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CH129580A - Verfahren zur Herstellung von chemisch reinen Trioxyden von Metallen der ersten Untergruppe der sechsten Reihe des periodischen Systems. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von chemisch reinen Trioxyden von Metallen der ersten Untergruppe der sechsten Reihe des periodischen Systems.

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Publication number
CH129580A
CH129580A CH129580DA CH129580A CH 129580 A CH129580 A CH 129580A CH 129580D A CH129580D A CH 129580DA CH 129580 A CH129580 A CH 129580A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
trioxide
ores
roasted
acid
evaporation
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Application number
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English (en)
Inventor
Plansee G M B H Metallwerk
Original Assignee
Plansee G M B H Metallwerk
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
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Publication date
Application filed by Plansee G M B H Metallwerk filed Critical Plansee G M B H Metallwerk
Publication of CH129580A publication Critical patent/CH129580A/de

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G39/00Compounds of molybdenum
    • C01G39/02Oxides; Hydroxides
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B34/00Obtaining refractory metals
    • C22B34/30Obtaining chromium, molybdenum or tungsten

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  • Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)

Description


  Verfahren zur     Herstellung    von     chemiseh    reinen     Trioxyden    von     Metallen    der ersten       Entergruppe    der sechsten Reihe des periodischen Systems.    Die Erfindung     betrifft    ein Verfahren       nebst    zugehöriger     Einrichtung    zur Herstel  lung von chemisch reinen     Trioxyden    von  Metallen der ersten Untergruppe der sechsten  Reihe des periodischen Systems. Sie soll  insbesondere zur Herstellung von     Molybdän-          und        Wolframsäure    angewendet werden.

    Die Ausgangsstoffe sind in diesem Falle       #        -tb < ,-eröstete    Erze, die aus     Molybdänglanz     (Mo     S,),    Gelbbleierz     (Pb        Mo04)        bezw.        Schee-          lit        (Ca        W0,),        Wolframit    (Fe     W0,)    gewon  nen :ein können.  



  Es ist bekannt, diese mechanisch mög  lichst weitgehend gereinigten und konzen  trierten Erze allein oder unter Verwendung  geeigneter Zusätze einem Glühverfahren zu  unterwerfen, um das Wolfram     bezw.    Mo-     -          lybdän    der Erze in wasserlösliches Ammo  nium- oder     Alkaliwolframat        bezw.        -molyb-          dat    überzuführen,

   aus dem hierauf nach     ent-          sprechender    Reinigung durch Zersetzung       finit        31ineralsäuren    die gewünschte     Wolfram-          bezw.        Molybdänsäure    gewonnen- wird.

      Die Herstellung der     Molybdän-        bezw.          Wolframsäure    findet deshalb bisher immer  aus Alkali- oder     Ammoniummolybdaten          bezw.        -wolframaten    statt, in die das     Molyb-          dän        bezw.    Wolfram des Erzes zunächst       übergeführt    werden musste, da sich diese  Verbindungen leicht     umkristallisieren    lassen  und daher die grösste Sicherheit gewähren;  zu möglichst reinen Erzeugnissen zu ge  langen.

   Trotzdem sind die erhaltenen Säu  ren nie absolut rein, auch wenn sie handels  üblich als     chemisch    rein in den Verkehr ge  bracht werden. Ausser Ammoniak oder Al  kali sind in ihnen mindestens noch Eisen  und: andere     Verunreinigungen    in geringen  Mengen oder Spuren vorhanden.  



  Es ist nun Tatsache, dass selbst     dia        ge-          a-ingsten:        derartigen    Verunreinigungen oder  Spuren bei gewissen Verwendungszwecken  der     Molybdän-    und     Wolframsä.ure    nament  lich bei ihrer Weiterverarbeitung zu Dräh  ten und Blechen für die Glühlampen-,  Röntgenröhren- und Elektronenröhrenindu-           strie    störend wirken, selbst dann, wenn sie  nur in Hundertsteln von Prozenten in der       Säure    enthalten sind. Ausserdem sind alle  heute praktisch durchgeführten Gewinnungs  verfahren verhältnismässig sehr teuer.

   So  betragen     beispielsweise    die Kosten der Ge  winnung von     Molybdänsäure    (Mo 03) je  nach dem angewandten Verfahren etwa 60  bis 80     %    des Preises des Mo 03 im konzen  trierten Erz.  



  Man hat daher schon lange versucht,  diese Säuren auf einfachem Wege unmittel  bar aus den     molybdän-        bezw.        wolframhalti-          gen    Erzen     z21    gewinnen. Solche Vorschläge  sind insbesondere zur Gewinnung von     31o-          lybdänsäure    bekannt geworden, wie durch       Wöhler    im Jahre 1856 in den "Annalen der  Chemie und     Pharmacie",    ihm folgend durch       Debray    im Jahre 1868 und durch das ame  rikanische Patent Nr. 1118150 aus dem  Jahre 1914.

   Es hat sich aber, wie zum Bei  spiel     Ullmann:        "Enzyclopädie    der techni  schen Chemie", Band 8, Seite 18, schreibt,  herausgestellt, dass die Durchführung dieses  Verfahrens     apparativ    sehr schwer ausführ  bar ist, darüber hinaus aber die     erhaltene          Molybdänsäure    dieselben Übelstände aufweist,  wie schon von     Debray    festgestellt, nämlich  dass sie viel zu     voluminös    und zugleich zu  wenig rein und daher für die Herstellung  von     CTlühfäden    unbrauchbar ist. .  



  Den     Anstrengungen    der Erfinder ist  es gelungen, die Ursachen festzustellen,  warum der     Wöhlersche,    70 Jahre zurück  liegende Vorschlag trotz wiederholter Auf  nahme von berufenster Seite zu keinem Er  gebnis     geführt    hat, und ein     Arbeitsverfahren     auszuarbeiten, das mit Sicherheit reinste       Iv'Iolvbdänsäure    unmittelbar auch im Gross  betriebe aus den     abgerösteten    Erzen zu ge  winnen     Lyestattet.     



       Wöhler    und seine Nachfolger leiten       durohweLr    einen Luftstrom, zum Teil mit       Sauerstoffüberschuss,    über das fein verteilte  Erz während des     Abröstens.    Hierbei ist es  unvermeidlich, dass feine und feinste Teil  ehen des zum Teil     abgerösteten    , zum Teil       unabgerösteten    Glanzes selbst mit der subli-         mierten        Holybdänsäure    mitgerissen und in  den Kondensationsraum oder dergleichen  getragen werden, in der sich diese Ver  unreinigungen zusammen mit der     Säure    ab  setzen.

   Dieser Vorgang wird in den Fällen,  wo mit Sauerstoff gearbeitet wird, noch da  durch begünstigt, dass der zugeführte Sauer  stoff die Verbrennung des     Molybdänglanzes     explosionsartig herbeiführt, wodurch feinste  Teilchen abgerissen und vom Luftstrom auf  ganz weite Strecken mitgetragen werden  können.     Berücksichtigt    man, dass 0,01.  Eisenoxyd, das heisst 10     gr    Eisenoxyd auf  100 kg Säure, genügen, um die Säure für  gewisse industrielle Verwendungszwecke,  insbesondere aber die früher angeführten,  ungeeignet zu machen, so kann man leicht       erkennen,    dass durch den beschriebenen Vor  gang Verunreinigungen der Säure eintreten  können, die weit oberhalb der zulässigen  Grenze liegen.

   Des weiteren bilden sich  gleichzeitig mit der Sublimation bei der  Durchführung des Röstverfahrens schwef  lige Säure und Schwefelsäure; diese Säuren  werden von der feinen, kondensierenden       Molybdänsäure    absorbiert und bei Berüh  rung mit Metallteilen der Anlage, wie Ge  bläse,     :Röhrenleitungen    usw., zur Ursache  für das     Eintreten    von Fremdkörpern in die  Säure. Eine weitere Ursache für diese Ver  unreinigungen ist die     bereits    von     Debray     aufgedeckte, nämlich die     Verunreinigungen     der     sublimierenden        Molybdän@äure    durch die  Werkstoffe der Ofen- und Filterkammer.  



  Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile  zu     beseitimen    und die Säure aus den ab  gerösteten     Erzen    in     grösstem        Massstabe    un  mittelbar herzustellen. Sie     ergibt    bei ihrer       Anwendunz    zur Herstellung von     Molybdän-          oder        Wolframsäure    reinste Säure mit den       e,t,rinp-qten    Kosten und ist mindestens so ein  facb wie das Verfahren nach der     amerika-          ni,#eben    Patentschrift.

   Die erhaltene Säure  ist dicht     aenuz,    um auf Fäden für     Plektri-          sohe        CTlühlampen@        Röntapnröhren,    Elektro  nenröhren usw. ohne weiteres verarbeitet zu       werdpr,    und von einer     Reinheit,    wie sie bis  her niemals im Grossbetrieb und auch     kaum         durch Laboratoriumsarbeiten erreichbar war.  Die erhaltene     Molybdänsäure    zum Beispiel  ist in Ammoniak vollkommen wasserklar  löslich, enthält keinerlei Verunreinigungen  durch schweflige oder Schwefelsäure und  ist somit tatsächlich absolut rein.  



  Das Verfahren ist dadurch gekennzeich  net, dass     abgeröstete    Erze hoch erhitzt wer  den und aus dem     Schmelzfluss    das     Trioxyd     verdampft, abgezogen und hierauf konden  siert wird. Um das Verfahren zu begünsti  gen, können die     abgerösteten    Erze vorher  wenigstens teilweise konzentriert werden.  



  Da bei diesem     nennen    Arbeitsverfahren       bezw    der zu seiner Durchführung     getroffenen     Anordnung die verdampfte     Molybdän-    oder       Wolfra.msäure    in demselben Augenblick, in  dem sie in Dampfform übergegangen ist,  die     Verda.mpfungszone    verlässt, kommt sie  nicht mit heissen Ofenwänden in Berührung,  wie dies etwa bei dem amerikanischen Ver  fahren unvermeidlich ist, bei dem die Säure  längs der heissen Ofenrohre entlang streicht  und mit Stoffen aus dem Rohrwerkstoff     ver-          unreini2t    werden kann.  



  Schweflige Säure oder Schwefelsäure  gelangt ebenfalls nicht in den Kondensa  tionsraum, und infolgedessen kann auch  nicht durch diese der Werkstoff der Röhren  und Filter irgendwie angegriffen werden,  was sonst ebenso zu Zerstörungen dieser       Vorriehtungsteile,    als auch zu den beschrie  benen Verunreinigungen der erhaltenen     No-          lvbdän-    und     Wolframsäure    führen könnte  In dem     Schmelzfluss    werden ferner alle wei  teren, im Erz enthaltenen     Verunreinigungeu     notwendigerweise zurückgehalten;

   das     be-          schriebene    Mitreissen solcher Verunreinigun  gen, nämlich kleinster Teile des fein     ver-          ieilten    Erzes. ist vollkommen ausgeschlossen.  Die durch Verdampfung aus dem Schmelz  fluss gewonnene Säure kondensiert aus einer  Dampfphase wesentlich höherer Dichte, als  sie jemals durch Sublimation erzeugt wer  den konnte; diese kondensierte Säure erhält  daher ein völlig anderes Korn als die  sublimierte Säure. Es ist bei diesem Ver  fahren nicht nötig, dass Sauerstoff überhaupt    zugeführt wird. Es könnte anstatt Luft  ebensogut theoretisch reiner Stickstoff zum  Verdampfen des erhitzten,     abgerösteten    Er  zes Verwendung finden.

   Es ist hierdurch  die Möglichkeit gegeben, zum Verdampfen  gewöhnliche Luft zu verwenden, wodurch  wiederum eine Kostenersparnis gegenüber  den früheren Verfahren erreicht wird, bei  denen Sauerstoff im Überschuss zugeführt  werden musste. Das gute Ergebnis des Ar  beitsverfahrens nach der Erfindung gestat  tet, diese frühere künstliche Sauerstoffzu  fuhr als überwunden anzusehen.  



  Gegenüber allen bekannten     Arbeits-    und       lferstellungsverfahren    dieser Art bietet die       Erfindung    den weiteren Vorteil, dass man  auch Abfälle der Stab- und Drahterzeugung,  sowie alle andern     molybdän-    oder     wolfram-          haltigen    Stoffe dem zu verarbeitenden Erz  beimengen kann. Sie werden der geschmol  zenen Masse in demselben Verhältnis zu  geführt, in dem sie sich in dieser unter de  ren besonderen Verhältnissen lösen.  



  Im folgenden ist nunmehr eine Aus  führungsform dieses Arbeitsverfahrens bei  Anwendung auf die Herstellung von     Molyb-          dänsäure    (Mo 03) unter Bezugnahme auf  die Zeichnung beschrieben, die, teilweise im       Schnitt,    eine Ansicht einer zur Durchfüh  rung des Verfahrens geeigneten     Einrichtung     darstellt.  



  Das Ausgangsprodukt ist     abgerösteter     Glanz oder solche     Molybdänprodukte,    die  wegen ihres Gehaltes an     Molybdäntrioxyd     beim Erhitzen auf etwa 1000   C vollkommen  in     Schmelzfluss    übergehen.  



  Diese     abgerösteten        Molybdänprodukte     werden hierbei in einen zylindrischen Tiegel  T aus Quarz oder einem andern geeigneten,  einem für die Schmelze undurchlässigen,  nicht metallischen Stoff eingetragen. Die       Molybdänprodukte    werden in diesem Tiegel  auf Temperaturen von 1000   C und darüber  erhitzt, beispielsweise durch eine nicht dar  gestellte, aussen um den Tiegel gewickelte,  vom elektrischen Strom durchflossene Me  tallfolie.

       Während    dieser Erhitzung wird  der Tiegel in stetige langsame     Drehung    um      seine schrägen Achsen A versetzt, die zweck  mässig mit der     Wagrechten    einen Winkel  von 45   einschliesst und von einem Elektro  motor oder dergleichen     M    umgetrieben wird.  Es hat sich herausgestellt, dass das Ver  fahren um so     günstiger    verläuft, je spitzer  der Winkel der Achse A mit der Wag  rechten ist. Der Winkel ist allerdings da  durch begrenzt, dass die im Tiegel befind  liche Masse nicht ausfliessen darf.

   Durch  diese Schrägstellung des Tiegels     wird    er  reicht, dass der Spiegel des Schmelzgutes  eine grosse (elliptische) Oberfläche     entwik-          kelt;    durch die zusätzliche Drehung dieser  Ellipse wird weiter erreicht, dass die zäh  flüssige Schmelze von den     Tiegelwänden    mit  genommen und gleichsam umgerührt wird,  so dass immer neue Teile der Schmelze an  die     Aussenluft    gelangen. Hierdurch wird  erstens erreicht, dass in den abgerüsteten Er  zen etwa noch vorhandene Sulfide vollstän  dig zu     Molybdäntrioxyd    oxydiert werden,  und zweitens, dass für die Verdampfung eine  grösste Oberfläche zur Verfügung steht.  



  Der Tiegel<I>T</I> nebst Antrieb     IVT    ist auf  einem fahrbaren Rahmen     R    gelagert, der  in dieser Stufe des Verfahrens nicht in der  dargestellten Lage angeordnet, sondern viel  mehr nach rechts verschoben ist, und zwar  so weit, dass die Öffnung des Tiegels T  unter     bezw.    im Trichter B liegt, von dem  eine     Leitung    zum Beispiel ins Freie führt.  In dieser Stufe des Verfahrens verdampft  noch fast keine     Molybdänsäure,    höchstens  in geringsten und darum absolut     vernach-          lässigbaren    Mengen.  



  Bei richtig bemessenem Tiegel werden  in etwa halb- bis zweistündiger Behandlung  sämtliche in den abgerüsteten Erzen vor  handenen Anteile an     Molybdänsulfid,    die  bei den     bekannten    Röstverfahren nicht voll  ständig aus den Erzen entfernt werden kön  nen, und in einigen ganz geringen Prozent  sätzen auch im abgerüsteten Erz vorhanden  sind, in     Molybdänsäure    übergegangen sein.  Dies ist daraus zu     erkennen,    dass keinerlei       Schwefelsäuredämpfe    mehr aus dem Tiegel  entweichen.    Nunmehr wird der Rahmen     .B    mit dem  Tiegel nach links unter die Haube C in  die dargestellte Lage geschoben.

   Durch das  Rohr 0 wird hierauf     ein__kräftiger    Luft  strom über die Oberfläche der Schmelzmasse  geblasen. Der Strom bewirkt, dass sogleich  eine ausserordentlich starke Verdampfung  der     Molybdänsäure    einsetzt. Durch diesen  Strom, der noch durch ein Sauggebläse V  am obern Ende des     Abzugrohres    D verstärkt  werden, kann, wird die dampfförmige Mo  15-bdänsäure mit grosser Geschwindigkeit  in die Kammer     K    getragen,

   in der sie in  folge Verminderung der Zuggeschwindigkeit  aus dem     Dampfzustande        kondensiert.    Wegen  des grossen Zuges im Rohre     D    könnte dort  selbst eine     Kondensation    in irgendwie nen  nenswertem und beachtlichem Zustand nicht  stattfinden. In der Kammer     K    fällt die er  kaltete Säure wie Schnee auf den Boden.,  ohne mit irgendwelchen Fremdkörpern in  Berührung gekommen zu sein.

   Die Säure  mengen, die sich unmittelbar und zuerst am  Boden und an den Wänden der Kammer ab  lagern, sind so gering, dass eine etwaige Verun  reinigung dieser Schichten gegenüber den abso  lut reinen,     darüber,gelagertenSchichtennicht     in Betracht kommt, und     dass    sie, selbst wenn  diese     Grenzschichten    bei der Wegbeförde  rung mitgenommen werden     sollten,    eine  merkliche     Verunreinigmng    der .Säure nicht  mehr bewirken können. Im übrigen sind  auch solche Verunreinigungen gar nicht zu  befürchten, da eine chemische Reaktion zwi  schen der kalten Säure und den Kammer  wänden unmöglich ist und     sohin    Beimen  gungen von Schwefelsäure nicht auftreten.

    Blosse     mechanische    Verunreinigungen lassen  sich aber am besten dadurch vermeiden, dass  man die Kammer mit Glasplatten auslegt  oder mit Glas ausgiesst.  



  Die an der Kammer h angesammelte  Säure besitzt sonach die jahrzehntelang an  gestrebte grösste absolute Reinheit. Darüber  hinaus besitzt sie- ein Korn und eine Ver  teilung, die sie für die Herstellung von  Metallpulver zur     Fabrikation    von Drähten  auch     allerfeinsten        Durchmessers        und    beson-           ders    gut ziehbaren Blechen hervorragend  geeignet macht. Obwohl sie ganz locker  liegt, besitzt sie trotzdem genügende Dichte,  um das erwähnte Metallpulver bester Qua  lität zu liefern.

   In Sonderfällen genügt es,  sie zwischen Achat- oder Stahlwalzen, die  gegeneinander unter einem Druck von etwa       i0    kg wirken,     hindurchzuführen,    wobei ein  Litergewicht erreicht wird, das nicht ge  ringer ist als dasjenige der bisher     ausschliess-          lieh    auf nassem Wege erzeugten Säure.  Trotzdem ist aber das Korn der gemäss der  Erfindung gewonnenen Säure bedeutend fei  ner als dasjenige der auf nassem Wege er  zeugten, was zusammen mit der hohen     Rein-          I:eit    der Säure von grösstem Vorteil für die  Weiterverarbeitung von Drähten und Blechen  ist.  



  Ein weiterer Vorteil des erhaltenen fei  nen Kornes besteht darin, dass bei der Re  duktion der Säure zu reinem Metall     dlie     Angriffsflächen für den Wasserstoff gegen  über einem gröberen Korn bedeutend ver  grössert werden, wodurch der Wasserstoff  einerseits besser ausgenutzt und anderseits  mit wesentlich kleineren Strömungsgeschwin  digkeiten durch die aufgeschichtete Säure  hindurchgeführt werden kann.     ,Somit    wird  durch die gemäss der Erfindung dargestellte  Säure bei ihrer Weiterverarbeitung auch  eine erhebliche Wasserstoffersparnis erzielt.

    Der Erfinder hat demgemäss im Betrieb  festgestellt, dass bei einem Durchmesser des       Reduzierrohres    von 56 mm und stetiger       Hindurchbewegung    der in Schiffchen ge  ladenen Säure durch dieses Rohr nach dem  Gegenstromprinzip eine     Minuten-Strömungs-          geschwindigkeit    des Wasserstoffes von 1 m  erforderlich ist, um dasjenige feine     Born     des     Metalles    zu erzielen, das zu dessen Wei  terverarbeitung in feinste Drähte erforder  lich ist, wenn eine nach der vorliegenden  Erfindung behandelte     Molybdänsäure    ver  wendet wird.

   Bei     Verwendung    der besten  bisher im Handel erhältlichen     Molybdän-          säure    musste jedoch zur Verarbeitung der  <I>0</I>     cr    eichen Säuremengen und unter sonst glei  chen Bedingungen eine Minuten-Strömungs-         geschwindigkeit    des Wasserstoffes von     5.$        n>     zur Erzielung eines zur Weiterverarbeitung  zu feinsten Drähten usw. brauchbaren Kor  nes angewendet werden. Dabei ist aber die  Feinheit des Kornes im letzteren Falle er  heblich geringer als bei Verarbeitung der  nach der Erfindung hergestellten Säure, und  zwar mit dem Bruchteil der bisher erforder  lichem Wasserstoffmengen.  



  Das so auf billigem Wege dargestellte  feinste, reine, metallische Pulver kann nun  aber weit besser gesintert werden als das  bisher erzielte feinkörnige Metallpulver.  Dieses bisher erzielte grobkörnige Pulver  ist aber trotzdem gröber als dasjenige. das  aus einer nach der Erfindung hergestellten  Säure reduziert werden kann. Je feinkörni  ger das     verwendete    Metallpulver ist, um so  geringer ist nämlich die erforderliche Ener  gie, um aus einem aus dem Pulver gepressten  Stab einen gesinterten zu erhalten. Unter  der Voraussetzung gleichen     Pressdruckes     und gleichen Gewichtes der     Pressstäbe    ist  die für das Sintern erforderliche elektrische  Spannung und Stromstärke um so geringer,  je feinkörniger der gepresste Stab ist.

   Wenn  man beispielsweise zum Sintern der bisher  gebräuchlichen     Pressstäbe    56 Kilowattstun  den elektrischer Energie benötigte, so kann  man dieselbe     Sinterung    bei Verarbeitung  einer Säure nach der Erfindung mit nur  22 Kilowattstunden elektrischer Energie  durchführen. Die erhaltenen     ge;Iinterten     Stäbe besitzen dann gleiches Kleingefüge.  Zudem hinaus kann man beim     Sintern    ab  solut reiner Säure bis knapp an den Schmelz  punkt herangehen, während bei Säuren, die  nur wenige hundertstel Prozent Verunreini  gungen enthalten, eine Behandlung mit solch  hoher Temperatur beim Sintern ausgeschlos  sen ist, da sonst Schmelzstellen im Innern  des Stabes entstehen.

   Je höher die Sinter  temperatur aber ist, desto rascher ist die       Sinterung    selbst beendet und um so grösser  ist die Leistung und somit Ausnutzung  einer vorhandenen     Sinteranlage.     



  Das Arbeitsverfahren nach der Erfindung  kann ohne Schwierigkeit im kleinsten und      grössten     Massstabe    durchgeführt werden, be  darf keines geschulten Personals und kann  mit einem Fünftel der früher notwendigen  Arbeitskräfte     durchgeführt    werden. Die       Grösse    der erforderlichen Arbeitsräume wird  gegenüber den bisherigen Betrieben bis auf  ein Zehntel vermindert.  



  Insbesondere kann das Arbeitsverfahren  nach der Erfindung wegen seiner Einfach  heit gleich an der Erzgrube     ausgeführt    wer  den, wodurch die     Frachtkosten    verringert       werden.     



  Weitere Vorteile des Arbeitsverfahrens  gemäss der Erfindung bestehen darin, dass  höhere Temperaturen als 1000 bis 1100   C  bei Behandlung von     Molybdänverbindungen     angewendet werden, während bekannte Ver  fahren bei höchstens<B>800,'</B> C ausgeführt wer  den, da sie sonst zu nahe beim Einsetzen  des Schmelzens vor sich gehen und der  Schmelz aus der schräg stehenden und not  wendig an der tiefsten Stelle offenen Re  torte ausfliessen     würde.    Bei solchen Verfah  ren muss daher das Zusammenbacken durch  einen Sand- und Kalkzusatz verhindert wer  den.

   Schliesslich wird überhaupt kein künst  licher Sauerstoffzusatz bei dem Arbeitsver  fahren nach der Erfindung     verwendet.    Es  werden daher die Kosten des Sauerstoffes  in Flaschen oder die Errichtung einer be  sonderen Anlage zur Erzeugung von Sauer  stoff von     vorneherein    erspart.  



  Das beschriebene Ausführungsbeispiel ist  nun ohne weiteres auch zur Herstellung von       Wolframsäure        W0.#    anwendbar. Natürlich  ist dann eine entsprechend höhere Schmelz  temperatur einzustellen und daher an Stelle  eines Quarztiegels beispielsweise ein solcher  ans     Zirkonoxvd    zu verwenden.  



  Schliesslich sei noch bemerkt, dass selbst  verständlich auch ein ununterbrochenes Ar  beitsverfahren durchführbar ist,,     wenn    man  nämlich den Rahmen.     R    beispielsweise dreh  bar und auf ihm zwei Tiegel T derart an  ordnet, dass sich der eine Tiegel unter dem  Abzug<I>B. L.</I> befindet und das, abgerüstete  Erz in ihm erschmolzen wird,     während    der  andere Tiegel unter der Haube C angeord-         net    ist und aus ihm die     Molybdän-    oder     Wol-          framsäure    verdampft wird.

   Sollten die Zeit  punkte für diese beiden Vorgänge nicht       gleichgross    bemessen werden können, so kann  man durch Anordnung einer entsprechend  grösseren Zahl von Tiegeln beispielsweise auf  einem Drehtisch und entsprechende Ver  mehrung der einen oder andern Art von Ab  zügen dieses ununterbrochene Verfahren  verwirklichen. Es wird dann entweder in  mehreren Tiegeln das abgerüstete Erz gleich  zeitig erschmolzen oder aber aus mehreren  Tiegeln die Säure bleichzeitig verdampft.

    Um eine     Ortsbewegung    der Behälter (Tie  gel) zu vermeiden, und um ferner zwei ver  schiedene Abzüge teilweise zu ersparen,  kann man auch den Tiegel oder Behälter  ortsfest unter einem einzigen Abzug an  ordnen, der an entsprechender Stelle ge  gabelt ist und einerseits zur Kondensations  kammer, anderseits     @    ins Freie oder an einen  andern geeigneten Ort ausmündet, sowie an  der Gabelstelle Vorrichtungen, zum Beispiel       .Flappen,        anordnen"    die während des     Erhit-          zens        bezw.    Einschmelzens der Erze die ent  stehenden Dämpfe ins Freie,

   während des       Ausdampfens        Molybdän-    oder     Wolframsäure     jedoch in die Kondensationskammer leiten.  Die vollständige Trennung der Abzüge ist  aber für die absolute Reinheit der erhalte  nen Säuren entschieden vorzuziehen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zur Herstellung von chemisch reinen Trioxyden von Metallen der ersten; Untergruppe der sechsten Reihe des periodischen Systems, dadurch ge kennzeichnet, dass abgerüstete Erze so hoch erhitzt werden, dass sie schmelz flüssig werden, aus dem .Schmelzfluss das Trioxyd verdampft, abgezogen und hierauf kondensiert wird.
    1I. Einrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen Behälter, in dem die abgerüsteten Erze erschmolzen werden., und mindestens eine Abzugsvorrichtung für die sich entwickelnden ausgetriebenen Trioxyd- dämpfe aufweist. UNTERANSPRÜCHE: 1.. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass abgeröstetes ZVolframerz verwendet wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass abgeröstetes Molybdä,nerz verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die abgeröste- ten Erze vor dem Schmelzen mindestens teilweise konzentriert werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Ver dampfung des Trioxyds während des Schmelzflusses dadurch beschleunigt wird, dass' dem Schmelzbad eine mög lichst grosse Oberfläche gegeben wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Schmelz fluss während des Verdampfens des Tri- oxyds in Bewegung erhalten wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Dämpfe des Trioxyds durch einen Imftstrom von dem Schmelzfluss fortgetrieben wer den. 7. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Dämpfe des Trioxyds von dem Schmelzfluss ab gesaugt werden.
    fi. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die entwickel ten Trioxyddämpfe im Augenblicke der Verdampfung ohne Berührung mit ir- gendv,elchen warmen Teilen abgeführt werden und in einer kalten Konden sationskammer niedergeschlagen werden. 9. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das konden- sierte Trioxyd durch Walzen verdichtet wird. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Ein schmelzung der abgerösteten Erze der art an anderer Stelle als die Verdamp fung des Trioxyds durchgeführt wird, dass die Einschmelzung der abgerösteten Erze für die entweichenden, höchstens wenig Trioxyd enthaltenden Dämpfe unter einem gesonderten Abzug und die Verdampfung des Trioxyds unter einem andern, in eine kalte Ablagerungs kammer ausmündenden Abzug erfolgt. 11.
    Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Be hälter zum Schmelzen der abgerösteten ,Erze schräg angeordnet ist. 12. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Be hälter zum Schmelzen der abgerösteten Erze um eine stehende Achse vor regel barer Geschwindigkeit drehbar angeord net ist. 13. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Abzugsvorrichtung aufweist, die derart einstellbar ist, dass sie während des Einschmelzens der abgerösteten Erze ins Freie und während der Verdampfung des Trioxyds in .eine Kondensations kammer ausmündet.
    14. Einrichtung nach Patenfanspruch II, gekennzeichnet durch zwei gesonderte Abzugsvorrichtungen, deren eine ins Freie und deren andere in eine Kon densationskammer ausmündet, sowie durch ortsbewegliche Anordnung des Behälters für die zu erschmelzenden ab gerösteten Erze, der abwechselnd unter eine der beiden Abzugsvorrichtungen ge bracht wird.
CH129580D 1926-04-27 1927-01-10 Verfahren zur Herstellung von chemisch reinen Trioxyden von Metallen der ersten Untergruppe der sechsten Reihe des periodischen Systems. CH129580A (de)

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