um einen mehr oder weniger grossen Teil der Kraft P aufzunehmen und die zur Messung bestimmte C'xummimasse 92 zu entlasten, als auch zum Ausgleich der etwa durch Temperatur schwankungen entstehenden Volumenände rungen der Gummimasse 92, so dass die An zeigegenauigkeit des Apparates bei einem Temperaturwechsel im wesentlichen erhalten bleibt.
Dasselbe gilt natürlich auch, wenn an Stelle von Gummi ein anderer gleichwertiger elastischer Stoff Anwendung findet, oder wenn. an Stelle der Auspressung 93 ein die Bewegung auf das Messinstrument 83 über tragendes Glied in die den elastischen Stoff 92 aufnehmende Kammer eingeführt wird.
Die Schrauben 91 dienen dazu, der elasti schen Masse 89 einen passenden Vordruck zu geben.
Die Öffnungen und Düsen, durch wel che die Auspressung erfolgt, können in be liebiger Anzahl vorgesehen und von belie biger Form, zum Beispiel kreisrund, eckig, schlitzartig usw. sein. Die Düsen können ferner auswechselbar sein und in verschie dener Grösse eingesetzt werden, um sie den verschiedenen Druckverhältnissen anzupas sen und die Empfindlichkeit zu steigern. Sie können ferner verstellbar und zum Beispiel nach der Druckkammer zu verschiebbar sein, um den elastischen Werkstoff nach erfolgter Druckablesung und nach Entlastung des Kraftmessers entgegen seiner natürlichen Trägheit in die Anfangs- oder Nullstellung zurückzubringen.
Um die Ausmasse der Werkstoffauspres- sungen oder der Bewegung .des in die Druck kammer eingeführten Körpers zu begrenzen und eine Überlastung der Vorrichtung zu verhindern, können noch besondere Begren zungsanschläge vorgesehen werden, die eine Formänderung des elastischen Werkstoffes nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze zulassen.
Ferner kann der Auspressung des elastischen Werkstoffes oder der Bewegung des in die Druckkammer eingeführten Kör pers bei ansteigendem Druck ein Gegendruck von aussen entgegengesetzt werden, der zum Beispiel durch Federn, Gummipuffer, die auf Zug oder Druck wirken, erzeugt werden kann, wodurch gleichzeitig die Empfindlich keit der Messung für kleine und grosse Kräfte in weiten Grenzen geändert werden kann.
Die Druckkammer kann auch elastisch, zum Beispiel als Membrankammer, aus geführt werden, wobei .der elastische Werk stoff zwischen einer Membrane und einer festen Gegenlage oder zwischen zwei Mem branen eingeschlossen sein kann. Auch hier bei können besonders eingesetzte auswechsel bare Stöpsel oder dergleichen -die gleiche oder verschiedene Elastizität wie der übrige Teil des elastischen Werkstoffes haben, für die eigentliche Messung Anwendung finden.
'Um das elastische Fliessen des in dem Druckraum eingekapselten elastischen Werk stoffes zu erleichtern und ein Festkleben an den Kammerwandungen zu verhindern, kön nen der Werkstoff oder die Kammerwandun gen mit Gleitmitteln, zum Beispiel Graphit, Talkum oder dergleichen, bestrichen werden.
Die Anwendungsmöglichkeit des Verfah rens ist naturgemäss sehr mannigfaltig. Das Verfahren ist besonders überall da verwend bar, wo es -darauf ankommt, hohe und höchst Drücke bei relativ kleinen Bewegungen bezw. Arbeitsleistungen zu übertragen. zum Bei spiel beim Erzeugen von Drücken zwecbs Einstellung von Maschinenteilen und derglei- chen, beispielsweise der Walzen von Walz werken, ferner beim Messen von Drücken bei Materialprüfmaschinen, Pressen, Hebe zeugen, Waagen und andern Maschinen.
Bei der Verstellung von Walzen bei Walzwerken ist es zum Beispiel von grosser Wichtigkeit, die Druckspindel bei vollem Druck einzeln nachstellen zu können, um ein gleichmässiges Fertigprodukt, zum Beispiel bei Bandwalz werken, zu erzeugen.
Da die Schraube selbst wegen,der grossen Reibungsverluste bei hohen Drücken kaum mehr bewegt werden kanu, wird zum Beispiel zwischen den Druckklöt zen und der Schraube die Vorrichtung ein geschaltet, die es gestattet, mit Aufwendung geringster Kraft einen Kolben zu bewegen, der sich nur wenige Bruchteile eines Milli meters nach oben oder unten bewegt, je nach dem eine Vergrösserung oder Verringerung des Walzendruckes gewünscht wird, um eine gleichmässige Stärke des zu walzenden Ban des an beiden Seiten zu erzielen.
Gleichzeitig kann der Walzendruck gemessen werden, in dem der hochelastische Werkstoff noch dazu benutzt wird, .den Druck beim Deformieren des Gummis oder beim Austritt desselben durch eine Öffnung oder Düse anzuzeigen. Schliesslich kann auch die Höhe der Verstel lung durch die Bewegung des Kolbens direkt gemessen werden.
Die beschriebenen Vorrichtungen zeich nen sich nicht nur durch Einfachheit in der Bauart aus, sondern sie haben auch'nur ver hältnismässig geringe Abmessungen und be anspruchen demzufolge nur wenig Raum, -,o .dass sie überall leicht anbringbär sind. Trotz dem sind sie für hohe Drücke anwendbar. Ein Kolben von etwa<B>100</B> mm Durchmesser kann zum Beispiel Walzendrücke bis 300 t übertragen.
Ferner kann die Vorrichtung auch bei hydraulischen, Druckmessungen angewandt werden. In letzterem Falle kann die Aus pressung des elastischen Werkstoffes oder die Bewegung des in die Druckkammer ein geführten Körpers dazu ausgenutzt werden, eine Flüssigkeit, zum Beispiel Quecksilber, zu verdrängen, um die Kraft auf Grund des verdrängten Flüssigkeitsvolumens zu müssen.