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Verfahren zur Herstellung zelluloidartiger Massen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung eines neuen plastischen Stoffes, der zur Anfertigung von Kämmen, Bijouteriewaren aller Art und zu sonstigen Zwecken verwendet werden kann.
Das neue Produkt besteht aus Nitrozellulose, Kampfer oder Kampferersatzmitteln und einem eiweissartigen Stoff, und zwar können die einzelnen Bestandteile in beliebigem Verhältnis miteinander gemischt werden.
Die Herstellung zelluloidartiger Massen aus Nitrozellulose, Kampfer und einem bestimmten Eiweissston, nämlich Kasein, ist bekannt. Die Erfindung besteht darin, dass statt des Kaseins ein aus Mais extrahierter Stoff Verwendung findet, der bisher ausschliesslich als Nährmittel verwendet worden ist. Dieser Stoff wird durch Behandlung von Mais mit höheren Alkoholen, wie Amylalkohol, gewonnen und ist in seiner Eigenschaft als Nährmittel unter dem Namen ., Maisin" bekannt. Das Verfahren zur Herstellung dieses eiweissartigen Stoffes ist in der pister- reichischen Patentschrift Nr. 27293 beschrieben.
Für die fabriksmässige Darstellung des neuen plastischen Stoffes kann Maisin zweckmässig wie folgt angewendet werden.
Einer alkoholischen Lösung von Nitrozellulose und Kampfer, deren Mischungsverhältnis zwischen äusserst weiten Grenzen verändert werden und z. B. das folgende sein kann : 37'5 kg
Nitrozellulose und 12. 5 kg Kampfer werden beispielsweise 37'5 kg im voraus mit Alkohol an- gefeuchtetes Masein zugesetzt. Das Ganze wird durch Kneten weich gemacht und sodann nach den in der Fabrikation von Zelluloid oder analogen pl stischen Stoffen bekannten mechanischen
Verfahren. wie Auswalzen, Pressen u. s. w. verarbeitet.
Die unter Verwendung von Maisin gewonnenen Erzeugnisse sind in höherem Grade durch- scheinend und weniger zerbrechlich als jene Erzeugnisse, welche bei Anwendung von Kasein erhalten werden. Die Zähigkeit der unter Zusatz der aus Mais gewonnenen eiweissartigen Substanz hergestellten zelluloidartigen Masse ist so gross, dass daraus z. B. tadellose Kämme mit feinen Zähnen angefertigt werden können.
Maisin unterscheidet sich bei der hier in Frage kommenden Anwendungsweise vorteilhaft vom Kasein auch dadurch, dass es im Alkohol und in den gewöhnlichen Lösungsmitteln der Nitro- zellulose und des Kampfers löslich ist. Demgegenüber verursachen alle Albuminoide, die sich wie Kasein verhalten, bei Verarbeitung auf Zelluloidersatzmittel folgende Ubelstände : Sie be- einträchtigen nicht nur die Transparenz des Endproduktes, weil sie gewissermassen einen in der übrigen löslichen Masse ungelöst bleibenden Bestandteil bilden, sondern sie zwingen auch dazu, dem Gemisch zur Ermöglichung des Weichmachens durch Kneten eine erhebliche Menge von boraxhaltigem Wasser zuzusetzen.
Nur um diesen Preis lässt sich das Kasein in Lösung bringen und auch dann nur in so unvollkommener Weise, dass gerade das Kneten möglich wird. Das borax- haltige Wasser, welches zur Herbeiführung dieser teilweisen Löslichkeit dient, muss zu einem grossen Teil nachträglich wieder entfernt werden, sobald sein Verwendungszweck erfüllt ist. Im ganzen genommen ist also die Herstellung von Zelluloidersatzmitteln unter Anwendung von
Kasein mühsamer, teurer und langwieriger als die unter Anwendung von Maisin und das Erzeugnis ist 1m ersten Fall von geringerer Qualität.
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In) Vergleich zu reinem Zelluloid bietet das nach dem beschriebenen Verfahren erhältliche- Ersatzmittel den Vorteil, dass ein bedeutende Teil von Nitrozellulose und Kampfer durch Raisin ersetzt ist und somit das Ersatsmittei den Vorteil geringerer Entzündlichkeit bietet.
Das Erzeugnis kann mit den gebräuchlichen Mitteln gefärbt und es können indifferente Stoffe zugesetzt, werden.
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Process for the production of celluloid-like masses.
The present invention relates to a method for the production of a new plastic material which can be used for the production of combs, all kinds of jewelry goods and for other purposes.
The new product consists of nitrocellulose, camphor or camphor substitutes and a protein-like substance, and the individual components can be mixed with one another in any ratio.
The production of celluloid-like masses from nitrocellulose, camphor and a certain protein tone, namely casein, is known. The invention consists in the fact that instead of casein, a substance extracted from maize is used, which has hitherto been used exclusively as a nutrient. This substance is obtained by treating maize with higher alcohols, such as amyl alcohol, and is known under the name "Maisin" for its nutritional properties. The process for producing this protein-like substance is described in Patent No. 27293 in Pisterreich.
For the factory presentation of the new plastic material, Maisin can be used as follows.
An alcoholic solution of nitrocellulose and camphor, the mixing ratio of which can be changed between extremely wide limits and z. B. can be the following: 37'5 kg
Nitrocellulose and 12.5 kg of camphor, for example, are added to 37.5 kg of masein moistened with alcohol in advance. The whole is made soft by kneading and then using the mechanical methods known in the manufacture of celluloid or analogous plastic materials
Procedure. such as rolling, pressing, etc. s. w. processed.
The products obtained using maize are to a greater degree translucent and less fragile than those products obtained using casein. The toughness of the celluloid-like mass produced with the addition of the protein-like substance obtained from corn is so great that z. B. flawless combs with fine teeth can be made.
In the application in question, maisin also differs advantageously from casein in that it is soluble in alcohol and in the usual solvents of nitrocellulose and camphor. On the other hand, all albuminoids that behave like casein cause the following problems when processed on celluloid substitutes: They not only impair the transparency of the end product, because to a certain extent they form a component that remains undissolved in the rest of the soluble mass, but they also force the Add a considerable amount of borax-containing water to the mixture to enable softening by kneading.
Casein can only be dissolved at this price, and then only in such an imperfect way that kneading is possible. The borax-containing water, which is used to bring about this partial solubility, has to be largely removed again afterwards as soon as its intended use has been fulfilled. Taken as a whole, the production of celluloid substitutes is based on
Casein is more laborious, more expensive and more tedious than using maisin, and in the first instance the product is of inferior quality.
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In) Compared to pure celluloid, the substitute agent obtainable according to the method described offers the advantage that a significant part of nitrocellulose and camphor is replaced by raisin and thus the replacement agent offers the advantage of lower inflammability.
The product can be colored with the usual means and indifferent substances can be added.