Antriebseinrichtung an Wickelmaschinen, bei denen die von einer Rolle ablaufende Bahn auf eine zweite Rolle aufgewickelt wird. Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebseinrichtung an Wickelmaschinen, bei welchen eine Bahn von einer Rolle ab gewickelt und auf eine Aufwickelrolle auf gewickelt wird. Solche Maschinen sind zum Beispiel in der Papierindustrie für die Ver arbeitung (Längsschneiden) des Papiers im allgemeinen Gebrauch.
Dabei ist es wertvoll, .die Bahn mit einer dauernd gleichmässigen Geschwindigkeit und unabhängig von dem jeweiligen Durchmesserverhältnis der Auf wickel und Abwickelrolle bewegen zu kön nen und eine Bremse für die Abwickelrolle nicht zu benötigen, so dass insbesondere emp findliche Wickelmaterialien, wie z. B. Sei denpapier, während des Umwickelns nicht reissen bezw. überhaupt Dehnungen und Zer rungen in der Bahn vermieden werden. Es entsteht dann eine gleichmässig gewickelte Rolle, die insbesondere auch für die Ver wendung in Rotationsdruckmaschinen zum Mehrfarbendruck geeignet ist.
Ferner ist es oft wünschenswert, eine hohe Wickelgeschwindigkeit zu erzielen und zum Beispiel in Oszillographen den Film streifen, der zwischen zwei Wickelrollen bewegt wird, zwecks genügend deutlicher Aufzeichnung von elektrischen Schwingun gen hoher Frequenz mit .der erforderlichen gleichmässigen und hohen Geschwindigkeit an dem die elektrischen Kurven zeichnenden Lichtstrahl vorbeizuführen.
Um diese Aufgaben zu lösen, sind ge mäss der Erfindung beide Wiclzelrollen, die Aufwickelrolle und die Abwickelrolle, durch gemeinsamen Antrieb an ihren Wicklungen angetrieben.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine horizontale Anordnung der Wickelrollen, deren Achsen 11 und 12 in einem gemeinsamen. Gestell in festem Abstand drehbar gelagert sind. In dem ge zeichneten Zustande haben die Wicklungen 1'3 und 14 gerade gleiche Durchmesser. aber ihnen liegt ein Riemen<B>15,</B> der mittelst fe dernd gelagerter Spannrollen 16 und 17 ge- spannt und über die Welle 18 des Motors<I>na</I> geführt ist.
Gibt man nun dem Motor m Strom, so treibt er den Riemen 15, dessen Breite sich nach den gewünschten Reibungsverhältnis sen richtet, nimmt die unter ihm liegende Bahn mit und wickelt sie bei konstanter Mo tordrehzahl ebenso gleichmässig um, einer lei wie das Durchmesserverhältnis der Wick lung der Aufwickelrolle und der Abwickel- rolle gerade ist; statt des einen Riemens kann man auch zwei schmälere Riemen etwa an den Rändern der Wickelbahn anordnen.
Die Anordnung gemäss Fig. 2 ist zu sammengebaut aus einer Maschine gemäss Fig. 1 im Vordergrund und Rollen, die eine zweite umzurollende Bahn tragen, im Hin tergrund. Die von den vordern Rollen ge tragene Bahn 25 ist die gemäss der Erfin dung umzuwickelnde und die hintern Rollen dienen nur dazu, gleichzeitig noch eine zweite Bahn umzuwickeln. Zweck dieser An ordnung ist, die zweite umzurollende Bahn vor dem Angriff des Riemens oder eines andern entsprechenden Kupplungsmittels (Walze) zu schonen und sehr hohe Wickel- geschwindigkeiten zu erzielen. Die Erfüllung des ersten Zweckes liegt auf der Hand.
In' diesem Falle haben die 7jahnrädergetriebe 23, 24 und 21, 22 das Übersetzungsverhält nis 1. Die Bahn 25 der vordern Steuer maschine ist so dick und so gewickelt wie die zweite Wickelbahn hinten.
Zur Erfüllung des zweiten Zweckes wird die Bahn 25 stärker gewählt als die zweite Wickelbahn. Dem Unterschied der Bahn stärken wird das Übersetzungsverhältnis beider Zahnradgetriebe 23, 24 und 21, 22 an- gepa.sst und so erreicht, dass die Bahn hinten, jenachdem, die zwei-, drei- oder vierfache Geschwindigkeit erreicht, als die Bahn 25 der Steuermaschine.
Auch bei der Ausführung nach Fig. 3 sind die Wickelrollen 29 und 30 in festem Abstand voneinander gelagert. Auf beiden Rollen reitet eine Walze 26, die in schwenk bar befestigten Hebeln 27 und 28 mit gabel- förmigen Ausschnitten geführt ist. Die um zurollende Bahn läuft über eine federnd ge lagerte Spannrolle 31.
Gibt man dem in der Antriebswalze 26 eingebauten Motor Strom, so treibt dieser beide Rollen 29 und 30 an und wickelt die Bahn allmählich von der Rolle 30 auf die Rolle 29 um.
Bei der Anordnung gemäss Fig. 4 besteht der Unterschied gegenüber der vorgeschrie benen darin, dass die Kupplungswalze 34, die in einer parabolischen Nut 32 gelagert ist, von unten statt von oben gegen die bei den Wickelrollen 29 und 30 gedrückt wird, wobei eine Feder 33 den Anpressdruck der Walze 34 sicherstellt.
Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung mit vier Antriebswellen 36, 37 und 38, 39, die alle mit derselben Dreh achse 40 gekuppelt sind. Die Wickelrollen 29 und 30 sitzen also auf je zwei Antriebs walzen.
Bei dieser Anordnung kann die Span nung der umzurollenden Bahn auf zweier lei Art beeinflusst werden. Entweder gibt man den Walzen 36. 37 eine gewisse Vor- eilung vor :den Walzen 38 und 39. Dazu werden an sich bekannte Planetengetriebe zwischen die Achse -10 und die Walzen 36 und 37 eingeschaltet. Oder man belastet die Rolle 29 mit dem Zusatzgewicht 41 und er höht dadurch den Reibungsdrue.k auf die Antriebswalzen 36, 37, wobei dann entspre chend dem Diekerwerden der Rolle 29 das Gewicht der Zusatzlast 41 allmählich durch ein Gegengewielit (durch Seilzug an gedeutet) kompensiert wird.
Bei dieser Ausführungsform können die Antriebswalzen 36, 37 und 38, 39 auch durch andere Kupplungsmittel, z. B. Zahn räder, statt der Achse 40 verbunden sein.
Fig. 6 zeigt beispielsweise die Anwen dung der Erfindung für einen Kalander, wobei die Wickelrollen 29 und 30 in dem Gestell 44 übereinander angeordnet sind und die Antriebswalze 42 dazwischen. Die Rolle 29 ist fest, dagegen die Walze 42 und die Rolle 30 verschiebbar gelagert. Die Ka- landerwalzen 43, ülser die die Papierbahn läuft, werden in nicht näher dargestellter Weise entsprechend der Antriebswalze 42 angetrieben.
Fig. 7 zeigt übereinander angeordnete Wickelrollen bei einer Rotationsdruck maschine, idie wegen ihrer nebensächlichen Bedeutung hier nur rein schematisch ge zeichnet ist. In dem Gestell 45 ist die An triebswalze 42 fest gelagert; die Abwickel- rolle 30 lastet auf ihr; die Aufwickelwalze 29 wird mit der Feder 49 und einer Feder auf der nicht sichtbaren Seite von unten gegen die Antriebswalze 42 herangezogen. 47 ist der Druckzylinder, um den die Druck walzen 48 usw. gruppiert sind.
Beim Umrollen überträgt die Walze 46 die Drehbewegung auch auf den Druck zylinder, über den die Bahn in leicht er sichtlicher Weise läuft.
Statt der einen gupplungswaIze 42 können überall deren zwei nebeneinander an geordnet sein, so dass die Abwickelrolle 29 auf beiden reitet und die Aufwickelrolle 30 gegen beide von unten drückt. Konstruk tiv entsteht bei dieser Ausführungsform keine weitere besondere Schwierigkeit.
Wie bereits erwähnt, können gemäss der Erfindung die Wickelrollen auch direkt auf einander sitzen. Bei den beiden Ausfüh rungsformen der Erfindung gemäss den Fig. 6 und 7 werden dann also unter Be rücksichtigung des richtigen Wickelsinnes die Rollen 29 und 30 unmittelbar aufeinan der gesetzt und am besten von unten durch die Walze 42 angetrieben, das heisst in der Zeichnung befindet sich die Walze 42 unter der Rolle 29, statt zwischen den beiden Rol len 29 und 30.
Auch diese Anordnung ist für Oszillo graphen zum gleichmässigen Umrollen des Filmbandes gut brauchbar.
Fig. 8 zeigt die Anordnung der Wickel rollen 29 und 30 in einer Trommel 53, die auf den Walzen 54- und 55 drehbar gela gert ist. Die Achsen der Rollen 29 und 30 sind in gabelförmigen Ausschnitten der schwenkbaren Hebel 51 und 52 geführt, die an der-Achse 50 hängen und die punktiert gezeichneten Gegengewichte tragen.
Zweck dieser Anordnung ist, die Rollen durch die Wirkung der Gegengewichte im mer in angemessenem Abstand zu halten. Die Trommel 53 wird, in Richtung des Pfeils in Drehung versetzt und nimmt die an ihrer InnenflächeA reibenden Rollen 29 und 30 mit, wickelt also die Bahn um. Bringt man auf die Innenfläche noch Farbe oder Druckerschwärze auf, so können beim Umrollen auf die Bahn zum Beispiel gleich zeitig Tapetenmuster aufgedruckt werden.