AT528102B1 - System und Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivität - Google Patents
System und Verfahren zum Überwachen von TeilentladungsaktivitätInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein System (SYS) sowie ein zugehöriges Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivität in einem elektrischen Energieversorgungssystem, welches eine Anzahl von elektrischen Anlagen (AN1, AN2), mit jeweils zumindest einer Hoch- oder Mittelspannungskomponente (HV1, HV2) aufweist. In den Hoch- oder Mittelspannungskomponenten (HV1, HV2) können während eines Betriebs Teilentladungen auftreten. Dazu weist das System (SYS) zumindest eine mobile Detektionseinheit (DE) zum Erfassen von im Energieversorgungssystem auftretenden Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) in einem Erfassungsschritt (S101) sowie eine Positionsbestimmungseinheit (PB), welche zum Ermitteln von Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) jeweils zu den von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) in einem Ermittlungsschritt (S102) eingerichtet und angeordnet ist, auf. Weiterhin ist eine zentrale Rechnereinheit (RE) vorgesehen, an welche in einem Übertragungsschritt (S103) die Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und die Positionsdaten (POS, POS1, POS2) übertragen werden. Die Rechnereinheit (RE) ist dazu eingerichtet, die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und die jeweils von der Positionsbestimmungseinheit (PB) dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) in einem Sammelschritt (S104) zu sammeln und in einem Auswerteschritt (S105) derart auszuwerten, dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) zumindest Positionen im Energieversorgungssystem mit Teilentladungsaktivitäten sowie eine zugehörige Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten ermittelt werden.
Description
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SYSTEM UND VERFAHREN ZUM ÜBERWACHEN VON TEILENTLADUNGSAKTIVITÄT
[0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft ein System zum Überwachen von Teilentladungsaktivität in einem elektrischen Energieversorgungssystem, wobei das Energieversorgungssystem eine Anzahl von elektrischen Anlagen mit jeweils zumindest einer Hoch- oder Mittelspannungskomponente aufweist, in welcher während eines Betriebs Teilentladungen auftreten können. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf ein zugehöriges Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivität in einem elektrischen Energieversorgungssystem.
STAND DER TECHNIK
[0002] Elektrische Energieversorgungssysteme für hohe und mittlere Spannungen sind weit verbreitet. Die Notwendigkeit, Energie über größere Entfernungen zu übertragen, eine Spannungsumwandlung vorzunehmen oder die Energie an Verbraucher zu verteilen, erfordert komplexe Energieversorgungssysteme mit einer Anzahl an elektrischen Anlagen (z.B., Umspannwerke, Transformatorstationen, etc.), in denen üblicherweise zahlreiche Hoch- und Mittelspannungskomponenten zum Wandeln von elektrischer Energie, wie z.B. Leistungstransformatoren oder Schaltanlagen, und/oder zum Verteilen von elektrischer Energie, wie z.B. Übertragungsleitungen (z.B. Kabel und/oder Freileitungen), Hochspannungskabelendverschlüsse, etc., eingesetzt werden.
[0003] In derartigen elektrischen Energieversorgungssystemen treten allerdings hohe Spannungen und große Energien auf, denen die Hoch- und Mittelspannungskomponenten in den elektrischen Anlagen ausgesetzt sind. Elektrische Komponenten des Hoch- und Mittelspannungsbereichs müssen daher während des Betriebs im elektrischen Energieversorgungssystem eine ausreichend große und zuverlässige Isolierung aufweisen, um elektrische Durchschläge zu vermeiden, welche Beschädigungen an den jeweiligen Komponenten bzw. den elektrischen Anlagen des Energieversorgungssystems verursachen, sowie Personen (z.B. Wartungspersonal, Bedienpersonal, etc.) gefährden können. Für die Isolierung werden Isolierstoffe oder Isoliermittel eingesetzt, welche eine extrem geringe und somit vernachlässigbare elektrische Leitfähigkeit aufweisen, um den elektrischen Stromfluss auf spannungsführende Teile zu begrenzen. Als Isolierstoff bzw. -mittel werden je nach Komponente beispielsweise technische Keramik (z.B. Steatit, Porzellan für Isolatoren von Freileitungen oder bei Strom-Durchführungen, etc.), Kunststoffe (z.B. vernetztes Polyethylen bei Hochspannungskabel, etc.), Öle (z.B. Transformatoröl in Leistungsschaltern, Leistungstransformatoren, Ölkabeln, etc.) oder andere Materialen mit extrem geringer elektrischer Leitfähigkeit eingesetzt.
[0004] Zumeist sind Isolierungen in Hoch- und Mittelspannungskomponenten eines Energieversorgungssystems im Laufe der Zeit durch die auftretenden elektrischen Felder einem großen Stress ausgesetzt, welcher zu vorzeitiger Alterung der Isolierung und/oder Schäden in der Isolierung (z.B. Rissen bei festen Isolierungen, Blasen bei flüssigen Isolierungen, etc.) führen kann. Dadurch können beispielsweise hohe Erdfehlerströme auftreten, welche einerseits große Schäden an den Hoch- und Mittelspannungskomponenten verursachen und andererseits eine große Gefahr für das Personal des Energieversorgungssystems darstellen. Allerdings können sich Durchbrüche von Isolierungen - zum Beispiel, wenn sie durch Alterung des verwendeten Isolierstoffs bzw. Isoliermaterials verursacht werden oder Teil falsch installiert wurden, durch vorhergehende Teilentladungen ankündigen.
[0005] Eine Teilentladung (oder kurz TE), die auch als Vorentladung bezeichnet wird und ein Begriff aus der Hochspannungstechnik ist, beschreibt eine elektrische Entladung, die nur einen Teil der Isolierung einer elektrischen Komponente oder eines elektrischen Systems betrifft und nicht sofort zu einem vollständigen Durchschlag bzw. Durchbruch führt. Teilentladungen entstehen in Bereichen mit hoher elektrischer Feldstärke, z.B. bei stark inhomogenen Verläufen eines elektrischen Feldes in Isolierungen von Hoch- und Mittelspannungskomponenten oder entlang von Luftstrecken. So kann es beispielweise an Grenzen zwischen Isoliermaterialien (z.B. bei schlecht ausgeführten elektrischen Verbindungen) oder an Stellen mit Fehlern oder Inhomogeni-
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täten in der Isolierung (z.B. bei Gasblasen in flüssigen Isolierstoffen, bei Rissen in festen Isolierstoffen, etc.) zu Bereichen mit hoher elektrischer Feldstärke und damit zu einer lokalen Uberschreitung der isoliermaterialtypischen Durchschlagfeldstärke kommen, was zu Teilentladungen führt.
[0006] Teilentladungen sind lokal bzw. auf einen kleinen Bereich begrenzt und umfassen nicht die gesamte Isolationsstrecke. Zumeist treten Teilentladungen in sehr kurzen Zeitintervallen auf, oft im Bereich von Nano- bis Mikrosekunden. Weiterhin werden unter dem Begriff Teilentladung bzw. TE mehrere Teilentladungseffekte zusammengefasst. Es kann zwischen äußeren Teilentladungen oder Koronaentladungen, inneren Teilentladungen oder so genannter Kavitation und Oberflächenentladungen unterschieden werden. Äußere Teilentladungen sind Entladungen, welche an Oberflächen von freien Metallelektroden - z.B. scharfen Kanten oder spitzen Objekten, an denen die Feldstärke erhöht ist - in den freien Luftraum hinein auftreten, und kommen häufig bei Hochspannungsfreileitungen vor. Als innere Teilentladungen werden üblicherweise alle äußerlich nicht sichtbaren Entladungen innerhalb von festen, flüssigen oder gasförmigen Isolierstoffen bezeichnet. Diese Teilentladungen treten z.B. dort auf, wo Inhomogenitäten des Isoliermaterials unter starkem Feldeinfluss liegen, wie z.B. im Fall von Gasbläschen in einer Isolierflüssigkeit (z.B. Öl, etc.) oder Verunreinigungen in einem festen Isolierstoff (z.B. Einschlüsse in Gießharz). Die Isoliereigenschaften an der Stelle der Inhomogenität (z.B. der Gasblasen oder dem Einschluss) sind durch die örtlich geringere Durchschlagsfestigkeit gestört, was sich durch Teilentladungen bemerkbar macht. Die Oberflächenentladungen finden entlang der Oberfläche eines Isoliermaterials bzw. an der längs zum elektrischen Feld liegenden Grenzschicht eines Isoliermaterials statt (z.B. bei starker Verschmutzung).
[0007] Teilentladungen sind damit zumeist ein Hinweis auf Schwachstellen in der Isolierung der jeweiligen Hoch- und Mittelspannungskomponenten in einer der elektrischen Anlagen eines Energieversorgungssystems und können langfristig zu ernsthaften Schäden führen, wie z.B. zur Degradation des Isoliermaterials und schließlich zu einem vollständigen elektrischen Durchschlag. Daher haben sich Überprüfungen auf Teilentladungen bewährt, da mittels Messung und/oder Analyse von auftretenden Teilentladungen ein Isolationszustand bewertet und vor allem kritische Defekte im Isolationssystem von Hoch- und Mittelspannungskomponenten, wie beispielsweise Kabel, Leistungstransformatoren, Schaltanlagen, Hochspannungskabelendverschlüssen und anderen kritischen elektrischen Komponenten eines Energieversorgungssystems, frühzeitig erkannt werden können. In den jeweiligen Hoch- und Mittelspannungskomponenten auftretende Teilentladungsaktivitäten können durch verschiedene Techniken nachgewiesen und gemessen werden, wie Zz.B.:
[0008] - akustische Messverfahren: es werden akustische Signale (z.B. Schallwellen, Ultraschallwellen) erfasst und ausgewertet, die durch Teilentladungen in einer Hochspannungseinrichtung erzeugt werden. Um die Teilentladungsaktivitäten feststellen und ihren Entstehungsort lokalisieren zu können, wird beispielsweise die zu prüfende elektrische Einrichtung mit einem Richtmikrofon abgescannt.
[0009] - optische Messverfahren: da Teilentladungen neben Geräuschen auch Licht, insbesondere UV-Strahlung, emittieren, wird bei diesen Messverfahren das durch die Teilentladungen emittierte Licht mittels entsprechender Sensoren oder speziellen Kameras direkt vor Ort bei der zu prüfenden, elektrischen Anlage bzw. bei der zu prüfenden Komponente detektiert, gegebenenfalls mit entsprechenden Filtern vom Tageslicht getrennt und ausgewertet, um Teilentladungen in elektrischen Einrichtungen zu ermitteln und auch den Entstehungsort der Teilentladungen zu lokalisieren.
[0010] - elektrische bzw. elektromagnetische Messverfahren: dabei werden die von Teilentladungen verursachten elektrischen bzw. elektromagnetischen Impulse mit Hilfe einer entsprechenden Sensoreinheit erfasst und dann gemessen. Zu den elektrischen bzw. elektromagnetischen Messverfahren gehören beispielsweise die konventionelle TEAuskopplung und die Feldauskopplung. Bei der konventionellen TE-Auskopplung werden beispielsweise nach der Norm IEC 60270 (High-voltage test techniques - Partial
discharge measurement) über eine Messimpedanz die elektrischen TE-Impulse an einem Ende eines elektrischen Kabels ausgekoppelt. Die Messimpedanz konvertiert einen durch einen lokalen Isolationszusammenbruch in der zu prüfenden Komponente verursachten impulsartigen Nachladestrom in einem parallel zur zu prüfenden Komponente angeschlossenen Koppelkondensator in ein ladungsäquivalentes Spannungssignal, mit welchem die Teilentladungsaktivität ermittelt und lokalisiert werden kann. Diese konventionellen TE-Auskopplung liefert besonders gute Messempfindlichkeit, wenn die Unterdrückung von Umgebungsstörungen (z.B. Mobilfunk, Radarsignalen, Koronaentladungen, etc.) gelingt. Da die Messung aufwendig ist, wird häufig alternativ die Feldauskopplung verwendet, um Teilentladungen nachzuweisen und zu lokalisieren. Dabei werden durch geeignete Feldsensoren, welche häufig oberhalb von 1 MHz arbeiten, die von TE-Impulsen erzeugten elektrischen und magnetischen Feldkomponenten erfasst und in messbare Spannungssignale umgewandelt, welche dann ausgewertet werden können. Weiterhin können zum Erfassen der elektrischen bzw. magnetischen Feldkomponenten von TE-Impulsen auch kapazitive Sensoren, induktive Sensoren oder Richtkoppelsensoren, verwendet werden. Ferner ist es in Energiekabeln möglich, TE-bedingte elektrische Impulse einer Signalausbreitungszeitanalyse zu unterziehen. Weitere Messverfahren analysieren TE-bedingte elektromagnetische Wellen, insbesondere Funkwellen, wobei zum Detektieren z.B. UHF-Sensoreinheit bzw. UHF-Antennen verwendet werden.
[0011] Üblicherweise weisen Energieversorgungssystem für hohe und mittlere Spannungen eine große Anzahl an örtlich verteilten Anlagen (z.B. Umspannwerk, Verteilerknoten, Transformatorstationen, etc.) mit unterschiedlichen Hoch- und Mittelspannungskomponenten (z.B. Transformatoren, Schaltanlagen, etc.) sowie eine Vielzahl an Übertragungsleitungen (z.B. Kabel und/oder Freileitungen) auf. Um die Zuverlässigkeit und Sicherheit dieser Hoch- und Mittelspannungskomponenten des Energieversorgungssystems gewährleisten zu können, wäre eine regelmäßige Ermittlung von Teilentladungsaktivitäten in allen Anlagen vorteilhaft. Dies ist allerdings zeitlich sehr aufwendig sowie mit großen Personal- und/oder Kostenaufwand verbunden. Es können zwar bei einzelnen Komponenten (z.B. Kabelstrecken oder Transformatoren) die Teilentladungsaktivitäten sehr genau gemessen werden. Dies wird allerdings zumeist nur anlassbezogen, wie z.B. bei Hochspannungskabel bei der Inbetriebnahme, durchgeführt. Bei elektrischen Komponenten im Mittelspannungsbereich werden z.B. kaum Messungen von Teilentladungsaktivitäten durchgeführt.
[0012] Unter Umständen können auch sehr starke Geräusche von erfahrenem Personal wahrgenommen werden, wenn die Teilentladungsaktivitäten besonders stark sind. Unter Umständen kann auch Ozon gebildet werden, das wegen dem charakteristischen Geruch wahrgenommen werden kann, aber auch dies tritt, wenn dann, erst sehr spät auf. Dadurch können Korrekturreparaturen, wenn überhaupt, erst sehr spät durchgeführt bzw. Ausfälle von Komponenten nur schwer oder kaum verhindert werden. Dies kann zu teuren Reparaturen und damit verbunden Ausfallzeiten der Hoch- und Mittelspannungskomponenten bzw. von Teilen des EnergieversorgungssyStems führen.
[0013] Aus der KR 101647423 B1 ist beispielsweise ein System sowie ein Verfahren zur automatischen Diagnose einer elektrischen Energieanlage bekannt, bei welchem mit einer mobilen oder einer an der Energieanlage fest angebrachten Messeinheit das Auftreten von Fehlern in der Energieanlage gemessen und die Messdaten gemeinsam mit einer Geräteidentifikation entweder direkt oder über einen Bedienerterminal an einen Diagnoseserver übertragen werden. Der Diagnoseserver prüft die Geräteidentifikation, liest Standarddaten entsprechend der Geräteidentifikation aus einer Datenbank und diagnostiziert Fehler der Energieanlage durch Vergleich der von der Messeinheit übermittelten Messdaten mit den Standarddaten. Allerdings kann der Diagnoseserver weder auftretenden Teilentladungsaktivitäten noch deren Stärke erkennen.
[0014] Um einen zuverlässigen Betrieb sowie die Sicherheit von in einem elektrischen Energieversorgungssystem verwendeten Hoch- und Mittelspannungskomponenten zu gewährleisten, wäre es daher wünschenswert, ohne großen Aufwand die elektrischen Anlagen eines Energie-
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versorgungsnetzes laufend auf auftretenden Teilentladungsaktivitäten überprüfen zu können, um anhand der detektierten Teilentladungsaktivitäten kritische Defekte bei Hoch- und Mittelspannungskomponenten frühzeitig zu erkennen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0015] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein System sowie ein Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten anzugeben, mit welchen ein Energieversorgungssystem und insbesondere elektrischen Anlagen des Energieversorgungssystems, welche verschiedenen Hoch- und Mittelspannungskomponenten aufweisen, auf einfache Weise regelmäßig und ohne großen Aufwand auf Teilentladungsaktivitäten überprüft und Veränderungen von auftretenden Teilentladungsaktivitäten leicht und rasch erkannt werden können.
[0016] Diese Aufgabe wird durch ein System zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem sowie ein zugehöriges Verfahren gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0017] Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe durch ein System zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten der eingangs angegebenen Art, wobei das System zumindest aufweist:
[0018] - zumindest eine mobile Detektoreinheit zum Erfassen von im Energieversorgungssystem auftretenden Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten;
[0019] - eine Positionsbestimmungseinheit, welche zum Ermitteln von Positionsdaten der zumindest einen mobilen Detektoreinheit jeweils zu den von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit erfassten Teilentladungsdaten eingerichtet und angeordnet ist; und
[0020] - eine zentrale Rechnereinheit, welche dazu eingerichtet ist, die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit erfassten Teilentladungsdaten und die jeweils von der Positionsbestimmungseinheit dazu ermittelten Positionsdaten der zumindest einen
[0021] - mobilen Detektoreinheit zu sammeln und derart auszuwerten, dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten und den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten zumindest Positionen im Energieversorgungssystem mit Teilentladungsaktivitäten sowie eine zugehörige Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten ermittelt werden.
[0022] Der Hauptaspekt der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung besteht vor allem darin, dass mit dem System ein Energieversorgungssystem, Teilbereiche eines Energieversorgungssystems, einzelnen oder mehrere elektrische Anlagen und/oder auch einzelnen Hoch- und Mittelspannungskomponenten von elektrischen Anlagen sehr einfach regelmäßig auf Teilentladungsaktivitäten überprüft werden können. Weiterhin können durch das Sammeln der erfassten Teilentladungsdaten und der dazu ermittelten Positionsdaten auf einer zentralen Rechnereinheit leicht und rasch Teilentladungsaktivitäten und insbesondere deren Veränderungen frühzeitig erkannt werden. Damit können z.B. drohende Ausfälle von Komponenten rechtzeitig erkannt sowie Korrekturarbeiten rechtzeitig veranlasst werden.
[0023] Es ist günstig, wenn die zentrale Rechnereinheit weiterhin dazu eingerichtet ist, eine graphische Darstellung der ermittelten Teilentladungsaktivitäten sowie der zugehörigen Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten zu erstellen. Aufgrund der graphischen Darstellung, z.B. in Form einer Landkarte, können festgestellte Teilentladungsaktivitäten sehr einfach und übersichtlich für ein Personal des Energieversorgungsnetzes dargestellt werden und damit angezeigt werden, in welchen Teilbereichen, Anlagen, Komponenten des Energieversorgungsnetzes Teilentladungsaktivitäten auftreten. Idealerweise wird z.B. mittels Farben eine zugehörige Stärke oder ein TEPegel der jeweiligen Teilentladungsaktivität in der graphischen Darstellung symbolisiert. Dadurch können z.B. Positionen im Energieversorgungsnetz mit einer drohenden Gefahr durch Teilentladungsaktivitäten rasch erkannt und z.B. Personal vor Ort davor gewarnt werden.
[0024] Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn die zumindest eine mobile Detektoreinheit und die Positionsbestimmungseinheit eine Einheit bilden, wobei die Positionsbestimmungseinheit zumindest
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in örtlicher Nähe der Detektoreinheit angeordnet ist, insbesondere in die Detektoreinheit integriert oder in einem mobiles Kommunikationsgerät, insbesondere in einem Mobiltelefon oder Smartphone, angeordnet sein kann. Durch die örtliche Nähe zwischen Detektoreinheit und Positionsbestimmungseinheit erfolgt eine Zuordnung zwischen diesen beiden Einheiten und die Positionsbestimmungseinheit kann die Positionsdaten der Detektoreinheit relativ genau ermitteln, wodurch auch eine Position, an welcher in einem Energieversorgungsnetz Teilentladungsaktivitäten auftreten, relativ genau ermittelt werden kann.
[0025] Zweckmäßigerweise ist die zumindest eine mobile Detektoreinheit als von einem Benutzer tragbares Gerät ausgestaltet. Auf diese Weise kann Personal des Energieversorgers, das regelmäßig in den elektrischen Anlagen des Energieversorgungssystems bzw. Energieversorgungsgebiet des Energieversorgers unterwegs ist, sehr leicht und einfach mit einer Detektoreinheit ausgerüstet werden. Dadurch können Teilentladungsaktivitäten vom Personal quasi „nebenbei“ erfasst werden. Alternativ oder zusätzlich, kann die Detektoreinheit auf einer beweglichen Robotereinheit anordenbar sein. Auf diese Weise können z.B. Bereich im Energieversorgungsnetz überwacht werden, welche vom Personal nicht häufig genug betreten werden. Idealerweise kann die Robotereinheit zumindest eine Positionsbestimmungseinheit aufweisen, wodurch neben den Teilentladungsdaten von der Robotereinheit auch die jeweilige Position sehr einfach ermittelt werden kann.
[0026] Idealerweise ist für eine Übertragung der von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit erfassten Teilentladungsdaten und der jeweils von der Positionsbestimmungseinheit ermittelten Positionsdaten an die zentrale Rechnereinheit eine Datenverbindung über ein drahtloses oder drahtgebundenes Kommunikationsnetz vorgesehen.
[0027] Eine zweckmäßige Ausführungsform des Systems sieht vor, dass eine lokale Speichereinheit vorgesehen ist, in welcher die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit erfassten Teilentladungsdaten und die von der Positionsbestimmungseinheit dazu ermittelten Positionsdaten der zumindest einen mobile Detektoreinheit vor und/oder für eine Übertragung an die zentralen Rechnereinheit zwischenspeicherbar sind. Die lokale Speichereinheit kann idealerweise genutzt werden, wenn z.B. keine mobile Kommunikations- bzw. Datenverbindung zur zentralen Rechnereinheit besteht, um die erfassten Teilentladungsdaten und die zugehörigen, ermittelten Positionsdaten sofort an die Rechnereinheit zu übertragen. Weiterhin können diese Daten in der lokalen Speichereinheit zwischengespeichert werden, wenn z.B. aus Sicherheitsgründen keine mobile Kommunikationsverbindung aufgebaut werden soll.
[0028] Weiterhin ist es günstig, wenn die zumindest eine mobile Detektoreinheit dazu eingerichtet ist, durch Teilentladungsaktivitäten verursachte elektromagnetische Wellen, insbesondere elektromagnetische Wellen in einem Mittel- oder Hochfrequenz-Bereich, oder durch Teilentladungsaktivität verursachte Ultraschallwellen zu detektieren. Dabei können aus den von den Teilentladungsaktivitäten verursachten elektromagnetischen Wellen sehr einfach in elektrische Signale umgewandelt werden sowie ein Pegel der Teilentladungsaktivitäten ermittelt werden.
[0029] Weiterhin erfolgt die Lösung der angeführten Aufgabe auch durch ein Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem elektrischen Energieversorgungssystem, wobei von zumindest einer mobilen Detektoreinheit im Energieversorgungssystem auftretende Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten erfasst werden und wobei zu den erfassten Teilentladungsdaten von einer Positionsbestimmungseinheit, welche zumindest in Örtlicher Nähe der zumindest einen Detektoreinheit angeordnet wird, jeweils Positionsdaten der zumindest einen mobilen Detektoreinheit ermittelt werden. Dann werden die erfassten Teilentladungsdaten mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten der zumindest einen mobilen Detektoreinheit an eine zentrale Rechnereinheit übertragen und von der zentralen Rechnereinheit gesammelt werden, wobei die zentrale Rechnereinheit die erfassten Teilentladungsdaten mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten dann derart auswertet, dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten und den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten zumindest Positionen im Energieversorgungssystem mit Teilentladungsaktivitäten sowie eine zugehörige Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten ermittelt wird.
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[0030] Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann - wie mit dem erfindungsgemäßen System - sehr einfach ein Energieversorgungssystem, Teilbereiche eines Energieversorgungssystems, einzelne oder mehrere elektrische Anlagen und/oder auch einzelne Hoch- und Mittelspannungskomponenten von elektrischen Anlagen regelmäßig auf Teilentladungsaktivitäten überprüft werden.
[0031] Es ist dabei vorteilhaft, wenn von der zentralen Rechnereinheit eine graphische Darstellung der ermittelten Teilentladungsaktivitäten sowie der zugehörigen Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten erstellt wird, aus welcher Teilentladungsaktivitäten im Energieversorgungsnetz rasch ersichtlich sind.
[0032] Weiterhin ist es günstig, wenn die erfassten Teilentladungsdaten mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten der zumindest einen mobilen Detektoreinheit über eine Datenverbindung in einem drahtlosen oder drahtgebundenen Kommunikationsnetz an die zentrale Rechnereinheit übertragen werden. Die Daten können dann einfach gesammelt werden und sind rasch auf der zentralen Rechnereinheit zur Auswertung verfügbar.
[0033] Idealerweise können die erfassten Teilentladungsdaten mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten der zumindest einen mobilen Detektoreinheit in einer lokalen Speichereinheit vor und/oder für eine Übertragung an die zentrale Rechnereinheit zwischengespeichert werden, falls z.B. keine mobile Kommunikationsverbindung für eine Datenübertragung verfügbar ist oder z.B. Störungen aufweist, welche eine vollständige Datenübertragung nicht sicherstellen oder aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden soll.
[0034] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass die aus den erfassten Teilentladungsdaten ermittelten Teilentladungsaktivitäten mit Grenzwerten verglichen werden, welche für einzelne elektrische Anlagen und/oder Teilbereich des Energieversorgungssystems und/oder für das gesamte Energieversorgungssystem vorgegeben werden, und dass bei Überschreiten eines der vorgegebenen Grenzwerte ein Alarm ausgegeben wird. Dadurch können z.B. notwendige Korrekturreparaturen von Mittel- oder Hochspannungskomponenten frühzeitig erkannt und/oder drohende Ausfälle oder Gefahrensituationen rechtzeitig verhindert werden bzw. Personal rechtzeitig gewarnt werden. Der Alarm kann idealerweise als optischer und/oder akustischer Alarm ausgegeben oder in Form einer Nachricht (z.B. an Personal vor Ort) versendet werden.
[0035] Es ist weiterhin günstig, wenn von der Rechnereinheit erfasste Teilentladungsdaten unter Verwendung der jeweils dazu ermittelten Positionsdaten mit vorhergehend erfassten Teilentladungsdaten verglichen werden. Dabei können idealerweise Teilentladungsdaten, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder in regelmäßigen Zeitintervallen für eine Position erfasst wurden, miteinander verglichen werden, um Veränderungen und Trends bei den Teilentladungsaktivitäten erkennen zu können. Dazu können sowohl die Teilentladungsdaten beim Erfassen als auch die Positionsdaten beim Ermitteln mit einer Zeit, z.B. in Form eines Zeitstempels, versehen werden. Mit Hilfe der zu den Teilentladungsdaten erfassten Zeit können z.B. Zeitreihen von Teilentladungsdaten gebildet werden, welche beispielsweise eine Entwicklung der Teilentladungsaktivitäten an einer Position (z.B. einer Mittel- oder Hochspannungskomponente, in einer elektrischen Anlage und/oder in einem Teilbereich des Energieversorgungsnetzes) angeben und z.B. in der graphischen Darstellung beispielsweise mittels Farbe angezeigt werden können.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0036] Die gegenständliche Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 3b näher erläutert, die beispielhaft, schematisch und nicht einschränkend vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung zeigen. Dabei zeigt
[0037] Fig. 1 ein erfindungsgemäßes System zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem
[0038] Fig.2 einen Ablauf des Verfahrens zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem
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[0039] Fig.3a und 3b eine Anwendung des erfindungsgemäßen Systems und Verfahrens zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem
AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0040] Figur 1 zeigt beispielhaft und schematisch ein erfindungsgemäßes System SYS zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem, welches eine mehr oder weniger große Anzahl an elektrischen Anlagen AN1, AN2 mit verschiedenen elektrischen Komponenten HV1, HV2 im Hoch- und/oder Mittelspannungsbereich, wie z.B. Leistungstransformatoren, Schaltanlagen, Hochspannungskabelendverschlüsse, Kabelstrecken, etc. umfasst, wobei die elektrischen Anlagen AN1, AN2 mit den verschiedenen elektrischen Komponenten HV1, HV2 erst in Fig. 3a und Fig. 3b dargestellt sind, welche eine Anwendung des Systems SYS sowie des zugehörigen Verfahrens in einem Energieversorgungssystems zeigen. Durch die elektrischen Komponenten HV1, HV2 können aufgrund von Alterung und/oder Schwachstellen in der Isolierung der jeweiligen Komponenten HV1, HV2 in einer elektrischen Anlage AN1, AN2 Teilentladungen verursacht werden.
[0041] Das System SYS weist zum Erfassen der Teilentladungsaktivitäten im Energieversorgungssystem bzw. in einer der elektrischen Anlagen AN1, AN2 zumindest eine mobile Detektoreinheit DE. Die mobile Detektoreinheit DE ist zum Erfassen der von elektrischen Komponenten H\V/1, HV2 in der jeweiligen elektrischen Anlage AN1, AN2 bzw. des Energieversorgungssystems verursachten Teilentladungsaktivitäten eingerichtet. Das bedeutet, dass die zumindest eine mobile Detektoreinheit DE beispielsweise Teilentladungsaktivitäten elektrischer Komponenten HV1, H\V2 im Energieversorgungssystem in Form von Teilentladungsdaten TE erfassen kann. Insbesondere kann die mobile Detektoreinheit DE dazu eingerichtet sein, elektromagnetische Wellen, beispielsweise im Mittelwellen- bis UHF-Bereich, vorzugsweise in einem Bereich von 100 MHz bis zu einigen GHz, oder Schallwellen, vor allem Ultraschallwellen, zu detektieren, wobei die elektromagnetischen Wellen bzw. die Schall- bzw. Ultraschallwellen durch die Teilentladungsaktivitäten verursacht werden. Aus den detektierten Teilentladungsaktivitäten können von der mobilen Detektoreinheit DE beispielsweise Teilentladungspegel oder kurz TE-Pegel abgeleitet und als Teilentladungsdaten TE erfasst werden. Dazu weist die mobile Detektoreinheit DE eine entsprechende Sensoreinheit auf, wie z.B. eine UHF-Antenne bzw. einen UHF-Sensor oder einen akustischen Sensor (z.B. Ultraschallmikrophon, etc.) auf. Mit der entsprechenden Sensoreinheit können beispielsweise durch Teilentladungen verursachte elektromagnetischen Wellen, insbesondere die elektromagnetischen Wellen im UHF-Bereich, oder von Teilentladungsaktivitäten verursachten Schall- bzw. Ultraschallwellen detektiert werden.
[0042] Die mobile Detektoreinheit DE kann weiterhin als ein von einem Benutzer tragbares Gerät ausgestaltet sein, sodass beispielsweise Personal eines Energieversorgers, welches regelmäßig in den elektrischen Anlagen AN1, AN2 des Energieversorgungssystems bzw. im Energieversorgungsgebiet des Energieversorgers unterwegs ist, mit einer derartigen mobilen Detektoreinheit DE ausgerüstet werden kann. Alternativ kann die mobile Detektoreinheit DE auf einer beweglichen Robotereinheit angeordnet werden. Mit der beweglichen Robotereinheit kann die Detektoreinheit DE z.B. für eine Überwachung von Teilentladungsaktivitäten in elektrischen Anlagen AN1, AN2 eingesetzt werden, welche vom Personal nicht häufig genug betreten werden können. Zudem kann die Robotereinheit mit genaueren Sensoren zur Positionsbestimmung ausgerüstet sein.
[0043] Weiterhin ist es möglich, dass die mobile Detektoreinheit DE in einer elektrischen Anlage AN1, AN2 auch nur für eine zeitlich begrenzte Überwachung der dortigen Teilentladungsaktivitäten angebracht wird. Nach Beendigung der Überwachung kann die mobile Detektoreinheit DE wieder von der beweglichen Robotereinheit bzw. aus der Anlage AN1, AN2 entfernt und in weiteren, anderen elektrischen Anlagen AN1, AN2 des Energieversorgungssystems genutzt werden. Mit einer mobilen Detektoreinheit DE des System SYS können damit die Teilentladungsaktivitäten unterschiedlicher elektrischer Komponenten H\V/1, HV2 in unterschiedlichen elektrischen Anlagen AN1, AN2 des Energieversorgungssystems erfasst und überwacht werden - wie in der Folge noch
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anhand der Figuren 3a und 3b genauer erläutert wird.
[0044] Weiterhin weist das System SYS zumindest eine Positionsbestimmungseinheit PB auf, welche dazu eingerichtet und entsprechend angeordnet ist, jeweils zu den von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE eine Position der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE in Form von Positionsdaten POS zu ermitteln. Die zumindest eine Positionsbestimmungseinheit PB kann dazu zumindest in örtlicher Nähe jener mobilen Detektoreinheit DE angeordnet, deren Teilentladungsdaten TE jeweils eine Position ermittelt werden soll. Das bedeutet, dass die Positionsbestimmungseinheit PB zumindest so angeordnet ist, dass sie die Position der mobilen Detektoreinheit ermitteln kann. Zumindest durch die örtliche Nähe zwischen der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE und der zumindest einen Positionsbestimmungseinheit PB des Systems SYS wird die Positionsbestimmungseinheit PB der mobilen Detektoreinheit DE für die Positionsermittlung zugeordnet, wie in der Figur 1 beispielhaft durch die strich-punktierte Umrahmung angedeutet.
[0045] Zum Ermitteln der Position der mobilen Detektoreinheit DE in Form von Positionsdaten POS kann von der Positionsbestimmungseinheit PB beispielsweise ein Positionierungssystem, wie z.B. GPS (kurz für Global Positioning System) oder IPS (kurz für Indoor Positioning System) genutzt werden. Dabei kann IPS beispielsweise genutzt werden, wenn GPS aufgrund der Ausführung der elektrischen Anlage (z.B. unterirdische Anlage, etc.) nicht verwendbar ist. Alternativ können von der Positionsbestimmungseinheit PB auch anderen Methoden zur Positionsbestimmung wie z.B. Bluetooth-Beacons oder in der Anlage AN1, AN2 angebrachte, bekannte WLANKnoten, etc. genutzt werden. Bluetooth-Beacons sind kleine Funksender, die z.B. in der elektrischen Anlage AN1, AN2 angebracht sind und Bluetooth-Signale aussenden, deren Signalstärke beispielsweise zur Positionsbestimmung in der jeweiligen Anlage AN1, AN2 genutzt werden kann. Es ist auch möglich, dass die Ermittlung der Position der mobilen Detektoreinheit DE mittels Bilderkennung erfolgt.
[0046] Die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB können beispielsweise als getrennte Einheiten ausgeführt sein. So kann die mobile Detektoreinheit DE z.B. ein tragbares Gerät sein und die Positionsbestimmungseinheit PB ist z.B. in einem mobilen Kommunikationsgerät (z.B. Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, Laptop, etc.) angeordnet. Beide Geräte d.h. die mobile Detektoreinheit DE und das mobile Kommunikationsgerät mit der integrierten Positionsbestimmungseinheit PB - können beispielsweise von einem Benutzer getragen werden, wenn dieser in einer der elektrischen Anlagen bzw. im Gebiet des Energieversorgungssystems unterwegs ist. Durch diese örtliche Nähe zwischen der mobilen Detektoreinheit DE und dem mobilen Kommunikationsgerät wird die im mobilen Kommunikationsgerät integrierte Positionsbestimmungseinheit PB quasi der mobilen Detektoreinheit DE zugeordnet und kann die jeweiligen Positionen bzw. Positionsdaten POS der mobilen Detektoreinheit DE während der Bewegung im Energieversorgungssystem ermitteln.
[0047] Alternativ können die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB auch eine Einheit bilden. D.h., die Positionsbestimmungseinheit PB ist in die mobile Detektoreinheit DE integriert. Die mobile Detektoreinheit DE kann dabei als tragbares Gerät ausgestaltet sein, das z.B. von einem Benutzer getragen, auf einer beweglichen Robotereinheit oder in einer elektrischen Anlage AN1, AN2 zeitlich begrenzt angeordnet wird. Von der mobilen Detektoreinheit DE werde dabei die Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten TE erfasst, während die integrierte Positionsbestimmungseinheit PB eine jeweilige Position der mobilen Detektoreinheit DE als Positionsdaten POS zu den erfassten Teilentladungsdaten TE ermittelt.
[0048] Weiterhin umfasst das System SYS eine zentrale Rechnereinheit RE, die vorzugsweise stationär z.B. an einer zentralen Stelle des Energieversorgungssystems angeordnet sein kann. Die zentrale Rechnereinheit RE ist zumindest dazu eingerichtet, die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE und die von der Positionsbestimmungseinheit PB jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS der zumindest eine mobile Detektoreinheit DE zu sammeln und derart auszuwerten, dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten TE und Positionsdaten POS zumindest Positionen mit Teilentladungsaktivitäten im Ener-
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gieversorgungssystem und eine zugehörige Stärke der Teilentladungsaktivitäten ermittelt werden. Die erfassten Teilentladungsdaten TE und die jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS sind dabei derart verknüpft, dass daraus neben den Teilentladungsaktivitäten auch eine jeweilige Position der Teilentladungsaktivitäten im Energieversorgungssystem aus den zu den erfassten Teilentladungsdaten TE ermittelten Positionsdaten der zumindest einen Detektoreinheit DE ermittelt bzw. abgeleitet werden kann.
[0049] Zum Sammeln und Auswerten werden die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE sowie die jeweils dazu von der Positionsbestimmungseinheit PB ermittelten Positionsdaten POS der mobilen Detektoreinheit DE an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen. Die Datenübertragung der erfassten Teilentladungsdaten TE und der jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS an die zentrale Rechnereinheit RE kann beispielsweise direkt über eine Datenverbindung erfolgen. Wenn die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB eine Einheit bilden, so kann z.B. die mobile Detektoreinheit DE eine Datenverbindung über ein drahtloses Kommunikationsnetz (z.B. Funknetz, Mobilfunknetz, etc.) zur zentralen Rechnereinheit RE aufbauen und die Datenübertragung übernehmen. Ist die Positionsbestimmungseinheit PB z.B. in ein mobiles Kommunikationsgerät (z.B. Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, Laptop, etc.) integriert, so kann das mobile Kommunikationsgerät die mobile Datenverbindung zur zentralen Rechnereinheit RE aufbauen und die Datenübertragung übernehmen. Dazu kann die mobile Detektoreinheit DE beispielsweise eine Verbindung zum entsprechenden mobilen Kommunikationsgerät aufbauen, in welchem die entsprechende Positionsbestimmungseinheit PB integriert ist, und die erfassten Teilentladungsdaten TE für die Datenübertragung an das mobile Kommunikationsgerät übermitteln.
[0050] Alternativ oder zusätzlich, kann eine lokale Speichereinheit vorgesehen sein, in welcher die erfassten Teilentladungsdaten TE und die jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS zwischengespeichert werden. Die Zwischenspeicherung in der lokalen Speichereinheit kann erfolgen, wenn beispielsweise keine mobile Datenverbindung z.B. aufgrund einer fehlenden oder nicht verfügbaren drahtlosen Kommunikationsverbindung keine Verbindung zur zentralen Rechnereinheit aufgebaut werden kann oder z.B. aus Sicherheitsgründen nicht aufgebaut werden soll. Die lokale Speichereinheit kann beispielsweise von der mobilen Detektoreinheit DE umfasst werden, wenn z.B. die Positionsbestimmungseinheit PB in die mobile Detektoreinheit DE integriert ist. Für den Fall, dass die Positionsbestimmungseinheit PB z.B. in einem mobilen Kommunikationsgerät (z.B. Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, Laptop, etc.) angeordnet ist und die mobile Detektoreinheit DE die erfassten Teilentladungsdaten TE an das mobile Kommunikationsgerät übermittelt, kann auch eine Speichereinheit des mobilen Kommunikationsgeräts als lokale Speichereinheit zum Zwischenspeichern der Daten TE, POS verwendet werden. Um die Daten TE, POS an die zentrale Rechnereinheit RE zu übertragen, kann zu einem späteren Zeitpunkt entweder die zumindest eine mobile Detektoreinheit DE oder das mobile Kommunikationsgerät mit der zentralen Rechnereinheit RE über eine drahtgebundene oder drahtlose Kommunikationsverbindung verbunden werden. Die in der lokalen Speichereinheit zwischengespeicherten Daten TE, POS können dann ausgelesen und an die lokale Rechnereinheit RE übertragen werden.
[0051] Weiterhin kann die zentrale Rechnereinheit RE dazu eingerichtet sein, aus den Teilentladungsaktivitäten, welche aus den gesammelten Teilentladungsdaten TE mit Hilfe der jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS ermittelt wurden, eine Landkarte zu erstellen. D.h., die zentrale Rechnereinheit RE mappt z.B. anhand der Positionsdaten POS die erfassten Teilentladungsdaten TE mit einer graphischen Darstellung oder Karte des Energieversorgungssystems. Die ermittelten Teilentladungsaktivitäten können z.B. mittels Farben, welche beispielsweise die jeweilige Stärke der Teilentladungsaktivität an dieser Position symbolisieren, in der graphischen Darstellung oder Karte des Energieversorgungssystems graphisch dargestellt werden. Die Landkarte kann z.B. auf einer Ausgabeeinheit AE, wie z.B. einem Display oder Bildschirm der zentralen Rechnereinheit RE, ausgegeben werden oder z.B. über einen Webbrowser für Personal des Energieversorgers zur Verfügung gestellt werden.
[0052] In der Figur 1 ist zur einfacheren und übersichtlicheren Darstellung des Systems SYS jeweils nur eine beispielhafte mobile Detektoreinheit DE sowie eine beispielshafte Positionsbe-
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stimmungseinheit PB dargestellt. In der Praxis weist das System SYS eine Vielzahl von mobilen Detektoreinheiten DE sowie jeweils einer Positionsbestimmungseinheit PB auf, welche zumindest in örtlicher Nähe der jeweiligen mobilen Detektoreinheit DE angeordnet ist. Diese Vielzahl an mobilen Detektoreinheiten DE und Positionsbestimmungseinheiten PB übertragen dann jeweils die von ihnen erfassten Teilentladungsdaten TE und die von ihnen ermittelten Positionsdaten POS zur zentralen Rechnereinheit RE zum Sammeln und Auswerten.
[0053] In Figur 2 ist beispielhaft und schematisch ein Ablauf des Verfahrens zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem Energieversorgungssystem mit dem System SYS dargestellt. Dabei werden in einem Erfassungsschritt 101 von zumindest einer mobilen Detektoreinheit DE des Systems SYS, welche in einem Energieversorgungssystem bewegt wird, Teilentladungsaktivitäten in elektrischen Anlagen AN1, AN2 bzw. in elektrischen Komponenten HV1, HV2 der elektrischen Anlagen AN1, AN2 in Form von Teilentladungsdaten TE erfasst. Die mobile Detektoreinheit DE wird dazu z.B. als tragbares Gerät von einem Benutzer in einem Gebiet oder Teilbereich des Energieversorgungssystems bewegt oder ist dazu z.B. auf einer beweglichen Robotereinheit angebracht, welche sich in einem Teilbereich des Energieversorgungssystems bewegt.
[0054] Annähernd zeitlich parallel zum Erfassungsschritt 101 wird in einem Ermittlungsschritt 102 von einer Positionsbestimmungseinheit PB des Systems SYS, welche zumindest in örtlicher Nähe zu der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE angeordnet ist, jeweils eine Position der zumindest einen Detektoreinheit DE in Form von Positionsdaten POS zu den von der zumindest einen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE ermittelt.
[0055] Dann werden die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE sowie die von der Positionsbestimmungseinheit PB jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS der zumindest einen Detektoreinheit DE in einem Übertragungsschritt 103 an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen. Die Datenübertragung der von der mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE und der jeweils ermittelten Positionsdaten POS an die zentrale Rechnereinheit RE kann im Übertragungsschritt 103 beispielsweise direkt über eine mobile Datenverbindung erfolgen. Ist die Positionsbestimmungseinheit PB in die mobile Detektoreinheit DE integriert, so kann von der mobilen Detektoreinheit DE z.B. über ein drahtloses Kommunikationsnetz (z.B. Funknetz) eine Datenverbindung zur zentralen Rechnereinheit RE aufgebaut werden, um die Daten TE, POS zu übertragen. Ist die Positionsbestimmungseinheit PB z.B. in ein mobiles Kommunikationsgerät (z.B. Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, Laptop, etc.) angeordnet, so kann z.B. die Datenübertragung der Daten TE, POS zur zentralen Rechnereinheit RE vom mobilen Kommunikationsgerät übernommen werden, wobei beispielsweise die mobile Detektoreinheit DE eine Verbindung zum mobilen Kommunikationsgerät aufbaut, um die Teilentladungsdaten TE an das mobile Kommunikationsgerät zu übermitteln.
[0056] Alternativ oder zusätzlich, kann im Übertragungsschritt 103 vorgesehen sein, dass die erfassten Teilentladungsdaten TE und die ermittelten Positionsdaten POS in einer lokalen Speichereinheit zwischengespeichert werden, welche beispielsweise in der mobilen Detektoreinheit DE integriert oder im mobilen Kommunikationsgerät verfügbar ist - je nachdem, wo die Positionsbestimmungseinheit PB angeordnet ist. Die Zwischenspeicherung der Daten TE, POS im Übertragungsschritt 103 kann beispielsweise notwendig sein, wenn keine Datenverbindung über ein mobiles Kommunikationsnetz verfügbar oder aufgrund einer jeweiligen Position der mobilen Detektoreinheit und/oder des mobilen Kommunikationsgeräts gestört ist. Die in der lokalen Speichereinheit zwischengespeicherten Daten TE, POS können dann beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt sobald ein Aufbau einer Datenverbindung über ein drahtloses Kommunikationsnetz möglich ist, aus der lokalen Speichereinheit ausgelesen und an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen werden. Die mobile Detektoreinheit DE oder das mobile Kommunikationsgerät kann im Übertragungsschritt 103 zu einem späteren Zeitpunkt über ein drahtgebundenes Kommunikationsnetz oder direkt mit der zentralen Rechnereinheit RE verbunden werden, um Daten TE, POS aus der lokalen Speichereinheit auszulesen und an die zentralen Rechnereinheit RE zu übertragen. Das kann insbesondere aus Sicherheitsgründen oder, wenn z.B. keine mobile Datenverbindung zur zentralen Rechnereinheit RE möglich ist, vorgesehen sein.
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[0057] Die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE übertragenen Teilentladungsdaten TE und die jeweils dazu von der Positionsbestimmungseinheit PB ermittelten Positionsdaten POS der mobilen Detektoreinheit DE werden in einem Sammelschritt 104 von der zentralen Rechnereinheit RE gesammelt. Weiterhin werden spätestens im Sammelschritt 104 von der zentralen Rechnereinheit RE die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE mit den von der Positionsbestimmungseinheit PB ermittelten Positionsdaten POS verknüpft, sodass in einem Auswerteschritt 105 aus den gesammelten Teilentladungsdaten TE und Positionsdaten POS neben den Teilentladungsaktivitäten und der zugehörige Stärke der Teilentladungsaktivitäten auch die Positionen der Teilentladungsaktivitäten im Energieversorgungssystem ermittelt werden können. Die Verknüpfung kann beispielsweise über Zeitangaben beim Erfassen der Teilentladungsdaten TE und beim Ermitteln der Positionsdaten POS und/oder eine Gerätekennung der mobilen Detektoreinheit DE, etc. erfolgen.
[0058] Alternativ kann die Verknüpfung der von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE mit den jeweils dazu von der Positionsbestimmungseinheit PB ermittelten Positionsdaten POS der mobilen Detektoreinheit DE bereits während des Übertragungsschritts 103 - insbesondere vor einer Übertragung an die zentrale Rechnereinheit RE - erfolgen.
[0059] Falls die Positionsbestimmungseinheit PB in die mobile Detektoreinheit DE integriert ist, kann die Verknüpfung der von der mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE mit den von der Positionsbestimmungseinheit PB jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS der mobilen Detektoreinheit DE beispielsweise bereits in der mobilen Detektoreinheit DE erfolgen, bevor die Daten TE, POS im Übertragungsschritt 103 an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen werden. Ist die Positionsbestimmungseinheit PB in eine mobiles Kommunikationsgerät integriert und übermittelt die mobile Detektoreinheit DE die erfassten Teilentladungsdaten TE beispielsweise an das mobile Kommunikationsgerät, so könnte die Verknüpfung der von der mobilen Detektoreinheit DE erfassten Teilentladungsdaten TE mit den von der Positionsbestimmungseinheit PB ermittelten Positionsdaten POS bereits am mobilen Kommunikationsgerät erfolgen, bevor die Daten TE, POS im Übertragungsschritt 103 an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen werden.
[0060] Im Auswerteschritt 105 werden dann die gesammelten Teilentladungsdaten TE und die mit den gesammelten Teilentladungsdaten TE verknüpften Positionsdaten POS von der zentralen Rechnereinheit RE ausgewertet. Im einfachsten Fall wird dabei von der zentralen Rechnereinheit RE anhand der gesammelten Daten TE, POS ermittelt wird, an welchen Positionen, wie z.B. in welchen elektrischen Anlagen AN1, AN2 und/oder bei welchen elektrischen Komponenten H\V1, H\V/2, im Energieversorgungssystem Teilentladungsaktivitäten stattfinden und zu diesen Positionen aufgrund der erfassten Teilentladungsdaten TE auch die Stärke (z.B. TE-Pegel) der Teilentladungsaktivitäten angegebenen.
[0061] Weiterhin können von der zentralen Rechnereinheit RE im Auswerteschritt 105 z.B. Trends oder Entwicklungen von Teilentladungsaktivitäten an bestimmten Positionen (z.B. in bestimmten elektrischen Anlagen AN1, AN2 und/oder bei bestimmten elektrischen Komponenten H\V/1, HV2) ermittelt werden. Dazu werden z.B. Teilentladungsdaten TE in Verbindung mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS ausgewertet bzw. miteinander verglichen, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder in regelmäßigen Zeitintervallen (z.B. Wochen, Monaten, etc.) von einer mobilen Detektoreinheit DE des System SYS an einer bestimmten Position im Energieversorgungssystem (z.B. in einer elektrischen Anlagen AN1, AN2) erfasst wurden. Dazu kann bereits im Erfassungsschritt 101 und im Ermittlungsschritt 102 jeweils den erfassten Teilentladungsdaten TE und den ermittelten Positionsdaten POS eine Zeit, beispielsweise in Form eines Zeitstempels, zugeordnet werden. Die Zeit gibt an, wann die Teilentladungsdaten TE erfasst bzw. die Positionsdaten POS ermittelt wurden und kann genutzt werden, um Trends in der Entwicklung der Teilentladungsaktivitäten bei der Auswertung der Daten zu erkennen.
[0062] Alternativ oder zusätzlich, kann von der zentralen Rechnereinheit RE im Auswerteschritt 105 eine Einhaltung von vorgegebenen Grenzwerten für Teilentladungsaktivitäten bzw. deren
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Stärke überprüft werden. Dazu können z.B. Grenzwerte für Teilentladungsaktivitäten für bestimmte Positionen im Energieversorgungssystem, wie z.B. für einzelne elektrische Anlagen AN1, AN2 und/oder für einzelne elektrische Komponenten HV1, HV2 in elektrischen Anlagen AN1, AN2, und/oder Grenzwerte für Teilbereiche des Energieversorgungssystems, welche z.B. mehrere elektrische Anlagen AN1, AN2 umfassen, und/oder ein Grenzwert für ein gesamtes Beobachtungsgebiet -z.B. das gesamte Energieversorgungssystem vorgegeben werden.
[0063] Bei Überschreiten eines dieser Grenzwerte durch die mittels der erfassten Teilentladungsdaten TE ermittelbaren Teilentladungsaktivitäten kann beispielsweise ein Alarm im Auswerteschritt 105 ein Alarm ausgegeben werden. Es ist auch möglich, einen Alarm auszugeben, wenn ein beunruhigender Trend erkannt wird, beispielsweise wenn der ermittelte Wert TE im Laufe von Tagen, Wochen oder Monaten stets ansteigt. Der Alarm bei Überschreiten eines der vorgegebenen Grenzwerte oder bei festgestellten beunruhigenden Trends kann z.B. als akustischer und/oder optischer Alarm ausgegeben werden. Alternativ oder zusätzlich, kann der Alarm auch in Form einer Nachricht beispielsweise per E-Mail, Textnachricht oder als Telefonanruf erfolgen, um z.B. Personal in eine betroffenen elektrischen Anlage AN1, AN2 zu informieren oder bei sehr hohen TE-Pegeln vor einer drohenden Gefahr zu warnen. Weiterhin kann durch Überschreiten eines Grenzwerts auch eine entsprechende Korrekturreparatur in der betroffenen Komponente H\V/1, HV2, in der betroffenen Anlage AN1, AN1, im betroffenen Gebiet, etc. veranlasst und/oder Sicherheitsmaßnahme für des Personal ergriffen werden.
[0064] Weiterhin kann von der zentralen Rechnereinheit RE in einem Darstellungsschritt 106 aus den Teilentladungsaktivitäten, welche aus den gesammelten Teilentladungsdaten TE mit Hilfe der Positionsdaten POS ermittelt wurden, eine Landkarte erstellt werden. Im Darstellungsschritt 106 werden anhand der Positionsdaten POS die erfassten Teilentladungsdaten TE mit einer graphischen Darstellung oder Karte des Energieversorgungssystems verknüpft und die jeweiligen Teilentladungsaktivitäten in der Karte dargestellt. Die ermittelten Teilentladungsaktivitäten können z.B. mittels Farben, welche beispielsweise eine zugehörige Stärke oder einen TE-Pegel der jeweiligen Teilentladungsaktivität an einer jeweiligen Position symbolisiert, in der graphischen Darstellung oder Karte des Energieversorgungssystems optisch dargestellt werden. Es ist auch möglich eine Landkarte mit besonders deutlichen Trends darzustellen. Die Landkarte kann im Darstellungsschritt 106 z.B. auf einer Ausgabeeinheit AE, wie z.B. einem Display oder Bildschirm der zentralen Rechnereinheit, ausgegeben werden oder z.B. über einen Webbrowser für Personal des Energieversorgers zur Verfügung gestellt werden. Durch die optische Darstellung werden z.B. die elektrischen Komponenten HV1, HV2, die elektrischen Anlagen AN1, AN2 und/oder die Teilbereiche mit hohen Teilentladungsaktivitäten im Energieversorgungssystem sichtbar. Weiterhin können in der Landkarte auch zeitliche Veränderung von Teilentladungsaktivitäten und/oder Teilentladungsaktivitäten, von welchen die vorgegebenen Grenzwerte bald überschritten werden bzw. bereits überschritten wurden, dargestellt und angezeigt werden.
[0065] Die Figuren 3a und 3b zeigen beispielhaft und schematisch eine Anwendung des Systems SYS zum Überwachen von Teilentladungsaktivität in einem elektrischen Energieversorgungssystem. Dazu ist in den Figuren 3a und 3b ein beispielhaftes Energieversorgungssystem oder ein Teilbereich eines Energieversorgungssystems dargestellt. Das beispielhafte Energieversorgungssystem oder der beispielhafte Teilbereich umfasst - der Einfachheit halber -zwei elektrische Anlagen AN1, AN2, wie z.B. Transformatorstationen, Kabelstrecken, Umspannstation, Lastverteiler, etc. Die zwei elektrischen Anlagen AN1, AN2 weisen jeweils zumindest eine elektrische Hoch- und/oder Mittelspannungskomponente HV1, HV2 (z.B. Leistungstransformator, Schaltanlage, Kabel, etc.) auf, in welcher Teilentladungen auftreten können.
[0066] Um auftretende Teilentladungen erkennen und überwachen zu können, wird eine mobile Detektoreinheit DE des System SYS und eine sich zumindest in örtlicher Nähe zur mobilen Detektoreinheit DE befindliche Positionsbestimmungseinheit PB des System SYS im Energieversorgungssystem bzw. im Teilbereich des Energieversorgungssystems bewegt. Dabei können die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB - wie beispielhaft in Figur 3a dargestellt - zuerst gemeinsam in eine erste elektrische Anlage AN1 bewegt werden, um z.B. Teilentladungsaktivitäten der in der ersten elektrischen Anlage AN1 angeordneten ersten elektri-
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sche Komponente HV1 in Form von ersten Teilentladungsdaten TE1 in einem Erfassungsschritt 101 zu erfassen und in einem Ermittlungsschritt 102 eine jeweilige Position der mobilen Detektoreinheit DE in der ersten elektrischen Anlage AN1 in Form von ersten Positionsdaten POS1 zu ermitteln. Dabei kann die erfassten Teilentladungsdaten TE1 und die ermittelten Positionsdaten POS1 idealerweise wieder eine Zeit (z.B. Zeitpunkt der Erfassung bzw. Ermittlung in Form eines Zeitstempels) zugeordnet werden. Die erfassten ersten Teilentladungsdaten TE1 und die dazu ermittelten ersten Positionsdaten POS1 können mittels Übertragungsschritt 103 beispielsweise sofort direkt z.B. mittels einer mobilen Datenverbindung an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen werden, um dort entsprechend verknüpft und für eine Auswertung gesammelt zu werden. Alternativ könnten die erfassten ersten Teilentladungsdaten TE1 und die ermittelten ersten Positionsdaten POS1 auch in der mobilen Detektoreinheit DE oder im mobilen Kommunikationsgerät, je nachdem wo die Positionsbestimmungseinheit PB angeordnet ist, zwischengespeichert und z.B. dabei verknüpft werden. Die Übermittlung der ersten Teilentladungsdaten TE1 und der ersten Positionsdaten POS1 an die zentrale Rechnereinheit RE kann dann erst zu einem späteren Zeitpunkt im Übertragungsschritt 103, beispielsweise während die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB von der ersten Anlage AN1 zur zweiten Anlage AN2 bewegt werden oder nach Beendigung der Überprüfung auf Teilentladungsaktivitäten, erfolgen.
[0067] Dann werden die mobile Detektoreinheit DE und die Positionsbestimmungseinheit PB wie beispielhaft in Figur 3b dargestellt -gemeinsam in die zweite Anlage AN2 bewegt, um z.B. Teilentladungsaktivitäten der in der zweiten elektrischen Anlage AN2 angeordneten zweiten elektrische Komponente HV2 in Form von zweiten Teilentladungsdaten TE2 in einem weiteren Erfassungsschritt 101 zu erfassen und in einem weiteren Ermittlungsschritt 102 eine jeweilige Position der mobilen Detektoreinheit DE in der zweiten elektrischen Anlage AN2 in Form von zweiten Positionsdaten POS2 zu ermitteln. Dabei kann die erfassten Teilentladungsdaten TE2 und die ermittelten Positionsdaten POS2 idealerweise wieder eine Zeit (z.B. Zeitpunkt der Erfassung bzw. Ermittlung in Form eines Zeitstempels) zugeordnet werden. Die erfassten zweiten Teilentladungsdaten TE2 und die dazu ermittelten zweiten Positionsdaten POS2 können mittels Übertragungsschritt 103 ebenfalls wieder sofort direkt z.B. über eine mobile Datenverbindung an die zentrale Rechnereinheit RE übertragen werden, um dort entsprechend verknüpft und für die Auswertung gesammelt zu werden. Alternativ, besteht auch hier die Möglichkeit die zweiten Teilentladungsdaten TE2 und die zweiten Positionsdaten POS2 zwischenzuspeichern, gegebenenfalls zu verknüpfen und zu einem späteren Zeitpunkt mittels Übertragungsschritt 103 an die zentrale Rechnereinheit RE zu übertragen.
[0068] In der zentralen Rechnereinheit RE werden die ersten Teilentladungsdaten TE1 und die ersten Positionsdaten POS1 aus der ersten elektrischen Anlage AN1 sowie die zweiten Teilentladungsdaten TE2 und die zweiten Positionsdaten POS2 aus der zweiten elektrischen Anlage AN2 im Sammelschritt 104 gesammelt und im Auswerteschritt 105 ausgewertet. Dabei kann von der zentralen Rechnereinheit RE anhand der gesammelten Daten TE1, POS1, TE2, POS2 ermittelt werden, an welchen Positionen des Energieversorgungssystems bzw. des Teilbereichs Teilentladungsaktivitäten auftreten und welche Stärke diese Teilentladungsaktivitäten aufweisen. D.h., es kann z.B. ermittelt werden, ob in der ersten und/oder in der zweiten Anlage AN1, AN2 Teilentladungsaktivitäten durch z.B. die jeweiligen elektrischen Komponenten HV1, HV2 verursacht werden und welche Stärke diese Teilentladungsaktivitäten aufweisen. Weiterhin können für die erste Anlage AN1 und/oder die zweite Anlage AN2 und/oder für das gesamte Energieversorgungssystem bzw. den gesamten Teilbereich Grenzwerte definiert werden, mit welchen die jeweils auf Basis der Daten TE1, POS1, TE2, POS2 ermittelten Teilentladungsaktivitäten bzw. deren Stärke verglichen werden. Bei Überschreiten des jeweiligen vorgegebenen Grenzwerts kann für die entsprechende Anlage AN1, AN2 oder das gesamte Energieversorgungssystem bzw. den gesamten Teilbereich ein Alarm ausgegeben werden.
[0069] Zusätzlich kann im Darstellungsschritt 106 für das Energieversorgungssystem bzw. den Teilbereich des Energieversorgungssystems von der zentralen Rechnereinheit RE auf Basis der gesammelten und ausgewerteten Daten TE1, POS1, TE2, POS2 eine Landkarte erstellt werden, aus welcher die Teilentladungsaktivitäten mit ihrer jeweiligen Stärke in der ersten Anlage AN1
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und in der zweiten Anlage AN2 bzw. im Energieversorgungssystem bzw. im Teilbereich ersichtlich sind. Diese Landkarte kann z.B. auf der Ausgabeeinheit AE ausgegeben und damit dem Personal des Energieversorgungssystems angezeigt werden. Wird das erfindungsgemäße Verfahren beispielsweise in zeitlichen Abständen bzw. in regelmäßigen zeitlichen Intervallen im Energieversorgungssystem oder im Teilbereich des Energieversorgungssystems durchgeführt, so können z.B. durch einen Vergleich zwischen aktuellen erfassten Teilentladungsdaten TE1, TE2 mit vorhergehend erfassten Teilentladungsdaten TE1, TE2 in Abhängigkeit mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten POS1, POS2 zunehmende Teilentladungsaktivitäten und/oder Veränderungen in den Teilentladungsaktivitäten in den elektrischen Anlagen AN1, AN2 identifiziert werden.
Claims (16)
1. System (SYS) zum Überwachen von Teilentladungsaktivität in einem elektrischen Energieversorgungssystem, wobei das Energieversorgungssystem eine Anzahl von elektrischen Anlagen (AN1, AN2) mit jeweils zumindest einer elektrischen Hoch- oder Mittelspannungskomponente (HV1, HV2) aufweist, in welcher während eines Betriebs Teilentladungen auftreten können, dadurch gekennzeichnet, dass das System (SYS) zumindest aufweist:
- zumindest eine mobile Detektoreinheit (DE) zum Erfassen von im Energieversorgungssystem auftretenden Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2); - eine Positionsbestimmungseinheit (PB), welche zum Ermitteln von Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) jeweils zu den von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) eingerichtet und angeordnet ist; und
- eine zentrale Rechnereinheit (RE), welche dazu eingerichtet ist, die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und die jeweils von der Positionsbestimmungseinheit (PB) dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) zu sammeln und derart auszuwerten, dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) zumindest Positionen im Energieversorgungssystem mit Teilentladungsaktivitäten sowie eine zugehörige Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten ermittelt werden.
2. System (SYS) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Rechnereinheit (RE) weiterhin dazu eingerichtet ist, eine graphische Darstellung der ermittelten Teilentladungsaktivitäten sowie der zugehörigen Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten zu erstellen.
3. System (SYS) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine mobile Detektoreinheit (DE) und die Positionsbestimmungseinheit (PB) eine Einheit bilden, wobei die Positionsbestimmungseinheit (PB) zumindest in örtlicher Nähe der Detektoreinheit (DE) angeordnet ist, insbesondere in die Detektoreinheit (DE) integriert oder in einem mobiles Kommunikationsgerät, insbesondere in einem Mobiltelefon oder Smartphone, angeordnet sein kann.
4. System (SYS) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Übertragung der von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und der jeweils von der Positionsbestimmungseinheit (PB) ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) an die zentrale Rechnereinheit (RE) eine Datenverbindung über ein drahtloses oder drahtgebundenes Kommunikationsnetz vorgesehen ist.
5. System (SYS) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine lokale Speichereinheit vorgesehen ist, in welcher die von der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und die von der Positionsbestimmungseinheit (PB) dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobile Detektoreinheit (DE) vor und/oder für eine Übertragung an die zentralen Rechnereinheit (RE) zwischenspeicherbar sind.
6. System (SYS) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine mobile Detektoreinheit (DE) dazu eingerichtet ist, durch Teilentladungsaktivitäten verursachte elektromagnetische Wellen, insbesondere elektromagnetische Wellen in einem Mittelwellen- oder Ultrahochfrequenz-Bereich, oder durch Teilentladungsaktivität verursachte Ultraschallwellen zu detektieren.
7. System (SYS) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine mobile Detektoreinheit (DE) als von einem Benutzer tragbares Gerät ausgestaltet ist und/oder auf einer beweglichen Robotereinheit anordenbar ist.
8. Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivitäten in einem elektrischen Energieversorgungssystem, wobei das Energieversorgungssystem eine Anzahl von elektrischen Anlagen (AN1, AN2) mit jeweils zumindest einer elektrischen Hoch- oder Mittelspannungskomponente (HV1, HV2) aufweist, in welcher während eines Betriebs Teilentladungen auftreten können, dadurch gekennzeichnet, dass von zumindest einer mobilen Detektoreinheit (DE) im Energieversorgungssystem auftretende Teilentladungsaktivitäten in Form von Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) erfasst werden (101), dass zu den erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) von einer Positionsbestimmungseinheit (PB), welche zumindest in örtlicher Nähe der zumindest einen Detektoreinheit (DE) angeordnet wird, jeweils Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) ermittelt werden (102), dass die erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) an eine zentrale Rechnereinheit (RE) übertragen werden (103), und dass die erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) von der zentrale Rechnereinheit (RE) gesammelt werden (104) und dann derart ausgewertet werden (105), dass aus den gesammelten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) und den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) zumindest Positionen im Energieversorgungssystem mit Teilentladungsaktivitäten sowie eine zugehörige Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten ermittelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass von der zentralen Rechnereinheit (RE) eine graphische Darstellung der ermittelten Teilentladungsaktivitäten sowie der zugehörigen Stärke dieser Teilentladungsaktivitäten erstellt wird (106).
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) über eine Datenverbindung in einem drahtlosen oder drahtgebundenen Kommunikationsnetz an die zentrale Rechnereinheit (RE) übertragen werden (103).
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) mit den jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) der zumindest einen mobilen Detektoreinheit (DE) in einer lokalen Speichereinheit vor und/oder für eine Übertragung an die zentrale Rechnereinheit (RE) zwischengespeichert werden (103).
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die aus den erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) ermittelten Teilentladungsaktivitäten mit Grenzwerten verglichen werden (105), welche für einzelne elektrische Anlagen (AN1, AN2) und/ oder Teilbereich des Energieversorgungssystems und/oder für das gesamte Energieversorgungssystem vorgegeben werden, und dass bei Überschreiten eines der vorgegebenen Grenzwerte ein Alarm ausgegeben wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Alarm als optischer und/oder akustischer Alarm ausgegeben wird oder in Form einer Nachricht versendet wird (105).
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass von der Rechnereinheit (RE) erfasste Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) unter Verwendung der jeweils dazu ermittelten Positionsdaten (POS, POS1, POS2) mit vorhergehend erfassten Teilentladungsdaten (TE, TE1, TE2) verglichen werden.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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| ATA50695/2024A AT528102B1 (de) | 2024-08-27 | 2024-08-27 | System und Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivität |
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| ATA50695/2024A AT528102B1 (de) | 2024-08-27 | 2024-08-27 | System und Verfahren zum Überwachen von Teilentladungsaktivität |
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| AT528102B1 true AT528102B1 (de) | 2025-10-15 |
| AT528102A4 AT528102A4 (de) | 2025-10-15 |
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ID=96917777
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|---|---|
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2024
- 2024-08-27 AT ATA50695/2024A patent/AT528102B1/de active
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|---|---|
| AT528102A4 (de) | 2025-10-15 |
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