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Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel mit einer Sitzfläche, einem beweglichen Rückenteil und ei- ner beweglichen Fussablage sowie mit Armlehnen, die mit dem Rückenteil gelenkig verbunden sind, wobei das Sitzmöbel von einer Sitzposition in zumindest eine Liegeposition verstellbar ist.
Bei vielen Sitzmöbeln, insbesondere in Form eines Sofas oder eines Sessels ist es allgemein bekannt, die Sitzlehne bzw. den Rückenteil von einer Sitzstellung in eine Liegestellung zu verstel- len, wobei gleichzeitig eine Fussablage von einer im Wesentlichen senkrechten Stellung (Sitzstel- lung des Sitzmöbels) in eine Stellung angehoben wird, in der die Füsse einer Person in der Liege- stellung des Sitzmöbels unterstützt werden. Für diese Lageänderung der beweglichen Teile des Sitzmöbels genügt es in der Regel den Körper von der Sitzposition in eine Liegeposition zu bewe- gen, um die beweglichen Teile des Sitzmöbels in die entsprechende Position zu bringen.
Zur simultanen Bewegung des Rückenteils und der Fussablage sind diese im Allgemeinen an der Sitzfläche drehbar angelenkt und über ein Scherengestänge miteinander verbunden. Das für die synchrone Verstellung notwendige Gestänge kann entweder unterhalb der Sitzfläche eines Sessels oder im Inneren eines Sofas angeordnet sein, wie das beispielsweise in der US 5,050,899 A bzw. US 4,410,213 A geoffenbart ist. Die beweglichen Teile sind jedoch - insbe- sondere bei einem freistehenden Stuhl oder Sessel - optisch kaum zu verbergen, so dass das äussere Erscheinungsbild eines derartigen Sitzmöbels meist unbefriedigend ist.
Es ist allerdings auch möglich, in das Gestänge des Verstellmechanismus die beiden Armleh- nen einzubeziehen, wie das beispielsweise von Gartenstühlen bzw. Gartenliegen bekannt ist, deren optisches Erscheinungsbild jedoch ebenfalls für den Wohnbereich meist ungenügend ist.
In diesem Zusammenhang ist aus der AT 188. 468 B ein Sitz- und Liegeverstellsessel bekannt, bei welchem die Rücklehne, Sitzfläche, Fussstütze und eine Armlehne Teile eines Gelenkvieleckes sind. Weiters ist aus der FR 2 535 592 A eine Liege bekannt, bei der eine Armlehne entlang einer Führungseinrichtung im Fuss- und Kopfteil der Liege verschoben werden kann, so dass sie aus einer Position, in welcher die äussere Kontur der Liege nachgebildet wird, in eine angehobene Position als Armstütze verschoben werden kann.
Aus der US 5,114,212 A ist ein Drehsessel bekannt, dessen Armlehnen den Rückenteil mit der Sitzfläche bzw. einem unter der Sitzfläche angeordneten Querträger verbinden. Die Armlehnen sind flexibel und können in mehrere unterschiedliche Positionen gebracht werden.
Aus der AT 201. 270 B ist ein Lehnsessel mit Armstützen bekannt, dessen Sitz und Rückenleh- ne unabhängig voneinander in verschieden geneigte Lagen einstellbar und in der gewünschten Position feststellbar sind. Die Rückenlehne ist mit dem Sitzteil über flexible Armstützen verbunden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Sitzmöbel mit beweglichem Rückenteil und be- weglicher Fussablage vorzuschlagen, welches von einer Sitzposition in zumindest eine Liegepositi- on verstellbar ist, wobei der entsprechende Verstellmechanismus möglichst einfach aufgebaut sein soll und den ästhetischen Anforderungen im Wohnbereich genügen soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Armlehnen zumindest in Berei- chen elastisch verformbar ausgeführt sind und die Fussablage mit dem Rückenteil verbinden. Die erfindungsgemässe Lösung weist keinerlei Gestänge unterhalb der Sitzfläche des Sitzmöbels auf und verwendet lediglich elastisch verformbare Armlehnen, deren Verformung beim Wechsel von der Sitzposition zur Liegeposition dafür sorgt, dass die Höhe der Armlehnen in Bezug auf die Sitzfläche abgesenkt wird, wobei gleichzeitig der Fussteil bzw. die Fussablage angehoben wird.
Gemäss einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass jede der Armleh- nen an einer seitlich an der Sitzfläche angeordneten Konsole drehbar angelenkt ist, wobei bei einer Verstellung des Rückenteils eine flexible Verformung der Armlehnen erfolgt, welche eine simultane Lageänderung der Fussablage auslöst.
Erfindungsgemäss ist insbesondere vorgesehen, dass jede der Armlehnen ausgehend vom Rü- ckenteil einen im Wesentlichen starren ersten Abschnitt, daran anschliessend einen bis zur Konsole reichenden flexiblen Bereich sowie einen an den flexiblen Bereich anschliessenden zweiten im Wesentlichen starren Abschnitt aufweist, welcher mit der Fussablage verbunden ist.
Erfindungsgemäss können die Bereiche unterschiedlicher Flexibilität der Armlehnen bei glei- chem Material unterschiedliche Materialstärken oder unterschiedliche Materialdichten aufweisen bzw. aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein. Weiters ist es möglich, dass die Bereiche unterschiedlicher Flexibilität der Armlehnen unterschiedliche Querschnittsprofile aufweisen. Alle Massnahmen können auch kombiniert werden, wobei für einen stetigen Übergang zwischen den
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starren Abschnitten der Armlehnen und dem flexiblen Bereich, beispielsweise durch stetige Ab- bzw. Zunahme der Materialstärke oder Änderung der Profilierung, gesorgt ist.
Für die Befestigung der Fussablage ergeben sich mehrere Ausführungsvarianten. Gemäss einer ersten Variante kann die Fussablage flexible ausgeführt sein und an den vom Rückenteil abge- wandten Enden der beiden Armlehnen starr befestigt sein. Es ist allerdings auch möglich, die Fussablage starr auszuführen und diese an den vom Rückenteil abgewandten Enden der beiden Armlehnen drehbar zu befestigen.
Gemäss einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung weisen die vom Rückenteil abge- wandten Enden der beiden Armenlehnen ein Verbindungselement auf, welches entweder starr ausgeführt sein kann oder eine bestimmte Torsion zulässt, um eine starre Fussablage gelenkig zu lagern.
Eine besonders einfache Variante sieht vor, dass die Fussablage starr ausgeführt ist und fix mit den vom Rückenteil abgewandten Enden der beiden Armlehnen verbunden oder einstückig mit diesen ausgeführt ist.
Schliesslich ist es gemäss einer dritten Ausführungsvariante auch möglich, dass die Fussablage am vorderen Ende der Sitzfläche drehbar angelenkt ist und an dem von der Sitzfläche abgewand- ten Ende mittels seitlich angeordneter Gleitlager mit den Enden der beiden Armlehnen verbunden ist.
Als Material für die Armlehnen eignet sich beispielsweise flexible Kunststoffe, wie etwa Nylon, Polyamid, Fiberglas oder Stahl, bzw. ein Verbund oder eine Kombination dieser Materialien.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von zum Teil schematischen Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen die Fig. 1 und 2 das erfindungsgemässe Sitzmöbel in einer ersten Ausführungsvari- ante, wobei Fig. 1 die Sitzposition und Fig. 2 die Liegeposition darstellt, Fig. 3 ein Detail aus Fig. 2 in einer Schrägansicht, Fig. 4 eine Ausführungsvariante des Sitzmöbels in einer Darstellung gemäss Fig. 2, Fig. 5 ein Detail aus Fig. 4 in einer Schrägansicht, Fig. 6 eine weitere Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Sitzmöbels in einer Darstellung gemäss Fig. 1, Fig. 7 eine Variante der Fussablage im Detail, sowie die Fig. 8 bis 12 unterschiedliche Ausführungsvarianten der flexiblen Armlehne des erfindungsgemässen Sitzmöbels.
Die einzelnen Ausführungsvarianten der Erfindung werden zum Teil vereinfacht als Strichmo- dell (ohne Polsterung und Bezüge) dargestellt, um die kinematische Zuordnung der einzelnen Bauteile klarer herauszustreichen.
Bei der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten ersten Ausführungsvariante weist das Sitzmöbel eine Sitzfläche 1 mit einem beweglich angelenkten Rückenteil 2 und einer beweglichen Fussablage 3 auf, die durch die beiden Armlehnen 4 mit dem Rückenteil 2 über beidseitig der Rückenlehne angeordnete Drehgelenke 5 verbunden sind. Weiters weist das Sitzmöbel die Sitzfläche 1 unter- stützende Standfüsse (drei oder vier Füsse bzw. Freischwinger), eine Unterkonstruktion oder auch nur den schematisch angedeuteten Standfuss 6 auf, welcher in nicht weiter dargestellter Weise drehbar und höhenverstellbar ausgeführt sein kann. Es ist auch möglich, das erfindungsgemässe Sitzmöbel als Sofa zu gestalten oder mehrere derartige Sitzmöbel auf einer gemeinsamen Unter- konstruktion anzuordnen.
Zur Unterstützung der Verstellung von der Liege- in die Sitzposition kann zwischen der Sitzflä- che 1 und dem Rückenteil 2 ein Federelement 11, beispielsweise eine Gasfeder, angeordnet sein.
Die Armlehnen 4 weisen im vorderen Abschnitt einen flexiblen Bereich f auf, welcher in der Sitzposition (Fig. 1) eine stärkere Krümmung aufweist als in der Liegeposition (Fig. 2). Jede der beiden Armlehnen 4 ist an einer seitlich an der Sitzfläche 1 angeordneten Konsole 7 drehbar angelenkt, wobei bei einer Verstellung des Rückenteils 2 eine flexible Verformung der Armlehnen 4 im Bereich f erfolgt, welche zu einer simultanen Lageänderung der Fussablage 3 führt (siehe Fig. 2).
An den flexiblen Bereich f jeder Armlehne 4 schliessen im Wesentlichen starre Abschnitte s1 und s2 an, von welchen einer s1 gelenkig mit dem Rückenteil 2 und der andere s2 mit der Fussabla- ge 3 verbunden ist. Die Armlehnen 4 können beispielsweise aus einem Kunststoffmaterial beste- hen, deren Materialstärke in den starren Abschnitten s1, S2 grösser ist als im flexiblen Bereich f, wobei zwischen den starren Abschnitten und dem flexiblen Bereich ein stetiger Übergang in der Materialstärke erfolgt. Details dazu sind in den Fig. 8 (geringere Dicke im Bereich f) und in Fig. 9
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(genngere Breite im Bereich f) erkennbar.
Wie im Detail gemäss Fig. 3 dargestellt, können die vom Rückenteil 2 abgewandten Enden 4' der Armlehnen 4 ein Verbindungselement 8 aufweisen, mit welchem die Fussablage 3 starr verbun- den ist. Die Fussablage 3 ist in dieser Ausführungsvariante flexibel ausgeführt um in der Liegeposi- tion besser an die Höhe der Sitzfläche 1 angepasst zu werden. Dazu ist eine Verschwenkung (siehe strichliert dargestellte Position der Fussablage) um den Winkel a möglich. Die dargestellte Fussablage 3 kann ebenfalls eine hier nicht dargestellte Polsterung aufweisen.
Die in Fig. 4 dargestellte Ausführungsvariante unterscheidet sich von jener gemäss Fig. 2 nur dadurch, dass die Fussablage 3 im Wesentlichen starr ausgeführt ist und an den vom Rückenteil 2 abgewandten Enden 4' de beiden Armlehnen 4 drehbar befestigt ist. Die drehbare Befestigung kann auch dadurch erfolgen, dass gemäss Detail in Fig. 5 das Verbindungselement 8 zwischen den beiden Enden 4' der Armlehnen 4 aus einem flexiblen Material besteht, welches eine Drehung bzw.
Torsion um den Winkel a zulässt.
In Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsvariante dargestellt, bei welcher die Fussablage 3 am vor- deren Ende der Sitzfläche 1 mit Hilfe eines Drehgelenks 9 angelenkt ist, wobei das von der Sitzflä- che 1 abgewandte Ende der Fussablage mit Hilfe von seitlich angeordneten Gleitlagern 10 mit den Enden 4' der beiden Armlehnen 4 verbunden ist.
Eine einfache Ausführungsvariante zeigt Fig. 7, bei welcher die Fussablage 3 starr ausgeführt ist und fix mit den vom Rückenteil 2 abgewandten Enden 4' der beidem Armlehnen 4 verbunden ist. Die Fussablage 3 weist zu den Enden 4' der Armlehnen 4 einen Winkel a auf, wodurch diese in der Liegeposition des Sitzmöbels besser an die Höhe der Sitzfläche 1 angepasst ist.
In den Fig. 10 bis 12 sind weitere Ausführungsvarianten der Armlehnen 4 dargestellt. Fig. 10 zeigt einen Verbundwerkstoff aus Federstahl 12, welcher in den Bereichen s1 und s2 durch Kunst- stoff-, Metall- oder Holzelemente 13 unterstützt ist.
Die Armlehne 4 gemäss Fig. 11weist in den starren Bereichen s1 und S2 einen beispielsweise U-förmigen Querschnitt auf, welcher im Bereich f in ein flaches Profil übergeht und dadurch flexibel ist.
Schliesslich zeigt die Armlehne 4 gemäss Fig. 12 in den starren Bereichen s1 und S2 eine grössere Materialdichte als im flexiblen Bereich f.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sitzmöbel mit einer Sitzfläche (1), einem beweglichen Rückenteil (2) und einer bewegli- chen Fussablage (3) sowie mit Armlehnen (4), die mit dem Rückenteil (2) gelenkig verbun- den sind, wobei das Sitzmöbel von einer Sitzposition in zumindest eine Liegeposition ver- stellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Armlehnen (4) zumindest in Bereichen (f) elastisch verformbar ausgeführt sind und die Fussablage (3) mit dem Rückenteil (2) verbin- den.